Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
Joy
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Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Joy » 30. Juli 2017, 18:58

Hallo liebes Forum ich wende mich an euch da ich sehr verzweifelt bin u dringend eure Meinung bzw.Euren Rat brauche.
Ich versuche mich so kurtz wie möglich zu halten.
Seit ca.3Jahren befinde ich mich in einer Fernbeziehung mit einen jetzt 40 jährigem Mann. Ich bin 6 Jahre älter.
Wir kennen uns persönlich schon ca.15 Jahre durch unseren Sportverein , er ist unser Trainer. Er kam mir schon immer etwas distanziert ja fast arrogant vor im Umgang mit Menschen . Allerdings ist er hoch intelligent , sehr sachlich u rational im Denken u Handeln , Multitasking fähig u sehr ruhig u gefasst .
Seine Ex-Frau meinte er währe Menschenscheu. Hmm kann ich nicht so bestätigen.
Bevor wir uns näher kennenlernten hatte er eine Ehe hinter sich die nach außen eher den Schein einer Zweckbeziehung hatte. Seine Frau trennte sich von ihm da sie erfahren hat das er nebenbei noch eine Affäre unterhielt die er aber sofort beendete um seine Ehe zu retten, was aber misslang.
Nach seiner Trennung , ich hatte zu diesem
Zeitpunkt auch gerade meine Ehe beendet. Als er das erfuhr bot er mir Hilfe an die ich aber zurückwies da ich schon ganz allein zurecht komme.
Ab den Zeitpunkt an merkte ich das er ständig meine Nähe suchte mich beobachtete u versuchte mit mir ins Gespräch zu kommen. Das alles erweckte in mir aber den Eindruck einer enormen Unsicherheit im Umgang mit einer Frau. Er schrieb mir unter irgendwelchen Vorwänden per WA u ließ dabei Komplimente fallen für die er sich gleich entschuldigte u fragte ob es unpassend sei. Er hat sich dann selber mehrfach zu mir am Nachmittag zum Kaffee eingeladen u wir haben uns über seine Probleme mit der Trennung unterhalten da ihn seine Ex mächtig zusetzte.Er war anfänglich auch sehr gesprächig u hat mir auch erzählt das er mal in psychiatrischer Behandlung war wegen der Eheprobleme die wohl schon immer bestanden (Paartherapie) die wohl nach hinten los gegangen wäre u ihm nicht die Rettung der Ehe ans Herz gelegt wurde sondern wie er mit dem Fremdgehen für sich am besten damit umgeht u er sieht das wie Farben sammeln u es währe wichtig das er sich dabei wohlfühl u keine Selbstzweifel u Vorwürfe entwickelt. Für seine Ehefrau empfindet er keine Schuldgefühle u er bereue es auch nicht. Er findet es nur nicht schön das er sie so verletzt hat.
Naja was soll ich sagen diese Kaffetreffen fanden noch öfter statt u er erzählte mir noch einiges auch aus seiner Kindheit, Kindermädchen , Internat , Aussenseiter, er verspürte manchmal in der Disco aus heiterem Himmel heraus jemanden aufs Maul zuhauen dadurch haben ihn seine Kumpels nicht mehr mitgenommen. Er hatte auch als Kind das Gefühl er würde nicht zu seiner Familie gehören ??
Er war also anfänglich etwas offen zu mir u ich hatte aber immer das Gefühl erst wenn er ein bissel was getrunken hatte , Bier o Wein. Vorher hat er immer nur mich ausgefragt.
Wir kamen uns dann immer näher obwohl die Annäherungsversuche von seiner Seite sehr ungeschickt u hölzern waren.
Im Bett war er der tollste Liebhaber u sehr gefühlvoll , ich hatte den Eindruck er holt seine ganzen Gefühle aus dem Tiefen seiner Seele.
Er hat mir immer nach unseren Treffen geschrieben wie schön es war u er es mit mir sehr genießt u es viel von Nähe u Wärme hat u für ihn eine Art mentaler Auszeit .Darüber reden konnte er nie.
Unsere Beziehung gestaltete sich so das wir uns alle 2-3 Wochen sahen aber nur 1-2 Tage am WE weil er dann auch noch Zeit mit seinen kleinen Sohn verbrachte. Wir waren uns auch einig das wir nicht zusammenziehen da ich auch momentan durch meine gescheiterte Ehe noch nicht bereit war.
