Mobbing

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Mobbing

Beitragvon Insuffizienz » 11. September 2014, 22:10

Zur Zeit beschäftigt mich folgende Frage: Warum gibt es Mobbing?

Warum entscheiden sich Kinder resp. Jugendliche dazu, jemanden zu segregieren oder gar psychisch zu quälen? Ich denke, den meisten in Deutschland ist dergleichen untergekommen, es ist also ein ubiquitäres Paradigma, das dem Menschen genuin innewohnt...mir erschließt sich jedoch der Sinn nicht.
Haben die Mobbenden selber psychische Probleme und müssen sie ausleben oder kompensieren?
Oder ist es ein Akt, seinen Sozialstatus zu beweisen? Oder beides?


Insbesondere würden mich eure persönlichen Erfahrungen mit der Thematik interessieren...



LG
(Ich hoffe, es gibt keinen Thread, der das Thema behandelt. :rätseln: )
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Re: Mobbing

Beitragvon Jasmin » 12. September 2014, 10:38

Hallo!

So Mobbing-Geschichten in Kindergärten / Schulen entwickeln sich ja oft zum Selbstläufter. Einfer fängt an. Gründe dafür können unterschiedlich sein: Seht her was ich für ein toller Hecht bin, lieber mach ich jemand fertig bevor ich ferig gemacht werde, schlechte Erziehung, etc etc. Und irgendwann machen andere mit, weil "es ja alle tun" und man ja dazugehören möchte.

Ich war in der Schulzeit selbst eins der Opfe, jeden Tag wurde mir ein Dummschauer-Lied vorgesungen etc etc. Gott, was fand ich das witzig (<-- Ironie!). Nachdem die Schulzeit vorbei war, habe ich in den Jahren danach durch Zufall einige derer, die GANZ vorne mit dabei waren, wieder getroffen. Sie verhielten sich plötzlich mir gegenüber sehr freundlich. Ich habe diese dann gefragt, warum sie das gemacht hätten. Die Antwort war bei allen gleich: Sie haben nie was gegen mich gehabt, es hat nur jeder gemacht.

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Re: Mobbing

Beitragvon knallschnute » 12. September 2014, 17:22

Hallo,

Mobbing kann verschiedene Ursachen haben und warum das einer tut, bzw. eine ganze Gruppe mitmacht, hat Jasmin ja bereits beschrieben. Wahrscheinlich gibt es in jeder Gruppe mindestens einen Buhmann, der je nach Befindlichkeit der extrovertierteren Leute eben gequält wird. Manche finden das Schauspiel gar nicht so toll, aber sie wollen nicht aus dem Rahmen fallen oder sich selbst Feinde machen, also sagen oder tun sie nichts was dem Gemoppten helfen könnte.
Wer es sich zur Aufgabe gemacht hat jemanden vor allen anderen nieder zu machen, der kann zu sich selbst wohl nicht sonderlich liebevoll sein, er erkennt in seinem Opfer entweder Eigenschaften die er an sich selbst hasst oder wegen derer er neidisch ist, die er nicht versteht. Auf jeden Fall haben diese Menschen selbst ein Problem.
Leider werden oft diejenigen zum Opfer die keine oder wenig Aggression zeigen oder sehr schüchtern sind. Weil sie sich nicht wehren fühlen sich die Täter darin bestärkt oftmals bis ans Äußerste zu gehen.

LG,
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Re: Mobbing

Beitragvon Maikäfer » 13. September 2014, 17:05

Könnt meine alte Story schreiben?
Die geht ungefärbt so wie im Film "Der Tod steht ihr gut" wo sie in der Gruppentherapie ist und nach langem auffordern den Namen sagt und alle aufschreien und wegrenne.
Soll ich ???
[bbvideo=440,360]http://www.youtube.com/watch?v=xRKI-uFGj1g?feature=player_detailpage[/bbvideo]
Find´s jemand auf deutsch ? :Blümelein:
Zuletzt geändert von Maikäfer am 20. September 2014, 19:55, insgesamt 9-mal geändert.
Bild
Die Weisheit jagt mich, aber ich bin schneller
Mit einer Gruppe die sich selbst beschäftigen kann - komme ich zurecht!

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Re: Mobbing

Beitragvon Muschel » 13. September 2014, 18:26

ich würd nicht wegrennen.

