Auch junge Leute häufig psychisch krank

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Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 26. März 2019, 08:05

Weil es auch hier öfter Thema ist und ich es im Umfeld häufiger erlebe: Studenten leiden oft an psychischen Erkrankungen. Die Ablösung vom Elternhaus und dem Leistungsdruck standzuhalten gelingt nicht immer reibungslos.

Depressionen bei Studenten nehmen zu
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Themis » 26. März 2019, 19:45

Die Gründe dafür liegen allerdings nachgewiesenermaßen in der heutigen Erziehung und einer großen damit einhergehenden Unselbstständigkeit und erlernten Hilflosigkeit.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Geextah » 27. März 2019, 17:58

Wobei, wenn ich das richtig im Hinterkopf habe, sind Akademiker von psychischen Erkrankungen öfter betroffen, als Nichtakademiker - wundert mich daher nicht sonderlich, dass Studenten mit dem erhöhten Leistungsdruck Schwierigkeiten haben.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon sdsdsdsv » 27. März 2019, 20:59

Geextah hat geschrieben:Wobei, wenn ich das richtig im Hinterkopf habe, sind Akademiker von psychischen Erkrankungen öfter betroffen, als Nichtakademiker - wundert mich daher nicht sonderlich, dass Studenten mit dem erhöhten Leistungsdruck Schwierigkeiten haben.
Ich behaupte mal das ist durch die Erhebung verzerrt, bei der nicht berücksichtigt wird, dass Studenten und Akademiker vermutlich häufiger psy. Hilfe aufsuchen als andere, aber was weiß ich.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Indigocat » 30. März 2019, 09:41

Themis hat geschrieben:Die Gründe dafür liegen allerdings nachgewiesenermaßen in der heutigen Erziehung und einer großen damit einhergehenden Unselbstständigkeit und erlernten Hilflosigkeit.
Wie meinst du das konkret?

Denke, die Gründe sind sehr vielfältig. Natürlich haben Auszubildende aus "vorgeschädigten Familien" ein höheres Risiko, auch zu erkranken. Oft ist es auch der unbewusste Widerspruch so von wegen, dass diese narzisstische Leistungsgesellschaft nicht gut sein kann, dass es in jeder Hinsicht ungesund ist, sich kaputtzuarbeiten und damit andere reich zu machen, aber man sich erlerntermaßen irgendwie anpassen will/muss. Oft kommen die jungen Leute aus Familien, wo ihnen übertriebener Ehrgeiz ohne das Aufzeigen von Alternativen eingebläut wurde, aber wenig Rückhalt beim Scheitern beziehungsweise Umorientieren gegeben wird. Denke, gerade sehr intelligente, sensible Menschen verzweifeln hier, während einfachere, stumpfe Menschen eher drauflos arbeiten. Die kommen dann paradoxerweise auch weiter.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon sdsdsdsv » 30. März 2019, 14:17

Indigocat hat geschrieben:Oft kommen die jungen Leute aus Familien, wo ihnen übertriebener Ehrgeiz ohne das Aufzeigen von Alternativen eingebläut wurde, aber wenig Rückhalt beim Scheitern beziehungsweise Umorientieren gegeben wird. Denke, gerade sehr intelligente, sensible Menschen verzweifeln hier, während einfachere, stumpfe Menschen eher drauflos arbeiten. Die kommen dann paradoxerweise auch weiter.
Gut geschrieben.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon tiffi » 31. März 2019, 11:45

