Willkommen!???

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
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Willkommen!???

Beitragvon boramey » 18. Mai 2014, 20:36


Ich fand es bisher immer irgendwie selbstverständlich, mich so gut wie Überall nicht wirklich willkommen zu fühlen. Und wenn ich mich kurzzeitig doch mal willkommen fühlte, habe ich immer nur auf den Moment gewartet, wo sich `die ganze Welt`gegen mich wendet.
Heute frag ich mich, wie ich zu diesem tiefgreifenden Gefühl uberhaupt komm...was an mir ist so anders oder verkehrt, dass ich-während andere sich so selbstverständlich einfach ins Geschehen mischen-so überzeugt davon bin im Grunde-im tiefsten Sinn und Verständnis- fehl am Platz zu sein ...!??? Warum stell ich alles an mir in Frage? und das noch mehr durch geringste Formen von Ablehnung(oder auch nur die Ahnnung davon möglicherweiswe abgelehnt zu werden).....
Und warum tun die meisten anderen Menschen dies nicht in dem Maß wie ich? Sie sind doch eigentlich nicht besser oder wertvoller oder was auch immer, oder?
Ich fang erst heute, mit mitlerweile 30 Jahren, an mich zu fragen, was tatsächlich dran ist an diesem feindseligen Weltbild in meinem Kopf...und ob dies Bild nicht vielleicht völlig fernab sein könnte von der Realität.
Tatsache ist jedenfalls, dass mich dieses ´vielleicht ein wenig wahnsinnige Voreingenommensein´ um ein riesiges Stück Lebensqualität beraubt und mich immer wieder arg zurückwirft, wenn ich mich denn trotz allem mal entschließe, mich in irgendeiner Form zu verwirklichen und ich damit nicht auf positive Resonanz stoße.
Ich habe (wunder mich selbst immer wieder darüber) Freunde und verhälnismäßig ganz gute Beziehungen in meiner Familie, aber ich bin fast jeden Moment darauf gefasst, dass sich alles und jeder gegen mich wendet..

Ist das vielleicht für irgendjemanden nachvollziehbar, der dies liest? Ich frag mich: kann man sich wohl irgendwie damit arrangieren oder dieses überwältigende `Gefühl` in den Griff bekommen...?
Liebe Grüße
boramey

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Re: Willkommen!???

Beitragvon Nachtgängerin » 18. Mai 2014, 21:25

Hallo Boramey,


schön, dass du im Forum schreibst.


Also, ich kenne das Empfinden eines starken Misstrauens gegen den Rest der Welt, allerdings ist dieses Empfinden bei mir nicht mit einem "überwältigenden Gefühl" verbunden, sondern eher irgendwie ... kognitiv.
Also, ich kenne im Grunde kein Angst*gefühl* oder so etwas, sondern ich denke das einfach und entscheide dann, dass ich mir folglich Annäherungsversuche auch klemmen kann. Ist sowieso alles viel zu anstrengend, und nützt nicht wirklich was.

Gleichzeitig halte ich viel Smalltalk, beruflich. Das reicht dann aber auch schon.

Wobei ... es gibt die Sehnsucht nach einem tiefen, innigen Kontakt. Den ich aber nicht zulassen kann, da er meines Erachtens nicht mit einem anderen Menschen zu erzielen ist. Wahrscheinlich ist das so eine Art "Suche nach sich selbst".

Weiß nicht, ob das jetzt hilfreich war für dich. [:)]



Grüße.
Und dann wird die Dunkelheit zur Pforte.

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Re: Willkommen!???

Beitragvon boramey » 18. Mai 2014, 21:59

Hallo Nachtgängerin.

ist auf jeden Fall hifreich. danke für Deine Antwort.

ich bin bisher auch immer auf rationalem Weg, unanhängig vom emotionalem, zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist mich zu isolieren.
Ich weiß nicht ob es gut oder schlecht ist, aber ich merk grad, dass an meinen gewohnten Gedankenmustern irgendwo was bröselt aktuell..und ich denk vielleicht gibts da irgendwo nen Trugschluss von meiner Seite.

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Re: Willkommen!???

