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sdsdsdsv
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Joker

Beitragvon sdsdsdsv » 21. Oktober 2019, 00:05

https://www.youtube.com/watch?v=5lBsMFRGSOU
Mental Illness and/or Class Warfare in Joker?!

Eine interessante Besprechung des neuen "Joker" Films, die sich kritisch mit der Hauptfigur, geistiger Gesundheit und der gesellschaftlichen Meinung zu diesem Thema auseinandersetzt.

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ToWCypress81
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Re: Joker

Beitragvon ToWCypress81 » 21. Oktober 2019, 09:23

@sdsdsdsv

Zu der Argumentation dieses YouTube (Joker) Videos..

Jemand der an zwanghaften Schüben (touretteähnliches Lachen), Depression und sozialen Ängsten bzw Agressionen leidet, diese durch sehr starke traumatische Erlebnisse hervorgerufen wurden (die ihm erst im späteren klar werden), und durch selbstverteidigende Maßnahmen ihn zu einem gegenpolig (ausführenden) gewaltagierenden Menschen machen - finde ich nicht vollkommen abwegig. Wenn man mal von dem Schluss des Filmes absieht (das eher in Richtung Comic-Rampenlicht Einlage ziehlt, was man sich auch hätte ersparen können).
Meiner Meinung nach gibt es keine direkten Baupläne bzw Sicherheiten für psychische Krankheiten/Störungen, nur sehr viele Tendenzen und Komorbiditäten.

Das Mörder, die bewusst Morden, des morden Willens - psychisch krank/gestört sind sollte eigentlich klar sein.
Die Frage wie die Gesellschaft mit Hilfe bzw unterstützenden Maßnahmen bei jeder Art von psychisch kranken/gestörten Menschen einschreiten sollte ist die wahre Frage - und nicht (die Frage) das/wie durch solche Menschen Ängste/Vorurteile geschürt werden.

Wenn die Gesellschaft durch so einen Film auf psychisch kranke/gestörte Menschen aufmerksam wird, dann kann das bei einer logischen Betrachtungsweise nur auf mehr Hilfe, frühzeitige Erkennung/Anerkennung und Unterstützung dieser Menschen hinausführen.
Diese Menschen als potentielle Mörder sofort aus der Gesellschaft auszusortieren (als Endeffekt dieser aufgeworfenen Argumentation), geht in der heutigen Zeit (nach all dem was geschichtlich passiert ist) meiner Meinung nach nicht mehr.

Von daher finde ich so einen Film (Joker, starring Joaquin Phoenix as Joker in a Role of a Lifetime :breites grinsen: ) schon sehr wichtig (auch wenn er an manchen Punkten aufgrund der tatsächlichen Vorlage etwas aufgesetzt-unrealistisch wirken mag).

PS: eine Rezension von dem Film gibt es von mir bereits (3 Posts vorher) [:P]
Zuletzt geändert von ToWCypress81 am 21. Oktober 2019, 16:23, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Joker

Beitragvon 2ost » 21. Oktober 2019, 11:35

Moin,

ich widerspreche dir hier mal, ToWCypress81. [:)] Du schreibst etwa…
ToWCypress81 hat geschrieben:Das Mörder, die bewusst Morden, des morden Willens - psychisch krank/gestört sind sollte eigentlich klar sein.
Die von dir attestierte Bewusstheit der Tat impliziert m. E. gerade Schuldfähigkeit, exkludiert hier also ausdrücklich alles psychisch Kranke (die Relevanzfrage betreffend). Siehe diese Angaben auf Spiegel.de etwa dazu. Die rücksichtslose Befriedigung des Geschlechtstriebs, Handeln aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, Heimtücke oder auch Grausamkeit, die Handhabe gemeingefährlicher Mittel oder allgemein die Verübung von Straftaten sind kein Diagnosekriterium für psychischen Störungen. Sie sind vielmehr grundmenschlich. Schon Augustinus schrieb, Monster seien Teil des Menschengeschlechts. Verwerflichkeit (um mich mal auf ein Wort von vielen gerade nur zu beziehen) und psychische Erkrankung ist eben gerade nicht synonym, im von dir genannten Sinne. Darum gelte, denke ich, vielmehr eher, „ Das Mörder, die bewusst morden, des Mordens Willens - von verwerflichem Charakter sind, sollte eigentlich klar sein.“ Aber gerade diese Menschen, die ob solcher Taten im Gefängnis sitzen (statt in der Psychiatrie) sind explizit nicht psychisch krank, respektive ist eine psychische Erkrankung dieser nachweislich nicht für deren Verbrechen als ursächlich erkannt worden. Also genau gegen diese deine Gleichsetzung begehrt der Youtuber hier auf. [:)]

