Wie steht es mit der Liebe?

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
3lite
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Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon 3lite » 17. Januar 2015, 14:11

Habt ihr ein Gefühl über eure Fähigkeit oder Unfähigkeit zu lieben? Ist es die allzu grosse Fähigkeit zu lieben die euch in die Einsamkeit treibt weil sie auf keine Gegenliebe trifft, oder seid ihr meistens gleichgültig und kalt um auf einen Anspruch auf Liebe zu antworten?

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon NoFan » 18. Januar 2015, 02:15

Die Fähigkeit zu lieben, ist bei mir auf jeden Fall vorhanden. Das Problem ist, wenn ich auf Gegenliebe stoße, dass die betreffende Frau dann zu viel Nähe will, die ich nicht zulassen möchte. Ich liebe meine Freiheit und Unabhängigkeit halt noch bisschen mehr, als ich eine Frau je lieben könnte. Und unter diesen Umständen eine passende Lebensgefährtin zu finden, ist sehr schwer. Partnerbörsen für Schizoide gibt's leider (noch) nicht.

Also: Liebe ja, auch für lange Zeit, Treue, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit usw. usf. ABER getrennte Wohnungen und genügend selbstbestimmte Zeit ohne Partner. Das wär' mein Traum. Aber wie finden?
"Move your ass and your mind will follow!"
(Knarf Rellöm)

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon Lemur » 18. Januar 2015, 04:08

Ich kann durchaus sehr intensive Liebesgefühle empfinden, für einen anderen. "Beziehungen" im klassischen Sinn funktionieren dennoch nicht, da ich die ständige Nähe mit anderen nicht ertragen kann und schon gar nicht den Wunsch nach körperlicher Nähe habe.

Ich kann meine Liebesgefühle also nur in Form einer platonischen Freundschaft leben, ohne Zusammenwohnen u.ä. Alles andere ist mir schlicht zu viel.

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon cerebrum » 18. Januar 2015, 04:54

Ein etwas schwieriges Thema..
Ich habe in meinem Leben genau zweimal wirklich geliebt. Einmal mit 11 in ein gleichaltriges Mädchen (Urlaubsbekanntschaft). Und dann mit 25 in meiner ersten 2-jährigen Beziehung.
Und ich kann sagen, dass ich durchaus entdeckt habe zu sehr tiefen Gefühlen fähig zu sein, was ich vorher auch nicht gedacht hätte. Die erste Liebe ist im Grunde immernoch da, d.h. die liebe ich immernoch und würde sie vermutlich sofort wieder lieben können, wenn ich sie nach 16 Jahren jetzt wiedertreffen würde.
Und die zweite werde ich auch immer lieben. Die Beziehung ging wegen unserer Unterschiedlichkeit in Sachen Weltanschauung, Thema heiraten und kinderkriegen zuende.
Es hat mir Probleme bereitet wieviel sie da von mir verlangte. Sie wollte eine feste Zusage den Rest meines Lebens mit ihr zu verbringen, was ich so gesehen auch tun könnte bei ganz wenigen Menschen wie ihr. Aber das mit dem Nachwuchs, der Heirat.. das war für mein schizoides Gehirn letztlich zuviel und ich suchte zunehmend Abstand. Dabei ging ich nicht mit auf Familienfeiern von ihr etc.. Und so hat sich das dann auseinandergelebt. Da es eine Fernbeziehung war, hatte ich alle meine Freiheiten intakt, kam aber mit der Aussicht auf die Zukunft überhaupt nicht klar. Lieben werde ich sie aber wie gesagt immer und es schmerzt mich immernoch, dass sie weg ist... sehr sogar.
The world's smartest man poses no more of a threat to me than does its smartest termite.

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon 3lite » 18. Januar 2015, 09:45

Komplimente ausgeben geht oder nicht? Kriegt ihr mal öfters den Korb für zu viele komplizierte Gespräche?

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon Zarathustra » 18. Januar 2015, 13:58

