Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon schnuff » 7. Oktober 2019, 03:43

yxcvbnm hat geschrieben:Überzeugungen sind keine Naturgesetze.


Habe ich das behauptet oder angedeutet?
Nein.

Du bist ja immernoch manipulativ :verstimmt: ...bitte hör auf damit.

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon schnuff » 7. Oktober 2019, 05:03

Sag mal, gehst du eigentlich mit dir selber auch so um?

Das meine ich jetzt nicht komisch, aber diese Frage solltest du dir nur für dich vielleicht einmal stellen.

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon schnuff » 7. Oktober 2019, 11:45

yxcvbnm hat geschrieben:Wow. Deine Denkweise bringt mich richtig auf die Palme.


Das ist der Ton, den du mir gegenüber hier spielst.
Und wenn du das selber nicht merkst - naja....

Aber ich meine das ernst, schau mal auf dich selbst.
Wenn dich etwas an mir so aufregt, frage dich mal, warum das so ist? Irgendetwas berührt das in dir, sonst würdest du nicht so heftig reagieren.

Zugegeben du ärgerst mich auch ein bisschen. Aber nur wenig, ich muss schon auch etwas schmunzeln. :katze:

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon 2ost » 7. Oktober 2019, 14:20

Um mal wieder auf die, nicht ganz uninteressante, Eingangsfrage zurück zu kommen (oder zumindest einen Teil davon):
Ghostvoice hat geschrieben:[...] andere wiederum bleiben das ganze Leben über bestehen, weil sie sich bewährt haben. Um letztere geht es mir.

Wenn man eine Überzeugung gefasst, ein Prinzip entdeckt hat... inwiefern unterscheidet es sich von einer S/W-Sicht der Dinge?
Dazu fiel mir gerade das (mich ansonsten wenig begeistert habende, aber wohl vielfach empfohlene) Buch von Rainer Sachse zu Persönlichkeitsstörungen ein, respektive die darin erwähnten nicht lernfähigen Systeme:
► Text zeigen
Hier hast du also ein System, das einerseits funktioniert, "sich bewährt hat" andererseits, wenn du genauer hinschaust, wiederum dann aber auch nicht.

Ich würde sagen, das auf der Spielebene (mit dem "allertollsten" Narzisst, oder [anderes Beispiel] etwa auch mir, "der ich niemanden brauche") Strategien vorliegen, die sich oberflächlich bewährt haben und augenscheinlich auch so funktionieren (der Narzisst hält sich wirklich für den Tollsten und ich denke wirklich ohne Mitmenschen besser dran zu sein). Hier ist also etwas, dass funktioniert und das der Narzisst ebensowenig wie ich hinterfragen wollen und was somit also als Scharzweißdenken, da nicht wirklich zur Diskussion stehend, m. E. wohl beschrieben werden könnte.

Nun kommt da aber eben plötzlich so ein arroganter Psychologe namens Rainer Sachse daher, schaut tiefer und glaubt doch allen Ernstes MIR erklären zu können, das mir meine Mitmenschen gar nicht wirklich alle auf den S-...enkel gehen und der Narzisst neben mir nicht wirklich der Allertollste überhaupt ist, oder auch nur zu sein wünscht?

Wenn ich schwarzweiss nun denke, erkläre ich ihm, wohin er sich seine fade Rede stecken kann und fühl mich gar noch darin bestätigt, dass Menschen halt einfach bloß doof sind (derweil der Narzisst neben mir erkennt, wie hoch ich ihn wohl schätzen muss, dass ich ungefragt und an seiner Statt den Psycho[logen] für ihn so runter gemacht habe, wie der es, ob des Gesagten, unzweifelhaft doch verdiente).

Wenn ich aber nur überzeugt bin, dass ich halt niemanden brauche (und der Narzisst, z.B. ob dessen hingelegter Karriere vice versa halt doch wer ist) dann höre ich diesen Sachse halt an (oder lese sein Buch), reflektiere seines, reflektiere meines und bilde mir anschließend ob der neuen Erkenntnisse meine Meinung auch neu (selbst wenn ich im Anschluss dann immer noch denke, das der Herr Sachse gut gebrüllt hat, ich Menschen aber dennoch nicht brauche, weil [»Begründung«]!

Solange ich mich also noch [ehrlich] hinterfrage und bereit bin meine Ansichten zu prüfen und ggf. umzustoßen, habe ich m. E. eine Überzeugung (die aber immer noch und nichtsdestotrotz falsch auch sein kann). Wenn ich jede Kritik, jeden Einwand ungeprüft abschmettere, dann habe ich ein Dogma (was halt schon oft mal schwarzweiß gedacht daher kommt, ohne zur "Gattung" der Zebras darob zu gehören).

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon schnuff » 7. Oktober 2019, 16:01

Du merkst das wirklich nicht?

Von Dir "nie gesendet" .
Ich zeige dir Gegenteiliges.
Aber das zählt nicht.
Da habe ich ja nur irgendwas raus gekramt.

