Eine These die für mich alles verändert.

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 10. November 2019, 16:16

2ost hat geschrieben:Mir ist es eigentlich eher einfach nur egal, was Andere von mir halten(...)
Und den kenne ich nicht (den Drang zur gesellschaftlichen Anerkennung)
(...)ab dessen ich da bei mir bezüglich Sonderstatus und Stolz keinerlei Profilierungsbestrebungen irgends sehe.

Was würdest du sagen, was dein Antrieb im Leben ist?

Als Schizoider nur rein Selbstbezogene Freuden/Interessen zu haben bzw das diese jegliche Relevanz für einen Lebens-Antrieb darstellen - kann doch eigentlich auf Dauer nicht funktionieren.
Da man sich doch bei so einem einseitigen Antrieb/Freude/Interesse nur permanent selbst spiegelt - also nur einseitig sich selbst dieses immer wieder zurückgibt.
Das wäre so, als würde ein Witze-Erzähler ("Witz" soll hierbei für Freude & Antrieb stehen) seine Witze (die er ja logischer Weise bereits im Kopf hat) ausschließlich sich selbst erzählen. Um es mal überspitzt auszudrücken.

Klar kann der Lebensinhalt auch nur darauf abzielen sich und sein Leben immer und immer wieder zu reflektieren, und auch wie andere Menschen im Vergleich "ticken" um sich selbst zu verstehen (warum man so ist wie man ist) und sich dadurch zu helfen - sodass da regelrecht ein Interesse/Antrieb daraus entsteht.
Was aber auch bedeutet, daß das größte Interesse in erster Linie man selbst ist. Man dadurch wiederum sein Leben automatisch durch diese permanente Reflektion auf das eigene Leben und sich selbst - als im negativen Sinn (durch die traumatischen Erlebnisse, Falsch-Prägungen) "Einzigartig" empfindet (Sonderstatus).
Man ist damit sozusagen sein eigener Lebensinhalt und Hauptinteresse - was im Grunde auch einer unbewussten sowie bewussten (negativen) Egomanie entspricht.

Auch auf so eine (negative) "Einzigartigkeit" kann man "pochen", kann man stolz sein - des Trotzes und der Verzweiflung wegen.
Das natürlich wiederum auch viel Negatives mit sich bringt - im Sinne wie man andere und sich selbst bewertet.
Daher auch mein letzter Absatz diese (emotionale) "Andersartigkeit" nur als "richtig" und nichts anderes für sich zu begreifen.

2ost hat geschrieben:PS macht Spass dich zu lesen, das nur mal eben schnell noch loswerden wollte.
Danke dir [;)]