Als Kind hatte ich die meisten "Liebesbeziehungen" und auch den meisten sexuellen Kontakt in meinem Leben. (sexuelle Kontakte in der Form, in der es Kinder eben tun) Hatte mal eine Freundin, ist 10 Jahre her und da war ich gerade mal erwachsen. Also wie sich das mit Liebe verhält, wenn da noch andere Dinge (der Alltag/zusammenleben/Streit) mit reinspielen, weiß ich nicht. Ich liebe mit Leib und Seele. Ich muss genau aufpassen, dass ich mich nicht verliebe. Mich nicht reinsteigern, wenn nicht abzusehen ist, dass "der Weg frei" ist. Ich seh das so: Ganz oder gar nicht. Hab mich leider schon verliebt und konnte damit nicht umgehen. Es lag an mir. Ich musste gar nicht mehr viel tun, nur den ersten Schritt. Irgendwie war ich in der Sache gehemmt. Diese Hemmung griff bei mir schon VOR dem wählen der Telefonnummer ein. Es kommt mir so vor wie ein (unterbewusst angeleiertes, bewusst erlebtes) Abwägen zwischen Vor- und Nachteilen. Dieses Jahr habe ich ein Trauma aufgedeckt (bzgl. Scham) und seitdem gehts schon etwas besser "mit Frauen". Hatte im Sommer ein Sextreffen mit einem Mann. Der hat aber extrem geklammert - ich habe ihn nie wieder gesehen, noch Kontakt zu ihm gehalten. Auf Klammern reagieren ich allergisch. Bin mir nicht sicher, ob ich solche Intimität wirklich zulassen kann - möchte es aber ausprobieren. Am liebsten wäre es mir, wenn es ganz langsam (am besten über eine Freundschaft) vorangehe und SIE auch nicht so zimperlich ist. (vllt bisexuell oder zumindest psychologisch aufgeklärt)

Mit der "Planung" geht's mir so wie cerebum. Ich empfinde es als Einengung. Ich plane generell nicht, hab damit auch verwirrende Erfahrungen gemacht. Ich möchte den Plan dann nicht ständig umändern, weil sich die Welt verändert - ich mache und entscheide so gut wie alles im Jetzt.

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon tournesol » 18. Januar 2015, 15:32

Ich bin mittlerweile für mich " draufgekommen" ----auch bestätigt durch all Eure Beträge hier jetzt :lachen:
DASS LIEBE nix damit zu tun hat " was derjenige damit macht, wenn er "liebt " :begeistert:

Nur die Krux---in unseren Köpfen....in unserem Denken , darüber entsteht ( und m.E. fehlgericht wird )
wenn wir " unser Tun" , oder aus unserem Tun versuchen mit unserer Liebe, wie mit einem " OBLEKT" umzugehen !
( Was wir scheinbar meinen zu müssen ??? )
Mit Objekt mein ich hier nicht mal " die, oder den Geliebten", sondern " unsere Liebe" an sich.
Die, oder der Geliebte---- und was wir mit diesem uns zu wünschen, ist ja ein ganz anderes Thema, finde ich. ( Dies ist dochdas Thema " gelungener Funktionalität, Organisation" nicht jedoch das Gefühl, die Empfindung LIEBE zueinander, oder ? )

Ich bin ganz sicher, dass ich nicht nur lieben kann, sondern liebe ! :herz:
Ich bin auch "gebunden " in dieser Liebe :Sonne: und fühle mich nicht gebunden, sondern freier in diesem Gefühl, als irgendwo in "etwas Vorstellbarem"
Diese LIEBE beruht mir AUF GEGENSEITIGKEIT und dieses bin ich absolut SICHER :herz: :Sonne:
Jedoch haben die hier -von Euch angeführten Taten-- überhaupt nichts bei mir damit zu tun ;)
Höchstens " im Denken" darüber ? Nicht jedoch im Gefühl LIEBE, die unfassbar ...tja unendlich besteht !
Allerdings sind mir " diese Gedanken" MACHBAR DAZU, durchaus bewußt----und lästig :kein Plan: :teufel:
In Form von " wir müßten doch, wenn...dies so ist....!?" Jedoch dies sind NUR GEDANKEN !!!
Ich hab keine Ahnung, bzw. bezweifle sogar sehr stark, dass ich könnte, was ich mir unter " wir müßten..." denke :lachen:
Wißt Ihr " Machen" kann ich ;) ( habe Ehe ...erfolgreich- 7 Kinder, 28 Jahre lang gelebt. Allerdings nicht mit dem Mann, den ich seit 54 Jahren liebe.....) Nähe ? Für mich fühlt sich Nähe, wirkliche Nähe ...anders an , als was "man allgemein NÄHE nennt". Was ich die 28 Jahre gelebt habe, war KEINE Nähe....Jedenfalls nicht so, wie ich diese , seit 54 Jahren zu meinem "Geliebten" ununterbrochen fühle ! Und die ich HEUTE nur noch LEBE.
Es geht niemand etwas an, das Wie ! Ich kann nur sagen, es geht nicht " um die Ausführung" LIEBE ist nicht "machbar".....LIEBE IST !!!

Lieber Gruß Tournesol

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon Zarathustra » 18. Januar 2015, 17:26

@tournesol:
Diese "Romantik", von der du da sprichst, hat für mich nichts mit der Realität zu tun. Nicht jeder hat das Glück, einen Partner fürs Leben zu finden, mit dem es unendlich klappt. Lieben tu ich ungehindert, ja. Aber aus Schmerzen lernte ich, dass ich das aus o.g. Gründen mein Herz nicht jedem/jeder schenken darf. Entweder liegts an mir oder daran, dass schon die "einfache", oberflächliche Beziehung zu jemanden genug Probleme aufwirft, dass das Fühlen der Liebe schon erste Macken kriegt; es sich schon im Vorfeld abzeichnet, an welchen Ecken wir aneinandergeraten. Dies ist der Punkt, an dem ich Liebe "mache" oder "nicht mache".

