Wohnlage

Die Gegenüberstellung der schützenden Distanz und dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen.
NowhereMan
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Re: Wohnlage

Beitragvon NowhereMan » 22. Juni 2018, 12:22

Themis hat geschrieben:Was mich wundert, ist, dass einige hier sich dann mit Musik behelfen können zum Übertönen/Ausblenden. Funktioniert bei mir überhaupt nicht, denn Musik ist ja auch wieder "Menschenlärm"; auch welche, die ich sehr mag. Aber in solchen Overkill-Phasen vertrage ich es nicht; jeder Musiker hat ja eine Intention/Aussage, die man hört oder spürt und jedenfalls verarbeiten muss.
Das kann ich in solchen Situationen dann nicht mehr ohne das Gefühl, sonst gleich Amok zu laufen. Menschenlärm ist dann gleich Menschenlärm und nicht erträglich. Nur Stille und das Plätschern des Zimmerbrunnens.


Ich "verwende" da, in entsprechenden Phasen, häufig Ambient, also elektronische Klangflächen ohne (nennenswerte) Rhythmik und menschlichen Gesang. Beruhigt meine Nerven (zumindest in der Regel …) und triggert mich nicht noch mehr.
Ist natürlich nicht jedermanns/-fraus Sache.

tiffi
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Re: Wohnlage

Beitragvon tiffi » 23. Juni 2018, 12:35

Bei mir ist es auf Arbeit so, dass ich "das beste im negativen" mache, mit dem eigenen Klima schaffen.
Es bleibt eine Anspannung und Zwangssituation, es wird nur minimal erträglicher.

In diesem Zustand geht es auch nicht um das mich verwirklichen, sondern im Funktionsmodus noch das
halbwegs bessere wählen oder funktionierend in der Aufgabe bleiben und nicht nur reagieren - panisch,
verärgert, gereizt.
(Bis ich irgendwann wieder "frei" bin und hingehen kann, wohin ich will und mir die Eindrücke ggf. etwas mehr auswählen oder wieder aus der Anspannung und Rollenforderung in eben dieser Präsenz raus kann).

In Bezug zur Musik an sich beobachte ich verschiedene Zustände, ab und an einlassen und berührt sein oder drückt etwas derzeitiges aus, und manchmal
weiß ich nicht was ich brauche / suche, das ist wie Hunger haben, aber alles was einem einfällt,
stößt einen ab.
In solchen Zuständen ist weniger mehr, was ganz einfaches oder nix.
diese magere Musik (ohne große Sequenzen, Rhythmen, ohne Stimme) hör ich auch manchmal.
Wenn aber schon der Overload da ist, kann ich mich mit Musik nicht verbinden.


@Kalliope
stelle ich mir bei dir sehr stressig vor, in dieser Situation zu sein, und Lösung nicht direkt
in Sicht, nur mal Unmut ablassen, aber kein einsichtiges Gegenüber.

Vielleicht klappts ja bald mit dem Umzug, du hattest hier ja schonmal Pläne geäußert.

Insgesamt finde ich es schon scheiße, dass man zwangsläufig immer das Gewusel von irgendwelchen fremden Menschen mitkriegen muss und vor der Haustür oder Hintertür / Balkon dann in Sichtweite für
zwangsweise Kommunikation ist, wo ich lieber nur unsichtbar bleiben würde und ich alles andere
als in diesen Modus wechseln will.
Manchmal bin ich vor der Tür irgendwie im Fluchtmodus, Käppie an, Sonnenbrille, und furchtbar schnell
ein Ziel und nix gesehen, auch nicht die faltigen Rentnergesichter, die auf das nächste Gespräch lauern.

Würde lieber einfach da sein, wenn man so in seinem innersten Modus ist,
und auf dem Weg zum Müll, Blumen gießen auch nicht unter die Räder kommen will, vernünftige Konversation zu betreiben. Das stresst vielleicht zusätzlich, weil ich denke, ich müsste mein Sein
einer jede Hecke ist rechteckig geschnitten Rentner Denke anpassen und mich verstellen
und Angst zu haben, völlig missbilligt zu werden. (werde ich jetzt aber ja auch, da zeitweise blind und stur).
Vielleicht doch irgendwann mal in weniger dicht besiedeltes Land / Gegend ziehen,
wenn da der Unterhalt irgendwie sichergestellt wäre.

