Schizoide Freizeitgestaltung...

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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knallschnute
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Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon knallschnute » 26. Februar 2012, 20:52

Hallo Zusammen!

Mich interessiert, wie ihr eure Freizeit gestaltet, welchen Hobbies ihr nach geht, wie oder wo ihr euch aktiv (evtl. sportlich) betätigt? Was sich dann, wenn ihr ganz für euch allein seid und etwas nur für euch machen könnt in eurem Inneren abspielt, d.h. wie ihr euch in solchen Momenten fühlt , was ihr dabei so denkt oder gar phantasiert?
Ich könnte da jetzt einen halben Roman verfassen... will aber nix vorweg nehmen, sondern euch gerne den Vortritt lassen, denn ich bin mir ziemlich sicher, darüber kann so mancher einiges berichten.
Hoffe ihr findet das Thema auch so spannend, und ich trete euch damit nicht zu nahe!

Lieben Gruß

Knallschnute
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ricci

Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon ricci » 27. Februar 2012, 07:58

Zu Hobbies könnte ich auch Romane schreiben. Natürlich sucht man sich die entsprechenden Hobbies. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand mit einer schizzoiden Persönlichkeitsfärbung sich ausgerechnet z.B. Tanzen aussucht.

Jedenfalls laufe ich gerne, oft gehe ich mit einer Freundin wandern, aber am liebsten fahre ich Rad, Rennrad. Und das auch am liebsten alleine. Leider fehlt mir oft die Zeit dazu, denn mein erstes und liebstes Hobby ist Musik machen. Ich spiele Kontrabass und Bassklarinette, beides führt mich nach vielem Üben im stillen Stübchen auch in ein Orchester. Und so bin ich viel alleine, kann aber auch in einer größeren Gruppe mitwirken. Beides gefällt mir, ist für mich eine super Lösung.
Gärtnern tue ich auch gerne, am liebsten etwas stumpfsinnige Tätigkeiten wie Unkraut jäten, Gras schneiden, Laub zusammen fegen - Hof fegen, Schnee schieben ist auch super. Ich bin ein bischen workoholic...das erspart mir die Depression. Und so ist Arbeit, die ich gerne mache auch keine Arbeit für mich, sondern Spaß.
Abspülen, waschen, Auto, Scooter oder Fahrrad waschen ist auch mein Ding.
Solange ich sowas tue geht es mir gut. Wehe nichts davon macht mehr Spaß...dann geht es ab, passiert aber selten. Da ich weiß, wie ich mich selber aus dem Sumpf ziehen kann, trösten mich oft schon ordentlich Blätter auf dem Hof oder ein verdrecktes Fahrrad oder kniffliche Tonleitern, Tonfolgen, Orchesterstellen. Solange ich was zum Abarbeiten gefunden habe ist alles im grünen Bereich. Ich gehöre zur Gattung der Popler, Tüftler, ich übe mit großer Systematik, mich interessiert auch wie Lernen funktioniert, wie man sich trainiert (sportlich und musikalisch), ich mag solche Herausforderungen.
Einmal, da war ich in Urlaub und der Lesestoff ist mir ausgegangen - Gau!!! Langweiliges Nest, nichts zu tun, nichts zu lesen...Katastrophe! Gnade! Erbarmen! Am liebsten hätte ich die Straßen gefegt, eigentlich blöd, dass man das dann nicht macht. Ich habe das wirklich mal gebracht - das war ich in einer Reha...es schneite wie doll und ich habe denen die ganze Straße geräumt. Eigentlich ziemlich panne, aber wie panne wäre ich, wenn ich das nicht täte!
Ach ja, damit ihr mich nicht für hoffnungslos bekloppt haltet: ich gehe auch gerne in die Sauna. Knallehitze, dann eine Abkühlung und dann einfach liegen und relaxen: toll! Sehr erholsam!

