Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon ToWCypress81 » 23. September 2016, 12:10

Ich fande es schon immer extrem schwierig zu jedem Menschen das passende Gefühl abzuspulen bzw. es jedem vom emotionalen mimischen Ausdruck Recht zu machen.
Stimmt eine mimisch-emotionale Reaktion nicht genau, bekommt man sofort immer die entsprechende ablehnende oder gar verachtende Reaktion. - Und weil das so ist und ich das schon immer als so anstrengend empfand - scheiß ich die meiste Zeit einfach drauf und zog daher schon immer meist entsprechende (unpassende) Fratzen wie es mir gefällt (je nach Gefühlslage) - egal ob das nun einem passt oder nicht.
Dadurch eckte ich allerdings schon immer sehr an.
- Ich bekam daher immer entsprechendes Unverständnis bzw. suchten die Menschen immerzu nach einer gewissen Zeit Abstand zu mir bzw. bekam ich nie ein wirklches Vertrauen von Menschen ausgenommen von meiner Familie (obwohl ich sogar selbst zu meiner Familie kein Absolutes Vertrauen empfinde).
Mein Benehmen ist keine Absicht!!
Ich kann ganz einfach nicht anders.
Jedes "normale" emotionale Benehmen würde meinen Geist übersteigen bzw. wäre einfach viel zu anstrengend für mich.
- Ich habe mein ganzes Leben lang versucht mich anzupassen - ES HAT NIE FUNKTIONIERT!
Wenn ich so gelassen und normal von meinen Gefühlen her in der Öffentlichkeit wie alle anderen Menschen sein müsste - müsste man mir eine Stunde lang auf die Fresse haun oder ich mich extrem mit Alkohol abfüllen - sodass mein Schädel so betäubt wäre, das ich diese roboterhafte "Gesichtsmontur" wie alle anderen Menschen drauf hätte.
Gottseidank habe ich ein Medikament mit dem ich mich tagtäglich Positiv betäube - sonst würde ich das unter Menschen gar nicht aushalten.
Ich kann wirklich nur jedem Menschen empfehlen der ähnlich extrem emotional problematisch ist und WIRKLICH nicht mehr weiter weis, sich entsprechende Medikamente von Psychiater/Neurologen verschreiben zu lassen - ES IST EIN SEGEN!!! GLAUBT ES MIR.
- MAN SOLLTE ES SICH ALLERDINGS GUT ÜBERLEGEN - DENN DANACH GIBT ES MEIST KEIN ZURÜCK MEHR.
- Für mich persönlich ist es eine notwendige, lebensbejahende und damit auch POSITIVE Medikamenten-Abhängigkeit (ich nehme bereits seit 11 Jahren ein hilfreiches Medikament, die vorigen Medikamente waren allerdings ein Alptraum!!).

tiffi
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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon tiffi » 24. September 2016, 08:18

Hey
Jedes "normale" emotionale Benehmen würde meinen Geist übersteigen bzw. wäre einfach viel zu anstrengend für mich.
- Ich habe mein ganzes Leben lang versucht mich anzupassen - ES HAT NIE FUNKTIONIERT!
Wenn ich so gelassen und normal von meinen Gefühlen her in der Öffentlichkeit wie alle anderen Menschen sein müsste - müsste man mir eine Stunde lang auf die Fresse haun oder ich mich extrem mit Alkohol abfüllen - sodass mein Schädel so betäubt wäre, das ich diese roboterhafte "Gesichtsmontur" wie alle anderen Menschen drauf hätte.


Den ersten Satz kann ich für mich auch unterstreichen.
Bei mir ist weniger die erforderliche Mimik ausschlaggebend als die erforderlichen Gedanken, Themen, Interaktionsabläufe, die ich oft mit spontanen derben (geäußerten) Gedanken unterbreche.

Dachte gestern noch, wenn Humor eine Kluft unterbrechen soll, dann lauert da bei mir ein dermaßen
Riesen-Abgrund, der dermaßen derbe Sprüche und abgedrehte Inhalte verlangt, die die Spannung, das unerträgliche mildern. Aber das nähert den Mitmenschen auch kaum an.