Kalliope
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Re: Wohnlage

Beitragvon Kalliope » 23. Juni 2018, 15:18

@tiffi: ist bei mir ein insgesamt sehr heikles Thema, da dort meine schlimmsten Urängste mit verbunden. Und damit mit massiven Blockaden und aber auch realen Hinderungsgründen.
Aber das ist eh selbstlimitierend, also der Verbleib hier.

Allerding bleibt leider immer die Chance, vom Regen in die Traufe zu geraten.

Das mit der Musik geht mir sehr ähnlich. Ich höre insgesamt extrem selten welche. Und wenn, dann phasenweise und dann sehr intensiv (nicht laut-intensiv, sondern zuhör-intensiv). Aber dann bin ich auch wieder lange, lange sehr satt davon.
Ich höre ein sehr breites Spektrum, auch hier in den Rubriken gab es schon begeisternde Links. Am liebsten mag ich Klangexperimente und interkulturelle Experimente. Alle "Unterhaltungsmusik", noch schlimmer "Untermalungsmusik" macht mich wahnsinnig (also noch mehr als ohnehin schon ;D). Aber ist ein anderes Thema. Jedenfalls ist "Hintergrundgedudel" ja auch fast so wie halt diese nervigen Nebengeräusche, denen man in Wohnung bisweilen nicht entkommen kann.

Aber manchmal reicht's auch, darauf zu warten, bis ein anderer genervter Nachbar mal was sagt.
Wir haben hier im Hof Garagen, die auch vermietet werden. Da ist so ein Typ mit nem riesigen Transporter (mit Aufkleber "ich wähle keine Motorsportgegener, und Sie?"), was ja bereits schon alles sagt. Er fährt in dem Ding auch seine Motorradsammlung spazieren, ja, echt.). Jedenfalls pflegt der seine Transportertüren gerne "stundenlang" auf- und zuzurummsen, gerne morgens gegen 6:30 Uhr oder abend gegen 23:00 Uhr. Ist der bereits so dement, dass er wirklich alle Dinge einzeln, die er drinnen vergessen hat, da rausholen und reintun muss?
"Erfreulicherweise" unter dem Schlafzimmer von Nachbarn "aus dem ersten"(Stock). Na, das hörte ich dann letztens, wie der Nachbar aus dem Ersten mal was gesagt hat.

Aber meine Schwester, die in Landes-bester Wohnlage residiert, beschwert sich über die Privatflieger, die mit erheblichem Lärm (und mutmaßlich auch Abgas) über die Nobelgegenden unserer Republik flattern ("guck mal, da wohne ich"). Zudem scheint in diesen Gegenden dann auch die Ellenbogen-ich-komm-zuerst-Mentalität zum Tragen zu kommen.

Fazit aber: Wohnlage kann wirklich und wahrhaftig krank machen.
"In Wirklichkeit ist der andere Mensch Dein empfindlichstes Selbst in einem anderen Körper" Khalil Gibran
"Das Ideal einer vollkommenen Gesundheit ist bloß wissenschaftlich interessant. Krankheit gehört zur Individualisierung." Novalis

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Re: Wohnlage

Beitragvon Themis » 23. Juni 2018, 22:39

Mir wird durch die Postings in diesem Thread wieder so deutlich bewusst, wie stark man vom Wohnumfeld - das ja das Privatleben, das wiederum eigentlich der Hort und Rückzugsort ist, großenteils ausmacht - abhängig ist in seinem Wohlbefinden. Und wie stark es buchstäblich "krank" machen kann, wenn da keine Rücksicht genommen wird. :übel:

