Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
prya
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Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon prya » 7. August 2019, 22:39

Hallo,
vielleicht kann mir hier wer helfen. Ich habe vor 2 Jahren einen Mann kennengelernt. Er ist um die 40, single, Yogalehrer. Er hielt immer Abstand von den Kursteilnehmern. Ich habe ihn angesprochen, weil er mit leid getan hat, danach haben wir ab und zu ein par Worte gewechselt. Später hat er viel über sich erzählt. Es gab viele Traumas in seinem Leben, sein Vater hat sich leben genommen, ich vermute, er war auch krank. Er lebt alleinet, hat viele Kontakte online, sieht sich stundenlang Fotos auf Instagram an, aber er hat keine wirkliche Freunde. Er hat hatte eine "Freundin" in einem fernem Land, die er nie getroffen hat. Nach ein par Wochen meinte er, er liebte mich und wir haben uns öfter getroffen. Er hat sich mir gegenüber geöffnet und hat viel erzählt. Er war da glücklich und hatte viele Zukunftspläne. Wegen seiner Schlaflosigkeit habe ich ihn gebeten Arzt aufzusuchen. Er hat Neuroleptika bekommen und mir die Tabletten gezeigt. Der Arzt gab ihn keine Diagnose. Nach einigen Wochen wurde er reizbar, negativ, sehr kritisch und empflindlich. Er hat die Tabletten abgesetzt. Alles was ich sagte war falsch. Er hat aufgehört mit mir zu sprechen, ich verstand er hatte nachts Halluziationen. Irgendwannn rief er mich an und hat mich angeschrien, dass er mich hasse, er fragte was ich von ihm will, hat mir mit der Polizei gedroht, wobei ich ihn nicht verfolgt habe. Und dann ist er in eine andere Stadt weggezogen. Er hat sich jetzt nach fast 2 Jahren bei mir gemeldet und sich entschuldigt. Er schrieb, er war damals in einem schlechtem Zusatand. Er will ein Freund von mir bleiben. Er war ruhig, hat mir über seinem Studium geschrieben, die er in der Zwischenzeit abgeschlossen hat. Wir haben uns getroffen, er ist veganer geworden, unterrichttet weiterhin Yoga, ist weiterhin viel mit sich selbs beschäftigt. Wir haben einen Tag zusammen verbracht, wo er zwar nicht ganz so offen war, wie früher, aber trotzdem öffener als zu anderen Menschen, glaub ich. Er sagte an dem Tag er war glücklich.

Ihm ist es wichtig, dass Leute glauben, er sei nett, höflich und hilfsbereit. Wie ich ihn aber kenne, ist er introvertiert, oft negativ, kritisch und interessiert sich nicht wirklich um andere. Er malt und liest viel, ist viel im Netz. Manchmal fragt er seltsame Fragen, z.B. ob es seltsam sei, alleine ins Restaurant zu gehen. Manchmal versteht er nicht, wenn ich einen einfachen Scherz mache. Nicht dass er beleidigt wird, er versteht einfach nicht was ich meine. Wir haben uns jetzt ein par mal getroffen und ich sehe dass ihm die körperliche Nähe nicht wichtig sei. Wir reden, wir können lachen, er beschwert sich viel über seinet Nachbarn, er sagt er ist immer zu hause, er will keinen Kontakt mit Leuten. Ich glaube er lügt nicht. Wenn wir reden, ist alles ok, wenn ich ihm aber kurz schreibe, kommt entweder sehr kurze Antwort oder gar keine. Ich verstehe dass er gerne mit mir redet, aber dass er den Kontakt beschränkt haben will.

Ich habe ihn gebeten mir zu sagen, wenn es ihm von meiner Seite zu viel wird, er meinte ich solle mir darüber keine Gedanken machen. Aber ich sehe, wie er wieder eine Mauer um sich baut. Er wird nie ein Treffen vorschlagen, er nimmt meine Vorschläge vorsichtig an.

Ich weiss nicht ob er denkt, er sei krank, auf einer Seite schreibt er im Netz, dass er gerne alleine sei, aber mir sagte er mal, er will eine, die sich um ihn kümmert. Er ist ein Perfektionist, sehr ordentlich, kocht sehr gesund und ich bin darüber überzeugt, dass er mit keinem wohnen kann. Es wäre ihm zu nah, zu viel.

