Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
PeterPo

Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon PeterPo » 30. Mai 2013, 18:28

Hi, ich bin neu hier und will eigentlich auch gar nicht großartig viel über mich schreiben.
Ich weiß nicht, ob ich eine Persönlichkeitsstörung habe, allerdings ist es schon irgendwie sehr auffällig, dass ich diese ICD-10 Kriterien fast alle erfülle. Und egal, ob es nun eine Störung ist oder nicht, ich leide einfach schon seit der Pubertät immerzu an diesen Tendenzen.

Also mein Problem ist, ich kriege es nicht hin ein befriedigendes Gleichgewicht zwischen Kontakt mit anderen undIsolation hinzukriegen.
Grundsätzlich mit anderen zusammen zu sein, also bspw. abends zusammen ein Bier trinken gehen oder sowas, daran habe ich in der Tat keinerlei Interesse. Aber ich hätte schon gern eine Freundin. Aber mit den Jahren habe ich festgestellt, dass auch das nur eine fixe Idee in meinem Kopf ist, theoretisch könnte es schön sein, wenn dies und das usw. - nur die Realität ist ganz anders. Manchmal gab es schon Frauen, die anfangs Interesse hatten, aber von mir kommt dann einfach nichts. Ich kann mit anderen nicht interagieren, ich kann nicht spontan sein und ich kann keinerlei Gefühlsregungen von mir geben. Daher ist es dann für eine Frau langweilig und mir wird es unangenehm.

Nunja, also wenn ich mit anderen zusammen sein muss (wie z.b. früher in der Schule oder später bei der Arbeit) dann wünsche ich mir allein zu sein und will nur mein Leben alleine leben können.
Mittlerweile aber studiere ich (das ist ja einigermaßen anonym, das finde ich ganz gut.) und ich habe mir mein Leben halt allein einrichten können. Aber irgendwie verliert, wenn man lange Zeit alleine ist, alles an Wert. Irgendwie ist doch alles eigentlich egal. Ob ich jetzt z.B. morgens aufstehe oder nicht.... wen kümmert es denn ?
Und gleichzeitig will ich ja gerade, dass es keinen kümmert ! Es geht niemanden was an, es ist mein Leben...

Ok, etwas wirr vielleicht ich weiß es nicht. Was ich fragen will:
Wie kriegt ihr eine befriedigende Balance im Leben hin zwischen Alleinsein und nicht-alleinsein
UND wie findet man einen Partner, wenn man so anders ist ??

raysilver
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Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon raysilver » 30. Mai 2013, 19:30

Hallo bin auch neu hier und ich erkenne mich in deiner Situation sehr gut wieder. Meine SPS habe ich "schriftlich".
Dieses hin und her fechte ich jeden Tag aus. Eine befriedigende Balance hat sich bis heute nicht eingestellt. Im Grunde genommen habe ich inzwischen auch akzeptiert(müssen) das es diese für mich niemals geben wird. Mit der Einstellung lebt es sich auch nicht schlecht: Erwarte nichts, also kannst du auch nicht enttäuscht werden!
Wie man Freunde oder Partner findet... Schauspielerei. Wenn ich so bin wie ich bin komme ich nicht weiter/ erreiche ich nichts bei Partnern/ Freunden oder beruflich. Man ist im Leben manchmal auf andere Menschen angewiesen ob man nun will oder nicht. Ich habe halt mit den Jahren gelernt wie ich mich in bestimmten Situationen anderen gegenüber verhalten muss. Das ganze Leben ist für mich ein unvermeidlicher Kompromiss. Ich differenziere aber immer vorher indem ich mich frage: Was bringt mir dieser Kompromiss? Welchen Vorteil habe ich davon? Das heißt nicht das ich andere vorsätzlich ausnutze. Das Prinzip "Eine Hand wäscht die andere" ist für mich sehr wichtig. Dadurch versuche ich zu vermeiden das ich ausgenutzt werden kann. (Aus Fehlern habe ich gelernt.)
Warum soll ich mich freiwillig mit anderen ("normalen") Menschen umgeben? ist mir viel zu anstrengend. Leute die "gleich" ticken oder das ansatzweise nachvollziehen können gibt es sehr selten.
Klingt event. etwas heftig, ist aber mein Standpunkt.
Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

