Reality-Check

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Re: Reality-Check

Beitragvon Ghostvoice » 14. Februar 2020, 10:37

Ein Kollege bemerkte, dass heute Valentinstag ist... egal, ich geh eh nicht hin.
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Ghostvoice » 14. Februar 2020, 21:09

Neuer Job, neues Glück...

(... am Ar***!)

Nach der zweiten Woche in meiner neuen Arbeit ging ich auch diesen Freitag frustriert nach Hause. So wie letzten Freitag schon.

Ja, das Arbeitsumfeld ist locker. Die Kollegen ebenfalls. Auch der Chef ist locker. Alle sind locker. Alles ist locker!

Und ich muss dabei kotzen! Ich bin einem strengen, hinterhältigen Regime gerade rechtzeitig entkommen um gleich mal beim krassen Gegenteil zu landen!

Ich fühle mich, als hätte ich die Hälfte der Zeit keine Ahnung, was ich eigentlich tue. So wie heute gleich zwei Mal:

„Can you check if it is allocated?“

Ich weiss was er will...

„And? Is it?“
„I tried to look it up, but i didn‘t figure out how...!“

Er zeigt es mir; darauf wäre ich so schnell nicht gekommen.

Später gibt er mir noch eine Anweisung, ich improvisiere, habe keine Ahnung, ob ich es richtig mache, habe aber schon geistig abgeschaltet.
„I told you to do it this way. Why did you do it that way?“
„... because i have no idea what i‘m doing?!“
Den Satz hat er von mir in den beiden Wochen schon öfter gehört. Und dennoch findet er, daß ich mich gut einlerne. „What you‘re doing, your colleague was just doing after 2 months!“

Für mich ist die Firmensoftware ein Buch mit Sieben Siegeln. Vor allem, weil ich umlernen muss. Die Bedeutung von Begriffen. Und vor allem das System meiner Arbeit. Die Amerikaner machen das etwas anders als wir Europäer. Manche Dinge sind viel simpler, dafür schwerer nachzuvollziehen.

Meine heutigen (vorgeschriebenen) Online-Trainings umfassten:

Sicheres Fahren (... ich hab noch nichtmal einen Führerschein, hallo??)
Sicherheitsbestimmungen zu Gefahrenstoffen (natürlich nach amerikanisch-kanadischen Standards; sehr sinnvoll in Österreich)
Die europäische Datenschutzverordnung (naja, den Test am Ende hab ich zumindest beim zweiten Mal gleich geschafft)

Nichts davon hat mit meinem Arbeitsumfeld zu tun. Nichts!

In meiner kurzen Zeit in dieser Firma habe ich Dinge gesehen und erlebt, die ich noch nie zuvor in anderen Arbeitsverhältnissen erlebt habe. Und ich will nicht als „Neuer“ ihnen sagen, was eigentlich offensichtlich ist. Damit würde ich mir ganz schnell einen miesen Ruf einhandeln. Also manövriere ich mich still durch Unordnung und Mist, versuche nicht zu stolpern und schlucke meinen Unmut über die ständige Prokastination meines neuen Vorgesetzten hinunter.

Heute hätte etwas erledigt werden sollen, dass nunmehr schon Mitte letzter Woche abgeschlossen sein sollte. Wurde dann verschoben. Weil Freitag ist. Wenig Arbeit. Lieber im Büro zusammen sitzen, Kaffee trinken, Kuchen futtern und... naja, die Arbeit machen wir dann eben ein anderes Mal.
Zum Ausrasten!

Meine Exkollegin sollte eigentlich Ende letzter Woche eine Rückmeldung auf ihre Bewerbung bekommen. Am Dienstag meldete sie sich bei mir und fragte, ob ich vielleicht schon etwas wüsste. Also sprach ich das Thema am folgenden Tag an und natürlich war es eine Absage. Mein neuer Chef wollte sie und die anderen Bewerber dann bis Freitag informieren. Kurzum: er hat ihr eine Woche gestohlen, in der er schon wusste, daß es nichts wird. Eine Woche, in welcher sie sich schon mal in Ruhe nach einer anderen Stelle umsehen hätte können. Aber sie wartete. Finde ich nicht gut!