So verbrachten wir immer schöne Tage miteinander u freuten uns auf die gemeinsame Zeit. Das erste halbe Jahr war er total euphorisch schrieb mir jeden Tag stundenlang u ließ mich an seinem Leben Teil haben, schickte mir sogar mal einen Blumenstrauß über Fleurop zu Ostern da er beruflich ständig unterwegs ist. Einmal schrieb er mir das er Angst hätte das er auch ein Mann ist der mich am Ende vielleicht verletzt u wenn er zu mir kommt u ein bissel komisch wäre soll ich mir keine Sorgen machen es hätte 99% nichts mit mir persönlich zu tun.
Mir ist allerdings aufgefallen , ( ich bin ein sehr feinfühliger u emotionale Mensch) das immer wie eine unsichtbare Mauer zwischen uns stand, kann das schlecht erklären, sicher dieses Distanzgefühl was er unbewusst ausstrahlt .
Er schrieb mir dann auch das er mich lieben würde u er hätte das Gefühl wenn er bei mir wäre würde ich etwas gehemmt wirken ( sicher durch das Distanz die er ausstrahlte wurde ich unsicher)u ich könnte doch meinen Gefühlen freien Lauf lassen er würde das mögen.
Naja gesagt getan habe ich ihn meine komplette Gefühlswelt offen gelegt da ich schon mächtig in ihn verliebt bin.
Von diesem Tag an fing das Dilemma an.
Er distanzierte sich immer mehr.
Wenn er bei mir war hat er es sichtlich genossen aber ich hatte den Eindruck es war ihm manchmal schon zu viel Nähe u er ging dann unter irgendwelchen Vorwänden schon einen Tag eher. Wir haben auch mal dreitägige Kurtzurlaube unternommen die sehr schön waren aber wir sind nie unter Leute gegangen immer nur unter uns geblieben. Das hat mich nicht weiter gestört da ich auch keinen Trubel brauche.
Er hat auch seine Schreiberei stark eingeschränkt u hatte mich vor zwei Jahren plötzlich angerufen u gesagt es wäre ihm lieber wir würden nur noch Freunde sein u uns nicht mehr treffen da er in seiner momentanen Lebenssituation keinen gerecht werden könne u er wäre nicht der Richtige für mich. Ich war geschockt u willigte ein. Aber zwei Tag später schrieb er mir das er irre ohne mich wird u wir setzten unsere Beziehung vort.
Aber es war immer für mich ein nervenaufreibendes Nähe-Distanz Verhältnis was ich mir nicht so recht erklären konnte. Er empfand die Wochen die er ohne mich war immer sehr einsam komischer Weise u meinte er fühlt sich wie ein streunender Hund ohne zu Hause .Einmal lud er mich ein für einen 14 tägigen Urlaub am Bodensee da er dort beruflich zu tun hatte, kurtz vor der Abreise sagte er dann ab angeblich hätte er zu viel Arbeit.
Das ganze zog sich bis jetzt hin u ich war immer sehr verständnisvoll u einfühlsam ( seine Aussage) bis er mir vor 14 Tagen sagte er hätte eine andere Frau kennengelernt u möchte es mir nicht verschweigen sonder ehrlich zu mir sein.
Aber er würde trotzdem wenn ich nichts dagegen hätte weiterhin gern zu mir kommen. Ich war total fertig u habe ihn gefragt was das soll u warum er weiterhin mit mir zusammen sein möchte da ich es nicht verstehe warum er sich dann eine andere Frau sucht u Vorallem sie gleich von Anfang an betrügt.
Da meinte er zu mir er empfindet immernoch die gleichen Gefühle für mich
und das was u wie er für die andere Frau empfindet u welche Verantwortung er dabei übernimmt macht er ganz allein mit sich aus. Was ihn mit dieser Frau verbindet hat rein garnichts damit zu tun was uns verbindet. Diese Nähe u das Vertrauen hätte er nur bei mir und das sich Hingeben u öffnen nicht nur auf das körperliche Bezogen würde er bei keiner anderen Frau jemals wieder finden. Außerdem hätte er bei mir seine sexuelle Erfüllung die er auch noch nie so empfunden hätte.
Er schläft zwar auch mit der anderen Frau u ihm ist ihre Gesellschaft auch angenehm aber ich wüsste ja auch das er nicht der Wolke 7 Typ wäre u nicht die rosa rote Brille auf hat.
Er legt es jetzt in meine Hände ob wir uns weiter sehen oder nicht u weiß schon das er nicht von mir los kommen würde u auch nicht will u jetzt schon verrückt wird bei der Vorstellung wir würden uns nie wieder sehen.

