Zum Gruße

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Erik
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Zum Gruße

Beitragvon Erik » 18. Dezember 2018, 00:02

Guten Tag werte Leser,
in folgenden Zeilen versuche ich euch meine Person und meine Motive etwas näher zu bringen, auf das wir miteinander auskommen.

Ich bin Erik, 24 Jahre alt und ein Suchender. Nein, nicht nach einer Frau und es ist auch kein Lebenssinn den ich begehre, ich will nur Antworten. Antworten auf so viele Fragen, zu viele als dass ich sie hier alle aufzählen könnte. Doch es beschreibt einen Teil meiner Persönlichkeit ganz treffend. Ich bin neugierig und diese Neugier ist es, die mich zu vielem treibt oder manchmal auch zwingt. Mitunter der Anmeldung in diesem Forum, wobei das selbstredend nicht zwanghaft geschehen ist. Desweiteren will ich mich auch wieder dazu motivieren mehr zu schreiben, denn ich schreibe eigentlich recht gern und habe es bis vor 2 Jahren auch viel getan. Ich war ebenfalls in einem Forum angemeldet, obgleich es auch etwas anderer Natur war und ich hatte dort meine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Auch hatte ich ein Gedankentagebuch, was ich nebenbei jedem empfehlen kann, der sehr viel nachdenkt und dem diese Flut an Gedanken manchmal zu viel wird. Schlafstörungen hatte ich zwar dennoch, aber es war schon angenehm zu wissen, dass man einen Gedanken direkt wieder verwerfen kann um Platz zu schaffen, da man es ja bei Bedarf einfach nachlesen kann. Das alles endete leider abrupt auf Grund eines unangenehmen Erlebnisses und erschwerend hinzu kam, dass besagtes Forum vom Netz genommen wurde. Aber ich schweife ab, bleiben wir hier.
Wo wir dabei sind, warum eigentlich hier, für Menschen mit schizoiden Zügen oder gar Störungen. Nun, vor kurzem war ich in psychologischer Behandlung für eine Erstdiagnose. Nachdem ich mich über 5 Jahre strikt geweigert hatte, ließ ich mich dann doch drauf ein, teilweise wegen bereits erwähnter Neugier. Aus 10 Tagen stationärer wurden dann noch ein Monat teil-stationärer Behandlung, weil man sich anscheinend nicht recht einig wurde, was mit mir denn eigentlich los sei. Etliche Gruppentherapien und Einzelgespräche später bekam ich dann aber die Diagnose auf eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit Nebendiagnose auf eine Störung im Autismusspektrum. Geholfen hat es mir letztendlich nicht, da es im Endeffekt genau so war, wie ich es erwartet hatte und bis auf ein paar nette Denkanstöße hier und da war es für mich Zeitverschwendung. Bevor das aber zu polemisch klingt; solltet ihr für euch eine Behandlung in Erwägung ziehen, lasst sie euch von mir nicht schlecht reden. Die Erfahrung sollte jeder für sich selbst machen, denn es hängt letztlich sehr von der behandelten Person, als auch von den behandelnden Personen ab. Aber ich sollte wohl mal zu einem Ende kommen.
Nun, das war ein Einblick in meine Persönlichkeit und sofern ich die Motivation beibehalten kann, hoffe ich, das Bild was ihr von mir habt mit weiteren Beiträgen noch ausschmücken zu können und vice versa. In dem Sinne: Man ließt sich.

LG Erik

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Re: Zum Gruße

Beitragvon orinoco » 18. Dezember 2018, 13:52

Hallo Erik,
dann erst mal herzlich willkommen hier im Forum. Wenn du Antworten suchst, die du von keinem Psychofritzen bekommen wirst, kann ich dir mein Blog empfehlen. Stellt sich die Frage ob deine Fragen dazu passen.
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Re: Zum Gruße

