Eine These die für mich alles verändert.

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 24. Februar 2019, 04:22

Ich habe mir heute überlegt was mich im Detail am meisten stört, wie mich Menschen sehen könnten, man über mich denkt.

Ist es schamvoll rüberzukommen, peinlich, in jeder erdenklichen art komisch, unnormal, ängstlich? Ich musste bei jedem dieser Dinge auf ehrliche weise zu mir alles verneinen.. das ist es nicht.... Unsicher! - Ja, Das ist es. Ich komme damit nicht klar wenn mich Menschen stark verunsichert bzw unsicher erleben.

Genau danach ist mir dazu etwas offensichtliches aufgefallen:
was sind denn eigentlich Ängste? Woraus werden sie gespeist?
- durch Unsicherheit was passieren könnte!
Also aus Unsicherheit heraus.

Religion, beten, Werte, Richtlinien, Meditation, Drogen, rauchen, Alkohol, Medikamente.. alles Dinge um sich auf Situationen vorzubereiten welche einen vor diesen Situationen/Schicksalsschläge usw. schützen sollen, entspannen sollen, was passieren kann/könnte. - Also Mittel, die Unsicherheiten abdämpfen sollen oder nicht mehr so unsicher und dadurch wiederum nicht mehr so angstbesetzt erscheinen lassen.

Wert auf Aussehen, Selbstsicherheitstraining/erhöhung, Freundeskreis, Liebes-Beziehungen.. alles Dinge die einen im sozialen ein "du bist ok, ich bin ok", geliebt und anerkannt sein wollen verschaffen sollen. - Eben aus der Unsicherheit heraus vielleicht doch nicht so cool, toll, angenommen und geliebt zu sein wie man es gerne hätte, falls diese Bestätigung des eigenen Selbst "scheinbar" ganz/oft/öfter oder mal ausbleibt.

Der Grundgedanke warum jeder Mensch (oder gar Lebewesen im allgemeinen) etwas macht, etwas aufbaut und sich stärkt, wie eine Familie/Gemeinschaft (soziale Sicherheit), Hausbau (körperliche Sicherheit) oder geistiges, Körperaufbau und soziales Ansehen (eigene Sicherheit) ist, weil sich jeder vor etwas schützen will. Aus Unsicherheit heraus was ansonsten passieren könnte bzw. einen erwartet (= daraus erst Ängste entstehen).

Fazit: jeder Mensch (jedes Lebewesen) lebt in einer starken Unsicherheit. Erst DAS ist der Grund und Zweck für jeden Strategien zu Sicherheiten für das eigene Leben (überleben) zu suchen. Der Grund, sich und das was einem Sicherheit gibt zu sichern.
Jeder macht dies seiner Persönlichkeit (egal ob/beeinflusst durch Schicksalsschläge, Traumata, Genetik, falsche Erziehung bzw. problematische/vorbelastete Eltern usw.) entsprechend anders, dennoch macht es jeder aus dem selben Grund.

Man sollte sich das permanent bewusst machen, wenn man unter Menschen ist. Wir ticken ALLE GLEICH.

Es gibt daher auch keine Erleichterung im Leben.
Das Leben wird nie wirklich einfacher, weil Jedes Leben bzw. Jeder Lebensentwurf Unsicherheiten beinhaltet!
Nur die Gewissheit und Erkenntnis das jeder diese selbe "Lebens-Hürde/Herausforderung" hat, verschafft wiederum Verständnis für sich selbst und alle die um einen herum leben.
Zuletzt geändert von ToWCypress81 am 24. Februar 2019, 19:43, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Themis » 24. Februar 2019, 05:41

Da hast Du Recht. Das hatte ich vor Jahren auch entdeckt und dachte, jetzt wird alles glatter und leichter. Der Gedanke "andere kochen auch nur mit Wasser und quälen sich genauso durchs Leben" ...
Wurde es aber nicht. In seinen eigenen Sachen bleibt man leider trotzdem gefangen. :kein Plan:

Was aber geblieben ist, ist seither mehr Offenheit gegenüber anderen Menschen. :begeistert:
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon orinoco » 24. Februar 2019, 11:25

Ich habe einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der Maslow-Pyramide wie sie "normal" bzw. neurotypisch und bei meinereiner ist, festgestellt. Aber das beschreibt das Problem nur phänologisch. Die Ursachen liegen tiefer, wobei grundsätzlich gleiche Voraussetzungen vorliegen, dann bei meinereiner aber was schief gelaufen ist.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon sdsdsdsv » 24. Februar 2019, 11:59

Ian Maclaren war es vermutlich, von dem das Zitat stammt: "Be kind, for everyone you meet is fighting a hard battle."

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Themis » 24. Februar 2019, 13:22

orinoco hat geschrieben:Maslow-Pyramide wie sie (...) bei meinereiner ist
Diese würde ich sogar noch deutlich modifizieren: Auch die unterste Stufe ist schon in Schieflage, und zwar gewaltig.

