Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

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moalix
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Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon moalix » 21. Juli 2018, 17:10

Hallo, hier Moalix.

Ich habe massig zu kämpfen mit diversen Sachen die mich selbst und meine Existenz in dieser Welt betreffen.

Meine Abneigung gegenüber der menschlichen Spezies, die denke ich schon immer in mir schlummerte, konnte ich lange gut verdrängen/überspielen. Ich beginne erst langsam damit, diese Eigenart so zu nehmen wie sie ist und versuche ihr Raum zu lassen. Hab mich näher damit beschäftigt und gemerkt dass "es" doch wuchtiger ist als ich dachte, es hat sich aber auch nochmal zugespitzt durch die Strapazen und die schlimmen Jahre der psychiatrischen Behandlung.

Ich fühle mich auf der Welt hier sehr verkehrt. Vielleicht hängt das mit dem seit vielen Jahren nicht mehr vorhandenem Lebenswillen zusammen.

Hier angemeldet habe ich mich wohl mit der Hoffnung, auf weitere Aliens zu treffen, vielleicht ist wer dabei der dieselbe Sprache spricht.

Ich lebe seit 8 Jahren vegan und lese derzeit "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr" von Walter Moers

Fahrradfahren - vor Allem bei Nacht auf Feldwegen/unbefahrenen Landstraßen - kann eine köstliche Sache sein bei der ich kurzzeitig so etwas wie Freiheit spüre. Und Musik hilft mir manchmal sehr.

Bis dann vielleicht,
Moalix

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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon knolle » 21. Juli 2018, 18:03

Hi,

da bin ich ja mal gespannt mit was du so zu kämpfen hast. Ich bin auch ein 'veganes Alien', wenn auch erst seit 5 Jahren.

Beste Grüße :winken:

moalix
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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon moalix » 21. Juli 2018, 21:16

da wird mir doch glatt die erste Herausforderung deutlich. Kontakt - das anrückende Gefühl dass eine (von mir interpretierte) Erwartung des Gegenübers mich verschlingen könnte - Nicht leicht drüber zu stehen

Direkt ist die Parallele da zu "realen" nicht-virtuellen Kontakten, aber mir wird auch der Unterschied klar, dass dieser nicht-unmittelbare Kontakt viel mehr die Möglichkeit bietet das ganze mit Abstand zu betrachten und die Überforderung lässt sich leichter überwinden bzw tritt überhaupt erst schwächer auf. Aber natürlich lässt sich das auch nicht wirklich übertragen, hier können wir ja mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, auf Verständnis bzw andere "auch komische" leute zu treffen.. und natürlich die anonymität.


juppi kolle, also schön dass du auch ein veganes alien bist :-)

Yuri87
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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon Yuri87 » 22. Juli 2018, 07:21

Hey erst einmal, (ich kopiere an der Stelle mal eine ältere Antwort von mir selber da ich die Formulierung auch bei dir als passend empfinde)

ja das mit dem fremd fühlen, als wäre man in einer ähnlichen aber doch nicht passenden Zivilisation gelandet in der man zwar (irgendwie) zurecht kommt aber kein Teil davon sein kann bzw. möchte, kommt mir auch so vor.
Das ist bei vielen Themen hier im Forum nicht anders, aber der meistens sachlich gehaltene Umgangston macht es für mich annehmbar auch mal zu Themen zu lesen oder schreiben die in mein echten Leben keine Rolle spielen.

L.G. Yuri

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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon orinoco » 22. Juli 2018, 21:36

Können wir hier ja bald einen Schizoid-Veganer-Club aufmachen ;-)
Veganer - "erst" sei 40 Jahren ;-)
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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon Richey Edwards » 22. Juli 2018, 21:59

Hallo und willkommen!

moalix hat geschrieben:Meine Abneigung gegenüber der menschlichen Spezies, die denke ich schon immer in mir schlummerte, konnte ich lange gut verdrängen/überspielen.


Ich denke, dass ich als Kind schon irgendwie an die Menschen geglaubt habe. Aus meiner heutigen Sicht reiner Informationsmangel.
Andererseits wann "darf" man sonst naiv sein, wenn nicht als Kind?

moalix hat geschrieben:Ich lebe seit 8 Jahren vegan


Ich kann Käse nicht widerstehen, vor allem gibt es da viele verschiedene leckere Sorten.
Veganer Käse ist mir auf Dauer zu eintönig. Sonst auch vegan, also Lacto-Vegetarier.
Ich hoffe, das ist gerade noch akzeptabel. :bangen:

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Ich würde keinem Club angehören wollen, der mich als Mitglied aufnimmt. (W Allen)
Wenn man im fahrenden Zug in die Gegenrichtung geht, fährt der Zug trotzdem in die falsche Richtung. (Welzer) Es gibt keine hoffnungslosen Fälle, nur hoffnungslose Menschen.

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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon Ralf » 9. August 2018, 19:43

moalix hat geschrieben:
Meine Abneigung gegenüber der menschlichen Spezies, die denke ich schon immer in mir schlummerte, konnte ich lange gut verdrängen/überspielen.

