Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon ToWCypress81 » 21. April 2017, 18:55

So etwas wie Liebesgefühle oder sonstige intensive Gefühle zu Menschen, können auch gerade für so "unnahbare" und "niemanden an sich rankommen/ranlassen können" -Menschen (Schizoide) extreme Ängste, extreme Gefühlsblockaden oder gar extreme emotionale Verwirrt- und Unsicherheit auslösen (mein Empfinden). - Aber ich denke, das das nicht das wirkliche Problem ist, warum schizoide Menschen zu ihren Mitmenschen oder Beziehungen Abstand halten bzw. keinen Zugang zu ihnen finden (möchten).

Ich bin der Meinung, das egal ob das nun durch ein Trauma (Kindheitstrauma oder sonstiges) oder durch eine genetische Komponente hervorgerufen wird - das Allgemeine ("Ich"-bezogene) abgeschottete enorme Desinteresse zu Menschen das wahre Problem ist.

Dieses damit eingehende allgemeine "keine Lust zu nichts haben"-Gefühl - ist denke ich daher nur der Aspekt, das man zu allen normalen menschlichen Empfindungen keinen Willen und keine Durchsetzbarkeit/Durchsetzungskraft entwickeln kann (durch jene Interesselosigkeit). Und somit auch nie aus dieser ernüchternden immer gleichen desinteressierten menschlich-emotionalen Endlosschleife raus kommt.

Zu menschlichen Beziehungen fähig und willig zu sein, heißt ja eigentlich vorwiegend - das man sich für einen Menschen interessieren muss bzw. sollte, bzw. da den Willen hat - diesen Menschen in all seinen Emotionen und Interessen kennenlernen zu wollen.
Wenn wie gesagt aber von vornherein nie dieser starke Drang da ist, sich für diese Menschen emotional und auch menschlich (z. B. Wissen über diese Menschen anzuhäufen) - vom Interesse da ist - dann ist so etwas eigentlich zwangsläufig Null und Nichtig bzw. führt zwangsläufig zu Nichts.

Das Gefühl eines Schizoiden, "das schon irgendetwas fehlt" (in ihrem Allein-Sein) haben sie zwar schon zu einem gewissen Teil.
Nur ist dieser für sie fehlende Teil oft einfach so sehr "weg" bzw. entfernt oder so unwichtig - das man (als Schizoider) da auch kaum oder keinen Drang hat, sich groß Gedanken zu machen bzw. sich zu einem Willen durchringen kann - da irgendetwas daran zu ändern.
- Sprich: einfach das Gefühl eines Interesses dafür fehlt.

Empfindet ihr das auch so (fühlt ihr da ähnlich) - oder wie seht ihr das?
Zuletzt geändert von ToWCypress81 am 22. April 2017, 03:21, insgesamt 2-mal geändert.

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AlleinunterMenschen
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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon AlleinunterMenschen » 21. April 2017, 22:06

Ich kann das zumindest so für mich bestätigen.

Es gibt schon ein gewisses Interesse, aber das bezieht sich eigentlich ausschließlich auf die psychologische Ebene und ist unabhängig von ganz bestimmten Menschen, d.h. ich beobachte Menschen ganz allgemein gern in verschiedenen Situationen. Ich versuche sie zu analysieren, was sie vielleicht grad denken, wie ihre Stimmung grad ist, um dann anhand ihrer Mimik auf das zu schließen, was sie anschließend tun oder sagen. Eine Analyse der menschlichen Psyche sozusagen.

Was mich allerdings nicht interessiert, sind die Inhalte der Gespräche an sich und vor allem auch keine Gegenseitigkeit. Es macht sich sonst bei mir sehr schnell Langeweile und das Gefühl von Zeitverschwendung breit. Wenn überhaupt, dann beobachte ich lieber, wie gesagt. Allerdings ziehe ich immer das Alleinsein vor!