Meist sind es ja auch Zwangskontexte (Arbeit, Kollegen), die zu überbrücken sind, das annähern und dauerhafte wiederholte Interaktion wäre eh nix für mich.
Sollte ich je Freunde suchen
► Text zeigen

müssten die auf jeden Fall auch keinen Bock auf reguläre Kommunikation haben.

Das mit der Mimik könnte evtl auch was mit Spannungsregulierung zu tun haben?
Und Gesicht einfrieren: keine Spannung regulieren?

Gottseidank habe ich ein Medikament mit dem ich mich tagtäglich Positiv betäube - sonst würde ich das unter Menschen gar nicht aushalten.
Ich kann wirklich nur jedem Menschen empfehlen der ähnlich extrem emotional problematisch ist und WIRKLICH nicht mehr weiter weis, sich entsprechende Medikamente von Psychiater/Neurologen verschreiben zu lassen - ES IST EIN SEGEN!!! GLAUBT ES MIR.
- MAN SOLLTE ES SICH ALLERDINGS GUT ÜBERLEGEN - DENN DANACH GIBT ES MEIST KEIN ZURÜCK MEHR.

Ich denke mir, dass das Medikament positiv auf die innere Spannung wirkt, wenn man sich in einem Kontext befindet und das sonst nicht ausgleichen kann.
Schlecht fände ich das für mich auch nicht. hab im Moment nur ein Medikament, mit dem ich schlafen kann,
aber die Tag-Situation ist recht ungefiltert.
Da ist der Spannungsausgleich dann abends, endlich schlafen, ansonsten würde das die ganze Nacht in mir rumrasen.
Den Gedanken mit der Abhängigkeit hatte ich auch schon.
Aber bei mir ist es mit Konzentrations-techniken, Entspannunstechniken und gutem Willen nicht getan.

Darum denke ich beim Medikament "so viel wie nötig, so wenig wie möglich".
Versuchen unabhängige Standbeine parallel zu trainieren, aber es ist schwer wenn das GEhirn und das ganze sich über viele Jahrzehnte an was gewöhnt hat (automatische Reaktionen nervlich usw)

Manche Ärzte sagen ja auch, dass sich Menschen mit Alkohol und Drogen selbst zu regulieren versuchen,
als Selbstbehandlung.
Warum also nicht bewusster und kontrollierter mit einem Medikament und unter Rücksprache mit einem Arzt.

Das mit dem zurück, naja man müsste wieder mehr aushalten.
nach den Absetzsymptomen würde man dann sehen, ob man wieder völlig von seinen Reaktionen eingenommen ist
oder ob sich schon im Gehirn was neues gefestigt hat.
Es gibt schon auch Menschen, die Medikamente wieder absetzen.
Aber auf diese Achterbahn, dann wieder voll nur in der Krise zu sitzen, hätte ich dann auch keine Lust.

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon ToWCypress81 » 25. September 2016, 01:02

tiffi hat geschrieben:Bei mir ist weniger die erforderliche Mimik ausschlaggebend als die erforderlichen Gedanken, Themen, Interaktionsabläufe, die ich oft mit spontanen derben (geäußerten) Gedanken unterbreche.

Die gestörte Mimik ist bei mir nur das Endresultat des Ganzen - die bei mir meist durch ebenfalls derbe bzw. übertriebene Gedanken (durch zu starke Emotionalität) entstehen, welche immer leider so stark mimisch sichtbar und nicht versteckbar sind - das meine Gegenüber darüber sich immer sichtbar gestört fühlen und daher meist abstand vor mir suchen.
Dachte gestern noch, wenn Humor eine Kluft unterbrechen soll, dann lauert da bei mir ein dermaßen
Riesen-Abgrund, der dermaßen derbe Sprüche und abgedrehte Inhalte verlangt, die die Spannung, das unerträgliche mildern. Aber das nähert den Mitmenschen auch kaum an.

Ist bei mir 1:1 - sehe/habe das genauso.
Habe auch den automatischen Drang die Spannung immer mit absolut absurden, derben, überdrehten usw. Gedankengängen zu mildern - als ob sich da ein Abgrund auftut... . Es sorgt auf jeden Fall immer eher zu einem Abstand anstatt Annäherung zu den Menschen.
Meist sind es ja auch Zwangskontexte (Arbeit, Kollegen), die zu überbrücken sind, das annähern und dauerhafte wiederholte Interaktion wäre eh nix für mich.
Sollte ich je Freunde suchen müssten die auf jeden Fall auch keinen Bock auf reguläre Kommunikation haben.