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Re: Mobbing

Beitragvon Schneemann » 18. September 2014, 23:18

Wenn ich mich selber beim Mobben erwische, merke ich das es eine Ursache darin hat, dass wir in Gruppen gezwungen werden. Überall wo Menschen dazu gezwungen werden sich näher zu kommen als sie normal würden oder wollen, wird versucht die unpassenden durch Mobben zu entfernen. Am Anfang ist das Mobben noch auf einen niedrigen Level und eigentlich würde das Opfer dann die Gruppe verlassen, aber unsere Gesellschaft ist anders aufgebaut und sie können nicht weg. Die anderen sind genervt und mobben schlimmer.

Zweistein

Re: Mobbing

Beitragvon Zweistein » 20. September 2014, 16:24

Höhö,

kann mich da ans Familienmobbing erinnern, in dem man die Ungeschicklichkeiten des Kindes
vor versammelter Mannschaft zum Besten gibt, selbstverständlich im Beisein des Kindes.
Führte dann abrupt bei mir zum Stottern, dass ich erst im jungen Erwachsenenalter
kompensieren konnte, weil ich einen Job ergriff, der sehr viel Persönlichkeit erforderte.

Kann mich in meinem Leben nur noch an einen Fall von Mobbing erinnern. Ansonsten
war da eher Platzhirsch- /Prinzessinnenverhalten angesagt, waren aber Einzelfälle.
Ich wurde mal von einem Abteilungsleiter auf dem Flur vor versammelter Mannschaft niedergemacht,
nur weil ich aus einer beruflichen Sparte stammte, mit der "im Hause" ständig Ärger
angesagt war. Er konnte zwar meine berufliche Qualifikation nicht beurteilen, schoss
aber schon mal aus allen Rohren. Da es sich um eine Behörde handelte und ich unkündbar
war, teilte ich dem Abteilungsleiter mit, er möge nicht mehr ohne Zeugen das Klo aufsuchen.
Auf die Frage; warum denn nicht..."weil ich dir sonst was vor dein pickeliges Brett haue!"
Zugegeben, nicht die diplomatische Art, aber verdammt effektiv. Ich hatte danach das Büro
für mich allein, den Tisch in der Kantine, den Fahrstuhl, hatte immer einen Parkplatz vorm
Haus und es wurde eine tolle und freundliche Zusammenarbeit, da in meinem Umfeld niemand
mehr muckte, die Arbeit wurde astrein erledigt und niemand wagte mehr jemand anderen
zu mobben (Mobbing ist in Behörden alltägliche Realität). Wenn der Hai in den Schwarm Heringe jagt,
stieben die auseinander, rette sich wer kann.

Mobbing ist Schwarmverhalten. Die Heringe versuchen ein großes Lebewesen zu imitieren.
Die Gruppe möchte durch Mobbing gegenüber einzelnen Personen stark erscheinen. Jedoch
verbindet die Gruppe meist kompensatorisches Verhalten...die eigenen Schwächen zu kaschieren.

Dieses Verhalten wird m. E. durch die ganzen amerikanischen Serien, die bei den Privaten laufen,
konditioniert und von der Serie "Mord mit Aussicht" persifliert. Denn nicht nur in "Hengasch" ist
Mobbing Volkssport.
Eine interessante Ansicht auf das Thema Mobbing bietet der Roman "Tote Mädchen lügen nicht"
von Jay Asher, auch das Hörbuch ist gut inszeniert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tote_M%C3% ... Cgen_nicht

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Re: Mobbing

Beitragvon Insuffizienz » 20. September 2014, 17:28

20. Sep 2014, 16:24 » Zweistein hat geschrieben:(Mobbing ist in Behörden alltägliche Realität). [...]
Dieses Verhalten wird m. E. durch die ganzen amerikanischen Serien, die bei den Privaten laufen,
konditioniert [...].


Darf ich darauf hinweisen, dass pauschalisierende Aussagen m.E. eher haltlos und wenig aussagekräftig sind?
Vielleicht könntest du vor allen Dingen den letzten Satz konkretisieren, also auch exemplarisch im Hinblick auf die konkrete Auswirkung der Serien auf den Rezipienten.

L.G. :erklärbär2:

Zweistein

Re: Mobbing

Beitragvon Zweistein » 20. September 2014, 21:00

Dann mache ich das doch.

