Was ist mit mir los?

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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hinterdemmond
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon hinterdemmond » 4. Dezember 2015, 01:17

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Insuffizienz
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon Insuffizienz » 4. Dezember 2015, 12:36

Um nochmal auf meine Aussage mit dem Empathie-Vermögen zurückzukommen, vllt hab ich hier eher Sensibilität mit Empathie verwechselt^^ Also ich nehme schnell Stimmungen und Gefühle anderer wahr und kann mich oft ganz gut in Situationen hineinversetzen... Ich weiß nicht, was genau verstehst du unter dem Begriff Empathie im weitesten Sinne?

Das beschreibt es schon ganz gut, per definitionem gehören wahrscheinlich auch entsprechende Reaktionen, d. h. bspw. Mimik, dazu. Empathie ist für mich synonym für Mitgefühl. Ich finde die Definition auch schwierig...z. B. haben sentimentale Menschen große Vorteile als mit hoher Empathie versehen eingeordnet zu werden.
Sentimentalität ist das unnötige Hineinsteigern in Gefühlen wie Traurigkeit, Angst oder auch depressive Gefühle. Ich denke, jeder kennt solche Omas, die sich ständig Sorgen machen. Wahrscheinlich ist Sentimentalität in der Extreme z. B. eine generalisierte Angststörung.
Ich kann deine Frage also nur mit mehr Fragen beantworten. Ich denke, man hat eben Freiraum den Begriff zu definieren, weil es wahrscheinliche verschiedene Definitionen gibt.

Widerspricht sich denn Empathie-Fähigkeit und Schizoidie, bzw auf welche Art und Weise?

Ich denke schon, denn wie gesagt, eine schizoide PS ist eine Extremform, in der sich Menschen von sozialen Gefühlen weitestgehend innerlich (unbewusst) abgekapselt haben. Jedenfalls bei hoher Empathie würde ich eine SPS ausschließen.
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon tournesol » 4. Dezember 2015, 15:38

Puuuh dem muß ich widersprechen---- Sorry lieber Insuffizienz ;)

M.E. scheint dies nur so ( für andere )
Menschen mit schizoider PS ( zumindest die, die ich kenne... ) zeichnen sich zumeist durch eine überdurchschnittliche Inteligenz und Logik-Fähigkeit aus Dieses bringt eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und Vorstellungskraft mit sich.---
Und somit auch " Die Sicht auf die Gefahr, die sich an das Eine , oder Andere anknüpft" ;)
So z.B. Beobachtungen über Sentimentalität und Sensibilität :lachen: ( wie Du grade beschrieben hast...)
Nicht dass der SPS dieses nicht "selber" empfinden könnte, oder sich vorstellen könnte, wie sich dies anfühlte ---- jedoch möchte er dies nicht ( eben weil er weiß, wie schrecklich sich dies anfühlt ) ---und er die Fähigkeit hat DIES vorher zu bedenken IN DUALITÄT ...
Damit ist auch Angst beim SPS verbunden....,Angst es nicht zu schaffen dies zu unterdrücken... ;)
Und gleichzeitig wird er damit zum Außenseiter " eben weil er es zumeist schafft ES zu unterdrücken..."
Dies heißt m.E. jedoch nicht , dass der SPS es nicht fühlt...nicht spürt, hmm !
D.h. doch wahrnimmt , was man als sensibel--- in bezug auf andere--- bezeichnet IST.
Jedoch drückt ein SPS dies nicht " sentimental!" :lachen: aus---- Dies ist m.E alles ;)

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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon Insuffizienz » 4. Dezember 2015, 17:50

Menschen mit schizoider PS ( zumindest die, die ich kenne... )

Naja, schwierig zu sagen, ob sie per definitionem persönlichkeitsgestört sind oder Akzentuierungen aufweisen.

Nicht dass der SPS dieses nicht "selber" empfinden könnte, oder sich vorstellen könnte, wie sich dies anfühlte ---- jedoch möchte er dies nicht ( eben weil er weiß, wie schrecklich sich dies anfühlt ) ---und er die Fähigkeit hat DIES vorher zu bedenken

Ich denke, diese Empathie-Fähigkeit ist bei einem schizoid Persönlichkeitsgestörten klar verkümmert resp. unterdurchschnittlich. Deshalb hat er die Fähigkeit objektiver darüber nachzudenken. Er kann sich wohl kaum mit sentimentalen Menschen identifizieren, denn er fühlt generell wenig. Oder wie schon mehrfach erwähnt nur in Zeitfenstern (Wechsel zwischen An- und Hyperästhesie).
Ob er nun schon immer so war oder die Emotionen/Fähigkeiten (aus Angst) unterdrückt hat, ändert nichts daran, dass sie nun schlecht sind.