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon Yuri87 » 21. April 2017, 23:32

Von einem generellem Desinteresse würde ich bei mir nicht mal reden, im Grunde interessiert mich alles und dennoch nichts konkret. Es ist eher so das ich einfach nur andere Vorstellungen habe was den Umgang miteinander angeht als die meisten Menschen. Von außen betrachte ich die Menschen schon ganz gerne und versuche das Verhalten zu verstehen um wenigstens halbwegs zurecht zu kommen.
Es ist mir aber in sehr vielen Fällen einfach nur ein Rätsel warum die Menschen sind wie sie sind. Auf der einen Seite so (zu) gesellig und auf der anderen Seite immer so schnell rivalisierend, teilweise regelrecht herablassend und aggressiv, ohne das es für mich ersichtlich ist was dazu führt wenn man eigentlich genug Platz hat sich einfach aus dem Weg zu gehen.

Das macht es für mich jedenfalls sehr schwer mich anderen Menschen zu nähern wenn ich selbst ganz andere Verhaltensweisen erwarte als das was ich von den meisten zu sehen bzw. hören bekomme. Was ich erwarte sind offen sein für alles wenn man über etwas redet und auch dazu bereit zu sein den eigenen Standpunkt zu relativieren wenn man daneben liegt, und nicht das es darauf hinaus läuft das einer dem anderen seine Sicht der Dinge einfach nur aufdrängen will.
Bei sachlichen Themen ist das ja noch recht einfach, da kann man ja notfalls google'n wenn man 2 Meinungen hat und so feststellen wer zum Thema die besseren Argumente hat, aber bei Themen die eher Ansichtssache sind geht das eben nicht. Und spätestens da ist es für mich fast unmöglich andere Personen dauerhaft um mich herum zu haben da ich meine Welt nicht an andere ihre Ansichten anpassen oder sogar verbergen möchte und gleichzeitig auch keinem Anderen meine Ansichten aufdrängen möchte.
Aber auch wenn ich selbst oft ganz andere Ansichten habe, interessiert mich das schon wie andere zu ihren Ansichten kommen, so lange es bei einem sachlichen Umgang bleibt und nicht darauf hinaus läuft das da Jemand nur reden möchte ohne Interesse daran zu haben was man selbst denn davon hält.

Der einfachste Weg für mich ist und bleibt daher der, die Kontakte darauf zu beschränken die sich entweder nicht vermeiden lassen oder wenn es sich grad um ein Thema handelt was beide interessiert auch mal zusammen an etwas werkeln, zu planen, zu reden oder was auch immer der Grund dafür ist mal Jemand anderes an etwas zu beteiligen und danach dann wieder getrennte Wege zu gehen.
So ein innigen Wunsch nach dauerhaften Kontakt(en) oder sogar nach einer eigenen Familie habe ich jedenfalls nicht, auch nicht bei den paar Menschen die mir tatsächlich sehr Sympathisch sind. Wobei da auch die Angst meinerseits zu groß ist was das an Verantwortung und Stress mit sich bringen würde mich um mehr als nur mich selbst kümmern zu müssen, ein echtes Problem sehe dabei aber für mich nicht das dem so ist.

L.G. Yuri

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon ToWCypress81 » 22. April 2017, 01:20

AlleinunterMenschen hat geschrieben:Es gibt schon ein gewisses Interesse, aber das bezieht sich eigentlich ausschließlich auf die psychologische Ebene... Eine Analyse der menschlichen Psyche sozusagen.

