Trennung von Gefühl und Verstand

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
Tesa34
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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon Tesa34 » 16. März 2018, 16:46

Themis hat geschrieben:Aber auf rein körperliche Sachen wie Hunger oder Schmerz erstrecken sich Gefühle nach wie vor nicht, ich kann sie nach Belieben ausblenden. Sie haben nichts mit mir zu tun.


Ha!! Und ich durfte mir immer Vorwürfe anhören wenn ich von meinem Hunger dominiert bin und die Laune immer mehr sinkt!!!! Hunger ausblenden konnte der Ex auch. Für mich unvorstellbar. Als wir ins Ausland gefahren sind um dort zusammen eine Wohnung zu beziehen, sind wir gegen 7 oder 8 Uhr losgefahren und er hat mich die ganze Fahrt nichts essen lassen. Erst am späten Abend gegen 9 Uhr gab es wieder etwas. Bis dahin war ich stocksauer, hätte mich am liebsten direkt getrennt, wenn mein scheiß Hausstand nicht schon über 1000 Kilometer von Zuhause weg gewesen wäre. Der hat mir oft gesagt er blendet seinen Hunger einfach aus. Aber wollte nie begreifen dass ich das eben nicht kann.

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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon Tesa34 » 16. März 2018, 16:56

Eventuell kann man ja von Schizoiden lernen wie man Regelschmerzen ausblenden kann? :-P Ich kann das nur auf eine Art: Schlafen. Und wenn ich Schmerzen habe kämpfe ich dauernd mit Müdigkeit. Seltsamerweise bin ich auch beim Sport immer am Gähnen. Sport--> Schmerzen --> Schlafen. Ansonsten dominieren Schmerzen meine ganze Wahrnehmung. Wie Hunger.

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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon Themis » 16. März 2018, 19:05

Tesa34 hat geschrieben:Eventuell kann man ja von Schizoiden lernen wie man Regelschmerzen ausblenden kann? :-P Ich kann das nur auf eine Art: Schlafen. Und wenn ich Schmerzen habe kämpfe ich dauernd mit Müdigkeit. Seltsamerweise bin ich auch beim Sport immer am Gähnen. Sport--> Schmerzen --> Schlafen. Ansonsten dominieren Schmerzen meine ganze Wahrnehmung. Wie Hunger.
Blende sie doch einfach aus. ;)
Nee, kleiner Scherz. Ist vielleicht besser, wenn man das nicht kann und dafür insgesamt lebendiger/beweglicher ist.

Ich denke, das konnte man sich als "zukünftig schizoides" Baby nicht erlauben. Vielleicht "nur", weil diese Bedürfnisse eben keiner erfüllte oder nicht verlässlich erfüllte. Man musste daher lernen, diese Wahrnehmungen wegzuschalten, sonst wäre man ja verzweifelt oder verrückt geworden bzw. ständig von sinnloser Wut oder Hass erfüllt auf die unzuverlässige Bezugsperson.

Ich ärgere mich gerade wieder immens, wie viel so "Beziehungsfehler" der Eltern bewirken und wie schwer man sich später als Erwachsener tut, damit ein Leben zu gestalten.
Irgendwie hat die Natur die ganze Geschichte mit der menschlichen Prägung/Konditionierung/Persönlichkeitsentwicklung nicht sonderlich menschenfreundlich angelegt. :knasti:
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon tiffi » 17. März 2018, 03:22

bei mir sind die Körpergefühle oft eher übermächtig.
Da sind eher die Emotionen abgespalten.
Aber Hunger oder Schmerz treibt mich zur Weißglut und ist unangenehm vereinnahmend.

Aber auf die Bedürfnisse handelnd zu reagieren, bei erlebter Vernachlässigung,
das war auch ein langer Weg.
Und wenn ein Körpergefühl sehr stark ist, kommt auch oft erst eine gelernte Hilflosigkeit
und Verzweiflung auf.

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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon hinterdemmond » 17. März 2018, 13:53

Themis hat geschrieben:Aber auf rein körperliche Funktionssachen wie Hunger, Schmerz oder Müdigkeit erstrecken sich Gefühle nach wie vor nicht, ich kann sie nach Belieben ausblenden, dauerhaft und langfristig. Sie haben nichts mit mir zu tun. Bei Euch hier im Thread klingt das anders. :rätseln:

hunger, müdigkeit und schmerz kann ich auch längere zeit ausblenden, wenn ich mich auf die lösung eines problems konzentrieren muss, bzw. irgendwo unterwegs bin, und was spannendes passiert. das ist nicht krank, sondern ne alte überlebenstechnik aus der steinzeit, die menschen damals mussten bis zu 15 stunden am stück ein tier hetzen bis sie an ihr stück fleisch kamen. dabei haben sie kaum was getrunken, gegessen und natürlich nicht geschafen. war das tier ihnen entwischt, haben sie ein an paar wurzeln geknabbert ein paar stunden geschlafen und am nächsten tag ging es einfach weiter. bis zum erfolg. ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich diese fähigkeit noch besitze. ich nutze aber auch die zeit, wo nix los ist zum faulenzen und tue tagelang einfach mal gar nichts und wundere mich, dass andere menschen (mein schwiegervater oder meine frau zb.) dann in sinnlosen aktionismus verfallen so nach dem motto: "oh gott, mir fällt gleich die decke auf den kopf, wir müssen was unternehmen und zwar sofort: kino, theater, essen gehen, ausflug! wie kannst du einfach so auf dem sofa liegen und an die decke starren? du schuft!"
"ja schatz, eben damit sie uns nicht auf den kopf fällt, versuche ich sie mit meinen blicken aufzuhalten!" :)
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)

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Re: Trennung von Gefühl und Verstand

Beitragvon Schattentanz » 19. März 2018, 13:11

hinterdemmond hat geschrieben:hunger, müdigkeit und schmerz kann ich auch längere zeit ausblenden, wenn ich mich auf die lösung eines problems konzentrieren muss, bzw. irgendwo unterwegs bin, und was spannendes passiert. das ist nicht krank, sondern ne alte überlebenstechnik aus der steinzeit

Das ist bei mir auch so (wie vermutlich bei den meisten Menschen) und ich denke auch, dass das ein normaler Mechanismus bei Menschen ist, der an sich auch sehr sinnvoll ist.

hinterdemmond hat geschrieben:"ja schatz, eben damit sie uns nicht auf den kopf fällt, versuche ich sie mit meinen blicken aufzuhalten!" :)

Wenigstens einer muss sich ja darum kümmern, wenn es sonst niemand tut. ^^
Wer nie vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke.


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