Ich bin mir nicht sicher, ob er schisoid sei. Ich habe Angst ihn zu fragen, was da vor 2 Jahren passiert sei. Ich sehe keine Tabletten in seiner Wohnung, ich wage nicht zu fragen. Ich will ihm nicht zu nah treten und ihn abzuschrecken. Ich sehe er freut sich über die Aufmerksamkeit, kleine Nachrichten von mir, er ist aber schlecht in Kontaktaufnahme. Ich habe einerseits das Gefühl, dass er wartet, bis ich mich wieder melde, er weiss aber, dass er nicht anworten will.

So wie ich lese, is es für die schisoide kein Problem, den Kontakt zu beenden. Ich wundere mich, warum er sich nach fast 2 Jahren gemeldet hat. Er sagte er hat mich nie vergessen, aber ich bin mir sicher, er hat mich eine Weile wirklich gehasst.

Kann mir jemand helfen zu verstehen, was bei ihm so läuft? Wie er sich wahrscheinlich fühlt? Gibt es Phasen wo ihr Depressionen habt oder seid ihr mehr oder weniger stabil? Es kann sein, dass er paranoid Schisophren ist, vielleicht nicht. Ich habe keine Ahnung.

liebe Grüße
Prya

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon orinoco » 11. August 2019, 23:16

Hi prya und erst mal herzlich willkommen,

der Ansatz mit Verständnis und Erklärung von Betroffenen ist grundsätzlich vielversprechend. Hilfreich ist es besonders wenn das beide Seiten tun, also einerseits selbst durch mehr Erkenntnis mehr Verständnis für den anderen erreichen, und andererseits sich dem anderen besser erklären zu können. Viele grundlegende Basics, die hierbei hilfreich sind, habe ich in meinem Blog erklärt. Auch einige Ansätze wie man mit der Situation als Betroffener bzw. dessen Partner/Freund umgeht habe ich dort auch schon angeführt. Daneben ist es empfehlenswert sich das Verhältnis des Betroffenen in der Kindheit zu seinen Eltern, insbesondere die Mutter, anzusehen ob es da Auffälligkeiten gegeben hat, die die komplexe PTBS durch frühkindliche Traumatisierung erklärbar machen z.B. emotionale Kälte/Abwesenheit der Mutter, Vollzeitarbeit der Mutter, Krankhausaufenthalte, Umzüge usw.

VG

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon Felsi » 16. August 2019, 21:24

Ich kenne mich nur mittel aus, aber soviel: Es gibt viele ähnliche Persönlichkeitsbilder (ich will es nicht "störungen" nennen, denn wenn man mal die Wahrscheinlichkeiten aller unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen addiert, die liegen ja immer so bei mal 2% mal 4% etc. pro "Störung" müsste ja ein Großteil der Bevölkerung gestört sein ...). Also es gibt viele ähnliche Bilder, und nur ausgebildete Experten können dazwischen differenzieren. Autismus, Schizoid, Asperger, Ängstlich-Vermeidend etc.

Was bei mir (männlich in den 40ern) zieht (diagnostiziert schizoide Persönlichkeit, aber vlt. noch nicht Persönlichkeitsstörung) ist wenn eine Frau immer mal wieder Zeigt dass sie mich liebt. Auch wenn ich das vlt. nicht ganz so oft oder viel subtiler (Auto tanken damit sie Sprit hat, mühe geben beim sie bekochen etc.) zurück zeigen kann. Mal ein Herzchen auf den Kaffee zeichnen oder soetwas. Das nimmt mir die Unsicherheit vlt am ende doch zurückgewiesen zu werden und alleine im Schneesturm des Lebens zu stehen, mal wieder, wie immer ... Und erst dann kann ich den Invest tätigen, mich auf so etwas brüchiges wie eine soziale oder gar Liebesbeziehung einzulassen.

Aber im Einzelfall kann das ganz anders sein, und wenn es eher Asperger (eher unsensibel, ungelenk) als Schizoid ( eher höhst sensibel, scheu) ist, ist das noch mal ganz anders.

