Haustiere

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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Nachtgängerin
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Re: Haustiere

Beitragvon Nachtgängerin » 13. Dezember 2015, 20:40

Ich finde, es ist eine sehr wertvolle Erfahrung, wenn man es schafft, einem Wesen, welches so sehr andersartig ist als man selbst, insofern auf einer Augenhöhe zu begegnen, dass die Bedürfnisse beider Seiten Berücksichtigung und Erfüllung finden.
Das ist Harmonie.
Und dann wird die Dunkelheit zur Pforte.

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Re: Haustiere

Beitragvon MirrorMirror » 15. Dezember 2015, 20:16

13. Dez 2015, 10:32 » knallschnute hat geschrieben:Ich denke, dass jeder in so einer Situation anders reagiert. Deine "stumme Fassungslosigkeit" klingt im Grunde noch schlimmer, als wenn jemand schreibt, dass er Tage lang geheult und sich kaum noch beruhigt hat. Immerhin ist dieses Weinen, das Trauern, etc. eine Verarbeitung des Schmerzes und des Verlustes um das geliebte Wesen. Die Zeit allein heilt keine Wunden, auch wenn es dann weit zurück liegt... Du hast also Recht mit dem, was du schreibst. Vielleicht gibt es da für dich doch einen Weg das mit dem Kater aufzuarbeiten?

Ich hab im Alter von 25 meinen Hund einschläfern lassen müssen. 13 Jahre Kindheit und Jugend waren an dem Tag tot. Ich hab Rotz und Wasser geheult, war wochenlang neben der Spur und erst nach einem Jahr wieder fähig das Wort Hund zu denken.
Mittlerweile hab ich einige Katzen einschläfern lassen müssen, ein Kater mit akutem Nierenversagen, einer mit Gelbsucht und auch einer Herz-und Niereninsuffizienz. Den letzten Kater aber völlig ohne Vorbereitung.
Sein verringertes Gewicht hab ich nicht gesehen. Der Tumor war so riesig, das Kerlchen hat einen ganz normalen Eindruck gemacht. Innerhalb von 4 Tagen war es vorbei. Diagnose am Freitag gestellt, am Montag zum Doktor gebracht.
Bei den beiden anderen hab ich schon im Alter von 12 Monaten gewusst, dass sie chronisch krank sind. Man kann sich dann vorbereiten, irgendwie, weil man nie wirklich vorbereitet ist. Der Schmerz ist dann auszuhalten, weil es für sie eine Erlösung ist. Das ist was ganz anderes.
Aber mein Roter ist nicht weg und auch nicht vergessen. Er hat sich immer hingesetzt, in Sichtweite, und mit seinem tropfenden Blick seine Mahlzeiten bestellt. Riesige flehende, drängende Augen. Wie der gestiefelte Kater aus Shrek. Dabei hat er immer kaum merklich mit der Zunge geschleckt und die Schwanzspitze hat leicht gezuckt. Ich werde das nie vergessen.

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Re: Haustiere

Beitragvon vanBloom » 16. Dezember 2015, 06:40

Ich hätte sehr gerne einen Hund, bin allerdings Allergiker. Damit hat sich das dann erledigt.
Andere Tiere kämen für mich nicht in Frage.
"Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt."
- Rudi Assauer, Focus Nr. 39 (2005)

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Re: Haustiere

Beitragvon Helen » 17. Januar 2016, 19:44

:winken: Es gibt inzwischen Hunde für Allergiker.Google mal.

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Re: Haustiere

Beitragvon Indigocat » 16. April 2016, 16:18

12. Dez 2015, 14:11 » knallschnute hat geschrieben:(Ich hoffe ich finde eine neue Freundin für ihn, die im gleichen Alter ist, sonst wird das eine "never ending Story".)


Ich stand jetzt auch vor der Entscheidung, keine "Never-ending-Story" daraus werden zu lassen, weil unser Zwergkaninchen-Weibchen gestorben ist. Ich habe das Männchen inseriert und das Zubehör dazu geschenkt. Hätte gar nicht gedacht, wie gefragt ältere kastrierte Herren sind :peace: Jedenfalls hatte ich umgehend mehrere Anfragen und konnte die Zukünftige raussuchen. Habe ihn heute hingebracht, weil ich mir die Haltungsbedingungen noch mal angucken wollte. Passt alles. :begeistert:
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.