Ja, bei mir habe ich immer das Gefühl, das all das Interesse das ich bei anderen Menschen zeige und habe - eigentlich ausschließlich dahingehend mündet - das ICH etwas davon habe (psychologisch aber auch emotional). So im Sinne von "alle Informationen da aussaugen - die wichtig für mein psychisches und emotionales (Wohl-)Befinden bzw. mein emotionales und geistiges Weiterkommen wichtig sind". - Also immer eigentlich nur irgendwie "Selbst-bezogen" - aber NIE BEWUSST "gebend" denke (allerdings muss man natürlich schon ab und zu natürliche Gesellschaftliche Normen wahren - die dann aber meist eher auf einer rein "schauspielerischen" Ebene fungieren).
Ich mein, es ist schon so, das wenn man sehr auf mich zukommt, und mir versucht auf eine "gute Art" Hilfe oder emotionalen Beistand oder auch "Sympathie-Bekundungen" macht - ich mich auch (in/auf gewisser Weise) sehr darüber freuen kann und ich daraufhin auch dieser Person wiederum Hilfe oder unterstützende und emotionale Dinge versuche weiterzugeben. - Aber eben auch NUR - weil man mir in dem Moment emotional weitergeholfen bzw. mich geistig und emotional "Weitergebracht" hat. - Von alleine auf Menschen zugehen, ohne das dabei nicht irgendein Selbstbezogener Hintergedanke ist - entspricht meiner Meinung nach NIE wirklich der Tatsache. - Sodass man dadurch immer automatisch Alleine bleibt bzw. AUTOMATISCH FÜR SICH LEBT.
- Ja, das klingt alles im Grunde (in einem oberflächlich menschlichen Verständnis) sehr "Negativ" oder gar "Ego-Schwein"-mäßig oder eben "Egomanisch" und "Narzisstisch" - was aber in Wirklichkeit für einen selbst (den Schizoiden) NUR/AUSSCHLIEßLICH UNBEWUSST empfunden wird bzw. dieser das so NIE BEWUSST sieht oder empfindet.
- Denn eigentlich steht dahinter immer einfach nur diese KOMPLETTE (auf Genetik oder gar Traumata oder beides basierende) IN-SICH-GESCHLOSSEN-HEIT BZW. EINGESCHLOSSENHEIT DES EIGENEN ICHS - ODER AUCH KOMPLETTE (durch Genetik usw.) ERZWUNGENE AUTARKIE DES EIGENEN ICHS. - Welche eben durch die Genetik oder Traumata ist so wie sie ist - und das daher auch NIE eine bewusste Entscheidung ist so zu denken oder zu sein, wie man eben ist. - MAN IST SOZUSAGEN GEFANGEN IN SICH SELBST, ohne das man wirklich das Gefühl hat "anders" oder "übergeordnet" bzw. "differenziert" über diesem Empfinden darüber hinaus denken bzw. EMPFINDEN zu können. Vielleicht ist es ein bisschen so wie ein "Teufelskreis in einer Einbahnstraße" - welcher den Betroffenen aber nicht so zusetzt - als das er unbedingt aus diesem entfliehen will.

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon ToWCypress81 » 26. April 2017, 00:26

Zusätzliche Anmerkung:
Ich finde allerdings schon, das ein Schizoider wiederum aber auch oder gerade insbesondere - sehr Einfühlsam sein kann bzw. ist - vor allem wenn ihm ein Mensch (oder auch mehrere Menschen) viel bedeutet oder/bzw. vor allem zurückgibt.
- Also sozusagen dieses allgemeine hervorgerufene Desinteresse, das oft den Hauptteil der Menschen gegenüber empfunden wird - trotzdem eine Einfühlsamkeit zu Personen da ist - zu denen man somit auch Interesse entwickeln kann - weil dieses vor allem eben auch erwidert wird (das Interesse) - was somit (meiner Meinung nach) auch keinen Gegensatz darstellt.

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon Headmatter » 26. April 2017, 13:22

Hm. Interessiere mich sehr für Menschen, d.h. für ihre Motivationen, Funktionsweisen, Aussagen, Handlungen etc. - theoretisch-analytisch. Kann nur die konkrete Nähe von Menschen kaum ertragen, sondern lese sie lieber, so wie ich Bücher lese, die ich aufschlagen & wieder zuschlagen kann, wann & in welchem Maß ich will.
"T. H. White always took great pains to be gentle precisely because he wanted to be cruel."

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon Themis » 27. April 2017, 03:03

@ ToWCypress81:

Wie meinst Du das, dass man dann einfühlsam sein kann und Interesse am Anderen verspürt, WENN dieser auch Interesse an einem selbst hat?

Für mich klingt das so, als ob dann Nicht-Interesse an Anderen eher eine Schutzreaktion gegen Ablehnung durch diese ist: Da ich nicht sicher bin, ob der Andere an mir interessiert ist/mich mag (ich das aber mal sicherheitshalber nicht annehme), lasse ich ihn mir auch erstmal egal sein - so kann mir nichts passieren. Wenn er dann "beweist", dass er wirklich kein Interesse an mir hat, macht mir das nicht viel aus - er interessiert mich ja eh auch nicht.