Anekdote am Rande, ich zog vor gut 5 Jahren übergangsweise (Auszug beim Ex und auf Suche nach wieder eigener Wohnung) für drei Monate in ein möbliertes 10-qm-Zimmer bei einer älteren Dame (geschieden und daher gesellschaftssuchend; sehr verschrobene, aber interessante Person; hatte ihren selbstgezimmerten (!) Sarg schon in ihrem Schlafzimmer stehen; sehr aktiv), die im Haus insgesamt vier Zimmer zur Kurzzeitvermietung (ab einer Woche bis monatelang) eingerichtet hatte. Sie warb mit "sehr ruhig", in der Anzeige und dann auch im "Vorstellungsgespräch". So sah es zunächst auch aus, Kellerzimmer in EFH-Gegend, hell genug (Vollfenster) und "nur" an der Treppe zum Keller gelegen, wo Wäsche-/Werkzeugraum und Zweitküche für die Mieter. Dachte, so oft muss da niemand runter, wird sich nicht bemerkbar machen. Weit gefehlt. :coool:
Mietverhältnis in meiner Situation (suchte ja auch etwas Anschluss und hatte sehr ausgefallene Gespräche mit ihr, die mir heute noch nachwirken) schon sehr okay. Aber von Ruhe keine Spur :feiern: : Sieben Tage die Woche treppte sie ab spätestens 8 und bis 21 Uhr eifrig und laut auf und ab, um Werkzeuge zu holen, nachzuholen, auszutauschen etc.; bohrte, hämmerte (flieste zu der Zeit ihr Bad selbst), staubsaugte und mähte im Garten vor meinem Fenster; Lärmpegel während des ganzen Tages.
Aber sie fand es "ruhig" :lachen: , was ja von der Wohnumgebung her auch stimmte. :breites grinsen:
War manchmal anstrengend, aber im Ganzen eher lustig; und da sie selbst so getrieben war und die Mieter als Therapeutikum nutzte, konnte man es ihr gar nicht übel nehmen. :stern:

tiffi hat geschrieben:weil ich denke, ich müsste mein Sein
einer jede Hecke ist rechteckig geschnitten Rentner Denke anpassen und mich verstellen
und Angst haben, völlig missbilligt zu werden
Über diesem Typus stehe ich ehrlich gesagt, gefühlt natürlich nur - aber meilenweit. Die können sich von meiner Souveränität :knasti: noch was abschneiden.
Nein, ernst gemeint: Diese Rasen-mit-der-Nagelschere-Schneider und Laub-vom-Nachbarn-Hasser wecken bei mir eher Mitleid. Die haben ganz andere Probleme, die sie mal bearbeiten sollten. MICH kratzen sie jedenfalls nicht und MIR haben sie auch nichts zu sagen.

Kalliope hat geschrieben:Das mit der Musik geht mir sehr ähnlich. Ich höre insgesamt extrem selten welche. Und wenn, dann phasenweise und dann sehr intensiv (nicht laut-intensiv, sondern zuhör-intensiv). Aber dann bin ich auch wieder lange, lange sehr satt davon.
Danke, dass es noch jemandem so geht. Versteht fast niemand, vor allem das so-lange-"satt" (erfüllt, überfüllt im positiven, manchmal auch irritierenden Sinne)-Sein. (Wieder das Thema der langsamen Verarbeitung; des "daran Kauens".)

Kalliope hat geschrieben:Aber meine Schwester, die in Landes-bester Wohnlage residiert, beschwert sich über die Privatflieger, die mit erheblichem Lärm (und mutmaßlich auch Abgas) über die Nobelgegenden unserer Republik flattern ("guck mal, da wohne ich"). Zudem scheint in diesen Gegenden dann auch die Ellenbogen-ich-komm-zuerst-Mentalität zum Tragen zu kommen.
Ja - merkwürdige Maßstäbe. Die Eltern meines Ex wohnten in einer EFH-Gegend (Typus wie die, in der ich auch aufgewachsen bin; hab seither - und der wurde mit dem Ex, der anfangs unserer Beziehung noch im DG der Eltern wohnte, wieder aktiviert - einen Horror vor der Verlogenheit und Forderndheit bei gleichzeitiger Bigotterie und Ignoranz in solchen Siedlungen). Die Nachbarn mähten und heimwerkten lautstark, die mangelhaft erzogenen Sprößlinge machten abends im (selbstredend von den Eltern bezahlten) Auto Furore, es wurde gefegt und gelaubbläsert auf Teufel komm raus - aber als dann die Überflugzeiten des nahe gelegenen Sport(!)flugplatzes bis 21 Uhr verlängert wurden, gab es dort eine Bürgerinitiative. :kein Plan: Es fehlen völlig die Bezugsrahmen.
Aber die Sonntage in diesen Siedlungen finde ich ganz schrecklich; Totenstille. Erzwungene Totenstille, Lähmung. Führt mich im Sonntagsdienst meine Tour im ambulanten Pflegedienst in solche Gegenden, bin ich heilfroh, da wieder wegzukommen.