Mir fällt immer wieder auf, wie fixiert viele NTs auf Essen und physisches Wohlbefinden sind: Nicht nur stehen die Bedürfnisse in diesem Bereich stark im Vordergrund des Lebens, sondern ihre Erfüllung schafft auch tatsächlich Zufriedenheit. Daher wohl auch die Fixierung.
(Bei mir - Essen und Wärme sind nachrangig und bieten keinen Effekt auf mich selbst. Daher enthält die unterste Stufe auch keine Stabilisierungsmöglichkeit.)
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Indigocat » 24. Februar 2019, 13:30

Dann würde ich die Spitze (Selbstverwirklichung) an die 3. Stelle holen, Freunde und Prestige sind nicht so wichtig. Die Grundbedürfnisse und Sicherheit sind mir sehr wichtig, an den Grundbedürfnissen (Essen) habe ich viel Freude, sowohl zubereiten als auch essen.
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 24. Februar 2019, 19:13

Ergänzung:
ToWCypress81 hat geschrieben:..Jeder macht dies seiner Persönlichkeit (egal ob/beeinflusst durch Schicksalsschläge, Traumata, Genetik, falsche Erziehung bzw. problematische/vorbelastete Eltern usw.) entsprechend anders, dennoch macht es jeder aus dem selben Grund.


Themis hat geschrieben:Da hast Du Recht. Das hatte ich vor Jahren auch entdeckt und dachte, jetzt wird alles glatter und leichter. Der Gedanke "andere kochen auch nur mit Wasser und quälen sich genauso durchs Leben" ...
Wurde es aber nicht. In seinen eigenen Sachen bleibt man leider trotzdem gefangen

Danke Themis, aber: meine Aussage läuft nicht darauf hinaus, das alles glatter und leichter läuft. Gegenteilig: ich wollte damit aussagen, "das es für niemanden DIESES (welchen Standard man persönlichkeits-bedingt/problematisch auch immer dafür setzt) leichte Leben gibt". Nur das jeder entsprechend seiner Persönlichkeit (ergänzend, aller Problematiken die die Persönlichkeit beinhaltet/mitbekam/entwickelte) auf eine andere Art umgeht mit Unsicherheiten zurechtzukommen.
Diese These/Fazit bezwecken soll, das man nicht mehr eine entsprechende Egoperspektive, ständigen Vergleich zu anderen und sich vor sich und anderen (gefühlt) zu rechtfertigen glaubt.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Indigocat » 24. Februar 2019, 20:18

ToWCypress81 hat geschrieben: Gegenteilig: ich wollte damit aussagen, "das es für niemanden DIESES (welchen Standard man persönlichkeits-bedingt/problematisch auch immer dafür setzt) leichte Leben gibt". Nur das jeder entsprechend seiner Persönlichkeit (ergänzend, aller Problematiken die die Persönlichkeit beinhaltet/mitbekam/entwickelte) auf eine andere Art umgeht mit Unsicherheiten zurechtzukommen.
Diese These/Fazit bezwecken soll, das man nicht mehr eine entsprechende Egoperspektive, ständigen Vergleich zu anderen und sich vor sich und anderen (gefühlt) zu rechtfertigen glaubt.
Wobei ich finde und hier für mich sprechen kann, ein positiver Blick auf das eigene Leben und die Schwierigkeiten lässt sich lernen. Ich habe schon schlimme Sachen durchlebt und bis jetzt alles überstanden und gemeistert, daher bin ich davon überzeugt, es gibt für jede Schwierigkeit eine Lösung. Gab es jedenfalls bis jetzt immer, warum sollte sich das ändern... ? Zweitens passiert nichts ohne Grund, viele Dinge, die zuerst schlecht erscheinen, stellen sich im Nachhinein als gut heraus. Ständiges Jammern und den Kopf in den Sand stecken bringt nichts, das Einzige, was hilft, ist, nach Lösungen suchen und diese Schritt für Schritt umsetzen. Es heißt ja so schön: "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.". (unbekannt).
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Themis » 25. Februar 2019, 06:34

ToWCypress81 hat geschrieben:Danke Themis, aber: meine Aussage läuft nicht darauf hinaus, das alles glatter und leichter läuft. Gegenteilig: ich wollte damit aussagen, "das es für niemanden DIESES (welchen Standard man persönlichkeits-bedingt/problematisch auch immer dafür setzt) leichte Leben gibt". Nur das jeder entsprechend seiner Persönlichkeit (ergänzend, aller Problematiken die die Persönlichkeit beinhaltet/mitbekam/entwickelte) auf eine andere Art umgeht mit Unsicherheiten zurechtzukommen.
Diese These/Fazit bezwecken soll, das man nicht mehr eine entsprechende Egoperspektive, ständigen Vergleich zu anderen und sich vor sich und anderen (gefühlt) zu rechtfertigen glaubt.
Das hatte ich auch keineswegs gemeint - wer will schon ein leichtes Leben? Das wäre ja langweilig. (Ich jedenfalls "suche" mir jeweils schnell neue Komplikationen, wenn es mal zu glatt und gleichförmig verläuft. :breites grinsen: )

