Hallo

Bist du neu eingetroffen oder hast du vor uns wieder zu verlassen?
Hier kannst du dich vorstellen bzw. verabschieden.
qwertz1
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Hallo

Beitragvon qwertz1 » 7. November 2018, 23:14

Ich bin 32 Jahre alt und habe die Diagnose seit 15 Jahren.
War seitdem nie mehr in Behandlung.
Habe ich im Internet viel darüber gelesen, allerdings habe ich da irgendwie meinen Stolz gegen diese "Störung" etwas zu unternehmen da es meine Persönlichkeit ist und andere haben damit entweder zurecht zu kommen oder mir aus dem Weg zu gehen. Ich melde mich in den Forum an, weil ich schon ein paar Beiträge gelesen habe und mich da eigentlich recht gut wieder erkenne.
Ich denke mir geht es hier wie den meisten, ich bin jetzt kein kompletter Ausenseiter allerdings oft und gerne alleine, da mich die meisten Sozialkontakte total anöden und nicht interessieren. Freunde mit denen ich abundzu mal was unternehme habe ich, aber wenn ich sie dann zu oft sehe widern sie mich auch wieder an.
Im Prinzip bin ich innerlich total zerrissen. Einerseits leide ich unter meiner Situation aber gleichzeitig gefällt es mir auch.
Ich habe manchmal das Verlangen nach engeren Sozialkontakten und es schmerzt wirklich aber dann wechselt es wieder mit totaler Gleichgültigkeit, rufe manchmal während des Leidensdruckes einen Freund an und mache etwas aus aber sobald ich auflege fühle ich mich scheiße weil ich angerufen habe und bereue es wieder.
Habe oft alle Gefühle gleichzeitig Kann man nicht erklären es sei denn man kennt es selbst.

Helen
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Re: Hallo

Beitragvon Helen » 8. November 2018, 07:10

Hallo, qwertz 1, erstmal herzlich willkommen hier.

Als ich deinen Bericht gelesen habe, habe ich mich sofort darin wieder erkannt.
Ich sehe es auch als meine Persönlichkeit an, war auch nur 1x in Behandlung, die aber nichts geändert oder verbessert hat.
Habe auch wenige Freunde, vermisse aber nichts. Wenn ich jemanden treffe(oft nach langer Zeit) und ihn spontan einlade, ärgere ich mich danach über mich selber und möchte am liebsten nicht ans Telefon gehen.

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Re: Hallo

Beitragvon yxcvbnm » 8. November 2018, 08:32

Moin qwertz1,

das ist aber eine sehr frühe Diagnose. Magst du was zur Historie derselben sagen?
Ich bin hauptsächlich in Behandlung, damit ich Energie finde, um die Rahmenbedingungen fürs Leben zufriedenstellend erarbeiten zu können, nicht aber wegen einer 'Abänderung' meiner Persönlichkeit.
Das mit der Scham, nach dem Ausbrechen, kenne ich auch gut. Ich denke, das liegt daran, dass man zuvor wie elektrisiert war, das weiß zum Glück der Gesprächspartner nicht. Aber durchaus zu erahnen, weil in Gesprächen für den Anderen dann oft etwas wie aus dem Nichts erscheint, dabei brütete man schon lange daran..

Willkommen.

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Re: Hallo

Beitragvon qwertz1 » 8. November 2018, 09:02

Ich war damals wegen Angstzuständen und Depressionen 3 Wochen in der Kinder und Jugendpsychiatrie und da wurde das am Rande festgestellt, wegen dieser "Störung" ansich war ich nie in Behandlung und denke auch im Traum nicht daran. Seitdem bin ich in keinerlei Behandlung mehr da ich damit recht gut umgehen kann und so oder so nicht glaube dass es Sinn ergibt einer fremden Person irgendwas zu erzählen, ich würde sie mir sowieso auf Distanz halten und misstrauisch beäugeln.
Dieses Forum finde ich recht interessant, ich habe vielleicht in meinen Leben einer handvoll Leute davon erzählt, vertrauensvolle Personen, denen ich dann schon etwas näher kam und denen ich klarmachen wollte warum und weshalb ich mich so und so verhalte, es kam immer totales Unverständnis, ich wurde als ein sehr schwerer Mensch hingestellt der wohl sehr Leiden muss, obwohl das eigentlich nicht so ist, sicher habe ich auch meine Höhen und Tiefen und bin manchmal auch in einen seelischen Loch wie jeder Mensch auch, aber das führe ich nicht auf diese "Störung" zurück. Es kapiert einfach keiner. Es ist als wolle man einen Maulwurf erzählen wie der Himmel aussieht.

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Re: Hallo

Beitragvon orinoco » 8. November 2018, 11:59

Hallo qwertz1,

dass das alles irgendwie zu meiner Persönlichkeit gehört habe ich irgendwie immer schon gespürt und deswegen kam ein "Vebiegen" für mich nicht in Frage. Seit ich allerdings besser oder überhaupt erst verstanden habe, warum ich so bin wie ich bin, weiß ich definitiv, dass selbst mit gutem Willen daran nichts zu ändern ist. Ich kann mich anderen allerdings seitdem auch besser erklären, zumindest rational-naturwissenschaftlich, allerdings verstehe ich auch warum die neurotypische Welt massive Probleme hat das nachzufühlen. Die leben in einer komplett anderen Gefühlswelt. Was für mich ein enormes Problem darstellt, ist für die Pillepalle.

Telefonieren habe ich mir übrigens fast komplett abgewöhnt. Nicht mehr als Geschäftliches und Haushaltsgespräche. Privat praktisch gar nicht. Am Telefon oder auch im Live-Videochat passieren viel zu schnell emotionale Verletzungen.
Verständnis ist für den Traumatisierten, was die niedrige Bordsteinkante für den Rollstuhlfahrer.
t+ - mein Traumablog (nichtkommerziell und werbefrei)
Disclaimer "Lesen auf eigene Gefahr!" - unbedingt lesen!


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