N' Abend

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tiffi
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Re: N' Abend

Beitragvon tiffi » 7. Dezember 2018, 10:26

Themis hat geschrieben:Heißt wohl, dass der gute Schopenhauer das Glück :feiern: hatte, dass ihm Depressionen oder sonstige quälende Stimmungen fremd waren. Noch nie im Leben war mir langweilig ... Es ist doch immer was zum Denken da.

Ja, erholsam. Zu viel Eigenes und Stille erzeugt zwar manchmal ein Gefühl der Verlorenheit (@ tiffi: Weiß nicht, ob Du das mit der "Grenze zum Angenehmen" meintest?); aber bringt einen doch wieder ins Gleichgewicht.

Hätte man diese Phasen nicht, käme man ja völlig aus der Eigendrehung heraus. :rätseln:
Ich dachte bei dem Schopenhauer, der würde vermutlich auch die Depression fühlen, außer er kann sich ablenken
und beschäftigen.
Verlorenheit, ja das auch, als wäre eine Decke über dem eigenen Wesen und zwischen der Welt und es gäbe
wenig Austausch und "Luft".
Aber wenn zuviel Verbindung und Austausch war, hab ich auch den Eindruck, ich brauche den Zustand nahezu.
Abnabeln, verarbeiten.

bahnhof hat geschrieben:Wenn man sich mir 17 schon eine passende Schublade gesucht hat, ist die Gefahr der selbsterfüllenden Prophezeiung natürlich besonders hoch und wohl auch unvermeidlich.
Zurückblickend würde ich dir raten, mehr zu wagen und nicht immer den bequemsten Weg zu gehen, auch wenn's weh tut. Gerade wenn man jung ist, könnte es sein, dass man doch noch umlernen kann, dass Erfahrungen einen doch noch erreichen können.
Alternativ wäre es eventuell interessant, die Sache "offiziell" zu machen und dann gezielt nach einem geschützten Bereich zu suchen, wo man trotz seiner Eigenarten ein einigermaßen erstrebenswertes Dasein fristen kann. Solange jemand die Hand über einen hält ist man dann vielleicht zu Großem fähig, aber zumindest für Reichtum sollte es reichen.
Ich finde, ein sehr guter Beitrag, der Optionen aufzeigt.

Ich mache mir noch Gedanken zu dem letzten Abschnitt, der bei mir etwas hakt (bezogen auf meine Denkweise, aber
dennoch eine mögliche Option ist).
Wenn diese Gedanken zu weit führen, könnte ich das ggf. auch auslagern in ein eigenes Thema.
Ich setz das erstmal in einen Spoiler.
► Text zeigen

@Schneegeflüster
Was mich erstaunt ist, dass du noch so jung bist und schon so früh dir soviele Gedanken machst
und dich mit Einordnungen beschäftigst, mit Philosophie.

Klingt dann so, als hättest du viel Zeit in deiner Welt verbracht.
Vermutlich auch Belastungen zu Hause und durch das System Schule? Andeutungsweise hast du ja
schon geschrieben, dass du mit der Zeit besseres anstellen könntest.
(Mehr wäre vermutlich im geschlossenen Bereich des Forums besser aufgehoben).
Schneegeflüster hat geschrieben:Ich befinde mich gerade in einer Phase des Sozialen Umbruchs, weil ich einerseits angefangen habe, bewusst mehr soziale Kontakte anzustreben, andererseits aber eine sehr lange und ungleich bedeutsame Freundschaft, die mir immer sehr wichtig war, am zerbrechen ist.
Klingt interessant mit dem sozialen Umbruch. Da gibt es sicher einiges zu entdecken, und einiges
verändert sich. Das kann dann auch bestehende Freundschaften gefährden, wenn der andere mit der Veränderung
nicht mitkommt oder sich in eine andere Richtung verändert.
Vielleicht bekommt ihr es ja mit offenem Austausch noch hin, zu sehen wo ihr da steht, euch hin entwickelt,
und ob es noch Gemeinsamkeiten gibt. Vielleicht ist es auch nur eine Phase von mehr Distanz?

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Re: N' Abend

Beitragvon Richey Edwards » 7. Dezember 2018, 13:11

Schneegeflüster hat geschrieben:Schnee wäre wirklich etwas feines.


Ich HASSE Schnee. Unter den Schlümpfen war übrigens immer der Hasser-Schlumpf mein "Seelenverwandter",
weil jeder seiner Sätze mit "Ich HASSE..." beginnt. :breites grinsen:

Bild

Na ja, es können nicht alle gleicher Meinung sein.

