Sozialer Kontakt als Antrieb

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon knolle » 15. Dezember 2018, 07:36

Schneegeflüster hat geschrieben: Das heißt, die Lösung für die SPS wäre (theoretisch) schlichtweg erfüllender sozialer Kontakt (so absurd das auch klingen mag).
Das sehe ich genauso. Ein Problem in jüngeren Jahren war vor allem die Weigerung, mir selbst einzugestehen, dass das persönliche Glück leider doch zum Teil von anderen Personen abhängig ist. Durch die SPS-typischen Inkompatibilitäten zu den anderen Menschen, scheint der eigene Weg fast schon vorherbestimmt zu sein. Sozusagen für immer und alle Zeit, alleine und als Einzelgänger vor sich hin zu leben.

Ich glaube der "Schlüssel zum Glück", ist die wohl dosierte Teilnahme am sozialen Leben. Dabei ist das Wichtigste der Schutz der eigenen persönlichen Grenzen, was andere von mir wollen, ist kein muss für mich (mehr). Wenn sich z.B. alle meine Freunde jedes Wochenende treffen, ist es nicht schlimm, wenn ich nur alle 3-4 Wochen dabei bin. Ich denke da hat jeder seine persönliche "Belastungsgrenze".

Mitlerweile machen mir soziale Kontakte sogar oft Spaß. Ich liebe es, als guter Beobachter scheinbar unbemerkt hinter die Kulissen schauen zu können :stern:

Anstrengend ist es trotzdem

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon Schneegeflüster » 15. Dezember 2018, 18:09

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob Alter da wirklich so ein großer Faktor ist. Ich würde es eher so formulieren, dass es eine Frage von Offenheit, Flexibilität und Zuversicht ist, etwas ändern zu können, Eigenschaften, die mit dem Alter oft abnehmen. Also eher eine Korrelation, kein Kausalzusammenhang


Genauer betrachtet würde ich das auch so sehen, dass es um die Flexibiltät geht,die Tatkraft (Zuversicht) und
dass das nicht unbedingt altersabhängig ist. Vorteil im jüngeren Alter ist, dass man noch nicht so
"verstellt" ist und sich noch nicht soviel aufgebaut hat an starren Macken je nachdem.


Das stimmt. Wenn sich mit zunehmendem Alter Angewohnheiten einschleifen, sich zu verstellen etc., dann wird es natürlich schwieriger, daran etwas zu ändern. Ich denke, ein wichtiger Faktor dabei ist auch, das man mit dem Alter u.U. den Glauben in die eigene Fähigkeit, etwas verändern zu können, verlieren kann; solche Annahmen bestätigen sich dann natürlich immer selbst, quasi in einer Rückkopplung

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:wobei ich mehr von Toleranz sprechen würde; im Akzeptanzbegriff sehe ich nämlich noch den Aspekt der Einwilligung bzw. eine positive Bewertung impliziert, wo ich eher denke, dass die Anderen selbst dann das Recht haben (sollten), etwas zu tun, wenn ich das schlecht finde, solange es nicht meine eigenen fundamentalen Rechte und Freiheiten gefährdet.


Hätte ich jetzt auch vermutet, dass der Begriff Toleranz näher liegt, und habe deswegen den Begriff der
Akzeptanz schon eher eingeschränkt im letzten Beitrag.

Hast du dich zufällig schonmal mit „moderner Anarchie“ beschäftigt? Weiß gar nicht, ob der Begriff so richtig ist.
Mir sind zumindest unter diesem Oberbegriff so Haltungen begegnet, von individueller Freiheit, Toleranz, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit (jedem das Seine, nicht jedem das Gleiche, verhandeln statt Autorität
und Regeln). Ist halt auch ein ideales Modell.


Ich sympathisiere eher mit der libertären Minarchie, also eines Staates, der nur noch innere, äußere und Rechtssicherheit garantiert, diese Sicherheiten sind nämlich mMn Grundvoraussetzung für eine freie, zivilisierte Gesellschaft, vor Allem, wenn das System stabil bleiben soll. Vollständige Anarchie dagegen nimmt erstens gewisse Freiheiten, weil die Sicherheit als Grundlage dieser Freiheiten fehlt, und zweitens zerfällt sie innerhalb einer Generation in absolutistische, diktatorische oder feudale Systeme, die noch viel weniger Freiheiten bieten.

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:An sich sind das einfach die Werte, nach denen ich behandelt werden möchte (mir sind, wie im SPS-Spektrum üblich, meine Freiheit und Selbstständigkeit sehr wichtig), ich finde es nur logisch, sie dann auch auf Andere anzuwenden. Außerdem macht es das einfach leichter, weil man sich nicht mehr Gedanken machen muss um jedes kleine Problem seiner Mitmenschen.


Könnte dann nur zum Interessenkonflikt kommen, wenn man auf ein abhängiges Gegenüber stößt.
Was mehr Einmischung wünscht und auch mehr davon „bietet“.
Da fällt mir gerade ein, dass wir hier im Forum einige eher depressiv abhängige Charaktere hatten als Angehörige /
ehemalige Partner von SPS und die empfanden diese Freiheit, die bei einem SPS zu spüren ist, eher als gleichgültig /
grausam / beziehungsunfähig und empfanden die verwickelte einmischende Anteilnahme als "normaler".
Aber nicht alle Konstellationen waren so, manche haben auch gute Kompromisse gefunden.


Diese Werte waren von mir eher im Kontext zu Unbekannten gemeint, also außerhalb sozialer Beziehungen. In einer solchen Beziehung kann das natürlich problematisch werden, das stimmt. Dazu fällt mir die darstellung Riemanns ein, der ja in seinem "Grundformen der Angst" die depressive Persönlichkeitsstruktur als Gegenpol zur schizoiden annimmt, im Spektrum, wie weitreichend die Individuation stattfindet.

tiffi hat geschrieben:Achso, das hatte ich in eine andere Richtung gedeutet.
Diese Seite finde ich aber auch nachvollziehbar, dass die Gruppe aber auch „organisierte Meinung“ das Individuum
eher einschränkt.


Nicht nur das; in dem Moment, wo jemand eine Gruppenidentität als seine eigene assimiliert, wo er also kein Individuum mehr ist, sondern z.B. Mitglied eines Vereins oder einer sonstigen Gruppe, in dem Moment also, wo jemand sich selbst über die Gruppe definiert anstelle über sich selbst, da gibt er seine eigene Identität auf, ersetzt sie durch eine starre Rolle und ist dann insofern integer, als das er die Rolle über die assimilierte Gruppenidentität ausfüllt, und insofern nicht, als das er nicht er selbst ist

tiffi hat geschrieben: Das ist auch in der Realität spürbar, wie ich finde.
Die Fokussierung einerseits auf etwas Erwartetes, das Tabu andererseits, nicht gewünschte Dinge zu zeigen;
und dass man, wenn man sich frei von der Rolle verhält, sehr irritiert bis ablehnend behandelt wird.
Meist aber nur irritiert.
(Gegenüber stürzt in ein sogenanntes "Rollenloch", muss vielleicht selber noch eine Antwort finden, wenn es mit
unerwartetem konfrontiert wird).