Also, vorbehaltlich dass ich sowieso kein Experte bin und hoffe nicht in die falsche Richtung zu raten, bevor Du Selbstdiagnosen um Dich wirfst habe ich noch eine mittlere Eskalationsstufe: Wenn Du ihm erzählst wie viel er Dir bedeutet, vlt. lässt er sich auf eine Paartherapie ein ?

Das geht vermutlich nur wenn sein Selbstvertrauen gerade stark genug ist, das Stigma einer Therapie zu verkraften. Also nicht in Ordnung zu sein ... mal wieder ... Vlt. kannst Du es so verkaufen, dass Du vor allem an Dir arbeiten möchtest.

Das schöne an einer Paartherapie ist, dass sich der Therapeut nicht auf die (sogenannten) Störungen der Individuen stürzt, sondern etwas lockerer Hilfe beim Zusammenleben anbietet. Ich meine, was ist schon normal und was nicht. Normal ist zufällig das, wie die meisten Menschen sind - das wird damit nicht zum Maßstab. Wären die meisten Menschen eher ehrlich wie ich es über Schizoide gelesen habe (dabei beziehe ich mich auf eine Renommierte Quelle über Persönlichkeitsstörungen, die behauptet, Schizoide spielen fast keine "Spielchen" zur Manipulation von Menschen), und von mir selber kenne, wäre die Welt sicher ein besserer Ort. Zumindest was diesen Einzelaspekt angeht, andere Aspekte wären weltweit eher schwierig, da will ich nichts schön reden. Was ich meine ist, es wird nicht auf vermeidliche oder tatsächliche Defizite gesehen, sondern eher auf das Ergebnis schöner Zweisamkeit hin-gearbeitet. Das ist doch viel positiver, als ihn zum Therapeuten zu schicken :)

Und dann (vorsicht, ich bin Laie mit weniger als Halbwissen) könntest Du Dich noch fragen, was Dich an ihm reizt. Geht in Richtung Helfersyndrom und so. Was ja ok wäre, kann auch gut sein sich das mal bewusst zu machen.

Schön, dass Du so tolerant bist. Es gibt ganz viele verschiedene Lebensentwürfe, keine Blaupause, die unterschiedlichsten Menschen sind mit den unterschiedlichsten Lebensweisen glücklich. Ob hier der Invest wert ist kannst nur Du voraussehen. Paartherapie hin oder her, ich fürchte, Ihr müsstet mal über Eure Vorstellungen reden. Und besser jetzt in Ruhe, als wenn es beim nächsten Paar-Streit rausbricht.

Hoffe das hilft. (Wie gesagt, bin kein Experte, besser noch mehrere Meinungen einholen).

Liebe Grüße,
Felsi

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon Indigocat » 17. August 2019, 08:46

prya hat geschrieben:Ich habe ihn angesprochen, weil er mit leid getan hat, danach haben wir ab und zu ein par Worte gewechselt.

Klingt nicht nach einer guten Basis und Beziehung auf Augenhöhe :rätseln:. Scheint so, als ob du dein Gegenüber nur benutzt, um dein eigenes Helferbedürfnis auszuleben? Schizoide sind in der Regel viel weniger hilfsbedürftig als ihre selbsternannten Helfer.
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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon Felsi » 17. August 2019, 21:46

Fänd ich ok, wenn's funktioniert. Ich meine wenn ich möchte, dass meine leichte Zurückgezogenheit toleriert wird, muss ich auch ein mögliches Helfersyndrom beim Gegenüber tolerieren. Kann ja der Kitt sein, der am Ende zusammenhält. Beides sind "Spielchen", da würde ich nicht die eigene Spielebene als valide bezeichnen und die andere als invalide.

(Oh je, gerade neu im Forum und ich fange an den Forums-Profis zu widersprechen. Sorry. Vlt. bin ich auch noch zu moderad schizoid. Eine erhabene Sichtweise auf das Thema, eine Art Stolz darauf schizoid zu sein, wie es Riemann beschreibt, habe ich irgendwie gar nicht. Sagt mir bescheid, wenn ich nicht rein passe und störe.)

