Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

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Molly
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Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 7. August 2018, 00:17

Hallo Ihr Lieben!

Ich bin schon lange Jahre in diversen Foren zu psychischer Erkrankung unterwegs. Allerdings bisher, weil ich mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert bin.

Schon vor einigen Jahren bin ich auf den Begriff schizoide Persönlichkeitsstörung gestoßen und konnte mich immer mit den beschriebenen Symptomen identifizieren. Nun bin ich doch aber Schizo und nicht Schizoid. :rätseln:

Nachdem ich heute nun auf der Seite "Schizoide-Persönlichkeitsstörung.de" gelandet war, bin ich dort auf Euer Forum gestoßen und dachte, ich melde mich mal hier an um mich über einen möglichen Zusammenhang dieser beiden Bereiche zu informieren.

Die Symptomatik, die ich mit der Schizoiden Persönlichkeitsstörung in Verbindung bringe, besteht bei mir schon seit der Kindheit und auch die Ursachen die auf der Seite genannt werden, treffen auf meine Kindheit zu. Meine Psychose wurde erst mit 30 Jahren diagnostiziert und entwickelte sich nach heutiger Einschätzung im Zuge meiner ersten großen und unglücklichen Liebe.

Ich hoffe, das reicht erst mal als Vorstellung.

LG,
Molly

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon yxcvbnm » 7. August 2018, 08:03

Willkommen Molly!

Ich denke, dass die Negativsymptomatik der Schizophrenie der schizoiden Persönlichkeitsstörung sehr ähnelt, wenn nicht sogar identisch ist; die 'positiven' Symptome der Schizophrenie, also alles was 'zu viel'/psychotisch ist, fehlen bei der SP. Lediglich psychosenahe Episoden, die ich mir durch Isolation/Abgeschiedenheit und damit einhergehenden fehlerhaften Überprüfung von Wahrnehmung (Grübelei, Aneinandervorbeileben, Schlafmangel, fehlender Tagesrhythmus, Pseudohalluzinationen- also Hallzuniationen, die man als 'doch nicht real' einstufen kann) erkläre.
Aber ich ziehe z.B. auch einen Unterschied bei paranoiden Zügen: mein Vater war/ist an paranoider Schizophrenie erkrankt und nur noch von der Negativsymptomatik betroffen, die er als völlig normal und 'rotes Tuch' ansieht. Alkoholismus, Aggressivität bei Kontakt und Isolierung war lange ein Thema. Er tut sich schwer komplexe Texte zu lesen oder Gebrabbel zu ertragen, bei gleichzeitig hohem Intellekt. Wenn er Gedanken äußert, dann meist nur Fakten oder vordeuterische Dinge, die andere Kränken, womit er aber den Kern von Problemen trifft, die ihn aber immer wieder in die Bösewichtposition bringen. Wenn er sich mal irrt, ist er allerdings auch nicht abzubringen von seinen Vorstellungen und reagiert mit aggressiver Zurückweisung. Da ziehe ich einen Unterschied: er brütet zwar ähnlich lange über personenbezogene kritische Themen, bis er sie äußert, aber dem Schizoiden fehlt im Gegensatz zum Schizophrenen die paranoiden Vorwürfe und die Angriffshaltung/das starke Vorgehen. Ich habe starke paranoide Züge, aber würde erst nach Abwägung meine Bedenken reflektiert vortragen. Mein Vater hingegen steigert sich still herein und platzt ganz plötzlich. Aber nun; das kann eine ganz individuelle Sache sein und keine Schablone für Krankheitsbilder. Interessant ist aber, dass mein Vater mich in meinem Sein ablehnt, vllt weil er ähnliche Tendenzen sieht. 'Ich mache ihn krank' , weil zu viel Aufregung. Vllt ärgert er sich auch, dass er trotz Krankheit was im Leben geschafft hat und ich bisher nicht. Würde ich ihm meine Diagnose erzählen, käme nur Ablehnung dabei heraus, 'da hast du wieder eine Ausrede für dein Versagertum, bleib mir bloß vom Leib' - aber innerlich würde er wohl doch Nachdenken. Viele Infos von mir, aber ich sah mich doch prädestiniert dazu :D Nochmal: Willkommen!