WWSCDneutrino

Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon WWSCDneutrino » 30. Mai 2013, 20:23

@peterPo

Ich würde gern was auch hier aus dem Forum zitieren: "(...) es ist nicht so das wir glücklich wären wenn wir allein sind. Nur macht uns Kontakt noch unglücklicher (...)"
Ich denke es gibt schlichtweg keinen 100%ig perfekten Kompromiss. Finde am besten erst einmal dein Limit heraus (wenn du das nicht schon hast), z.b. ist mein Maximum an sozialer Interaktion bei 2 Treffen im Monat ereicht. Am wohlsten fühle ich mich mit einem Monatlichen treffen. Derjenige/diejenigen mit denen du dich triffst müssen auch nicht perfekt passen- wenn man selbst etwas schauspielert und nicht ZU hohe Ansprüche hat kann man ganz pasable Bekanntschaften machen. Die Leute müssen eigentlich nur etwas "verückten tolerant" und nett sein, das reicht meist schon.
Du darfst nur niemals anfangen ohne Grund (also aus Unlust) Treffen abzusagen. Klar, man denkt sich vorher eigentlich immer sowas wie "wieso nur, ich könnte 1000 bessere Sachen machen als mir deren geschwafel anzuhören", aber wärend dem Treffen ist es meist nur halb so schlimm. Und bei eher wenig Kontakt können schon 3 absagen reichen für das man "vergessen" wird...
Zusammenfassend:
1.regelmäßige Treffen, je nach Kontakt-Limit
2.dazu überwinden
3.selbst Loben ("siehst du, das hast doch ganz gut hinbekommen!"

LG

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Huch
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Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon Huch » 31. Mai 2013, 18:36

