Kein Wille nach Kontakten

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
NoEvol
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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon NoEvol » 30. März 2015, 11:43

30. Mär 2015, 08:36 » Imagohominis hat geschrieben:
Ich lebe ganz gut in diesen Bahnen, aus die ich mich ungern rausreißen lasse, denn dann wird das ganze instabil und unangenehm.


Aber was machst du, wenn deine Kollegen "unbedingt" mit dir was zu tun haben wollen, zwecks "Teambildung" ?! :rätseln:

Meine EX-Kollegen wollten oft, dass ich mit ihnen weggehe, aber für mich sind Kollegen einfach nur Kollegen.
Es gibt halt welche mit denen ich mich verstehe, ich kann mich auch mit denen in meiner Freizeit MAL treffen (heisst ich besuche sie auf arbeit, bring denen vielleicht nen Kuchen vorbei UND GUT IST.)
Aber ich will nichts mit ihnen in meiner Freizeit machen :high: , denn da fängt für mich eine Freundschaft an!
Es gibt dann ex- Kollegen, mit denen kann ich mir eine Freundschaft vorstellen, aber auch erst dann, wenn dieses Arbeitsverhältnis beendet ist.

[shadow=blue]Und es gibt aber so Menschen mit denen will ich NICHT befreundet sein, weil sie einfach durchgehend scheiße sind ^^[/shadow]

Ständige "Absagen" könnten die Kollegen ja "verletzen", aber selbst als ich mal mit meinen damaligen Kollegen weg war...fand ich das ganze einfach nur "scheiße".
Während der Arbeitszeit (z.B in der Pause ist das für mich ok)
Aber haltet euch aus meinem Privatleben raus wtf :high:
Mein Privatleben beinhaltet auch meine Freunde/Familie, und ich kenne da auch kein pardon, wenn da der Eingriff stattfindet.

Wie soll ich solche Situationen in Zukunft handhaben?
Einfach sagen, dass ich Arbeit und Privates trenne?
Ist doch eigentlich selbstverständlich, oder?

Keine Ahnung wie das bei euch ist...aber für mich sind Klassenkameraden erst DANN Freunde, wenn ich mich auch in meiner Freizeit mit ihnen treffe. Sonst sind das einfach nur Klassenkameraden, zu denen will ich dann auch keinen Kontakt halten, wenn ich aus der Schule raus bin :lachen:

An sich hab ich damit auch nie Probleme gehabt, aber die Menschen, die ich in München getroffen habe, sind da wohl irgendwie etwas komisch...und halt anders.
Aber das ist ja auch deutschlandweit über Bayern bekannt.

Bayern... :roll: :roll: :roll: :roll:
Liebe Grüße

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon sourcream83 » 8. April 2015, 06:20

Mir gehts da auch so. Ich unterhalte mich zwar aber bin auch froh wenn die wieder gehen. Aber manchmal ist es auch besser so. Wir haben ne Kollegin die will immer alles haben und wi überall dabei sein. Und wenn ich zb mir einen Auftrag aussuchen durfte dann guckt sie immer blöd als wie " ich darf das nie" wen ich dann sag " heul doch" dann sucht sie sich was was ich zb vergessen habe um ihr Ego aufzubauen. Mit so nem Menschen muss man nicht befreundet sein und bin auch froh das ich Distanz halten kann was die eine net kann und das macht was sie sagt. Als wie " frag ma ob du im Lager aushelfen kannst" die is nicht mal ne Vorgesetzte und wenn würde der Chef automatisch kommen und was sagen. . Ich hasse solche Menschen.

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Maikäfer » 8. April 2015, 07:12

Ich hatte auf den Info-Zettel für die Weihnachtsfeier geschaut und dachte die letzten 4 Jahre war im weitesten Vorfeld nichts und ich müsste schon mal mit. Ein anderer sah es und hat mich die nächsten Zeiten motiviert mal mitzugehen, er gehe auch nur zum Essen hin. Weit vorm Tag "X" dachte ich mir seicht: " Den Blödsinn machte nicht wieder, versuchen unterbewusst jedem Stau und Umleitung zu erwischen und in der Käte von ferne die warme Lokal Tür anzuschauen".
Nach dem Urlaub mit schon schlecht "G" unauffällig in die Halle geschlichen.

.................... ............ später mehr.
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Die Weisheit jagt mich, aber ich bin schneller

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Ruby » 1. Juni 2016, 19:35

30. Mär 2015, 11:43 » NoEvol hat geschrieben:
30. Mär 2015, 08:36 » Imagohominis hat geschrieben:Meine EX-Kollegen wollten oft, dass ich mit ihnen weggehe, aber für mich sind Kollegen einfach nur Kollegen.
Es gibt halt welche mit denen ich mich verstehe, ich kann mich auch mit denen in meiner Freizeit MAL treffen (heisst ich besuche sie auf arbeit, bring denen vielleicht nen Kuchen vorbei UND GUT IST.)
Aber ich will nichts mit ihnen in meiner Freizeit machen :high: , denn da fängt für mich eine Freundschaft an!



