Stammesentwicklung

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Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 8. August 2018, 18:17

hinterdemmond hat geschrieben:stämme kamen doch auch viel später. es gab noch keine stämme in der steinzeit. 20-30 leute sind noch kein stamm. 200-300 leute ist ein stamm.
Übrigens habe ich mir gestern Abend eine Doku über Paviane reingezogen, schon diese bilden sehr große Gruppen von bis zu 1.000 Tieren, wenn die Lebensbedingungen geeignet sind, auch in Symbiose mit anderen Tieren. Also kann es schon sehr früh Stämme gegeben haben.

https://www.youtube.com/watch?v=h0BKTug7maQ
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon hinterdemmond » 8. August 2018, 19:03

Indigocat hat geschrieben:
hinterdemmond hat geschrieben:stämme kamen doch auch viel später. es gab noch keine stämme in der steinzeit. 20-30 leute sind noch kein stamm. 200-300 leute ist ein stamm.
Übrigens habe ich mir gestern Abend eine Doku über Paviane reingezogen, schon diese bilden sehr große Gruppen von bis zu 1.000 Tieren, wenn die Lebensbedingungen geeignet sind, auch in Symbiose mit anderen Tieren. Also kann es schon sehr früh Stämme gegeben haben.

https://www.youtube.com/watch?v=h0BKTug7maQ


ja, aber gehen paviane auch jagen? großwildjagd ohne pferde macht nur in kleineren gruppen sinn. deswegen teilten sich menschengruppen, wenn sie zu groß wurden, und ein teil zog weiter. so besiedelten wir langsam den ganzen planeten, während die paviane immer noch da hocken, wo sie schon immer waren.
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 8. August 2018, 22:13

Indigocat hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=h0BKTug7maQ

Vielen Dank für den Link! Ist ein ausgesprochen interessantes Thema!!! Muss darüber erst noch ein bisschen mehr nachdenken...
Wanda: ... du bist nichts anderes als ein eingebildeter Affe!!
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Wanda: Doch, Otto. Das tun sie - aber sie verstehen sie nicht!
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 9. August 2018, 07:19

Ghostvoice hat geschrieben:Vielen Dank für den Link! Ist ein ausgesprochen interessantes Thema!!! Muss darüber erst noch ein bisschen mehr nachdenken...
Gern geschehen, hab auch nur durch Zufall drauf geklickt. Aber dass sich auch andere Primaten von Katzen unwiderstehlich angezogen fühlen, in Zoos z. B., ist ja bekannt.
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 9. August 2018, 08:02

Ich muss wie gesagt, das ganze noch ein bisschen durchdenken, aber sowohl die große Zahl der Gruppe, als auch ihre unterschiedliche Mitglieder (Paviane, Katzen, Hunde) ist definitiv durch das Umfeld zum Menschen bedingt. Und dem daraus resultierenden Nahrungsüberangebotes (möchte aber diesen Punkt noch gerne etwas googeln).

Auf alle Fälle ist es ein gutes Beispiel dafür, wie ursprünglich homogene Gruppen auch „Andersartige“ nicht nur tolerieren, sondern sogar integrieren können! Liegt wohl in erster Linie daran, dass die Anzahl der „Fremden“ (Hunde, Katzen) um vieles kleiner ist, als die der Hauptgruppe.

Liebes Europa - lernt von den Pavianen!
Liebe Paviane - ...passt schon! Macht einfach so weiter! ;)
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon knolle » 11. August 2018, 18:44


Total interessant, danke für den Tip! Es lassen sich auch viele Schlüsse zu heute ziehen wie ich finde.

