Eine These die für mich alles verändert.

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 19. Februar 2020, 22:18

2ost hat geschrieben:Am Ende liege ich dann fertig in der Ecke, weil die zwingenden Sozialkontakte alle meine Reserven aufgefressen haben. Mein Schutzmechanismus wäre mehr oder minder kompletter Rückzug
Hast du dich bzw Das denn mal hinterfragt - warum diese Sozialkontakte all deine Reserven auffressen bzw was dich Wirklich letztendlich dazu zwingt, diesen Schutzmechanismus des Rückzuges anzuwenden?
Was verursacht diesen sozialen Stress bei dir?

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 20. Februar 2020, 00:18

Kennst du das Gefühl, wenn man z.B. mit Fingernägeln über eine Schultafel kratzt oder Styropor an Styropor reibt, etc.? Stell dir vor, dass ich mich so in etwa fühle, wann immer ich unter Menschen bin. Warum? Keine Ahnung. Ist halt einfach so. Ich kann das eine Weile ignorieren, aber nicht dauerhaft und je regelmäßiger ich unter Andern bin, desto kürze ertrage ich das halt. Wenn es zu viel wird, derealisiere ich irgendwann einfach und gehe spätestens ab da dann halt unter allen Umständen aus der Situation raus, so möglich.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Kalliope » 20. Februar 2020, 07:36

@ToWCypress

ToWCypress hat geschrieben: in wie weit eine Fehl-Prägung wiederufbar oder eben kaum Einflussnahme möglich ist.

Die Frage bleibt eben erst einmal offen. Ich bin halt Verfechterin des Ansatzes, dass man sich selber bereits alle Möglichkeiten verbaut, wenn man nicht einmal zu denken wagt, dass es eine Option auf Veränderung geben könnte.

Gerade lese ich ja den Bieri("Handwerk der Freiheit"), wo es gerade um den Willen geht, den freien und den unfreien. Z.B. den zwanghaften. Da ist die Rede von denjenigen, die immer wieder genauso handeln, obgleich sie "eigentlich" anders wollten, weil sie merken, dass ihr Verhaltensschema ihnen nicht gut tut und immer wieder dieselben ungewollten Konflikte schafft.

Es stellt sich für mich die Frage, wie gut wir in der Selbstsabottage sind, uns selbst behindern. Wenn ich nicht einmal den GEDANKEN zulasse, es könnte sich anders verhalten, so verbiete ich letztlich mir selber jede Veränderung und jeden Fortschritt.

ToWCypress81 hat geschrieben:funktioniert mit einer starken Fehl-Prägung aber auch nur in Maßen.

Von "leicht" war keine Rede. Und von Rosengarten auch nicht :).

ToWCypress81 hat geschrieben:Das hat Nie dafür gesorgt, das ich Angst-freier wurde, sondern hat diese Ängste nur extrem verstärkt. Wodurch ich jedes Mal sehr lange gebraucht habe, wieder angstfreier, durch viele viele positive Begegnungen Vertrauen zu Menschen aufzubauen.


Ok, das ist ein Argument.
Also, wenn es Dir eben nicht gut tut. Und Du Dich aufgrund von Erfahrung anders entscheidest (s.o. "Wille").

Was willst Du?

ToWCypress81 hat geschrieben: Sie wollen sich schützen, auf ihre jeweilige Art und Weise. Schutz ist gleichbedeutend mit, nicht verletztbar sein wollen.

Schon verstanden. Jeder Mensch hat ein Schutzbedürfnis dieser Art, sonst bräuchten wir keine Ich-Grenzen, nur gibt es eben jene Menschen mit besonderem oder besonders starkem Schutzbedürfnis.
Es steht die Frage im Raum, wie weit man sich eine gewisse Resilienz erarbeiten WILL (!) oder eben nicht. Für Dich gibt es eben noch den Einwurf, ob man sich selbige erarbeiten KANN oder nicht. (Dem widerspreche ich ja gar nicht, nur setze ich das nicht so absolut und schon gar nicht axiomatisch. Eben, weil ich selber der Typ bin, der sich gerne noch Optionen offen hält, egal, wie unwahrscheinlich sie scheinen.)
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 20. Februar 2020, 23:00

2ost hat geschrieben:Kennst du das Gefühl, wenn man z.B. mit Fingernägeln über eine Schultafel kratzt oder Styropor an Styropor reibt, etc.? Stell dir vor, dass ich mich so in etwa fühle, wann immer ich unter Menschen bin. Warum? Keine Ahnung. Ist halt einfach so.
Hast du eigentlich schon mal daran gedacht, eine Diagnose bei einem Psychiater/in der/die auf das "Asperger Syndrom" spezialisiert ist abzuklären? Vielleicht gar bei 2 verschiedenen Psychiater/innen, um auch wirklich sicher zu gehen?