Da würde ich gerne einmal nachfragen wollen. Kollegen / Freundschaften sind bei mir (als Borderliner) genauso definiert.

Ich definiere eine Freundschaft auch so, dass man öfter mal was unternimmt, telefoniert, sich privat über Dinge austauscht, u.a. Wobei jeder natürlich so was auch anders definieren kann..
Kollegen sind für mich die, mit denen ich nur auf Arbeit / Studium / Schule zu tun habe. Und denen ich ansonsten privat aus den Weg gehe.

Wie sieht es aber aus, wenn man von niemanden etwas wissen will und auch nicht möchte, dass jemand etwas von ihn weiß - was sind dann enge Kontakte? Beispiel: ich selbst wurde von einem Schizoiden nur als Kollege bezeichnet (auf Nachfrage hin gab er zu, dass ich wohl ein wenig mehr wäre, aber kein Freund), obwohl wir extrem viel durchgemacht haben, uns oft besucht haben, weggegangen sind .. und ich ihn mehrfach getröstet habe, wenn etwas nicht so passierte, wie er es sich wünschte. Aber - und das macht mich nun fertig: Wenn besagte enge Freunde ihn nun wirklich jahrelang (anderes Bundesland) nie besucht haben, nie mit ihn telefoniert, ihn geholfen oder etwas unternommen haben - wieso sind dann gerade das enge Freunde und ich lediglich eine (Studien)kollegin?

Meine Vermutung ist, dass er mich sehr gerne hat, aber auch auf diese Art mit der unters. Bezeichnung Distanz aufbauen möchte. Vielleicht hat es aber auch etwas mit den ich-dyston zu tun, was bei ihm deutlich ausgeprägt ist. Wenn ich ansonsten nämlich komme, strahlt er über das ganze Gesicht (was er sonst bei niemanden macht), lässt mich sich auch umarmen (was er sonst auch mit niemand anderen tut), aber dennoch nennt er mich nur Kollegin :/

Aber vielleicht liege ich auch ganz falsch. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir so eine Denkweise erklären könntet :)

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Kisar » 1. Juni 2016, 21:13

Hallo Ruby
1. Jun 2016, 19:35 » Ruby hat geschrieben:Wie sieht es aber aus, wenn man von niemanden etwas wissen will und auch nicht möchte, dass jemand etwas von ihn weiß - was sind dann enge Kontakte? Beispiel: ich selbst wurde von einem Schizoiden nur als Kollege bezeichnet (auf Nachfrage hin gab er zu, dass ich wohl ein wenig mehr wäre, aber kein Freund)

Ich habe eine einzige Freundin. Wen ich sonst als Freund bezeichne, ist eigentlich ein Zwischending zwischen Freund und Kollege. Es ist begrifflich eben einfacher, Freund zu sagen.

Mein "Freund" zu werden, ist nicht schwer, wenn man der richtige Typ Mensch ist. Freund zu werden, ist da schon wesentlich härter.

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Ruby » 1. Juni 2016, 21:31

Hallo Kisar, danke für deine liebe Begrüßung! :blumengabe:

Begrifflich ist es auf jeden Fall einfacher. Passiert mir im Studium bei Kommilitonen auch oft, das Wort ist einfach zu lang [:)]
Für mich ist es fast paradox, wenn man jahrelang mehr gemeinsam macht, auch intimer (also näher) wird und eben auch viel erzählt - aber denjenigen dann nur als Kollege bezeichnet. Und dann wiederrum Personen, mit denen man sich weder austauscht (über die man auch nichts wissen will), noch sonst irgendwas.. solche sind dann enge Freunde? (Meine Vermutung: eben weil doch deutlichere Distanz) Für mich wären letzteres eher Bekannte, als irgendwelche Freunde.

Ich kann leider nur von meiner Seite aus sprechen. Aber was mich mit dieser Person verbindet, würde ich auf jeden Fall mindestens als eine beste Freundschaft bezeichnen. Eben auch, weil doch deutliche Unterschiede (auf kontaktlicher als auch auf zwischenmenschlicher Ebene) zu anderen "Kollegen" und "Freunden" existieren.
Als Borderliner bin ich sowieso auf einer anderen, aber doch ähnlichen Ebene, was Kontakte angeht. Wenn es mir zB. irgendwann bzgl. Nähe (auch bei Freunden) zu viel wird, brauche ich auch erstmal deutlichen Abstand. Auch lasse ich nicht jeden heran, es ist sogar so, dass auch ich zwar gerne Kontakte hätte, aber auch eine ziemliche Angst davor habe (so dass es dann nicht zu Kontakten kommt). Von der Seite verstehe ich es also schon ein bisschen.