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 10. November 2019, 19:54

ToWCypress81 hat geschrieben:Was würdest du sagen, was dein Antrieb im Leben ist?
Ich würde sagen, ich habe (quasi) keinen. Steht so ähnlich auch verklausuliert in der Diagnose drin. Ich ging zur Schule, weil ich musste. Danach arbeitete ich gerade so viel wie ich musste. Irgendwann begriff ich, das ungelernte viel arbeiten und wenig verdienen. Also lernte ich recht spät noch was Vernünftiges und arbeite darin nun wenig, verdiene aber vergleichsweise gut. Das Geld verbrauche ich für Unterkunft und Lebenserhaltung. Partnerschaft oder gar Familie ist nicht. Besitz interessiert mich nicht, noch Status. Ich arbeite nur darum, weil mir sonst das Arbeitsamt diktieren könnte was und wo ich arbeiten muss und mein momentaner Job ist halt das geringstmögliche Übel, ernährt mich und gewährt mir den Rückzugsraum der "eigenen" 4 Wände. Ich stehe also auf und gehe zur Arbeit, um mir das zu erhalten. Ich verdiene selbst so noch mehr, als ich für Leben, Essen, Trinken (also die bestehenden Grundbedürfnisse) brauch und weiß nicht wohin mit dem Restgeld, weil es mir nach sonst nichts verlangt. Wenn man mich ließe, würde ich mich noch mehr zurückziehen. Eine Hütte, irgendwo weitab der Menschen, bei aber fortbestehender Grundversorgung und ich wäre es vermutlich zufrieden die Jahreszeiten zu beobachten und gut ist. Mein Antrieb also, wenn ich die Frage unbedingt beantworten müsste, ist größtmöglicher Rückzug!
ToWCypress81 hat geschrieben:Als Schizoider nur rein Selbstbezogene Freuden/Interessen zu haben bzw das diese jegliche Relevanz für einen Lebens-Antrieb darstellen - kann doch eigentlich auf Dauer nicht funktionieren.
Ich habe eigentlich keine Freuden oder Interessen. Selbst meine 1½ Hobbies wurden von mir vordergründig darum gewählt, über diese meine sozialen Kompetenzen nicht ganz verkommen zu lassen. Ansonsten: Würde ich mich nicht gelegentlich an "Kleinigkeiten", wie einem Sonnenaufgang, Regenschauer, etc. erfreuen, respektive meine Verwandschaft nicht in Entsetzen stürzen wollen, würde ich vermutlich einfach nur auf den Tod warten wollen und gut ist's.
ToWCypress81 hat geschrieben:Da man sich doch bei so einem einseitigen Antrieb/Freude/Interesse nur permanent selbst spiegelt - also nur einseitig sich selbst dieses immer wieder zurückgibt.
Zweierlei: a) Wenn ich draußen bin und die Natur genieße (eine der wenigen Fastfreuden, die ich habe), dann spiegle ich m. E. nicht, weil ich nicht mit mir, sondern der Umwelt (inklusive der Fauna darin) interagiere. Sind halt nur keine anderen Menschen dann halt da. Verstehe mich nicht falsch: Ich interagiere im Beruf und den Hobbies mit anderen und ziehe daraus auch so manches. Aber wenn ich z. B. mit Einstein reden könnte oder alternativ seine (populärwissenschaftlichen) Schriften auch nur lesen könnte, dann läse ich und ließe den Menschen Mensch sein. Da ich es mir halt nicht aussuchen kann, versuch ich mich so störungsfrei wie Möglich unter Anderen zu bewegen, ja. Aber nicht um irgendeiner Interaktion selbst willen, sondern weil meine Lebenssituation das halt so erfordert. Interaktion sozialer Art mit Anderen, für sich genommen, gibt mir (m. E.) nichts.Und b)tens; Ich habe, wie gesagt nicht wirklich etwas, das mir Antrieb und Freude bereitet. Außer in Ruhe gelassen zu werden, mich um nichts sorgen zu müssen und einfach in den Tag leben zu dürfen, würde hier zählen,.
ToWCypress81 hat geschrieben:Das wäre so, als würde ein Witze-Erzähler ("Witz" soll hierbei für Freude & Antrieb stehen) seine Witze (die er ja logischer Weise bereits im Kopf hat) ausschließlich sich selbst erzählen. Um es mal überspitzt auszudrücken.
Frag die Künstler hier mal, ob sie eher für sich malen, schreiben, musizieren, etc. oder für Publikum und Sammler? Will sagen, der Vergleich mit dem Witze-Erzähler überzeugt mich hier gerade nicht. Denn der Witze-Ezähler hat ja als Vorgabe schon die Absicht, [mit seinen Witzen] Andere zum Lachen zu bringen. Nimm mal eine andere Figur: Der Asket, der in die Wüste geht um Jahrelang zu meditieren ... tut der das um seinet-,, respektive der Sache wegen, oder tut er es Anderer wegen?
ToWCypress81 hat geschrieben:Klar kann der Lebensinhalt auch nur darauf abzielen sich und sein Leben immer und immer wieder zu reflektieren
Ich habe es mir nicht ausgesucht, hier zu sein. Meine Absicht ist es Hunger und Entbehrung und anderes Negative möglichst zu vermeiden. Darüber hinaus habe ich wie gesagt keinerlei Antrieb groß. Wenn ich über mich nachdenke oder hier (auf für mich erträglichere Art und Weise) mit anderen kommuniziere, mich austausche, dann ist das eher Zeitvertreib wieder die Langeweile, denn Antrieb oder erklärter Lebensinhalt.
ToWCypress81 hat geschrieben:[...] und auch wie andere Menschen im Vergleich "ticken" um sich selbst zu verstehen (warum man so ist wie man ist) und sich dadurch zu helfen - sodass da regelrecht ein Interesse/Antrieb daraus entsteht.
Was aber auch bedeutet, daß das größte Interesse in erster Linie man selbst ist.
Oder der weiter oben schon erwähnte Wunsch, das eigene Leiden möglichst klein zu halten. Eins von beidem. [;)]
ToWCypress81 hat geschrieben:Man dadurch wiederum sein Leben automatisch durch diese permanente Reflektion auf das eigene Leben und sich selbst - als im negativen Sinn (durch die traumatischen Erlebnisse, Falsch-Prägungen) "Einzigartig" empfindet (Sonderstatus).
Weißt du, man kann sich an den Strand setzen und einfach nur den Wellen lauschen, den Wind auf der Haut spüren, das Wegdämmern des Tageslichtes und das Erstrahlen des Sternenhimmels genießen ohne über meteorologische Einflüsse auf den Wind, die Reduzierung der Lux-Werte im Verlauf des Tages, die mechanischen Kräfte der anbrandenden Wellen und die Bewegungsmeachanik der Sterne am nächtlichen Firmament zu grübeln. Was ich versuche, ist einen Zustand zu erreichen, in dem es mir möglichst wenig schlecht geht. Wenn ich das habe, schalte ich das Denken meist aus und lehne mich zurück. Da ist kein Kreisen um mich, rein zum Selbstzweck - zumindest nicht, das ich mir dessen gewahr wäre. Auch jetzt schreibe ich nur um mich abzureagieren (hatte eine mehrstündige eher unschöne Bahnreise und kann so gerade nicht einfach nur nichts tun, ohne innerlich dabei zu explodieren. Nach ein wenig Schreiben, um auf andere Gedanken zu kommen, geht das Entspannen dann auch gleich meist schon wieder leichter und das Geschriebene, oder die darin enthaltenen Gedanken können leichter anschließend dann auch losgelassen werden.
ToWCypress81 hat geschrieben:Man ist damit sozusagen sein eigener Lebensinhalt und Hauptinteresse - was im Grunde auch einer unbewussten sowie bewussten (negativen) Egomanie entspricht.
Ich will meinen Frieden und interagiere darum mit Anderen, meine Stressoren darob möglichst flach zu halten. Wo da genau Egomanie mit reinspielt, erschließt sich mir leider gerade eher nicht.
ToWCypress81 hat geschrieben:Auch auf so eine (negative) "Einzigartigkeit" kann man "pochen", kann man stolz sein - des Trotzes und der Verzweiflung wegen.
Ich bin schizoid, mit manchen der daraus resultierenden negativen Konsequenzen (wie beispielsweise unzähligen Stressoren, die Andere nicht haben, respektive nichts in diesem Leben, was mich wirklich antreibt), ja! Was daran könnte mich aber stolz oder besonders machen? Ich bin stolz, meine Ausbildung geschafft zu haben, stolz auf körperliche Leistungen, die ich in der Vergangenheit erbracht habe, stolz darauf, mal wo den Mund aufgemacht zu haben, als Andere um mich her wen mobbten. Stolz ein Schizoider zu sein klingt für mich ähnlich wie stolz darauf Deutscher zu sein. Beides ist gleichermaßen nicht mein Verdienst. Was gibt es da also zu glänzen?
ToWCypress81 hat geschrieben:Das natürlich wiederum auch viel Negatives mit sich bringt - im Sinne wie man andere und sich selbst bewertet.
Hier im Forum wurde mal gefragt, ob man Misanthrop sei und ich bejahte, mit dem Verweis darauf, dass Misanthropie eine Geisteshaltung charakterisiert und keine Handlungsweise, ein Misanthrop also sogar ohne weiteres zu altruistischem Handeln neigen mag. Gerade jetzt, frisch heimgekommen, könnte ich Menschen innerlich glatt an die Wand klatschen. Dennoch habe ich in der Vergangenheit in solchen Situationen anderen geholfen/beigestanden, wo nötig. Ich sehe da keine negativen Auswirkungen bezüglich meiner Bewertung Anderer. Nebenbei habe ich einen eher gestörten Selbstwert. Was nun? [;)]