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 7. August 2018, 12:02

Hallo @yxcvbnm !

Oh Nein!

Jetzt hatte ich wunderschön auf Dein Posting geantwortet und meine Leidensgeschichte beschrieben und als ich es absenden wollte, war ich plötzlich ausgeloggt.

So ein M*** aber auch! :kein Plan:

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Indigocat » 7. August 2018, 12:15

Molly hat geschrieben:
Jetzt hatte ich wunderschön auf Dein Posting geantwortet und meine Leidensgeschichte beschrieben und als ich es absenden wollte, war ich plötzlich ausgeloggt.

So ein M*** aber auch! :kein Plan:


Hallo Molly, :winken:

der Text ist meistens wieder da, wenn man auf den Zurück-Button geht, wenn du die Seite nicht geschlossen hast, geht's vielleicht auch jetzt noch.

LG
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 7. August 2018, 12:22

Hallo @Indiogcat!

Geht leider nicht mehr. Vielleicht probiere ich es heute Abend noch mal. :( Hab mir so viel Mühe gegeben! :(

LG,
Molly

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 7. August 2018, 21:51

Hallo Ihr Lieben!

Vielen Dank für die Begrüßung!

Ich hab heute Morgen schon mal einen recht langen Beitrag an yxcvbnm geschrieben, der dann aber verloren ging, weil ich beim Absenden plötzlich ausgeloggt war. Jetzt versuche ich es noch mal offline und werde den Beitrag hinterher ins Forum kopieren.

Vieles was ich auf dieser Seite zur schizoiden Persönlichkeitsstörung gefunden habe, erkenne ich an mir wieder. Ich werde beim nächsten Besuch auch meinen Psychiater darauf ansprechen. Wahrscheinlich würde sich an meiner Behandlung nichts ändern, aber ich würde mich freuen, wenn ich dann den Auslöser für meine Psychose gefunden hätte.

Ich habe gelesen, dass eine Ursache für die Entwicklung einer schizoiden Persönlichkeitsstörung Lieblosigkeit und ruppige Erziehung in der Kindheit sein soll. Wie bei der Schizophrenie spielt da wohl aber auch die individuelle Verletzlichkeit eine Rolle.

yxcvbnm, Du beschreibst so ein Verhalten bei deinem Vater noch heute. Vielleicht war er schon immer so? Meine Mutter war autoritär und oft außerordentlich ungerecht mir und meinen Geschwistern und Neffen gegenüber. Sie hat wohl selbst emotionale Probleme, denn sie erlebte im Krieg eine Kindheit im Kinderheim und als Pflegekind. Überhaupt machen alle die sie kennt alles falsch, nur sie selbst nicht. Die Freundinnen meines Bruders taugen für sie regelmäßig überhaupt nichts. Babies und Kleinkinder behandelt sie noch einigermaßen liebevoll, aber so bald Kinder ins Schulalter kommen, überwiegt bei ihr die autoritäre Seite. Meinen damals sechsjährigen Sohn hat sie zB. einmal in seiner Gegenwart vor einem wildfremden Menschen ohne jeglichen Grund als Schwächling bezeichnet. Man kann sich vorstellen was so etwas mit einem Kind macht und mir ging es in meiner Kindheit oft so.

Die Negativsymptomatik der Schizophrenie mag der schizoiden Störung zwar ähneln, aber ich habe diese Symptomatik im Gegensatz zu meiner Schizophrenie schon in der Kindheit entwickelt. Ich vermute mal, dass das etwas anderes ist, denn ich kenne viele Schizophrene, die bis zum Ausbruch ihrer Krankheit vollkommen normal gelebt haben. Selbst wenn man die Prodromalphase mit einbezieht, dürfte die Entwicklung dieser Krankheit nicht mehr als ein paar Jahre dauern. So lange ich denken kann war ich traurig (depressiv?), schüchtern und hatte Ängste. Ich wurde vom Kindergarten freigestellt, weil ich so Angst vor den anderen Kindern und den Schwestern hatte, dass ich in die Hose machte. Ich hatte auch mal ein schlimmes Erlebnis von Übergrifflichkeiten anderer Kinder, das mich bis ins Erwachsenenalter hinein traumatisiert hat.