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon 2ost » 17. August 2019, 22:07

Felsi hat geschrieben:Oh je, gerade neu im Forum und ich fange an den Forums-Profis zu widersprechen. Sorry.
Bin ja selbst auch noch ganz neu hier, aber:
Kleine Frage

"Glaubst du
du bist
noch zu klein
um grosse Fragen zu stellen?

Dann kriegen
die Grossen
dich noch klein
bevor du gross genug bist"
(Erich Fried)

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PS Mitleid wäre aber auch mir keine Basis. So "nötig" hab ich's dann auch wieder nicht.
„Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.“ – Sunzi

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon Indigocat » 18. August 2019, 10:16

Felsi hat geschrieben:Fänd ich ok, wenn's funktioniert. Ich meine wenn ich möchte, dass meine leichte Zurückgezogenheit toleriert wird, muss ich auch ein mögliches Helfersyndrom beim Gegenüber tolerieren. Kann ja der Kitt
Na ja, das bedeutet aber auch, das du nicht um deiner selbst willen geliebt wirst, sondern für den anderen nur ein Objekt bist. Außerdem finde ich, dass zumindest die (nicht schizoiden) Helfer, die hier im Forum aufschlagen, sich im IQ und auch EQ (aufgrund der eigenen Problematik) nicht mit den meisten Schizoiden messen können, aber oft ein sehr belehrendes und überhebliches Verhalten zeigen. Beliebt ist auch das Modell depente oder Borderline-Prinzessin, frühberentet (parasitäre Lebensweise :rätseln: ), die hofft, sich hier ihren Informatiker-Prinzen zu angeln, der ihr ein angenehmes Leben ermöglicht.

(Oh je, gerade neu im Forum und ich fange an den Forums-Profis zu widersprechen. Sorry. Vlt. bin ich auch noch zu moderad schizoid. Eine erhabene Sichtweise auf das Thema, eine Art Stolz darauf schizoid zu sein, wie es Riemann beschreibt, habe ich irgendwie gar nicht. Sagt mir bescheid, wenn ich nicht rein passe und störe.
Bin kein Profi, jeder darf seine eigene Meinung haben, solange es höflich bleibt. Von unterschiedlichen Meinungen lebt ein Forum ;)
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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon Felsi » 18. August 2019, 12:03

Schön, dass wir hier eine sehr offene Kultur haben und Meinungen frei äußern dürfen. Danke.

Wo war denn jetzt noch mal genau der Platz, wo die Prinzessinen für mich schlange stehen ? :) Nein, quatsch :) Borderline-Partnerin hatte ich schon mal, muss ich nicht nochmal haben ... :)

Pyra, wie geht's Dir ? Hilft das ? Vlt. noch: Sei ruhig egoistisch, dein Prinz kommt schon klar. Wenn Du ihn möchtest, nicht um ihm zu helfen, sondern weil Du ihm nahe sein willst, super, gute Basis (imho). Ich lese die Angst heraus, Dich einzulassen und dann abserviert zu werden. Die wäre vlt. beim Gegenpol (?) der Achse-B Persönlichkeitsstörungen (Narzismus, Histrionisch etc.) eher eine Gefahr, als bei einem in sich ruhenden Schizoiden. Aber wie gesagt, Schizoid ist schwer zu diagnostizieren habe ich gelesen weil es so viel ähnliches gibt (Asperger etc.).

Hoffe das hilft und Danke Indigocat für den offenen Austausch.

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon prya » 21. August 2019, 02:25

Danke für alle Reaktionen. Um es klar zu machen, so wie die Beziehung gerade ist, ist es von seiner Seite Freundschaft und das akzeptiere ich. Er ist nicht reicht, aber er braucht kein Geld von mir.

Vor ein Par Jahren schrieb er im Nezt, er will als Mönch leben, weil Leute ihn verletzten.