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knallschnute
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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon knallschnute » 27. Februar 2012, 20:01

Hallo Ricci,

oh ja, da sehe ich schonmal viele Gemeinsamkeiten. Also Radfahren und wandern tue ich auch sehr gerne, ich jogge auch (vor allem wenn es nun nicht mehr so kalt draußen ist) regelmäßig. Die Joggingtouren haben dann noch ein ganz spezielles Ziel, nämlich eine Schaukel auf einem verlassen Spielplatz am späten Abend. Da lass ich meine Seele baumeln und meine Gedanken/Gefühle diversen Phantasien nachhängen - entsprechende Musik kurbelt meine Träumereien dabei noch so richtig an. (Die ist mir eigentlich das Liebste, auch wenn es verrückt oder gar kindisch erscheint, aber Schaukeln macht einfach glücklich, sofern man das mag!)
Anstatt ein Instrument zu spielen, male ich - früher habe ich überwiegend gezeichnet und heute male ich (vorzugsweise mit Aquarellfarben) an meinem Tablet. Dies ist auch eine ziemliche Herausforderung für mich, da ich oftmals alles andere als wirklich zufrieden mit den Ergebnissen bin. Manchmal fange ich ein Bild an und bin gleich begeistert, dann gibt es aber auch Tage da scheint mir einfach nichts zu gelingen und ich bin frustriert.
Putzen und Aufräumen sind Tätigkeiten die einfach sein müssen, ob sie mir wirkliche Freude bereiten bezweifle ich, aber ich kann von mir sagen, dass ich es schon ordentlich und sauber mag und es mir nach den Aufräum- und Putzaktionen richtig gut geht, wenn auch ausgepowert. Gerade so, als wäre nicht nur die Wohnung wieder so schön, sondern auch die Seele zudem ein stückweit gereinigt. :mrgreen:
Sauna ist nicht so mein Ding, da bin ich doch eher zu prüde für und würde mich womöglich permanent beobachtet fühlen oder schämen... (Das müsste schon eine Heimsauna sein, wo ich ungestört schwitzen kann, dann täte mir dies sicherlich auch ganz gut. Dafür bade ich manchmal recht heiß, was allerdings für den Kreislauf nicht so gut ist...)
Einmal, da war ich in Urlaub und der Lesestoff ist mir ausgegangen - Gau!!! Langweiliges Nest, nichts zu tun, nichts zu lesen...Katastrophe! Gnade! Erbarmen! Am liebsten hätte ich die Straßen gefegt, eigentlich blöd, dass man das dann nicht macht. Ich habe das wirklich mal gebracht - das war ich in einer Reha...es schneite wie doll und ich habe denen die ganze Straße geräumt. Eigentlich ziemlich panne, aber wie panne wäre ich, wenn ich das nicht täte!

Warum hast du in einem "langweiligen Nest" deinen Urlaub verbracht? ;)
Dass du in der Reha die ganze Straße geräumt hast finde ich ja echt erstaunlich. Hast du vorher gefragt, ob du das mal eben machen kannst oder stand da so ein Schneeschipper herum und du bist einfach mal zu Werke gegangen?
Die haben sich sicherlich über so eine spontane Hilfe enorm gefreut, oder?
Panne finde ich das nicht - du hattest den Leuten, die das sonst immer machen müssten, immerhin einen großen Gefallen getan! ;)

LG Knallschnute
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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon sdsdsdsv » 28. Februar 2012, 12:47

Bis vor einiger Zeit bin ich sehr gern gelaufen. Man kann die eigenen Fortschritte (Zeit/ Länge) sehr genau messen, ist draußen und die Bewegung macht mir viel Freude. Dazu kommt, dass man durch die andauernde Anstrengung quasi permanent "geerdet" wird und sich die Gedanken nicht so völlig ungezielt entfalten können wie sonst. Damit hat das ganze etwas meditatives und ich komme auch mental besser konzentriert aus einer Laufsession. Vor einigen Jahren lief ich mal einen Marathon in Hannover mit.

Seit ich mich um den Hund kümmere möchte ich aber nicht noch mehr Zeit draußen verbringen, vor allem wenn das Wetter so schlecht ist. Daher genieße ich stattdessen die ausgedehnten Spaziergänge und höre dabei Podcasts oder seltener auch Musik auf dem Handy.

