Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
Maulbeere

Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Maulbeere » 5. Juli 2013, 16:12

Hallo zusammen,

an dieser Stelle möchte ich mal meine Empfindungen und Erkenntnisse bezüglich
meiner zwischenmenschlichen Kontakte niederschreiben:

Ich habe mein ganzes Leben lang schon Probleme damit gehabt, Kontakte zu knüpfen. Doch war mir lange Zeit nicht bewusst, warum - bzw., dass ich damit überhaupt Schwierigkeiten habe. Ausflüge über mehrere Tage, ausgehend vom Kindergarten oder der Schule, auch Sprachreisen, waren für mich etwas, was es zu überstehen galt - Spaß hatte ich sicherlich niemals dabei. Zum Sport oder zum Gitarrenunterricht ging ich als Kind nur sehr widerwillig, eher durch den Druck meiner Eltern. Meine Mutter erzählte mir vor kurzem, dass ich mich eher fürs Klavierspielen begeistern konnte. Ich erinnere mich, als ich mal zu einem Kindergeburtstag zur Kindergartenzeit eingeladen wurde und abgeholt wurde: Ich versteckte mich hinter einer Wand in der Küche und wollte nicht mit - mein Vater wurde sauer und ich ging dann widerwillig doch mit. In Grundschule und Realschule waren die Noten eher schlecht bis durchschnittlich. Ich kam mit meinen Mitschülern überhaupt nicht klar, wurde oft gehänselt und war eigentlich immer ein Außenseiter. Das Verhalten meiner Mitschüler konnte ich nie so wirklich nachvollziehen. Irgendwann kam mir der Gedanke, dass ich 'erwachsener' sei als die anderen Schüler. Als ich dann zum Berufskollege mit Fachrichtung Informationstechnik ging, hatte ich weniger Probleme mit den Schülern. Ich war dort jedoch als Streber bekannt und wurde oft um Hilfe gebeten. Meine Noten waren sehr gut und ich wurde auch mal Klassenbester, was daran lag, dass ich seit meinem 14. Lebensjahr in meiner Freizeit programmierte (ein halbes Betriebssystem). Im Studium hatte auch kaum Freunde, doch auch keine Probleme mit den Mitstudierenden. Ich hatte fast keine Kontakte zu anderen, die auch nicht notwendig waren. Die Kontakte, die zustande kamen, gingen nicht von mir aus.

Ich hatte meistens nur einen ('besten') Freund, mit dem ich was unternahm. Ein intensiver Kontakt war für mich ausreichend. Ich glaube, ich mochte diese 'Zweierbindung', kamen weitere Freunde des Freundes hinzu, fühlte ich diese Bindung gestört. Ich denke, dass ich fühlte, dass ich meinem Freund weniger bedeuten würde und fühlte mich verletzt und fallengelassen (bin mir (noch) nicht ganz sicher, was ich genau fühlte). Es war dann auf jeden Fall nicht mehr so wie früher und die Folge war meist, dass ich mich wieder zurückzog. Freundinnen hatte ich keine. Ich wechselte die Freundschaften öfters und richtige Freundeskreise etablierten sich nie wirklich. Ab meinen 16./18. Lebensjahr entwickelte sich so etwas wie ein Freundeskreis, der auch ein paar Jahre hielt. Als ich 23 wurde, hatte ich meine erste eigene Wohnung - zwangsweise, da das Haus durch die Scheidung meiner Eltern verkauft werden musste. Viel Kontakt hatte ich zu meinen Eltern nie, ich hatte meine Rückzugsräume und wir sahen uns meist nur beim Essen. Ich redete meine Eltern fast nie mit Mama/Mutter und Papa/Vater an, sondern so weit ich mich erinnern kann immer mit Vornamen - ersteres kam mir zu kindlich vor und würde sich für mich anfühlen, als würde ich mich selbst herabsetzen. Der Scheidungsprozess meiner Eltern zog sich über viele Jahre hin und bereitete mir über einen langen Zeitraum Sorgen und Bauchschmerzen. Der Grund war nicht die Scheidung selbst, ich wusste eh nie, warum meine Eltern zusammen waren - positive Emotionen zeigten diese sich gegenüber nie, stritten sich aber öfters. Als wäre es eher eine Zweck-WG gewesen wie mir vor kurzem bewusst geworden ist. Die Bauchschmerzen kamen daher, dass ich ahnte, dass ich mir eine neue Bleibe suchen musste, was mir Angst machte, da ich mein Sicherheitsbedürfnis in Gefahr sah. In einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wohnen zu müssen, war für mich eine Horrorvorstellung und ist es bis heute noch. Dies würde für mich mehr Kontakt mit Nachbarn, störende Geräusche aus anderen Wohnungen usw. bedeuten. Ich hätte ein ständiges Gefühl der Bedrohung gehabt. Ich sagte mir, dass ich eher in den Wald ziehen werde, als mir eine Wohnung in einem MFH zu nehmen. Ich fand zum Glück eine Wohnung in einem EFH mit sehr viel Ruhe und Waldrandlage (bis heute wohne ich nur an Waldrändern).