Habe nun kein halbes Jahrhundert an Erfahrung mit Liebesbeziehungen. Leider machte ich die Erfahrung der unbestätigten Liebe schon (auch noch heute) mit meiner Mutter; ich bin bestimmt von ihr. Ich kann nicht sagen, ich hätte mir diesen Weg ausgesucht, so einen Riegel vor die Tür zu schieben, wenn die Aussicht aus Erfolg, egal, ob es meine Meidung von Intimität ist oder in dem Nicht-Zusammenpassen begründet liegt, nicht gegeben ist.

Wie du schon geschrieben hast: Fühlen und Denken sind nicht getrennt - ich empfinde es jedoch häufig genau so. Es bringt mir leider nichts, zu wissen, diese (von mir nicht wirklich bewusst) ablaufende Abspalterei sei ein Fehler. Sie hat unzweifelhaft einen positiven Nutzen. Kenne auch keinen "Zauberspruch", den ich aufsagen kann, damit alles wieder okay wird. Ich kann, und bin auch motiviert dazu, zu versuchen, die von mir "leicht heraufbeschworene" Liebe trotz meiner Hemmung und Eigenartigkeit, anderen Menschen vorsichtig zu zeigen. Ich weiß, dass, wenn ich anfange, mir ein liebevolles Miteinander vorzustellen, die Zuneigung dieser Person gegenüber wächst. Ein bisschen brauche ich, um mich zu motivieren, aber nicht zuviel, um bei einer Absage nicht allzu enttäuscht zu werden. (an dieser Stelle bin ich im Moment) Nebenher möchte ich in eine Gruppentherapie einsteigen, um es dort zu reflektieren. In erster Linie geht es mir darum, meine Zuneigung an geeigneter Stelle zu bekünden - habe es auch schon getan - und wurde abgewiesen. War nicht schlimm. Einen Klassenkameraden hat es ziemlich hart getroffen - er hat sich zu sehr hineingesteigert, gab er zu. Solche Erfahrungen, liebe tournsol, sind doch auch nicht das gelbe vom Ei, oder? ;)

:erklärbär2:

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon SunlessDawn » 18. Januar 2015, 20:23

Liebe gabs für mich schon ihn meiner bisher einzigen Beziehung die immerhin fast 6 Jahre gehalten hat. Auch das von Anfang an zusammen leben war für mich kein Problem, weil ich gerne mit jemandem alleine bin den ich mag oder liebe. Ich glaube von dieser Person getrennt zu leben wäre für mich tatsächlich viel schwieriger weil ich nie wüsste wann ich jetzt Zeit mir ihr verbringen möchte und wann nicht. Zum Beispiel war ich in der der Zeit meiner Beziehung zweimal mehrere Monate für meine Ausbildung weg und hatte da nie wirklich das Gefühl des Vermissens. Genauso wie ich kein Eifersuchtsgefühl habe. Sind das Dinge die zum Gefühl "Liebe" dazugehören? Für mich war es eher immer ein sich wohl fühlen in der Nähe des anderen. Ein Gefühl neimanden anders auf der Welt zu brauchen als diese eine Person.
(Vielleicht war das Gefühl der Liebe damals aber auch schon nicht mehr so stark, weil es für mich über die Zeit immer schwerer geworden ist sie so zu lieben wie sie ist. Als Borderlinerin, die es allzu oft geschafft hat mir das Gefühl zu geben dass es besser ist sie nicht zu lieben :/)

Wenn ich das nochmal finden würde, ohne das ganze lästige drumrum wie Freunde, Familie und Arbeitskollegen wär ich glücklich :D

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Re: Wie steht es mit der Liebe?

Beitragvon 3lite » 19. Januar 2015, 01:10

An Frau tournesol,

Es kann sein dass auch Liebe typisch ist und dass verschiedene Wege "der Liebe" auch verschiedene Grade der Lieben darstellen.

Z. B. es gibt Menschen die aus irgend einen Grund in der Gesellschaft unangepasst sind, sie selbst können aber mehr lieben als die Mehrheit der Menschen. Wieso? Gerade deshalb weil sie besser sind, weil sie mehr Seelenkraft haben und mehr Austausch brauchen. Sind wir vielleicht von so einem Fisch entstanden dass aufs Land ging und sagte "Scheiss Wasser, da f* nur Fische drinnen". Anders gesagt, wenn die Seele zu sehr angewachsen ist dann kommt es zur Scheidung von der Gesellschaft. Die Gesellschaft ist da gegen Depression, aber eine liebevolle Seele ist nie depressiv, auch nicht in Einsamkeit.


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