Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Kalliope » 13. Februar 2019, 08:38

Khalil Gibran hat geschrieben:Über die Kinder

Und eine Frau, die einen Säugling an der Brust hielt, sagte: Sprich zu uns über die Kinder.
Und er sagte: Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
Und wenngleich sie bei euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft Ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen.
Ihr dürft ihrem Körper eine Wohnstatt geben, doch nicht ihren Seelen, denn sie wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht aufsuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr könnt euch bemühen, wie sie zu sein, aber trachtet nicht danach, sie euch gleich zu machen. Denn das Leben geht weder zurück noch verharrt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder wie lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Kraft, auf dass seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst eure Spannung in der Hand des Schützen auf die Freude zielen, denn so wie er den Pfeil im Fluge liebt, liebt er zugleich den straffen Bogen.


und hier noch etwas zum Thema "Geben":
Khalil Gibran hat geschrieben:Denn in Wahrheit ist es das Leben, dass dem Leben gibt - während ihr, die ihr euch für Gebende haltet, nichts anderes als Zeugen seid. Und ihr, die ihr empfangt - und ihr seid alle Empfangende - belastet euch nicht mit der Bürde der Dankbarkeit, damit ihr euch selbst und dem Gebenden kein Joch auferlegt.


aus den Propheten-Büchern.

Edit: Hmmm, öffentlicher Bereich, wie grad bemerkte. Weiß nicht, wie das mit dem Urheberrecht und Zitat ist. Ggf. löschen oder Hinweis, dass ich's löschen soll.
Zuletzt geändert von Kalliope am 13. Februar 2019, 09:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon sdsdsdsv » 13. Februar 2019, 09:05

Kalliope hat geschrieben:
Khalil Gibran hat geschrieben:aus den Propheten-Büchern.

Ja, das klingt nach ihm. Letzte Woche wollte ich mit dem Propheten anfangen, doch das war mir viel zu überladen mit Metaphern. Aber ich werd's bald wieder versuchen.

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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Kalliope » 13. Februar 2019, 09:08

Seltsam, ich empfinde da nichts "bemüht". Es ist gewiss eine andere Sprache, die uns bisschen pathetisch erscheint zunächst. Aber schaue ich nur auf die Inhalte, so sind diese äußerst durchdacht und sehr anregend für den eigenen Hirnschmalz. Vielleicht "anders" lesen :)? (= mehr aufs Inhaltliche/Philosophische fokussieren? So habe ich mir jedenfalls geholfen.)
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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon sdsdsdsv » 13. Februar 2019, 09:11

Ja gut, deshalb habe ich das Wort auch schnell rauseditiert. ;) Aber den Usern in diesem Forum entgeht nichts. Manchmal muss ich eben in der richtigen Stimmung für ein Buch sein. Danke für die Ermutigung einen nächsten Versuch zu starten.

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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Geextah » 13. Februar 2019, 09:19

Ich sehe es wie meine Kollegin im Artikel: Weder bin ich Verantwortlich, noch habe ich eine Art Erbschuld gegenüber meinen Eltern.

Zudem ist mir mit steigendem Alter klarer geworden, wie lange meine Mutter mich (vielleicht auch ihrerseits unbewusst) emotional erpresst hat (und es auch heute noch versucht), somit habe ich noch viel weniger eine Pflicht ihr gegenüber.

Von "Freunden" die sich so verhalten trenne ich mich doch auch und habe diesen später keine Verpflichtung gegenüber; warum also den eigenen Eltern? Nur weil die Verbindung eine andere ist und traditionell immer noch angenommen wird, dass man dankbar für die Geburt und "elterliche Pflege" sein soll? Für mich ehrlich gesagt kein triftiges Argument.
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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Themis » 13. Februar 2019, 10:16

Geextah hat geschrieben:Von "Freunden" die sich so verhalten trenne ich mich doch auch und habe diesen später keine Verpflichtung gegenüber; warum also den eigenen Eltern? Nur weil die Verbindung eine andere ist und traditionell immer noch angenommen wird, dass man dankbar für die Geburt und "elterliche Pflege" sein soll? Für mich ehrlich gesagt kein triftiges Argument.
Ja, daran sollte man immer denken. Aber das schlechte Gewissen nimmt immer wieder überhand - ohne dass das etwas am Verhältnis ändert und damit jemandem nützt.
Eltern sind eben leider keine "Freunde", sondern eine eigene, sehr andere Kategorie.

Der Haken ist auch, dass man die am tiefsten verwurzelten Denkmuster eben von ihnen gelernt hat; diese anfangs benötigten "Lehrer" konnten aber nicht anders, als eigene Motive zu haben. Sie konnten ja auch das Kind nicht nach einigen Stunden "Unterricht" entlassen und eigener Wege gehen bis zum nächsten Tag, sondern hatten das Kind immer an der Backe. Eigene Motive und Beschränkungen waren also schwer zu ignorieren oder zu verstecken ... und richteten sich dann eben aufs Kind, wenn man in es schon so viel Lebenszeit und -energie investieren musste.