Beitragvon Erik » 18. Dezember 2018, 23:05

Vielen dank Orinoco,
auch für das Angebot, aber es geht hierbei nicht allein um Fragen, die nur mich kleines Licht betreffen oder welche man sich mit logischem Denken selbst beantworten kann. Es ist das große Ganze was ich verstehen will, welches jedoch meinem kleinen, menschlichen Verstand verwehrt bleiben wird und doch suche ich weiter, sei es nur um allein die Darstellung eines einzelnen Puzzleteils überhaupt fassen zu können. Sicher gehört meine Psyche, mein Wesen da mit hinein, aber ich wage zu behaupten, dass ich mich ganz gut kenne und auch einschätzen kann. Bis auf ein paar Sonderheiten, die aber wiederum sowohl bei Autismus als auch bei SPS atypisch sind. Darum geht es mir aber auch nicht, ich bin nicht darauf aus, genau in das eine Krankheitsbild zu passen oder unbedingt einen Namen für meine "Störung", oder wie ich es lieber nenne, meinen Charakter zu finden. Ehrlich gesagt bin ich auch weniger wegen dieser Charakterzüge, als viel mehr wegen dieser Sonderheiten in Behandlung gegangen, die Diagnose war nur ein Nebenprodukt, auf welches man dann eher sein Augenmerk gelenkt hat, weil man das wenigstens benennen konnte. Wie bereits erwähnt, ich war hinterher nicht viel schlauer als vorher. Aber nichtsdestotrotz, werde ich sicherlich mal rein schauen. Danke für die Empfehlung.

LG Erik

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Re: Zum Gruße

Beitragvon orinoco » 19. Dezember 2018, 11:48

Hallo Erik,
sorry wenn ich schon antworte bevor du einen Blick in mein Blog geworfen hast:
wie groß darf denn das große Ganze sein? die berühmte Frage "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest" (“life, the universe and everything”)? Dazu habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und nicht ganz ohne Hintergedanken meinem Blog die Überschrift "Keine Panik!" verpasst und einen Artikel mit dem Titel "42". Aber ich habe auch wirklich eine Antwort auf die ganz große Frage (nicht in meinem verlinkten Blog) die ich in vier kurze Sätze zusammenfassen kann (besser auf Englisch weil die deutsche Sprache hier ausnahmsweise etwas unpräzise ist):
Everything is random.
No God required. Case closed.
The rest is left to science as an exercise.

Aber schau erst mal in meinen Blog rein. Vielleicht sind die Antworten, da schon groß genug.
VG
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Re: Zum Gruße

Beitragvon Erik » 19. Dezember 2018, 17:28

Eine ziemlich einfach Antwort für eine sehr komplexe Frage. Versteh mich nicht falsch, ich suche nicht nach irgend einem allmächtigen, imaginären Freund, dem ich dann das ganz warum und wie zuschieben kann und weiter habe und hatte ich auch nie was mit Religionen und/oder ihren Märchenbüchern zu tun. Wissenschaft begeistert mich und doch finden sich auch da Lücken, die man dann lieber mit einer Alibi-Antwort füllt, weil man keine bessere findet. Es gibt Dinge die man mit eigenen Augen sehen muss, die man erfahren haben muss um den Versuch zu wagen sie zu verstehen.
Zufall, so eine große Bedeutung für ein so kleines Wort. Mit Sicherheit kann man dem Konstrukt von Zufall und den daraus resultierenden Kausalketten viel zu schreiben, wenn nicht gar alles. Aber das ist eben ein Punkt bei dem ich mir nicht sicher bin und bei dem ich mir wahrscheinlich auch nie sicher sein kann. Die Antwort magst du für dich gefunden haben und vielleicht hast du auch Recht und ich zerbreche mir unnötig den Kopf über derlei Angelegenheiten. Fakt ist aber, wir wissen es beide nicht, wir können nur Vermutungen anstellen und sicher sind einige wahrscheinlicher als andere und doch gibt es noch ein Restrisiko, dass man eben nicht richtig liegt. Das ist ja das Tolle, beziehungsweise das zu Verfluchende an der Wahrscheinlichkeitsrechnung, welche ja auch maßgeblich mit dem Zufall verankert ist. Egal wie unwahrscheinlich etwas ist, es besteht trotzdem die Möglichkeit.