Hast Du es etwa so gemeint?

Der Gedanke mit der "erzwungenen Autarkie des eigenen Ichs" gefällt mir. Geht eigentlich in eine ähnliche Richtung .... Ich halte mich außen, um nicht verletzbar zu sein.

Das Vampir-Bild (mit dem Aussaugen) hat mich sehr getroffen, weil ein sehr alter Freund (kenne ihn seit fast 30 Jahren) mal sagte: "Du warst schon immer sehr ich-bezogen." Meine ehrlich überraschte Antwort war "Worauf soll man denn sonst bezogen sein - es ist ja nichts anderes da?"
Damit hatte ich eigentlich schon vor Jahren unwissentlich das "schizoide Dilemma" auf den Punkt gebracht: Es fehlen halt einfach die "Bezüge" nach außen. Man ist in sich gefangen, auch da würde ich Dir zustimmen.

Mir hat damals die Äußerung des Freundes erst bewusst gemacht, dass es nicht allen so geht. Das war mir vorher nicht klar gewesen.
Als kurzen Gedanken hatte ich zuerst noch, ob er mir damit Egoismus vorwerfen will, was aber gar nicht gepasst hätte, da ich mein Zeug schon immer alleine gemacht habe - die o. g. Autarkie eben.

Das Bild mit dem Aussaugen finde ich auch für mich recht treffend, vielleicht sogar mehr wie ein Schwamm als wie ein Vampir. Ich empfinde es eigentlich gar nicht negativ, da man Anderen damit weder etwas wegnimmt noch sie täuscht.

Und ja, aus diesem Aus-/Aufsaugen ergibt sich fast zwangsläufig eine große Einfühlsamkeit. Das sehe ich in der Altenpflege (mache ja seit 1,5 Jahren die Ausbildung), wo mir einfach mehr an den Bewohnern "auffällt" als sogar manch altgedienter Kollegin. Die Sensoren sind sozusagen wohl sensibler eingestellt.


@ Headmatter:

Wie Dir geht es auch mir. Ich betrachte die Menschen ständig wie unter dem Mikroskop, weil mich interessiert, wie sie funktionieren. Daher auch mein vertieftes Interesse an Kultur- und Religionsgeschichte sowie Sprachwissenschaften (Sprache "trägt" und verrät ja die Selbst- und Weltsicht der betreffenden Kulturgruppe und des Einzelnen, daher auch ein wichtiges Beobachtungsmedium).

Beobachten, Infos sammeln, analysieren - genau. Bei mir hatte ich schon immer das Gefühl, dass ich das so mache (oder machen "muss"), um überhaupt hinreichend Sicherheit zu bekommen, mich unter Menschen zu bewegen.
Gleichzeitig schafft es natürlich eine gewisse innere Distanz und damit auch wieder Sicherheit: Wenn ich Menschen mehr wie Objekte betrachte, habe ich ja automatisch eher eine Außen-Position. Ob ich irgendwo dazugehöre (oder eben nicht), verliert dadurch an Bedeutung bzw. die Frage stellt sich gar nicht.
Letztlich also auch wieder ein Schutzmechanismus, denke ich.
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon ToWCypress81 » 27. April 2017, 15:34

Themis hat geschrieben:Wie meinst Du das, dass man dann einfühlsam sein kann und Interesse am Anderen verspürt, WENN dieser auch Interesse an einem selbst hat?
Für mich klingt das so, als ob dann Nicht-Interesse an Anderen eher eine Schutzreaktion gegen Ablehnung durch diese ist: Da ich nicht sicher bin, ob der Andere an mir interessiert ist/mich mag (ich das aber mal sicherheitshalber nicht annehme), lasse ich ihn mir auch erstmal egal sein - so kann mir nichts passieren. Wenn er dann "beweist", dass er wirklich kein Interesse an mir hat, macht mir das nicht viel aus - er interessiert mich ja eh auch nicht.
Hast Du es etwa so gemeint?

