Hallo zusammen

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Thorbelino
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Hallo zusammen

Beitragvon Thorbelino » 7. September 2020, 22:24

Hallo zusammen,
ich bin 31 und Männlich. Meine erste Therapie habe ich vor ca. 1 Monat begonnen. Mit der Diagnose Schizoide PS. Ich denke die Diagnose passt.

Mir ist schon lange klar dass ich anders bin. Der Druck etwas zu ändern war nie gross bei mir.
Mein Problem ist ua. Dass wenn mir Menschen auf die Nerven gehen, werde ich extrem Feindselig, was wieder zu Problemen führt (und mich nerven Menschen schnell).

Ich habe 2 Freunde, mit denen ich mich ein Mal im Monat treffe. Der Kontakt zu meiner Familie ist Oberflächlich (ohne emotionalen Bezug). Bei meiner Arbeit, in einer Fabrik, habe ich keine Kontakte zu meinem Kollegen. Ich gehe zwei Mal die Woche in einem Sportverein, wo ich auch nur still mein Ding mache. Ich habe dort regelmäßig Probleme wegen meines Verhalten.

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich ein Austausch mit Menschen suche, die Therapie erfahrener sind.
Es ist die erste Therapie die ich mache.
Mein Therapeut hat mir eine Gruppentherapie empfohlen. Obwohl ich da eher skeptisch bin. Die beginnt in ca.zwei Wochen. Wir haben schonmal Rollenspiele geprobt.in denen es u.a darum ging Menschen im Zug oder Museen anzusprechen. Obwohl ich daran kein Interesse habe,was ich deutlich machte. Ich rede generell nur wenn ich eine Mission habe (nach dem Weg fragen, beim Bäcker, Termin Absprachen oä). Damit habe ich keine Probleme.

Meine Fragen sind nun erstmal

Mein Therapeut sagt ich soll Smalltalk üben mit fremden Menschen. Ich will aber keine Fremden Menschen kennen lernen. Oder neue Freunde finden.
Es nervt mich nur und es ist anstrengend.

Es fühlt sich falsch an, ist es nur eine Vermeidungs Taktik von mir?

Er sagt mein Verhalten ist eine Art Angst.
Ich habe aber keine Angst vor Ablehnung oder so, ich habe einfach nur kein Interesse an mehr sozialer Interaktion.
Gestehe ich mir nur nicht ein dass es eine Form der Angst ist?

Ich wollte neue Verhaltensweisen erlernen,um in Stressigen Situationen, souverän reagieren zu können.
Er sagte mir dass ich nur mehr Erfahrung in sozialer Interaktion brauche.
Es stresst mich nur zusätzlich und macht mich aggressiv (nie körperlich).
Ist dies nur eine Blockadehaltung und stehe ich mir selbst im Weg?

Und zuletzt. Ich habe das Gefühl er versteht mich nicht.ich habe keine Angst. Und will nicht mehr Freunde.
Bin ich einfach an einem unpassenden oder inkompetenten Therapeuten geraten? Oder liegt das Problem bei mir?

Ich würde mich freuen wenn ich ein paar Anmerkungen oder Tipps im Umgang mit meinem Therapeuten bekommen könnte.

Der Text ist leider länger geworden als gedacht, sorry dafür

Insuffizienz
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Re: Hallo zusammen

Beitragvon Insuffizienz » 8. September 2020, 10:23

Hallo Thorbelino.

Also mir fallen zwei Aspekte ein. Ich persönlich denke, dass die Schizoidie etwas mit "Bindungsangst" zu tun hat, also in einem Unbehagen vor Nähe zu anderen besteht. Schizoide fühlen sich unwohl damit, sich anderen gegenüber persönlich zu öffnen und verletzlich zu zeigen.
Aber andererseits kenne ich auch das Gefühl, innerlich aggressiv zu werden, wenn man Menschen um sich herum hat. Bei mir - und wohl auch bei anderen Betroffenen - ist auch hier die Grenze wohl weitaus geringer, ab der es mich stresst Leute um mich herum zu haben. Ich kann nicht sagen, ob das auch wieder mit "Bindungsunbehagen" zu tun an.

Welches Ziel verfolgt dein Therapeut eigentlich mit der Aufgabe, dich zu mehr Sozialkontakt zu zwingen? Teilst du sein Ziel? Oder: Was versprichst du dir von der Therapie?