2ost

PS Falls mein Ton in diesem Schrieb noch etwas aggressiver als sonst erscheinen sollte. Die Bahnfahrt ist schuld. Ist also nichts Persönliches und der Austausch hier macht zumindest mir immer noch "Spaß".
„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Kalliope » 10. November 2019, 22:07

2ost hat geschrieben:Frag die Künstler hier mal, ob sie eher für sich malen, schreiben, musizieren, etc. oder für Publikum und Sammler?(...)... tut der das um seinet-,, respektive der Sache wegen, oder tut er es Anderer wegen?

So ähnlich ging es auch mir durch den Kopf, mir kam das Stichwort "Selbstgenügsam(keit)".


2ost hat geschrieben:Hier im Forum wurde mal gefragt, ob man Misanthrop sei und ich bejahte, mit dem Verweis darauf, dass Misanthropie eine Geisteshaltung charakterisiert und keine Handlungsweise, ein Misanthrop also sogar ohne weiteres zu altruistischem Handeln neigen mag.
Ja, und dafür war ich sehr dankbar. Und schließe mich da an.

Man kann über die Menschheit in ihrer Gesamtheit den Kopf schütteln, aber dennoch jedem Individuum (erst einmal) mit Respekt begegnen.

Ok, sorry für den Einwurf. Klink mich mal wieder aus.
"In Wirklichkeit ist der andere Mensch Dein empfindlichstes Selbst in einem anderen Körper" Khalil Gibran
"Das Ideal einer vollkommenen Gesundheit ist bloß wissenschaftlich interessant. Krankheit gehört zur Individualisierung." Novalis

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 10. November 2019, 23:06

@2ost
Vielen Dank dafür, das hat mir sehr geholfen.
Sehr gute und doch recht eindeutige Definition dieses entsprechenden Empfindens (oder auch "Nicht-Empfindens").
Für mich gibt sich da nun ein viel aussagekräftigeres Bild, das ich vorher nicht immer hatte bzw viel bei dieser Art des Empfindens angezweifelt habe.
Da es mir oft zu zweideutig war, im Sinne gewisser Egozentrik bei Verurteilung jedem anderen Empfindens, oder auch das man diese Diagnostik eher als Persönlichkeits-Variation mit der man voll einhergeht anstatt "Störung" sehen will. Was für mich in gewisser Weise auch einen entsprechenden Antrieb mit entsprechenden Interessen dieser Form des Empfindens/Lebens darstellte.