In der ersten eigenen Wohnung hatte ich das erste mal eine länger anhaltende depressive Phase - ich fühlte mich extrem alleine. Ich dachte in dieser Zeit über sehr viel nach, über mich, über die Gesellschaft. Ein Resultat meiner Grübeleien war, dass ich Tierrechtler wurde und ab da an vegan lebe. Ich lernte langsam Leute kennen, deren Einstellungen eher den meinen entsprachen. Per Internet lernte ich meine erste Freundin kennen, wir wurden fast zeitgleich vegan und wir chateten fast täglich ein Jahr lang. Wir hatten die gleiche Einstellung. In dieser Zeit wollte ich gar keine Beziehung und sagte es ihr auch. Es kam dann anders, es ging von ihr aus. Wir waren ein Jahr lang zusammen. Es war die schönste Zeit meines Lebens. Wir sahen uns aber nur selten, es war eine Fernbeziehung. Es endete, weil sie polyamorös wurde und ich mir eine polyamoröse Beziehung nicht vorstellen konnte und kann. Als die Beziehung zerbracht, litt ich sehr lange darunter, bis zu mehreren Jahren. Ab da an weiß ich, dass ich eine Beziehung will, doch habe es bisher nicht wieder geschafft eine Partnerin zu finden. Nach meinem Gefühl kommen 99,9% der Bevölkerung nicht in Frage, da ich das Gefühl habe, in einer ganz anderen Welt zu leben. Ich bin sehr anspruchsvoll und ich habe sehr genaue Vorstellungen davon, wie meine Partnerin sein muss. Die Lage scheint hoffnungslos zu sein. Auch weiß ich nicht, wie ich eine potentielle Person ansprechen soll, ich bin sehr schüchtern, was diesen Aspekt angeht - traue mich nicht und weiß auch nicht, was ich sinnvolles sagen sollte. Auch fallen mir keine sinnvollen Orte ein, wo ich eine Partnerin kennenlernen könnte. Ich suche schon seit Jahren und langsam verzweifel ich - werde immer depressiver und habe das Gefühl zu vereinsamen. Diese Einsamkeit hat dazu geführt, dass ich arbeitsunfähig zur Zeit bin. Ich sehe in nichts mehr einen Sinn. Warum sollte ich arbeiten? Arbeiten, um Geld zu verdienen, um zu überleben? Aber wofür lohnt es sich zu überleben? Um zu arbeiten? Mir ist klar geworden, dass ich ohne Partnerin kaum noch Sinn in irgendeiner Tätigkeit sehe.