Vielleicht kann mir jemand dieses Verhalten erklären ich bin total verwirrt u komischerweise kann ich es akzeptieren u bin nichteinmal böse oder wütend auf ihn im Gegenteil ich liebe ihn immernoch.

Ganz liebe Grüße u bitte ich würde mich auf zahlreiche Meinungen oder Ratschläge freuen.

tiffi
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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon tiffi » 30. Juli 2017, 21:43

Hallo Joy,

habe meinen Beitrag nochmal editiert, finde es komisch, auf so persönliche Dinge
im öffentlichen Forum zu antworten.
Gibt ja auch den Bereich "Beziehungen / Partnerschaft" im privaten Bereich,
aber dir ists ja evtl. wichtiger, Meinungsvielfalt zu haben.

Von meiner Seite kurz:
Denke, es ist halt eine offene Beziehung. Kannst du damit leben?

Denke, da kommt immer etwas Nähe / Distanz / Überraschung / Verschiebung der Grenzen
/ Verletzung mit ins Spiel.
Kannst du damit leben?


Was genau macht verzweifelt? Du sagtest ja, du kannst es eigentlich akzeptieren und bist
nicht wütend auf ihn.
Hätte irgendwie wohl das Gefühl, dass manches sehr gut und besonders ist, aber dann
immer wieder alles Nase lang aus heiterem Himmel ein gruseliger Kasper ums Eck kommt.

Dass du nicht wütend bist, dafür hat in meinen Augen er ganz gut gesorgt.
Die Frage ist, willst du so ne Art Beziehung oder was genau willst du?

VG,
tiffi
Zuletzt geändert von tiffi am 30. Juli 2017, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Indigocat » 30. Juli 2017, 22:38

Joy hat geschrieben:Vielleicht kann mir jemand dieses Verhalten erklären ich bin total verwirrt u komischerweise kann ich es akzeptieren u bin nichteinmal böse oder wütend auf ihn im Gegenteil ich liebe ihn immernoch.
Hallo Joy, ob und was dein Partner hat, kann ich so auf die Entfernung nicht sagen.

Da er sich aber nun von dir aus gesehen zum zweiten Mal so verhält (fremd geht), wird er sich auch nicht ändern. Und wenn ein Mann so nebenbei vor sich hin murmelt, es stimme etwas mit ihm nicht, dann kann man davon ausgehen, das es stimmt. Das ist ein absolutes Warnsignal. Fakt ist, er ist eine Konstante (wird sich nicht ändern). Wenn sich etwas ändern soll, muss es von dir aus gehen. Offensichtlich weiß er auch bei dir die richtigen Knöpfchen zu drücken, um dich an sich zu binden. Die Frage ist, ob du dir das gefallen lassen willst. Ein fremdgehender Partner ist ja auch ein gesundheitliches Risiko, ich würde sagen sogar lebensgefährlich.
Ich war auch mal mit so einem notorischen Fremdgeher zusammen, zum Glück habe ich den Absprung geschafft. Glücklich wird frau mit so einem nicht.
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Joy » 30. Juli 2017, 23:43

Hallo tiffi ich danke dir für deine Antwort,
Also das mit den Farben sammeln wurde ihm in der Theraphie so vorgeschlagen das er sich das so vorstellen soll damit er keine Schuldgefühle entwickelt , deswegen war die Ehefrau auch so empört u hat das ganze abgebrochen. Das hatte sie auch in meinem Beisein erzählt.

Dominante Züge hat er überhaupt nicht, im Gegenteil er ist zwischenmenschlich immer zurückhaltend u stark auf Harmonie aus. Er scheut Konflickte u sitzt sie lieber aus bzw. negiert sie. Außer wenn er bestimmte Ansichten bzw. Meinungen hat das macht er mit sich aus u vertritt sie dann auch obwohl sie manchmal fraglich sind.
Er ist unser Trainer nicht Vereinsleiter , unsere Trainingsgruppe besteht aus drei Mann.
Wenn wir Veranstaltungen haben sitzt er auch immer in der Ecke beobachtet nur u beteiligt sich kaum an Gesprächen.