Findet derjenige jedoch in sich keine Antwort nach unerwarteter Konfrontation, kann es ja auch eher
zur Ablehnung kommen, dass ein Gegenüber nicht in der Rolle reagiert.
Mit diesem Hintergrund kann man es dann auch sehen, dass die Ablehnung meist doch mehr mit der
ablehnenden Person zu tun hat, die mit dem ganzen Bild und einer freien Reaktion nichts anfangen kann.


Ja genau. Das Gegenüber ist ja im Wesentlichen selbst für seine Erwartungen verantwortlich. Man selbst kann nur so weit für den Konflikt verantwortlich gemacht werden, wie man versucht hat, dem Gegenüber vorzutäuschen, man selbst sei mit der Rolle identisch. Und an sich sind Rollen im Kern ja auch nichts schlechtes, sie halten schließlich die Gesellschaft an sich zusammen, aber je näher man einer anderen Person kommt, desto weniger sollte man sich selbst auf eine Rolle reduzieren lassen und desto mehr sollte man man selbst sein.

tiffi hat geschrieben:Leider bezieht man erfahrene Ablehnung und die Überforderung und Aggression des Gegenübers ja auch
schnell auf sich, gerade in so einer kindlichen Position der Abhängigkeit.
Und folgert dann ggf. man muss diese Reaktionen des Gegenübers vermeiden und muss die Rolle erfüllen.
Strickt sich Regeln und Ge- und Verbote. Und fängt an nicht gewünschte Merkmale als schlecht zu
etikettieren. Die aber in einer offenen Haltung eigentlich alle da sein könnten und dürften.


Was eben alles in Erziehung und Prägung falsch laufen kann. Das Kind an sich steht ja noch am Anfang seiner Entwicklung, es hat an sich noch kein selbst, mit dem es identisch sein könnte, und deswegen noch keine eigene Identität; die entwickelt sich ja erst noch. Wenn aber das Umfeld in dieser Phase der frühen Individuation schon auf Rollen prägt, dann wird das Kind das natürlich assimilieren und in diese Rollen hineinwachsen, die später problematisch werden (können).

tiffi hat geschrieben:Einfacher ist es, wenn derjenige, der die Erwartungen hat und eine Rolle wünscht, etwas offener
und reflektierter ist, dann können beide daraus lernen und freier werden.


Meinst du jetzt wieder in einer Beziehung mit einem Partner, der sich Abhängigkeit/Rollen wünscht? Ich verstehe nämlich nicht, wie du davon auf Lernen und Freiheit kommst

tiffi hat geschrieben:Da muss ich mir manchmal aber auch an die eigene Nase packen, wenn es Zustände gibt, wo ich
emotional etwas mehr unter Strom stehe oder eine fixe Idee hab, was genau passieren könnte
oder selber noch in meiner alten Rolle gefangen bin (die, die aus kindlichem Verständnis übrig geblieben
bin und teilweise noch so weiterwirkt).Dann fängt man an, sein Gegenüber auch eingrenzend zu behandeln.
Distanz und Überblick und gelassen mehrere Möglichkeiten betrachten, ist schon immer besser aus meiner Sicht.


Wie gesagt, abhängig davon, wie nahe man dem Anderen steht. Die Kassierin im Supermarkt darf man schon auf ihre Rolle als Kassiererin begrenzt wahrnehmen, würde ich sagen. Aber je enger man sich an jemanden bindet, umso wichtiger wird die Wahrung der Integrität des Anderen, würde ich sagen.

tiffi hat geschrieben:Richtig blöd wird es halt bei romantischem Interesse, wo dann sowas wie Eifersucht oder Verlustangst
mit reinspielt, und einen die Emotionalität oft in sowas regressives reinschmeißt. Das ist für mein Empfinden
wirklich so der Endboss im sozialen Miteinander, sehr anfällig für alte Erwartungen und Irritationen.


Das stimmt. Das ist eben der Punkt, wo sich entscheidet, ob es "echte Liebe" wird oder nur eine symbiotische Beziehung, um wieder auf die Begriffe von Fromm zurückzukommen.

tiffi hat geschrieben:Wurde diese Aspekt nicht auch schon am Anfang des Austauschs erwähnt, dass so eine platonische
Verbindung bei weitem lockerer und offener ist, und dass dieses Modell Romantik und Sex sogar eher
einem gesellschaftlichen Hype entsprechen könnte? (und zumindest etwas Reflektion, Offenheit und
Menschlichkeit hier nicht schaden kann, statt sturer und blinder Erwartungshaltung)
Dieses Hinterfragen des Romantikfilms hat mir auf jeden Fall gefallen, weil es ent-stresst.


Ja genau. Romantische oder sexuelle Beziehungen implizieren mehr Nähe, die die Integrität beeinträchtigen kann (aber nicht muss). Das gilt aber, denke ich, für Schizoide in besonderem Maße. Personen, die weniger weit individuiert sind, werden mit dieser Nähe wohl weniger Probleme haben, weil ihre Integrität "pflegeleichter" ist. Wobei romantische und sexuelle Beziehungen aber auch ohne Rollen und Erwartungen funktionieren können, würde ich sagen (oder zumindest diese so lose formuliert werden können, dass die Integrität jeweils gewahrt bleibt)

tiffi hat geschrieben:Und wenn man sich so ein Flussbett anschaut, sieht man auch, dass so ein beharrliches stetiges fließen
ganz schön viel Kraft hat über die Zeit, und so feste Strukturen, selbst Stein, auflöst.
Wirkt so leicht esoterisch der Gedanke...die Kraft der fließenden Veränderung....aber irgendwie gefällt er mir
auch . Davon ausgehend, dass die Basis eben doch eher Veränderung ist und Entwicklung.


Ich hätte es eher als Wachstum betrachtet, also als konstrukiven Vorgang, denn als den (destruktiven) Vorgang, wie ein Flussbett sich eingräbt. Ist aber wohl eine Frage der Perspektive, nehm ich an

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:Man muss nicht respektieren, was oder wie die Menschen machen, sondern nur ihr Recht darauf, selbst für sich entscheiden zu können und zu dürfen, was gut für sie ist, würde ich sagen. Wobei das natürlich bei Abhängigkeitsverhältnissen schwierig werden kann, stimmt schon


Ich denke dennoch, die Initiative für Veränderung kann immer nur der (jetzt erwachsene) Abhängige
treffen.Außer da wäre geistige Behinderung.
Was vielleicht da sein müsste, ist das Wissen um Alternativen,das Wissen um Umsetzbarkeit an Alternativen, und
den Glauben an die eigene Wirksamkeit wiederzugewinnen.