Und ausserdem: ich war auch diese Woche einmal wieder in meiner Ex-Firma. Es gibt ein Problem mit meinem Ex-Chef. Ein Problem, daß er meiner aktuellen Firma macht und meine Kollegen bringen es nicht über sich, etwas dagegen zu unternehmen! Weil sie sich in die Hosen machen? Ein bisschen schon, ja.
Also nahm ich die Sache in die Hand und sagte ihm, daß wir das Problem heute noch lösen werden. Wir haben uns aus Rücksicht auf die schwierige Situation erstmal zurückgehalten, aber nun geht es nicht mehr länger. Mein Ex-Chef meint (sehr emotional) dass das ja nicht ginge (er meinte, sie können die Job nicht erledigen) und ich antwortete ihm, daß wir eben nicht noch länger warten können. Es wird heute noch passieren.

Nun steht ein Kollege meiner neuen Firma neben mir und meint versöhnlich, daß sie es morgen machen würden. Ich gab auf. Es geht inzwischen darum, Schaden von meiner jetzigen Firma abzuwenden. Und ich kenne auch die weiteren Schritte um meinen Ex-Chef dazu zu zwingen, seine Arbeit zu machen!
Und meine Kollegen trauen sich nicht...

Ich schildere heute die Sache kurz meinem jetzigen Vorgesetzten und von ihm kommt nur eine leise Bestätigung, dass er es genauso sieht wie ich. Aber auch er will diese Sache nicht angreifen. Und das wäre eigentlich seine Aufgabe.

(Der Clou an der Sache: ich arbeite in einer Einstiegsposition, soll allerdings später eine andere Aufgabe übernehmen. Eine, in welcher ich ihn zwingen muss, gewisse Maßnahmen umzusetzen! Und bei seiner Vermeidungsmentalität wird jeder Schritt hart erkämpft werden müssen! Habe ich wirklich darauf Lust?)

Wenn sich dieses Problem bis nächste Woche nicht erledigt, werde ich nochmal zu meiner Ex-Firma fahren und dieses Mal die Dinge selbst in die Hand nehmen! Ja, es wird Wellen schlagen! Und ich habe KEINE Befugnisse in dieser Sache irgendetwas zu machen. Und würde/werde es dennoch tun. So wie jedes Mal, wenn so etwas passiert.

...

Mein Problem ist dass ich am liebsten ein kleines, unauffälliges Ding sein will, das seine Arbeit macht, nicht auffällt und Konflikten aus dem Weg geht - weil es nunmal mit Konflikten eben nicht umgehen kann.
Und in jeder Gruppe mit gleichgestellten Kollegen, egal wie kurz ich erst da bin, werde ich zum Alpha. Zu dem, an den sich alle wenden. Zu dem, der entweder die Antworten hat oder ihnen zumindest sagen kann, wie sie an Antworten kommen. Wie sie bei Problemen vorgehen sollen.

Meine Ex-Kollegin erzählte mir letzte Woche, daß bei den Rauchpausen noch über mich geredet wurde: „Was machen die denn jetzt, da er nicht mehr da ist?“ - als würde ohne mich nichts mehr gehen! Dabei sehe ich mir an, was ich getan habe um so eine Nachrede zu verdienen und sehe nichts besonderes.

Ich arbeitete in einem anderen Bereich als die neuen Kollegen, doch hatte mit ihnen zu tun, half ihnen wenn nötig, versuchte sie etwas aufzubauen, wenn sie mal etwas falsch machten; sagte ihnen, worauf sie achten sollten.

Von den alten Kollegen aus verschiedenen Abteilungen hörte ich ständig: „Schade, dass du gehst!“ - dasselbe, was ich an jedem anderen Arbeitsplatz hörte.
Obwohl ich immer ungesellig war. Niemand, der sich schnell zu der gesprächigen Gruppe stellt, sondern lieber etwas abseits seine Zigaretten raucht und nur antwortet, wenn er angesprochen wird.

Und trotzdem werde ich mit so viel Respekt behandelt, mit so viel ehrlicher Wärme verabschiedet, daß es mich immer wieder wundert.