Ich habe auch eine Kamera und habe eine Zeit lang begeistert Photos geschossen, was leider wieder eingeschlafen ist. Mit unterschiedlichen Brennweiten, Perspektiven, bzw. HDR Photos kann man sehr kreativ sein. Ansonsten spiele ich ganz gern mit Bildbearbeitungsprogrammen herum oder lese. Dann wäre da auch noch das asiatische Kino zu nennen.
Viel zuviel Zeit verbringe ich mit dem Computer.

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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon knallschnute » 28. Februar 2012, 13:28

Hallo Sdsdsdsv,

stimmt, im Freien fühlt man sich einfach gut - allerdings nur dort, wo kaum Menschen sind und man sich ganz auf sich selbst und die Natur konzentrieren kann. (Dann ist auch dieses unglaublich starke Gefühl der Verbundenheit mit allem Leben um mich herum gegeben.)
Sobald der Wind weht und die frische Luft Schritt für Schritt dankbar von den Lungen aufgenommen wird, da erscheint vieles so leicht und der Druck, die Enge begrenzter Wohnräume entweicht, für einen ausgedehnten Blick zum Horizont und in die Ferne. Ich mag die Natur, ihre zahlreichen Pflanzenarten, Tiere und Himmelskörper. Jede Jahreszeit, obgleich schon unendliche Male bewundert, bringt mich immer noch wie ein kleines Kind zum staunen. :liebe:

Fotos schießt du in deiner Freizeit. Na, das ist doch toll - solltest du ruhig mal wieder einführen. ;) Jetzt wo es dann bald grüner wird und die Welt quasi zu neuem Leben erwacht, da bietet sich dies doch regelrecht an.
Wenn du mal Lust hast, so stell doch ein paar Bilder in der "Galerie" rein!
Wieso "asiatisches" Kino? (Ich muss ja sagen, dass ich auch manchmal glaube im falschen Land geboren zu sein... :mrgreen:)

Ja, Computer... An meinem Laptop häng ich zeitweise auch zu oft, wenn ich schon zu Hause bin. :roll:

LG Knallschnute
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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon sdsdsdsv » 28. Februar 2012, 14:44

knallschnute hat geschrieben:Wenn du mal Lust hast, so stell doch ein paar Bilder in der "Galerie" rein!
Okay.

knallschnute hat geschrieben:Wieso "asiatisches" Kino? (Ich muss ja sagen, dass ich auch manchmal glaube im falschen Land geboren zu sein... :mrgreen:)
Warum nicht? Schon als sechzehnjähriger war ich froh, eine asiatische Videothek in der Stadt vorzufinden, zu der ich bereits Zutritt hatte, weil der Besitzer ein Freak wie ich war. Es ist schwer, den Reiz dieser Filme zu beschreiben, nicht zuletzt, weil sie so unterschiedlich sind, wie die Länder, aus denen sie kommen. Ich habe mal zwei Filme in einem Thread im Multimedia Forum genannt.

BobHope

Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon BobHope » 8. März 2012, 22:17

Meine Freizeit...ich habe eigentlich keine Dienstzeit...leider, verbringe ich größtenteils damit mich meiner Umwelt zu entziehen - das ist ein Fulltime-Job ;)

In den seltenen guten Phasen verbringe ich auch regelmäßig Zeit in meinen Laufschuhen. Das laufen ist eine der wenigen Tätigkeiten die mir wirklich, spürbar und nachhaltig vorkommen - oft erst hinterher, nachdem ich gelaufen bin :)
Überhaupt versuche ich mich mit Sport über Wasser zu halten.
So bin ich noch Mitglied in einem Volleyballverein und spiele auch Hockey in einer Freizeitmannschaft, aber das schaff ich leider nicht regelmäßig. Tatsächlich bin ich mal wieder mehrere Monate "abwesend". Es fällt mir schwer mit normalen Menschen umzugehen, da ich einfach nicht verstehe was sie motiviert, bzw bewegt und das meine ich wörtlich...ich fühle mich dort wie Falschgeld und hab die Befürchtung "erwischt" zu werden :D
Allerdings bin ich noch heute der Therapeutin dankbar, die mich dazu drängte, Mannschaftssportarten zu betreiben. Die seltenen Momente, wo ich mich mal als Teil der Gemeinschaft erfahren habe und Erfolge und Niederlagen teilen konnte, haben mein Leben doch erheblich bereichert!