Gestern überredete ich mich, alleine einen Rockschuppen aufzusuchen, um dort ev. jemanden kenenzulernen. Eigentlich besuche ich keine Konzerte, es ist mir zu laut und zu viel Menschenmasse. Musik höre ich allgemein selten und wenn Zuhause am Rechner, dann aber auch schon mal etwas lauter. Ich stand wie zu erwarten war an der Theke und beobachtete das Geschehen, lauschte der Musik und stellte fest, dass kaum einer alleine dort war. Ich hielt es für unmöglich, Kontakte knüpfen zu können, wenn man alleine erscheint. Die meisten Personen interessierten mich nicht. Es gab eine Ausnahme, aber ich wusste einfach nicht wie ich Kontakt aufnehmen sollte. Nach zwei Stunden ging ich wieder. Das beste wäre, die Leute kommen auf mich zu, doch warum sollten sie dieses tun? Da ich kaum Emotionen ausstrahle, wird sich wohl auch kaum jemand für mich begeistern können.

So weit zu meiner Geschichte, was das Thema anbelangt :-)

costa

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon costa » 6. Juli 2013, 07:44

Hallo Maulbeere,

ich hoffe, es geht dir schon wieder etwas besser, du klingst in dem Thread ziemlich verzweifelt.

Dein Problem kommt mir bekannt vor. Wobei ich ab und an Männer kennen lerne, mich dann aber ängstlich zurückziehe, wenn alles so schnell geht. Wie dem auch sei: ich habe noch nie jemanden, den ich nicht kannte alleine in einem Club kennen gelernt. Sondern immer über andere Bekannte, über ein gemeinsames Hobby, über Internet-Foren zu bestimmten Themen oder so etwas in der Art. Vielleicht wäre das auch für dich eine Alternative? Da ergibt sich zumindest ein erster Kontakt automatisch und man muss sich nicht zwingen jemanden anzusprechen... Und deine erste Freundin hast du auch so getroffen, oder?

Maulbeere

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Maulbeere » 6. Juli 2013, 11:24

Hallo Costa,

vielen Dank für Deine Antwort.

Ja, ich habe eigentlich alle potentiellen Partner übers Internet kennengelernt, wovon es nicht viele gab.
Im realen Leben bekomme ich es nicht hin. Die Idee mit den Hobbys habe ich auch schon versucht,
doch habe ich kaum Interessensgebiete, wo ich jemanden kennenlernen könnte.

Da gibt es aktuell nur zwei, eines welches mich fasziniert und auf dem Gebiet ich mich in Zukunft selbstständig machen möchte - doch da dieses sehr speziell ist, bin ich dort eher alleine. Ein anderes sind aus gegebenem Anlass Persönlichkeitsstörungen ;-)

Das Internet halte ich für die vielversprechendste und realistischste Möglichkeit. Was Kontakte angeht, bin ich allgemein sehr wählerisch und habe eigentlich nur an solchen Interesse, wo Gemeinsamkeiten - gleiche Interessen und gleiche/ähnliche Lebenseinstellungen bestehen. Der überwiegende Großteil der Bevölkerung kommt nicht in Frage. Bevor ich mich verabrede (meist freundschaftlich), frage ich mich immer, ob es mir etwas bringt oder ob ich mich bei dem, was wir vorhaben, langweilen oder mich unwohl fühlen (meist, wenn wo mitgehen könnte) werde. Bei der Partnersuche (Internet) kommen einerseits daher nur sehr wenige Personen in Frage, welche ich anschreibe und bei den meisten verfliegt mein Interesse schon nach wenigen Posts - als erstes versuche ich die Interessen und Lebenseinstellungen abzuklopfen. Bei einigen von den Kontakten, wo ich weiterhin Interesse habe, merke ich meist, dass das Kontakinteresse auf der anderen Seite nachlässt (melden sich von sich aus nicht mehr), dann lasse den Kontakt auch fallen, da das Interesse von beiden Seiten kommen muss, um Sinn zu ergeben.
Wenn es mal eine Ausnahme gibt und es zum Treffen kommt (sehr selten), scheitert es auch eigentlich immer - meist bleibt es bei einem Treffen.

An dieser Stelle ist bei mir eine Frage aufgekommen, habe mich aber entschlossen, dazu einen eigenen Faden aufzumachen ("Rückzüge und Ängste").