Man muss nicht gesellig sein, um akzeptiert zu werden.
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Ghostvoice » 14. Februar 2020, 22:29

Typisch, Alt-Wiener Kaffeehaus. Auf die Bestellung meines ersten Bieres musste ich 15 Minuten lang warten. Nachdem ich vergeblich versuche 10 Minuten lang die Aufmerksamkeit des einzigen Kellners auf mein leeres Glas zu lenken, konnte ich ihm nonverbal bedeuten, daß ich durchaus noch ein weiteres vertragen könnte.

Seitdem sind wieder gut 15 Minuten vergangen. Hat er es vergessen? Oder es versehentlich selbst getrunken?

(Gerade bedient er die Leute hinter mir, sieht mich an und teilt mir im Vorübergehen mit, daß er mein Bier vergessen hat... ich hoffe das heisst, daß ich es jetzt doch noch kriege! Wenn er nur meinte, er hat es vergessen und dann weiter nichts unternimmt haben wir ein Problem!)

Egal, eigentlich wollte ich noch etwas loswerden!

Am letzten Wochenende traf ich mich mit der schon zuvor erwähnten Ex-Kollegin und ihrem Freund zu einem Bowlingnachmittag/-abend.
Resüme: den Muskelkater in meinen Beinen schleppe ich auch heute - 6 Tage später!!! - immer noch mit mir rum! Bowlen beansprucht anscheinend Muskelgruppen in den Oberschenkeln, welche bei normalem Gehen nicht sonderlich beansprucht werden.

Bemerkenswerter waren aber die Studien zu Pärchenverhalten, die ich gezwungenermaßen anstellen durfte.

Dazu muss man die Katze von hinten aufrollen: wir beginnen mit einer Studie des Freundes/Geliebten/Partner/Lebensgefähren. Er kam sehr leger daher. Sein Blick war eher trübe, sein Haltung nicht gerade von Energie zeugend. Seine Mentalität würde ich als ruhig und unaufgeregt bezeichnen. Er ist kein unangenehmer Mensch, das Gegenteil würde ich ihm allerdingd genausowenig unterstellen. Anscheinend kann er mit neuen Menschen noch weniger anfangen als ich.
Aber er bemühte sich!
Auch wenn er offensichtlich nicht verstand, weshalb er seinen halben Samstag opfern musste, um sich mit einem Ex-Arbeitskollegen seiner Freundin zu treffen. Wo er doch eher an einem Auto rumschrauben könnte - etwas, dass er gerne freiberuflich ausübt.

Ich gab mir ebenfalls alle Mühe, mit ihm zu sprechen und ein paar Unterhaltungen hatten wir auch.

(Der Kellner räumte gerade etwas von einem anderen Tisch ab, sah, daß ich ihn ansah, und lief merkwürdig schnell weg! Irgendetwas geht hier vor!)
(Nachtrag: keine 10 Sekunden nach dem letzten Satz habe ich nun mein zweites Bier vor mir stehen! - er hatte mich tatsächlich schon wieder vergessen!!! LOL)

Kurzum: der Freund ist eher gesetzt; ein netter Kerl, der sehr ruhig ist.

Kommen wir zur Beschreibung meiner Ex-Kollegin. Sie hat ein strahlendes Lächeln, das immer die Augen leuchten lässt. Sie ist neugierig, ohne dabei aufdringlich zu sein. Ich hatte nie verstanden, weshalb sie so schnell beschlossen hatte, daß wir uns verstehen würden. Unauffällig studierte ich auch ihr Verhalten anderen Arbeitskollegen gegenüber. Obwohl sie immer freundlich war, schenkte sie mir besondere Aufmerksamkeit und suchte Nähe zu mir. Durch den schon zuvor erwähnten Wunsch sich bei meiner neuen Firma zu bewerben, damit wir auch weiterhin zusammen arbeiten könnten. Am letzten gemeinsamen Arbeitstag, meinte sie, wir sollten das „feiern“ und schlug vor bowlen zu gehen. Was wir dann auch eine Woche später machten.

Ich hatte sie nun als jemanden kennengelernt, der sehr offensichtlich vermitteln kann, daß sie Nähe möchte. Und in diesem Fall meine ich nicht, daß sie bezüglich meiner Person ein romantisches Interesse verfolgte. Sie wollte einfach nur, daß unser Kontakt nicht abbrach. Und unternahm Schritte, damit dies nicht so schnell geschehen würde.