Dieses meiner Meinung nach aber nicht mit deiner doch recht nihilistischen Leben-verneinenden Art dieses Empfindens (wie du schreibst eigentlich eher "auf den Tod zu warten", als anderweitig zu leben) einhergeht.

Aber vielleicht hat diese Sicht der Dinge zusätzlich (zum Teil) auch mit diesen deinem zum Schluss angesprochenen geringen Selbstwert zu tun, den einige Schizoide nicht oft (nicht unbedingt) oder gar nicht teilen bzw für sich sehen.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 11. November 2019, 07:55

@2ost
Mir sind da doch noch ein paar Dinge aufgefallen, die ich nicht so ganz verstehe..

2ost hat geschrieben:Interaktion sozialer Art mit Anderen, für sich genommen, gibt mir (m. E.) nichts.Und b)tens; Ich habe, wie gesagt nicht wirklich etwas, das mir Antrieb und Freude bereitet. Außer in Ruhe gelassen zu werden, mich um nichts sorgen zu müssen und einfach in den Tag leben zu dürfen, würde hier zählen,.(...)
Wenn ich über mich nachdenke oder hier (auf für mich erträglichere Art und Weise) mit anderen kommuniziere, mich austausche, dann ist das eher Zeitvertreib wieder die Langeweile, denn Antrieb oder erklärter Lebensinhalt.

"In den Tag leben zu dürfen" und "Zeitvertreib wieder der Langeweile" hat wenn ich mir deine sehr wissbegierigen, interessierten, wirklich sehr gut, selbstbewusst, selbstsicher und stichhaltig ausformulierten 181 Beiträge (in ca 93 Tagen), die eben von viel Wissen und Interesse in verschiedensten Themenbereichen zeugen - nicht unbedingt den Anschein eines Antriebslosen.

Vielleicht bist du in diesem Selbsteinschätzenden "Antrieb" auch etwas "betriebsblind" (nicht böse gemeint), was mit einer Persönlichkeitsstörung (gewisse Selbst-fehleinschätzungen) oft auch gut einhergehen kann. Und oder diesbezüglich auch mit dem "gestörten Selbstwert" (wie du schreibst) zusammenhängen kann.

Wenn ich deine Beiträge so verfolge, dann bin ich für meinen Teil zumindest neidisch nicht einen ähnlichen Antrieb für all deine dafür interessierten Nachforschungen in den verschiedensten Wissensgebieten (Artikeln, Foren usw) anzustellen bzw angestellt zu haben.

Wenn ich dir meine täglichen Routinen mal näher bringen darf: neben zwangsläufigen Job (ca 50% des Tages), meist eher stumpfe YouTube-clips angucken, weil meine Aufmerksamkeitsspanne und Interesse lange Dokumentationen und zu viel Inhalt nicht bei Laune hält (ca. 30% des Tages). Ich lese keine Bücher und ähnliches, aus den selben Gründen wie das mit YouTube (meist eher überfliegen). Ich ärgere mich immer wenn ich Videospiele spiele - dies als komplette Zeitverschwendung ansehe, aber oft dennoch meist kurz anzocke um mich danach wieder zu ärgern (ca. 5% des Tages). Filme (Serien gar nicht) gucke ich höchstens noch ca 3 pro Jahr, da nur noch wiederholender oder kein/kaum Inhalt/Neues (bis auf weeeenige Ausnahmen - Joker, zum goldenen Handschuh). Raus in die Natur gehen, Lebensmitteleinkäufe inbegriffen (ca 15% des Tages). In die Natur gehen und diese genießen, an freien Tagen auch mal 30 bis 40%. Bewusste soziale Hobbys/Beschäftigungen 0%.
Ich bin daher auch (wie du siehst) zumeist desinteressiert, antriebslos und suche keine Menschen auf - würde wenn ich Tief in mich gucke aber das nicht als Lebensaussage oder Lebensinhalt bezeichnen, da da doch immer noch viel meist unbewusster und versteckter Drang ist, diesen ans Tageslicht meines Lebens (zumindest gedanklich, und hoffentlich irgendwann umsetzbar) zu zerren. - Ganz einfach weil es sich lohnt, das sagt mir mein unterbewusster Instinkt.

Und auch bei dir habe ich in einem Beitrag gelesen, das als jemand meinte in einer Liebesbeziehung zu sein - du zuerst mit "Neid" geantwortet hast. Dies ja auch (vielleicht versteckte) Antriebe bzw Interesse an sozialen Miteinander anzeigt.