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon foobar » 11. August 2018, 20:59

Ghostvoice hat geschrieben:Auf alle Fälle ist es ein gutes Beispiel dafür, wie ursprünglich homogene Gruppen auch „Andersartige“ nicht nur tolerieren, sondern sogar integrieren können! Liegt wohl in erster Linie daran, dass die Anzahl der „Fremden“ (Hunde, Katzen) um vieles kleiner ist, als die der Hauptgruppe.
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Und es liegt wohl auch daran das der Mensch sie mit Nahrung überschüttet. Ohne das Überangebot wäre bestimmt schnell Schluss mit dem tierischen Multi Kulti und der natürliche Lauf der Dinge würde wieder seinen Weg gehen. Pavian frisst Katze, Hund frisst Pavian.
Immer wenn du dich einsam, unwichtig und ungeliebt fühlst, denk daran: das Leben geht weiter - auch ohne dich! :lachen:

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Themis » 11. August 2018, 21:26

Fragte mich beim Lesen des Threads gerade, ob es auch auf Misanthropie schließen lässt, wenn man Affen nicht mag.
Schon als Kind konnte ich sie, ihre Gesichter und das Gruppenverhalten nicht leiden, das man im Zoo und bei Grzimek im Fernsehen so sah. Die Sendungen mochte ich sehr, aber wenn Affen kamen, ging ich erstmal den Hund ausführen o. ä.
Als ich dann mitkriegte, dass nicht nur Menschen im Allgemeinen, sondern besonders "alle Kinder :roll: Affen lieben", war ich konsterniert und fragte mich, warum.

Die Ähnlichkeit konnte es doch nicht sein, und wenn doch, warum? Und warum weckte sie nicht nur Freude und Staunen wie z. B. das Verhalten von Flamingos oder Löwen, sondern diese spezielle Faszination? Ist der Mensch als Gattung so fasziniert davon, dass er sich aus "so etwas" weiterentwickeln konnte? Oder ist es der Anschein, dass man da menschliches Verhalten, "wie es sein könnte/sollte" (?), in Reinform beobachten kann?
Habe es als Kind nicht verstanden und man konnte ja auch nicht darüber reden, da man dann wieder als "komisch" gegolten hätte. Die Eltern hatten ja immer so Angst, mit ihren Kindern könne irgendetwas anders sein als mit anderen. (War aber dann doch ziemlich.)

Fiel mir hier so auf, dass ich evtl. gerne die Doku kennen würde (und wenn nur, um mir zu sagen, "Brauch ich nicht, kann man nicht verallgemeinern"), aber die Affen mir so einen Widerstand erzeugen, dass es mich davor ekelt.
Ob es bei (Menschen-)Affen auch einen hohen Neurotizismus-Faktor gibt? Müsste doch eigentlich, bei der engen und "zwangskollegialen" Art des Zusammenlebens. :rätseln:
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 11. August 2018, 22:33

Themis hat geschrieben:Die Ähnlichkeit konnte es doch nicht sein, und wenn doch, warum? Und warum weckte sie nicht nur Freude und Staunen wie z. B. das Verhalten von Flamingos oder Löwen, sondern diese spezielle Faszination?

Vermutlich wird tatsächlich die Ähnlichkeit die naheliegendste Erklärung sein...
In einem anderen Thread waren Clowns das Thema und daran fühle ich mich hier erinnert. Da Affen von allen Tieren die dem Menschen ähnlichsten Gesichter haben, könnte eben das der Grund für das befremdliche Gefühl sein. Bei Clowns werden Merkmale des menschlichen Gesichts karikiert. Grosse Nasen, Augen, Münder... das wirkt deshalb so unheimlich, weil es ZU nah am Menschen (wie wir ihn kennen) ist.

Themis hat geschrieben:Ob es bei (Menschen-)Affen auch einen hohen Neurotizismus-Faktor gibt? Müsste doch eigentlich, bei der engen und "zwangskollegialen" Art des Zusammenlebens. :rätseln:

Ich denke fast, dafür muss das Individualitätsbewußtsein (oh... langes Wort) stärker ausgeprägt sein. Vielleicht ab einer Stufe, bei der auch Scham eintritt... :rätseln:
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Themis » 11. August 2018, 22:45

Ja, an den Clown-Thread fühlte ich mich beim Schreiben auch erinnert.

Das mit dem Individualitätsbewusstsein ist ein interessanter Gedanke, und auch der Bezug zu Emotionen (?) wie Scham. Entstünde dann bei vielen Menschen die Bewunderung für Affen evtl. und u. a. daraus, dass sie so ungehemmt sein dürfen, was sie eben sind? Letztlich aus Neid?
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