Die emotionalen Probleme verstärkten sich in der Pubertät. Zuerst mit Wochenbettpsychose und später mit paranoider Schizophrenie wurde ich erst mit 30 diagnostiziert. Die Paranoia wird oft, wie Du auch bei deinem Vater, als aggressionsbesetzt erlebt. Bei mir war das nie so. Ich habe mich immer zurückgenommen. Bevor ich anderen Vorwürfe gemacht oder sie angegangen hätte, hab ich eher meine eigenen Rechte zurückgestellt. Wenn mir etwas merkwürdig vorkam hab ich immer alles mit mir selbst ausgemacht.

Die Schizophrenie zeigt sich bei mir vor allem im Hören von Stimmen (kommentierend und dialogisierend) von mehreren Personen. Wenn ich heute die Medikamente reduziere oder absetze, rutsche ich innerhalb von etwa vier Wochen in eine Psychose, wo ich außer dem Stimmenhören denke, dass mich bestimmte Menschen überwachen. Ich hab dann massiv Angst, aus dem Haus zu gehen.

In der Schule war es so, dass ich zwar eine kleine Clique von vier Freundinnen hatte, aber ich fühlte mich auch bei ihnen immer nur geduldet. Morgens achtete ich darauf, dass ich höchstens 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn im Klassenzimmer war, weil ich es nicht aushalten konnte dort eventuell alleine zwischen den anderen zu sitzen. In den öffentlichen Verkehrsmitteln las ich immer, weil ich Angst hatte feststellen zu müssen, dass mich Mitfahrende vielleicht beobachten. Ich fühlte mich immer anders und dachte den Ansprüchen anderer nicht zu genügen.

Aus diesen Grund war auch meine einzige echte Liebesbeziehung, die zu meinem späteren Mann. Allerdings hätte ich das wohl auch nie alleine hingekriegt. Meine Schwester hat uns quasi verkuppelt.

Nach der Realschule versaute ich jede Bewerbung durch meine Schüchternheit und Nervosität. Damit ich trotzdem weiterkam, besuchte ich eine Hauswirtschaftsschule und ein kaufmännisches Berufskolleg. Hinterher bewarb ich mich wieder mal auf Anraten meiner Schwester bei einer Zoohandlung für eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Diesmal versaute ich die Bewerbung nicht, weil Tiere mein Hobby sind und ich das wirklich gerne machen wollte.

Nach Diagnose der Schizophrenie traute ich mir keine richtige Berufstätigkeit mehr zu. Ich bekam noch ein zweites Kind und machte die Hausarbeit. Nur stundenweise hatte ich einen Putzjob und arbeitete zwei halbe Tage in der Woche bei meiner Schwester im Laden. Als meine Kinder 10 und 13 Jahre alt waren, beschloss mein Mann, mich los werden zu wollen. Es war ihm wohl einfach zu viel geworden eine Frau zu haben, die nicht normal war.

Nach der Trennung von meinem Mann stand ich quasi auf der Straße und die Kinder ließ ich bei ihm weil ich dachte, dass er besser für sie sorgen könnte, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls bewarb ich mich dann aus Not bei einer WfbM wo ich heute noch bin. Der geschützte Rahmen unterstützt mich sehr und das Medikament, das ich seither einnehme unterdrückt auch die bis dahin massive Positivsymptomatik. Ich bin inzwischen unbefristet berentet und lebe in einer kleinen Mietwohnung. Ich habe guten Kontakt zu meinen Kindern.

Kaum Kontakte habe ich allerdings außerhalb der Familie, die auch sehr klein ist. Meine Kollegen treffe ich nur bei der Arbeit und meine Freundinnen von der Schule sehe ich höchstens mal zufällig im Supermarkt oder wir schreiben uns übers Web. Sonst gibt es nur Internetbekanntschaften, die ich nur online aufrecht erhalte. Ich traue mich auch nicht, jemanden einzuladen oder mit jemandem ein Treffen auszumachen.