Kann mit diesem Small-Talk und Daily-Soup -Gelaber auch nix anfangen. Bei soetwas flüchte ich meist nach einer gewissen Zeit - ganz einfach weil hervorgerufene Unwichtigkeiten mich extrem anstrengen.
Ich denke mir, dass das Medikament positiv auf die innere Spannung wirkt, wenn man sich in einem Kontext befindet und das sonst nicht ausgleichen kann.

Ja. Genau so ist es bei mir.
Ich kann die Spannung unter Menschen nur zu einem sehr großen Teil mit dem Medikament ausgleichen. Ohne das Medikament ist der Spannungsaufbau so groß, das ich unter mimischen Ticks bzw. Grimassen, Fluchtreaktionen und Kopfschmerzen leiden würde.
Das mit dem zurück, naja man müsste wieder mehr aushalten.
nach den Absetzsymptomen würde man dann sehen, ob man wieder völlig von seinen Reaktionen eingenommen ist
oder ob sich schon im Gehirn was neues gefestigt hat.
Es gibt schon auch Menschen, die Medikamente wieder absetzen.
Aber auf diese Achterbahn, dann wieder voll nur in der Krise zu sitzen, hätte ich dann auch keine Lust.

Nach einer gewissen Zeit denkt man oft das man für die Absetzung bereit ist - da man schon so viele gedankliche und menschliche Fortschritte gemacht hat und meint das man somit mit allem viel lockerer umgehen kann. - Ich habe jede Absetzung schon versucht - ganz langsam über ein Jahr hinweg, etwas abrupter usw. Jedesmal wenn man zu einem Minimum des Medikamentes hinausgeht, hat man das Gefühl das man das Leben das man (ich) mit den Medikamenten aufgebaut hat - sprich: vorallem das tägliche Berufsleben und damit zusammenhängende gesellschaftliche Kontakte - das/diese dann kaputt geht/gehen bzw. das nicht mehr in dem Maß bewältigen kann.
Da man nun mal nicht die Chance hat als Trapper in Alaska in einer einsamen Hütte zu leben, ist man auf Gesellschaft angewiesen. - Und da ich in der Gesellschaft nicht permanent gerade mal so am äußersten Rand überleben will - sondern auch LEBEN will, sage ich in meinem Befinden - JA, ZU MEDIKAMENTEN.

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon tiffi » 25. September 2016, 12:26

ToWCypress81 hat geschrieben: Die gestörte Mimik ist bei mir nur das Endresultat des Ganzen - die bei mir meist durch ebenfalls derbe bzw. übertriebene Gedanken (durch zu starke Emotionalität) entstehen, welche immer leider so stark mimisch sichtbar und nicht versteckbar sind

hmm. ja kann gut sein dass erst die Emotionalität da ist (ein sehr starkes agieren oder reagieren), und dann die Gedanken, die aus der Spannung entstehen.
wenn ich das bei mir nochmal so beobachte, sind da viele Irritierungen, emotional und im einordnen der Situation.
Es ist auf jeden Fall starker Stress.

Die anderen sind dann bei meinen Reaktion evtl genauso irritiert wie ich....oder sind befremdet und schützen sich.
Manchmal schaffe ich es morgens noch nicht mal, einen Kollegen zu grüßen, weil schon soviel drinnen los ist oder die direkte Begegnung viel macht.
Der eine dreht sich jetzt meistens auch einfach um und mir den Rücken zu. Er weiß gar nicht, wie entlastend das für mich ist.
Aber sozial kann das halt auch anders gewertet werden "die will ja nicht, ist ja komisch, arrogant" ect.

ToWCypress81 hat geschrieben: Kann mit diesem Small-Talk und Daily-Soup -Gelaber auch nix anfangen. Bei soetwas flüchte ich meist nach einer gewissen Zeit - ganz einfach weil hervorgerufene Unwichtigkeiten mich extrem anstrengen.