Liebe Grüße
Maulbeere

Maulbeere

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Maulbeere » 6. Juli 2013, 11:52

Hallo Costa,

entschuldige, ich wollte Deine Frage bezüglich dessen, ob es mir wieder besser geht, nicht 'bewusst' übergehen, hatte es schlicht und einfach vergessen ^^

Danke für Deine Nachfrage :-)

Allgemein habe ich immer Probleme damit, Fragen nach meinem Gesundheitszustand und meinen Gefühlen zu beantworten - meist beantworte ich diese Fragen ausweichend mit zum Beispiel 'lebe noch' ;-)

Ja, ein wenig verzweifelt fühle ich mich mittlerweile und allgemein schon, was das Thema angeht. Mir geht es morgens meist besser als abends. Zur Zeit fühle mich etwas besser :-)

Liebe Grüße
Maulbeere

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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Nebeltal » 6. Juli 2013, 11:54

Ich kann mich in deinem geschriebenem teilweise wiederfinden, aber im Gegensatz zu dir habe ich für mich erkannt, als sich meine Freundin von mir getrennt hat, dass es absolut keinen sinn hat eine weitere Beziehung einzugehen.
Frauen bringen im Grunde nur Schwierigkeiten, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Menschen wie du und ich erstmal selber ihr Leben in den Griff bekommen müssen, um überhaupt über eine Beziehung auch nur nachzudenken. Glaubst du man ist für eine Frau attraktiv wenn man depressiv, arbeitslos und einsam ist ? und selbst wenn, droht es langfristig schief zu gehen, wenn man sein Glück in einem Partner sucht. Ist der nämlich aus, welchen Gründen auch immer weg, bricht alles zusammen. Und auf sowas zu hoffen wie, liebe auf den ersten Blick und dann den Rest des leben glücklich und zufrieden zusammen zu sein, ist sehr illusionär.
Also ist es wichtig erstmal selbst mit sich einigermaßen klar zu kommen, man muss nicht perfekt sein. Aber eine gewisses Fundament sollte man schon mitbringen. Und wenn man das nicht kann, sich ändern, dann sollte man sich von dem Gedanken verabschieden, so hab ich es getan.Und sollte sich doch mal eine bei mir verirren, blos nicht darauf eingehen, das hätte sonst ein großes Unglück zufolge. Denn Frauen sind nicht altruistisch, die haben Ansprüche und Erwartungen, vielleicht nicht am Anfang aber im Laufe der Zeit. Der Rausch der Liebe lässt da einiges nicht durchscheinen. Frauen sind inzwischen nun mal emanzipiert, die suchen sich dann einfach den nächsten wenn ihnen was nicht passt. Vielleicht hat es auch etwas damit zutun dass sich der Kapitalismus immer mehr in den Köpfen der Menschen verankert und dann dazu führt dass man dieses Prinzip auch auf der zwischen menschlichen ebene anwendet. Man investiert Zeit und erwartet dafür den bestmöglichen Partner. Ein widerlicher Gedanke aber genau dieser Eindruck tut sich mir auf. Zumal die Monogamie eh auszusterben scheint, auch wenn das für mich jeglicher Moral widerspricht. Aber naja es war auch nur eine Frage der Zeit, unter anderen Tieren gibt es sowas schließlich auch nicht und unsere westliche Sex und Spaßgesellschaft bietet ja einen perfekten Nährboden um mit alterhergebrachten Moralvorstellungen aufzuräumen, leider. Naja ist ein anderes Thema. Also überlege dir genau was du tust, durch Frauen sind schon mehr Männer ins Grab gewandert als durch Schusswaffen. Aber wenn du wirklich eine Beziehung willst, dann fange bei dir an. Jetzt etwas zu erzwingen, indem du auf irgendwelche Partys gehst, welche dich eh nur nerven oder in irgendwelchen Chatrooms unterwegs bist, führt unweigerlich zu einer menge Unglück.