Vielmehr meinte ich genau das zweite: Man fühlt sich durch diese Erkenntnis zwar mehr mit anderen verbunden. Da bin ich Deiner Meinung.
ABER - und da sehe ich das Ergebnis anders als Du - es hilft nicht viel weiter, alle anderen im gleichen Schlamassel wie man selbst zu sehen: Das Leben erscheint dadurch noch sinnloser bzw. wie ein inszeniertes Bühnenstück - für alle.

Anders formuliert: Solange ich noch gedacht hatte, die meisten anderen würden viel besser ins Leben passen als ich, es wäre mehr ihre Sache und nur ich wäre "falsch", erschien es logischer. Wenn aber alle "falsch" sind und sich nur so durchwurschteln, mehr schlecht als recht, fragt man sich noch stärker, wozu das Ganze - und ob nicht endlich jemand ("die Götter" [:)] ) diese Farce beenden könnte.
Indigocat hat geschrieben:Zweitens passiert nichts ohne Grund, viele Dinge, die zuerst schlecht erscheinen, stellen sich im Nachhinein als gut heraus. Ständiges Jammern und den Kopf in den Sand stecken bringt nichts, das Einzige, was hilft, ist, nach Lösungen suchen und diese Schritt für Schritt umsetzen.
Sehe ich genauso. Wenn man nicht aktiv wird, geschieht eben passiv alles mit einem. Das ist viel unangenehmer und macht einen hilflos. Daher lieber selbst steuern, was geht.

Bei manchen Lebensströmungen hingegen ist es besser, sich mittreiben zu lassen und sich darauf einzustellen statt sich groß dagegen zu wehren. Dazu zähle ich für mich die Persönlichkeitsstruktur/PS. Nicht damit hadern, sondern jeweils das Beste daraus machen.

Und wo jeweils Lebensmut gefragt ist oder wo man nur Don Quijote vor den Windmühlenflügeln spielen würde, muss man halt selbst herausfinden. Geht manchmal erst hinterher. :feiern:
Damit ist es ja doch oft spannend, trotz "Bühnenstück" ... ein Selbstexperiment. :coool:
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Indigocat » 25. Februar 2019, 09:32

Themis hat geschrieben:- wer will schon ein leichtes Leben? Das wäre ja langweilig. (Ich jedenfalls "suche" mir jeweils schnell neue Komplikationen, wenn es mal zu glatt und gleichförmig verläuft.
Ich würde es bei mir als Herausforderungen bezeichnen. Sobald ich freie Kapazitäten habe, mache ich eine neue Ausbildung oder suche ich mir ein weiteres Haustier :roll: oder eine neue Pflanze für den Garten. Im Moment müsste ich meine Wohnung in Ordnung bringen - ok, Handwerker in meinem Revier sind dann wirklich eine Komplikation... :high:.
ABER - und da sehe ich das Ergebnis anders als Du - es hilft nicht viel weiter, alle anderen im gleichen Schlamassel wie man selbst zu sehen: Das Leben erscheint dadurch noch sinnloser bzw. wie ein inszeniertes Bühnenstück - für alle.

Anders formuliert: Solange ich noch gedacht hatte, die meisten anderen würden viel besser ins Leben passen als ich, es wäre mehr ihre Sache und nur ich wäre "falsch", erschien es logischer. Wenn aber alle "falsch" sind und sich nur so durchwurschteln, mehr schlecht als recht, fragt man sich noch stärker, wozu das Ganze - und ob nicht endlich jemand ("die Götter" [:)] ) diese Farce beenden könnte.
Wenn man diesen Umfragen glauben darf, ist die Mehrheit der Menschen glücklich (https://www.tagesspiegel.de/politik/eu- ... 05508.html). Das kommt ja nicht von ungefähr. Leider, muss ich sagen, extravertierten oder mehr energiegeladenen Menschen fällt scheinbar tatsächlich vieles leichter, denen fliegt vieles so zu was für "uns" ein mühevoller Kraftakt ist. Aber zum Beispiel mein Job wäre für einen extravertierten Menschen gar nicht machbar, der würde durchdrehen, während ich mich richtig wohlfühle. Da sich seltsamerweise dafür sehr schlecht gute "Fachkräfte" finden lassen, werde ich gut bezahlt und das macht mich sehr zufrieden. Mir reicht das, Prestige und Ansehen brauch ich nicht.
Nicht damit hadern, sondern jeweils das Beste daraus machen.
Ja stimmt, wobei ich trotzdem daran arbeite, meinen Radius zu erweitern, um flexibler zu werden.
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