Mir ist noch eingefallen, etwas leichter ist es, wenn das ganze Zusammensein strukturiert ist.
sowas wie stark geführte Seminargruppen wo jeder nur mal kurz und themenbezogen das Wort hat, oder
eine Selbstreflektion zum besten gibt. kein spontanes "Geschwätz".

weitere Alternativen:
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ToWCypress81 hat geschrieben: Ohne das Medikament ist der Spannungsaufbau so groß, das ich unter mimischen Ticks bzw. Grimassen, Fluchtreaktionen und Kopfschmerzen leiden würde....Da man nun mal nicht die Chance hat als Trapper in Alaska in einer einsamen Hütte zu leben, ist man auf Gesellschaft angewiesen. - Und da ich in der Gesellschaft nicht permanent gerade mal so am äußersten Rand überleben will - sondern auch LEBEN will, sage ich in meinem Befinden - JA, ZU MEDIKAMENTEN.

Kann die auch körperlichen Belastungen, die entstehen, sehr gut nachempfinden....

und auch die Gedanken vor den Absetzversuchen, dass man denkt, mal ohne Medikament probieren, weil es leichter geworden ist,und dann ist der ganze Quark eben doch wieder da.

und ich finde die Option "Teilhaben mit Hilfen wenn das funktioniert" für mich selber auch ganz gut.
Ist halt oft ein Kampf, aber ich glaub der ist in Richtung EU Rente, Werkstatt auch irgendwie da, weil sich dann andere Stellen einmischen.
Ich denke das muss auch jeder selber entscheiden, welche Ziele etwas atttaktiver, welche Abhängigkeiten etwas besser in Kauf zu nehmen sind.

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon knallschnute » 26. September 2016, 21:19

Hallo Tiffi!

tiffi hat geschrieben:Meist sind es ja auch Zwangskontexte (Arbeit, Kollegen), die zu überbrücken sind, das annähern und dauerhafte wiederholte Interaktion wäre eh nix für mich.


Das ist eben das bedauerliche an der Sache. Um überhaupt überleben zu können benötigt man in irgend einer Weise ein Medikament, damit man weiterhin im gewohnten Umfang funktionieren kann. Ist man nicht gerade komplett eingeschränkt oder gar arbeitsunfähig, darf man sich für den Job, die lieben Menschlein, halt mit Tabletten vollpumpen, um nicht noch "irrer" zu werden.
Alle profitieren: der Staat, die Arbeitsagentur, die Pharma, der Arbeitgeber, doch der Mensch mit seiner Problematik bleibt auf der Strecke, denn so lange alle Leute sich immer schön sozial und so kommunikativ, etc. geben, kaum einer Anpassungsprobleme hat, müssen die, die aus der Reihe tanzen, halt zu ihrem Glück therapiert werden. Nicht etwa indem sie lernen sich besser zu schützen und Reiz ärmere Arbeiten verrichten zu können, sondern indem man ihnen Pillen verschreibt, mit denen sie den Gruppenwahn halbwegs überleben können.

Andere merken die Anstrengungen vielleicht nur körperlich. Die sind dann verspannt, haben Magen-Darm-Probleme, Burnout oder Depressionen.

Manche Ärzte sagen ja auch, dass sich Menschen mit Alkohol und Drogen selbst zu regulieren versuchen,
als Selbstbehandlung.
Warum also nicht bewusster und kontrollierter mit einem Medikament und unter Rücksprache mit einem Arzt.


Stimmt. Aber ist das nicht eine Schein-Kontrolle? Wenn das Medikament in der Dosis irgendwann versagt und man es nicht mehr verträgt, braucht es ein anderes Mittel, mit anderen Nebenwirkungen, etc. Ich finde Psychopharmaka genauso bedenklich wie Alkohol und Drogen - übrigens auch Zucker, der ja auch abhängig macht. ;)

Das mit dem zurück, naja man müsste wieder mehr aushalten.
nach den Absetzsymptomen würde man dann sehen, ob man wieder völlig von seinen Reaktionen eingenommen ist
oder ob sich schon im Gehirn was neues gefestigt hat.
Es gibt schon auch Menschen, die Medikamente wieder absetzen.
Aber auf diese Achterbahn, dann wieder voll nur in der Krise zu sitzen, hätte ich dann auch keine Lust.