Beitragvon sdsdsdsv » 18. Mai 2014, 22:15

[align=justify]Beziehe das bitte nicht auf dich, aber ein solches Misstrauen ist auch immer Teil einer schizophrenen Erkrankung.[/align]
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Re: Willkommen!???

Beitragvon boramey » 18. Mai 2014, 22:46

...wobei doch aber auch immer deutlich differenziert wird zwischen schizoiden Grundzügen und schizophrenen. Es heisst, dass da ähnlichkeiten bestehen, aber der Schizoide nie völlig den Bezug zur Realität verliert im Vergleich zum Schizophrenen...wenn ich richtig informiert bin.?

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Re: Willkommen!???

Beitragvon sdsdsdsv » 19. Mai 2014, 08:58

[align=justify]Nun, auch nicht alle Schizophrene verlieren völlig den Bezug zur Realität sondern können sich mitunter immer wieder erden und von dem Misstrauen, aus dem dann wie bei einer Lawine immer mehr wird, befreien, aber ich wollte dem Thread gar nicht in eine falsche Richtung lenken oder dir etwas vorwerfen. Es war nur so ein Einwurf.

Bei mir selbst ist es, oder war es in meiner Kindheit so, dass ich entweder schnell "beleidigt" war und deshalb den Umgang mit anderen vermied, oder es hat irgend etwas nicht gestimmt, das meine Beteiligung verhindert hat. Und wenn man dann drei Jahrzehnte darauf hofft, dass die Umstände die richtigen sind, damit man sich einbringt, dann kommt die Asperger-Diagnose immer noch überraschend. :)[/align]
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Re: Willkommen!???

Beitragvon Doppelgesicht » 11. Juli 2014, 01:41

Aus meiner Sicht kommt das nicht willkommen zu sein einfach daher, das man nicht so "tickt" , wie die Gesellschaftsnormen es von einem erwarten. Ausschlaggebend ist häufig, wie man "ein Pferd besteigt, ob von hinten oder von vorn" - zum Ziel führen beide Wege aber das scheint der Allgemeinheit eben nicht wichtig des "ob" sondern des "wie" ! Und das führt zu Aversionen! Jeder Erfinder ist an seinem unvollendeten Werk stets erst einmal ein "Spinner" , selbst Da Vinci wurd durch halb Florenz verlacht, heut ist er ein "Großer" . Die gesellschaftlich vorherrschende Meinung ist doch zumeißt: Wer gegen den Strom schwimmt, kann nicht ganz richtig sein - und klar, das macht krank! (nicht die Gesellschaft, die freut sich noch, ihren Sandsack zum draufkloppen zu haben)

Nur ganz ganz wenige Menschen können das durchblicken und deshalb hat man dann eben auch nur ganz ganz wenige Freunde, wirkliche Freunde. Allgemein jedoch steht die Außenwelt einem feindlich gegenüber. Das schlimme daran ist: aus Selbstschutz wird man selbst dann auch agressiv und abweisend (so ist es bei mir, bin sehr schnell und leicht reizbar aber auf die Welt gekommen bin ich so nicht!)

Das schlimmste ist Vereinsamung, wie ja auch Nachtgängerin umschreibt, es fehlt was ... dann aber wieder überwiegt (wohl aus gelebter Gewohnheit) der Vorteil der Einsamkeit: keiner "nervt rum" , man kann tun und lassen was man will, hat keine Verpflichtungen ...

Na ja ... einzig das mal "in den Arm nehmen" ... aber das kann man auch in die Träume verlagern. Die Realität ist sowieso oftmals ein schlechter Scherz!

Aber es giebt auch einen Spiegel: Tiere! Hier bei uns vom Nachbarn die Katze, die rennt bei jedem anderen weg. Bei mir bleibt sie sitzen oder rennt mir sogar vor die Beine und quakt mich an, sie doch entlich mal zu streicheln. Der Hund meiner Vermieter weicht mir nicht von der Seite und jault und freut sich und "erzählt" mir erstmal seine Erlebnisse ... wäre ich nicht willkommen, würden selbst die Tiere mich kratzen und beißen! ... ich bin noch nie gebissen worden!


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