Stammesentwicklung

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 07:58

hinterdemmond hat geschrieben:da merkt man mal wieder, wie sehr doch der moderne mensch manchmal von sich selbst und seinem natürlichen gefahrenbewusstsein abgespalten ist. man stampft einfach allein und gedankenlos in den urwald und wundert sich dann, dass die affen dort agressiv werden und einen mit bananenschalen bewerfen, weil man ungefragt in ihr habitat eingedrungen ist. hat dein bekannter sich jeweils gefragt, was er dort eigentlich sollte? was war sein auftrag? was hatte er da zu suchen? bisschen affen gucken, wie im zoo? mann, mann, mann.
Mit Bananen Schalen werfen war es da nicht getan, die Riesen Affen Horden haben auch schon die Siedlungen
der Einheimischen gestürmt, und da ging es durchaus um Leben und Tod.
(gut, irgend einen Grund werden die Affen gehabt, haben, dass der Mensch als nutzlos / lästig / muss weg empfunden wurde.
Keine Ahnung, ob Affen in Horden eher als Raubtiere gelten; die Schilderungen klangen auch eher so, als wäre so ein
dummer Mensch eine Nachmittagsattraktion, ein Spielzeug was man auch kaputtspielen kann)

Den Teil, dass man als Touri überall rumspaziert und alles erlebt haben muss, kann ich auch nicht verstehen.
Mann von Welt mit Geld, was kann man noch alles so extremes machen.

Ein anderer Bekannter war eher mal so easy peacy drauf und sagte sich, ich versuche mal ganz in der Natur zu leben
im deutschen Wald und kam sich recht schnell dumm vor, wenn er dann mit seinem Feuerzug rummachte, mit seinem Technik
Schnickschnack, Zelt und Chemiekleidung; und die Tiere erschreckte. Ganz so fügt sich der Mensch in der Natur eben doch nicht mehr ein.

Dass Menschen 1 a vom Affen abstammen ist mir trotzdem befremdlich. Geht mir nicht darum, dass Mensch was besseres ist.
Mensch hat halt genauso seinen "Tierkörper" und seine Funktionen, seine "Beseelung" die er nicht gemacht hat, sondern die
gegeben ist, seine Endlichkeit wie alle anderen auch. (neuer ist eben der Gehirnteil, wo sich manches organisieren und entwickeln
lässt;sonst gäbs halt heute keine Heizung, Flugzeuge, Autos usw)
Aber dieses Schema Kopf, 2 "Arme", 2 "Beine" haben halt die meisten Säugetiere und das mit den Affen als speziellen
Verwandten ist mir zu romantisch. (gut, überwiegend mehr Gene ist ein Fakt; aber wie hoch ist da der Unterschied, zu ner Katze 6 %
Übereinstimmung, zu nem Schwein 6,1 % und zu nem Affen 6,2 % oder sowas?_ oder von mir aus auch 95% / 95,1 % und 95,2%)

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 13. August 2018, 09:44

tiffi hat geschrieben:In dieser Doku wird z B gesagt, die Katzen und Hunde sind so zahm den Affen gegenüber, weil sie die Domestizierung durch
den Menschen kennen, und von daher die Katzen und Hunde auch auf Affen zahm reagieren. Find ich Quatsch.
Tiere an sich können sich sehr gut solidarisieren, vor allem wenn es um Futter geht.

Mir gefiel der Begriff Domestizierung ebenfalls nicht, wohl weil ich ihn irgendwie mit Dressur in Verbindung brachte. Dressur spielt dabei allerdings keine Rolle.

Tatsächlich handelt es sich bei den verwildeten Hunden sowie den Katzen um bereits domestizierte Spezies. Wichtige Merkmale dieser sind unter anderem ein verringertes Fluchtverhalten, sowie verminderte Aggressivität - das alles natürlich relativ zu ihren nicht-domestizierten Vorfahren.
Dies scheint aber tatsächlich der Hauptgrund dafür zu sein, daß es überhaupt von Seiten der Hunde und Katzen zu einer Annäherung an die Paviane kam.