Gruß

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon austerl » 8. September 2020, 11:22

Hallo Thorbelino,

ein Monat Therapie ist noch eine kurze Zeit, würde ich sagen…

Dass man sich unverstanden fühlt, ist zu Beginn so. Auch später kann man sich immer wieder unverstanden fühlen. Sofern Du den Therapeuten nicht innerlich völlig ablehnst, würde ich ihm Anfangsvertrauen entgegen bringen.

Gruppentherapie hat mir persönlich geholfen, auch wenn es lange gedauert hat, bis ich die Situation der Gruppe erträglich fand…


Grüße
austerl

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon orinoco » 8. September 2020, 21:23

Hallo Thorbelino,

kurz vorweg: ich bin hier berühmt-berüchtigt für meine Therapie/Therapeuten-kritische Haltung.

Ich habe auch den Eindruck dein Therapeut versteht dich nicht und empfiehlt dir genau das Falsche. Er versucht dich neurotypisch anzupassen, dass du besser funktionierst in der Gesellschaft und ignoriert deine emotionalen Befindlichkeiten.
Dabei ist dein intuitives Verhalten schon eine Anpassung damit du mit deinem eigentlichen Problem, einer schlechten emotionalen Autoregulation, besser klar kommst. Alles was er dir empfiehlt triggert so wie du es schilderst ("nervt, anstrengend, fühlt sich falsch an, kein Interesse, stresst mich, macht mich aggressiv") negative Emotionen , sprich Angst, bei dir und das tut nicht gut, eben weil unsereins davon schlecht wieder runter kommt. Es ist also genau umgekehrt wie dir dein Therapeut weiß machen will.

Angst hat übrigens jeder Mensch. Von denen die keine hatten, stammen wir nicht ab. Es ist nicht schlimm sie sich einzugestehen, wenn man weiß was Angst ist und wie sie funktioniert. Unsereins versucht schon mit seinem intuitiven Verhalten sie zu minimieren, indem z.B. stressige Situationen mit anderen Menschen vermieden werden. So viel falsch ist an unseren Verhalten nicht. Es fehlt vor allem an Verständnis des sozialen Umfeldes. Und wenn etwas falsch ist, dann sich unnötigen Stress anzutun, weil die anderen es ja auch machen oder einen überreden.

Wenn du stressige Situationen nicht vermeiden kannst, dann empfiehlt es sich Exit-Strategien zurecht zu legen und auswendig zu lernen, um im Realfall - wo man ja unter Stress steht und da fallen einem garantiert keine kreativen Lösungen ein - diese abrufen zu können. Ich habe z.B. immer wieder Erfolg mit Oxymorons, weil das die neurotypischen Leute verwirrt. Z.B. Auf die Frage ob man nicht noch mit einen trinken gehen wolle, antworten: "Spontanität will gut überlegt sein". Oder auch einfach ehrlich und direkt sagen: "Das tut mir nicht gut." Überhaupt nicht weiter begründen, sondern auf individuelle emotionale Befindlichkeiten und Rücksichtnahme bestehen.

VG

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon Kalliope » 8. September 2020, 22:04

Hallo @Thorbelino

Thorbelino hat geschrieben:Er sagt mein Verhalten ist eine Art Angst.

Das ist möglich.
Aber es ist meines Erachtens ebenso möglich - ohne Angst - einfach nur andere Bedürfnisse zu haben.
Wie die Lage bei Dir ist, das kannst nur Du beantworten unter größtmöglicher Ehrlichkeit Dir selbst gegenüber.

Ansonsten wäre eine Idee von mir, dass Du mit Deinem Therapeuten noch einmal (?) deutlich über Deine Zielsetzung - und er ggf. über seine Vorstellungen davon - sprichst. Denn da scheint eine Diskrepanz zu sein.
Wenn man das mündlich nicht so gut hinbekommt, geht das auch schriftlich. Dann hat er das sogar schwarz auf weiß ;D und Du einen Beleg, dass Du Dich klar und deutllich ausgedrückt hast.

Denn aus meiner Sicht ist es so: in einer Therapie sollte das geschehen - sofern nicht per Gericht angeordnet -, was Du möchtest, nicht, was der Therapeut (m/w/d) möchte oder für opportun hält.
Wenn dem wiederum Deine Zielsetzung nicht passt, dann wird er sich von Dir trennen (müssen). Und umgekehrt natürlich.
Aber vielleicht gibt es ja auch einen Kompromiss, einen Mittelweg, wo beide sich aufeinander und damit auf die unterschiedlichen Zielsetzungen ein bisschen einlassen.

