Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Cronn » 13. August 2013, 16:59

@friendship:

Der Wunsch nach Einsamkeit und das mangelnde Interesse an Sex sind nur zwei der möglichen Kriterien, nicht jede schizoide Person erfüllt alle in den Diagnosekriterien genannten Punkten. Es gibt durchaus schizoide Menschen, die unter der Einsamkeit leiden und sich zwischenmenschliche Kontakte wünschen, aber aufgrund ihrer Veranlagung nicht wissen, wie sie das bewerkstelligen können.

friendship

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon friendship » 13. August 2013, 23:48

Also ist das Thema für Personen, die die Kriterien in den zwei angesprochenen Bereichen NICHT erfüllen. Ja mei ich dachte es geht darum, dass Punkte angesprochen werden, die erfüllt werden.
Aus meiner Sicht animiert das eher nicht Schizoide als tatsächlich Schizoide und führt das eigentliche Thema der Störung ad Absurdum.

Das betrifft nicht nur die Einsamkeit, auch die Partnerschaft und andere Bereiche, die eher für nicht Schizoide interessant sind und hier Themengrundlage sind.

Ich mein man braucht sich nicht über wenige Kommentare von Schizoiden wundern, wenn hauptsächlich Themen angesprochen werden, die für diese laut Diagnosekriterium uninteressant sind.

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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Ambivalenz » 14. August 2013, 01:38

friendship hat geschrieben:Ich mein man braucht sich nicht über wenige Kommentare von Schizoiden wundern, wenn hauptsächlich Themen angesprochen werden, die für diese laut Diagnosekriterium uninteressant sind.

Glücklicherweise gilt dies nicht für dich. Du scheinst dich ja (deinen persönlichen Senfspuren nach) für ALLES zu interessieren. :schlafen:
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon HarryHaller » 14. August 2013, 02:01

Da möchte ich nur mal kurz ein lautes Lachen als Diagnosekriterium für meine immernoch vorhandene Fähigkeit, unabgeflachte Freude zu empfinden, anfügen.

Sehr treffender Kommentar, Ambivalenz! :lachen:

Damit kann ich jetzt NOCH besser schlafengehen. :schlafen:
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Schattentanz » 26. September 2013, 01:51

Das eigentliche Threadthema ist ja versandet, aber ich wollte immer hierauf noch zu sprechen kommen:
Maulbeere hat geschrieben:Mittlerweile kann ich mir sogar sehr gut eine Borderline-Beziehung vorstellen. Ich vermute sogar, dass Schizoide und Borderliner gut zusammenpassen, aber sie werden meist nicht zusammenkommen, weil eben eine andere emotionale Sprache gesprochen wird, die dazu führt, dass die Attraktivität anfangs nicht erkannt wird. Wahrscheinlich passiert es eher durch Zufall.


Mein erster Gedanke war, dass Borderliner und Schizoider eher nicht zusammenpassen. Gerade wegen der - wie Maulbeere es nennt - anderen emotionalen Sprache. Persönlich fände ich die Sache mit den Manipulationen und irrationalen, überemotionalen & bedürftigen Art abschreckend, weil ich das spätestens auf Dauer als äußerst lästig und infantil betrachten würde. Ich kann besser damit, wenn jemand klar sagt was er möchte und keine (Rate-)Spielchen spielt/eine theatralische Show abzieht (und selbstständiger statt sehr kindlich-bedürftig ist bei der Erfüllung seiner Bedürfnisse). Vielleicht pendelt sich sowas aber ein im Laufe der Beziehung. Ist natürlich auch nicht jeder so empfindlich in diesem Punkt; kann sein, dass ich da zu sehr von mir ausgehe. Kann auch sein, dass die meisten (reflektierten) Borderliner sich viel moderater verhalten, als ich es hier zugrunde gelegt habe.

Maulbeere hat geschrieben:Ich denke, dass beide Persönlichkeitstypen voneinenader lernen können - die schizoide Persönlichkeit lernt, ihre Emotionen auszuleben/zu zeigen und kann durch ihre Stabilität der Borderlinepersönlichkeit eine Identität geben und helfen ihre Emotionen besser zu kontrollieren. Auch ist eine schizoide Persönlichkeit eher unanfällig gegenüber Manipulationsversuchen. Auch haben beide Persönlichkeiten Verlassensängste. Der Anfang einer solchen Beziehung wird vermutlich heftig sein, aber es wird sich einpendeln mit der Zeit.