LG Erik

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Re: Zum Gruße

Beitragvon tiffi » 20. Dezember 2018, 03:02

Hallo Erik,
dann ein willkommen hier.
Erik hat geschrieben:...ich will nur Antworten. Antworten auf so viele Fragen, zu viele als dass ich sie hier alle aufzählen könnte. Doch es beschreibt einen Teil meiner Persönlichkeit ganz treffend. Ich bin neugierig und diese Neugier ist es, die mich zu vielem treibt oder manchmal auch zwingt.
In Bezug auf die vorige Unterhaltung hier im Thema: Meinst du dann Antworten im Sinne "der Weg ist das Ziel"-
prozesshafte Erkenntnis und vor allen Dingen ganz persönliche Erkenntnis?
Oder doch objektivere (geht das überhaupt in Steigerungsform?) Antworten, allgemeinere Aussagen, die
sich ggf. beobachten lassen? In Bezug auf welches Thema? Vielleicht ergibt sich ja im weiteren Verlauf
ein Beispiel.
Erik hat geschrieben:Ich war ebenfalls in einem Forum angemeldet, obgleich es auch etwas anderer Natur war und ich hatte dort meine Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Auch hatte ich ein Gedankentagebuch, was ich nebenbei jedem empfehlen kann, der sehr viel nachdenkt und dem diese Flut an Gedanken manchmal zu viel wird. Schlafstörungen hatte ich zwar dennoch, aber es war schon angenehm zu wissen, dass man einen Gedanken direkt wieder verwerfen kann um Platz zu schaffen, da man es ja bei Bedarf einfach nachlesen kann.
Das runterschreiben von Gedanken empfinde ich auch als sehr erleichternd und habe es viele Jahre praktiziert.

Habe gestern noch gelesen, dass es bestimmte Hirnareale mit aktiviert, wenn man nicht nur diffuse
Gefühle und Leidzustände erlebt (eine Art von Agonie z. B.), sondern gleichzeitig auch noch Gedanken
des "neueren Hirnteils" mit dazu nehmen kann.
Ich empfinde mich da in der Tat oft als etwas aufgeräumter und es hat eine beruhigende Wirkung.

Mir kam auch in den Sinn, dass ähnliche Mechanismen in bestimmten Formen von Meditation angewendet
werden. (z. B . bei einer Form wo man erst akzeptierend fühlt und dann untersucht, was gefühlt wird;
das Untersuchen wäre dann m. E. der Schritt, wo der moderne Hirnteil mit dazukommt).
Auch beim Focussing ("Therapiemethode") scheint mir das eine Rolle zu spielen, zu dem Fühlen auch das
gedankliche Erfassen mit dazu zu nehmen.
Erik hat geschrieben:Wo wir dabei sind, warum eigentlich hier, für Menschen mit schizoiden Zügen oder gar Störungen. Nun, vor kurzem war ich in psychologischer Behandlung für eine Erstdiagnose. Nachdem ich mich über 5 Jahre strikt geweigert hatte, ließ ich mich dann doch drauf ein, teilweise wegen bereits erwähnter Neugier. Aus 10 Tagen stationärer wurden dann noch ein Monat teil-stationärer Behandlung, weil man sich anscheinend nicht recht einig wurde, was mit mir denn eigentlich los sei. Etliche Gruppentherapien und Einzelgespräche später bekam ich dann aber die Diagnose auf eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit Nebendiagnose auf eine Störung im Autismusspektrum. Geholfen hat es mir letztendlich nicht, da es im Endeffekt genau so war, wie ich es erwartet hatte und bis auf ein paar nette Denkanstöße hier und da war es für mich Zeitverschwendung.
Diese Erfahrung trifft leider auch meine Ahnungen bzgl. : was wäre, wenn ich tiefer in die Diagnostik gehe,
und wenn das rauskommt, was ich vermute.
Denn das schizoide oder auch Asperger sind Persönlichkeitszüge, die heutzutage nicht gut "behandelbar" sind.
Fokussiert wird eher ein Umgang damit, um im Alltag zurechtzukommen. Und da hat man ja ggf. schon seine
Mechanismen; der Rest ist dann Feinarbeit. Dennoch kann Therapie auch unterstützen und nützen, je nachdem,
an wen man gerät und wie das Zusammenspiel ist.

Dann gutes Ankommen hier! Bin neugierig, eine andere / deine Sichtweise zu lesen.
Gruß
tiffi

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Re: Zum Gruße

Beitragvon orinoco » 20. Dezember 2018, 13:30

Da steckt natürlich noch viel mehr dahinter. Mein stärkstes Argument ist immer der 2. Hauptsatz der Thermodynamik in seiner statistischen Interpretation nach Boltzmann¹. Zufall i.S.v. random² in Reinkultur. Und eine Widerlegung ist bislang noch nicht gelungen und es geschieht nichts, dass ihm nicht unterliegt. Und wenn man bedenkt, dass man nicht mal einen Tasse heißer Tee ohne Quantenphysik und den 2. HS erklären kann ... naja, ich sag ich immer "überzeuge dich selbst!". Je näher man sich damit befasst um so erdrückender werden die Beweise. Wissenschaftlicher Anspruch ist schon eine sehr gute Voraussetzung dafür.