2ost hat geschrieben:Ich will meinen Frieden und interagiere darum mit Anderen, meine Stressoren darob möglichst flach zu halten. Wo da genau Egomanie mit reinspielt, erschließt sich mir leider gerade eher nicht.
Ich habe ja auch von "negativer Egomanie" gesprochen - also Dinge die einen so belasten das man nur eigene Antriebe/Interessen, des "stressfreien" Lebens (wie auch immer jeder das auslebt) im eigenen Lebensentwurf gestaltet bzw integriert.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Indigocat » 11. November 2019, 08:04

ToWCypress81 hat geschrieben:Vielleicht bist du in diesem Selbsteinschätzenden "Antrieb" auch etwas "betriebsblind" (nicht böse gemeint), was mit einer Persönlichkeitsstörung (gewisse Selbst-fehleinschätzungen) oft auch gut einhergehen kann. Und oder diesbezüglich auch mit dem "gestörten Selbstwert" (wie du schreibst) zusammenhängen kann..
Den Eindruck habe ich auch. Ich guck aber auch kaum Videos oder lese, einfach weil mein Beruf eine hohe Konzentrationsspanne erfordert und ich abends nur noch Matsch im Kopf habe. Dann funktionieren nur noch stumpfe Tätigkeiten in ablenkungsfreier Umgebung.
Geniale Menschen sind selten ordentlich, Ordentliche selten genial. A. Einstein

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 11. November 2019, 16:46

Hm ...
Indigocat hat geschrieben:
ToWCypress81 hat geschrieben:Vielleicht bist du in diesem Selbsteinschätzenden "Antrieb" auch etwas "betriebsblind" (nicht böse gemeint), was mit einer Persönlichkeitsstörung (gewisse Selbst-fehleinschätzungen) oft auch gut einhergehen kann. Und oder diesbezüglich auch mit dem "gestörten Selbstwert" (wie du schreibst) zusammenhängen kann..
Den Eindruck habe ich auch. [...]
Möglich! Und auch wenn ich wo ad hoc widerspreche, reflektiere ich das Gesagte meist anschließend nochmals kritisch. Ist also so zur Kenntnis genommen. Um aber nun auf den eben schon angedeuteten Widerspruch zurück zu kommen:
ToWCypress81 hat geschrieben:
2ost hat geschrieben:Interaktion sozialer Art mit Anderen, für sich genommen, gibt mir (m. E.) nichts.Und b)tens; Ich habe, wie gesagt nicht wirklich etwas, das mir Antrieb und Freude bereitet. Außer in Ruhe gelassen zu werden, mich um nichts sorgen zu müssen und einfach in den Tag leben zu dürfen, würde hier zählen,.(...)
Wenn ich über mich nachdenke oder hier (auf für mich erträglichere Art und Weise) mit anderen kommuniziere, mich austausche, dann ist das eher Zeitvertreib wieder die Langeweile, denn Antrieb oder erklärter Lebensinhalt.

"In den Tag leben zu dürfen" und "Zeitvertreib wieder der Langeweile" hat wenn ich mir deine sehr wissbegierigen, interessierten, wirklich sehr gut, selbstbewusst, selbstsicher und stichhaltig ausformulierten 181 Beiträge (in ca 93 Tagen), die eben von viel Wissen und Interesse in verschiedensten Themenbereichen zeugen - nicht unbedingt den Anschein eines Antriebslosen.
Wie gesagt, ich nehme mir das Gesagte schon noch einmal vor. Dennoch: Ich verstand die Frage nach Antrieb und Freude, auf die ich mit meiner ersten Antwort hier reagierte, als etwas aus sich selbst Kommendes. Partygänger z. B. gehen (für gewöhnlich) nicht auf Parties um einem davon verschiedenen Anliegen gerecht zu werden, sondern eben um zu feiern, zu flirten und (um hier jugendfrei zu bleiben) Spaß zu haben. Maler malen um des Malens willen. Pilger reisen um der Pilgererfahrung wegen (zumindest heutzutage ist die Sündabwehr, vermute ich zumindest, eher nebenrangig), usw.

Ich nun befasse mich nicht aus psychologischem Grundinteresse mit PSen und schere mich beispielsweise auch recht wenig um andere PSen. Das ist mir eher einem Menschen vergleichbar, dem ein Hammer auf den großen Zeh fällt und der sich darum zu informieren beginnt, wie man geprellte Zehen von gestauchten und gebrochenen Solchen unterscheidet und was man da jeweils macht, möglichst bald wieder beschwerde- und schmerzfrei damit wieder sich bewegen zu können.