Da würde ich zustimmen, soweit der Abhängige eben überhaupt zur Initiative fähig ist

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon Schneegeflüster » 15. Dezember 2018, 18:22

Hallo knolle! Toller Nick :lachen:

knolle hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben: Das heißt, die Lösung für die SPS wäre (theoretisch) schlichtweg erfüllender sozialer Kontakt (so absurd das auch klingen mag).


Das sehe ich genauso. Ein Problem in jüngeren Jahren war vor allem die Weigerung, mir selbst einzugestehen, dass das persönliche Glück leider doch zum Teil von anderen Personen abhängig ist. Durch die SPS-typischen Inkompatibilitäten zu den anderen Menschen, scheint der eigene Weg fast schon vorherbestimmt zu sein. Sozusagen für immer und alle Zeit, alleine und als Einzelgänger vor sich hin zu leben.


Das klingt jetzt sehr deterministisch. Ich würde den Prozess des Wachstums einer Persönlichkeit als Kummulation von Rückkopplungen beschreiben, das also aus einer Prägung ein Wesenszug entsteht; den Drall dieser Rückkopplungen kann man aber beeinflussen, würde ich sagen. Wenn also eine Zeitlang Inkompatibilität und Isolation zu mehr Inkompatibilität und Isolation führen, dann kann man diesen Kreislauf (in der Theorie, natürlich mit Aufwand und Mühe verbunden) durchbrechen, indem man zum Beispiel ein positives Erlebnis mit sozialem Kontakt erfährt und dann aus dieser Erfahrung eine gegenläufige Rückkopplung kreirt, die aus positiver Belegung des soz. Kontakts mehr Öffnung und dann wieder mehr Kontakt macht.

knolle hat geschrieben:Ich glaube der "Schlüssel zum Glück", ist die wohl dosierte Teilnahme am sozialen Leben. Dabei ist das Wichtigste der Schutz der eigenen persönlichen Grenzen, was andere von mir wollen, ist kein muss für mich (mehr). Wenn sich z.B. alle meine Freunde jedes Wochenende treffen, ist es nicht schlimm, wenn ich nur alle 3-4 Wochen dabei bin. Ich denke da hat jeder seine persönliche "Belastungsgrenze".


Eben das meine ich ja mit der Wahrung der Integrität, das die persönlichen Grenzen geschützt werden

knolle hat geschrieben:Mitlerweile machen mir soziale Kontakte sogar oft Spaß. Ich liebe es, als guter Beobachter scheinbar unbemerkt hinter die Kulissen schauen zu können :stern:

Anstrengend ist es trotzdem


Ich habe für mich die Erfahrung machen können, dass manche soziale Kontakte sogar Energie geben können, vorausgesetzt dabei aber eine gewisse Ähnlichkeit/große Gemeinsamkeiten mit dem Anderen und unabdingbare Wahrung der Integrität. Soziale Interaktion erlebe ich als wesentlich leichter, wenn man keine Rolle annehmen muss, denn darauf entfällt bei mir die größte Anstrengung.

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon tiffi » 16. Dezember 2018, 12:22

Hallo Schneegeflüster
Schneegeflüster hat geschrieben:Ich denke, ein wichtiger Faktor dabei ist auch, das man mit dem Alter u.U. den Glauben in die eigene Fähigkeit, etwas verändern zu können, verlieren kann; solche Annahmen bestätigen sich dann natürlich immer selbst, quasi in einer Rückkopplung
Da stimme ich zu. Es schadet sicherlich nicht, sich den Raum zu schaffen, immer wieder neue kleine Erfahrungen
zu machen.Hab ich in den letzten Monaten mit begonnen, und das wird zum Teil ein Selbstläufer.
Genauso merke ich aber manchmal auch den Wechsel in den Zustand des "immergleichen altbekannten",
wo wieder mehr Trägheit und Begrenzung einsetzt. Und die Erinnerung fast aussetzt "was, da gab es mal
eine Erfahrung außerhalb davon?!".
Ist aber dennoch eine Freiheit zu wissen, dass diese Änderung geht, kleiner Wechsel der Blickrichtung und
der Gewohnheiten.
Schneegeflüster hat geschrieben:Ich sympathisiere eher mit der libertären Minarchie, also eines Staates, der nur noch innere, äußere und Rechtssicherheit garantiert, diese Sicherheiten sind nämlich mMn Grundvoraussetzung für eine freie, zivilisierte Gesellschaft, vor Allem, wenn das System stabil bleiben soll. Vollständige Anarchie dagegen nimmt erstens gewisse Freiheiten, weil die Sicherheit als Grundlage dieser Freiheiten fehlt, und zweitens zerfällt sie innerhalb einer Generation in absolutistische, diktatorische oder feudale Systeme, die noch viel weniger Freiheiten bieten.
Musste ich erst mal nachlesen und auffrischen.
Oh, ich hatte schon gehofft, es gäbe noch ein völlig neues System der Minarchie, aber falsch gedacht. Nein, kein auf Fehler rumreiten, sondern ich denke,manchmal helfen auch völlig neue Ansätze... :cool:
Stabilität, ja, ist mir aufgefallen, dass das für manche Sichtweisen einen großen Pluspunkt liefert. Sicherheit ist ein
großes Bedürfnis im Menschen, gleichzeitig könnte das auch wieder Unfreiheit / Rollen /Starres kreieren.
Schneegeflüster hat geschrieben:Diese Werte waren von mir eher im Kontext zu Unbekannten gemeint, also außerhalb sozialer Beziehungen.
Also da, wo sich Menschen eher noch in der Rolle begegnen? (wie Kassiererin) :rätseln:
Und das bedeutet in Bezug auf Werte wie Freiheit und Selbständigkeit, dass diese Werte durch die Rollen, die
auftauchen könnten, nicht gefährdet werden?