Da hilft dann eben nur auf sich selbst schauen! Wie kann man sich schützen. Dann macht man Abstriche oder man sucht andere Wege, als die schnell erhältliche Pille. Natürlich möchte ich es niemandem absprechen, der einfach nicht anders kann und dem es ohne Medizin richtig dreckig geht, aber in manchen Fällen darf man auch kreativ werden und sein Leben umstellen, bevor man es von Pillen und Ärzten abhängig macht.
Die totale Kontrolle habe ich meiner Meinung nach nur dann, wenn ich selbstbestimmt mein Leben lebe.

Liebe Grüße
Knallschnute
Die Hölle, das sind die anderen
(Jean-Paul Sartre)

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon tiffi » 27. September 2016, 06:37

Hallo Knallschnute

ich verstehe meine Aussagen von heute morgen selber nicht mehr so ganz und ergänze,
hoffentlich sinnvoll....
weil ich manchmal nur so grob was schreibe an Zusammenhängen, die mir klar sind, aber für andere eher nicht.


Bei deinen Aussagen finde ich einige Punkte schwer mit meiner Erfahrungswelt in Einklang zu bringen.
Aber wer weiß, manchmal braucht es auch Zeit, um was anderes sacken zu lassen ;)

Grundsätzlich denke ich, dass ich hier
Die totale Kontrolle habe ich meiner Meinung nach nur dann, wenn ich selbstbestimmt mein Leben lebe.

eine andere Einstellung habe oder die Realität für mich anders sehe.

Ich glaube weder an die totale Kontrolle noch an ein völlig unabhängiges, selbstbestimmtes Leben.
Vielleicht verstehe ich deine Aussage auch als zu generalisiert bzw allgemeingültig, dass das für alle Menschen, alle Medikamente , jede abhängige Arbeit gilt.

Ich schätze mein Handeln über mich und die Realität als anders ein, als abhängiger ein.
Geld kommt abhängig von Eltern,vom unterhaltenden Ehemann, aus Einkommen oder Sozialkasse (Rente, H4, Elterngeld und co)
solange man nicht Selbstversorger ist (und so leben möchte),
und ich wähle aus dem was ich bei mir vorfinde, was geht, aus.

man hat ja auch nicht immer die Wahl zwischen Gold und Diamanten, sondern manchmal auch nur zwischen Gras und Heu oder so.
oder ein Übel und ein etwas kleineres Übel. und nicht jeder erhält die gleichen fairen Bedingungen, das denke ich.
Meine Haltung ist grundlegend ein wenig pessimistisch.


Ich glaube auch nicht an die Kontrolle über meine Gesundheit, und sehe den von dir beschriebenen Kreislauf
(Medikamente zum Funktionserhalt, Leiden unterdrücken, alles zur Ausbeutung durch Staat und Pharamindustrie)
nicht für mich angewandt.
Mein Gehirn läuft auch ohne äußere Reize auf Hochtouren, Stress - und Krisenzeiten inclusive, und hier kann ich das etwas erträglichere,
aushaltbare suchen.

Ich bin froh, dass es nicht nur für den psychischen Bereich Pharmaka gibt sondern auch z B beim Zahnarzt Medikamente gibt
und auch sonst die Medizin fortgeschritten ist.

ich bin nicht nur Opfer ominnöser Umstände, sondern auch erwachsen, und wähle aus den mich umgebenden realen Möglichkeiten, alles hat sein für und wider.
da möchte ich weder idealisieren noch verteufeln.
und ich kann auch nicht sagen "mir meinem Weg ist alles gut, hier ist die absolute Freiheit", da gibts Zweifel und Schwierigkeiten, das finde ich bei den Startbedingungen, dem So sein aber auch nicht ungewöhnlich.


Ich denke, du wolltest eher Optionen aufzeigen oder vor "Fallen" bewahren, oder hab ich dich falsch verstanden,
und du hast einfach nur von dir geschildert?

Weiß nicht wieso ich da so sehr das überhelfende rausgelesen hab. so viel hast du ja gar nicht geschrieben.

ich hatte auch schon angesetzt zu sagen "aber hier ist es so, aber da geht nur das" und hab das auch hier und da, aber jeder Erklärung würde kein ganzes Bild geben, wo du dann irgendwann "ok na wenns so ist dann AMEN" ;)
sagen könntest....