Aber daß sie in diesen eine Ähnlichkeit zum Menschen sahen und deshalb angstfreier agierten, glaube ich weniger...
Wir Menschen erkennen in Armen, Klauen und vor allem Gesichtern von Affen wohl noch die wahrscheinlichste Verwandschaft zu uns (und im Bestreben überall und an jedem unsere Geschlechtsteile zu reiben).

Aber alleine der Unterschied des aufrechten Gang sollte es Hunden ermöglichen zwischen Mensch und Affe zu unterscheiden. Ausserdem verfügen sie über einen sehr differenzierten Geruchssinn...
Zugegeben, aufrechter Gang und halbwegs menschlicher Geruch ist auch nicht allen Vertretern der Spezies Mensch gegeben - vor allem nicht in den frühen Sonntagmorgenstunden!

Nach dem „Versuch und Irrtum“-Prinzip durfte es wohl zu einer Annäherung von Seite der Hunde gekommen sein und als sie nicht vertrieben wurden, testeten beide Spezies einfach solange ihrer jeweiligen Grenzen aus, bis sich daraus beiderseitige Verhaltensregeln ergaben.

(Mit den Katzen befasse ich mich hier nicht - das sind alles Schleimer, die einen solange bearbeiten, bis man macht, was sie wollen!)
Wanda: ... du bist nichts anderes als ein eingebildeter Affe!!
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon hinterdemmond » 13. August 2018, 09:51

tiffi hat geschrieben:Dass Menschen 1 a vom Affen abstammen ist mir trotzdem befremdlich.

hab gegoogelt und gleich das hier gefunden: https://rp-online.de/panorama/wissen/fo ... d-14244865
die übergänge sind also noch fließender als man dachte, manch ein mann hat mit einem schimpansen eine höhere genetische übereinstimmung als mit seiner frau. :) ob das jetzt allerdiungs eine seriöse quelle ist, weiß ich nicht.
dass menschen vom affen abstammen ist nicht ganz korrekt. beide arten haben gemeinsame vorfahren. die beiden linien haben sich vor ca. 7-8 mio. jahren getrennt (so genau weiß das auch niemand). und haben sich allerdings vor ca. 4 mio. jahren wieder gekreuzt. ob nur einmal ein schimpansenmänchen eine unserer vorfahrinnen geschwängert hat, oder ob das mehrmals passierte weiß keiner, aber ausgerechnet aus diesen bastarden ist dann die menschheit entstanden. irgendwann mal hat man sich so auseinander entwickelt, dass gemeinsame nachkommen nicht mehr möglich waren. vor den affen waren, glaube ich, die faultiere unsere gemeinsame vorfahren. und wenn ich mir mal so ein faultier anschaue, weiß ich sofort woher ich meine langsamkeit habe, die schon die gesellen auf dem bau während meiner ausbildungszeit kirre gemacht hat. die faultiere sind halt schlau und bewegen sich nur so viel wie nötig.
und das geht so weiter, selbst mit einer fruchtfliege haben wir ca. 75% genetische übereinstimmung. die natur erfindet nichts neu, sie baut immer auf vorhandenem auf.
und unser affenhirn ist auch immer noch da, das moderne menschenhirn ist nur drübergestülpt worden. ich höre immer auf mein "affenhirn", da weiß ich, dass ich nichts falsch machen kann.
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 10:04

hinterdemmond hat geschrieben:vor den affen waren, glaube ich, die faultiere unsere gemeinsame vorfahren.
das würde wirklich einiges erklären :lachen: :lachen:
Vorgestern bin ich mal wieder in der Hitze rumspaziert, mit dem Gedanken, mehr Bewegung, und auf dem Feld
lagen überall so verführerische Heuballen und ich habe mich etwas schlafsüchtig gefühlt, als wäre es das allerbeste,
umgehend ins Koma zu fallen.