Das mit der Stabilität und evtl. mit dem Lernen voneinander im emotionalen Bereich wäre sicherlich ein Pluspunkt. Die Gefahr wäre aber groß, dass der Schizoide durch seine distanzierte Art die Verlustängste des Borderliners erst recht aktiviert, worauf dieser dann (typischerweise) mit Abwertung/Distanz oder Klammern reagiert, denke ich zumindest.
Und was passiert, wenn der Schizoide von der Aufwertungsspirale in die Abwertungsspirale des Borderline-Partners gerät? Dann wären doch beide eher gegenseitig voneinander ent-täuscht und verärgert (-> Trennung), oder nicht?

Mir ist schon klar, dass es hierbei nur um vereinfachte Pauschalbetrachtungen geht. Bin mir auch selbst nicht sicher, ob ich etwas übersehen habe. Was denkt ihr denn zu einer solchen Beziehungs-Konstellation?
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Ambivalenz » 26. September 2013, 09:05

Schattentanz hat geschrieben:Was denkt ihr denn zu einer solchen Beziehungs-Konstellation?

Ich lebe seit 19 Jahren in einer 2-Parteien-WG mit einer Borderline-Persönlichkeit zusammen.
Das war die ersten gut 16/17 Jahre streckenweise der reinste Albtraum (für beide). Wenn ich mir nun vorstelle, dies wäre eine Partnerschaft (in der man naturgemäß viel verletzlicher ist und sich von/r dem Verhalten des anderen nicht distanzieren/schützen kann) gewesen... :erschrocken:
Die These, dass sich beide nach und nach ausgleichen, kann ich nicht bestätigen. Es ist eher so, dass man im Laufe der Zeit teilweise zu seinen eigenen "Unarten" auch noch einige des anderen übernimmt. :schweigen:
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Schattentanz » 27. September 2013, 18:22

Hallo Ambivalenz,

danke für deine Antwort. Als WG (selbst wenn ihr nicht direkt alle Räume miteinander teilt/eigene Wohnungen habt) stelle ich mir das schon sehr "intensiv" vor, weil man sich ja nur bedingt aus dem Weg gehen kann und viel voneinander mitbekommt je nachdem. Und ja mich hat diese Annahme, dass SP und Borderliner so gut zusammenpassen in einer Beziehung, selbst sehr verwundert. Sogar als lockere Freundschaft fände ich das für mich schwierig je nach Ausprägungsgrad.

Ambivalenz hat geschrieben:Die These, dass sich beide nach und nach ausgleichen, kann ich nicht bestätigen. Es ist eher so, dass man im Laufe der Zeit teilweise zu seinen eigenen "Unarten" auch noch einige des anderen übernimmt. :schweigen:

Äh ja - so kann "voneinander lernen" auch ausgehen ... und ich hielt mich für einen Pessimisten :teufel: :schweigen:
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon cerebrum » 27. September 2015, 22:47

Interessanter Thread. Auch wenn das Thema jetzt schon älter ist. Habe einige Gedanken zum Thema Beziehung... wobei ich noch kein abschließendes Urteil habe.

Erstmal interessant wie Nebeltal seine Ansichten darlegt und als erstes zwei weibliche Apologeten herkommen und von den Möglichkeiten doch noch die eine richtige zu finden überzeugen wollen. Erstmal habe ich ein Problem damit, dass Frauen aus ihrer Sicht solche Behauptungen aufstellen. Dafür gibt es keine Basis. Nur weil man selbst einen passenden Mann (in dem Fall) gefunden hat, heißt das nichts. Und die vorgeblichen Gründe warum Frau den toll findet sind mir erstmal etwas was ich in Frage stellen würde. Da spielen soviele Faktoren mit rein denen man gar nicht direkt bewusst ist. Verliebtheit ist eine komplizierte Sache, gerade bei Frauen.

Ich habe für mich selbst festgestellt nach meiner einen einzigen Beziehung, dass mich das ganze überfordert. Einerseits entdeckt man eine Seite an sich, die einem vorher völlig unbekannt war. Andererseits sind das dann Emotionen, die in ihrer Intensität und Form so dermaßen neu sind, dass man nicht damit umgehen kann. Ich habe über 2 Jahre psychisch gelitten nach der Trennung und es bis heute (siehe diverse Posts von mir) nicht wirklich verarbeitet. Das ganze hat mir gezeigt, dass ich mit dem Konzept nicht zurechtkomme. Eine Beziehung ist nicht das richtige für mich. Und ich will mich auch keiner Frau dauerhaft antun. Selbst wenn sie perfekt zu mir passt und alles super läuft. Im Hintergrund wäre immer meine Befürchtung was ist, wenn sie mich verlässt, betrügt (zum Glück nicht vorgekommen, sowas würde mich vernichten...), aufhört zu lieben, zuviel Nähe von mir verlangt, mich einengt etc.. Dieses Gefühlschaos ist zuviel für mich.