Daran habe ich noch gar nicht so sehr gedacht - könnte aber tatsächlich bei mir unterbewusst auch eine sehr große Rolle spielen. Denn ein vielleicht Großteil dessen warum ich so bin wie ich bin (so unnahbar) - ist denke ich schon auch mit durch Ablehnung und nicht-Anerkannt sein (meines Wesens) heraus entstanden - vor allem eben durch das starke Unverständnis mir (meines Wesens) gegenüber. - Sodass ich da erst Menschen heranlasse, von denen ich auch "absolut" davon überzeug bin, das sie mein Wesen auch gänzlich interessiert und mögen - und daraufhin auch wieder eher auf diese Menschen eingehe (einfühlsamer bin). - Ja, da hast du schon auch recht.
An sich hatte ich das auch ähnlich gemeint. Eben das wenn ein Mensch "obwohl er mein Wesen (gut) kennt" - auf mich zugeht bzw. sehr viel Interesse an mir entwickelt - und somit bei mir emotional und geistig in gewisser Weise auch was auslöst - ich wiederum auch mit mehr Interesse bzw. "einfühlsamer" auf diesen Menschen zugehe.

Themis hat geschrieben:Und ja, aus diesem Aus-/Aufsaugen ergibt sich fast zwangsläufig eine große Einfühlsamkeit. Das sehe ich in der Altenpflege (mache ja seit 1,5 Jahren die Ausbildung), wo mir einfach mehr an den Bewohnern "auffällt" als sogar manch altgedienter Kollegin. Die Sensoren sind sozusagen wohl sensibler eingestellt.

Ja, auch diese oberflächliche Einfühlsamkeit kenne ich - die eher auf Wissen und eigener Sensibiliät fußt als auf einem emotionalen Aspekt.

Auch mit dem Punkt, das man sich gar nich bewusst ist, das man so selbst-bezogen ist - habe ich auch ähnliche Erfahrungen gemacht - wo man sich dann erst denkt - "WoW, ich wusste ja gar nicht das ich da so ganz anders denke wie andere" - was mich in den Moment(en) da auch oft sehr perplex gemacht hat.

Headmatter hat geschrieben:..Kann nur die konkrete Nähe von Menschen kaum ertragen..

Ja, das kenn ich auch nur zu gut. Komme damit auch nicht klar.

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon Pina » 14. Mai 2017, 22:54

Würde sogar sagen ich mag keine Menschen. Ich umgebe mich lieber mit Tieren. Die stehen dazu egoistisch ihren Vorteil aus jeder Situation zu ziehen, sie können zwar auch schauspielern etwas vortäuschen aber nicht so vielschichtig berechnend wie Menschen. Da ich ständig am checken meines Gegenübers bin um mir Sicherheit zu geben kann ich mich nur immer auf einen Menschen konzentrieren. Je grösser die Gruppe, desto schwieriger wird es für mich. Menschenmassen ertrage ich aufgrund einer anderen Diagnose nur im Beisein einer Person meines Vetrauens. Sonst könnte ich mir vorstellen dass ich mich in der Menschenmasse wohlfühlen würde: nur oberflächlicher Smalltalk, anonym. Ich würde lieber in einer Grosstadt anonym wohnen aber mit vielen Menschen- als auf dem Dorf mit wenigen wo ich Kontakt halten muss und nicht anonym bin. Mich ermüden schnell Gespräche die in die Tiefe gehen, da ich dann pflichtbewusst sage was man so als beste Freundin sagen sollte...aber eigentlich kann ich nicht nachvollziehen warum es mir erzählt wird und so viel Emotionen losgetreten werden. Ich erzähle solche "Kleinigkeiten" ja garnicht erst. Verständniss erwarte ich nicht wenn ich sage ich kann nicht mit Menschen, ich mag nicht mit Menschen. Diese Äusserung ist so gross dass ein Mitmensch nur mit Rückzug darauf reagieren kann. Dass kann ich nachvollziehen.

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Re: Schizoid-Hauptproblem: Kein Interesse zu Menschen

Beitragvon Revolvermann » 6. August 2017, 22:08

AlleinunterMenschen hat geschrieben:
Es gibt schon ein gewisses Interesse, aber das bezieht sich eigentlich ausschließlich auf die psychologische Ebene und ist unabhängig von ganz bestimmten Menschen, d.h. ich beobachte Menschen ganz allgemein gern in verschiedenen Situationen. Ich versuche sie zu analysieren, was sie vielleicht grad denken, wie ihre Stimmung grad ist, um dann anhand ihrer Mimik auf das zu schließen, was sie anschließend tun oder sagen. Eine Analyse der menschlichen Psyche sozusagen.