Mir scheint über Heilung, Lebenserfahrung lässt sich genausowenig streiten wie über Politik und Religion.
und ich möchte auch gar nicht streiten. viel zu mühsam und führt zu nix. :erklärbär1:

Aber andere Sichtweisen hören, ohne den Stress sie aufs eigene System gleich anwenden zu müssen,
das ist schon bereichernd...

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon knallschnute » 27. September 2016, 22:01

Hallo Tiffi,

ch glaube weder an die totale Kontrolle noch an ein völlig unabhängiges, selbstbestimmtes Leben.
Vielleicht verstehe ich deine Aussage auch als zu generalisiert bzw allgemeingültig, dass das für alle Menschen, alle Medikamente , jede abhängige Arbeit gilt.


totale Kontrolle ist für mich auch nicht das, was man vielleicht darunter verstehen würde. Für mich heißt es schon, dass ich mir selber eine Arbeit aussuche, selbst bestimme ob ich ein Medikament nehme oder mir Alternativen dazu suche, meine Lebenszeit jobtechnisch so einteile, dass ich für Familie, Beruf, etc. genügend Zeit habe. Dass ich jedoch von bestimmten Gegebenheiten und Institutionen dennoch abhängig bin und mich mit deren Bedingungen arrangieren muss, ist mir klar.
Vielleicht schreibe ich in solchen Fällen zu absolut und wenig differenziert... ;)

Ich schätze mein Handeln über mich und die Realität als anders ein, als abhängiger ein.
Geld kommt abhängig von Eltern,vom unterhaltenden Ehemann, aus Einkommen oder Sozialkasse (Rente, H4, Elterngeld und co) solange man nicht Selbstversorger ist (und so leben möchte), und ich wähle aus dem was ich bei mir vorfinde, was geht, aus.

Wo liegen bei einem die Prioritäten und was ist man bereit sich selbst zuzugestehen? Mir liegt etwas daran eine Aufgabe zu haben. Einer Arbeit nach zu gehen mit der ich halbwegs gut zurecht komme, die aber nicht mein ganzes Leben bestimmt, weil ich viel zu eigenwillig bin. Ein Teilzeitjob ist für mich deswegen ideal und finanziell keine Katastrophe. So habe ich genug Zeit für alles was neben dem Beruf noch von mir erledigt werden will und genügend Abstand zum Job.

man hat ja auch nicht immer die Wahl zwischen Gold und Diamanten, sondern manchmal auch nur zwischen Gras und Heu oder so.
oder ein Übel und ein etwas kleineres Übel. und nicht jeder erhält die gleichen fairen Bedingungen, das denke ich.
Meine Haltung ist grundlegend ein wenig pessimistisch.

Ich würde da immer das kleinere Übel wählen, bis es für mich passt. Vielleicht ist das bei mir auch so, weil ich wie ein Stehaufmännchen agiere und nicht so leicht aufgebe, wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe.
Sicherlich kann ich das gleiche Verhalten oder eine ähnliche Sichtweise von anderen nicht voraussetzen oder erwarten, aber ich kann halt auch nur von mir sprechen - wie ich das sehe und mache.

Ich glaube auch nicht an die Kontrolle über meine Gesundheit, und sehe den von dir beschriebenen Kreislauf
(Medikamente zum Funktionserhalt, Leiden unterdrücken, alles zur Ausbeutung durch Staat und Pharamindustrie)
nicht für mich angewandt.
Mein Gehirn läuft auch ohne äußere Reize auf Hochtouren, Stress - und Krisenzeiten inclusive, und hier kann ich das etwas erträglichere,
aushaltbare suchen.


Das ist oki. Wir müssen da auch nicht einer Meinung sein. Für mich sieht es schon danach aus, dass die Leute entweder gar keine Arbeit haben oder sich oftmals völlig verausgaben müssen und dann halt häufig nur noch mit Medizin oder Therapien funktionieren. Das war ja nicht "nur" auf dich gemünzt, sondern so eine Beobachtung von mir, die man mit mir jedoch nicht teilen muss, wenn man anderer Meinung ist.

Ich bin froh, dass es nicht nur für den psychischen Bereich Pharmaka gibt sondern auch z B beim Zahnarzt Medikamente gibt
und auch sonst die Medizin fortgeschritten ist.