D.h. doch wahrnimmt , was man als sensibel--- in bezug auf andere--- bezeichnet

Sensibilität ist nunmal etwas anderes als Empathie. Es liegen eine Menge Faktoren vor, warum Schizoide sehr sensibel sind: Einsamkeit, psychische und körperliche Labilität, andere psychische Störungen und Krankheiten (Depressionen, Narzissmus usw.).
Der Beitrag über Empathie-Forschung im DLF erklärt, dass gerade durch Stressreaktionen, die ja beim Schizoiden unter Menschen so gut wie immer überdurchschnittlich vorliegen, die Empathie sinkt.

Ich denke wie gesagt, dass die schizoide PS nicht mit einer hohen Empathiefähigkeit einhergehen kann, allein schon wegen der generell mangelhaften ausprägung der Gefühle. Jedoch kann eine schizoide Persönlichkeitsakzentuierung ohne Weiteres mit hoher Empathiefähigkeit einhergehen, wenn man die Reaktion wie Mimik oder aktives Handeln (wenn man Angst hat vor Nähe, muss Passivität nicht bedeuten, dass man nicht mitfühlt) nicht zur Definition der Empathie zählt.

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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon hinterdemmond » 5. Dezember 2015, 01:27

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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon Grübelmonster » 10. Dezember 2015, 01:48

tournesol hat geschrieben:Puuuh dem muß ich widersprechen---- Sorry lieber Insuffizienz

M.E. scheint dies nur so ( für andere )
Menschen mit schizoider PS ( zumindest die, die ich kenne... ) zeichnen sich zumeist durch eine überdurchschnittliche Inteligenz und Logik-Fähigkeit aus Dieses bringt eine ausgeprägte Beobachtungsgabe und Vorstellungskraft mit sich.---
Und somit auch " Die Sicht auf die Gefahr, die sich an das Eine , oder Andere anknüpft"
So z.B. Beobachtungen über Sentimentalität und Sensibilität ( wie Du grade beschrieben hast...)
Nicht dass der SPS dieses nicht "selber" empfinden könnte, oder sich vorstellen könnte, wie sich dies anfühlte ---- jedoch möchte er dies nicht ( eben weil er weiß, wie schrecklich sich dies anfühlt ) ---und er die Fähigkeit hat DIES vorher zu bedenken IN DUALITÄT ...
Damit ist auch Angst beim SPS verbunden....,Angst es nicht zu schaffen dies zu unterdrücken...
Und gleichzeitig wird er damit zum Außenseiter " eben weil er es zumeist schafft ES zu unterdrücken..."
Dies heißt m.E. jedoch nicht , dass der SPS es nicht fühlt...nicht spürt, hmm !
D.h. doch wahrnimmt , was man als sensibel--- in bezug auf andere--- bezeichnet IST.
Jedoch drückt ein SPS dies nicht " sentimental!" aus---- Dies ist m.E alles



Das klingt für mich ziemlich plausibel... Kann das in gewisser Weise denk ich auch auf mich übertragen... Kann man denn sagen, dass Sensibilität etwas ganz anderes ist als Empathie? Beispielsweise bei mir ist es denk ich so, ich bin generell so introvertiert und in mich gekehrt, dass ich sowieso generell wenig Energie nach außen trage... Außerdem bin ich sehr nachdenklich und wenn ich dann beispielsweise jetzt irgendeine traurige Nachricht höre, wo andere dann vllt affektiv nach außen hin ihr Mitgefühl zeigen, trage ich das dann in mir selbst aus und es löst eher viele Gedanken und Gefühle in mir aus, die ich schwer nach außen tragen kann...

Ich glaube über mich, dass ich sehr sensibel bin und ziemlich schnell mit Reizen überflutet und überfordert werde, gerade wenn ich mit mehreren Menschen zusammen bin, nehme ich einfach sehr vieles unter der Oberfläche war, was dann sehr viele Gedanken und Bilder in mir auslöst, die mich meist dann auch überfordern und mir deswegen den Alltag auch ziemlich schwer machen^^ Kann man also hypersensibel sein und trotzdem keine Empathiefähigkeit haben? Das hieße ja, dass Empathie das unmittelbare , "normale" Mitgefühl ist, das affektiv erscheint und nach außen passiert? Kann man das so ausdrücken oder verstehen? :D

Und dann nochmal in Bezug auf Schizoidie, hab hier im Forum schon viel den Begriff Hoch und Hypersensibilität gehört, ist es demnach häufig, dass schizoide Menschen hypersensibel sind? Bzw wie genau hängt das zusammen? Ich hab nämlich auch mal drüber nachgedacht, kann eine sehr sensible Veranlagung nicht gerade eine schizoide Entwicklung fördern? Denn wenn man von Kind an so viele Reize und Gefühle der Eltern verstärkt wahrnimmt und diese halt auch noch sehr ungeschickt und "falsch" oder widersprüchlich sind, muss das ja schon nen krassen Einfluss haben sag ich mal so ganz grob^^
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon cerebrum » 10. Dezember 2015, 06:12