Hallo PeterPo,
es ist schon schwierig da die richtige Balance zu finden, richtig. Vielleicht fängst Du klein an und setzt Dir Etappenziele, die Du recht einfach erreichen kannst. Das motiviert Dich besser, als gleich nach den Sternen zu greifen. Zunächst ist es wichtig, daß Du ein wenig raus unter Menschen kommst und Dir diese genau ansiehst, ohne gleich großartig die Distanz aufzugeben. Für viele Leute ist es normal, regelmäßigen Ritualen nachzugehen. Du könntest z.B. einmal in der Woche zu einer festen Uhrzeit am frühen Abend eine Bar, Lounge oder was es in Deiner Stadt so gibt aufsuchen und dort eine Kleinigkeit essen, einen Wein trinken, ein wenig der Musik lauschen und schauen, was die andren da so machen. Du mußt nicht lang bleiben, vielleicht eine Stunde oder so. Dies solltest Du regelmäßig über mehrere Wochen hinweg machen. Mit der Zeit wird Dich der Barkeeper grüßen, wenn Du eintrittst und der Kellner wird sich Dein bevorzugtes Getränk gemerkt haben. Für die andren Gäste bist Du „der ruhige, höfliche Typ, der nach der Arbeit noch einen Happen isst und sich ein bisschen entspannt, bevor er nach hause geht“. So solltest und wirst Du wahrgenommen werden. Das war doch leicht, oder? Wichtig ist, daß Du Dich auch wirklich entspannst und versuchst, Dich wohlzufühlen. Sinn des ganzen ist, Dich an einen solchen Ort und an die fremden Leute zu gewöhnen (die übrigens auch nichts andres dort machen als Du) und eine gewisse Sicherheit zu erlangen. Natürlich kannst Du auch etwas ganz andres machen, aber ich denke, Du weißt, um was es dabei geht. An einem andren Abend der Woche könntest Du Spaziergänge unternehmen, etwa am Flussufer, Dich auf eine Parkbank setzten, die Schwäne/Enten beobachten und den Tag ausklingen lassen. Vielleicht nimmst Du ein Buch mit. Auch das machen viele andre und man wird Dich als Gleichgesinnten wahrnehmen. Durch die Regelmäßigkeit solcher Unternehmungen gewinnst Du ein Gefühl für die Erlebnis- und Wahrnehmungswelt andrer, „normaler“ Menschen, ohne direkt mit ihnen interagieren zu müssen.
Mit den Frauen ist es ähnlich. Auch hier sollte man zunächst ein wenig Sicherheit im Auftreten erlangen. Vielleicht gibt es ja in Deinem Umfeld eine Dame, die Dir gefällt und Dir sympathisch ist. Um mehr über sie zu erfahren, könntest Du sie um einen Gefallen bitten: „Du hör mal, ich will mir demnächst mal ein paar neue Klamotten kaufen, aber ich mach sowas nicht so gerne und bin auch leider nicht so stilsicher. Du hingegen bist schließlich immer so schick und modisch angezogen, könntest Du mich nicht beratend begleiten?“. Damit hast Du ihr erstens ein verstecktes Kompliment gemacht und zweitens an ihre Kompetenz als Frau appelliert. Auch wird sie neugierig sein und sich insgeheim darauf freuen. Sie wird also höchstwahrscheinlich zusagen. Wenn nicht, hast Du auch nicht verloren, und richtig „angebaggert“ hast Du sie ja auch nicht. Wenn ihr also dann zusammen im Einkaufszentrum oder in der Innenstadt unterwegs seit, ergibt das eine gute Gelegenheit, ihr Verhalten zu beobachten. Lass sie an der langen Leine und für Dich die Hosen und T-Shirts aussuchen. Spare auch nicht mit Kommentaren, wenn Dir etwas überhaupt nicht oder ganz besonders gefällt. Zwischendrin kannst Du auch sagen: „komm, lass uns hier rausgehen, die Musik macht mich nervös.“ und beobachten, wie sie reagiert. Zum Schluss kannst Du sie dann „zur Belohnung“ zum Kaffee oder zum Eis einladen. Auch dabei ergibt sich wieder die Gelegenheit mit ihr zu plaudern. Du könntest z.B. von Deinen regelmäßigen Spaziergängen im Grünen erzählen, und wie sehr Dich das entspannt und nach einem anstrengenden Tag wieder runterbringt. Und von der Entenfamilie, die vor zwei Wochen Junge bekommen haben, die jetzt in einer Reihe hinter der stolzen Mutter herschwimmen. Am Abend der erfolgreichen Einkaufsaktion kannst Du sie auch noch fragen, ob sie mit Dir noch einen Cocktail trinken möchte und fährst mit ihr in die Bar, in der Du nun ja Stammgast bist und Dich so wohl fühlst. Dort wirst Du – wie üblich – vom Barkeeper und vom Kellner begrüßt, vielleicht auch noch von dem einen oder andren Gast, den Du vom sehen kennst. All dies, der ganze Tag, wird auf sie einen guten Eindruck machen. Sie wird Dich als gewandten, höflichen, selbstsicheren und sehr interessanten Mann wahrnehmen. Und auch Dir und Deinem Selbstwertgefühl wird dieser Tag sehr guttun.
Freilich ist dies alles andre als spontan, und Du wirst Monate gebraucht haben, dies so vorzubereiten. Aber mit jedem Mal das Du sowas durchziehst wirst Du sicherer im Sozialverhalten.
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Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon Nebeltal » 31. Mai 2013, 20:01

