Auch junge Leute häufig psychisch krank

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon knolle » 6. April 2019, 07:03

MeinNameIstHase hat geschrieben:Auch wenn das kein therapeutischer Ersatz könnte ich mir vorstellen, das Freunde, Beziehungspartner, ... etc. das zwar nicht im Sinne des Reparenting stopfen können, dennoch aber eine andere Art von Unterstützung bieten können, die das vielleicht aufwiegt bzw. aufzeigen kann, dass es auch tatsächlich so etwas gibt, wo man Rückhalt finden kann, sich fallen lassen kann, so sein kann, wie man ist, ... Und auch Unterstützung in der eigenen Entwicklung erfahren kann durch Austausch, "einfach da sein", ...
Das glaube ich auch. Erst durch den Austausch mit anderen wird man auf vieles aufmerksam. In der Zeit zwischen meinem 14. und 24. Lebensjahr war ich immer in einem großen Freundeskreis eingebunden. Was die mit mir anfangen wollten, habe ich früher nie verstanden. Heute schon. Auch wenn es heute betrachtet viel zu viel menschlicher Kontakt war, kam es dort zu solchen Effekten.

Erst heute wird mir langsam klar, dass alle in dieser Runde nicht ganz normal gewesen sind :lachen: . Zu einigen habe ich auch noch heute Kontakt.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 6. April 2019, 07:50

knolle hat geschrieben:Erst heute wird mir langsam klar, dass alle in dieser Runde nicht ganz normal gewesen sind :lachen: . Zu einigen habe ich auch noch heute Kontakt.
Meine Freundinnen sind auch nie normal, aber wer ist schon normal ;)
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon knolle » 6. April 2019, 12:14

Indigocat hat geschrieben:Meine Freundinnen sind auch nie normal, aber wer ist schon normal ;)
Wir verstehen uns :peace:

Was vermutest du so für PS in deinem Umkreis?

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 7. April 2019, 10:20

knolle hat geschrieben:Was vermutest du so für PS in deinem Umkreis?
Also ob PS, kann ich nicht sicher sagen, sicher immer erhöhte Narzissmus-Werte verbunden mit Histrionismus, wobei die eine das verführerische Verhalten eher nutzt, muss Männer anzuziehen, die sie ausnutzen kann, die andere, um bewundert zu werden. Die Kontakte sind inzwischen auch nur sehr oberflächlich, lange halte ich sie nicht aus. Neuerdings habe ich eine Freundin, die auch sehr introvertiert ist und eine Mauer um sich baut. Sie ist teilweise auch recht dominant. Da sind wir uns glaube ich ziemlich ähnlich. Da wir uns aber nur zum Ausgehen und Tanzen treffen und es da sehr laut ist, bin ich noch nicht so dahinter gestiegen, welche Persönlichkeitsanteile sie noch hat.

Ach ja, alle sind bzw. waren zumindest teilweise alleinerziehend.

Welche Persönlichkeiten hast du so in deinem Umkreis?
Zuletzt geändert von Indigocat am 7. April 2019, 23:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 7. April 2019, 10:29

tiffi hat geschrieben:Das würde ja liebevolle Eltern voraussetzen, die in der Welt halbwegs zurechtkommen und etwas Lebensweisheit
haben, also vermutlich sowas wie Sechser im Lotto.
Wenn man das nicht hatte, und eh leicht irritierbar ist, klammert sich schnell an irgendwas, versucht das durchzuziehen auf
Teufel komm raus; das mit der Alternative und dem Selbstvertrauen ist schwierig.
Also ich erlebe es im Umfeld überwiegend, dass die Eltern den Kindern bei Neuorientieren helfen. Es brechen ja doch sehr viele ihr Studium aus unterschiedlichen Gründen ab. Würde diese Familien auch nicht unbedingt als "psychisch gesund" bezeichnen.

Trotzdem denke ich, jene Familien, die die Kinder gar nicht unterstützen und hängenlassen, wo die Kinder eventuell noch Unterhalt oder die Mitarbeit beim Bafög-Antrag einklagen müssen, die sind in der Minderheit. Vielleicht hast du auf Arbeit überwiegend mit Problemfamilien zu tun?
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon tiffi » 7. April 2019, 15:26

Indigocat hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Das würde ja liebevolle Eltern voraussetzen, die in der Welt halbwegs zurechtkommen und etwas Lebensweisheit
haben, also vermutlich sowas wie Sechser im Lotto.
Wenn man das nicht hatte, und eh leicht irritierbar ist, klammert sich schnell an irgendwas, versucht das durchzuziehen auf
Teufel komm raus; das mit der Alternative und dem Selbstvertrauen ist schwierig.
Also ich erlebe es im Umfeld überwiegend, dass die Eltern den Kindern bei Neuorientieren helfen. Es brechen ja doch sehr viele ihr Studium aus unterschiedlichen Gründen ab. Würde diese Familien auch nicht unbedingt als "psychisch gesund" bezeichnen.

Trotzdem denke ich, jene Familien, die die Kinder gar nicht unterstützen und hängenlassen, wo die Kinder eventuell noch Unterhalt oder die Mitarbeit beim Bafög-Antrag einklagen müssen, die sind in der Minderheit. Vielleicht hast du auf Arbeit überwiegend mit Problemfamilien zu tun?
Das war vor allem meine eigene Erfahrung.
Im Umfeld / Schulfreundinnen sah es auch anders aus. Wobei es auch behütete Schulfreundinnen gab, die erst fröhlich und
selbstbewusst wirkten und dann auch ab Studienbeginn starke psychische Probleme bekamen. Beide aber früh verpartnert/
verheiratet und hier guten Rückhalt bekommen. Dennoch jahrelang intensive Klinikphasen.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 9. April 2019, 20:13

tiffi hat geschrieben:Das war vor allem meine eigene Erfahrung.
Ah, ok.