So deutlich, daß selbst ich es bemerkte. Und das heisst schon etwas.

Bei unserem Bowlingspiel konnte ich wieder deutlich sehen, daß sie ein Mensch ist, der sich gerne ausdrücken würde. Ein kleine, theatealische Bewegung hier, ein paar Sekunden ein kleiner Tanz da. Ihren Freund hingegen könnte man als etwas starr beschreiben

Aber sie hält sich zurück. Auf jeden Fall, wenn er dabei ist.

Mir kam schon bald ein Verdacht, der sich im Verlauf des restlichen Abends bestätigte.

Als wir uns nach dem Spiel auf ein Getränk setzten, wurde sie Stimmung um vieles entspannter. Wir sprachen über verschiedene Themen, kamen recht gut miteinander aus. Irgendwann musste ich aufs Klo. Zuerst fuhr ich mit der Rolltreppe nach oben, weil die beiden meinten, dort oben sei die nächste Toilette. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Jugendlichen beschloss ich, daß es hier doch keine gab und fuhr wieder hinunter, um ein weiteres Stockwerk tiefer das Klo aufzusuchen, von dem ich wusste, wo es war.

Auf diesem Weg kam ich in einiger Entfernung an unserem Tisch vorbei und sah die beiden ohne mich sitzen. Er schaute irgendetwas auf seinem Smartphone nach, sie hatte sich zu ihm gedreht, ihr Blick ging allerdings ins Leere. Ich habe keine Ahnung, was in ihrem Kopf vorging. Aber es war nichts, daß ihr irgendwie Freude machte. So sassen sie schweigend, jeder für sich nebeneinander. Entfernt von einander.

Ich war auch jahrelang mit einem meiner beiden besten Freunde und seiner Freundin befreundet. Wir trafen uns zu diesem Zeitpunkt einmal pro Jahr. Ich erinnere mich noch, wie mich die beiden nach meiner Rückkehr aus Deutschland in meiner Wohnung besuchten. Ich kam gerade aus der Küche zurück und sie tauschten gerade grinsend einen schnellen Kuss aus.
Die beiden waren damals gut 10 Jahre zusammen. Und sie waren alles andere als eines dieser nervigen, knutschenden Pärchen, die glauben allen zeigen zu müssen, wie glücklich sie doch sind.
Aber Pärchen die funktionieren, kommen in Gesellschaft anderer in eine Art Kuschelmodus. Wenn die Stimmung passt, die Leute mit denen man zusammen ist, dann wird näher zusammen gerückt. Ich erlebte das auch mit meiner Ex-Freundin. Sobald der Abend fortgeschrittener wurde, suchte sie mehr Kontakt zu mir; und die Freundin meines Freundes den Kontakt zu ihm.

Kommen wir zurück zu diesem Moment. Ich fahre die Rolltreppe hinunter und siehe die beiden. Er auf sein Smartphone konzentriert, sie halb zu ihm gewandt aber abwesend vor sich hin schauend. Es erschreckte mich erst und machte mich sofort danach traurig. Den ganzen Nachmittag und Abend lang hatte ich versucht Zeichen zu lesen. Zuerst beim Bowlen. Jedesmal nach einem Wurf drehte ich mich um und versuchte (hoffte, vielmehr) die beiden bei einem schnellen Kuss zu erwischen. Oder einem Blick, den sie sich zuwerfen.
Spätestens als wir uns zu unseren Getränken gesetzt hatten und auch der Freund sich an mich gewöhnt hatte hätte ich vermutet, daß ich etwas vom dem „typischen“ Pärchenverhalten an ihnen beobachten könnte. Aber nichts da. Selbst wenn sie saßen, war so viel räumlicher Abstand zwischen ihnen... es war merkwürdig zu beobachten.

Ich könnte mir vorstellen, daß er jemand ist, der Zuneigungsbezeugungen in der Öffentlichkeit einfach nicht mag und sie gelernt hat das zu respektieren. Aber in vertrauten Situationen verwischen diese Rückhalte bald. Und zumindest von ihrer Seite hätte ein noch so subtiler Annäherungsversuch an ihn kommen müssen!
Denn: sie sucht Nähe zu Menschen, die sie mag. Das konnte ich selbst erleben! Aber sie sucht seine Nähe nicht. Nicht öffentlich auf alle Fälle. Obwohl sie Nähe will und braucht.

