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Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 21. September 2015, 00:38
von orinoco
Bei mir muss ich noch unterscheiden, ob ich mich in einer unterstützenden Beziehung befinde oder nicht. Wenn ich von einer solchen moralische Rückendeckung habe (dazu muss diese Person nicht mal dabei sein, einfach nur die Gewissheit, dass sie (auch für mich) da ist), dann ertrage ich soziale Kontakte wesentlich leichter (jedenfalls erscheint es mir so). Wenn ich aber keine solche unterstützende Beziehung habe, dann werden soziale Kontakte, die ich vorher (scheinbar) gut ertragen konnte mit einem Schlag unerträglich. Das habe ich extrem trennscharf erlebt. Ich bin dann da zu einem Treffen schon mit einem mulmigem Gefühl hingegangen und als ich nur noch die Wörter aber nicht mehr die Worte verstanden habe, bin ich aufgestanden und gegangen und damit war es vorbei.
Ich sag mir immer und muss mir immer wieder sagen, dass ich vollkommen normal auf eine abnormale Situation reagiert habe und im wesentlichen auch immer wieder so reagieren werde. Es gibt einen "guten Grund" für das was und wie ich es tue und das schließt sogar selbstschädigendes Verhalten mit ein. Der Fehler liegt nicht bei mir und irgendwie komme ich immer mehr zu der Erkenntnis, dass es ein Fehler wäre, den Fehler bei mir zu suchen und in der Folge (nur) an mir herum zu schrauben. Es liegt natürlich nahe zuerst an einem selbst herumzuschrauben, so wie man vorzugsweise den Überbringer einer schlechten Nachricht köpft. Damit kann man vielleicht sein Mütchen kühlen, aber es ändert ja nichts an dem Problem, das man hat und operative Hektik war noch nie ein Ersatz für geistige Windstille.

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 27. Oktober 2015, 22:20
von zwerg
Gibt eine Handvoll Menschen mit denen ich mich vergleichsweise wohl fühle. Da nehme ich dann auch Einladungen an und freue mich auch darüber, dass auf meine Anwesenheit wert gelegt wird. Meist fühle ich mich bei solchen Gelegenheiten zwar eher unentspannt und habe auch nicht viel beizutragen aber es ist mir schon wichtig, solche Verabredungen wahr zu nehmen und empfinde es auch als irgendwie Bereicherung. Ansonsten sind Verabredungen für mich auch stressig vor allem dann wenn sie für den anderen zur Gewohnheit werden und irgendwie vorausgesetzt werden. Das triggert mich total.

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 30. November 2015, 23:15
von unentschlossen
Verabredungen sage ich eigentlich nur spontan zu, weil ich sonst bis zum Treffen immer denke, was ist wenn ich zu dem Zeitpunkt überhaupt keine Lust auf Menschen habe? Deshalb habe ich früher auch sehr häufig recht kurzfristig abgesagt. Mittlerweile sage ich dann meist erst max. 1 Tag vorher zu. Wenn vorher schon jemand gefragt hat, halte ich mir den Tag "frei", sage jedoch noch nicht zu.
Bei geschäftlichen Terminen habe ich leider wenig Einfluss, vor Geschäftsreisen bin ich eigentlich schon 1-2 Wochen vorher zu nichts mehr zu gebrauchen. Wie "versteinert" tue ich nur was unbedingt sein muss, und schotte mich sehr ab. Kann an nichts anderes mehr denken in dieser Zeit.

Generell finde ich es auch schwierig die Balance zwischen Nähe und Rückzug zu finden. Wenn ich ein Treffen hatte, und am übernächsten Tag wieder, dann bin ich viel offener weitere Treffen zuzusagen. Bis es kommt wie es kommen muss, und es mir alles wieder zuviel wird. Dann gehe ich nur Arbeiten und verkrieche mich danach oft ein paar Wochen in meiner Wohnung...

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 1. Dezember 2015, 00:53
von hinterdemmond
17. Aug 2015, 19:23 » Kämpferin hat geschrieben:Ist es euch lästig, wenn jemand sich mit euch zu bestimmten Zeitpunkten verabreden will?

nein, aber ich komme meistens zu spät. mit der pünktlichkeit stehe ich seit jeher auf kriegsfuss. wer damit nicht klarkommt, sollte sich nicht mit mir verabreden.

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 1. Dezember 2015, 15:35
von Maikäfer
Ich treffe mich zu einen religiösen Treffen aufs Jahr gesehen alle 3 Wochen für 2 Stunden.
Fahre gleich in der nähe gehre hin.
Das vorletzte mal sagte der Gastgeber, schön das ich immer da bin. Und ich fast grantig, ich hab nichts anderes zu tun. Es läuft nicht üblich ab, aber zu meinen Gunsten. Am Tisch ist mir zu eng, weis nicht warum ich blockiere.
....