@ Kalliope:
Ich wünsche Dir wirklich, dass Du da bald wegkommst! Klingt ganz schrecklich, zumal Alkis Vernunftargumenten ja nicht zugänglich. Drücke Dir die Daumen! :glück: :Ballon:

Ich persönlich stelle mit zunehmendem Alter fest, dass in extremen Stresssituationen mein Gehör einfach "dicht macht". Hatte ja vor 13 Jahren in kurzer Folge zwei Hörstürze mit vorübergehender Taubheit auf dem betroffenen Ohr; und die ist seither - und derzeit phasenweise besonders - "selbstaktivierend". Mir tut das sehr, sehr gut und ich nehme es dann jeweils als Warnsignal zur Kenntnis, kürzer zu treten.
Ich könnte ohnehin nichts daran ändern. Aber die Dankbarkeit für diese Zwangs-Offs überwiegt: Nicht hören Können bedeutet auch nicht hören Müssen. :stern:
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Wohnlage

Beitragvon tiffi » 24. Juni 2018, 09:50

Kalliope hat geschrieben:@tiffi: ist bei mir ein insgesamt sehr heikles Thema, da dort meine schlimmsten Urängste mit verbunden. Und damit mit massiven Blockaden und aber auch realen Hinderungsgründen.
Aber das ist eh selbstlimitierend, also der Verbleib hier.
Sehr verständlich mit den Urängsten. Ich habe auch so Themen, die ich nicht ganz rational angehen
kann. Vor ca 6 Jahren musste ich a) umziehen b) mit wenig Geld ein neues Auto besorgen und c) hatte ich einen umfangreichen Zahnarzttermin mit mehreren Baustellen über Monate - nur eins davon belegt mich mit lähmender Unruhe und elenden Gefühlen; wenn es unvermeidbar angegangen werden muss, hoffen und beten dass es irgendwie vorbeigeht. Aber das Gesamtlebensgefühl ist dann schon sehr ätzend.
+ dann das Risiko, wirds überhaupt besser, lohnt sich der Stress, sind genug Ressourcen da für ne bessere Lösung.
Überstürzen musst du ja vielleicht auch nichts. Vielleicht noch mehr Informationen sammeln, Möglichkeiten ansehen, mehr durchdenken, was wirklich wichtig ist,
bis irgendwann das Gefühl entsteht, hier lohnt der Sprung und das Risiko und das elende Gefühl, die Ängste mit zuschleppen.
Themis hat geschrieben:Über diesem Typus stehe ich ehrlich gesagt, gefühlt natürlich nur - aber meilenweit. Die können sich von meiner Souveränität :knasti: noch was abschneiden.
Nein, ernst gemeint: Diese Rasen-mit-der-Nagelschere-Schneider und Laub-vom-Nachbarn-Hasser wecken bei mir eher Mitleid. Die haben ganz andere Probleme, die sie mal bearbeiten sollten. MICH kratzen sie jedenfalls nicht und MIR haben sie auch nichts zu sagen.
Rein rational kann ich das so sehen, emotional hängt da für mich aber mehr dran; wenns die direkten Nachbarn sind, die miteinander verwandt ect sind das Haus quer drüber, hinter uns, und gegenüber ect, und man selbst ist so der Außenseiter und halt doch immer wieder im Kontaktfeld.
Sicher auch Muster und Einstellungen wo dran zu arbeiten wäre, nicht so abhängig ängstlich zu reagieren,
sondern mehr mit Selbstbewusstsein und Augenhöhe; aber das ist dann bei mir so ein Ur-Muster / Angst.