¹ der bezeichnenderweise ein ähnliches Problem wie unsereins hatte
² das Wort "Zufall" ist im Deutschen mehrfach belegt. Das Englische ist hier präziser und unterscheidet zwischen random, dem eigentlichen Zufall, coincidence, dem regellosen Zusammentreffen von Eigenschaften, und chance, was so viel wie Glück, Chance, Wahrscheinlichkeit bedeutet.
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Re: Zum Gruße

Beitragvon Erik » 20. Dezember 2018, 17:33

Danke Tiffi,

tiffi hat geschrieben:In Bezug auf die vorige Unterhaltung hier im Thema: Meinst du dann Antworten im Sinne "der Weg ist das Ziel"-
prozesshafte Erkenntnis und vor allen Dingen ganz persönliche Erkenntnis?
Oder doch objektivere (geht das überhaupt in Steigerungsform?) Antworten, allgemeinere Aussagen, die
sich ggf. beobachten lassen? In Bezug auf welches Thema? Vielleicht ergibt sich ja im weiteren Verlauf
ein Beispiel.


Hauptsächlich sind es objektive Antworten, die ich suche zu so ziemlich allen Themen. Verzeih mir, wenn ich da nicht spezifischer werde, aber manche Themen sind in unserer Gesellschaft, in der man sich leicht über alles und jeden echauffieren darf, doch lieber mit Vorsicht und in kleinem Ramen zu besprechen. Daher werde ich mich auch erstmal einlesen, um euch ein wenig besser einschätzen zu können.

tiffi hat geschrieben:Mir kam auch in den Sinn, dass ähnliche Mechanismen in bestimmten Formen von Meditation angewendet
werden. (z. B . bei einer Form wo man erst akzeptierend fühlt und dann untersucht, was gefühlt wird;
das Untersuchen wäre dann m. E. der Schritt, wo der moderne Hirnteil mit dazukommt).
Auch beim Focussing ("Therapiemethode") scheint mir das eine Rolle zu spielen, zu dem Fühlen auch das
gedankliche Erfassen mit dazu zu nehmen.


Mit Gefühlen oder eher Emotionen tue ich mich leider immer ein bisschen schwer, weil mir teilweise manche Emotionen völlig fremd sind oder vielleicht eher die Wirkung von diesen auf andere Menschen. Pauschal würde jeder Mensch behaupten er wüsste was Emotionen wie Frust, Trauer, Fröhlichkeit oder Zorn sind. Aber wenn es darum geht diese Emotionen zu beschreiben, fühlen sich die meisten schon dabei ertappt nach Worten zu klauben. Sicherlich gibt es korrekte Termini, aber selbst diese setzen in ihrer Beschreibung schon voraus, dass man weiß, wie es sich anfühlt. Und man kann da auch Niemandem einen Vorwurf machen, denn es ist als ob man versuchen würde, eine Farbe oder einen Geschmack zu beschreiben. Es ist blau oder rot, es ist süß oder salzig und es wird vorausgesetzt, dass jeder weiß was das ist, ob nun aber dein rot mein blau ist oder mein süß dein salzig, das können wir nur mutmaßen und so ist es auch mit Gefühlen. Nun, sicher habe ich solche Gefühle, die ich auch dem jeweiligen Terminus zuordnen würde, dann aber sehe ich die Wirkung jener Gefühle bei anderen Menschen und ich sehe ihre Wirkung auf mich und es lässt mich schon zweifeln. Ist es wirklich meine Unfähigkeit die Gefühle nach außen zu tragen oder habe ich, oder Menschen wie ich, schon eine ganz andere Gefühlsempfindung? Daher wäre es für mich schon schwierig genug überhaupt zu fühlen, geschweige denn akzeptierend zu fühlen, weil ich gar nicht wüsste, ab wann eine Emotion überhaupt anfängt.


orinoco hat geschrieben:Da steckt natürlich noch viel mehr dahinter. Mein stärkstes Argument ist immer der 2. Hauptsatz der Thermodynamik in seiner statistischen Interpretation nach Boltzmann¹. Zufall i.S.v. random² in Reinkultur. Und eine Widerlegung ist bislang noch nicht gelungen und es geschieht nichts, dass ihm nicht unterliegt. Und wenn man bedenkt, dass man nicht mal einen Tasse heißer Tee ohne Quantenphysik und den 2. HS erklären kann ... naja, ich sag ich immer "überzeuge dich selbst!". Je näher man sich damit befasst um so erdrückender werden die Beweise. Wissenschaftlicher Anspruch ist schon eine sehr gute Voraussetzung dafür.