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 26. Februar 2016, 03:58
von Doppelgesicht
18. Aug 2015, 09:40 » Headmatter hat geschrieben:Da ich selbst ziemlich angepisst reagiere, wenn jemand einen zugesagten Termin ohne Absage einfach nicht einhält, sage ich selbst bei Einladungen / Verabredungen ab oder ich komme, wenn ich zugesagt habe, Punkt.

Da ich wie die meisten hier Treffen mit Menschen stressig finde, gelte ich bei Einladungen zwar als passionierter Neinsager, aber auch als absolut verbindlich: Wenner kommt, dann kommter ooch :breites grinsen:


Ist bei mir genauso ... halt Moment ... nur mit der zeit nicht (sag ich um 3 rechne um 5 mit mir, eine Zusage ist immer verbindlich aber ich komm schwer in die Pötte) betrifft aber ohnehin nur einen Menschen und der kennt das von mir, das ergänzt sich wunderbar, wäre ich pünktlich, wäre ich meißt ungelegen, zu früh ... so paßts ...

Generell bin ich aber an sonsten: "Mister njet"

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 20. März 2016, 12:49
von Nichts
@Kämpferin Anfangspost #1

Ja. Absolut.
zumindest bei nicht sehr nahen menschen. auch pünktlich sein fällt mir schwer. Darauf kommen/kamen die wenigsten meiner kontakte klar. Haben das direkt mit "wenig respekt" gleichgesetzt. Dabei meine ich das nicht so, ich will mich nur ungern bei so unwichtigen dingen wie zeit anpassen

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 27. März 2016, 13:51
von Mevilin
Ich verabrede mich nur noch äußerst selten. Wozu auch, ich sage eh kurz vorher ab. Ich kann die Uhr danach stellen: Steht ein Treffen an, werde ich müde, desinteressiert, empfinde Widerstand, bin genervt. Bis ich dann endlich absage, und dann ist wieder alles gut. So war ich schon immer und daran wird sich auch nichts ändern.
Die Leute sind davon natürlich nie begeistert gewesen. Manche Kontakte haben sich nur dadurch verabschiedet.

Seit 2 Jahren zwingt mich mein Hund, Kontakte einzuhalten, denn es sind immer Verabredungen mit anderen Hundehaltern + Hunden. Klar muss ich mich auch dazu überwinden, aber da mein Hund mein Herzblut ist, und sie einfach ZU gerne mit anderen Hunden spielt, kann ich mich zu 70/80% durchringen.
Allerdings bin ich danach auch immer wie ausgewrungen. Wie ein Lappen, den man 10 mal rum dreht und ausquetscht.

Meine damalige Chefin verstand sich mit mir so gut, dass sie mich immer privat zu sich auf den Hof und ins Haus einladen wollte. Obwohl wir immer eine gute Ebene hatten, auch so einiges Private miteinander besprachen, war ein rein privater Kontakt unvorstellbar für mich. Alles in mir sträubte sich. Ich fand es übergriffig, distanzlos, unangemessen. Klar sagte ich ab, - aber nicht erst kurz vorher, sondern gleich. Also ich sagte gar nicht erst zu. Sie nahms persönlich, fauchte rum und war angefressen.

Ich hab das Problem, dass ich keine Probleme mit dem Alleinsein habe. Einsamkeit kenne ich nicht. Ist mir völlig fremd. Ich konnte mich schon seit jeher super gut mit mir selbst beschäftigen. Das macht es natürlich schwer, soziale Kontakte aufzubauen, wenn man gar kein Bedarf danach hat.

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 27. März 2016, 22:25
von Nachtgängerin
Verabredungen erfordern für mich ein hohes Maß an innerer Vorbereitung, weswegen ich mit großer Selbstdisziplin aufwarte und sehr pünktlich bin.
Beim Gegenüber stresst mich Unzuverlässigkeit ganz extrem.

Re: Wie geht ihr mit privaten Verabredungen/Terminen um?

Verfasst: 28. März 2016, 02:25
von hinterdemmond
27. Mär 2016, 13:51 » Mevilin hat geschrieben:Ich hab das Problem, dass ich keine Probleme mit dem Alleinsein habe. Einsamkeit kenne ich nicht. Ist mir völlig fremd. Ich konnte mich schon seit jeher super gut mit mir selbst beschäftigen. Das macht es natürlich schwer, soziale Kontakte aufzubauen, wenn man gar kein Bedarf danach hat.

ich habe auch kein problem mit dem alleinsein, und sehe das nicht mal als problem an. einsamkeit ist auch an sich kein problem, obwohl ich das gefühl durchaus kenne. soziale kontakte habe ich nur zur meiner familie und zu eingen künstlerkollegen, wobei sich da die kontakte meist auf gemeinsame ausstellungsaktivitäten beschränken.
ich habe aber auch kein problem mit verabredungen. ich sehe das ganz pragmatisch. wenn ich mich verabreden muss, verabrede ich mich. komme aber meistens immer etwas zu spät.