Was unsere Beziehung betrifft war er anfänglich der treibende Keil u hatte auch Pläne inclusive seinen kleinen Sohn mit intigrieren das ging mir aber alles zu schnell u ich habe die Bremse gezogen u ihm erklärt das ich das alles etwas langsamer angehen möchte und ersteinmal jeder noch sein eigenes Leben behält . Wir hatten uns darauf geeinigt auch immer ehrlich zueinander zu sein u falls es so ist das jemand einen anderen Partner kennenlernt uns das zu sagen u nicht einander zu betrügen. Letztendlich ist es ja gut das er es mir gesagt hat. Wenn nicht ,hätte ich es sicher auch garnicht mit bekommen . Er wusste auch meine Einstellung dazu . Das eigentliche absolute No go .
In seiner Ehe war er immer der Hampelmann u seine Frau hat ihn tüchtig man kann schon sagen tyrannisiert, wir haben es ja im Verein des Öfteren mit erlebt . Wir haben uns immer gefragt wie u warum er sich das alles ohne zu murren gefallen lässt . Manchmal wurde von Seiten unserer Sportfreunde auch der Verdacht geäußert er wäre die Affäre absichtlich eingegangen u hochfliegen lassen damit er sich von seiner Frau trennen kann. Die Ehe wurde auch auf Drängen der Frau u seinen Eltern geschlossen . Sein Elternhaus ist sehr konservativ u darauf bedacht nach außen den guten Schein zu bewahren. Seine Frau wollte unbedingt die Ehe da sie sehr berechnend ist u er wohl auch bei ihr immer den Anschein erweckte ihr zu endgleiten.
Er ist vom Elternhaus her auch einigen Zwängen unterworfen die er auch hasst aber bereitwillig mitmacht.
Selbst heute noch bestimmen die Eltern was er in seiner Ehe ( er lebt getrennt ) zu tun u zu lassen hat. Er hat Ehebruch gemacht u muss jetzt für seine Frau sorgen damit es seinen Sohn gut geht. Die Frau lebt mit einen neuen Mann in dem Haus was seine Eltern für Ihn gebaut haben u er bezahlt die Unterhaltskosten für alle drei. Nun gut das ist sein Bier wenn er es so macht.
Wollte nur damit sagen das einiges unerklärlich an seinem Verhalten ist.
Ich bin da nicht die Einzige im Freundeskreis die so manches nicht versteht.

Hatte auch schon mit den Gedanken gespielt das er mir vielleicht nicht getraut zu sagen das er unsere Beziehung beenden will u hat gehofft das ich es unter diesen Umständen sofort tu, aber da passt ja sein anderes Verhalten nicht dazu.

Die Frage ob er mir eine Eifersuchtszene machen würde wenn ich jemanden anderes ins Spiel bringe , keine Ahnung denke eher nicht , dann würde er lieber still leiden. So würde ich ihn einschätzen.

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Joy » 30. Juli 2017, 23:59

Ich könnte damit nicht leben u werde es Ihm wenn er wieder da ist ( erst im Oktober) persönlich sagen u nicht über WA.
Ich wollte nur wissen was eurer Meinung nach in so einem Mann vorgeht u es doch nicht normal sein kann so zu leben. Da ich weiß das er sich eigentlich ein zu Hause wünscht bzw. einen Platz möchte wo er hingehört hat er öfter gesagt das er sich nicht wohl fühlt in dem Leben was er führt dieses ständige von einen Hotel ins andere u die Wohnung die er von seinem Arbeitgeber hat ist auch nur ein kleines Zimmer.
In sein Haus darf er nur an den Wochenenden wenn er seinen Sohn sehen darf u da ist er auch immer auf die Gnade seiner Frau angewiesen wann er kommen darf u wann nicht.
Die Aktion mit der anderen Frau ist ja letztendlich auch zum scheitern verurteilt. Zumal er ja bereit wäre sie vorsätzlich mi mir zu betrügen.
Lg

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon tiffi » 31. Juli 2017, 11:25

Hallo Joy,
ich finde, du beschreibst ihn sehr als Opfer und Hampelmann, der eigentlich das will,
was du dir vorstellt, ein schönes nettes Leben zu zweit mit Haus ect, dass er wegen
äußerer Umstände nicht erreichen kann ( also Opfer)

Ich bezweifle dass das so ist ( siehe Märchen*)

Auf mich wirkt es so, als redest du dir die Sache schön und findest 1000 Entschuldigungen
für ihn, dass er eben immer Opfer war.