Könnte man ja in Bezug auf Schule oder Arbeitsplatz sehen, dass man da zwar gewisse Rollen ausübt und
nicht mit allen ganz nah und individuell ist, aber eben doch einer keinem auf den Senkel geht oder versucht,
einen unterzuordnen oder unverhältnismäßig zu beschneiden.
Schneegeflüster hat geschrieben:Nicht nur das; in dem Moment, wo jemand eine Gruppenidentität als seine eigene assimiliert, wo er also kein Individuum mehr ist, sondern z.B. Mitglied eines Vereins oder einer sonstigen Gruppe, in dem Moment also, wo jemand sich selbst über die Gruppe definiert anstelle über sich selbst, da gibt er seine eigene Identität auf, ersetzt sie durch eine starre Rolle und ist dann insofern integer, als das er die Rolle über die assimilierte Gruppenidentität ausfüllt, und insofern nicht, als das er nicht er selbst ist
Da muss ich an die Unterhaltung mit einem Zeugen Jehova denken. Der war sehr stolz darauf, dass 7 Millionen
Mitglieder ähnliche Gedankenansätze pflegen, ähnlich geschult werden im Denken und Begreifen und der Haltung,
ähnlich gekleidet zum Gottesdienst gehen; und er war der Meinung, dass Menschen neidisch sind, wenn sie nicht
diese Gruppenzugehörigkeit empfinden. Vielleicht hat er das individuelle eher als Last empfunden.
War auch jemand, der schon bei seinen Eltern so aufgewachsen war, wo soll das individuelle dann herkommen.
(Obwohl es da ja auch den ein oder anderen "Rebellen" gibt, meist aber mit großer Identitätskrise und ausgestoßen
aus der Gruppe).
Schneegeflüster hat geschrieben:Das Gegenüber ist ja im Wesentlichen selbst für seine Erwartungen verantwortlich. Man selbst kann nur so weit für den Konflikt verantwortlich gemacht werden, wie man versucht hat, dem Gegenüber vorzutäuschen, man selbst sei mit der Rolle identisch. Und an sich sind Rollen im Kern ja auch nichts schlechtes, sie halten schließlich die Gesellschaft an sich zusammen, aber je näher man einer anderen Person kommt, desto weniger sollte man sich selbst auf eine Rolle reduzieren lassen und desto mehr sollte man man selbst sein.
Zu Teil 1. Komme eher von der angepassten Richtung und hatte oft das Gefühl, ich bin es dem Gegenüber "schuldig", erwartet zu funktionieren. Wird ja auch oft mit Aggression und Sanktion drauf hingearbeitet (hatte oft sehr dominante Gegenüber, mit wenig Blick links und rechts).
Erst später hab ich gemerkt, dass das nicht richtig ist, mir und der Wahrheit der Situation nicht gerecht wird.
Bekam dann nach und nach auch ein Gespür für offenere Gegenüber.
Das zeigt nur mal wieder, dass sich alte Erfahrungen auch bestätigen können mit wiederholten Mustern, aber
dass es auch ein links und rechts davon gibt. Nur kann ich mit den zuerst gewählten Gegenübern (den dominanten),
keine neue Erfahrung machen, die haben mich nach allen Regeln der Kunst bestraft, bedroht, ausgeschlossen und sonstige Machtdinge angewendet, aber nie akzeptiert oder mich auf andere Art als erwartet sein gelassen.

Teil 2- ja, Rolle ist für oberflächliches Funktionieren gut, aber mehr sollte man darin wohl auch nicht sehen.
Kenne da eigentlich auch viel mehr Vermischung.Dass für mich das in der Rolle sein schon was inneres bedeutet,
oder dass ich andere in der Rolle auch tiefer "erforschen" will.
Und das gab immer viel Verwirrung. Im Grunde ist eine Rolle ja auch erstmal ein Schutz gegenüber Leuten, die
distanziert sind, und wird unbedeutender und flexibler / fällt weg, wenn es mehr Nähe gibt.
So klingt es auf jeden Fall sehr aufgeräumt.
Schneegeflüster hat geschrieben: Das Kind an sich steht ja noch am Anfang seiner Entwicklung, es hat an sich noch kein selbst, mit dem es identisch sein könnte, und deswegen noch keine eigene Identität; die entwickelt sich ja erst noch. Wenn aber das Umfeld in dieser Phase der frühen Individuation schon auf Rollen prägt, dann wird das Kind das natürlich assimilieren und in diese Rollen hineinwachsen, die später problematisch werden (können).
Erinnert jetzt an Alice Miller "Am Anfang war Erziehung".
Aber gibt es denn diese Rollenfreiheit überhaupt? Können Eltern so frei erziehen?
Gut, vielleicht wenn diese Nähe zulassen, offen sein können und sehr akzeptierend sein können. Für mich
eher unvorstellbar, sehr ideal. Gerade in Bezug auf die letzte Generation, die mich halt geprägt hat und
ich ja jetzt auch nicht frei von Ballast bin.
Schneegeflüster hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Einfacher ist es, wenn derjenige, der die Erwartungen hat und eine Rolle wünscht, etwas offener
und reflektierter ist, dann können beide daraus lernen und freier werden.
Meinst du jetzt wieder in einer Beziehung mit einem Partner, der sich Abhängigkeit/Rollen wünscht? Ich verstehe nämlich nicht, wie du davon auf Lernen und Freiheit kommst
Ich denke, dass ich immer wieder in einer Rolle verstrickt sein werde, dafür schleppe ich zuviel Ballast mit
mir rum. Und ich denke, dass andere das auch immer mal sein werden. Möchte daraus aber nichts starres und beharrliches machen, sondern es lieber hinterfragen, aufweichen, andere Möglichkeiten sehen, und dadurch auch dazulernen und freier von der einmal fixen Rolle werden.
Jemand, der grundsätzlich frei und nicht so verstrickt ist, wird das wohl nicht so nötig haben. Kommt ja auf die Startbedingungen an, gerade die ersten Lebensjahre.
Schneegeflüster hat geschrieben: Aber je enger man sich an jemanden bindet, umso wichtiger wird die Wahrung der Integrität des Anderen, würde ich sagen.
Wäre für mich zumindest ein guter Wert oder ein Ideal. So rein erfahrungstechnisch und beobachtungstechnisch
erlebe ich viel mehr Rollenerwartungen, selbst in dem was ich damals Freundschaft nannte (Schulfreundschaften,
Kollegen), und selbst was ich in Familien beobachtet hab, meiner eigenen,aber auch anderen.
Familie könnte ja gerade ein Ort der inneren Freiheit sein. Aber wie oft werden eben dort auch Rollen verteilt,
verschlossen gelebt, Selbstschutz und Erwartungen gelebt.