So wenig ich einem solchen Menschen ein inheräntes Interesse in Sachen Medizin, Anatomie oder auch nur profanem Fußfetischismus unterstellen würde, sehe ich meine Beschäftigung hier mit der SPS als atwas Anderes, denn zweckgebundene Absicht der Milderung von Leidensdruck und also weniger als ein von dir erfragtes Antriebsmoment im Leben, so wie ich es verstand. (Mein Antriebsmoment hier in diesem Forum, das steht in der Signatur hier drunter: „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi Darum – denke ich – schreibe ich hier momentan so viel.)
ToWCypress81 hat geschrieben:Vielleicht bist du in diesem Selbsteinschätzenden "Antrieb" auch etwas "betriebsblind" (nicht böse gemeint), was mit einer Persönlichkeitsstörung (gewisse Selbst-fehleinschätzungen) oft auch gut einhergehen kann. Und oder diesbezüglich auch mit dem "gestörten Selbstwert" (wie du schreibst) zusammenhängen kann.
Möglich. Da werde ich, ganz ehrlich jetzt, noch drüber nachdenken, sehe es aber momentan, wie gesagt, eher (noch) nicht so.
ToWCypress81 hat geschrieben:Wenn ich deine Beiträge so verfolge, dann bin ich für meinen Teil zumindest neidisch nicht einen ähnlichen Antrieb für all deine dafür interessierten Nachforschungen in den verschiedensten Wissensgebieten (Artikeln, Foren usw) anzustellen bzw angestellt zu haben.
Wenn ich daraus keine Konsequenzen erwachsen lasse, bringt mir das nur leider auch nicht viel. Eine Therapie ist für mich halt (noch) keine Option, weswegen ich das halt alleine geradezubiegen versuchen muss. Und der Status quo tut mir halt zu sehr weh, da nichts einfach zu tun. Ohne entsprechenden Leidensdruck (die Tage im Jahr, an denen ich sagen würde, mir ginge es gut, kann man für gewöhnlich an den Fingern einer Hand abzählen) würde ich vermutlich auch jeden Tag nur so vor mich hin treiben. Aber wenn ich jeden Morgen fürchte (unbegründet, soviel glaube ich schon zu wissen), das mein Chef mich heute feuert, ich irgend was ganz fatal falsch mache und darum fliege, oder ... dann ist das schon Ansporn, was zu tun, ja. Insofern könnte man auch Angst zum großen Antrieb meines momentanen Lebens noch zählen. Aber so habe ich deine Eingangsfrage halt nicht verstanden.
ToWCypress81 hat geschrieben:Wenn ich dir meine täglichen Routinen mal näher bringen darf: neben zwangsläufigen Job (ca 50% des Tages), meist eher stumpfe YouTube-clips angucken, weil meine Aufmerksamkeitsspanne und Interesse lange Dokumentationen und zu viel Inhalt nicht bei Laune hält (ca. 30% des Tages). [...]
Tja, wenn ich nach dem Teilzeitjob nach Hause komm sitzte ich den Rest des Tages halt rum. Videos und Co kommen für mich des Blinkens und Flimmerns der Bilder und der Leute darin nicht für längere Zeiten in Frage (Selbst wenn ich im Internet was rein schriftliches lese, kopiere ich es mir bisweilen in ein Textdokument um mir die Werbeeinblendungen, Pop-up-Videos, usw. zu ersparen. Also lese ich oder höre die immer gleich Play-List in immer der gleichen Abfolge 'rauf und runter, weil selbst Radio und Co mich anstrengen. Und da ich mit erfundenen Geschichten anderer Leute meist nichts anzufangen weiß, lese ich dann halt Sachbücher oder schaue fallweise Dokumentationen mit eher ruhigen Bildern und Sprechern mal an). Das da dann halt was hängen bleibt, sorry. [:)] Ob das, so die Zeit zwischen zwei Verpflichtungen verbringen, als Antrieb oder auch Quell der Freude im Leben zählen kann? Ich hätte nein gesagt, werde das aber ob deiner und Indigocats Äußerung vielleicht auch nochmals überdenken müssen.
ToWCypress81 hat geschrieben:Raus in die Natur gehen, Lebensmitteleinkäufe inbegriffen (ca 15% des Tages). In die Natur gehen und diese genießen, an freien Tagen auch mal 30 bis 40%. Bewusste soziale Hobbys/Beschäftigungen 0%.
Wenn ich weiter oben von einem Stranderlebnis schrieb, dann war das auch schon ein paar Jahre her. Ich koste davon halt nur bis heute in der Erinnerung. Ich denke, dass meine Zahlen zum allgemeinen Tagesablauf den deinen nicht so verschieden sind - die Beschäftigung mit der SPS seit der Diagnose vielleicht ausgenommen. (Hey, ich hab nach einem ganzen Leben ohne Ausweg nun gerade die Hoffnung mich à la Münchhausen selbst am Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen. Da finde ich etwas Elan nicht ganz verkehrt. Aber du hast recht: Um etwas zu erreichen, kann ich schon Energie aufbringen. Die Intention dahinter ist, meiner Meinung nach, aber halt immer noch das Bestreben, Missstände zu minimieren (also auf Negation von etwas ausgerichtet) und nicht irgendetwas (Familie, Geld, Anerkennung, etc.) zu erhalten. Und Negationsbestrebungen verstand ich halt nicht als Antrieb im eingangs von dir gefragtem Sinne. (War das falsch gedacht?)
ToWCypress81 hat geschrieben:Ich bin daher auch (wie du siehst) zumeist desinteressiert, antriebslos und suche keine Menschen auf
Ich gehe zur Arbeit, auf dem Weg von derselben meist noch einkaufen und bleibe den Rest der Zeit Zuhause. Alle paar Wochen lasse ich mich bei der Familie sehen und das andere Hobby (neben dem des Schreibens) findet in noch seltenerem Turnus nur statt. Der Unterschied zur ÄVPS ist meines Erachtens nur, dass ich (und darüber habe ich nun wirklich lange und intensiv nachgedacht) den fehlenden sozialen Kontakt m. E. halt nicht misse, noch wünsche.
ToWCypress81 hat geschrieben:[...] würde wenn ich Tief in mich gucke aber das nicht als Lebensaussage oder Lebensinhalt bezeichnen
Da erlaube mir das Meine wie folgt zu erklären versuchen: Wenn ich Morgens aufstehe, ist da nicht wirklich irgend eine Form von Tätigkeit, die auszuüben ich mich freue, oder worauf ich hoffe. Schreiben und Lesen lenkt ab, ist quasi mein "Youtube". Ich schrieb ja schon, das ich nicht zu Depressionen zu neigen scheine. Also ist da kein tiiiiiefes Loch, kein Abgrund in mir. Aber eben auch nichts, was mich (meiner Selbstwahrnehmung nach) groß antreibt.
ToWCypress81 hat geschrieben:Und auch bei dir habe ich in einem Beitrag gelesen, das als jemand meinte in einer Liebesbeziehung zu sein - du zuerst mit "Neid" geantwortet hast. Dies ja auch (vielleicht versteckte) Antriebe bzw Interesse an sozialen Miteinander anzeigt.
Beziehung zu einer Person? In der Theorie gerne, ja! Ich habe bisher Beziehungen aber meist vermieden, denn wenn ich mein eigenes Leben nicht einmal geregelt kriege, wie könnte ich das Anderer dann je bereichern? Darum lasse ich es lieber gleich ganz (weil ich, wen ich liebe nicht verletzen will und ja auch die vielen Anfragen von Partnerinnen oder Partnern von Schizoiden hier im Forum aufzeigen, wie so etwas meistens ausgeht.) Wäre also in dem Sinne toll, wie es toll wäre im Lotto zu gewinnen oder plötzlich ohne PS aufzuwachen. Nette Utopie aber zu unrealistisch, darein Zeit oder Geld groß zu investieren. (Beziehungsweise überstiegen die Kosten (Belastunge, Stressoren, Einschränkungen, etc.) in meiner Einschätzung jeglichen Nutzen einer Partnerschaft. Insofern war mei Augenzwinkern in dem Beitrag eher augenzwinkernd doch gemeint.
ToWCypress81 hat geschrieben:Ich habe ja auch von "negativer Egomanie" gesprochen - also Dinge die einen so belasten das man nur eigene Antriebe/Interessen, des "stressfreien" Lebens (wie auch immer jeder das auslebt) im eigenen Lebensentwurf gestaltet bzw integriert.
Dann verstehe ich die Frage nicht. Menschen stressen mich – ausnahmslos. Das macht, für mich, die SPS aus. Darum ziehe ich mich möglichst von Menschen zurück. Denn wenn ich alleine bin geht es mir besser, ohne das ich das Gefühl habe, das mir etwas fehlte. (Das traf sogar so auf Menschen zu, in die ich gerade Hals über Kopf verliebt war. Die gemeinsame Zeit mit ihnen war schön, aber ich habe dennoch jedesmal erleichtert aufgeatmet, wenn ich wieder alleine war.) Wenn mich das egoman macht, dann bin ich wohl egoman (verstehe den Begriff offensichtlich dann aber auch nicht ... oder, wie gesagt, halt die Frage nicht).