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Re: Haustiere

Beitragvon Lisolu » 17. April 2016, 10:41

16. Dez 2015, 07:40 » vanBloom hat geschrieben:Ich hätte sehr gerne einen Hund, bin allerdings Allergiker. Damit hat sich das dann erledigt.
Andere Tiere kämen für mich nicht in Frage.


Also ja es gibt Hunde für Allergiker,aber die müssen regelmäßig zum Friseur sonst verfilzen sie unter anderem.Bei diesen Hunden fällt die Unterwolle nicht raus,was für Allergiker gut ist.Die Unterwolle muss daher von Hand entfernt werden.
Ich bin Hundefriseur und kann das mit Gewissheit sagen!

Persönlich habe ich seit meiner Jugend immer Hunde u.andere Tiere gehabt,denn nur zu ihnen kann ich so eine Nähe aufbauen wie sonst bei keinem Menschen ;)

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Re: Haustiere

Beitragvon MirrorMirror » 21. Mai 2016, 19:47

Ich hab seit über 20 Jahren Katzen. Vorher Hunde in der Familie.
Vor einem halben Jahr ist ein wunderbarer Kater an Nierenversagen gestorben. Er war schon 16. Gut, sie sind alle wunderbar.
Ich habe jetzt für meinen 10jährigen Kater Gandalf die Diagnose erhalten. Einen inoperablen Tumor im Gehörgang. Der wird irgendwann merkbar aufs Gehirn drücken, vielleicht Blindheit verursachen, vielleicht epileptische Anfälle. Vielleicht wird das Zentrum blockiert, das ihm erklärt, er solle was knabbern. Man weiss es nicht. Ich hab einen gescheiten Tierarzt für die Disziplin und ich kann täglich 24 Stunden hin. Leiden wird er also nicht müssen.
Wie normale Leute damit umgehen, keine Ahnung. Ich muss mich so heftig zusammenreissen, sonst implodiere ich.
Er liegt neben mir, in seinem neuen Schlafzimmer, hat er sich selber ausgesucht und einrichten lassen. Ich hab mich bemüht und er ist zufrieden damit. Es lässt sich gut schlafen in dem Fach in der Kommode.
Ich verkrafte das einfach nicht.

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Re: Haustiere

Beitragvon tiffi » 23. Mai 2016, 15:09

ich hatte auch immer mal Katzen. Mehr meine Eltern, aber ich hatte den persönlichen Bezug.

weil wir immer sehr viele Katzen hatten, hab ich auch gesehen dass jede Katze ganz anders ist und auf mich
anders wirkt. manche Katzen hatten etwas ruhiges? selbständiges? besonders elegant-charmantes? mehr als bei anderen, Katzen an sich,
das mich innerlich berührte.

Wenn wir einen Wurf Katzen hatten, war ich immer gespannt, wer so dabei war.

Als ich selbst mal für eine Katze gesorgt habe und sie krank wurde und ich nicht wusste ob sie überlebt war
das der Horror.
hat mich bis in meine Träume verfolgt.

Mirror Mirror hat geschrieben:Wie normale Leute damit umgehen, keine Ahnung. Ich muss mich so heftig zusammenreissen, sonst implodiere ich.
Er liegt neben mir, in seinem neuen Schlafzimmer, hat er sich selber ausgesucht und einrichten lassen. Ich hab mich bemüht und er ist zufrieden damit. Es lässt sich gut schlafen in dem Fach in der Kommode.
Ich verkrafte das einfach nicht.

wie schwer das ist und wie belastend, das kann ich glaub ich nachvollziehen. Dass man das Leiden sieht
und weiß, irgendwann muss man Entscheidung treffen oder wird davor gestellt.

Zu dem Horror, der bei entsprechener Disposition neben einem herläuft und einen auffrisst.
Das Tier scheint das irgendwie besser akzeptieren zu können, wie es ist.
manchmal ist es leichter, selbst zu leiden als jemand leiden zu sehen, der einem nahe steht.

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Re: Haustiere

Beitragvon Indigocat » 8. August 2016, 16:00

Indigocat hat geschrieben:
12. Dez 2015, 14:11 » knallschnute hat geschrieben:(Ich hoffe ich finde eine neue Freundin für ihn, die im gleichen Alter ist, sonst wird das eine "never ending Story".)