Ich komme darauf, da ich aus all deinen Beiträgen merke, das du gar keinen Ansatz zu finden scheinst, warum du so bist wie du bist.

"Persönlichkeitsstörungen" haben immer etwas mit ursächlich sozialen Einflüssen zu tun, die die Person letztendlich entsprechend "gestört" bzw individuell emotional (Selbstschutz-) beeinträchtigend beeinflussen.

Autismus, wie etwa Asperger-Autisten, haben im Gegenteil dazu, eine genetisch behindernde Komponente die sich vor allem im Sozialen zeigt. Also nicht die sozialen Erlebnisse/Erziehung, sondern die Behinderung - führt zu den sozialen Schwierigkeiten. Auch wenn ich auch da Mischbilder nicht komplett ausschließen würde.

Schizoide und Asperger Autisten haben emotional sehr viele überschneidende Komponenten, jedenfalls nach aussen hin.

Hier ein Beispiel wie "normal" Asperger-Autisten wirken können. Da ich denke, wenn "Autismus" erwähnt wird, das viele immer gleich mit stark geistig behindert verbinden, und daher auch nichts damit zu tun haben wollen.
https://m.youtube.com/watch?v=Uhvan9G6rGw

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 20. Februar 2020, 23:12

ToWCypress81 hat geschrieben:Hast du eigentlich schon mal daran gedacht, eine Diagnose bei einem Psychiater/in der/die auf das "Asperger Syndrom" spezialisiert ist abzuklären? Vielleicht gar bei 2 verschiedenen Psychiater/innen, um auch wirklich sicher zu gehen?
Hab ich schon und in beiden Fällen wurde Autismus jeweils ausgeschlossen.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 20. Februar 2020, 23:45

PS
ToWCypress81 hat geschrieben: Ich komme darauf, da ich aus all deinen Beiträgen merke, das du gar keinen Ansatz zu finden scheinst, warum du so bist wie du bist. […] "Persönlichkeitsstörungen" haben immer etwas mit ursächlich sozialen Einflüssen zu tun […]
Ich habe da schon einen leisen Verdacht, was eine SPS bei mir bedingt haben könnte, möchte das hier aber schlicht nicht weiter ausbreiten, da ich das Forum hier, ich bitte das nicht als Angriff zu verstehen, diesebzüglich nicht als hinreichend geschützten Raum bisher erfahren habe.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 21. Februar 2020, 00:21

Kalliope hat geschrieben:Ich bin halt Verfechterin des Ansatzes, dass man sich selber bereits alle Möglichkeiten verbaut, wenn man nicht einmal zu denken wagt, dass es eine Option auf Veränderung geben könnte.
(...)
Es stellt sich für mich die Frage, wie gut wir in der Selbstsabottage sind, uns selbst behindern. Wenn ich nicht einmal den GEDANKEN zulasse, es könnte sich anders verhalten, so verbiete ich letztlich mir selber jede Veränderung und jeden Fortschritt.

Den Gedanken lasse ich ständig zu.
Anhand meiner Threads müsste eigentlich ersichtlich werden, das ich ständig daran denke, teils in gar zu übertriebener Weise (da das bisher mein aller größter Wille war/ist) - neue Wege, Ansätze und das verstehen wollen der Ursachen zur Selbsthilfe, zu suchen.

Kalliope hat geschrieben:Von "leicht" war keine Rede. Und von Rosengarten auch nicht :).
(...)
Was willst Du?
(...)
Es steht die Frage im Raum, wie weit man sich eine gewisse Resilienz erarbeiten WILL (!) oder eben nicht.
Ich war genauso wie du bisher auch der Meinung, dieses "ganz oder gar nicht Prinzips". Also nur mit absoluten Willen alles schaffen und erreichen zu können, was ich möchte bzw mir entsprechend helfen will, des unbedingten Fortschritt Willens.

Nach all dem was ich schon willentlich probiert und erlebt habe (seit 15 Jahren bewussten arbeiten an mir), und dennoch die immer gleichen emotionalen Schwierigkeiten habe, merkte ich für mich, was auch aus meinen letzten Einträgen herausgeht - das dieser erzwungene Fortschritts-Wille/Prinzip für mich nicht funktioniert.

Ich brauche ab und zu diesen Rosengarten ;) , der mich entspannen und runterfahren lässt (Schutzmechanismen). Ansonsten komme ich emotional einfach nicht klar.