@ Huch
Den Vorschlag mit der Frau halte ich für fatal. Um das zu untermauern möchte ich mal aus meiner persönlichen Erfahrung berichten. Ich hatte vor ungefähr einem Jahr meine erste Freundin kennen gelernt, mit 21! da sind manche schon Familienväter, naja ist ja auch egal. Jedenfalls war es für mich der schlimmste Fehler den ich je gemacht habe, die Trennung nach 3 Monaten glücklicher Beziehung hat mir das Genick gebrochen. Was glaubst du wie unendlich schwer es für einen schizoiden Menschen ist eine Person zu verlieren, mit der man sich endlich mal versteht, mit dem man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Denn von den Menschen die man trifft sind 99% total uninteressant und von den übrigen 1 % jemanden zu finden der dem entgegen gesetzten Geschlecht angehört UND mit dem man sich auf einer Wellenlänge befindet ist nahezu unmöglich. Was man nicht kennt vermisst man auch nicht, ich wünschte mir ich hätte mich nie auf sie eingelassen, dann wäre heute vieles einfacher. Das ganze ist jetzt 6 Monate her und ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Also ich lege euch ans Herz, lasst auch nie auf eine Partnerschaft ein. Das Risko verlassen zu werden ist zu groß und die Verletzung die man danach erfährt ist unglaublich quälend. Denn man muss bedenken, von der Natur ist es so geregelt dass wir einem Konkurrenzkampf ausgesetzt sind. Wenn Affenmännchen um ein Weibchen bulen, bekommt der stärkere das anrecht auf Paarung. Es ist von der Natur so eingerichtet damit nur die starken sich vermehren und somit das überleben der eigenen art gesichert wird. Nicht anders ist es beim Menschen, auch hier entscheidet sich das Weibchen im Zweifelsfall für den muskolösen Schönling oder den erfolgreichen Geschäftsmann um mal 2 beispiele zu nennen. Da haben Psychisch kranke Sonderlinge wenig Chancen und wenn sich mal eine bei euch verirrt ist das vergnügen meist nicht von dauer. Es gibt sicherlich überall ausnahmen, doch die sind nicht die regel.
Man sollte sich auch nicht von ewiger Liebe oder bedingungsloser Liebe einreden, sowas gibt es nicht.
Meine Exfreundin hat sich von mir nicht wegen mangelnder Gefühle von mir getrennt, sondern weil ich aufgrund meiner Erkrankung nicht in der Lage gewesen wäre, mit ihr beruflich mitzuhalten. Das mich unglaublich gekränkt und mir nochmals aufgezeigt wie Menschen ticken. Gefühle habe in unerer Welt keinen Platz mehr, hier geht es nur noch ums nackte überleben. Also macht euch nichts vor. Allein Leben, allein Sterben.Dieses Schicksal habe ich für mich akzeptiert. Diese Oberflächlichkeit der Menschen ist einfach wiederwärtig, aber so scheinen die allermeisten nunmal gestrickt zu sein.

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Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon raysilver » 31. Mai 2013, 20:53

@nebeltal
Ich glaube du siehst das momentan alles ein bisschen zu negativ. Nur weil eine Beziehung scheitert(aus was für Gründen auch immer) heißt das noch lange nicht das auch zukünftige scheitern werden. Obwohl ich dir Recht geben muß das es für unsereins deutlich schwieriger ist Anschluß zu finden als für die "Normalen". Es ist immer sehr depremierend wenn eine Beziehung scheitert, aber deshalb von jeder Art von Beziehung abzuraten ist sicherlich auch nicht die richtige Einstellung. Lass ein bisschen Gras drüber wachsen und mache dich nicht schlechter als du sicher bist. VG
Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

WWSCDneutrino

Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon WWSCDneutrino » 31. Mai 2013, 21:30

@Nebeltal:

Einspruch.(auch wenn die Naricht an huch ging)
Natürlich gibt es nicht sowas wie "bedingungslose Liebe" oder "den perfekten Partner", das ist romantisches Wunschdenken. ALLERDINGS solltest du trotzdem nicht die Hoffnung aufgeben. Denn allein das du diese eine Freundin hattest bedeutet das es da drausen eben doch protentielle Partner gibt. Und es gibt auch eine Vielzahl an Menschen die NICHT so schrecklich oberflächlich sind. Es gibt auch Menschen die das durchschnittlich eher verschrobene Verhalten von SPSlern toleriere; ja sogar wertschätzen! und zwar weil sie selbst so/so ähnlich "verückt" sind. Das ist z.b. der Grund wieso meine beste (und einzigste) Freundin mich mag, und ich sie. Sie hat das Asperger Syndrom (hat mit dem "Fehrnseh Autismus" soviel zu tun wie die schizoide PS mit Schizophrenie, praktisch nichts); ich toleriere ihre Rituale und ihre z.b. exreme Abneigung gegenüber Seide, sie dafür wenn ich mal fies zu ihr bin und mich anschliesend Wochenlang nicht melde.
Verstehst du was ich damit sagen will?
Es ist völlig klar das ein NT nicht so gut mit den Verhaltensweisen usw. eines z.b. schizoiden klar kommt/ es prositiv bewertet. Wenn man aber SELBST "anders" ist (von mir aus eine paranoide PS hat) empfindet man es als prositiv wenn man merkt das der andere auch nicht ganz "normal" ist. Man hat dann gleich von Anfang an weniger Angst dem anderen seine, nunja, "kranken Gedanken"/"absonderlichen Wüsche"/ mitzuteilen, oder einfacher gesagt: man kann mehr akzeptanz vom gegenüber erwarten.