Weiter schreibst du:
ToWCypress81 hat geschrieben:Diese Menschen als potentielle Mörder sofort aus der Gesellschaft auszusortieren (als Endeffekt dieser aufgeworfenen Argumentation), geht in der heutigen Zeit (nach all dem was geschichtlich passiert ist) meiner Meinung nach nicht mehr.
Hast du diesbezüglich mal die, gar nicht soweit zurück liegende Entwicklung zum z. B. bayrischen Psychiatriegesetz näher verfolgt?

2ost

PS Deine Rezension fand ich übrigens auch sehr lesenswert, danke!
„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi

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Re: Joker

Beitragvon ToWCypress81 » 21. Oktober 2019, 12:56

2ost hat geschrieben:(...) sind kein Diagnosekriterium für psychischen Störungen. Sie sind vielmehr grundmenschlich. Schon Augustinus schrieb, Monster seien Teil des Menschengeschlechts. (...)Aber gerade diese Menschen, die ob solcher Taten im Gefängnis sitzen (statt in der Psychiatrie) sind explizit nicht psychisch krank(...)
Ja. Hoffentlich wird dieses bewusste morden "aus entsprechenden Beweggründen" noch weitreichend durchdacht.
Denn wenn ein Mensch bewusst tötet, egal aus welchen Gründen, also er/sie sich nicht von dieser Tat zurückhalten kann (Soldaten die diesen "Beruf/Befehl" ausüben mal ausgeschlossen) - ist dieser nicht fähig sein Gehirn in einen von dieser Empfindung/Gedanken losgelösten ethisch-moralischen "Normzustand" zurückzusteuern. Was meiner Meinung nach auf eine "Störung" in der erlernten bzw erzogenen Geistes(Sicherung/zurück-)haltung oder Gehirnprägung schließt.
Und nein, ich glaube (zum jetzigen Stand der Menschheit) nicht mehr an bestimmtes (bewusstes) töten ist "normal" im Aspekt von "Monster (oder Intelligenz trifft Raubtier aus der Frühzeit) seien Teil des Menschengeschlechts" oder gar "Grundmenschlich".
Ich finde, das sind (zur gegenwärtigen Entwicklung/Intelligenz der Menschheit) vollkommen überholte Begriffe und ebensolche psychische Herangehensweisen.

2ost hat geschrieben:Hast du diesbezüglich mal die, gar nicht soweit zurück liegende Entwicklung zum z. B. bayrischen Psychiatriegesetz näher verfolgt?
Auch da (in solchen Entwicklungen) braucht es noch viel Feinjustierung, Umjustierung, Forschung und Aufklärung, der verschiedensten Fassetten psychischer Differenzierungen, sowie im Prägungsverhalten/wesen (negativ wie positiv), Opfer-Täter Diagnostik und jeweiliger entsprechender Behandlungen.
Aber gerade deswegen bin ich auch froh, das solche Filme (und das Interesse dahingehend) eine immer tragendere Rolle im Bewusstsein der Menschen findet.
Denn nur durch die breite Öffentlichkeit werden Diskussionen, Umdenken und damit auch Hilfsangebote geschaffen, die jedem individuellen (die wir nun mal sind) Menschen weiterbringen, anstatt ihnen zu schaden (entsprechend des Gefängnis-Wesens oder unausgereifter Psychiatrie-Gesetze).