Was Deine Aggression angeht, so kann es nach meiner Ansicht natürlich schon an Angst liegen, die zugrunde liegt, aber natürlich auch schlicht an Genervtheit, wenn man das nicht pauschal gleichsetzt. Abwehr ist es so oder so.
Und wie Du schon sagst, dann ist es hilfreich, andere Verhaltensstrategien zu erarbeiten.
Was würdest Du denn wem anderes empfehlen, dem es so geht wie Dir?
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Re: Hallo zusammen

Beitragvon Thorbelino » 9. September 2020, 03:07

Hey danke erstmal für die netten antworten. Ist einiges bei, wo ich Mal drüber nachdenken werde



Kalliope hat geschrieben:
Was würdest Du denn wem anderes empfehlen, dem es so geht wie Dir?

Ähhm mach ne Therapie, du Psycho :lachen:
Insuffizienz hat geschrieben:Welches Ziel verfolgt dein Therapeut eigentlich mit der Aufgabe, dich zu mehr Sozialkontakt zu zwingen? Teilst du sein Ziel? Oder: Was versprichst du dir von der Therapie


Er sagte mir dass ich mehr Erfahrung brauche, bei Smalltalk. Um den Stress in erforderlichen Situationen besser zu meistern.
Die Sache ist nur, ich möchte Strategien erlernen, um Menschen auf Abstand zu halten, ohne zu Feindselig zu werden.
Wenn ich z.b. beim Sport anfange, mit den Leuten, Smalltalk zu führen, wird der Soziale Stress unerträglich.
Ich soll mit fremden Menschen sprechen, um meine Ängste zu überwinden(ich wusste nicht, dass ich überhaupt welche habe, vor der Therapie). Ich kann problemlos, mit fremden Leuten reden, wenn ich etwas will. Nur irgendwem ansprechen,nur um zu sprechen, finde ich unhöflich. Dann kann er auch sagen ich soll ins Restaurant, und da rumfurzen, um Soziale Ängste abzubauen. Man tut es einfach nicht.
Also nein ich teile sein Ziel nicht.
Das sagte ich ihm klar.


Ich werde jetzt erstmal abwarten,was in der Gruppentherapie gemacht wird. Vielleicht erkennt er, in meinem Umgang mit anderen, seinen fehler (oder ich meinen).

Ich hoffe ich konnte meinen Standpunkt, klar darlegen und danke euch für eure Mühe...

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon 2ost » 9. September 2020, 18:10

Moin,

klingt vertraut, was du da schreibst. Zu dem hier:
Thorbelino hat geschrieben:Ich soll mit fremden Menschen sprechen, um meine Ängste zu überwinden(ich wusste nicht, dass ich überhaupt welche habe, vor der Therapie).
Dann hinterfrage das ruhig. Man kann sich selbst leicht etwas vormachen (etwa, dass man niemanden braucht), aber auch Therapeut_innen haben die Wahrheit nicht gepachtet. Es kann also genauso gut sein, dass vielmehr dein Therapeut da auf dem Holzweg ist.
„Im Kampf zwischen dir und der Welt sekundiere der Welt.“ — Franz Kafka

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon Jette » 10. September 2020, 00:20

Hallo Thorbelino,

mir wurde vom Therapeuten damals auch empfohlen Kontakte zu knüpfen. Er meinte, das dies wichtig für mich wäre, um Verhaltensweisen anderer im Kontakt mit mir und anderen vergleichen und meinen Gefühlen dabei nachspüren zu können. Das Ziel war, zu erlernen, meine Gefühle dabei erspüren und benennen zu können, um so mit der Zeit herausfinden zu können, was meine eigentlich eigenen Bedürfnisse sind.

Ich muss sagen, ich mochte meinen Therapeuten früher überhaupt nicht und wäre wohl nicht mehr hingegangen, wenn ich damals nicht völlig zusammengerochen wäre. Im Nachhinein bin ich aber froh darüber, dies gemacht zu haben und heute halte ich ihn für einen Profi. Viele Verhärtungen haben sich bei mir aufgelöst, ich spüre mich wieder, kann mit ganz vielen Situationen mittlerweile sehr viel besser umgehen und fühle mich um ein Vielfaches stärker als früher.

Ich bin wieder Einzelgänger geworden, bin einfach kein Kontaktmensch. Das hat mein Therapeut auch so akzeptiert. Aber er hatte Recht damit, dass die Kontakte (vorübergehend) wichtig sind. Übrigens hat sich das eine ganze Zeit sogar richtig gut angefühlt und ich hatte sogar eine ganze Zeit einen besten Freund. So schlecht war das gar nicht.