2ost

PS Ich lasse es hiermit dann aber auch gut sein. Du fragtest etwas, ich antwortete aus meiner Perspektive darauf und hab mich hier dann noch zweimal zu erklären versucht. Alles hierüber hinaus gehende halte ich für wenig sinnstiftend. (Nichts für ungut, hoffe ich [:)])
„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Rocco » 11. November 2019, 20:18

Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich hier in eure Diskussion herein platze. :peace:

2ost hat geschrieben:Wenn ich daraus keine Konsequenzen erwachsen lasse, bringt mir das nur leider auch nicht viel. Eine Therapie ist für mich halt (noch) keine Option, weswegen ich das halt alleine geradezubiegen versuchen muss. Und der Status quo tut mir halt zu sehr weh, da nichts einfach zu tun. Ohne entsprechenden Leidensdruck (die Tage im Jahr, an denen ich sagen würde, mir ginge es gut, kann man für gewöhnlich an den Fingern einer Hand abzählen) würde ich vermutlich auch jeden Tag nur so vor mich hin treiben. Aber wenn ich jeden Morgen fürchte (unbegründet, soviel glaube ich schon zu wissen), das mein Chef mich heute feuert, ich irgend was ganz fatal falsch mache und darum fliege, oder ... dann ist das schon Ansporn, was zu tun, ja. Insofern könnte man auch Angst zum großen Antrieb meines momentanen Lebens noch zählen. Aber so habe ich deine Eingangsfrage halt nicht verstanden.