Sonst verbringe ich viel Zeit mit Gedankenspielen...meine Weltreise im Einhandsegler ist komplett durchgeplant und auch mehrere Millionengewinne im Lotto habe ich durchgebracht lol

Letztendlich habe ich auch so was wie eine Partnerschaft und das Mädel kostet Zeit, Nerven und verlangt so einiges an "Verbiegungen", aber das ist ein anderes Thema :cry:

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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon knallschnute » 9. März 2012, 15:58

Hallo BobHope,

das klingt doch ganz passabel.
Darf ich fragen, was du mit "ich fühle mich dort wie Falschgeld und hab die Befürchtung "erwischt" zu werden" meinst?

Ja, das Thema mit der Freundin - das kannst du auch gerne ansprechen, falls du magst bzw. das Bedürfnis danach verspürst. Hier wäre der richtige Bereich dafür. ;)

LG Knallschnute
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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon Zinzin » 9. März 2012, 16:53

Ähnlich wie Bob Hope habe ich eigentlich keine Dienstzeit. Ich mache alles alleine, bin alleine und so sehen auch meine Aktivitäten aus. Radeln, wohnen, PC, werkeln, Haushalt und innere Welt. Wobei die innere Welt mehr und mehr ein Schatten ihrer Selbst wird und ich mit ihr. Beschäftige mich nun mehr mit dem Zeitgeschehen in der Welt und denke darüber herum. Viel sinniger ist das nicht, aber letztendlich ... es ist mir so langsam egal, was ich mach, Hauptsache ich mache irgendetwas. Nährwert hat alles gleich viel oder nichts. Es gilt vielfach für mich die Zeit rumzubringen, sie nicht zu spüren, aber auch nicht unter Zeitdruck mich zu fühlen. Ein Dahintreiben. Es geht viel schlechter (hinabgesogen werden).

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Re: Schizoide Freizeitgestaltung...

Beitragvon Synonym » 19. März 2012, 15:52

Freizeitgestaltung...
Meine Freizeit zeigt sich meist recht minimalistisch zwischen Fulltimejob und Abendschule unter der Woche und Wochenendjob an jedem zweiten Wochenende. Eingeführt habe ich das vor langer Zeit (die Abendschule vor nicht ganz so langer) aus dem klassischen Grund fast aller Workaholics- bloß nicht zuviel leere Zeit zum nachdenken haben, bringt einen nur auf dumme (in dem Fall depressive) Gedanken.
Funktioniert prima, nebenbei wirke ich nach außen paradoxerweise sozial normaler, da ja jeder nachvollziehen kann, dass ich keine Sozialkontakte pflege- aus Zeitmangel :P.

Wenn sich doch mal Freizeit auftut, "sammle" ich Wissen zu Themengebieten, die mich interessieren. Neuerdings Philosophie und klassische Musik, ansonsten primär Natur- und Sozialwissenschaften vielerlei Art.
Theoretisch schwimme ich gern, am liebsten in noch recht kühlen Seen, da ist man so schön allein ;). Aber im vergangenen Jahr bin ich insgesamt vielleicht zwei Mal dazu gekommen. Ähnlich sieht es mit Fahrradfahren aus- tue ich im Sommer theoretisch mal gerne, seit die Abendschule Abends anliegt kommt es aber nicht mehr dazu.
Ich bin allgemein eher "verkopft". Dennoch genieße ich ab und an Spaziergänge bei Nacht oder in verlassenen Naturschutzgebieten in der Nähe- am Wochenende.


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