sdsdsdsv hat geschrieben:
Indigocat hat geschrieben:Oft kommen die jungen Leute aus Familien, wo ihnen übertriebener Ehrgeiz ohne das Aufzeigen von Alternativen eingebläut wurde, aber wenig Rückhalt beim Scheitern beziehungsweise Umorientieren gegeben wird. Denke, gerade sehr intelligente, sensible Menschen verzweifeln hier, während einfachere, stumpfe Menschen eher drauflos arbeiten. Die kommen dann paradoxerweise auch weiter.
Gut geschrieben.
ja, mich spricht es auch an, und das klingt zu schön um wahr zu sein mit dem Rückhalt beim Scheitern und der Suche
nach Alternativen.
Das würde ja liebevolle Eltern voraussetzen, die in der Welt halbwegs zurechtkommen und etwas Lebensweisheit
haben, also vermutlich sowas wie Sechser im Lotto.
Wenn man das nicht hatte, und eh leicht irritierbar ist, klammert sich schnell an irgendwas, versucht das durchzuziehen auf
Teufel komm raus; das mit der Alternative und dem Selbstvertrauen ist schwierig.

Leider ist die Zeit, wo man noch gute unterstützende Erwachsene gebraucht hätte oder man diesen Schutz hatte, sich zu
entwickeln und zu orientieren, längst vorbei, doch die inneren Löcher sind geblieben. Sodass es auch nicht leicht ist,
sich selber aus dem Sumpf zu ziehen.
Oder halt in minimalen Schritten mit der vollen Last des funktionieren müssens und der ganzen inneren Verwirrung und Stress-
reaktionen die eine frühe Entwicklungsstörung so mit sich bringt.
Bin gerade etwas negativ in der Hinsicht, doch die Erwähnung einer Alternative, die das alles berücksichtigt, klingt gut.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon knolle » 31. März 2019, 15:13

tiffi hat geschrieben:Leider ist die Zeit, wo man noch gute unterstützende Erwachsene gebraucht hätte oder man diesen Schutz hatte, sich zu
entwickeln und zu orientieren, längst vorbei, doch die inneren Löcher sind geblieben.
Ich frage mich, ob das wirklich so ist. In meiner Ausbildung hatte ich das Thema Schematherapie und unter anderem auch das sog. Reparenting. Im Grunde ist das eine Haltung des Therapeuten, durch die diese Löcher gestopft werden sollen.

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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon Themis » 31. März 2019, 16:07

Durch das Reparenting erhält man die Möglichkeit, sich mit Unterstützung des Therapeuten eine neue Persönlichkeit mit weniger Löchern zu stricken.

Aber die alte Persönlichkeit, mit der man so lange gelebt hat, bleibt wie ein Schatten im Hintergrund (bzw. das Wissen um die alte Persönlichkeit und wie und warum sie so - mit vielen Löchern - entstanden ist).

Meiner Erfahrung nach kann man in der Tat viel nachholen und dauerhaft mehr Lebensqualität gewinnen. Auslöschen kann man jedoch nichts.
Wäre ja auch schlimm, schließlich gehört auch das zu einem.
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Re: Auch junge Leute häufig psychisch krank

Beitragvon MeinNameIstHase » 31. März 2019, 18:19

knolle hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Leider ist die Zeit, wo man noch gute unterstützende Erwachsene gebraucht hätte oder man diesen Schutz hatte, sich zu
entwickeln und zu orientieren, längst vorbei, doch die inneren Löcher sind geblieben.
Ich frage mich, ob das wirklich so ist. In meiner Ausbildung hatte ich das Thema Schematherapie und unter anderem auch das sog. Reparenting. Im Grunde ist das eine Haltung des Therapeuten, durch die diese Löcher gestopft werden sollen.


Auch wenn das kein therapeutischer Ersatz könnte ich mir vorstellen, das Freunde, Beziehungspartner, ... etc. das zwar nicht im Sinne des Reparenting stopfen können, dennoch aber eine andere Art von Unterstützung bieten können, die das vielleicht aufwiegt bzw. aufzeigen kann, dass es auch tatsächlich so etwas gibt, wo man Rückhalt finden kann, sich fallen lassen kann, so sein kann, wie man ist, ... Und auch Unterstützung in der eigenen Entwicklung erfahren kann durch Austausch, "einfach da sein", ...


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