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Kisar » 1. Juni 2016, 23:52

1. Jun 2016, 21:31 » Ruby hat geschrieben:Für mich ist es fast paradox, wenn man jahrelang mehr gemeinsam macht, auch intimer (also näher) wird und eben auch viel erzählt - aber denjenigen dann nur als Kollege bezeichnet. Und dann wiederrum Personen, mit denen man sich weder austauscht (über die man auch nichts wissen will), noch sonst irgendwas.. solche sind dann enge Freunde?

Enge Freunde habe ich nicht. Jedenfalls sehe ich es nicht so. Und Personen, mit denen ich lange nichts zu tun habe, rücke ich gedanklich auch wieder weiter von mir weg.
Wenn seine Beschreibung von eurer Beziehung ähnlich ist wie deine, dann scheint er extremer als ich zu sein. Möglicherweise spielt da noch etwas anderes mit rein. Schau mal hierein, vielleicht hat dein Freund ja auch etwas in dieser Richtung erlebt.

1. Jun 2016, 21:31 » Ruby hat geschrieben:Als Borderliner bin ich sowieso auf einer anderen, aber doch ähnlichen Ebene, was Kontakte angeht. Wenn es mir zB. irgendwann bzgl. Nähe (auch bei Freunden) zu viel wird, brauche ich auch erstmal deutlichen Abstand. Auch lasse ich nicht jeden heran, es ist sogar so, dass auch ich zwar gerne Kontakte hätte, aber auch eine ziemliche Angst davor habe (so dass es dann nicht zu Kontakten kommt). Von der Seite verstehe ich es also schon ein bisschen.

Ich glaube wirklich, das Empfinden einer Beziehung ist sehr verschieden. Das Ergebnis ist aber trotz dessen ähnlich.

Die Freundin, die ich erwähnt habe, war übrigens auch Borderlinerin. Das finde ich jetzt ein bisschen gruselig, dass du wie ich Informatik studierst. :rätseln: :lachen:

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon XanderGross » 15. Mai 2017, 15:09

Wenn ich es gedanklich abhandle wie ich mich verhalte und was mir am besten Tut dann strebe ich nicht sonderlich nach sozialen Kontakten. Zumindest im normalen masse. Für mich ist normal das ich manchmal Wochen mit keinem Menschen rede. Würde nicht meine Schwester ab und an anrufen würde ich bis auf einige geschäftlich Termine mit niemanden sprechen. Mich melden bei Leuten ist selten bis gar nicht.

Auf emotionaler ebene ist das schon ein wenig anders da hätte ich schon gerne eine Bindung ob fest oder offen eigentlich egal Hauptsache die Möglichkeit dazu fähig sein auf Personen einzugehen und nicht die Leute schon per se durch meine Standby modus abzuschrecken.

Das Schizoide bei mir hat sich auf das ADS (Dysphorie Denken/Migräne) aufgebaut.

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon ebowinger » 11. Juni 2017, 19:05

Menschen mit denen ich zumindest theoretisch gerne Kontakt hätte, die spielen in einer anderen Liga und wollen sicher mit mir keinen Kontakt. Und Menschen mit denen Kontakt vielleicht möglich wäre interessieren mich meistens nicht oder widern mich sogar an. Also bleibt mir nur die Distanz. Kontakt Vermeidung schützt mich vor Enttäuschungen und Erniedrigungen. Was davon jetzt schizoid ist, oder nur die Folge von schlichten Minderwertigkeitskomplexen, das sei mal dahingestellt. Hätte ich gerne Kontakte ? Wenn ich ein anderer Mensch wäre, also mein "Alter Ego" aus meiner Fantasie, dann hätte ich wohl gerne Kontakte. Aber um jeden Preis unbedingt Kontakte haben zu wollen, so wie bei "normalen" Leuten üblich, das liegt mir sehr fern. Dafür bin ich dann doch zu gerne alleine in meiner Welt gefangen !

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Re: Kein Wille nach Kontakten

Beitragvon Hirnschmalz » 10. Juli 2017, 11:06

Auch ich habe wenig bis kaum soziale Kontakte, wenn dann meist eher weil "es sich gehört" hier und da mal einen guten Tag zu wünschen oder weil man ohne eine Unterhaltung nicht weiter kommt.
Was andere als Freundschaft bezeichnen und als normalen sozialen Kontakt habe ich nicht und es fehlt mir auch nicht.

Umso weniger Menschen ich um mich herum habe, desto besser.


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