Im Umfeld / Schulfreundinnen sah es auch anders aus. Wobei es auch behütete Schulfreundinnen gab, die erst fröhlich und
selbstbewusst wirkten und dann auch ab Studienbeginn starke psychische Probleme bekamen. Beide aber früh verpartnert/
verheiratet und hier guten Rückhalt bekommen. Dennoch jahrelang intensive Klinikphasen.
Ah, interessant. Eventuell doch die Erkenntnis, in der falschen Ausbildung gelandet zu sein, verbunden mit der Angst, sich da jetzt lebenslang festgelegt zu haben? Wobei ja auch schon die Lehrer in der Schule kräftig Druck machen: ja keine Lücken im Lebenslauf und in der Rentenversicherung usw., da machen sich viele richtig fertig. Die Option, mal eine zeitlang Hartz IV zu beziehen, ist so mit einem Stigma behaftet, dass sie gar nicht in Erwägung gezogen wird.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon knolle » 9. April 2019, 20:16

Indigocat hat geschrieben:... Narzissmus-Werte verbunden mit Histrionismus, wobei die eine das verführerische Verhalten eher nutzt, muss Männer anzuziehen, die sie ausnutzen kann, die andere, um bewundert zu werden. Die Kontakte sind inzwischen auch nur sehr oberflächlich, lange halte ich sie nicht aus...
Welche Persönlichkeiten hast du so in deinem Umkreis?
Bei mir verhält es sich ganz ähnlich, mein früherer bester Freund ist recht impulsiv und braucht es ständig im Mittelpunkt zu stehen. Ihm fällt es schwer, strukturiert und selbstreflektiert Handlungen und den eigenen Tagesablauf zu planen. Er versandet seid Jahren in einem Studium, dass er nicht beendet bekommt. Die Themen Frauen, Drogen und allgemein Zerstreuung bieten hier Reiz genug. Interessanterweise zähle ich ihn mit zu den intelligentesten Menschen, die ich bisher getroffen habe. Von der Sorte kenne ich noch ein paar mehr, wenn auch weniger lange. Meine Freundin ist genauso gestrickt, allerdings isst sie zu wenig, anstatt Drogen zu nehmen. All meine Ex-Partnerinnen waren so gestrickt, je länger die Beziehungen her sind, desto destruktiver und Borderline-typischer waren sie leider.

Daneben kenne ich einige Menschen, die eher änglich-vermeidende Anteile zeigen. Eine Person scheint sogar eine Phobie gegen Menschen zu haben, er geht nur Kontakte ein, wenn es um technische Projekte geht. Uns verbindet ein Hobby miteinander.
Alle in meiner "Runde" haben auf jeden Fall ihre depressiven Anteile gemeinsam. Alle von denen hatten schon die eine oder andere mittlere bis schwere Lebenskrise. Einer hat seine nicht überstanden: Er hat Selbstmord begangen, weil er keinen emotionalen Bezug zu seiner Umwelt herstellen konnte. Vielleicht war er einer von den schwerer betroffenen Schizoiden.

Und zu guter letzt kenne ich - so zumindest meine Einschätzung - einen ebenfalls schizoiden Zeitgenossen. Der ist mir unglaublich sympatisch :cool:

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 13. April 2019, 09:14

knolle hat geschrieben:Alle in meiner "Runde" haben auf jeden Fall ihre depressiven Anteile gemeinsam. Alle von denen hatten schon die eine oder andere mittlere bis schwere Lebenskrise. Einer hat seine nicht überstanden: Er hat Selbstmord begangen, weil er keinen emotionalen Bezug zu seiner Umwelt herstellen konnte. Vielleicht war er einer von den schwerer betroffenen Schizoiden.
Depressive Anteile scheinen bei "Meinen" wohl kaum oder nur eine untergeordnete Rolle zu spielen bis auf eine ehemalige Bekannte, wo die Sache vielleicht schon in Richtung Psychopathie ??? geht. Alle sind recht erfolgreich und geachtet in ihren Berufen und bis auf die eine, die andere ausnutzt, auch psychisch stabil. Liegt wahrscheinlich an der Tendenz zum Narzissmus, solche Persönlichkeiten sind in der Regel stabiler.

Bei einer ehemaligen Freundin aus der Gymnasialzeit vermute ich auch eine SPS, auch mit narzisstischen Anteilen Die steht nur alle paar Jahre mal vor der Tür, wenn sie was will. Zu ihr darf man nicht kommen. Zumindest kommt sie zu mir, die anderen blockt sie gleich ab.

Immerhin war der eine von deinen Freunden, der Selbstmord begangen hat, dein Freund? :rätseln: Also hat er doch theoretisch Bezug zur Umwelt gehabt?
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon knolle » 17. April 2019, 19:53

Interessant, das sich auch bei dir ein Muster durch die Bekanntschaften zieht. Hast du eine Ahnung, woher der Hang zum Narzismus bei dir kommt? Ist ein Elternteil bei dir so? Waren auch deine engeren Bekanntschaften so?

Ja, der Selbstmord begangen hat, war mein Freund. Allerdings ist Freundschaft im Detail sicherlich für jeden etwas anderes, letztendlich aber doch nur blanker Eigennutz. Wir konnten gegenseitig auf rationaler Ebene Erkenntnisse durch das Gegenüber gewinnen, daran erinnere ich mich noch gut. Er war eine Kindheitsfreundschaft, ich weiß auch, dass wir beide in sehr jungen Jahren noch deutlich emotionaler waren und es da eine andere Ebene war. Im Jugendalter hat sich das aber stark gewandelt, bei ihm sehr stark.


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