Hallo und herzlich willkommen! :winken:
Ich würde keinem Club angehören wollen, der mich als Mitglied aufnimmt. (W Allen)
Wenn man im fahrenden Zug in die Gegenrichtung geht, fährt der Zug trotzdem in die falsche Richtung. (Welzer) Es gibt keine hoffnungslosen Fälle, nur hoffnungslose Menschen.

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Re: N' Abend

Beitragvon Schneegeflüster » 7. Dezember 2018, 15:14

bahnhof hat geschrieben:Wenn man sich mir 17 schon eine passende Schublade gesucht hat, ist die Gefahr der selbsterfüllenden Prophezeiung natürlich besonders hoch und wohl auch unvermeidlich.

Das stimmt wohl, wobei ich mich selbst nicht zwanghaft als SP sehen muss. Es ist nur eben so, dass ich als Individuum gewisse Eigenschaften habe, die sich zu sehr weiten Teilen mit den Eigenschaften der SPS überschneiden, dass ich mich der Einfachheit halber als SP bezeichnen würde.
bahnhof hat geschrieben:Zurückblickend würde ich dir raten, mehr zu wagen und nicht immer den bequemsten Weg zu gehen, auch wenn's weh tut. Gerade wenn man jung ist, könnte es sein, dass man doch noch umlernen kann, dass Erfahrungen einen doch noch erreichen können.

Amüsanterweise wurde mir neulich schonmal etwas ähnliches empfohlen, mit den Worten "mehr Zulassen." Ich arbeite da relativ aktiv an mir, soweit das eben geht, und habe schon gewisse Fortschritte erzielt, die Frage ist nur: wie "normal" will ich eigentlich werden? Mein Ziel ist gerade eher, die SPS soweit abzumildern, dass sich das mit dem Leidensdruck gibt, ansonsten fühle ich mich so recht wohl.

bahnhof hat geschrieben:Alternativ wäre es eventuell interessant, die Sache "offiziell" zu machen und dann gezielt nach einem geschützten Bereich zu suchen, wo man trotz seiner Eigenarten ein einigermaßen erstrebenswertes Dasein fristen kann. Solange jemand die Hand über einen hält ist man dann vielleicht zu Großem fähig, aber zumindest für Reichtum sollte es reichen.
Ehrlich gesagt, kann ich mit diesem Ratschlag nicht viel anfangen, weil ich weder wüsste, was ich für mich als erstrebenswert noch als Groß definieren würde. Und Reichtum ist letztenendes auch immer nur Mittel zum Zweck, also keine Lösung, wenn der Gegenstand der Frage überhaupt erst der Zweck ist

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Re: N' Abend

Beitragvon Schneegeflüster » 7. Dezember 2018, 15:49

tiffi hat geschrieben:@Schneegeflüster
Was mich erstaunt ist, dass du noch so jung bist und schon so früh dir soviele Gedanken machst
und dich mit Einordnungen beschäftigst, mit Philosophie.

Wie Themis vorher schonmal sagte: "Es ist doch immer was zum Denken da." Könnte ich mich nicht in mich selbst zurückziehen und über sinnvollere Dinge sinnieren, ich würde eingehen. Danke übrigens :)

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Re: N' Abend

Beitragvon Schneegeflüster » 7. Dezember 2018, 15:52

Richey Edwards hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:Schnee wäre wirklich etwas feines.


Ich HASSE Schnee. Unter den Schlümpfen war übrigens immer der Hasser-Schlumpf mein "Seelenverwandter",
weil jeder seiner Sätze mit "Ich HASSE..." beginnt. :breites grinsen:

Bild

Na ja, es können nicht alle gleicher Meinung sein.

Für heute hast du ja nochmal rechtbehalten ;)
Richey Edwards hat geschrieben:Hallo und herzlich willkommen! :winken:

Danke auch dir!

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Re: N' Abend

Beitragvon Themis » 7. Dezember 2018, 16:13

Schneegeflüster hat geschrieben:etwas ähnliches empfohlen, mit den Worten "mehr Zulassen." Ich arbeite da relativ aktiv an mir, soweit das eben geht, und habe schon gewisse Fortschritte erzielt, die Frage ist nur: wie "normal" will ich eigentlich werden? Mein Ziel ist gerade eher, die SPS soweit abzumildern, dass sich das mit dem Leidensdruck gibt, ansonsten fühle ich mich so recht wohl.
Was mir hier wieder mal auffällt, ist die sehr hohe Fähigkeit zur Selbstreflexion und dann auch bewussten Selbststeuerung/-erziehung. :Blümelein:

