Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

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Yvee13
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Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon Yvee13 » 19. Februar 2021, 20:28

Ich weiß das Thema klingt erstmal befremdlich, doch vllt geht es jmd ja doch manchmal ähnlich... Es beschäftigt mich ehrlich gesagt immer wieder.
Der Mensch züchtet sich Tiere (bis hin zur Krankheit) entweder zum liebhaben u kuscheln (sogar Fluchttiere, wie zB Hasen) oder zum Schlachten... Wir entscheiden wer die Babys einer Hündin usw bekommt .. Wir entscheiden Kühe zu besamen, ihh, wir nutzen die Kuh zum Milch geben aus u dann werden sie u wohlmöglich ihr Baby gegessen, wir entscheiden ob Tiere Kinder haben dürfen oder ob sie kastriert werden, wir machen Tierversuche :( uvvm.

Wäre es andersherum, für mich wäre es ein absoluter Horrorfilm, wir Menschen sind so furchtbar, wer zum Teufel gibt uns das Recht dazu?

Freue mich auf eure Sichtweisen dazu...

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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon Kalliope » 20. Februar 2021, 09:10

Auch mich bestürzt, mit welch einer Selbstverständlichkeit Menschen Tiere in nahezu jeder erdenklichen Form quälen.
Insbesondere, wenn ihnen die Freiheit und Entscheidung genommen wird, so zu leben, wie sie es wollen.
Allerdings habe ich nicht grundsätzlich etwas gegen das Fleischessen - wenn es ausschließlich dem Überleben dient -, obgleich ich es selber schon ewig eingestellt habe.
Nur habe ich etwas gegen Massentierhaltung und auch gegen die übermäßige Völlerei mit Fleisch. UND Fisch.
Besonders aufstoßen tut mir aber die Haustierhalterei, wenn sie janusköpfig daher kommt (ebenfalls die Tiere nicht selber entscheiden können, ob sie in diesem Verhältnis existieren möchten oder nicht) und der absolute Egoismus, der dahinter steht, nicht einmal bemerkt und eingesehen wird.
(Das betrifft auch die eigenen Spezies.)
"In Wirklichkeit ist der andere Mensch Dein empfindlichstes Selbst in einem anderen Körper" Khalil Gibran
"Das Ideal einer vollkommenen Gesundheit ist bloß wissenschaftlich interessant. Krankheit gehört zur Individualisierung." Novalis

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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon Richey Edwards » 20. Februar 2021, 12:19

"Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt."
Und Tiere gehören wohl zu den Schwächsten. Die heutige Grausamkeit entspricht
den Denkweisen unserer Gesellschaft. Kapitalistisch (Massentierhaltung, Tiertransporte)
und egoistisch (Haustiere). Wenn Tiere eine starke Lobby hätten, müssten Massentierhaltung
und Tiertransporte sofort verboten werden. Seltsamerweise geschieht das aber nicht.
Es hat aber auch eine gewisse Tradition, dass sich der Mensch über Tiere und generell
die Natur erheben möchte, um sich selbst mehr Wertschätzung entgegenbringen zu können.
"René Descartes (1595–1650) hat dem Menschen Selbstbewusstsein zugeordnet und die Tiere zu Maschinen erklärt."
"Descartes Unterscheidung zwischen Mensch und Tier war konform mit der kirchlichen Lehre,
wonach der Mensch als Krone der Schöpfung zu betrachten ist."
Siehe Descartes, Maschinenparadigma

Yvee13 hat geschrieben:Ich weiß das Thema klingt erstmal befremdlich


Das finde ich gar nicht. Mittlerweile finden doch relativ viele Menschen nicht das Thema, sondern den Umgang mit Tieren befremdlich.

Yvee13 hat geschrieben:Wäre es andersherum, für mich wäre es ein absoluter Horrorfilm


Das erinnert mich an den alten "Planet der Affen" - Film aus dem Jahr 1968, in dem Affen die Herrschaft
am Planeten Erde übernommen haben und Menschen ihre Sklaven sind. Im Prinzip ging es in dem Film
aber um die Zerstörungswut und Grausamkeit der Menschen, die durch Kriege vorher den Planeten verwüstet hatten.
Ich würde keinem Club angehören wollen, der mich als Mitglied aufnimmt. (W Allen)
Wenn man im fahrenden Zug in die Gegenrichtung geht, fährt der Zug trotzdem in die falsche Richtung. (Welzer) Es gibt keine hoffnungslosen Fälle, nur hoffnungslose Menschen.

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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon Yvee13 » 20. Februar 2021, 15:30

Danke für eure Antworten ... andere Tiere sollten genauso viele Rechte haben wie wir, auch oder gerade weil sie es uns nicht sagen können... Tieranwalt klingt gut... auch wenn es erstmal nur ein romantischer Wunschtraum ist...