Dass die mich als Maßstab nehmen würden oder meine Sichtweise interessant finden, denke ich überhaupt nicht, denn die sind eine sich selbst bestätigende Gruppe, mit der ihr eigenen Moral.
Ist vielleicht auch nur meine Sicht, das so ne gewachsene Dorf/Familiengemeinschaft ihre eigene Moral hat,
gerade wenn 80 plus und die Kinder schon 60 plus, und zum Stressabbau wird geschnattert und sich
bestätigt, bis ein eigenes Rechtsempfinden wieder da ist. Wozu dann sich ändern.

Aber immerhin wirken sie nicht aktiv auf mich ein, soviel Respekt ist da. Kenne auch von Bekannten,
dass die mit "Befehlen" zurechtgestutzt werden, also soweit ist es dann doch hier ein leben lassen.
Und die direkten älteren Nachbarn mögen z B nicht, dass die Vögel in ihrem Garten landen, ich locke aber die Vögel zu mir aktiv an,und da sagen sie auch nix, klatschen nur bei sich die Vögel immer weg.
(Tja, der Luftraum lässt sich aber schlecht kontrollieren, da haben sie sich eine Sisyphus Aufgabe ans
Bein gebunden; und immerhin, sie schießen nicht auf die Vögel, wie es früher vielleicht Usus war)

Und "kleiner Erfolg". Bei mir wuchs eine Riesenwildmalve, die ich weiß nicht wie gelandet war. So eine über 2 m große mit mehreren Stängeln (nicht so ne Einzelmalve). Was wild ist, lass ich bei mir meistens stehen.
Irgendein Vogel hatte auch einen Stechapfel angebracht....den hab ich dann aber erst ein bisschen später ausgerupft als ich gelesen hab giftig und so.
Die Vögel hatten dann beim Nachbarn auch schonmal das ein oder andere Korn verloren was nicht in das quadratische Beet passte und in die quadratische Hecke. Davon hat der Nachbar mal eine Sonnenblume stehen lassen;und bei ihm war plötzlich auch so ne Wildmalve vor zwei Jahren, die jetzt immer wiederkommt.
Und da hab ich den Nachbarn beobachtet wie er bewundernd davor stand letztes Jahr, und dieses Jahr hat er für diese Malve sogar einen Einschnitt in die Hecke gemacht, damit die Luft und Licht bekommt. Fand ich irgendwie "süß".
Themis hat geschrieben:Aber die Sonntage in diesen Siedlungen finde ich ganz schrecklich; Totenstille. Erzwungene Totenstille, Lähmung. Führt mich im Sonntagsdienst meine Tour im ambulanten Pflegedienst in solche Gegenden, bin ich heilfroh, da wieder wegzukommen.
Ich mag das ruhige, da ich auch ruhig und lieber unhörbar in meinen Lebensäußerungen bin.
Die Phase der lauten Musik ist bei mir schon länger vorbei.
Gestern war auch ganz toll zum Fußballspiel, kein Menschenlärm. Das lauteste sind dann die Vögel und der Wind. Damit fühle ich mich lebendiger und sicherer / entspannter als mit dem wuselnden Menschenlärm und dem Geschnattere.
Aber es mag sein, dass die anderen, sonst lauten, sich als Regel dann einfach so zusammenreißen, weil Sonntags macht man das so.
Bei mir ist es Bedürfnis und nicht Regel und mir ists dann gerade recht, wenn es sonntags für mich so passt.
Hab gestern zu der angenehmen Fußballstille gedacht, ob man die Leute nicht viel öfters mit Brot und Spielen
belustigen müsste massenweise, damit ich dann mehr Ruhezeiten hätte :knasti:

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Re: Wohnlage

Beitragvon Kalliope » 24. Juni 2018, 19:12

@tiffi
Für mich das Wohnumfeld (also inklusive des nahen Einzugsgebietes entscheidend für meinWohlbefinden, dazu gehören Gebäude, auf die ich sehr sensibel reagiere, also die Bebauung und auch die Klientel von Menschen. Das hat sich hier leider sehr drastisch nach unten bewegt. Aber auch das "Grün", d.h. die Natur ist sehr wichtig. Im Sinne von "nahe". Da Natur im Grunde der einizige Ort, wo ich wirklich auftanken kann.