Ob das an der schizoiden Struktur liegt oder eine Folge davon ist, weiß ich auch bei mir selbst nicht so recht. Finde es nur immer sehr angenehm, wenn das auch bei anderen hier aufscheint. Irgendwie haben das die meisten Leute nicht, und ich kam mir mit diesen Eigenschaften immer extrem unmenschlich vor.
Wut ist ein nützliches Gefühl, wenn es darum geht, zu überleben.
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Re: N' Abend

Beitragvon Schneegeflüster » 7. Dezember 2018, 17:10

Themis hat geschrieben:Was mir hier wieder mal auffällt, ist die sehr hohe Fähigkeit zur Selbstreflexion und dann auch bewussten Selbststeuerung/-erziehung. :Blümelein:

Ob das an der schizoiden Struktur liegt oder eine Folge davon ist, weiß ich auch bei mir selbst nicht so recht. Finde es nur immer sehr angenehm, wenn das auch bei anderen hier aufscheint. Irgendwie haben das die meisten Leute nicht, und ich kam mir mit diesen Eigenschaften immer extrem unmenschlich vor.

Mir kamen deswegen immer die anderen unmenschlich vor. Und ein Hang zur Introspektion steht schon im ICD-10, aber trotzdem hast du recht, dass das mit der Selbststeuerung und -erziehung schon etwas beeindruckendes ist.

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Re: N' Abend

Beitragvon Indigocat » 8. Dezember 2018, 20:33

Hallo Schneegeflüster, :winken:
Schneegeflüster hat geschrieben:,
bahnhof hat geschrieben:Alternativ wäre es eventuell interessant, die Sache "offiziell" zu machen und dann gezielt nach einem geschützten Bereich zu suchen, wo man trotz seiner Eigenarten ein einigermaßen erstrebenswertes Dasein fristen kann. Solange jemand die Hand über einen hält ist man dann vielleicht zu Großem fähig, aber zumindest für Reichtum sollte es reichen.
Ehrlich gesagt, kann ich mit diesem Ratschlag nicht viel anfangen, weil ich weder wüsste, was ich für mich als erstrebenswert noch als Groß definieren würde. Und Reichtum ist letztenendes auch immer nur Mittel zum Zweck, also keine Lösung, wenn der Gegenstand der Frage überhaupt erst der Zweck ist
Das halte ich für eine klassische Doppelbindung. Mit Geld kann man sich die größtmögliche Freiheit kaufen. Ich will möglichst unabhängig sein, aber ich lehne die Mittel, die mir das ermöglichen, aus Eitelkeit ab und strample mich lieber im Hamsterrad des Systems ab, scheitere immer wieder und beklage mich, dass ich nicht auf die Beine komme.
Zuletzt geändert von Indigocat am 8. Dezember 2018, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: N' Abend

Beitragvon Schneegeflüster » 8. Dezember 2018, 20:40

Indigocat hat geschrieben:Das halte ich für eine klassische Doppelbindung. Mit Geld kann man sich die größtmögliche Freiheit kaufen. Ich will möglichst unabhängig sein, aber ich lehne die Mittel, die mir das ermöglichen, aus Eitelkeit ab und strample mich lieber im Hamsterrad des Systems ab, scheitere immer wieder und beklage mich, dass ich nicht auf die Beine komme.

Es ist nur eben so, dass man, um Geld zu verdienen, erstmal Freiheit aufgeben muss; wenn man das mit den Freiheiten, die einem Geld ermöglicht, hochrechnet, sieht das wieder ganz anders aus - zumindest ist das der Widerspruch, der mich gerade beschäftigt

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Re: N' Abend

Beitragvon Indigocat » 8. Dezember 2018, 21:11

Schneegeflüster hat geschrieben:Es ist nur eben so, dass man, um Geld zu verdienen, erstmal Freiheit aufgeben muss; wenn man das mit den Freiheiten, die einem Geld ermöglicht, hochrechnet, sieht das wieder ganz anders aus - zumindest ist das der Widerspruch, der mich gerade beschäftigt
Das ist prinzipiell richtig gedacht. Die Leute, die wirklich reich sind, sind es in seltensten Fällen durch ihrer Hände Arbeit. Wirklich reich wird man, wenn man andere für sich arbeiten lässt oder Geld für sich arbeiten lässt. Um Geld für sich arbeiten zu lassen, muss man natürlich erst mal welches verdienen, zumindest anfangs. Wirklich aus dem finanziellen Hamsterrad kommt man als Angestellter selten raus, schon gar nicht als Krankenschwester oder Verkäuferin. Da arbeitet man sich nur kaputt für wenig Geld. Das ist schon für einen "gesunden" Menschen schwer, erst recht für jemanden mit schizoiden Persönlichkeitszügen. Prinzipiell gilt, sich so teuer wie möglich für so wenig Arbeit wie möglich zu verkaufen und nicht unnötig zu konsumieren.
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