Eine These die für mich alles verändert.

Ein Leben in (völliger) Isolation? Du bist sehr introvertiert, ängstlich-vermeidend oder gar schizoid? Wie gehst du damit um?
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ToWCypress81
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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 2. Juni 2019, 02:21

@Indigocat
Ja! [:)]

Ich habe für mich 1nen Satz herausgefunden, der im Grunde für all das zielführend steht:
"Sich niemals anderen mental unterwerfen, und dennoch immer sozial offen und mitfühlend sein"!

Dieser Satz bedeutet für mich: es keinem dementsprechend Recht machen sodass man den eigenen Willen/Selbst verleugnet, und dennoch sozial offen und mitfühlend ist.

Ja.. ich suche immer nach vereinfachten Sätzen, die mir selbst etwas verständlich machen und zugleich umso mehr weiterhelfen. Denn das kapieren der eigenen Symptomatik ist zwar das 1ne, altersbedingte Festgefahrenheit, und dahergehendes ständiges Erinnern des eigenen Fehlverhaltens das andere. Gerade wenn man sich in alltäglichen sozialen Situationen befindet, wo schnelles Handeln erforderlich ist.

So unterschiedlich wie wir in diesem Forum auch sind und empfinden (in manchen Aspekten auch nicht) kann ich vielleicht durch diese Gedankengänge anderen auch weiterhelfen. Würde mich zumindest sehr freuen. Denn gerade das Thema Scham, das zeitgleich eine Symbiose mit Schuld bildet (= warum reagiere ich so, warum behandeln mich andere so) und dadurch resultierende persönlichkeitsbedingte mannigfaltige Empfindungen, wie etwa auch Emotionslosigkeit, Blockiertheit, Zwanghaftigkeit und Selbstzweifel, finde ich ist ein weites Thema (Scham/Schuld), das oft in der Psychologie bzw Psychotherapie unter den Teppich gekehrt wird. Gerade weil Therapeuten auch oft/meist sehr ungern bei so einem Thema (Scham) mitempfinden wollen (habe ich teils auch so mitbekommen und in einem Fachbuch von Tiedemann gelesen), und das somit gerne unangetastet bleibt. Obwohl meiner Meinung nach Scham und dazugehörige Schuld und deren Ausdrucksformen jeglicher Gangart/Fasson, die Hauptzutat für die meisten psychischen Problematiken sind (gibt auch interessante Bücher "neueren" Datums dazu - weil es eben ein recht/relativ unliebsames Thema (bisher) in der Psychologie war/ist).

Ich für meinen Teil, stehe zumindest durch all die Überlegungen in diesem Thread, gerade was letztere Überlegungen betrifft, an einem positiven Wendepunkt. Dieser und das arbeiten damit allerdings, wie vieles im Leben, doch oft sehr anstrengend ist um jenen eigenen gesteckten Ziel(en) näher zu kommen.. gerade wenn, wie gesagt, etwas so festgefahren ist. - Da denke ich, geht es doch den meisten hier im Forum so..

tiffi

Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon tiffi » 2. Juni 2019, 09:47

Hallo ToW,
ToWCypress81 hat geschrieben:Ich habe für mich 1nen Satz herausgefunden, der im Grunde für all das zielführend steht:
"Sich niemals anderen mental unterwerfen, und dennoch immer sozial offen und mitfühlend sein"!

Dieser Satz bedeutet für mich: es keinem dementsprechend Recht machen sodass man den eigenen Willen/Selbst verleugnet, und dennoch sozial offen und mitfühlend ist.
Mich erinnern deine Gedanken gerade an das "Gleichgewicht" was ich auch in Beziehungen suche.
Gleichgewicht zwischen Ich und Du und einem weiteren Raum, der größer ist als das.

Scham z B. wirft mich ganz auf das Ich zurück.
Gleichzeitig wirkt aber auch ein Maßstab eines Du, wegen dem ich mich schäme.
Ich genüge nicht, bin aber selbstbefangen und unzufrieden mit mir.

Unterordnen wäre das andere Extrem. Nur der andere zählt, nur sein Ego zählt. Das wäre auch
kein Gleichgewicht.

Den anderen verteufeln und sich vor ihm verschließen, damit das eigene Ich seine Ruhe hat,
ist auch irgendwie extrem, nicht offen.
Aber als Kind kann das so ein "Not Aus Knopf" sein.

Im sozialen ist oft so ein Messen der Egos. Wer ist besser, wer hat dies oder das.
Wer ist gut, wer hat einen Makel. Wer hat Macht und das Sagen.

Ich finde diese Gegenbewegung, die du beschreibst "sozial offen und mitfühlend bleiben" gut.
Es kreist dann nicht alles in einem drin, fließt auch nach außen.
Weniger Futter für Zwang.
ToWCypress81 hat geschrieben:Die Frage ist warum? Denn ich schäme mich eigentlich nicht für mich! Ich finde meine Gefühle, mein Wesen und alles was mich ausmacht eigentlich ganz gut, ok, und oft sogar sehr gut! Ja.. ich mag mich! sogar sehr!