Durchaus möglich, das "rein" Hochsensible, wie du dich (wie ich das verstanden habe) ursächlich bzw hauptsächlich einschätzt, mit Ängsten - durch dieses Art willentliche "Erweckungsverfahren" - stark einflussnehmend auf diese zuzugehen, Erfolge erzielen.

Ich für meinen Teil habe gemerkt, das mich in meinen Erfahrungen dieses willentlich verstärkte Prinzip so verstört - das ich danach immer und immer wieder viel zu starke emotionale Rückschritte mache und zu starken emotionalen Rückzug betreibe.

Der Mittelweg ist für mich persönlich entscheidend - nicht dieses für mich zu verstörende Abrupte mit Wille oder "gewalt" herbeigeführte.

Mit kleinen Erfolgen zum Ziel kommen, das ist für mich mein neu gewähltes Ziel. Klingt langweilig und für manch einen "vermeidend" - ist es aber nicht!

Ich brauche nun Mal in vielen Situationen ab und zu einen geistig und emotional sicheren "Space" (Raum) um zu gedeihen, so das Stück für Stück wieder mehr Rosen im Rosengarten blühen [:P]

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Kalliope » 21. Februar 2020, 09:55

Guten Morgen!

Gerade habe ich nicht soo viel Zeit, aber will dann später noch einmal in Ruhe darauf eingehen.

Ich wollte Dir nicht unterstellen, dass Du "nicht willst". "Eigentlich".
Nun bin ich gerade vom Bieri stark beeinflusst und dort vom Gelesenen.
Er führt den Gedanken aus, wie es sich beim Suchtkranken zum Willen verhält.
Der "will" auch "eigentlich" etwas anderes, macht aber dennoch immer dasselbe. Nämlich der Sucht stattgeben.

Nun klar, Du bist kein Suchtkranker, ohne Frage. Aber ich hatte halt da eine Assoziation.
Die, dass Du halt "eigentlich" willst, aber innerlich starke "NEINs" am Arbeiten sind, also starke innere Widerstände.
Deswegen fragte ich Dich, WAS Du willst.

Ich schlug keinen abrupten, radikalen Weg vor. Aber es ist sehr gut, dass Du das noch einmal betonst, dass Du da nur kleine Schritte unternehmen möchtest (oder kannst).
Ich finde es auch total legitim zu sagen: ich will gar nicht. Was hier im Forum ja (mehrheitlich?) die Menschen tun. Sie versuchen, es sich mit ihrer Disposition so gut es geht einzurichten. Völlig ok.

Auch ich bin mit meinem HSP-Dasein doch nicht anders unterwegs. (Die Ängste, besser die Grundangst, die ich habe, hat jedich mit HSP nichts zu tun und die ist es aber, der ich entkommen möchte und Herr/Frau über sie werden.) Doch bin ich weiterhin überzeugt, wenn man sich nicht traut, "anders" zu denken, fehlt die Grundlage, es auch anders zu empfinden und anders zu tun.

Ich finde Deinen Weg sehr erstaunlich und beachtlich ob der "Arbeit" , die Du Dir da aufhalst!
Zudem lese ich ausgesprochen gerne Deine Gedanken, da sie viele gute Beobachtungen enthalten und ich auch für mich dadurch wieder mal über dies und das reflektiere.
Nichts also, von dem ich hier schreibe möge bitte als "Vorwurf" verstanden werden. Wie DU es machst, ist DEINE Entscheidung, Dein Weg.
Alles, was ich hier beitrage, sind Überlegungen aus meinem Frame, meinem Background. Bitte, das zu bedenken.

Die Auseinandersetzung über Wege, sich zu verändern, kann evt. (hin und her) etwas bewirken, noch mal Entscheidungen beeinflussen, verändern, kann Ziele klarer werden lassen usw.
So sehe ich den Sinn eines Gesprächs.

Das mit dem "sicheren Space" verstehe ich total. Brauche ich sogar (auch) extrem. Dann kann und WILL ich auch nicht wieder "auf in den Kampf". Was meine eigene zu überwindende Angst angeht, so lasse ich eben dann doch immer wieder mal zu, dass sie sich meiner bemächtigt. Meist, wenn ich gerade einen schwächelnden Tag habe, andere Probleme, die mich zusätzlich pesten oder schlicht keinen Bock, etwas dagegen zu unternehmen. Glücklicherweise aber verkürzen sich die "Bemächtigungsphasen". Hoffe, es bleibt so - Rückschläge mit inbegriffen.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 23. Februar 2020, 08:02

Kalliope hat geschrieben:Deswegen fragte ich Dich, WAS Du willst.
Ich musste mir in den letzten Tagen darüber wieder neu im Klaren werden.
Mir kamen da sehr viele unterschiedlich Ansätze in den Kopf.
Letztendlich ist 1nes aber ganz deutlich unter all dem hervorgestochen.