Ich hatte einen starken Leidensdruck. Deshalb begann ich schon vor einigen Jahren eine Website über meine Geschichte zu erstellen. Es geht darin vor um das Thema meiner Psychose.

Hier ist der Link dort hin: https://alxdo.jimdo.com/

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon orinoco » 8. August 2018, 11:50

Hallo Molly,
deine Beschreibung liest sich wie eine typische Trauma"karriere", auch generationenübergreifend in deiner Familie. Nur als Hinweis: es kann durch die Mutter auch schon wesentlich früher zu einer Traumatisierung gekommen sein und zwar dann wenn man die Welt noch nicht so bewußt und erinnernd erlebt. Gerade zwischen 1½ und 3 Jahren ist ein kritisches Alter, wo schon durch einen für einen Erwachsenen nichtigen Anlass ein Kind traumatisiert werden kann. Auch wenn deine Mutter Babies und Kleinkinder "einigermaßen liebevoll" behandelt, im Ihrem Innern stimmt ja auch was nicht und ein Kleinkind merkt es wenn mit der Mutter was emotional nicht stimmt z.B. schon eine leichte Depression. Das "einigermaßen liebevoll" kann also auch schon traumatisierend gewesen sein. Wenn man dann schon traumatisiert ist, dann ist eine lieblose Mutter oder eben grausame Mitschüler (die sich immer genau ihr Opfer aussuchen) doppelt belastend und retraumatisierend. Wenn schon der Kindergarten für dich ein Problem war, dann vermute ich stark, dass die Ur-Traumatisierung schon davor stattfand.
Details zur Hirnentwicklung und warum man zwischen 1½ und 3 eine "sitting duck" ist, stehen in meinem Blog.
Noch ein Wort zu deiner Mutter: als Kinderheim- und Pflegekind und ihrer lieblosen Art ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch schon sehr früh traumatisiert wurde. Eine Regel besagt, dass jede negative Reaktion in einer Angst begründet ist. Ihre dauerhaft lieblose Art rührt also wahrscheinlich auch daher, dass sie ihre Ängste und ihren Stress auch nicht autoregulieren kann. Für letzteres kann sie nichts, aber ich denke wenn man Bescheid weiß, dann sollte man sich moralisch verpflichtet sehen, seine "schlechte Laune" nicht an anderen (und schon gar nicht Schwächeren) auszulassen und nach andere Wege suchen die eigenen negativen Emotionen einigermaßen in den Griff zu kriegen.
BTW für mich war es eine große Erleichterung herausgefunden zu haben, was bei meiner psychischen (Hirn-)Entwicklung verkehrt gelaufen ist. Seitdem weiß ich vor allem, dass ich mir selbst am besten helfen kann, kann mich besser selbst annehmen so wie ich bin und besser unterscheiden wofür ich verantwortlich bin und wofür andere.
Verständnis ist für den Traumatisierten, was die niedrige Bordsteinkante für den Rollstuhlfahrer.
t+ - mein Traumablog (nichtkommerziell und werbefrei)
Disclaimer "Lesen auf eigene Gefahr!" - unbedingt lesen!

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 12. August 2018, 12:48

Hallo Orinoco!

Vielen Dank für Deine Antwort! Es tut mir Leid, dass ich so spät reagiere, aber ich hatte die letzten Tage einfach keinen Nerv zu schreiben. Hab leider auch Deinen Blog noch nicht gelesen, werde aber gleich mal reinschauen.

Ich hege auch den Verdacht, dass sich das bei mir schon irgendwie durch das Verhalten meiner Mutter, und später dann auch durch die allgemeinen Lebensumstände entwickelt hat. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie vom Grund her böse ist. Eher vielleicht bildungssfern, überfordert und deshalb festgelegt auf autoritäre Erziehungsstrategien, die sie schon von ihrer Pflegemutter kannte. Sie kann auch heute noch nicht einschätzen, welche Verletzungen sie bei anderen durch ihr Verhalten auslöst. Mein Bruder ist inzwischen so, dass er es sie ziemlich massiv spüren lässt, was mir dann manchmal auch wieder leid tut, denn sie ist inzwischen 85 und leidet unter vielen Altersgebrechen.