Ich hab vielleicht ein Helfer- Syndrom, aber auch genug aerfahrungen mit Depressiven Leuten.
Seitdem ich ihn in seiner Krise erlebte, wo er nicht mal seine Wohnung aufräumen geschaft hat, aber niemals um Hilfe oder Mitleid gebeten hat, verstehe ich seine Abgrenzung von der Welt und dass er keine Hilfe will.
Ich versteh dass er nicht für andere, sondern für sich gefährlich sein kann, wenn wieder eine Krise kommt. Vor 1,5 Jahren hat er es zwischen uns Beziehung gennant, wo er mir am Ende mit der Polizei gedroht hat, da er sich gestalket gefühlt hat, als ich fragte wie es ihm geht.

Ich bin froh dass er nach 1,5 Jahr wieder Kontakt augenommen hat und wieder reden will, auch wenn auf seine Weise. Wenn ich kurz was schreibe , antwortet er kurz, höflich. Ich denke dass er sich über die aufmerksamkeit freut, auch wenn er oft nix über sich schreibt. Wenn wir uns treffen, kann er frei reden, meistens beschwert er sich über einige Sachen, er kan. aber auch lustig sein. Er ist Ausländer und hat deswegen einige Probleme. Ich bin froh, dass er redet, ich verstehe dass es ihm ohne Kontakt mit mir nicht schlechter ginge, er will keine Beziehung und ich versuche auch keine daraus zu machen. Ich sehe dass er immer noch gewisses Vertrauen zu mir hat, weil vor den meisten Menschen beschwert er sich nie. Hat immer ein ruhiges Lächeln an und die meisten verstehen dass er lediglich höflich sein will, nicht ehrlich und nicht wirklich freundlich.
Als er vor dem 1,5 Jahr Neuroleptika bekommen hat, wollte er sie nicht nehmen. Ich hab Angst zu fragen, ob er sie heutztage tut. Er sieht sich nicht als krank.

Ich habe keine Angst abserviert zu werden, nein. Ich habe Angst ihn zu verletzten. Ich lese auch hier, dass einige von euch Kontakt wollen, aber der muss meistens von draussen kommen. Ich kann bei diesem Freund aber die Grenze nicht abschätzen, wo es ihm zu viel sein kann.
Ich weiss nicht ob er schisoid ist, oder schisofren.
Als wir die Beziehung hatten, sagte er Sachen die sich nach Halutinationen anhörten, er hat Leute verdächtigt, fühlte sich schlecht behandelt. Jetzt sehe ich dieses Verhalten nicht, deswegen denke ich dass er eher schisoid sei, nur die Krise damals zu Halutinationen geführt hat. Aber ich weiss es nicht. Deswegn wollte ich von euch wissen, ob wie ihr euch fühlt, wenn euch Kontakt mit einem zu viel wird.
Ich hab ihn gebeten mir zu sagen, wenn es zu viel ist. Aber er sagt nie was dazu.

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Re: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Freund, der wahrscheinlich schisoid is?

Beitragvon tiffi » 21. August 2019, 22:04

prya hat geschrieben:Ich habe keine Angst abserviert zu werden, nein. Ich habe Angst ihn zu verletzten. Ich lese auch hier, dass einige von euch Kontakt wollen, aber der muss meistens von draussen kommen. Ich kann bei diesem Freund aber die Grenze nicht abschätzen, wo es ihm zu viel sein kann.
Ich weiss nicht ob er schisoid ist, oder schisofren.
oh, das sehe ich gar nicht so, mit dem von draußen kommen, ganz im Gegenteil.

Und die Grenze wird durch die durchgezogene Distanz gezeigt, kein Treffen, kein telefonieren
für einen Zeitraum. Und das so brauchen und so meinen. und sehr gut alleine zurecht kommen,
da muss sich keiner Sorgen machen, Autonomie funktioniert.
Und wenn nicht, dann liegt das nicht an fehlenden Kontakten, die eher Stressoren
als Stabilisatoren sind.

Frage am Rande: Wieso schreibst du schisoid und schisophren? Ist deutsch nicht deine Muttersprache oder ist das die
neue Rechtschreibung?


Keine Ahnung, was mit deinem Freund los ist. Es klingt irgendwie anstrengend
und nicht so locker. Nicht auf einer Ebene, und als hättest du eine Art Helfersyndrom.
Hätte er die Kontrolle verloren, könnte ggf. der psychosoziale Dienst ihn mal besuchen.


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