Die alten Muster zu überschreiben schürt leider beim später erwachsenen Kind immer die Angst, dann die ganze eigene Festplatte zu löschen. Man kommt nicht raus aus der Nummer. Es gibt kaum Grenzen zwischen der eigenen und der Elternpersönlichkeit. :x
Kalliope hat geschrieben:Khalil Gibran hat geschrieben:
Vielen Dank dafür, Kalliope. So ähnliche Gedanken verfolgte ich gerade woanders. Deine Zitate geben dem nochmal neues (positives) Feuer. :stern:
Jeder Tag ist eine neue Chance, das zu tun, was man möchte. :blumengabe:

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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon hinterdemmond » 13. Februar 2019, 13:29

na gut, um meinen alten herren in russland muss ich mich nicht mehr kümmern. der hat im "zarten" alter von 54 jahren den schönsten säufertod gefunden, den man sich wünschen kann. in der taiga beim angeln fanden ihn "kollegen" zwei tage später am fluss an einen baum gelehnt sitzen, den starren, glasigen blick gen westen gerichtet, den angebrochenen "flachmann" noch in der hand. er hat auch ganz brav exakt die durchschnittliche lebenserwartung eines russischen mannes erreicht, und stellt somit auch keine belastung mehr für das dortige rentensystem dar. um mutti muss ich mich früher oder später in irgend einer form kümmern. leider hat sie sich so kaputt gearbeitet (die letzen 20 jahre als altenpflegerin) dass sie mit 65 einen rollator und starke schmerzmittel braucht, um über den tag zu kommen. (die will ihr der artzt auch nicht mehr verschreiben, weil sie eigentlich nur für krebskranke im endstadium gedacht sind) dabei hat sie sich eine rente erarbeitet, die ca. 50 € unter der grundsicherung liegt. irgendwas hat sie gewaltig falsch gemacht in ihrem leben.
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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Indigocat » 13. Februar 2019, 13:49

hinterdemmond hat geschrieben: leider hat sie sich so kaputt gearbeitet (die letzen 20 jahre als altenpflegerin) dass sie mit 65 einen rollator und starke schmerzmittel braucht, um über den tag zu kommen. (die will ihr der artzt auch nicht mehr verschreiben, weil sie eigentlich nur für krebskranke im endstadium gedacht sind) dabei hat sie sich eine rente erarbeitet, die ca. 50 € unter der grundsicherung liegt. irgendwas hat sie gewaltig falsch gemacht in ihrem leben.
Geld verdient man nicht mit seiner Hände Arbeit - meine Rede...

Die Rentenjahre, die sie in Russland erarbeitet hat, sind natürlich pfutsch, war bei meinem Ex auch so. Dann hat sie in schlecht bezahlten Berufen hart gearbeitet und ihr Geld nicht angelegt, sondern immer sofort ausgegeben (^^"Schnäppchenjägerin").

Immerhin hat sie sich die Gesundheit nicht absichtlich mit Rauchen und Alkohol ruiniert, das wäre für mich schon wieder ein Grund, sie nicht zu pflegen...
„Selbstsucht heißt nicht: so leben, wie man zu leben wünscht; sie heißt: von anderen verlangen, so zu leben, wie man zu leben wünscht.“ Oscar Wilde

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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon hinterdemmond » 13. Februar 2019, 14:00

Indigocat hat geschrieben:Die Rentenjahre, die sie in Russland erarbeitet hat, sind natürlich pfutsch, war bei meinem Ex auch so. Dann hat sie in schlecht bezahlten Berufen hart gearbeitet und ihr Geld nicht angelegt, sondern immer sofort ausgegeben (^^"Schnäppchenjägerin").

nein, bei aussiedlern ist es nicht so, nur bei "nichtdeutschen ehepartnern". sonst ist es vermutlich eher so wie bei ostdeutschen. irgendeinen durchschnittlichen pauschalbetrag, der in einem vergleichbaren beruf hier in deutschland üblich ist, hat sie angerechnet bekommen. dazu noch eine einmalige entschädigung für die jahre im gulag, die bekommt jeder, der vor 1956 geboren wurde. und trotz der gelegentlichen "schnäppchenjagden" hat sie ordentlich was zur seite gelegt, ausser den jahren vielleicht, wo sie mein studium mitfinanziert hat. sie wird jetzt geldmäßig eine ganze weile durchkommen, denke ich, muss ihr "vermögen" natürlich erst aufbrauchen. nur wurmt sie natürlich der gedanke, dass sie, wenn sie gar nicht gearbeitet hätte, jetzt sogar mehr geld kriegen würde. ich sagte ihr ja immer: "mutti, arbeiten ist nur was für dumme." sie wollte nie auf mich hören.
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Re: Kinder müssen ihren Eltern nichts zurückgeben

Beitragvon Geextah » 13. Februar 2019, 16:24

Themis hat geschrieben:Die alten Muster zu überschreiben schürt leider beim später erwachsenen Kind immer die Angst, dann die ganze eigene Festplatte zu löschen. Man kommt nicht raus aus der Nummer. Es gibt kaum Grenzen zwischen der eigenen und der Elternpersönlichkeit. :x

Das denke ich auch, genau das komplette Abnabeln und sich weder in einer Schuld noch einer Verpflichtung sehend muss man sich der Situation gegenüberstellen.
Wobei genau das Durchbrechen der vorgelebten Denkmuster ist das, woran viele scheitern und kleinbei geben, anstatt diese komplett zu hinterfragen. Sie haben dann Angst alles zu verlieren, was aber eben nicht der Fall ist, sondern man entwickelt sich weiter, über sich und das Vorgelebte hinaus.
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