Ich stand jetzt auch vor der Entscheidung, keine "Never-ending-Story" daraus werden zu lassen, weil unser Zwergkaninchen-Weibchen gestorben ist. Ich habe das Männchen inseriert und das Zubehör dazu geschenkt. Hätte gar nicht gedacht, wie gefragt ältere kastrierte Herren sind :peace: Jedenfalls hatte ich umgehend mehrere Anfragen und konnte die Zukünftige raussuchen. Habe ihn heute hingebracht, weil ich mir die Haltungsbedingungen noch mal angucken wollte. Passt alles. :begeistert:

Habe mir jetzt doch ein paar Stallkaninchen geholt. Ein Leben ohne Kaninchen ist möglich, aber sinnlos. Der Löwenzahn wächst nutzlos auf der Wiese vor sich hin, die heruntergefallenen Äpfel verfaulen, ich schmeiße den Rasenschnitt sinnlos auf den Kompost, die Gemüseabfälle und das harte Brot bleiben unverwertet und Mist muss ich von sonstwoher vom Bauern holen...
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.

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Re: Haustiere

Beitragvon knallschnute » 9. August 2016, 07:24

@Indigocat

Wenn man einen Garten hat, sind Hasen oder andere Nagetiere auf natürlichere Weise zu halten. Bei mir im Wohnzimmer gab es zwar ein großes Gehege für die Meerlis, aber das war halt auch nur machbar, weil sie hin und wieder auch mal raus kamen. (Wobei die Meerschweinchen das gar nicht mochten. Eine unbekannte Umgebung in der Wohnung war eher ein Grund zur Flucht in ein bereitgestelltes Häuschen und im Grünen suchten sie dann ebenso Schlupfwinkel/ Verstecke, anstatt sich mal richtig auszupowern.)

Wie geht es deinem Kaninchen so?

Bei der Gelegenheit muss ich erwähnen, dass Tappsi auch nach kurzer Zeit von uns gegangen ist. Wolle war ja gestorben, weil sie schon alt war und nichts mehr gegessen hat. Tappsi hatte dann auch noch Zahnprobleme und wir waren bei zwei Tierärzten mit ihm. Der eine hat die Zähne geknippst, dann ging es, wurde aber wieder unschön für ihn und der andere machte sogar eine OP. Wir waren wieder gezwungen zu päppeln. Anfangs aß er gut, dann wurde es immer schwieriger.
Wir hatten für ihn ein neues Weibchen gefunden, aber durch seine Situation und deren dominantes Verhalten, war das für ihn wohl eher eine Qual, als eine schöne Beziehung. Trotzdem ging es ihm besser mit einem zweiten Tier, als allein. Abends, als es ihm ganz schlecht ging und er im Häuschen zusammenkauerte, drückte sie sich ganz eng an ihn. Ich merkte das, weil wir ja auch in der Nacht päppelten. Nach zwei Wochen ohne Erfolg ließ ich ihn erlösen. Das war besser, als ihn bis zuletzt verhungern zu sehen... :(

Die neue Schweinedame gab ich der Pflegestelle wieder zurück, auch wenn die nicht begeistert waren und meine Kinder traurig, dass wir keine Meerlis mehr haben sollten, doch ich konnte einfach nicht mehr. Die Verluste kurz hintereinander waren zuviel. Das Ganze war im März passiert und es ist heute noch schmerzlich. Ich hätte auch gar keine Zeit der Trauer haben können. Das neue Schweinchen hätte wieder einen Partner gebraucht und so weiter... Ich weiß nicht, ob ich mit dieser rasenden Geschwindigkeit der neuen Bewohner unseres Geheges gefühlsmäßig mitgekommen wäre. Meine alten Schweinis hatte ich anfangs auch nicht so stark ins Herz gefasst. Die starke Verbundenheit kam mit den Jahren und war dann, als sie uns leider verließen an ihrem Höhepunkt angekommen. Das wollte ich einfach nicht nochmal mitmachen. Hinzu kommt, dass so ein Haustier auch enorm zeitaufwendig ist und ich durch meine Arbeit und die Familie wenig Muse für neue Tiere habe.

Schade das Ganze. Die Meerlis bleiben mir aber in guter Erinnerung - meine Wolle war halt auch einmalig. (Ich konnte ihr ja sogar ein Bussi geben, wenn sie mich durch lautes Pfeifen an die Fütterung erinnerte.) :verlegen:


Liebe Grüße
Knallschnute
Die Hölle, das sind die anderen
(Jean-Paul Sartre)


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