"Überstürzen" ist gut *lach* - kannst' ja nicht wissen -, ich müsste hier schon vor locker 7 Jahren ausgezogen sein ungefähr. Aber da sind die Blockaden. Es ist ein bisschen besser geworden, denn anfangs konnte ich mir nicht mal vorstellen, woanders als hier zu leben, geschweige denn hatte ich eine Ahnung, wie ich das bewerkstelligen sollte.
Ein Punkt ist nun ja entscheidend besser: ich WILL weg. Aber es gibt noch 1-3 andere Faktoren, die noch "Hürde" sind. U.a. natürlich auch meine Malässen. Sich andernorts wieder Ärzte zusammenzusuchen, die sich mit so speziellem Kram wie meinem wenigstens im Ansatz auskennen, das ist auch schon nicht so easy. Davon aber mache ich es nicht mehr primär abhängig. Notfalls dauert der Anfahrtsweg länger (was aber genau mein Problem, also "Anfahrt". Aber gut, sehen die gleich, in welchem Zustand ich dann da antorkle. Nee, nicht wg. Suff, sondern wg. Meniere. Je länger Anfahrt, umso stärker Schwindel.
Ja, ich warte auf den Eugonos (den "rechten Augenblick", aber langsam habe ich genug gewartet, es MUSS etwas passieren).

Meine Bewunderung und Hochachtung, dass Du das unter ungünstigen Umständen hinbekommen hast! (Trotz offenbar auch Deiner Urängste ähnlicher Art.)

Gerade schwant mir Übelstes. In die Nachbarwohnung, die gerade leer wurde, ziehen nun neue Mieter ein. Eben turnte ein halber Kindergarten hier die Treppe rauf. Dann donnerte es an meine Tür und der Kindergarten stand laut kreischend vor selbiger und pöbelte sich gegenseitig an. Also genauer: einer nen anderen, er solle sich bei mir entschuldigen. Is' ja nett, aber ich meinte, es wäre ok, noch mehr ok wäre, wenn sie dann jetzt das Gebrüll im Hausflur beenden würden. *SEUFZ* das kann ja heiter werden :-((

Die Lauthörphase (Musik) ist bei mir auch im Grunde vorbei, manchmal "brauche" ich das noch mal, aber wie gesagt: extremst selten. UNd dann auch für mal ein paar (Lieblings-)Songs. Das ist dann auch das Erinnern und innere Wiederauflebenlassen alter Zeiten. Dafür reicht meist wenig, um die Stimmung wieder wachzurufen.

Das mit der Stille: Ja, auch hier so, wenn Fußball, dann herrlichste Spaziergehruhe, was ich meist nutze, aktuell aber sehr genieße, dass die Bundesstraße vorm Fenster dann auch mal wie leergefegt. Dann merkt man immer, wie die Vögel ihren eigenen Lautstärkelevel an den Dauerradau angepasst haben!

Aber,
@Themis
ich kenne auch diese fast bedrohliche Sonntagstotenstille. Die gab es in meiner Kindheit, in einer Beamtengegend. Sonntage waren ohnehin immer bedrohlich, weil meine Eltern aufeinandertrafen und sich aushalten mussten (was sie nicht taten). Also ist bei mir Sonntag, Glockengebimmel, diese Totenstille und Bedrohung auch verknüpft. Das ist aber nur Sonntags so und vor allem in der Kombi und in so "spieß- und kleinbürgerlichen Gegenden". (Zu dieser "Stille" gehört durchaus ein in der Ferne surrender Rasenmäher.)
Mir aber dennoch tausende Mal lieber als dies hektische-überreizte Lärmigkeit einer Innenstadt.