Sprich:
1.Ein NT hat in seinem Leben etwa 7 Beziehungen. Du hattest bis jetzt EINE, es war eigentlich ziemlich absehbar das das nicht DIE liebe des Lebens wird. Oder hast du jemals von jemanden gehört der gleich seine erste Freundin geheiratet hat? oder seine zweite?

2.Du kennst doch bestimmt das Sprichwort "Liebe macht blind" oder "die rosarote Brille aufhaben". In den ersten paar Monaten einer neuen Beziehung redet man sich so ziemlich alles schön. Wir sind nur die Sklaven unserer Hormone in dieser Zeit... wenn du nach 1 JAHR immernoch sehr verliebt bist passt sie wirklich zu dir.

3.Vieleicht war das mit dem Finanziellen nur ein Vorwandt um schluss zu machen. Wenn nicht scheint sie ziemlich "geld geil" zu sein. Oder es handelt sich einfach nur um eine Person mit komischen Vorstellungen von Dingen die eine Beziehung nicht aushalten würde...

4.Nach 6 Monaten noch nicht darüber hinweg zu sein ist zwar vier mal so viel wie der durchschnitt bräuchte (es gild etwa die hälfte der Beziehungsläge), in anbetracht dessen das SIE mit dir Schluss gemacht hat und schizoide sowieso extrem empfindlich gegenüber zurückweisung sind (wenn man es mal geschaft hat etwas Vertrauen aufzubauen, was ja eines der Kernprobleme darstellt) scheint es allerdings ganz angemessen. Nach einer Trennung ist es für das Gehirn wie ein Drogenenzug. Und anscheinend meinen auch viele NT nach einer gescheiterten Beziehung "nie wieder lieben zu können", das scheint ebenfalls normal zu sein.

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Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon knallschnute » 1. Juni 2013, 07:58

Hallo!

Ich würde sagen, die Balance zwischen "Allein und NIcht-allein" muss jeder für sich selbst heraus finden.
Da kann man kein Patentrezept (ab-)geben und vorschlagen, welche Schritte getan werden müssen, um sich in Gesellschaft wohler und in einer Beziehung gar zu Hause zu fühlen.
Es kommt auf die innere Bereitschaft, die günstigen Gegebenheiten und das Nutzen der eigenen Chance an!
Das kann bei jedem Fall anders verlaufen. Der eine trifft auf die Person schlechthin, mit der er super harmoniert, zu der er einfach einen Draht hat und fühlt sich nicht mehr allein, aber auch nicht vereinnahmt. Bei einem anderen stellt sich alles als absoluter Fehlgriff heraus und lässt ihn glauben, dass Beziehung nur Schmerz oder Verzicht bedeutet, was er so nie mehr erleben will und fühlt sich (lieber) allein.

@Nebeltal
Was du erfahren musstest ist sehr demütigend und schmerzlich. Ich kann das gut verstehen.
Das muss man erst einmal verarbeiten! Ich hoffe sehr, dass du deshalb keine Schranken erschaffst oder dein Herz erkalten lässt, nur aus dieser einen Erfahrung heraus.
Du kennst doch sicherlich das Sprichwort: "Man kann nicht alles über einen Kamm scheren." Und das stimmt!
Was wäre gewesen, wenn du sie verlassen hättest, weil sie z.B. zu sehr klammert oder dich mit ihrer Liebe erdrückt? (Schizoide tun sich mit sehr viel Nähe schwer, liest man oft... ;) ) Wärst du aus deinem eigenen Wunsch heraus mit ihr nicht mehr zusammen sein zu wollen, gerne der Buhmann gewesen, der, der nun dafür verantwortlich ist, dass sie absofort jeden weiteren Mann verschmäht?
Du vergibst dir die Chance noch andere Erfahrungen machen zu können, Nebeltal.
Das Herz in deiner Brust, die Liebe in deinem Herzen, sind nicht von anderen abhängig, sie sind das, was du aus ihnen machst.
Du hast ja die Wahl zwischen Verzeihen und stetem Vorwurf, der vor allem dich belastet und an deiner Güte nagt. :(

Lieben Gruß
Knallschnute
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.Bild

PeterPo

Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon PeterPo » 2. Juni 2013, 12:19

Hallo,
sorry, dass ich jetzt nicht auf alle Einträge einzeln eingehe, das mache ich beim nächsten Mal, aber ich muss mir mal eben was von der Seele schreiben.
Ich glaube, ich stehe kurz vor nem Nervenzusammenbruch oder sowas oder ich bin vllt. auch mitten drin.