2ost hat geschrieben:PS Deine Rezension fand ich übrigens auch sehr lesenswert, danke!
Danke, das freut mich :peace:

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Re: Filme

Beitragvon 2ost » 21. Oktober 2019, 18:59

Off-topic:
yxcvbnm hat geschrieben:Da warte ich, bis links und rechts und am besten das ganze Kino frei ist! :breites grinsen:
Das hatte ich exakt einmal im Leben: Ein riesiger Kinosaal nur für mich (weiß bis heute nicht, wieso die nur wegen einem Besucher den Film haben laufen lassen) und in der Pause kam sogar eine Frau mit Snacks rein und fragte, ob ich was wolle. Alles in allem weit beängstigender als angenehm (erwartete die ganze Zeit, das wer aus dem Dunkel springt und was von versteckter Kamera schreit, so surreal wirkte das damals auf mich. :erschrocken:) Da ist mir der Fernseher oder Monitor zuhause doch tausendmal lieber zum Alleinewasanschauen!
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Re: Filme

Beitragvon Maikäfer » 9. November 2019, 14:48

Hab mir nach längerem zögern Men in Black: International (2019) ausgeliehen, und mir den gleich 3 Mal und noch zerstückelt angeschaut. :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: Das kam schon länger nicht mehr vor!

Zum Schluss hin sind zwei unlogische Sachen drin??? :kein Plan:
Eine schöne Geschichte und das Vertrauen keine Grenzen kennen kann. :feiern: :tanzen: :Sonne:
Bild
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Re: Filme

Beitragvon robert.goren » 4. Dezember 2019, 22:01

Den Film finde ich super. Ist so ziemlich eigenartig und cool:

Under the Skin

Die verführerische Laura fährt in einem Lieferwagen allein durch die schottischen Highlands, um ahnungslose junge Männer aufzuspüren und mitzunehmen. In grellen Clubs, auf Parkplätzen und in dunklen Gassen findet sie immer willige Opfer, die ihr nichtsahnend in die Falle gehen. Denn Laura ist eine Außerirdische, die auf die Erde gesandt wurde, um Menschenfleisch für ihren Heimatplaneten zu besorgen. Als sich aber ihre Neugierde und ihr Gewissen regen, gerät ihre Mission in Gefahr.

https://youtu.be/sqf-X89O6AQ

Weiß nicht, hat den jemand schon gepostet?

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Re: Filme

Beitragvon ToWCypress81 » 5. Dezember 2019, 14:36

robert.goren hat geschrieben:Den Film finde ich super. Ist so ziemlich eigenartig und cool:
Under the Skin
https://youtu.be/sqf-X89O6AQ
Hmm.. der Trailer sieht auf jeden Fall interessant aus :knasti:

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Re: Filme

Beitragvon robert.goren » 5. Dezember 2019, 16:06

Der Film ist wirklich schizo. Mag den.

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Capernaum: Stadt der Hoffnung

Beitragvon ToWCypress81 » 5. Dezember 2019, 20:50

Capernaum: Stadt der Hoffnung

Aufrüttelnder, schwer verträglicher, aber wichtiger Film.
Zeigt realitätsnah, was traditionelle und gottgedachte Auffassung von Norm für Familien in einem armen Land, im Sinne des viel-Kinder-kriegen-wollens bedeutet.
Heißt: natürlich nicht im Stande zu sein sich um die Kinder anschließend kümmern bzw versorgen zu können. Zwangsheirat von 11-Jährigen Mädchen, welcher Sex und tödliche Geburten, durch nicht dazu im Stande ausgereifter Körper - nicht als Missbrauch gilt, keine strafrechtliche Ahndung zur Folge hat (da Tradition) oder (normal) als Pädophilie angesehen werden müsste. Menschen/Kinder-Handel entsteht, das Menschen-Überangebot eher als Geld-Ware (z. B. durch ausländische Adoption) angesehen werden. Früh angezogene Gewaltbereitschaft, durch die traditionelle Erziehung oder einfach nur um zu überleben.

Der Hauptansatz des Films beindruckt somit stark.. Das Kind, das seine Eltern aufgrund ihrer Uneinsichtigkeit - diesem Kreislauf immer wieder zu folgen - anklagt.
Ein Film der sich die Aufgabe gemacht hat anzuklagen.. das Problem (das Scheitern in jeder Hinsicht durch Tradition) aufzuzeigen.
Der Schluss verdeutlicht das nochmals im Ganzen..

Stark.

https://m.youtube.com/watch?v=wsCWP--3ZCg


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