Dass man den Mann nicht analysieren / ändern kann, sondern dass er eine feste Konstante ist,
sehe ich ähnlich wie Indigocat.

Ich sehe da einen eigenen Anteil, warum man sich auf solche Konstellationen einlässt und darin
verlieren kann.
Und man irgendwann auch die Selbstachtung verlieren kann, wenn man alles mitmacht und
glaubt und die Realität aus den Augen verliert.

Würde lieber raten, realistisch hinzschauen, was realistisch passiert, ob es mit dem zusammenpasst,
was du brauchst, das was jetzt IST, nicht das was später, wenn du ihn erlöst, sein KÖNNTE.
Realistisch ist, dass eine zweite Frau in der Ehe vorkam,
dann ein überraschendes Erobern und wieder zurückstoßen von dir, wieder eine zweite Frau während
dir und sich nicht entscheiden, 1000 gute Gründe, 1000 äußere Umstände.


Nicht so realistisch halte ich die Version, in der er sagt "Huch ich hab ne zweite Beziehung angefangen, ich war aber auch so willensschwach und was für ne uninteressante unwichtige Alte hab ich mir da nur ans Land gezogen, ist doch klar dass meine Prinzessin, die ich als zweite gefunden hab,
die wichtigste und tollste Beziehung ist, sie muss mich aus diesem Dilemma befreien, und dann leben wir glücklich in einer exklusiven Zweierbeziehung in ewiger Intimität
und ohne Überraschungen ( Dritte, Rückzug, Heimlichkeiten, übermächtige Riesen die ihn
zu komischen Taten und Ablehnungen treiben)". (MÄRCHEN*)

Komisches Märchen wäre das. Aber Dreierbeziehungen und Märchen - also keine offene Beziehung,
sondern alles so unklar lassen_ das gehört wohl zusammen.


Vielleicht müsste Ehefrau und die Dritte und du sich mal im Kaffeekränzchen treffen, dann
könnt ihr Geschichten und Perspektiven wo es hingehen soll, vergleichen.
Ist die Ehefrau die böse Hexe, oder hatte sie das Verarscht werden und die Halbheiten satt?
Manche Frauen reagieren da nicht unterwürfig und alles glaubend, sondern auch irgendwann
konsequent oder dominant, und wollen das dann nicht mehr in ihrem Leben haben.
Vermutlich hat die Ehefrau aber auch keinen Bock sich mit den nachfolgenden Geliebten nach der
ihr bekannten Geliebte groß auseinanderzusetzen, irgendwann fängt ja auch ein neues
Kapitel an.

Sehr empfehlen kann ich noch das Buch von Robin Norwood "Wenn Frauen zu sehr lieben" , wobei da auch
schon der Selbsthilfe Background "Coabhängigkeit" mit einfließt.
Da mag sich auch nicht jeder mit auseinandersetzen oder es unter dieser Perspektive sehen.
Vor allem wenn man noch sehr hofft, dass es änderbar ist.

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Themis » 31. Juli 2017, 14:20

Hallo Joy, ich würde in ein ähnliches Horn stoßen wie tiffi.

FALLS er so ein "Opfer" ist, wie Du ihn beschreibst - hat sein Leben lang immer nur gemacht, was Andere wollten (Eltern, Gattin, wer auch immer) -, dann IST er m. E. ein Hampelmann und ich würde ganz schnell die Finger von ihm lassen.
Meine Erfahrung zeigt, willenlose Hampelmänner erzieht man auch mit noch so viel Loyalität nicht zu charakterstarken, verlässlichen Partnern.

Dass er viel Sympathie und Hoffnung auf eine Zweierbeziehung weckt, glaube ich sofort. Solche Männer wecken (leider) den Beschützerinstinkt.

Seine Schäfchen hat er trotz scheinbarer Willenlosigkeit ja gut im Trockenen: Sein Leben ist vielleicht etwas unbequem (Hotels und Miniwohnung statt Haus, ...), aber er laviert sich so durch, muss keine Verantwortung übernehmen und nichts entscheiden und hat dennoch zwei pflegeleichte Frauen an der Angel.
Nicht schlecht, oder? Auch mit null Einsatz erreicht man so einiges.

Ich persönlich denke, er drückt sich so sehr vor allem, dass die Frage, ob er obendrein noch eine - schizoide oder andere - PS haben könnte, eigentlich nachrangig wird.