Gleichzeitig habe ich Phasen _unerträglicher Einsamkeit_. Ich versuche mit minderem Erfolg einige wenige Freundschaften auf Distanz zu pflegen und zu halten, was echt schwierig ist. Und letztlich ist es mir zu wenig. Denn oft sind diese Freunde dann nicht erreichbar, wenn ich sie gerade bräuchte. Was irgendwie den Sinn von Freundschaft negiert. Aber es ist unglaublich schwer neue Leute kennenzulernen. Diese dann auch noch zu Freunden werden zu lassen, die einem ausreichend nahe stehen um diese Lücke einer nicht vorhandenen Beziehung zu füllen.

Denkt ihr schizoide können unter ihrer Einsamkeit so stark leiden, dass es fast schon unerträglich wird?
Was ist ein adäquater Ersatz für eine romantische Beziehung, wenn man sich für letzteres nicht in der Lage sieht?
Und wie findet / initiiert man sowas?

EDIT: Ergänzend kann ich anführen, dass ich schon oft von Beispielen bekannter und gelehrter Männer (also wie ich) gelesen habe, die ihr ganzes Leben ohne eine Beziehung zu einer Frau auskamen. Berühmtes Beispiel Nicola Tesla (Zitat: “I don’t think that you can name many great inventions that have been made by married men”), Paul Erdös, William James Sidis, Isaac Newton etc..
Die haben es irgendwie geschafft. Ich denke jedoch in vielen Fällen hatte das einen hohen Preis (Tesla und Newton waren beide zum Ende ihres Lebens ziemlich gestört... Ersterer sprach mit Tauben u.a.).
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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Inertia » 28. September 2015, 03:34

27. Sep 2015, 22:47 » cerebrum hat geschrieben:Denkt ihr schizoide können unter ihrer Einsamkeit so stark leiden, dass es fast schon unerträglich wird?
Was ist ein adäquater Ersatz für eine romantische Beziehung, wenn man sich für letzteres nicht in der Lage sieht?
Und wie findet / initiiert man sowas?


Also ich persönlich habe das Konzept hinter romantischen Beziehungen nie verstanden. Ich hab mir das schon oft erklären lassen, es aber nie kapiert. Immer heißt es "ich will einen Menschen der da ist, wenn ich nach Hause komme; Jemanden, mit dem ich über alles reden kann; bla bla bla". Die Dinge die da genannt werden, bzw. die Definitionen von "romantischer Beziehung" die die Leute so abgeben, kamen mir immer reichlich an den Haaren herbeigezogen vor. Ich finde, (diese Art von) Liebe und Romantik ist ein Mythos, ein gesellschaftliches Konstrukt, das niemand so genau definieren kann. Ehrlich gesagt hätte ich von dir ähnliche Ansichten erwartet. Wo du doch so selten rational an alles herangehst. Es überrascht mich generell jeden Tag ein bisschen mehr, wie viele hier im Forum über Dinge wie Liebeskummer, Beziehungsprobleme oder sonstiges übliches zwischenmenschliches Gedöns klagen. Ich hätte hier irgendwie viel mehr andere Fälle erwartet.

Ich sehe das so: Alles, was dir eine Freundin/Ehefrau geben könnte, können dir auch andere Menschen geben. Findest du nicht? Die Leute sagen zwar immer das wäre was anderes und versuchen dann das irgendwie zu beweisen, aber mehr als die oben genannten Dinge kommen dabei nie heraus. "Beziehung", "Zusammen sein", "Partnerschaft", all das sind völlig irrsinnige Begriffe. Jeden einzelnen Aspekt davon könnte man auch anders nennen, und nichts würde sich ändern. Ob ich nun sage "wir sind gute Freunde die gelegentlich vögeln" oder ob ich sage "wir sind zusammen", was genau hat sich dann geändert? Nichts, außer dass Letzteres Gesellschaftlich besser akzeptiert wird vielleicht.

Keine Ahnung ob dir das hilft, aber versuch dir doch mal folgende Fragen zu stellen: Was genau könnte dir so eine Beziehung geben? Was genau vermisst du? Und was heißt eigentlich "Beziehung", wo zieht man da die Grenze? Worin genau liegt der Unterschied zu anderen Formen zwischenmenschlicher Beziehungen? Ich glaube kein rational denkender Mensch kann auf all das vernünftige Antworten finden.