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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon icebaby » 6. Juli 2013, 12:42

hallo nebeltal,
ich kann natürlich verstehen, wenn du eine trennung hinter dir hast, dass du da mal eine zeitlang in einem "loch" bist - und zeit brauchst - und, lass dir auch zeit.... trotzdem, wirf nicht alle frauen in einem topf. es gibt viele frauen, für die menschen nicht einfach austauschbar sind, und die auch nicht bei kleineren problemen, (da gehört für mich auch sp dazu) gleich das handtuch werfen.
es gibt menschen, die zueinander passen. vielleicht erkennt man es nicht gleich auf den ersten blick (wobei es mir schon so war)
ich habe keine erwartungen im sinne von materiellen dingen, und mein freund hat mir noch nie materielles geschenkt (ich ihm auch nicht) - es ist mir auch nicht wichtig. er schenkt mir viel wichtigeres, er schenkt mir seine liebe, seine zeit, seine aufmerksamkeit, er schenkt mir das gefühl wichtig zu sein, das gefühl dass das leben sinn macht. das ist viel wertvoller, als ein diamantring.
ich gebe dir aber recht, dass es schwierig ist auf partys oder in chatrooms die frau fürs leben zu finden. unmöglich ist es aber nicht. und gerade das internet bietet doch einiges. gerade für einen mann... es ist anonym, man schreibt, wann und wieviel man gerade mag...ist trotzdem für sich. und es ergibt sich ziemlich zwanglos ein kontakt...und das kann auch auf viele wochen mal so bleiben, bis man sich ein wenig näher kennengelernt hat. ..
an deine haustür klopft keine frau :cool: ein wenig initiative wäre schon gut. und mal wieder - bitte - nicht gleich bei den ersten mails, aber doch bald, noch bevor die verliebtheit zuschlägt ;) sag ihr die wahrheit, bleib einfach du, so, wie du bist - verstell dich nicht, sag ihr einfach alles, was dich bewegt, sei für sie keine leere leinwand worauf sie ihren wunschmann projiziert. sie soll sich in dich verlieben! nicht in einem mann, der sich verstellt...es ist dann für dich einfacher, und auch für sie...und vielleicht gefällt das nicht jeder frau - auch ok, es bleibt dann die frau bei dir, für die DU der mann bist, denn sie immer wollte. und viele probleme gibt es dann gar nicht.
bitte, glaub mir, es gibt viele frauen, die glücklich wären, die genau einen mann wie dich suchen. gib nicht auf - mein freund ist auch geschieden, hatte viele kurzzeit- affären. und jetzt passt es eben doch. also, keine depri-gedanken mehr - tu was :glück:

alles liebe
icebaby
so sollen denn meine meinungsäusserungen nur das mass meiner sehkraft offenlegen, nicht das mass der dinge, die welt - der spiegel meines selbst.

costa

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon costa » 6. Juli 2013, 13:51

Hallo Nebeltal,

ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich in deinem Frauenbild wiederfinden. Ob Männer oder Frauen, es gibt solche und solche.

Jemanden zu kennen, der sich in einer schwierigen Situation befindet und ihn attraktiv zu finden, finde ich gar nicht so abwegig. Du bist ja nicht deine Depression oder deine Probleme, sondern viel mehr. Wie icebaby sagt, es muss halt passen. Du hast aber sicher recht damit, dass man sich nicht der Illusion hingeben sollte, dass eine Partnerschaft einen alleinig glücklich macht und alle Probleme löst.

Vielleicht muss man auch mal das Risiko eingehen, dass man verletzt wird (ok, ok, das schreibe ich so, habe aber auch Probleme damit) oder dass man jemanden kennen lernt und es passt dann doch nicht. Wenn man zuviel vorher "sortiert" nimmt man sich doch auch Möglichkeiten, oder? Manchmal sind Situationen, von denen man sich nicht viel erwartet, dann doch ganz schön.

Maulbeere

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Maulbeere » 6. Juli 2013, 14:58

Hallo Nebeltal,

Du hörst Dich sehr depressiv an. Schade das Du von Deiner Beziehung enttäuscht wurdest, aber deshalb sollte man nicht verzweifeln. Es wird meist mehr als einen Versuch benötigen, die für sich richtige Partnerin zu finden.

