Symbiose

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
Kalliope
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Re: Symbiose

Beitragvon Kalliope » 10. Februar 2020, 15:55

Nun, ich sagte nicht, dass ein Baby keine Gefühle hätte. Nur, dass es kein Gefühl und Unterscheidungsvermögen auf bewusster Ebene für "übergriffig" oder nicht hätte.

Was das andere betrifft, schrieb ich ja (um Deine Frage beantworten zu können): überspitzt formuliert.

Und ich bin überzeugt, dass ein Baby keine Bewusstheit im Sinne eines Erwachsenen hat.
Ebenso, wie ich überzeugt bin, dass ein Baby kein ausgeprägtes Ich wie ein Erwachsener hat. Was meiner Meinung nach ursächlich mit eben dieser Bewusstheit zu tun hat.
Was wiederum meiner Meinung nach mit dem Erwerb von Sprache zu tun hat.

Wäre das Baby im selben Umfang wie ein Erwachsener Ich-bewusst, so hätte man im Erwachsenenalter auch die Worte, um das zu beschreiben, was man als z.B. 1-Jähriges Kind erlebt hat.

Mit den genannten Gedächtnisformen muss ich erst einmal nachlesen. Sicher interessant.
"In Wirklichkeit ist der andere Mensch Dein empfindlichstes Selbst in einem anderen Körper" Khalil Gibran
"Das Ideal einer vollkommenen Gesundheit ist bloß wissenschaftlich interessant. Krankheit gehört zur Individualisierung." Novalis

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Re: Symbiose

Beitragvon padma28 » 10. Februar 2020, 16:29

@kalliope ich meinte das nicht wegen dir..ich habe dich richtig verstanden..oder war das nicht an mich gerichtet...?

Frozen meint, Babys hätten ein Bewusstsein
Oder es fehlt uns einfach am richtigen Begriff für den anderen nicht unbewussten Zustand?

frozen

Re: Symbiose

Beitragvon frozen » 10. Februar 2020, 19:15

Kalliope hat geschrieben: Da es die Unterscheidung weder treffen noch fühlen kann.
(...)
In einem sehr frühen Stadium wird dieser Raum (des Hohl-Körpers) auf seelisch-emotionaler-geistiger Ebene von Elter/n ausgefüllt.


Dann war dieser Passus (gekürzt von mir) von mir falsch verstanden wurden. Sorry.

padma28 hat geschrieben:Prozedual = implizites Gedächtnis
Ja, einverstanden, dazu würde ich die Gefühle zählen

Das deklarative = explizites Gedächnis
Da wären ja bildliche Erinnerung an die ersten Monate eines Babys auch dabei...
Ich meine aber, dass die bewusste explizite Erinnerung erst ab 3 Jahren vorhanden ist.

Oder was beinhaltet Deiner Meinung nach das deklarative Gedächtnis?

Gruss


Genau. So verstehe ich es auch. Das deklarative Gedächtnis entsteht erst später, so ca ab 3 Jahre herum (aus der Erinnerung heraus, mag jetzt nicht googeln). Dieses Gedächtnis speichert in Worten die gemachten Erfahrungen/ Wissen ab. Z.B. "Der Himmel ist blau." etc.

Das prozedurale Gedächtnis speichert Verhalten ab. Sowohl motorische (Radfahren) als auch Verhaltensweisen gegenüber Menschen. Aber eben nicht in Worten. Dieses Gedächtnis wird ab Werk mitgeliefert, steht also von Anfang an zur Verfügung, ist präverbal.

Man kann sich aber (mein Wissenstand) erst ab ca dem 3. Jahr erinnern, weil erst ab dann das (deklarative) Gedächtnis vorhanden ist. Nicht, weil man vorher kein Bewusstsein hat. Ein 2jähriges Kind kann bewusst den Löffel halten. Es kann sich nur nicht mehr verbal daran erinnern.

Hier ist es ganz kurz erklärt: https://flexikon.doccheck.com/de/Prozed ... 3%A4chtnis

Damit sind wir wieder hier:

Das Urhirn bzw die Amygdala reagiert bei Kontakt so wie sie es als Baby gelernt hat.....

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Re: Symbiose

Beitragvon padma28 » 10. Februar 2020, 21:21

Schön erklärt. Stimmt...Löffel halten ist ja ein bewusstes Verhalten....
Und das bildliche Gedächtnis?

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Re: Symbiose

Beitragvon ToWCypress81 » 11. Februar 2020, 09:21

Vielleicht hilft dieses Video bei diesem Thema weiter (hatte das schon mal gepostet):
https://m.youtube.com/watch?v=wStZIrFuOvU
Zeigt ganz gut auf, was im jeweiligen Alter (Baby bis 6-jähriges Kind) bei entsprechenden Schicksalsschlägen oder/und Erziehung - mit der Bindung von Mutter-Kind (Erziehungsberechtigter + Kind) macht - und dessen mögliche Auswirkung - Bindungsstörung bzw Persönlichkeitsstörung.
Ich denke allerdings, das Genetik auch noch mit reinspielt, Thema: Löwenzahn- & Orchideenkinder.
https://www.spektrum.de/magazin/dem-orchideenkind-auf-der-spur/1137434

frozen

Re: Symbiose

Beitragvon frozen » 11. Februar 2020, 13:20

Als absoluter Laie würde ich bildliche Erinnerungen dem deklarativen Gedächtnis zuschreiben. Ich kann die Bilder beschreiben und sie sind im Regelfall keine Verhaltensweise. Wobei es mit Sicherheiten wieder Überlappungen und Ausnahmen geben wird ;) -

ToWCypress81, das Video fand ich beim ersten Mal schon sehr schön.

Ich glaube ebenfalls, dass die Genetik und auch die angeborene Persönlichkeit des Kindes eine Rolle spielt. Genauso wie die Umwelt. Es ist halt ein sehr weites Feld.

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Re: Symbiose

Beitragvon padma28 » 12. Februar 2020, 18:37

Wird den das Bildliche gar nicht gespeichert oder nur im Unterbewusstsein? Wäre moch interessant zu wissen....

Das Video erklärt die Bindungstheorie sehr schön..danke :-) Denn Link schaue ich mir dann auch noch an.
Gruss & Dank


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