Ich beobachte Menschen und interpretiere auch. Mittlerweile muss ich allerdings sagen, dass dieses analytische automatisch abläuft und in den Hintergrund gerutscht ist. Es ist auch nicht mehr so spektakulär wie früher. Im Jugendalter habe ich Zeit mit Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten verbracht, von arm bis reich, Straße bis Manager, Bäcker bis Dealer, Katholik bis Moslem etc. und habe mich so lange an die Auserwählten gehängt, bis ich Sie gelesen und verstanden hatte. Da war ich schon auf meinem Selbstfindungstrip, allerdings noch der zentrale Punkt.Meine Ausgangssituation war die Norm.Ich habe auf gut gemeinte Ratschläge was die Menschen angeht mit denen ich mich abgebe gerne verzichtet. Das Spiel war sozusagen eröffnet. Auf meinem Wege sind mir auch einige Psychopathen begegnet. Die zu verstehen und einzuordnen war nicht so schwer wie man denkt, sobald man die Unberechenbarkeit verstanden hat und man genug Zeit bekommt. Das war auch soweit in Ordnung bis ich mich ehrlich von aussen betrachtete und mir eingestand, dass mein Platz tendenziell in deren Ecke ist. Es ging dann darum Menschen zu finden, die so sind wie ich. Ich wusste ich bin anders und "verrückt sein" ist seit meinem 16. Lebensjahr ein Thema. Die "anderen" sind irgendwie komisch war der Standpunkt zuvor, falls überhaupt. Mittlerweile analysiere ich die Menschen nicht mehr mit dieser Spannung, dem Verlangen von dem ein oder anderen was lernen zu können, etwas mitnehmen zu können, dass mich weiterbringt. Jetzt passiert es einfach nur noch, weil es so ist. Die Menschen sind langweilig geworden. Als würde ich das selbe Buch immer wieder lesen. Der Grund dafür liegt aber im nicht vorhandenen emotionalen Verständnis. Manchmal weine ich auch manchmal Zeiten nach wo ich meiner Meinung nach menschlicher war, hinterfrage dann aber die Richtigkeit meiner Erinnerung, denn das ist schon sehr lange her.

AlleinunterMenschen hat geschrieben:Was mich allerdings nicht interessiert, sind die Inhalte der Gespräche an sich und vor allem auch keine Gegenseitigkeit. Es macht sich sonst bei mir sehr schnell Langeweile und das Gefühl von Zeitverschwendung breit. Wenn überhaupt, dann beobachte ich lieber, wie gesagt. Allerdings ziehe ich immer das Alleinsein vor!


Das kann ich so unterschreiben. Das Bedürfnis der anderen sich ständig mitteilen zu müssen teile ich nicht. Abgesehen davon kommt nur Mist raus der mich nicht weiterbringt. In den meisten Fällen weiss ich auch schon auf was sie hinauswollen während noch geschaltet wird wie der Satz beendet werden soll, was mich wiederum innerlich auf die Palme bringt, da ich die Leute der Höflichkeit halber aussprechen lasse, innerlich vor Anspannungen jedoch explodiere. Ich fühle mich dann als wäre ich zwischen Raum und Zeit gefangen. Die Energie verwandelt sich in Panik, die wiederum die Zeit zu verlangsamen scheint, die die Situation gefühlt endlos lang zieht. Alle Sensoren im Körper laufen auf Fight or Flight. Und so wird aus einem einfachen Gespräch in 0.5 Sekunden die Hölle auf Erden. Zudem kommt wahrscheinlich auch noch ein nicht unerheblicher Erwartungsdruck, der diese Sensoren aktiviert, sobald ich auf die Situation zu gehe bzw Sie auf mich zukommt. Teufelskreis.


Eigentlich wollte ich mich meinen Vorrednern nur kurz anschließen...
Die Welt hat sich weitergedreht.


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