Was mir aufgefallen ist, dass viele Personen immer wieder an nicht für sie richtige Partner gelangen. Es hängt oft damit zusammen, was man selbst für einen Charakter ausstrahlt. Strahlt man Hilfsbedürftigkeit aus, so zieht man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Personen an, die ein Helfersyndrom haben (nur als Beispiel). Wenn man eine bestimmte Person kennenlernen will, ist es häufig notwendig, darauf zu achten, was man selbst ausstrahlt. Stimmt das, was man ausstrahlt nicht mit dem Charakter überein, zieht es oft die falschen an und die richtigen bleiben weg.

Ich habe angefangen nun mehr auf mich zu achten, was ich ausstrahle, aber ohne dabei meine Identität zu verlieren, ist manchmal nicht ganz leicht.

Wenn eine potentielle Partnerin von mir fern bleibt, weil ich keinen Job habe oder materielle Erwartungen hat, käme diese eh nicht für mich in Frage. Mir sind nicht-materielle Werte wichtig: Innige und leidenschaftliche Liebe, Solidarität, Verlässlichkeit, der Wunsch miteinander durch dick und dünn gehen zu wollen. Auch gemeinsames Erleben und Erlebnisse - und wie Icebaby es schon sagte, gegenseitige Aufmerksamkeit.

Ich bin froh, nicht reich zu sein, denn wäre ich es, wäre ich wahrscheinlich misstrauisch, da ich nie ausschließen könnte, warum die Person mit mir zusammen sein möchte. Die besten Voraussetzungen sind, fast nichts materielles zu besitzen. Kommt mensch in einer eher schwierigen Situation zusammen, schafft es Vertrauen. Ich glaube, ich meide Personen, die Geld haben - ich vermute dort eher ein Wertesystem, welches mit meinem nicht kompatibel ist.

Bis vor einem halben Jahr konnte ich mir kaum vorstellen, mit einer Person eine Beziehung einzugehen, die psychische Probleme hat - dachte mir, ich habe mit mir selbst genug zu tun. Ich bin aber in letzter Zeit häufiger mit Borderlinern in Kontakt gekommen, eine lernte ich kennen, von der ich es anfangs nicht wusste und sie selbst es auch nicht. Als wir durch unser soziales Engagement das erste mal aufeinander trafen, hatten wir gegenseitig starke Vorurteile, wie wir uns später eingestanden. Es gab anfangs heftige Reibereien, auch ein 3/4 Jahr kein Kontakt, den ich abbrach. Doch sie kam dann wieder auf mich zu. Mit der zeit ahnte ich, da ist etwas, was kein 'normales' Verhalten darstellt und ich ließ sie nicht fallen. Kleinere Reibereien gibt es immer noch, doch wir kommen damit klar, weil wir ein tiefes Vertrauensband entwickelt haben, was viel aushält. Mittlerweile wohnen wir zusammen in einer WG (hätte mir vorher nie vorstellen können WG-tauglich zu sein).

Mittlerweile kann ich mir sogar sehr gut eine Borderline-Beziehung vorstellen. Ich vermute sogar, dass Schizoide und Borderliner gut zusammenpassen, aber sie werden meist nicht zusammenkommen, weil eben eine andere emotionale Sprache gesprochen wird, die dazu führt, dass die Attraktivität anfangs nicht erkannt wird. Wahrscheinlich passiert es eher durch Zufall. Ich denke, dass beide Persönlichkeitstypen voneinenader lernen können - die schizoide Persönlichkeit lernt, ihre Emotionen auszuleben/zu zeigen und kann durch ihre Stabilität der Borderlinepersönlichkeit eine Identität geben und helfen ihre Emotionen besser zu kontrollieren. Auch ist eine schizoide Persönlichkeit eher unanfällig gegenüber Manipulationsversuchen. Auch haben beide Persönlichkeiten Verlassensängste. Der Anfang einer solchen Beziehung wird vermutlich heftig sein, aber es wird sich einpendeln mit der Zeit.