Als ich an ihnen vorbei zur Rolltreppe nach unten gelangt war und diese hinunter fuhr, sah ich nochmal zu den beiden hin. Gerade rechtzeitig. Er sah immer noch auf sein Smartphone, doch sie hatte mich entdeckt. Mit hoch gestreckem Arm winkte sie mir wild zu und ihre Augen und ihr Mund grinsten mich wieder an! Ich winkte zurück...

Und den Abend zum Abschluss zu bringen. Nach unseren Getränken beschlossen wir erstmal eine vor der Tür zu Rauchen. Wir waren gerade an einem sehr interessantem Punkt an unserem Gespräch angekommen dass ich gerne fortgeführt hätte. Zumindest die Ex-Kollegin und ich.
Doch nicht in der Kälte. Also fragte ich den Freund, was er nun gerne noch machen würde.
Nun, es sei schon ziemlich spät und er wäre nun dafür, daß sie heimfahren würden. Seine Antwort. Ich zeigte mich einverstanden, stimmte ihm natürlich zu, wir verabschiedeten uns und gingen unserer Wege.
Es war immerhin schon 20:30 Uhr... an einem Samstag!

Nun, er hatte lange tapfer durchgehalten, das muss ihm auf jeden Fall angerechnet werden.



Es ist traurig...

Er ist ruhig. Will keine Aufregung in seinem Leben. Das ist in Ordnung. Ich kann ihm das nachfühlen...

Und sie will tanzen! Man sieht so oft bei ihr, wie etwas aus ihr herauswill. Wie sie mehr machen möchte, doch sich zurückhält. Zumindest wenn ihr Freund dabei ist. Denn sie weiss, daß es ihn schlecht aussehen lassen würde, wenn sie um so vieles aktiver wäre als er. Also hält sie sich ihm zuliebe zurück. Meistens jedenfalls.
Und sie hält ihr Bedürfnis nach Nähe zurück. Obwohl sie ein Mensch ist, der Nähe braucht und auch ganz offen die Hand danach auszustrecken versteht.

Ich kenne nur Bruchstücke ihrer Geschichte: sie hatten in einer Wohung zusammen gelebt und sich nun ein kleine Haus geleistet. Wohnen anscheinend derzeit im Keller, den sie schon hergerichtet haben und wollten in diesem Jahr die Arbeiten an dem Haus weiter fortführen, damit sie dort richtig einziehen können.
Ich kenne sie als Menschen, der gerne anpackt und wie ich es sehe, haben die beiden nun ein Projekt, dass sie verbindet: sie bauen gemeinsam in Nest!
Und wenn das fertig ist (in einem oder zwei Jahren) wird es Zeit für ein neues Projekt, sn dem sie zusammen arbeiten können: ein Kind.

Soweit klingt das wertfrei ja nicht schlecht. Aber ich werde den Gedanken nicht los, daß für ihn die Beziehung soweit gut funktioniert, für sie aber so gar nicht. Wenn die gemeinsamen Projekte wegfallen, müsste sie einen ernsten Blick auf ihre Beziehung riskieren. Und würde feststellen, daß sie viel mehr opfert, als sie opfern sollte. Sich viel zu sehr zurückhält. Und dieser Rückhalt wird seine Spuren hinterlassen.

Das ist der Weg, den sie für ihr Leben gewählt hat. Und sie wird ihn weiter gehen. Sunk Cost Fallacy eben. Sie sind beide schon so weit gegangen - sich jetzt einzugestehen, daß der Partner ihres Lebensweges eigentlich so gar nicht zu ihr passt, wäre undenkbar.

Trotzdem: gegen einen weiteren Abend mit diesem Pärchen werde ich mich wehren. Es würde mich nur allzu traurig machen...

(Es ist 22:27 Uhr. Da ich zuletzt um etwa halb acht Uhr morgen etwas gegessen habe, hauen dei beiden Bier schon ordentlich auf den leeren Magen rein; Zeit nach Hause zu gehen und die vorbereitete Pizza zu essen!

Um 11 Uhr nachts! Ich hab doch nen Knall,
!! :high:
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.


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