Ich habe hauptsächlich an Wanderungen in kleinen Gruppen teilgenommen bzw. sie selbst organisiert. Beim Wandern hast du den Vorteil, dass du dir immer wieder einen suchen kannst, mit dem du ein Stück gehen und dich unterhalten kannst. Zwischendrin kannst du mal ein Stück alleine gehen oder dich einfach mit dem nächsten unterhalten. Ich habe immer geschaut, ziemlich am Schluss oder ganz, ganz vorne in der Gruppe zu gehen. So wirst du nicht von allen Seiten angesprochen. Das Ende hatte ich dabei bevorzugt. So hatte ich alles vor mir und alles im Blick.

Ich an deiner Stelle würde es versuchen und dem ganzen eine Chance geben. Ich meine, du musst dich auch gar nicht sofort festlegen. Ist es nicht so, dass man eine endgültige Entscheidung erst nach zwölf Sitzungen zu treffen hat? Ich glaube, das dient gerade dem Herausfinden können, ob es überhaupt passt.

Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige Lösung für dich findest.
Die Veränderung des Blickwinkels kann die Wahrnehmung von kleinen Dingen bewirken, die wir manchmal gar nicht mehr sehen. - Namasté

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Re: Hallo zusammen

Beitragvon krebsi » 15. Oktober 2020, 13:52

Hallo

Thorbelino hat geschrieben:Er sagt mein Verhalten ist eine Art Angst.


Diese Formulierung ist zwar laienhaft ausgedrückt aber trifft es fast auf dem Punkt. Er meint sicherlich damit eine verdeckte unbewusste Angst. Diese Form der Angst ist einem in der Regel nicht bewusst. Sie findet man auch unter anderen Persönlichkeitsstörungen und Neurosen (zb. paranoid, zwanghaft, narzisstisch, Organneurosen). Ich sehe in der verdeckten schizoiden Angst eine abgeschwächte Form der paranoiden Angst (tiefsitzendes Misstrauen). Dem Paranoiden ist seine Angst auch oft nicht bewusst. Besonders paranoid-aggressive Menschen (Choleriker) empfinden während ihrer vermeintlichen Gefahr und deren Abwehr keine Angst. Im Gegenteil, sie kommen aus sich raus und es herrschen eher Überlegenheitsgefühle (Flucht nach vorn). Ein besseres Beispiel zur Verdeutlichung wären die Zwangs und Organneurosen. Da manifestiert sich die unbewusste Angst in Verhaltensweisen, die oberflächlich keinen direkten Bezug zur Angst für Laien erkennen lassen. Psychiater und Psychologen wissen aber in der Regel, dass die Ursache in der unbewussten Angst liegt.

Nun gibt es aber unter den Schizoiden auch verschiedene Typen und Angstformen. Bei dem affektflachen gleichgültig eingestellten Schizoiden (Anästhetiker) würde ich die von mir beschriebene verdeckte unbewusste Angst vermuten. Dann gibt es solche die Angstempfinden haben, deren auch ihre Angst bewusst ist, aber sie nicht nach außen zeigen um keine Schwäche/Verletzlichkeit zu zeigen. Diese Angstform ist auch eine verdeckte aber keine unbewusste Angst mehr. Und als dritte Variante würde ich noch die Empfindsamen, deren ihre Angst bewusst ist und sie auch nach außen ohne weitere Hemmungen zeigen. Die letzten beiden Typen würde ich allerdings eher zu den schizotypen und ängstlich vermeidenden (Hyperästhetiker) zählen.

Genau aus diesem Grund bin ich auch eher ein Befürworter von exakten Abgrenzungen der einzelnen Typen (auf der Gefahr hin, dass man mir ein Schubladendenken unterstellt). Im ICD und DSM wird das heute auch so gemacht. Danach werden die Anästhetiker heute zu den Schizoiden und die Hyperästhetiker eher zu den schizotypen, ängstlich vermeidenden und paranoiden PS gezählt. Bei Mischtypen werden dann die Eigenschaften, die in einem Individuum überwiegen dann zu der jeweiligen PS gerechnet. Soweit die Theorie.

Leider sieht das in der Praxis noch anders aus. Da werden alle Typen in einem Topf geschmissen. Da wird teilweise noch auf Forschungen und Studien aus der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts zurückgegriffen. Neuere Thesen widersprechen dagegen wieder den Kriterien des ICD, DSM und führen somit zu weiteren Verwirrungen. Somit werden weiterhin Unsicherheiten und Fehlinterpretationen bei bestimmten Eigenschaften und deren Ursachen bestehen bleiben, die sich auch konterproduktiv auf Behandlungsmethoden auswirken.


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