Ich weiß in letzter Zeit immer weniger wozu ich überhaupt noch aufstehe. Mein ganzes Leben ist nur auf eine Sache ausgerichtet: Arbeiten (für die Uni), um möglichst gute Noten zu schaffen (ich habe immerhin bisher einen Schnitt von 1,9 ca. geschafft, ist auch eigentlich gar nicht so gut wie es sein könnte...), um zu beweisen, dass ich wenigstens irgendwas wert bin. Aber letztlich bringt das ja doch keine Anerkennung oder so von irgendwem.
Sogar die Professoren sagen sowas wie "jemand, der so viel macht, hat dafür bestimmt "kein Leben"." - und damit haben sie sogar Recht...
Mein einziges Ziel im Leben ist es, genug Geld zusammenzusparen, um nicht arbeiten zu müssen, um nicht täglich mit Menschen zu tun zu haben. Mein einziges Ziel im Leben ist also negativ formuliert. Ich arbeite und arbeite, nur um zu vermeiden, was ich NICHT will, aber nicht, um etwas zu erreichen, was ich will. Und wenn ich darüber nachdenke, was ich will, dann gibt es einfach nichts...
Witzigerweise habe ich gelesen, dass Schizoide Menschen zu Nihilismus neigen. Witzig deshalb, weil es auch auf mich voll zutrifft. Wenn man rational über die Dinge nachdenkt, muss man doch leider zugeben, dass alles nur die Bedeutung hat, die man ihm gibt. D.h. objektiv gesehen ist eigentlich alles egal...
Ich finde es wirklich erstaunlich, dass alle meine Ansichten, alle meine Einstellungen zum Leben und zu bestimmten Dingen, von denen ich dachte es wäre meine "spezielle, ach so individuelle" Persönlichkeit, scheinbar nur das Ergebnis einer Persönlichkeitsstörung sind. Es ist wirklich unglaublich wie präzise die Beschreibungen im Internet zur Schizoiden PS mich beschreiben. Z.B. Hang zum Nihilismus - das ist SO speziell und präzise, unglaublich... Da muss ich leider daran zweifeln, dass irgendetwas an mir von mir selbst kommt... ich bin nur das Produkt früherer Erfahrungen... was ja letztlich jeder ist.
Jedenfalls hatte ich eigentlich heute vor, wie jeden Samstag und Sonntag , von 10 bis 20 Uhr für die Uni zu lernen, aber irgendwie fange ich plötzlich die ganze Zeit an zu heulen. Wozu soll das überhaupt alles gut sein, wozu mache ich überhaupt etwas. Es schwingt ja auch insgeheim immer noch die Hoffnung mit, dass irgendwann eine tolle Frau mich gut findet und dass sie dann beeindruckt ist wie erfolgreich ich beruflich bin .. oder sonstwas, aber sein wir mal ganz ehrlich, das wird nie passieren.
Ich bin 25 Jahre alt und hatte noch nie eine Beziehung. Ich habe schon so viele Frauen kennengelernt, die ich gut fand und oftmals finden die mich am anfang auch gut. Ich KANN schon einen guten ersten Eindruck machen, das Poblem ist aber meine Persönlichkeit: das, was Menschen, vor allem Frauen gut finden, dieses ständig was anderes, mal dies, mal das, immer abwechslung, möglichst alles sogar noch EXTRA unberechenbar, das kann ich nicht bieten.
Und an "echten" Beziehungen hat ja eh keiner Interesse. Daran, zu erfahren wie es dem anderen geht, eine "echte" Verbindung zu haben, sich auch mal einfach so beim anderen melden, auch wenn man nichts konkretes will, das wollen die Menschen nicht. Alle wollen auf "wie geht es dir" nur hören "gut und selbst", nichts weiter. Und Frauen finden einen gut, solange alles lustig und aufregend und abwechslungsreich ist, aber KEIN MENSCH kann immerzu so sein, auf jeden Fall kann ich das nicht.

Naja, hab jetzt bestimmt viel Wirres geschrieben. ICh hab einfach getippt, wie es mir eingefallen ist und jetzt geh ich raus und setz mich ans Wasser und versuch einfach mal alles zu vergessen...