Hm, ich fände es besser, wenn man ohne Medikamente auskommen könnte, weil das Leben nicht mehr krankmachend ist. Wenn man die Ursachen mancher Erkrankungen kennt, fragt man sich eben, warum man diese nicht grundsätzlich vermeidet und innerhalb der Gesellschaft, der Ärzteverbände da nichts getan wird, als Pillen zu verabreichen.

ich bin nicht nur Opfer ominnöser Umstände, sondern auch erwachsen, und wähle aus den mich umgebenden realen Möglichkeiten, alles hat sein für und wider.

Das wollte ich dir nicht absprechen, dass du erwachsen bist und als Opfer genausowenig darstellen. Sorry, wenn das so rüber kam.

Ich denke, du wolltest eher Optionen aufzeigen oder vor "Fallen" bewahren, oder hab ich dich falsch verstanden,
und du hast einfach nur von dir geschildert?

So in etwa. Wie gesagt, ich gehe von mir aus und versuche anderen Mut zu machen. Allerdings bin ich schon etwas extrem in meiner Lebens- und Sichtweise.

Mir scheint über Heilung, Lebenserfahrung lässt sich genausowenig streiten wie über Politik und Religion.
und ich möchte auch gar nicht streiten. viel zu mühsam und führt zu nix. :erklärbär1:
Hab deine Antwort auch nicht als solche Verstanden.

Aber andere Sichtweisen hören, ohne den Stress sie aufs eigene System gleich anwenden zu müssen,
das ist schon bereichernd...
Das kann ich gut verstehen. Wenn mir etwas sehr schwer fällt, dann eine andere Sichtweise einfach so gelten zu lassen. Ich lerne ja auch noch dazu... ;)

Liebe Grüße
Knallschnute
Die Hölle, das sind die anderen
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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon tiffi » 28. September 2016, 06:43

Hallo knallschnute

deine Antwort "entspannt" für mich die Situation auch etwas, vielen Dank.

totale Kontrolle ist für mich auch nicht das, was man vielleicht darunter verstehen würde. Für mich heißt es schon, dass ich mir selber eine Arbeit aussuche, selbst bestimme ob ich ein Medikament nehme oder mir Alternativen dazu suche, meine Lebenszeit jobtechnisch so einteile, dass ich für Familie, Beruf, etc. genügend Zeit habe. Dass ich jedoch von bestimmten Gegebenheiten und Institutionen dennoch abhängig bin und mich mit deren Bedingungen arrangieren muss, ist mir klar.
Vielleicht schreibe ich in solchen Fällen zu absolut und wenig differenziert... ;)

Das ist das mit dem Austausch...man kann ja nicht alles und will auch nicht immer alles haarklein erklären,
(also völlig das eigene Leben breit legen, damit der andere einen Einblick bekommt, hier ist ja auch noch der öffentliche Bereich,
mit persönlichen Infos bin ich auch etwas vorsichtig.)

und einige Schlagworte hält man dann in der kurzen Übersicht für dies und das beim lesen.
Im Kopf geht ja immer viel ab ;-)

Mit: eine andere Meinung stehen lassen tue ich mir manchmal auch schwer,
aber eher so wenn ich mir selber den Stress mache, diese Meinung auf mich anzuwenden.
der andere muss noch nichtmals dominant oder "missionarisch" sein, irgendwie wende ich das von selbst auf mich an.

und dann merke ich den Stress, den das "unpassende" macht, wenn das Werkzeug oder die Schablone auf mich und mein
Leben nicht so abgestimmt ist, und es "knirscht".


Eigentlich mag ich ja auch das Bewegliche, die Lösungen,
im Moment sehe ich aber auch die Seiten und Menschen, wo es "unbeweglich" ist, nicht aus Mutwillen, sondern ist so,
und das braucht ja auch Akzeptanz.

ich befinde mich selbst mit meinen Seiten mal hier und da, habe vielleicht noch das "Glück", dass es AUCH bewegliches gibt,
aber manche Zustände sind es nicht.
Ich habe gut vier Jahrzehnte mit "Lösungen suchen" verbracht und Medikamente hab ich für mich selbst die ersten über 3 Jahrzehnte abgelehnt., und komme jetzt zu dem Schluss für mich.