Da bin ich auch ganz deiner Meinung. Nein, was uns grade entzweit ist, dass wir an einander vorbei reden. Die Schuld daran liegt auch gar nicht bei dir, sondern allein bei mir, da ich mich diesbezüglich sehr schwammig ausdrücke. Das bezieht sich eben auf den Grund, welchen ich weiter oben schon erwähnte. Aber ums vielleicht mal ein wenig verständlicher auszudrücken, die Fragen auf die ich mich beziehe, sind grundsätzlich weniger das "Warum", als mehr das "Was" und das "Wie".

LG Erik

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Re: Zum Gruße

Beitragvon tiffi » 22. Dezember 2018, 11:40

Erik hat geschrieben:Hauptsächlich sind es objektive Antworten, die ich suche zu so ziemlich allen Themen. Verzeih mir, wenn ich da nicht spezifischer werde, aber manche Themen sind in unserer Gesellschaft, in der man sich leicht über alles und jeden echauffieren darf, doch lieber mit Vorsicht und in kleinem Ramen zu besprechen. Daher werde ich mich auch erstmal einlesen, um euch ein wenig besser einschätzen zu können.
Ok, unter objektiven Antworten kann ich mir tatsächlich noch nichts vorstellen, dann lass ich mich mal überraschen.
Erik hat geschrieben:Mit Gefühlen oder eher Emotionen tue ich mich leider immer ein bisschen schwer, weil mir teilweise manche Emotionen völlig fremd sind oder vielleicht eher die Wirkung von diesen auf andere Menschen.
Du meinst Wirkung deiner Gefühle auf die anderen Menschen, oder wie Gefühle anderer Menschen auf sie
selbst wirken? Oder wie deine Gefühle auf andere Menschen wirken? Oder Gefühle anderer Menschen auf andere
Menschen? Ah, jetzt bin ich verwirrt. :high:
Erik hat geschrieben:Pauschal würde jeder Mensch behaupten er wüsste was Emotionen wie Frust, Trauer, Fröhlichkeit oder Zorn sind. Aber wenn es darum geht diese Emotionen zu beschreiben, fühlen sich die meisten schon dabei ertappt nach Worten zu klauben. Sicherlich gibt es korrekte Termini, aber selbst diese setzen in ihrer Beschreibung schon voraus, dass man weiß, wie es sich anfühlt. Und man kann da auch Niemandem einen Vorwurf machen, denn es ist als ob man versuchen würde, eine Farbe oder einen Geschmack zu beschreiben. Es ist blau oder rot, es ist süß oder salzig und es wird vorausgesetzt, dass jeder weiß was das ist, ob nun aber dein rot mein blau ist oder mein süß dein salzig, das können wir nur mutmaßen und so ist es auch mit Gefühlen.
Das stimmt, das ist eher eine subjektive und keine objektive Sache, weder bei Farben noch bei Gefühlen,
und niemand wird hier genau dasselbe wahrnehmen.
Man kann nur positiv annehmen, dass der andere ungefähr das gleiche meint.
Erik hat geschrieben: Nun, sicher habe ich solche Gefühle, die ich auch dem jeweiligen Terminus zuordnen würde, dann aber sehe ich die Wirkung jener Gefühle bei anderen Menschen und ich sehe ihre Wirkung auf mich und es lässt mich schon zweifeln. Ist es wirklich meine Unfähigkeit die Gefühle nach außen zu tragen oder habe ich, oder Menschen wie ich, schon eine ganz andere Gefühlsempfindung? Daher wäre es für mich schon schwierig genug überhaupt zu fühlen, geschweige denn akzeptierend zu fühlen, weil ich gar nicht wüsste, ab wann eine Emotion überhaupt anfängt.
Anders wegen Asperger / Autismus? Ist dann wirklich schwer zu sagen und zu vergleichen.
Mit dem akzeptieren zu fühlen wäre vielleicht so gemeint, dass manche Menschen ein Gefühl zwar haben,
deutlich z B Wut oder Trauer fühlen, aber dann denken "das passt nicht hierher", "ich sollte das jetzt nicht
fühlen", "ich sollte jetzt gut gelaunt sein", z B durch Erfahrungen aus der Kindheit, wo das nicht erwünscht war.