WWSCDneutrino

Re: Balance im Leben zwischen Allein und Nicht-allein

Beitragvon WWSCDneutrino » 2. Juni 2013, 13:31

@PeterPo:

Naja, weist du wieso ich morgens aufstehe? nein? Ich auch nicht wirklich.
Mir persönlich kommt mein Leben schon gelaufen vor seit ich 12 bin. Ich mache die Schule usw. fertig, werde mir für den rest meines Lebens Vorwürfe machen wieso ich hier und da nicht mehr gelernt und besser war, werde irgendwo einen relativ trivialen Job anfangen, irgentwann in Rente gehen und eher eines unnatürlichen Todes sterben, weil ich mich warscheinlich doch irgentwann zum Freitod durchringen kann.
Juhu-was für ausichten!
Und du bist in puncto "jeder verdammte schizo Block stellt eine perfekte Beschreibung meines Ich's dar" auch nicht allein. Das ist der Grund wieso mich Leute, die meinen "dich gibt es nur einmal" oder "du lebst nur einmal" aufregen. Mich mag es zwar nicht genau so nocheinmal geben- allerdings hunderte die sehr nah dran kommen. Menschen sind wie Katzen; wenn sie überfahren werden hättest du eigentlich kein Problem eine ähnliche wieder zu finden.
Und wenn die Buddhisten recht haben bin ich sowieso im ewigen Kreislauf des Lebens gefangen. Wenn die Christen recht haben komme ich in den Himmel. Mein Verstand sagt mir das ich wieder im selben Zustand sein werde die 13,82 Milliarden Jahre vor meiner Geburt. Ich sehe absulut keinen Grund wieso ich das Leben sogar schöner wie den Zustand Tod sein finden sollte.

Aber ich komme schon wieder vom Thema ab...
Man sollte sich überlegen: was gibt den anderen ihren "Sinn des Lebens"?
Hier eine kleine Auswahl:
Familie
Ziele, die man nie ereichen wird (sonst wäre der Sinn des Lebends ja wieder weg)
Die Sinneseindrücke
Freunde
was auch immer einem Spaß macht

....ich glaube letzteres stellt eine ganz gute Wahl dar. Demnach würde z.b. ich morgens aufstehen weil ich nachmittags mein lieblings Heft lesen, und eine Folge von "Leschs Kosmos" anschauen kann.
Und weil ich immerhin 1 freundin habe mit der ich mich einigermaßen verstehe, das gibt auch nochmal sowas wie "Sinn".
Man stelle sich vor das Helft und die Sendung würden abgesetzt werden, zeitgleich dass sie die Freundschaft kündigt! das würde mich wohl in ein ziemlich tiefes Loch reißen...

Zusammenfassend:
-Du bist nicht einzigartig, aber es dürfte schwer werden aus 7 Milliarden den passenden Ersatz herauszu filtern. Und der spricht dann warscheinlich Mandarin...
-Dein Sinn des Lebens besteht aus allem was du magst. Zum Beispiel die Farbe Blau, Spagetti oder die neuste Staffel deiner lieblings Sendung. Vieleicht auch noch z.b. deine Eltern (falls du noch welche hast).
-Du solltest Morgens für das, was du magst aufstehen. Wenn ich z.b. jetzt die Schule abbrechen würde könnte ich mein lieblings Heft irgendwann nicht mehr bezahlen.
-Der letzte Idiot findet irgendwann mal jemanden mit dem er zusammen idiotisch sein kann. Wie ich schon in einem anderen Beitrag erwähnt habe sollte man vieleicht mal in Betracht ziehen sich jemanden auszusuchen der auch "nicht ganz normal ist", das steigert die Warscheinlichkeit für gegenseitiges Verständnis. Vieleicht ist es auch nur ein guter Kumpel, oder eine platonische Freundin, einen Anfang stellt es dar.
-Setz dir große, blöde Ziele. Auf die kannst du bis zum Ende deines Lebens hin arbeiten und hast automatisch schon mehr Sinn im Leben. Meines ist z.b. alles was es in der Physik zu wissen gibt zu wissen. Das werde ich-vorallem wegen Mathe- niemals schaffen, aber ich arbeite dran.

LG


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