Was die Serien anbelangt, so kann ich da nur aufs Mithören und
einzelne gesehene Sequenzen zurückgreifen, die ich im Lauf der
Jahre mitbekommen hatte. Jedoch gleicht sich das Konzept...
wir basteln eine Serie mit Instantgelächter.
"Eine schrecklich nette Familie" dürfte wohl die Referenz gewesen sein,
die so im Vorabendprogramm lief und von der "breiten Masse" angenommen
wurde. Das Konzept ist; Fehlleistungen und Andersartigkeit von Einzelpersonen
ins Lächerliche zu ziehen (Lachen, Beifall aus der Konserve).
Hast du dir den ersten Absatz meines Postings durchgelesen? Ich werde
dem Rezipienten gewiss keine Dissertation schreiben, wenn er selber die
Möglichkeit hat die Glotz einzuschalten und meine Aussage auf "pauschal"
zu eruieren. Ich besitze nicht mal einen Fernseher.

Was Behörden anbelangt, kann ich mir schon vorstellen, dass da nicht jeder
den Einblick hat. Da ich aber Leibeigener eines Bundeslandes bin, kann ich hier
leider keine expliziten Angaben machen, da ich gemäß dem LBG der Schweigepflicht
unterliege.
Es sei jedoch gesagt, dass es bei Einsatzkräften (Polizei/Feuerwehr) so gut wie
kein Mobbing gibt (deren Leben hängt voneinander ab).
Da geht es erst auf der Verwaltungsetage los.

Es wundert mich, dass da keine Nachfrage zum Macho kam..."haue ich dir was vor dein
pickeliges Brett"...
Nun, im Ruhrgebiet "sacht mann wat Sache is, ne und son Heringsschwarm geht nach de
Attacke auch wieder zusammen, ne, wat hat dat denn mit`m Mobbing zu tun?"

Eloquenz ist ausdrücken, verstehen, interpretieren.

Ich gebe da jetzt impertinent die Antwort drauf.
Außer dem Leiter und mir befanden sich noch 15 weiter Personen auf dem Flur und
lauschten gebannt.

Abteilungsleiter: "Das wird ein Nachspiel haben!"
Dabei zeigt er mit Zeige- und Mittelfinger auf mich.
Schwupps hatte er die Visitenkarte meines Anwalts für Verwaltungsrecht zwischen
den Fingern, denn da, wo ich her kam, war das täglich Brot.
Meine Antwort: "Freue ich mich drauf, da kann für mich nix schiefgehen, bei den vielen
Zeugen auf dem Flur."
Plötzlich standen nur noch er und ich auf dem Flur. Merkwürdig, oder?
Nix mehr Schwarm und der Anwalt für Verwaltungsrecht ging auch leer aus.

Mal Amok eruieren...spielt Mobbing eine große Rolle. Ist jetzt auch wieder pauschal?
Oder Suizid, oder in Therapie sein wegen Mobbing?

Wie gesagt, LBG ! Nutze die PN.
Der Strang hier ist öffentlich einsehbar.

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Re: Mobbing

Beitragvon Insuffizienz » 20. September 2014, 22:14

20. Sep 2014, 21:00 » Zweistein hat geschrieben:
Was die Serien anbelangt, so kann ich da nur aufs Mithören und
einzelne gesehene Sequenzen zurückgreifen, die ich im Lauf der
Jahre mitbekommen hatte. Jedoch gleicht sich das Konzept...

Ich gehe mit dir im Gros d'accord, eigentlich habe ich mich noch nie eingehend damit beschäftigt. Naja, ich wollte eigentlich nur darauf Hinweise, dass eben Worte wie alle, die ganzen, immer usw. mit Vorsicht zu genießen sind.

Es tauchen m.E. nämlich hie und dort vorurteilsfreie Serie, oder eher solche, die genau die Vorurteile überspitzen und veralbern. Auch in den privaten Sendern.(Bspw. Family Guy, Big Bang Theory)


Und es kann ja durchaus sein, dass du eine Menge Erfahrungen gesammelt hast in den Behörden, dann wäre es glaubwürdig...nur naja, man kann halt vieles nicht auf die Allgemeinheit, also ind diesem Fall auf alle deutschen Behörden, induzieren. Ist wahrscheinlich jedem hier klar, wollte es nur nochmal erwähnt haben.

20. Sep 2014, 21:00 » Zweistein hat geschrieben:Mal Amok eruieren...spielt Mobbing eine große Rolle. Ist jetzt auch wieder pauschal?
Oder Suizid, oder in Therapie sein wegen Mobbing?


Ich bin vielleicht zu dumm, aber das verstehe ich inhaltlich überhaupt nicht...


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