Aber schon verständlich, dass du an diesen Punkt nicht kommst, wenn das Gefühl schon gar nicht deutlich
da ist. Und wenn ich das richtig verstehe, ist es ja nicht nicht da, weil du es bewusst verneinst und
unterdrückst,sondern die Wahrnehmung / Rezeption undeutlich ist? Bzw die Wahrnehmung undeutlich da ist
und darauf folgend dann keine Eingrenzung / Benennung des Gefühls erfolgen kann. Ist das dann sowas wie
"Gefühlsblindheit"? Den Begriff habe ich mal irgendwo gelesen.

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Re: Zum Gruße

Beitragvon Erik » 22. Dezember 2018, 20:55

tiffi hat geschrieben:
Erik hat geschrieben:Mit Gefühlen oder eher Emotionen tue ich mich leider immer ein bisschen schwer, weil mir teilweise manche Emotionen völlig fremd sind oder vielleicht eher die Wirkung von diesen auf andere Menschen.
Du meinst Wirkung deiner Gefühle auf die anderen Menschen, oder wie Gefühle anderer Menschen auf sie
selbst wirken? Oder wie deine Gefühle auf andere Menschen wirken? Oder Gefühle anderer Menschen auf andere
Menschen? Ah, jetzt bin ich verwirrt. :high:


Ah verzeihung, in meinem Satz hätte anstatt ein "auf", ein "bei" hin gemusst. Also: ", weil mir teilweise manche Emotionen völlig fremd sind oder vielleicht eher die Wirkung von diesen bei anderen Menschen."
Ergo das zweite bei deiner Aufzählung, wie Menschen bei ihren eigenen Gefühlen nach außen wirken.

tiffi hat geschrieben:Anders wegen Asperger / Autismus? Ist dann wirklich schwer zu sagen und zu vergleichen.
Mit dem akzeptieren zu fühlen wäre vielleicht so gemeint, dass manche Menschen ein Gefühl zwar haben,
deutlich z B Wut oder Trauer fühlen, aber dann denken "das passt nicht hierher", "ich sollte das jetzt nicht
fühlen", "ich sollte jetzt gut gelaunt sein", z B durch Erfahrungen aus der Kindheit, wo das nicht erwünscht war.


Ja, das kommt dem schon recht nahe, vielleicht weniger mit dem falschen Gefühl zum unpassenden Zeitpunkt, sondern eher überhaupt etwas zu empfinden in manchen Situationen. Todesfälle von bekannten Personen oder Haustieren beispielsweise, hatte ich nie ein Gefühl welches ich als trauer empfinden würde, auch wenn mir immer gesagt wurde, dass ich das fühlen sollte. Zu anderen Personen, grade Familienmitglieder, hatte ich ohnehin nie eine große Bindung und wenn dann jemand gestorben ist, dann war das nun mal so. Am ehesten war das noch bei der Katze die meine Erzieher hielten. Die mochte ich und da fand ich das dann auch irgendwie schade, dass die gestorben ist. Das konnte ich dann auch als Emotion wahrnehmen, jenes Gefühl war aber, meines Verständnisses von Traurigkeit nach, auch noch weit von dieser entfernt.

tiffi hat geschrieben:Aber schon verständlich, dass du an diesen Punkt nicht kommst, wenn das Gefühl schon gar nicht deutlich
da ist. Und wenn ich das richtig verstehe, ist es ja nicht nicht da, weil du es bewusst verneinst und
unterdrückst,sondern die Wahrnehmung / Rezeption undeutlich ist? Bzw die Wahrnehmung undeutlich da ist
und darauf folgend dann keine Eingrenzung / Benennung des Gefühls erfolgen kann. Ist das dann sowas wie
"Gefühlsblindheit"? Den Begriff habe ich mal irgendwo gelesen.


Ja, das triffts ziemlich genau.
"Alexithymie, zu Deutsch oft als Gefühlsblindheit bezeichnet, ist ein Kunstwort, das übersetzt etwa „keine Worte für Gefühle“ heißt. Damit wird eine Persönlichkeitsstörung beschrieben, bei der Betroffene keinen oder kaum Zugang zu ihren Gefühlen haben." Aha, siehste mal, das kannte ich bisher noch nicht, aber ja das trifft es ziemlich gut. Dankeschön, wieder was neues gelernt.


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