Danke Dir für DEine lieben Wünsche, ich hoffe auch so sehr, dass ich den Absprung dann ENDLICH hinbekomme. Wohin auch immer.

Ich beneide Dich um Dein Dichtmachgehör!

Leider habe ich nicht diesen Effekt, trotz mehrfacher und auch beidseitiger Hörstürze dank Meniere und folgender Tieftoninnenohrschwerhörigkeit. Bei mir meldet sich der Meniere auf Stress und er reagiert auf laute Geräusche, Knallgeräusche bringen mich durchaus zu Fall. Dauerlaut führt zu Hörstürzen und anderen Hörstörungen, meist dann über eine ganze Zeit, Woche bis Wochen.

Aber viele Menschen leiden unter ihrer Wohnlage. Manche bekommen es nur gar nicht bewusst mit, wie sehr es sie stresst.
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Re: Wohnlage

Beitragvon Sokeri » 16. Juli 2018, 19:33

Zum Glück bin ich mit meiner aktuellen Wohnlage recht zufrieden - trotz städtischer Lage.
Außer, dass mir die Sommermonate immer etwas Kummer bereiten. Ich mag nämlich überhaupt keinen Menschenlärm (sei es Kinderplärren, noch feuchtfröhliche Familienfeste). Und jetzt gerade zur Sommerzeit stürmen alle auf die Balkons und Hinterhöfe. Der Geräuschepegel ist teilweise doch recht stressig... da freue ich mich schon auf den Herbst. Viel Regen und alle bleiben in der Hütte! :-P

Diogenes27
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Re: Wohnlage

Beitragvon Diogenes27 » 27. Juli 2018, 05:58

Ich hatte in allen 3 Mietswohnungen in denen ich lebte, ähnliche Erfahrungen wie ihr. Meist war das erste halbe Jahr in Ordnung dann hatte ich immer unterschiedliche Probleme. ( da ich dazu neige manchmal wenn ich alleine bin und grübble 10 - 15 min auf und ab zu gehen ist dies bestimmt auch für andere befremdlich (: )

Momentan wohne ich wieder im 3 Etagen Haus meiner Mutter, habe dort eine etage für mich zahle Miete und es gibt die standart Konflikte (: , die für mich aber zuetragen sind.

Jetzt den kommenden Monat werde ich aufgrund der beruflichen situation mir wieder eine wohnung mieten ( hoffe die Nachbarn sind deskret (: )

Alighieri
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Re: Wohnlage

Beitragvon Alighieri » 27. Juli 2018, 16:53

Ich habe das Haus in dem ich seit gut 20 Jahren wohne im letzten Oktober geerbt. Ein Mehrfamilienhaus. 3 Etagen. Ich wohne seit je her im 1. OG. Das EG unter mir und die darüber liegende Dachgeschosswohnung stehen leer. Das Nachbargrundstück, nun ja, es handelt sich dabei um den örtliche Friedhof. Alles in allem ist es angenehm ruhig hier. Meinem gegenwärtigen Bedürfnis mich isolieren zu wollen kommt dies sehr entgegen. Geliehene Zeit...
Die Menschen soll man nur in sehr geringen Dosen nehmen.
Ralph Waldo Emerson

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Re: Wohnlage

Beitragvon Qwert » 18. August 2018, 21:27

@yxv, Als jmd, der über ihnen wohnt, bist du in einer deutlich überlegenen position und kannst es ihnen heimzahlen und sie ordentlich schön in den wahnsinn treiben:

Besorg dir lautsprecher und leg sie mit der “tonöffnung“ auf den boden, dann leg decken und klamotten drauf und mach die musik laut an. Die wird dann laut nach unten strömen und gleichzeitig ist es in deiner budde still. Keiner außer deiner tussies wird die musik hören und so könnnen sie nichts beweisen etc. Warte bis sie müde sind und beginne mit dieser folter :)

Viel spaß


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