Und dann nochmal in Bezug auf Schizoidie, hab hier im Forum schon viel den Begriff Hoch und Hypersensibilität gehört, ist es demnach häufig, dass schizoide Menschen hypersensibel sind? Bzw wie genau hängt das zusammen? Ich hab nämlich auch mal drüber nachgedacht, kann eine sehr sensible Veranlagung nicht gerade eine schizoide Entwicklung fördern? Denn wenn man von Kind an so viele Reize und Gefühle der Eltern verstärkt wahrnimmt und diese halt auch noch sehr ungeschickt und "falsch" oder widersprüchlich sind, muss das ja schon nen krassen Einfluss haben sag ich mal so ganz grob^^


Das wird zumindest vermutet. Ich finde die Theorie macht großen Sinn. Aber überprüfen lässt sie sich wohl kaum.
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon Grübelmonster » 10. Dezember 2015, 17:55

orinoco hat geschrieben:Ich bezeichne mich als schizoid-depressiv (also vorwiegend schizoid, weniger depressiv).


Eigentlich sind das ja Gegenpole oder? Also schizoid ist ja die Angst vor dem Ich-Verlust, und der depressive Typus die Angst vor der Individuation... Also wie genau verhält sich das dann bei dir? Oder meinst du depressiv dann in einem anderen Sinne?
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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon MirrorMirror » 10. Dezember 2015, 20:34

10. Dez 2015, 17:55 » Grübelmonster hat geschrieben:
orinoco hat geschrieben:Ich bezeichne mich als schizoid-depressiv (also vorwiegend schizoid, weniger depressiv).


Eigentlich sind das ja Gegenpole oder? Also schizoid ist ja die Angst vor dem Ich-Verlust, und der depressive Typus die Angst vor der Individuation... Also wie genau verhält sich das dann bei dir? Oder meinst du depressiv dann in einem anderen Sinne?

Darf ich?
Es gibt den depressiven Typus nicht. Das kann jeden treffen. So vielfältig die Ursprünge, so verschieden der Verlauf. Es gibt keine Schublade für Depressionen und wer wie ist wenn er eine hat.
Ich persönlich bin chronisch depressiv und habe einen schreienden Drang alleine zu sein. Umgebung macht mir Stress. Weinende Kinder jagen meinen Herzschlag in die Höhe, teilweise bis zur Flucht aus der Situation. Es kommt noch eine ständige Angst dazu.
Das eine bedingt das andere. Hätte ich eines nicht, ich hätte das andere nicht.
Das eigene Ich ist schwertbeschädigt, Kompensation haut nicht wirklich hin und daraus hat sich eine Isolation entwickelt. Weil nur die die Schmerzen halbwegs lindert.
Katalogisieren lässt sich sowas nicht. Das ist alles viel zu komplex.

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Re: Was ist mit mir los?

Beitragvon Grübelmonster » 10. Dezember 2015, 21:40

MirrorMirror hat geschrieben:Darf ich?
Es gibt den depressiven Typus nicht. Das kann jeden treffen. So vielfältig die Ursprünge, so verschieden der Verlauf. Es gibt keine Schublade für Depressionen und wer wie ist wenn er eine hat.
Ich persönlich bin chronisch depressiv und habe einen schreienden Drang alleine zu sein. Umgebung macht mir Stress. Weinende Kinder jagen meinen Herzschlag in die Höhe, teilweise bis zur Flucht aus der Situation. Es kommt noch eine ständige Angst dazu.
Das eine bedingt das andere. Hätte ich eines nicht, ich hätte das andere nicht.
Das eigene Ich ist schwertbeschädigt, Kompensation haut nicht wirklich hin und daraus hat sich eine Isolation entwickelt. Weil nur die die Schmerzen halbwegs lindert.
Katalogisieren lässt sich sowas nicht. Das ist alles viel zu komplex.


Also ich hab da halt ganz klar zwischen dem "depressiven Typus" oder wie auch immer differenziert, bzw hatte das für mein Verständnis wenig mit Depressionen im direkten Sinne zutun- mir ist bewusst, dass es da eine unvorstellbare Bandbreite gibt, ich bin da eig generell gar nicht so in diesem Schubladendenken drin, generell ist Psychologie ja auch nur eine Perspektive um die Dinge zu betrachten- ich mach mir diese Komplexität auch immer wieder bewusst und bin eigentlich vorsichtig mit Kategorien- aber es gibt ja nun mal diese ganzen Begrifflichkeiten und Kategorisierungen, die auch ziemlich nützlich sein können- ich hab halt dieses Buch über die Grundformen der Angst gelesen, ich dachte er meint halt diese Typen die da umschrieben werden, die dann halt Gegensätze wären, deswegen wollte ich mich nur vergewissern, wie genau er das meinte und wie sich das verhält...
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