Ich selbst bin auch froh, dass ich arbeiten kann, das ist für mich das kleinere Übel, und ich arbeite seit Jahren TZ,
reduziere nur jetzt noch wenige Stunden mehr.
Also viel Zeit für Ausgleich, aber das ist eben in meinem Fall nicht die ultimative Lösung, werde mit dem was in mir ist, leben müssen.

Und ich denke, leider sind die Ärzte bzw Menschen soweit, Krankheit bis zum Grund hin zu verfolgen und aufzulösen,
es gibt da auch spirituelle alternative Ansichten, aber ich finde das hat seine Grenzen, noch vielleicht.

Auch die Therapie ist begrenzt ist mir gestern nochmal klar geworden.
Ich hatte ja selber mal eine zweijährige Zusatzausbildung gemacht im Systemischen...und man kann nur denjenigen nehmen,
der einen Auftrag hat, der reflektiert ist, der nicht in der Krise hängt, der ein realistisches Ziel verfolgt, der beweglich ist.
Jemand mit "Ressourcen" mit "der die Lösung in sich trägt".

Sogesehen hab ich gedacht, Therapie ist für ein Mittelmaß an Menschen.
Manche brauchen eher eine Art Betreuung, eine Einrichtung oder so, oder haben nichts in der Richtung. Vielleicht noch
SHG, wenn derjenige das aushält oder halt Freunde oder Familie oder ne bestimmte Szene wenn man die hat.

Ok, aber das ist auch nur EINE Ansicht, nicht DIE.....

Und die Beobachtungen die du machst, Leute reiben sich auf, nur für Arbeit, das gibts sicher auch.
In der Entwicklung oder Wirtschaft gibts Arbeitszeiten bis 20 Uhr und länger, + Tag und Nacht Bereitschaft, nee
danke incl Hörsturz und Aufputschmitteln. Aber sie tun es recht bewusst, für Aufsteigen und mitmischen.
Oder Menschen die in der Arbeit sind, die per se noch kränker macht und die Leute eigentlich einen Cut
bräuchten, und es sich aus Angst/Scham/enge Rahmenbedingungen wie Verantwortung für ein Kind dann kaum
erlauben können.

Dann noch einen schönen Tag

tiffi

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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon knallschnute » 3. Oktober 2016, 21:12

 ! Nachricht von: knallschnute
Hallo ihr,

ich hab den Eindruck das Thema ist gerade "Arbeit - finanzielle Situation" und weniger die "Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit". Ich trenne mal den Rest von diesem Thread und ihr könnt in einem neuen Faden weiter über eure Situationen schreiben... Hier bitte beim Thema bleiben - so gut es geht. ;)

Die restlichen Beiträge wurden hierhin verschoben.
Der Thread heißt "Selbstbestimmtes Leben und finanzielle Absicherung". (Hoffe das passt so, andernfalls änder ich den Titel auch gerne um.)

Liebe Grüße
Knallschnute
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Re: Gefühlsproblematik = Vertrauensproblematik, Medikamentenhilfe/-Abhängigkeit

Beitragvon ToWCypress81 » 30. Oktober 2016, 17:41

Zusätzliche Anmerkung und Frage:
Meine Gesichtsausdrücke/Empfindungen sind allerdings schon meist statisch (gleichbleibend) und in dem Sinne auch eher verkrampft - bzw. wirken sie auf andere oft stark emotionslos. Was wiederum aber die Folge davon ist, weil ich unter Menschen immer extrem "emotionsgeladen" bzw. "emotionsirritiert" oder auch "emotionsverletzbar" bin und um das zu überdecken immer nur 1nen emotionalen Ausdruck/Empfindung oder mimische "Grimasse" zeigen kann - der wie gesagt aber wiederum auf andere "statisch", "komisch", "Situations/Emotions-falsch" oder anders ausgedrückt eben "emotionslos" wirkt. - Was ich in diesem Forum ja auch bereits oft gelesen habe (das Emotionslose betreffend).
- Ist es daher bei euch auch so, das eure Emotionslosigkeit im Grunde genommen (oder im "weitesten Sinne") nur eine Folge eurer Emotionsirritierbarkeit ist?
Und habt ihr eben auch die Erfahrung gemacht, das eben diese Emotionslosigkeit/Verkrampftheit durch Irritierbarkeit im Zwischenmenschlichen zu einem häufigen Misstrauen bzw. mangelnden Vertrauen euch gegenüber führt?


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