Obwohl und vielleicht gerade weil ich dich, wie ich annehme, gut verstehen kann, möchte ich zwei weitere Perspektiven anbieten.
Zum einen habe ich es im Rahmen "meiner Normalisierung" als sehr hilfreich empfunden, die Mir-gegenüber-Menschen (Mitmenschen) als Spiegel-und Projektionsflächen meines Selbst zu begreifen.
Will sagen: In der Regel erschafft man seine Welt selbst. Wie man in den Wald hineinruft..
Sei selbst die Veränderung die du wünschst ect.
Diese Strategie! habe ich für mich als wahr erkannt, und sie bietet ein Maximum an Souveränität und persönlicher Freiheit.
Zwei Beispiele: Meist werden einander unbekannte Menschen beim spazieren gehen auf Höhe der Begegnung unsicher, schauen weg oder beginnen mit "körpersprachlichen Spielchen". Man kann es bewahren bei sich zu sein/bleiben, offen & positiv und "in dieser Seinsenergie" den Moment souverän leben und erleben. Ist also niemals gezwungen auch unsicher zu werden, warum auch.. Zweites Bsp. Oft erleb(t)e ich die Situation an der Supermarktkasse als unpersönlich, unfreundlich ect., aber alles änderte sich als ich! begann mich für die Kassiererin "zu interessieren" ein aufmerksames Lächeln und ein bewusster Augenkontakt zum Abschied wirken oft Wunder und steigern meine gefühlte Lebensqualität.
Desweiteren..habe ich gerade vergessen welchen Gedanken ich vorhin noch hatte..
Alternativ biete ich an Interviews mit Sia und die "speziellen" Filme mit Bill Murray an zu schauen. Will sagen: erwarte einfach nicht zu viel und bedenke "letztlich sind die Menschen sehr gleich" und bei der Hand voll Deppen auf Durchzug schalten oder auch gerne mal deutlich werden wenn etwas gerade raus will!, damit habe ich in jüngster Zeit so gute Erfahrungen gemacht, seltsamer Weise fühlt sich eine klare Ansage für dieverse "Miesepeter/in" letztlich sogar richtig an. Ich vermute weil es energetisch authentisch ist und das mag bzw. akzeptiert irgendwie jeder, wenn es nur echt ist!

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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon moalix » 11. August 2018, 22:13

Spiegel und Projektionsflächen... Kann mir vorstellen was du meinst. Aber ich empfinde die soziale Interaktion als schmalen Grat auf dem ich meistens herumtorkle. Oft, wenn ich "so ganz bei/in mir bin" bekomme ich das Gefühl ich experimentiere eventuell zu krass mit anderen Menschen. Was ich ja irgendwie auch gerade dann ganz frei heraus tue und mit schizoidem Hintergrund logisch scheint. (Dadurch kann Kontakt durchaus auch mal richtig Interessant sein, aber eben auch nach hinten losgehen) .. Oder eben ich nehme mich aus Kontakten ganz heraus.
Finde den Mittelweg schwierig. In deinen Beispielen kann ich mich gut widererkennen, finde aber generell aktiven oder passiven Kontakt mit fremden Menschen viel leichter als nähere Kontakte.

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Re: Dabei sage ich ja eigentlich garnicht so gern "Hallo"

Beitragvon tiffi » 12. August 2018, 05:56

moalix hat geschrieben:Finde den Mittelweg schwierig. In deinen Beispielen kann ich mich gut widererkennen, finde aber generell aktiven oder passiven Kontakt mit fremden Menschen viel leichter als nähere Kontakte.
Hallo moalix,
hab ich schon willkommen gesagt? nee, also nachgeholt :winken:

Den Satz oben finde ich interessant. Das auf der Aktiv- Passiv Matrix bei Kontakten zu sehen.

Wenn ich mich recht entsinne, dachte ich so mit Mitte 20 und in meiner Welt verstrickt, ich müsste
doch mal gucken, wie man eine Liebesbeziehung "hat"(?);
bzw es ergab sich mal gelegentlich was "irgendwie emotionales", aber ich war so überfordert mit
den ausgelösten Gefühlen, dass ich dachte, ich müsste das in Handlungsenergie umsetzen.
Und irgendwann, wenn ich wieder alles etwas beruhigt hatte, in Rückzug.
Das mit der Nähe, und Liebe, schwierig.

Und als auf der Arbeit so ne Forderung kam "integrier dich mal mehr", böse Vermutungen "was macht die denn
nur alleine", gepaart mit meiner Paranoia, hab ich das auch mehr in Handlungen umgesetzt; Präsenz zeigen,
irgendwas erzählen, irgendwas aufgreifen; aber daraus ist jetzt keine echte Bindung oder Nähe entstanden zu den Kollegen,
und der Rückzug zum erholen ist nach wie vor nötig und dann eben auch wieder passiver sein können.
Da aber das ganze angstgetrieben ist (die verdächtigen mich schon wieder), fühle ich mich da auch oft
überagierend getrieben.

Wird vielleicht auch schon ein eigenes Thema. Wozu auch das hier für mich gehört:
Ralf hat geschrieben:Man kann es bewahren bei sich zu sein/bleiben, offen & positiv und "in dieser Seinsenergie" den Moment souverän leben und erleben. Ist also niemals gezwungen auch unsicher zu werden, warum auch
Warum auch (dieses körperliche aus dem Häuschen sein nötig ist) frag ich mich auch,aber überwunden krieg ich das nicht.
Zuviel Spannungen, Irritierung und Zerrissenheit in den Tendenzen (Genervtheit, lieber weg, irgendwie innerlich in Resonanz, überfordert, ect).Meine authentische Präsenz ist wohl im den Moment ein unsicheres, misstrauisches, angespanntes Tier im Fluchtmodus,
denn wer sagt denn, das Authenzität immer locker ruhig und souverän ist?
(Angriff kommt eher weniger vor; kann aber auch sein, dass ein abgespaltener Angriff kommt oder Ablenkung, um wieder eine Art
innere Souveränität wiederzufinden und von dem ganzen Hexenkessel mal abzulenken)


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