Und ein bißchen habe ich den Eindruck, damit bekäme er dann noch eine Gratis-Ent- SCHULD - igung obendrauf geliefert. Ach Gott, der Arme kann ja nun gar nichts für sein Verhalten ...

Verzeih, wenn ich mich etwas in Wut geschrieben habe. Ist nicht persönlich gemeint, aber ich denke, da ist ein ganz schöner Wolf im Schafspelz unterwegs. Ob wider Willen, ist dabei eigentlich egal.
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Joy » 31. Juli 2017, 15:09

Hallo ich danke euch für eure Antworten u habe es alles nocheinmal überdacht und bin auch zu diesen festen Endschluss gekommen.
Aber es ist immer gut auch einmal andere Meinungen zu hören da man manchmal die rosa rote Brille auf hat. Mein Bauchgefühl hatte mich Eigendlich schon immer gewarnt aber manchmal möchte man einfach nicht darauf hören u verdrängt.
Ich werde es ihm beim nächsten Wiedersehen persönlich in die Augen sagen u nicht so feige wie er sein u es per WA mitteilen.

Ganz liebe Grüße an euch

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Themis » 31. Juli 2017, 15:40

Hmmm - eine Frage hätte ich noch, wenn Du sie beantworten magst:

Im ersten Post schriebst Du, dass er den Impuls hatte, in der Disco "jemanden aufs Maul zu hauen"; deshalb hätten ihn seine Kumpels dann nicht mehr mitgenommen.

Das hatte mich sehr beeindruckt (ich hatte es nur durch die folgenden Posts vergessen). Heißt das, er war in diesen Situationen tatsächlich aggressiv geworden und die Kumpels mussten ihn zurückhalten? Oder hat er es ihnen gegenüber nur geäußert? :rätseln:
Dennoch müssen sie so beeindruckt gewesen sein, dass sie ihn nicht mehr dabeihaben wollten.
Alternativ KÖNNTE er die Geschichte natürlich für Dich erfunden haben, um
a) sich Dir als "ganzer Kerl" darzustellen und
b) zu erklären, warum er keine Freunde (mehr) hat.
Hat er denn welche?

Ist nur so eine Überlegung von mir.

Wenn er so passiv-getrieben ist, wie Du ihn beschreibst, wäre es natürlich absolut nachvollziehbar, dass er sehr viel aufgestaute Aggression in sich hat, die dann - vielleicht unter Alkohol und mit entsprechendem Reiz - plötzlich durchbricht.

Das fände ich wieder einen sehr sympathischen Zug. :rätseln:
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Hat mein Partner eine Persöhnlichkeitsstörung?

Beitragvon Joy » 31. Juli 2017, 18:10

Nein er hat das nicht erfunden.
Wir haben uns mal sehr tiefgründig über meine u seine Kindheit u Jugendzeit unterhalten da mir aufgefallen ist das er manchmal aus heiterem Himmel wenn er was getrunken hatte , zbsp. bei Vereinsfeiern, aggressiv wurde aber nicht gegen Menschen sondern Objekte , Stühle o Tische.
Die hat er dann einfach kaputtgeschlagen.

Er hatte mir erzählt das er als Kind bzw. Jugendlicher seinen Eltern viel Ärger bereitet hat in der Schule usw.also viel Schäden u sie mussten es immer bezahlen Bis sein Vater ihn ranzitiert hat u meinte es reicht jetzt ab ins Internat.
Ja u dort ging es wohl auch recht wild von statten. Wenn am WE Ausgang war ,er mit den Kumpels in die Disco ging hat er irgendwann verspürt jemanden aufs Maul zu hauen was er auch tat. Somit gab es wohl regelmäßig Schlägereien u seine Kumpels nahmen ihn dann nicht mehr mit.
Er hat mir erzählt das er sich nicht erklären konnte warum oder wodurch er plötzlich diese Anwandlung bekam.
In seiner Zeit beim Bund muss er wohl auch ständig aus der Reihe getanzt sein u hat die Vorgesetzten provoziert u sich letztendlich damit selber geschadet .Ausgangssperre o Strafarbeiten.
Und diese aggressiven Anwandlungen muss er wohl auch ab u zu noch in den Anfängen seiner Ehe gehabt haben wenn sie unterwegs waren.
Ich persönlich habe es nur einmal mit erlebt bei einem Grillabend im Verein da hat er aufeinmal ein Loch in die Tür getreten.

Ansonsten ist er immer lammfromm , zurückhaltend u freundlich.


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