Was ich lernen musste ist, dass mit manchen Menschen Intimität gar nicht geht, weil die Rolle nicht verlassen wird.
Das war für mich schwer zu begreifen, ich dachte, jeder hätte das Bedürfnis, diese Rolle zu verlassen und sich
einzulassen.Gerade wenn es auch wortwörtlich propagiert wird und eine gewisse "dominante Annäherung"
stattfindet, die man mit Interesse verwechseln könnte.
Wo aber oft nur gemeint ist: ich suche jemand komplementäres für mein Rollenskript.Und dann wars das mit
der Freiheit und der Integrität.
Schneegeflüster hat geschrieben: Romantische oder sexuelle Beziehungen implizieren mehr Nähe, die die Integrität beeinträchtigen kann (aber nicht muss). Das gilt aber, denke ich, für Schizoide in besonderem Maße. Personen, die weniger weit individuiert sind, werden mit dieser Nähe wohl weniger Probleme haben, weil ihre Integrität "pflegeleichter" ist. Wobei romantische und sexuelle Beziehungen aber auch ohne Rollen und Erwartungen funktionieren können, würde ich sagen (oder zumindest diese so lose formuliert werden können, dass die Integrität jeweils gewahrt bleibt)
Das sind für mich sehr gute passende Aussagen. Es ist mehr Individualität zu berücksichtigen und die Integrität
wird schwerer zu wahren. Das bringt auch Konflikte, wenn jemand weniger individuiert ist und mehr
"soziale Standards" erwartet, weil diese dann eher seiner / ihrer Integrität entsprechen würden. Wäre also sinnvoll,
wenn sich Menschen auf recht ähnlichem Stand zusammentun. Sonst fühlt sich der eine eingeschränkt und der
andere bedroht. Eine gewisse Kompromissfähigkeit geht vielleicht noch.

Etwas schwieriger wird es noch, wenn schon eine Person in sich zerrissen ist und sowohl sehr selbständige
individuelle Anteile hat als auch sehr abhängige. Kenn ich sozusagen :schweigen: Und selbst wenn ich eine
ähnlich angelegte Person dann treffe, heißt es ja nicht, dass die Anteile gerade harmonieren und genau dieselben
gerade im Vordergrund sind.
Schneegeflüster hat geschrieben:Ich hätte es eher als Wachstum betrachtet, also als konstrukiven Vorgang, denn als den (destruktiven) Vorgang, wie ein Flussbett sich eingräbt. Ist aber wohl eine Frage der Perspektive, nehm ich an
Stimmt, das ist eine andere Perspektive, lustig irgendwie :cool: da es mir auch gar nicht so bewusst war,
obwohl ich dann doch diesen alten Bekannten der eher destruktiven Sichtweise wiedererkannt habe.

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon orinoco » 16. Dezember 2018, 12:55

knolle hat geschrieben:Ich glaube der "Schlüssel zum Glück", ist die wohl dosierte Teilnahme am sozialen Leben. Dabei ist das Wichtigste der Schutz der eigenen persönlichen Grenzen, was andere von mir wollen, ist kein muss für mich (mehr). Wenn sich z.B. alle meine Freunde jedes Wochenende treffen, ist es nicht schlimm, wenn ich nur alle 3-4 Wochen dabei bin. Ich denke da hat jeder seine persönliche "Belastungsgrenze".


Das sehe ich ähnlich. Voraussetzung ist aber eben, dass man diese Grenzen kennt. Es ist nämlich schnell passiert, dass man quasi in einen sozialen Strudel gerät und dann nur schwer wieder raus kommt. Es kann lange Zeit gut laufen und dann kommt auf einmal und vollkommen unerwartet und entsprechend unvorbereitet der Dampfhammer.
Und es können auch soziale Gefühle hoch kommen, die aber für unsereins nur in Frust enden können.

knolle hat geschrieben:Mitlerweile machen mir soziale Kontakte sogar oft Spaß. Ich liebe es, als guter Beobachter scheinbar unbemerkt hinter die Kulissen schauen zu können :stern:


Ich hatte gerade die Tage eine solche Situation. Einerseits macht es diebisches Vergnügen zuzusehen wie andere sich wie Marionetten an unsichtbaren Fäden ihrer Emotionen und Motivationen verhalten, sich diesen aber nicht bewußt sind und man nur selbst die Regeln kennt nach denen das Puppenspiel abläuft.

knolle hat geschrieben:Anstrengend ist es trotzdem


Oh, ja! Denn andererseits stimmt es traurig, dass man selbst nie wirklich mitspielen konnte und auch genau weiß, dass man es nie (mehr) wird.
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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon tournesol » 16. Dezember 2018, 13:56

Unheimlich gutes Resumee ---hier jetzt grade--- lieber oronoco, finde ich ! Danke !

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon Schneegeflüster » 16. Dezember 2018, 17:49

tiffi hat geschrieben:Stabilität, ja, ist mir aufgefallen, dass das für manche Sichtweisen einen großen Pluspunkt liefert. Sicherheit ist ein
großes Bedürfnis im Menschen, gleichzeitig könnte das auch wieder Unfreiheit / Rollen /Starres kreieren.


Da kommt dann, denke ich, das Prinzip ins Spiel, dass die Freiheit des einen da (und nur da) endet, wo die des anderen anfängt. Sicherheit als Einschränkung der Freiheit ist also nur soweit sinnvoll, wie es die Freiheit an sich bewahrt.

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:Diese Werte waren von mir eher im Kontext zu Unbekannten gemeint, also außerhalb sozialer Beziehungen.


Also da, wo sich Menschen eher noch in der Rolle begegnen? (wie Kassiererin) :rätseln:
Und das bedeutet in Bezug auf Werte wie Freiheit und Selbständigkeit, dass diese Werte durch die Rollen, die
auftauchen könnten, nicht gefährdet werden?


Stimmt, irgendwie hab ich mir da jetzt selbst widersprochen :rätseln:
An sich ist es ja so, das man Interaktion mit Anderen in zwei Fälle einteilen kann:
entweder man interagiert regelmäßig mit dem Anderen und es gibt damit irgendeine Form der Nähe (das wären dann alle familiären, sozialen, romantischen Bindungen etc.)
oder die Interaktion ist einmalig und ohne Nähe (das Beispiel mit der Kassiererin usw.)

Im ersten Fall ist es nun mit zunehmender Nähe immer wichtiger, Rollenbilder und -erwartungen aufzulösen, um die Integrität des jeweils anderen zu waren; das kommt teilweise auch von selbst, weil man sich mit zunehmener Nähe besser öffnen kann. Die Integrität würde sonst durch die zunehmende Nähe angegriffen werden.

Im zweiten Fall kommt es ja gar nicht erst zu Nähe und Öffnung, deshalb wird selbst innerhalb der Rollen, in denen man interagiert, die eigene Integrität nicht verletzt. Das wird auch dadurch gewährleistet, dass die Rolle, die man für diese Interaktion annimmt, Eigenschaften hat, die Rollen in regelmäßiger soz. Interaktion nicht haben, nämlich:
Sie sind zeitlich begrenzt auf die Dauer der einmaligen Interaktion.
Sie sind sehr eindimensional.
Man kann sich dadurch kaum vollständig in diese Rolle einfühlen, sie ist also bedeutungslos.
Sie ist sehr Distanziert.