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 10:08

Ghostvoice hat geschrieben: Aber alleine der Unterschied des aufrechten Gang sollte es Hunden ermöglichen zwischen Mensch und Affe zu unterscheiden. Ausserdem verfügen sie über einen sehr differenzierten Geruchssinn...
Zugegeben, aufrechter Gang und halbwegs menschlicher Geruch ist auch nicht allen Vertretern der Spezies Mensch gegeben - vor allem nicht in den frühen Sonntagmorgenstunden!
ähm ja :breites grinsen: ...aber stimmt schon, das Gesamtpaket machts im Geruch, vor ner Woche mal Deo benutzt und diverse Fleischsorten verspeist und mit komischen Gedanken komische Hormone in Gang gebracht usw.
(Mit den Katzen befasse ich mich hier nicht - das sind alles Schleimer, die einen solange bearbeiten, bis man macht, was sie wollen!)
Eine provokative Aussage. .... Aber gut, nicht ganz so unwahr. ;)

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 13. August 2018, 10:16

tiffi hat geschrieben:Den Teil, dass man als Touri überall rumspaziert und alles erlebt haben muss, kann ich auch nicht verstehen.

Vor vielen Jahren habe ich einmal in einem Magazin einen Artikel gelesen, in welchem der Autor seine These vertrat, daß wir heutzutage eine Eventkultur sind (stammte noch aus Prä-Smartphone-Zeiten der Artikel).
Egal ob es sich um die Vorstellung eines neuen Autos oder Smartphones geht... herkömmliche Werbung ist nicht mehr genug. Es muss ein Event sein. Bei Flagship-Produkten werden dann Promis eingeladen, es gibt vielleicht ein Feuerwerk, Musik, eine Einweihungsparty und das obligatorische T-Shirt zum Event!

Unsere Zeit hat Satres „Ich denke, also bin ich!“ überwunden und es durch „Ich erlebe, also bin ich!“ ersetzt.
Man muss machen, erleben, erfahren... und dann davon berichten! Obwohl es ja seit längeren ja eher schon so ist, daß die zeitgleiche Dokumentation des Erlebens zum Erlebnis selbst wird. Übermannt von einer Flut an Gefühlen kann man sich dann beruhigt schlafen legen, in dem Bewußtsein sein Selbst wieder bestätigt zu haben.

Zum einen finde ich es natürlich schade, daß ich inzwischen schon so ein alter Knacker bin, auf der anderen würde ich mir Jugend in unserer Gegenwart nicht wünschen. Da mir jede Faszination aber vor allem das emotionale Handwerkszeug für die Erlebniskultur fehlt, würde ich am Rande untergehen. Wie eine Eule mit grossen Augen in einem Rudel kichernder Hyänen... :bangen:
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon hinterdemmond » 13. August 2018, 15:06

tiffi hat geschrieben:
hinterdemmond hat geschrieben:vor den affen waren, glaube ich, die faultiere unsere gemeinsame vorfahren.
das würde wirklich einiges erklären :lachen: :lachen:
Vorgestern bin ich mal wieder in der Hitze rumspaziert, mit dem Gedanken, mehr Bewegung, und auf dem Feld
lagen überall so verführerische Heuballen und ich habe mich etwas schlafsüchtig gefühlt, als wäre es das allerbeste,
umgehend ins Koma zu fallen.