Ich könnte heulen das Delfinbabys :( erschlagen werden weil sie in einem Ort (Name vergessen) als Ratten der Meere angesehen werden... Was zum Teufel haben wir überhaupt im Meer zu suchen, wer sind diese Menschen das zu entscheiden... Ich meine... Delfinbabys, die sozialsten Tiere überhaupt, es bricht mehrfach mein Herz :( :( hoffe diese Typen trifft das Karma dafür extra hart!!!
Zuletzt geändert von Yvee13 am 20. Februar 2021, 19:48, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon orinoco » 20. Februar 2021, 18:41

Vielleicht ist in diesem Zusammenhang was Rechte von Tieren angeht für den ein oder anderen der rechtsphilosophische Ansatz der //"animal rights - abolitionist approach" nach Gary L . Francione// interessant. Ausgehend von der Prämisse, dass Tiere ein Recht haben kein Eigentum zu sein, ist das konsequent und konsistent durchdacht und zu eine runden Rechtsphilosophie entwickelt.
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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon SystemZwang » 22. Februar 2021, 11:33

Ich kann ehrlich gesagt nich viel mit Tieren anfangen. Und mir ist es weitestgehend egal - ich nehme das so naturgegeben hin, wie es ist. Eigentlich stören mich sogar teilweise Leute in andern Communities/Ecken des Internets die ständig einen auf Gejammer machen a la "die Menschheit ist doch so schlecht und es wär gut wenn alle aussterben" aber dann Tiere mögen.

Wirkt irgendwie als solle kompensiert werden, dass man mit Menschen nicht so gut kann - was eigentlich auch zu Schizoiden passen könnte. Wobei ich selber zwar von der Nähe/längerfristigem und/oder tieferen Kontakt zu Menschen genervt und gestresst bin. Mich aber schon sehr für Menschen interessiere und diese auch (da psychologisch interessant) schätze.

Tiere würden sich vermutlich auch nicht so viel Gedanken über die Menschen machen - wären wir in umgekehrten Positionen. Ich töte jetzt aber auch nich absichtlich oder aus Mordlust. Im Supermarkt aber das billige Fleisch kaufen (weil nich viel Geld und weil ich es gern esse) - das ist für mich bedenkenlos okay.

Wo es interessanter wird - und da geht der Eingangspost auch gut drauf ein: Ich selber habe auch Lieblingstiere die ich niedlich finde. Die ich nicht essen würde. Da stehe ich dazu, dass das manchem "unlogisch" oder "inkonsequent" erscheint. Aber es ist einfach ne Vorliebe.

Es gibt aber viele die tatsächlich stark und breit einen auf Tierschützer machen, aber dann doch bei bestimmten Tierarten Ausnahmen (bevorzugen oder weniger gut behandeln). Besonders interessant wird es, wenn jemand sich als "tierlieb" bezeichnet - man aber zu diesen philosophischen Fragen (im Eingangspost angedeutet) kommt: Ja ist das überhaupt tierlieb, sich diese als Haustiere privat zu halten?

Bei Katzen sagt man, dass Kastration das Mittel der Wahl ist (auch laut Tierschützern oft so angepriesen!) - damit diese nich frei drauen rumlaufen so viel und damit sich im Straßenverkehr eher in Gefahr begeben. (Das wäre der Vorteil gegenüber nur Stereilisation - die auch schon ungewollten Nachwuchs verhindern würde, aber eben nich die sexuelle Lust.)

Frage: Ist das nich auch etwas "Gott spielen" und negativ für die Tierrechte? Aber da dann für viele okay. Man nimmt den Katzen ja auch etwas, was man Menschen nicht nehmen würde. Ein gewisses Erleben - was irgendwo dazugehört. Man könnte auch als Mensch eigene Kinder kastrieren, damit die weniger Sextrieb haben und sich auf die wesentlicheren Ding eim Leben konzentrieren können. (Wenn sie das gar nicht erst kennenlernen würden sie - so kann man argumentieren - es ja gar nicht vermissen.) Macht nur keiner.

Zoos, etc. haben wir auch.

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Re: Ich finde es ätzend, das der Mensch Macht über Tiere hat..

Beitragvon Traumafrau » 22. Februar 2021, 16:14

Systemzwang, das ist mir nicht unfassend genug gedacht und ein Thema wie dieses bedarf aber einer gründlichen Anamnese. Eine Spezies in fremde Habitate zu verfrachten (Katzen nach Europa, Australien etc) die dort ansässige Arten an den Rand der Auslöschung bringen, geht deinem kleinen gedanklichen Ausschnitt stets voran. Anschließend "nicht mehr Gott spielen zu wollen" sprich, sich der Verantwortung für dieses ökologische Ungleichgewicht zu entziehen wäre natürlich der einfache Weg.

Über den bereits zitierten Punkt des "Gott spielens" sind wir in so vielen Gebieten hinaus: Tierversuche für deine medizinische Behandlung jeglicher Art, so wie Auslöschung der Ursprungsrassen zugunsten profitabler Hybridrassen mit denen man die Bevölkerung kosteneffizient abfüttern kann - wir stecken längst alle mittendrin, im "Gott spielen". Es wird in unserem stillschweigenden Auftrag gespielt, wir zahlen dafür Steuern.

Die Frage ob Tierhaltung tierlieb ist, ist absolut berechtigt. Artgerecht ist sie, mit all ihren Defekt- und Qualzuchten definitv nicht. Wenn Tierhaltung nicht aufgrund von Rettung passiert, ist es immer eine egoistische Handlung. Hunde- und Pferdehaltung zB funktioniert nicht ohne tiefgreifende Manipulation und Konditionierung. Die Tiere sind dem Menschen gnadenlos ausgeliefert.


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