Ich habe mich schon immer ein wenig mit Psychologie und Sozialkunde befasst (leider nur laienhaft!) und hoffe deshalb, dass ich meinen Kindern ein wenig bessere Chancen mitgeben konnte, als meine Eltern mir und meinen Geschwistern. Wir liefen immer nur nebenher und wurden kaum gefördert. Schule und der Schritt ins Berufsleben fielen uns allen damals deshalb sehr schwer.

Allerdings erlitt ich ja bei der Geburt meines Sohnes die Wochenbettpsychose, weshalb er dann ab der sechsten Lebenswoche einige Wochen teilweise bei meinen Eltern und bei meinen Schwiegereltern war. Das und meine Unsicherheit in seiner ersten Zeit, die durch die Psychose bedingt war, hatte mit Sicherheit ebenfalls ein Trauma zur Folge. (Ich denke, ich sollte mal dringend mit ihn darüber reden... Vielleicht könnte das ihm das Erleichterung bringen. Wie Du ja geschrieben hast, ist das Wissen über die eigenen Wurzeln hilfreich )

Bei meiner Tochter später war das vollkommen anders. Wahrscheinlich auch, weil ich da schon erfahrener war. Sie ist zwar sensibel aber auf eine selbstsichere und aufgeschlossene Art. Es gibt zwischen ihnen einen großen Unterschied. Sie sind beide sehr sensibel, aber meinem Sohn fehlt im Gegensatz zu ihr wie mir, die Fähigkeit wirklich enge und stabile Kontakte zu knüpfen. Meine Tochter hatte schon immer enge Freundinnen und ist auch früh selbständig geworden. Sie ist mit 19 von zu Hause ausgezogen und lebt un mit fast 24 immer noch mit ihrem ersten Partner zusammen.

Mein Sohn lebt in einer Wohnung im elterlichen Haus und hat so seine Schwierigkeiten mit Beziehungen. Wenn er eine Freundin hatte, dann hatte sie immer irgenwie ein Handicap, was zwar nicht unbedingt negativ zu bewerten ist, aber schon eine Aussage über seine Selbsteinschätzung zulässt. Beide haben aber eine gute Ausbildung gemacht und stehen mit beiden Beinen im Berufsleben.

Ich hab immer Angst, dass ich die Krankheit an sie weitervererbt haben könnte, denn Schizophrenie hat ja auch genetische, ... eventuell epigenetische... Wurzeln und bricht oft erst im dritten Lebensjahrzehnt aus.

Na... wie Du sicher bemerkst ist das was ich schreibe recht laienhaft... Mangels echtem Fachwissen muss ich der Küchenpsychologie fröhnen...

LG,
Molly

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Re: Mal sehen... Weiß noch nicht, ob ich hier richtig bin... Aber trotzdem hallo Ihr Lieben!

Beitragvon Molly » 12. August 2018, 15:00

Hallo Orinoco!

Ich hab jetzt ein ganz klein wenig in Deinem Blog gelesen. Das Thema Trauma spielt nicht nur bei der schizoiden Störung eine Rolle sondern wird auch extremst oft von Menschen mit Psychose und Schizophrenie angesprochen.

Bevor ich selbst auf das Thema schizoide Störung im Zusammenhang mit meinem Leben gestoßen bin (Psychiater haben mich wirklich nie auf eine Komorbidität hingewiesen), hatte ich schon immer das Gefühl von schlimmen Erlebnissen in meiner Kindheit und Jugend traumatisiert worden zu sein.

Jetzt weiß ich aber auch, dass Fachleute immer sagen, unser Problem sei genetisch verankert und dass es dann gewisse Auslöser gibt, die erst später zum Ausbruch der Erkrankung führen. Sind wir ehrlich, gibt es bestimmt bei allen Menschen solche Erlebnisse, die die meisten dann aber scheinbar doch nicht beeinträchtigen. Sind diese Menschen einfach weniger verletzlich als wir Unglücksraben? Der auslösende Faktor im Allgemeinen scheint also weniger problematisch als der Mangel an Resilienz des Einzelnen. Ich weiß aber, dass Resilienz durch soziale Faktoren geprägt wird.

LG,
Molly


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