Da fällt mir etwas ein. Kennst du diesen Artikel hier? Ich bin ja normalerweise keiner, der irgendwelche Artikel verlinkt, aber das hier ist wohl das Wahrste was ich jemals gelesen habe:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 52087.html

Genauso sehe ich das Ganze. Immer und überall wird so getan, als sei es das Wichtigste auf der Welt, dass sich die Menschen ab einem gewissen Alter in Zweierpärchen zusammentun. So ein Blödsinn! Entschuldigt wenn ich mich ein bisschen in Rage schreibe, aber die Allgegenwärtigkeit von diesem ganzen Zeug macht mich manchmal richtig wütend.

...aber irgendwo weiß ich dann doch, dass ich der Gestörte bin, und nicht die anderen. Und dass es normal und vielleicht sogar gut ist, irgendetwas an diesem romantischen Gesülze zu finden oder sich einzubilden, es wäre natürlich. Naja, an dem Punkt hör ich jetzt lieber mal auf, ich seh die bösen Kommentare schon fliegen.

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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon kafkaesk » 28. September 2015, 13:24


...

...aber irgendwo weiß ich dann doch, dass ich der Gestörte bin, und nicht die anderen. Und dass es normal und vielleicht sogar gut ist, irgendetwas an diesem romantischen Gesülze zu finden oder sich einzubilden, es wäre natürlich. Naja, an dem Punkt hör ich jetzt lieber mal auf, ich seh die bösen Kommentare schon fliegen.


Keine böser Kommentar; nur meine Sicht:

Ich habe beide Phasen gehabt bis jetzt. Zwischen 12 - 23 Jahren brauchte ich immer ein Mädchen/Frau auf welche ich all meine Gefühle "werfen" konnte. Da war sehr viel (innere) Romantik und Emotionales Drama dabei. Ich kam eigentlich nie einer dieser Frauen nahe -- es waren allesamt "Fernschwärmerein". D.h im heimlichen in jemanden verliebt zu sein (oder das zu glauben) und dabei immer wiederholt dasselbe Muster (Drama, Höhen und Tiefen) durchzuspielen. Schizoide/Beziehungsphobische Züge ware damal natürlich schon inbegriffen.

Mit 23-ig ertrug ich es nicht mehr. Immer diese Fernschwärmerein mit demselben Muster die immer sehr viel Energie verbraucht haben und ein grosses Mass an innerer Zerrissenheit und Leiden verursacht haben. Ich habe das dann förmlich bewusst und willentlich anfangen zu unterdrücken. Was mir immer besser gelang. In dieser Zeit sah ich potentielle Liebesbeziehungen für mich als nicht möglich/wünschenswert an. Ich sah es ebenfalls als romantisches Gesülze und auch etwas das der (meiner) Realität nicht standhält.

Knapp 15 Jahre lang konnte ich so weitermachen. Habe nahezu alles was mit Liebesbeziehungen zu Frauen zu tun haben könnte unterdrückt und nicht aufkommen. Die sexuelle Befriedigung holte ich mir im Milieu. Ich war innerlich 15 Jahre tot. Ich zog es damals vor innerlich abzustumpfen/abzusterben als diese "innere Leiden" immer wiederholt, scheinbar ohne Perspektive auf positiven Ausgang, wieder und wieder zu erleben.

Für diese Unterdrückung habe ich einen grossen Preis bezahlt; glaube ich. Versucht man solche starken inneren Prozesse zu unterdrücken; führt dies direkt eine ein persönliche Selbstzerstörung. in Gewissen Sinne läuft man in Gefahr die Emotionen insgesamt abzutöten.

Es ist alles aufgebrochen und heute nahe 40-ig bin ich (im Moment) aufgrund von "Therapieeffekten" wieder in der Phase wie ich mit ca. 20-ig war. Und obwohl es nicht gerade angenehm ist, empfinde ich es irgendwie teilweise als "Rückkehr von den Toten".

Was ich damit sagen möchte: Zweifellos gibt es Menschen (vielleicht eben wie du auch) die solche Beziehungen nicht unbedingt brauchen und sich schöne Momente/Erfüllung anders holen können. Wenn man aber von der Veranlagung (so wie ich tendenziell) jemand ist der diese Aspekte/Hoffnung etc. in sich trägt; dann führt eine Unterdrückung von solchen Gefühlen schnurstracks zu einer inneren Todeslandschaft...man verwahrlost innerlich emotional.


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