Durch diese Eigenschaften wird man während dieser Interaktion nicht wirklich eins mit seiner Rolle, es ist sehr leicht, sich von dieser Rolle zu lösen. Dadurch entfällt der Konflikt mit der eigenen Rolle und die Integrität bleibt gewahrt.

tiffi hat geschrieben:Könnte man ja in Bezug auf Schule oder Arbeitsplatz sehen, dass man da zwar gewisse Rollen ausübt und
nicht mit allen ganz nah und individuell ist, aber eben doch einer keinem auf den Senkel geht oder versucht,
einen unterzuordnen oder unverhältnismäßig zu beschneiden.


Das wäre dann ja wieder diese zeitlich begrenzte, eindimensionale, bedeutungslose Interaktion, nur eben periodisch. Erleichtert oder vielleicht erst ermöglicht durch diese typische schizoide Eigenschaft, sehr distanziert mit anderen zu interagieren, sonst würde, wie bei NTs, aus periodischer Interaktion ja wieder ein sozialer Kontakt werden.

tiffi hat geschrieben:Da muss ich an die Unterhaltung mit einem Zeugen Jehova denken. Der war sehr stolz darauf, dass 7 Millionen
Mitglieder ähnliche Gedankenansätze pflegen, ähnlich geschult werden im Denken und Begreifen und der Haltung,
ähnlich gekleidet zum Gottesdienst gehen; und er war der Meinung, dass Menschen neidisch sind, wenn sie nicht
diese Gruppenzugehörigkeit empfinden. Vielleicht hat er das individuelle eher als Last empfunden.
War auch jemand, der schon bei seinen Eltern so aufgewachsen war, wo soll das individuelle dann herkommen.
(Obwohl es da ja auch den ein oder anderen "Rebellen" gibt, meist aber mit großer Identitätskrise und ausgestoßen
aus der Gruppe).


Und gerade diese große Gruppe und das Ablegen der eingenen Individualität und Verantwortung, zusammen mit gewissen Teilen der eingenen Freiheiten, gibt eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit, die dem Einzelnen helfen kann, seine Existenz- oder Urangst zu verabeiten. Wir wären dabei, mit Riemann gesprochen, im depressiven Teil des Spektrums.

tiffi hat geschrieben:Zu Teil 1. Komme eher von der angepassten Richtung und hatte oft das Gefühl, ich bin es dem Gegenüber "schuldig", erwartet zu funktionieren. Wird ja auch oft mit Aggression und Sanktion drauf hingearbeitet (hatte oft sehr dominante Gegenüber, mit wenig Blick links und rechts).
Erst später hab ich gemerkt, dass das nicht richtig ist, mir und der Wahrheit der Situation nicht gerecht wird.
Bekam dann nach und nach auch ein Gespür für offenere Gegenüber.
Das zeigt nur mal wieder, dass sich alte Erfahrungen auch bestätigen können mit wiederholten Mustern, aber
dass es auch ein links und rechts davon gibt. Nur kann ich mit den zuerst gewählten Gegenübern (den dominanten),
keine neue Erfahrung machen, die haben mich nach allen Regeln der Kunst bestraft, bedroht, ausgeschlossen und sonstige Machtdinge angewendet, aber nie akzeptiert oder mich auf andere Art als erwartet sein gelassen.


Schuld ist immer so eine Sache, das stimmt. Ich habe für mich mitlerweile entschieden, dass ich mich selbst (und damit konsequenterweise auch meine Mitmenschen) nur dann in einer Schuld sehen kann, wenn eine Abmachung vorliegt, der beide Seiten zustimmen; wenn ich jemandem also eine Leistung für eine Gegenleistung verspreche (egal ob materiell oder immateriell), dann bin ich ihm diese Leistung schuldig. Es kann aber niemand von mir verlangen, eine Schuldigkeit abzudienen, der ich nicht zugestimmt habe - zumindest ist das meine Einstellung.

tiffi hat geschrieben:Teil 2- ja, Rolle ist für oberflächliches Funktionieren gut, aber mehr sollte man darin wohl auch nicht sehen.
Kenne da eigentlich auch viel mehr Vermischung.Dass für mich das in der Rolle sein schon was inneres bedeutet,
oder dass ich andere in der Rolle auch tiefer "erforschen" will.
Und das gab immer viel Verwirrung. Im Grunde ist eine Rolle ja auch erstmal ein Schutz gegenüber Leuten, die
distanziert sind, und wird unbedeutender und flexibler / fällt weg, wenn es mehr Nähe gibt.
So klingt es auf jeden Fall sehr aufgeräumt.


Das hängt natürlich immer davon ab, wie sehr man sich selbst in seine Rolle hineingelebt hat, wie sehr man sich mit der Rolle identifizieren kann, wie sehr man sich schon entsprechend angepasst hat. An sich basiert der Teil der Rolle, der die eigene Ingegrität gefährdet, ja gerade darauf, dass man sich selbst in eine Rolle einfühlt, die man nicht/nur teilweise ausfüllen kann.
Ich verstehe aber nicht ganz, wieso man sich vor distanzierten Leuten schützen sollte - ich hätte gesagt, Distanz ist schon der Schutz?

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:
Das Kind an sich steht ja noch am Anfang seiner Entwicklung, es hat an sich noch kein selbst, mit dem es identisch sein könnte, und deswegen noch keine eigene Identität; die entwickelt sich ja erst noch. Wenn aber das Umfeld in dieser Phase der frühen Individuation schon auf Rollen prägt, dann wird das Kind das natürlich assimilieren und in diese Rollen hineinwachsen, die später problematisch werden (können).


Erinnert jetzt an Alice Miller "Am Anfang war Erziehung".


Dieses Buch ist mir zwar nicht bekannt, aber diese Idee ließt man in allerhand anderen Quellen auch. Ich hatte mich jetzt auf Fromm bezogen, der das ganz poetisch beschrieben hat, indem er in der Ich-Werdung eines Kindes nur die Fortsetzung der Geburt, also der Loslösung von der Mutter, sieht. Ist aber an sich im Kern wohl gleichbedeutend.

tiffi hat geschrieben:Aber gibt es denn diese Rollenfreiheit überhaupt? Können Eltern so frei erziehen?
Gut, vielleicht wenn diese Nähe zulassen, offen sein können und sehr akzeptierend sein können. Für mich
eher unvorstellbar, sehr ideal. Gerade in Bezug auf die letzte Generation, die mich halt geprägt hat und
ich ja jetzt auch nicht frei von Ballast bin.