Wenn man zusammen einen steinigen Weg gegangen ist, bindet dies ungemein, aber dieser hat nichts mit materiellen Dingen zu tun. Ich gebe Dir recht, was die "Liebe auf den ersten Blick" angeht. Ich kann mich nicht auf den ersten Blick verlieben, dafür bin ich zu kognitiv. Wahrscheinlicher ist für mich, dass ich eine Liste mit Fakten austausche und schaue: passt, passt, passt nicht, passt ;-) Was ich sagen will ist, dass ich eine Person über einen gewissen Zeitraum kennenlernen muss. Erst wenn Charakter und Lebenseinstellungen passen, verliebe ich mich mit der Zeit.
So war es auch bei meiner bisher einzigen richtigen Beziehung, die etwa ein Jahr hielt. Diese hat mir gezeigt, wie schön eine Partnerschaft sein kann und gibt mir Hoffnung.

Ich gebe Dir recht, dass es oftmals von Vorteil ist, wenn mensch seine Depression nicht zu öffentlich zeigt, doch Menschen sind unterschiedlich - es gibt auch solche, die sich davon nicht abschrecken lassen und vielleicht können diese sogar ein Grund einer Kontaktaufnahme sein :-)

Was die Arbeit angeht, so werde ich in dieser Gesellschaft nicht mehr in die Rolle des Arbeitnehmers gehen, da ich mich nicht mit dem Angebot an Berufen identifizieren kann. Gründe: Unethisch, ausbeuterisch, unsinnig - ich würde alles anders machen ;-) Daher versuche ich mich gerade in einem Bereich selbstständig zu machen, den es bisher noch nicht gibt und viel Zukunft hat und mit dem ich mich identifizieren kann - zur Zeit habe nur diese eine Möglichkeit, was die Identifikation angeht.

Liebe Grüße
Maulbeere

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Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon Nebeltal » 6. Juli 2013, 17:45

Wenn man es versucht objektiv zu sehen, könnte es vielleicht sein dass ihr recht habt. Aber wie das eben so ist, macht jeder Mensch andere Erfahrungen. Ich assoziere mit Frauen grundsätzlich schlechtes, was einige nicht nachvollziehen können. Andere wiederum assozieren mit Spinnen etwas gutes, wo ich nur den Kopf schütteln kann.
Ich denke mal würdet ihr mein Leben genau kennen und ich das eure, dann hätten wir alle Recht. Ich würde euch zugestehen dass es vernünftig ist eine Beziehung einzugehen und ihr würdet mir glauben es zu lassen.
Über das mit der Austrahlung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, denn ich habe mich gefragt wie ich nur an so eine Hexe geraten konnte. Vielleicht strahle ich ja genau dass aus was ich an anderen Menschen hasse, vielleicht bin ich es sogar. Kann es sein dass ich meinen Selbsthass nur auf andere projiziere und ich in wahrheit mich hasse und nicht die anderen? Solche Fragen bringen einen wirklich an einen dunklen Ort, denn wenn das wahr sein sollte, müsste ich mich noch mehr hassen als ich es eh schon tue. Wenn ich wirklich genau dass bin, was ich an anderen so hasse.
Wäre zumindest eine Erklärung wie die hexe überhaupt auf mich aufmerksam geworden ist. Beruhigend ist allerdings die Tatsache, dass sie sich von mir getrennt hat. Also scheine ich doch nicht der Typ gewesen zu sein, den ich ausstrahle. Aber selbst wenn es nur die Ausstrahlung betreffen würde, wäre es schon schlimm. Aber wenn ich so zurückdenke scheine ich wirklich nicht dass auszutrahlen, was ich wirklich bin. Aber wem gelingt das schon, frage ich mich.

friendship

Re: Einsamkeit und hoffnungslose Partnersuche

Beitragvon friendship » 12. August 2013, 09:50

Zwei Diagnosekriterien sind:
1. Wunsch nach Einsamkeit, eigene Formulierung,
2. Mangel an sexuellem Interesse.

Warum wird das andauernd als Wunsch hier definiert? Bist Du Dir sicher schizoid zu sein?


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