Ich will und muss meinen emotionalen Haupt-Wortschatz Stück für Stück verändern.

Damit meine ich, das ich Gegenüber Menschen in den allermeisten Fällen falsch angelernte emotionale Verhaltensweisen habe - und daher Menschen genauso wie ich selbst, aufgrunddessen mit mir entsprechende Probleme habe(n).

Erst dadurch, durch diese von mir kommenden wissentlich unadäquaten, falsch angelernten emotionalen Verhaltensmuster und darauf entsprechenden Reaktionen der Menschen - meine sozialen Ängste entstehen.

Wenn ich also die Ängste überwinden will - ich zuerst an meinen Emotionen arbeiten muss. Da mich dieses emotionale Fehlverhalten immer erst in diese schwierigen bzw problematischen sozialen Situationen bringt, vor denen ich Angst habe.

Zum Verständnis meiner falsch angelernten Haupt-Emotionen:

1. Wenn ich liebenswerte und Sympathie-bekundende Gefühle zeigen will, denke ich automatisch, ich müsste das immer in einer unterwürfigen, gar kindlich naiven Art und Weise tun. Das geschieht immer Instinktiv.
Daraufhin reagiert man mir gegenüber abwehrend, belächelnd und in vielen Fällen gar verachtend und aggressiv.

2. Wenn man mich wiederum angreift, nehme ich das Immer persönlich, egal um was es sich handelt - und kann daher nie Themenspezifisch adäquat auf etwas eingehen. Auch das geschieht immer Instinktiv.
Ich reagiere dann mit Verachtung, bewusst emotionslos (tot), passiv aggressiv, wütend und oft gar mit Gegenbeleidigungen auf diese Person, ohne überhaupt noch zu verstehen, um was es sich bei dem Thema handelte aufgrunddessen man mich angegriffen hat.

Ich habe also sowohl in Konflikten einen falschen emotionalen Wortschatz, genauso wie in Sympathie- und Liebes-bekundenden Situationen.

Ich weiß, das diese falsch erlernten emotionalen Verhaltensmuster zum einen durch meine Erziehung, und zum anderen durch die Mischung aus dieser entsprechenden Erziehung + schlechten sozialen Erfahrungen heraus entstanden.

Es daher so wichtig ist, mich selbst in diesen emotionalen Verhaltensweisen "Stück für Stück" umzuerziehen, anstatt "Erweckungstherapie-mäßig" abrupt zu versuchen da rauszukommen. Da diese aus einer sehr tief verwurzelten Prägung heraus entstehen.
Somit es nur durch den bewussten Umgang und eigenem gedanklich ständigen daraufhinweisen dieser emotionalen Falschreaktionen - mir möglich ist, da einen Umschwung zu bewirken.

Ich weiß, wie man in den jeweiligen Situationen richtig reagiert - Instinktiv emotional funktioniert dieses Wissen aber nicht.

Daher sehe ich keine andere Möglichkeit, als in jeder Situation "bewusst gedanklich", anstatt instinktiv emotional - einen Umschwung zu erreichen.

Umschwung heißt: irgendwann durch diese Methode - emotional instinktiv richtig zu reagieren.
Zuletzt geändert von ToWCypress81 am 24. Februar 2020, 08:22, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Kalliope » 24. Februar 2020, 05:06

ToWCypress81 hat geschrieben:Daher sehe ich keine andere Möglichkeit, als in jeder Situation "bewusst gedanklich", anstatt instinktiv emotional - einen Umschwung zu erreichen.


Genau davon sprach ich ja. Erst muss der andere Gedanke her, der "muss" (erst einmal) bewusst umgesetzt werden. Was natürlich nicht immer einfach ist und auch erst einmal sich "holperig" anfühlt (passiv/aktiv). Mit der Zeit aber ersetzt das neue Ritual das alte. Die Reaktion wird flüssiger und irgendwann ersetzt sie die bisherige Instinktreation (optimalerweise).
Wahrscheinlich und nach eigener Erfahrung wird es einen sehr langen Zeitraum geben, wo beides quasi parallel stattfindet. Und die neue Selbstumerziehung eben ein sehr bewusster Akt sein und bleiben wird.

Doch es ist wie mit allen Ritualen im Leben: je länger man sie betreibt, um so mehr manifestieren sie sich auch.

"Nach ganz schwer kommt ganz leicht" sagte irgendwer. Oder auch: nach ganz fest kommt ganz locker (also die Schraube - welche man auch immer damit meint ;) ).
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