Das ist ein guter Einwand. Vermutlich ist es weder möglich noch wünschenswert, ein Kind vollkommen ohne Rollen zu erziehen; nicht wünschenswert deshalb, weil in manchen Interaktionsformen (wie bereits beschrieben) Rollen durchaus sinnvoll sein können. Anstatt ein Kind ohne Rollen zu erziehen, wäre es dann wohl sinnvoller, es zu einem gesunden Verständnis des Rollenbegriffs zu erziehen und ihm z.B. nahezulegen, dass Rollen nichts Festes, Zwingendes sind, dass Rollen flexibel sein und sich ändern können, dass man gerade in engeren soz. Bindungen man selbst sein kann usw. Also mehr Freiheit im Umgang mit Rollen vermitteln als Freiheit von Rollen.

tiffi hat geschrieben:Ich denke, dass ich immer wieder in einer Rolle verstrickt sein werde, dafür schleppe ich zuviel Ballast mit
mir rum. Und ich denke, dass andere das auch immer mal sein werden. Möchte daraus aber nichts starres und beharrliches machen, sondern es lieber hinterfragen, aufweichen, andere Möglichkeiten sehen, und dadurch auch dazulernen und freier von der einmal fixen Rolle werden.
Jemand, der grundsätzlich frei und nicht so verstrickt ist, wird das wohl nicht so nötig haben. Kommt ja auf die Startbedingungen an, gerade die ersten Lebensjahre.


Ließe sich das dann auch so formulieren, dass du eher Freiheit im Umgang mit Rollen statt Freiheit von Rollen anstrebst? Stellt sich nur die Frage, ob soz. Interaktion bis zu einem gewissen Niveau an Nähe überhaupt ohne Rollen auskommt. Vermutlich ist es dann sinnvoller, weil realistischer und gesellschaftskompatibler, Freiheit in den Rollen statt von Rollen anzustreben. Ist das so in deinem Sinne?

tiffi hat geschrieben:
Schneegeflüster hat geschrieben:
Aber je enger man sich an jemanden bindet, umso wichtiger wird die Wahrung der Integrität des Anderen, würde ich sagen.


Wäre für mich zumindest ein guter Wert oder ein Ideal. So rein erfahrungstechnisch und beobachtungstechnisch
erlebe ich viel mehr Rollenerwartungen, selbst in dem was ich damals Freundschaft nannte (Schulfreundschaften,
Kollegen), und selbst was ich in Familien beobachtet hab, meiner eigenen,aber auch anderen.
Familie könnte ja gerade ein Ort der inneren Freiheit sein. Aber wie oft werden eben dort auch Rollen verteilt,
verschlossen gelebt, Selbstschutz und Erwartungen gelebt.


Ich würde zwischen Freundschaft und "Bekanntschaft" (gibt es ein Wort, dass die Gesamtheit an Bekannten beschreibt? Naja, jetzt schon, nehme ich an...) differenzieren, also soz. Kontakten mit und ohne Nähe und damit mit und ohne Rollen. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, diese Begriffe auch auf die Familie anzuwenden, es gibt ja auch da Kontakte mit und ohne Nähe / Vertrautheit. Man sollte das nur so vor NTs nicht aussprechen; es könnte ein interessantes Unterfangen werden, jemandem zu erklären, warum man ein Elternteil gerade als "Bekannten" betitelt hat...

tiffi hat geschrieben:Was ich lernen musste ist, dass mit manchen Menschen Intimität gar nicht geht, weil die Rolle nicht verlassen wird.
Das war für mich schwer zu begreifen, ich dachte, jeder hätte das Bedürfnis, diese Rolle zu verlassen und sich
einzulassen.Gerade wenn es auch wortwörtlich propagiert wird und eine gewisse "dominante Annäherung"
stattfindet, die man mit Interesse verwechseln könnte.
Wo aber oft nur gemeint ist: ich suche jemand komplementäres für mein Rollenskript.Und dann wars das mit
der Freiheit und der Integrität.


Womit wir wieder bei Riemann wären, depressive und schizoide Persönlichkeitsstrukturen. Interessant nur, dass selbst diese depressiven Persönlichkeiten ein Ideal der Individualität aussprechen, ohne es zu leben; diese Widersprüchlichkeiten müssen doch krank machen?
Die Idee mit dem Komplementären für's Rollenskript gefällt mir. Meist wird dieses Skript ja durch gewisse gesellschaftliche "Ideale" geprägt, basiert also nichtmal auf individuellen Wünschen, sondern nur dem Bedürfnis der Gleichartigkeit.
Das ist im Übrigen die Eigenschaft der NTs, die mich in einem früheren Beitrag hier zur These verleitet hatten, Schizoide bis zu einem gewissen Grad seien an sich gesünder. Es scheint einfach so zu sein, dass dem durchschnittlichen NT das Bedürfnis nach Freiheit und Integrität fehlt? :rätseln:

tiffi hat geschrieben:

Das sind für mich sehr gute passende Aussagen. Es ist mehr Individualität zu berücksichtigen und die Integrität
wird schwerer zu wahren. Das bringt auch Konflikte, wenn jemand weniger individuiert ist und mehr
"soziale Standards" erwartet, weil diese dann eher seiner / ihrer Integrität entsprechen würden. Wäre also sinnvoll,
wenn sich Menschen auf recht ähnlichem Stand zusammentun. Sonst fühlt sich der eine eingeschränkt und der
andere bedroht. Eine gewisse Kompromissfähigkeit geht vielleicht noch.


"und mehr "soziale Standards" erwartet, weil diese dann eher seiner / ihrer Integrität entsprechen würden"
Verstehe ich dich dahingehend richtig, dass du also meinst, dass diese Standards und Rollen von einigen als Teil der eigenen Persönlichkeit erlebt und aufgenommen werden? So hatte ich das noch gar nicht betrachtet.

An sich klingt es zwar schlüssig, daraus jetzt zu folgern, dass Gleichartige sich deshalb eher zusammentun sollten, aber ich würde sagen, dass selbst bei Verschiedenartigen eine gesunde Beziehung möglich sein kann, wenn auch vielleicht schwieriger, sofern eben beide Partner in der Lage sind, sich zum Einen zu öffnen und ihr Wesen dem Anderen zu offenbaren (einmal dahingestellt, ob und wieweit ihr Wesen von Standards und Rollen geprägt ist) und zum Anderen den Anderen dann in der Gesamtheit seiner Eigenschaften zu akzeptieren und wertzuschätzen. Natürlich verbunden mit zwei Problemen, dem grundlegenen Vertrauen, dass nötig ist, um das Öffnen zu ermöglichen, und die Fähigkeit, den anderen zu akzeptieren, wenn er so anders ist als man selbst.
Man könnte dann auf dieser bilateralen Akzeptanz eine Beziehung aufbauen, die auf Kompromissen basiert, weil immer Vermittlung zwischen gegenläufigen Bedürfnissen nötig sein wird - die aber möglich wird, wenn man den Anderen jeweils vollständig akzeptiert hat, ohne ihn auf eine Rolle zu beschränken (was aber nicht heißt, dass er sich selbst nicht über eine Rolle definieren darf).
Es ist aber dennoch leichter, zwischen gleichgearteten Partnern eine solche Beziehung zu etablieren, da würde ich dir zustimmen.

tiffi hat geschrieben:Etwas schwieriger wird es noch, wenn schon eine Person in sich zerrissen ist und sowohl sehr selbständige
individuelle Anteile hat als auch sehr abhängige. Kenn ich sozusagen :schweigen: Und selbst wenn ich eine
ähnlich angelegte Person dann treffe, heißt es ja nicht, dass die Anteile gerade harmonieren und genau dieselben
gerade im Vordergrund sind.