Ich reite da jetzt so drauf herum, weil es tatsächlich irgendwie gut zum Thema passt. Nicht weil,ich da was Persönliches austragen will (wir kennen uns ja gar nicht).

Ich zeige dir an deinen Worten, dass du dir selbst widersprichst. Aber du weigerst dich sehenden Auges, da Mal wirklich hinzuschauen.

Du gehst nie wirklich auf das ein, was ich dir entgegne und verteidigst das direkt, sondern hüpfst immer zu irgendwas anderem.
So versuchst du mir das Gefühl zu geben, "falsch" zu sein, damit du dich weiter "richtig" fühlen kannst.
Das ist tatsächlich manipulativ.
In Wahrheit aber stellst du dich dir selber nicht.


Unabhängig davon sind wir damit auch bei "jeder schafft seine eigene Realität".
Für mich stellt sich dieser Thread ganz anders da als für dich. (Zumindest soweit werden wir wohl einig sein...)
Obwohl wir beide deutsch und lesen können - und mehr ist hier ja nicht (!)
Wie ist das dann erst mit richtigen Dingen und dem richtigen Leben?

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon 2ost » 7. Oktober 2019, 16:32

Servus yxcvbnm,
yxcvbnm hat geschrieben:Zu Rainer Sachse habe ich eine ähnliche Position […]
Genau darum finde ich es passend, hieran einen bedachten Umgang mit anderen Positionen aufzuzeigen.
yxcvbnm hat geschrieben:Ich dachte oft 'wo nimmt er das nun her?'; ich bin es gewohnt, dass Belege geliefert werden, für Dinge, die nicht als allgemeinhin bekannt gelten.
Kenne ich aus den STEM- (bzw. MINT-) Fachrichtungen auch so, wobei die Geisteswissenschaften da, möglicherweise, eh nochmal anders ticken, bisweilen eine in sich schlüssige Argumentation da voll zu lange scheint. (?)

Ev. sah Herr Sachse sich beim Schreiben ja dort eher verortet. Beziehungsweise war es ja als Handlungsanweisung an Berufskolleg[inn]en gedacht und nicht als wissenschaftliche Arbeit verfasst. [;)]

Die von mir angesprochenen Punkte sind aber tatsächlich sogar eher solche, mit denen ich was anfangen konnte, weswegen ich es mir halt auch gemerkt habe.

Aber wie schon gesagt, selbst (bzw. gerade) da, wo man im ersten Moment vehement widersprechen möchte, zeigt sich meines Erachtens der Unterschied zwischen Dogmatismus einerseits und bewährten Überzeugung andererseits noch am Besten.

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon schnuff » 7. Oktober 2019, 16:35

yxcvbnm hat geschrieben:Du spiegelst gehörig...


Das hoffe ich und ich meine es genau wie du auch nicht bös. [:)]

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon hinterdemmond » 7. Oktober 2019, 23:19

2ost hat geschrieben:Wenn ich aber nur überzeugt bin, dass ich halt niemanden brauche...

hm, ich bin total überzeugt davon, dass ich niemanden brauche, bis mir zb. einfällt, dass ich demnächst eine ausstellung habe in einer anderen stadt, und ich jemanden brauche, der meine bilder dorthin fährt (hab selber keinen führerschein), also mache ich eine ausnahme (und frage normalerweise meine frau, sie kann auto fahren).
nun bleibt meine überzeugung witerhin bestehen nur mit einer ausnahme.
dann fällt mir noch irgendwas ein, was ich nicht alleine schaffen kann, und ich mache noch eine ausnahme.
am ende habe ich eine ganze liste von ausnahmen, aber, wie sagt man so schön: ausnahmen bestätigen nur die regeln.
die überzeugung bleibt weiterhin bestehen, wird halt nur etwas modifiziert und um eine liste von ausmahmen erweitert.
das ist wie bei lenin mit seiner neuen wirtschaftspolitik. man passt seine überzeugungen an die realität an.
und selbst wenn ich irgendwann mal ein alter mann bin und voll und ganz auf die hilfe anderer angewiesen bin, den glauben daran, dass ich niemanden brauche und es zur not, wenn es wirklich darauf ankommt, auch alleine schaffen könnte, wird mir niemand nehmen können.
also zumindest den glauben daran, dass ich niemanden brauche, will ich behalten. weil ohne ihn bricht ja alles zusammen. dann kann ich mich ja wirklich gleich selbst begraben.
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon 2ost » 7. Oktober 2019, 23:41

Ich weiß nicht ob das deine Intention war, aber: Danke für diesen Moment des Lachens.
Tat mir wirklich gut gerade. [:)]

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Re: Schwarz/Weiss-Denken vs. Überzeugungen

Beitragvon maverick73 » 9. November 2019, 17:48

Ja, sehr amüsant, muss ich zugeben (ich musste schmunzeln) und auch entlarvend; in der Frage, völlig Autark zu sein.

Aber immerhin bleibt mir meine emotionale Unabhängigkeit!


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