Ich hatte vor 2 Jahren eine Angststörung unter anderem aus ähnlichen Gründen. Ich war unzufrieden mit meiner Arbeit und ich konnte absolut nicht damit umgehen, dass ich keinerlei (konstruktive) Kritik meines Vorgesetzten erhalten habe. (Es gab auch noch weitere Gründe, hauptsächlich unbeholfener Natur)
Mich hat dieses zermürbende Gefühl so wütend gemacht, dass ich beschlossen hatte mich viel mehr mit meiner Person auseinander zu setzen, um zu lernen wie ich das erhalten kann um voran zu kommen.
Zum einen hat sich diese Angst in Wut umgeformt und zum anderen fühlt sich diese Angst an wie ein Fingernagel im Rücken, der mich von der Planke springen lässt.
Besteht der Antrieb bei dir tatsächlich aus Angst oder dem resultierenden nicht weiter kommen bzw. dem sich nicht zu helfen wissen?
"Sei selbst der Wandel, den du in der Welt sehen möchtest" Ghandi

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon 2ost » 11. November 2019, 21:42

Rocco hat geschrieben:Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich hier in eure Diskussion herein platze. :peace:

a) Klar ist das in Ordnung (für mich). Willkommen an Bord!
b) Ich wollte mich dennoch eigentlich gerade hier raus nehmen, u. A weil ich bemerke zu rasch ins reflexhafte mich rechtfertigen wollen abzugleiten, statt die Antworten mal in Ruhe durchzudenken. Aber hey, das Leben ist ja schließlich kein Wunschkonzert.

Drum:
Rocco hat geschrieben:Besteht der Antrieb bei dir tatsächlich aus Angst oder dem resultierenden nicht weiter kommen bzw. dem sich nicht zu helfen wissen?
Bei mir hat es nicht das Niveau einer Angststörung, ist unterschwellig nur. Dennoch reicht es, das ich mich nicht richtig in den neuen Job, die neue Stadt, das neue Leben hier bisher habe einzurichten wagen, weil ich stets befürchtete, dass das eh nichts wird, meine (inzwischen für vermutlich eingebildet befundene) Unfähigkeit auch dem Letzten auffallen müsse und ich spätestens dann joblos wohl wieder wäre. Mal kurz hat das wohl jeder mal, aber ich hab's nun halt schon über Jahre und das schlägt halt irgendwann auch in solch geringen Dosen gehörig auf's Gemüt. Ich denke, das mir nicht zu helfen wissen in Kombination mit dem schizoiden Autarkiebedürfnis, das es mir schwer bis unmöglich macht ggf. Hilfe zu erbitten und dann darum doch wieder alles alleine zu machen und mich dabei unnötig aufzuzehren ist das, was mir die letzten Jahre so zusetzte und weswegen ich (u. a.) die SPS besser verstehen/beherrschen lernen will.

2ost

PS Wenn okay, würde ich mich hier aber immer noch gerne mal wieder raus nehmen, das bisher geschrieben nochmals in Ruhe wiederkäuen zu können.
„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 11. November 2019, 23:37

@2ost
Du musst darauf nicht antworten, einfach nur lesen, vielleicht hilft es dir.. :begeistert:

2ost hat geschrieben:Das ist mir eher einem Menschen vergleichbar, dem ein Hammer auf den großen Zeh fällt und der sich darum zu informieren beginnt, wie man geprellte Zehen von gestauchten und gebrochenen Solchen unterscheidet und was man da jeweils macht, möglichst bald wieder beschwerde- und schmerzfrei damit wieder sich bewegen zu können.
(...)meine Beschäftigung hier mit der SPS als atwas Anderes, denn zweckgebundene Absicht der Milderung von Leidensdruck und also weniger als ein von dir erfragtes Antriebsmoment im Leben, so wie ich es verstand.
Der Antriebsmoment für Jeden Persönlichkeitsgestörten (oder allgemein Menschen die Probleme haben) ist die Reduzierung des eigenen Leidens, Schmerzes oder Schwierigkeiten und damit zusammenhängend das verstehen wie diese(r) Leid/Schmerz/Schwierigkeiten entsteht(en).
Das eine geht immer mit dem anderen einher.
Das eigene Leid zu verstehen, heißt: den eigenen Trieb (Antrieb) oder Drang zu verstehen, der einen erst in die aktuelle Situation (die Antriebslosigkeit, Emotionsgestörtheit usw) gebracht hat, in der man sich befindet. - Durch das verstehen der eigenen Falsch-Prägungen und schlechten bis traumatischen Erfahrungen, die einem im Leben wiederfahren sind.

Was anderes sagt dein Satz - "Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ auch nicht aus. - Zu verstehen warum du so bist, indem du das reflektierst durch welche Dinge - "Feinde" (und deren Ansatz warum sie das taten, und welche Auswirkungen sie auf dich hatten) du so geworden bist.


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