Wie gesagt, wenn man den Anderen, speziell seine besonderen Bedürfnisse, vollständig akzeptiert hat, wird es möglich, darauf eine gesunde, funktionierende Beziehung aufzubauen, gleichwohl es natürlich schwierig wird.
Ich habe selbst schon Erfahrungen gemacht mit abhängigen/symbiotischen Beziehungen (bei mir erweitert um den Fakt, dass ich abhängig war, ohne das den Anderen direkt wissen zu lassen). Ich habe diese Beziehung mitlerweile abstahieren können auf den Ausdruck eines Bedürfnisses nach Abbau eines Defizites an Geborgenheit. Das mein Körper (oder Unterbewusstsein oder so, fällt mir schwer, festzulegen) sich einfach geholt hat, was er gebraucht hat, weil der Mangel zu groß wurde, oder so. Wäre, zumindest bei mir, nicht mehr nötig gewesen, wenn ich eine Beziehung unter Wahrung der Integrität als Alternative gehabt hätte.
Vielleicht ist diese Ambivalenz, dass man sich gleichzeitig nach Unabhängigkeit sehnt und emotional leicht Abhängig wird, einfach Teil der schizoiden Persönlichkeit?

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon Schneegeflüster » 16. Dezember 2018, 17:54

orinoco hat geschrieben:Und es können auch soziale Gefühle hoch kommen, die aber für unsereins nur in Frust enden können.


Ich hätte "Frust" jetzt definiert als die emotionale Reaktion auf die Unfähigkeit, trotz eigener Anstrengung ein Ziel zu erreichen oder ein Bedürfnis zu befriedigen. Ist das so in deinem Sinne? Weil wenn ja, dann wird mir nicht klar, wiese soziale Gefühle zu Frust führen müssen, oder verstehe ich dich da grade falsch? :rätseln:

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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon orinoco » 16. Dezember 2018, 19:35

Schneegeflüster hat geschrieben:
orinoco hat geschrieben:Und es können auch soziale Gefühle hoch kommen, die aber für unsereins nur in Frust enden können.

Ich hätte "Frust" jetzt definiert als die emotionale Reaktion auf die Unfähigkeit, trotz eigener Anstrengung ein Ziel zu erreichen oder ein Bedürfnis zu befriedigen. Ist das so in deinem Sinne?
Weil wenn ja, dann wird mir nicht klar, wiese soziale Gefühle zu Frust führen müssen, oder verstehe ich dich da grade falsch? :rätseln:


Doch, doch, ganz recht. So würde ich auch Frust definieren.
Es gibt nun mal soziale Bedürfnisse z.B. nach einer unterstützenden Beziehung, die mit den entsprechenden positiven Emotionen verbunden sind, deren Erfüllung, aber ein hohes Maß an Stresstoleranz voraussetzt, was aber bei uns gerade nicht der Fall ist. Es ist nicht vollkommen unmöglich, aber letztlich aufgrund der eigenen Handlungsohnmacht dann doch eine Glücksfrage ob das Bedürfnis erfüllt wird oder nicht.
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Re: Sozialer Kontakt als Antrieb

Beitragvon Themis » 16. Dezember 2018, 21:33

orinoco hat geschrieben:deren Erfüllung aber ein hohes Maß an Stresstoleranz voraussetzt, was aber bei uns gerade nicht der Fall ist. Es ist nicht vollkommen unmöglich, aber letztlich aufgrund der eigenen Handlungsohnmacht dann doch eine Glücksfrage, ob das Bedürfnis erfüllt wird oder nicht.
Oh ja, leider. Und überraschend schnell sind schlechte emotionale Erinnerungen (ich spüre die dann immer als lähmende Depression; "Handlungsohnmacht", ja. :rätseln:
Kann aber bei Anderen sicher auch anders sein, als Angstreaktion oder Abwehr z. B.) an Beziehungen aller Art wieder da wie Kai aus der Kiste, auch wenn man es längst besser weiß (= es gibt auch "gute" soziale Kontakte, man kann wählen, man muss niemanden an sich ranlassen, den man nicht möchte, man ist eine selbstbestimmte, EIGENE Person). Aber die Grenzen verschwimmen dann trotzdem schnell wieder und die gefühlte Bedrohung ist da.

Ich stelle leider immer wieder fest, dass diese Reaktion gegen zu eng werdende neue Kontakte ziemlich schnell überwältigend wird. Daran ändert sich nichts.
Allerdings sehe ich das mittlerweile als probates Mittel, nur die Personen zu behalten, die auch längerfristig mit meinem Distanzwunsch auskommen. Die anderen kann ich jetzt schneller loslassen und aussortieren, ohne "man müsste doch ...". Ist stressfreier für beide Seiten, und die Kontakte, die übrig bleiben, halten auch.

Hab so mein Sammelsurium an "merkwürdigen" Personen als gute Bekannte in den letzten zwei Jahren sehr erweitert. Die passen eben. :lachen: Sind dennoch alle sehr unterschiedlich.

Für das, was ich jetzt manchmal gerne hätte, finde ich aber nach wie vor keine geeigneten Personen: Mal spontan auf ein paar Bier gehen oder ins Kino oder was auch immer. Um sich einen Pool an Kontakten (2-3) für solche Zwecke aufzubauen, müsste man selbst wiederum kontakt- und bindungsfähiger sein; spontan sein und z. B. auch umgekehrt dann gerne und zeitnah auf entsprechende Einladungen/Anfragen reagieren. Das ist mir aber nicht möglich, die gefühlte "Gefangenheit" wird sofort zu groß.
Solche Bekannten hatte ich immer wieder, Männer überwiegend (als Kumpels). Aber sie sind irgendwann enttäuscht, weil ich mich eben nicht "greifbarer" machen kann; dann schlafen diese "Freizeitgestaltungskontakte" ein.

Schade, ich hätte es gern anders, kann da aber meinen eigenen Anspruch und Wunsch nicht erfüllen. Handlungsohnmacht - ja. :kein Plan:
Wut ist ein nützliches Gefühl, wenn es darum geht, zu überleben.
Beatrice Mtetwa

Jeder Tag ist eine neue Chance, das zu tun, was man möchte. :blumengabe:


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