mehr bewegung, in der hitze? da lohnt sich auch ein blick ins tierreich. was machen die tiere in der hitze? sie liegen faul im schatten rum oder grasen ruhig vor sich hin und versuchen sich so wenig wie möglich zu bewegen, weil das ja flüssigkeitsverlust bedeuten würde. dann muss man öfter zu wasserstelle, wo krokodile auf einen lauern. deswegen gibt es so viele nachtaktive räuber. in der mittagshitze einer antilope hinterher zu hetzen ist nicht so schlau.
aber auch da glaubt der mensch die natur überwunden zu haben, nur weil er eine wasserflasche mit dabei hat. ich hab mal einen artikel gelesen, wo ein ranger, der im kalifornischen death valley arbeitet, über touristen geschimpft hat, die mit einer 500ml cola-dose in der hand in der wüste spazieren gehen wollen und dann 80 meter von ihren autos entfernt zusammenbrechen.
in der hitze spazieren zu gehen ist nun wirklich keine gute idee.
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon hinterdemmond » 13. August 2018, 15:13

Ghostvoice hat geschrieben:Zum einen finde ich es natürlich schade, daß ich inzwischen schon so ein alter Knacker bin, auf der anderen würde ich mir Jugend in unserer Gegenwart nicht wünschen.

ich will zu keiner zeit mehr jung sein. nie wieder. die jugend war die beschissenste zeit meines lebens. so ab mitte 20 ging's langsam aufwärts, und so ab 30 fing mein leben eigentlich erst richtig an.
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 13. August 2018, 18:31

hinterdemmond hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Vorgestern bin ich mal wieder in der Hitze rumspaziert, mit dem Gedanken, mehr Bewegung, und auf dem Feld
lagen überall so verführerische Heuballen und ich habe mich etwas schlafsüchtig gefühlt, als wäre es das allerbeste,
umgehend ins Koma zu fallen.

mehr bewegung, in der hitze? da lohnt sich auch ein blick ins tierreich. was machen die tiere in der hitze?
Warum geht ihr nicht früh oder abends, da ist es sehr angenehm. Ich jogge meist 6:00 Uhr bei angenehmen 15° C, oder gehe ins Schwimmbad. Aber ganz alleine ist man da selbst um die Zeit nicht, gibt immer jemanden, der genauso schlau ist. :rätseln: Aber macht nichts, man lächelt sich dann wissend an.
Willst du normal sein oder glücklich? (Robert Betz)

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 19:42

Indigocat hat geschrieben:
hinterdemmond hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Vorgestern bin ich mal wieder in der Hitze rumspaziert, mit dem Gedanken, mehr Bewegung, und auf dem Feld
lagen überall so verführerische Heuballen und ich habe mich etwas schlafsüchtig gefühlt, als wäre es das allerbeste,
umgehend ins Koma zu fallen.

mehr bewegung, in der hitze? da lohnt sich auch ein blick ins tierreich. was machen die tiere in der hitze?
Warum geht ihr nicht früh oder abends, da ist es sehr angenehm. Ich jogge meist 6:00 Uhr bei angenehmen 15° C, oder gehe ins Schwimmbad. Aber ganz alleine ist man da selbst um die Zeit nicht, gibt immer jemanden, der genauso schlau ist. :rätseln: Aber macht nichts, man lächelt sich dann wissend an.
Hitze war jetzt vielleicht nicht das treffende Wort, bzw da ist wohl die Vorstellung entstanden, ich trabe mittags bei 35 Grad durch die Gegend, das ist falsch. Vor zwei Tagen (wo ich davon sprach) war ja auch Hitzewelle vorbei.
Natürlich geh ich nicht in Knallsonne an 30 Grad plus Tagen und nicht um die Mittagszeit . (eher so morgens bis 9, und abends nur wenn unter 25 Grad)
Wobei es in der richtigen Hitzewelle auch abends / nachts nicht unter 24 Grad ging. Blick um 22 Uhr aufs Thermometer ergaben in der Hoch-Zeit der Hitzewelle kuschelige 34 Grad .
Höchstens mal um vier Uhr morgens kurz 22 Grad als Minimum. Für mich ist das schon elende Hitze, 22 Grad plus.
Jetzt gehts ja bald wieder hoch....aber im Moment sind die Morgende / Nächte noch unter 20 Grad, seit wenigen Tagen, immerhin.


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