Ich denke, der springende Punkt ist der, das ich nie eine Art der Konfliktbewältigung mit Menschen gelernt habe.
Ich habe Konflikte nie herbeigeführt und bin auf Menschen immer eher eingegangen, als mit ihnen in Konflikt zu gehen.
Vielleicht ist man da plötzlich mit einer anderen Welt / Sicht / Maßstab konfrontiert,
und dem wird man nicht gerecht (wenn man sich unterordnen müsste).

Aber das interessiert mitfühlend sagen "ah da ist eine andere Welt" wäre dann vielleicht eine
neutralere und offenere Gegenbewegung.
So kann ich an mir selbst Einfluss nehmen.
ToWCypress81 hat geschrieben:Auch wenn diese Erfahrung für mich (wie ich dabei rüberkomme) immer gefühlt schlecht und negativ behaftet war und ist, denke ich, das sie mir insgeheim auch immer zutiefst gefällt. Da ich dadurch einen Konflikt hervorrufe, für den ich scheinbar nichts kann (und somit kein negatives Licht auf mich fällt) und dennoch die Leute dadurch in gewisser Weise angreifen kann bzw einen Konflikt auslösen/provozieren kann, also für mich so gesehen meine Art des "mich zur Wehr setzen".
Konflikt ist für mich auch kein leichtes Thema.
Ich denke man müsste von dem "nur ich oder nur du" wegkommen und sagen, dass Unterschiedlichkeit
eben ganz normal ist. Beides stehen lassen, und akzeptieren, ohne es abzuwerten.
Es gibt eben kein "Recht" und nur du oder nur ich.

Und bei den Punkten wo Überschneidung ist oder wo beide etwas gegensätzliches wollen, verhandeln.
ToWCypress81 hat geschrieben:Ich für meinen Teil, stehe zumindest durch all die Überlegungen in diesem Thread, gerade was letztere Überlegungen betrifft, an einem positiven Wendepunkt. Dieser und das arbeiten damit allerdings, wie vieles im Leben, doch oft sehr anstrengend ist um jenen eigenen gesteckten Ziel(en) näher zu kommen.. gerade wenn, wie gesagt, etwas so festgefahren ist. - Da denke ich, geht es doch den meisten hier im Forum so..
Das freut mich mit dem Wendepunkt.
Ich mag Erkenntnisse, die etwas in Bewegung setzen und wo mehr Optionen möglich sind und
mehr Weite.

Wenn ich das bei mir erlebe, fühlt sich die Welt wieder ein kleines bisschen "gerader gerückt" an
und als wäre da mehr Schwung und Mut.

Aber stimmt auch, dass die alten Muster oft sehr tief sitzen. Da ist eine Erinnerung von außen
oft gut, um dran zu bleiben.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 2. Juni 2019, 15:52

tiffi hat geschrieben:Konflikt ist für mich auch kein leichtes Thema.
Ich denke man müsste von dem "nur ich oder nur du" wegkommen und sagen, dass Unterschiedlichkeit
eben ganz normal ist. Beides stehen lassen, und akzeptieren, ohne es abzuwerten.
Es gibt eben kein "Recht" und nur du oder nur ich.

Und bei den Punkten wo Überschneidung ist oder wo beide etwas gegensätzliches wollen, verhandeln.

Hallo tiffi,
Ja, das ist sehr gut und richtig was du da schreibst, gefällt mir sehr gut. "Beides stehen lassen und akzeptieren ohne es abzuwerten"..

Ohne Medikament neige ich tatsächlich sehr dazu andere, anderes und meine Empfindungen (bzw wie ich rüberkommen könnte) stark abzuwerten. Was aber auch ein Teil meiner bisherigen passiven Konfliktverarbeitung ist, woran ich stark dran arbeiten muss.

Zu sich stehen, offen sein, zuzuhören, aufmerksam sein, auf sich achten und genauso auch Grenzen aufzeigen und Meinung kundtun, genauso auch andere Meinung zu akzeptieren und diese zu verstehen und zu verinnerlichen.
"Wo beide etwas gegensätzlichen wollen, verhandeln".. Ja, Mitgefühl ohne den eigenen Willen/Meinung zu verleugnen.

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Beitragvon ToWCypress81 » 9. Juni 2019, 13:13

"Sich nicht mehr rechtfertigen, egal ob nur in Gedanken oder Ausführung".
Das "sich rechtfertigen" ist eigentlich der häufigste Gedankengang/Emotion und teils/oft soziale Kommunikation die ich unter Menschen habe, wie ich heute feststellte.
Erst das sorgt bei mir eigentlich für mein Anti-Konflikt-Verhalten, Unsicherheit, Selbstzweifel, Abwertung sich selbst gegenüber (durch das sich klein machen), Scham und Ängste anderen gegenüber.
Eigentlich entspricht dieses emotional und gedanklich entstehende "rechtfertigen müssen" (was einem ständigen sich Entschuldigen müssen, und teils recht-machen entspricht) dieser tatsächlichen erwähnten Zwanghaftigkeit bzw einem Zwang.

Ich wurde so erzogen, habe gemerkt das ich damit die meiste Anerkennung (vor allem durch meine Eltern) bekomme und genetisch vor allem durch meine Mutter so "drin".
"Sich nicht mehr rechtfertigen" wird daher zu meiner neuen Hausaufgabe.

Z. B. In der Arbeit/Situationen kann es natürlich vorkommen, das man für irgendetwas gefragt wird, warum man dies so oder so gemacht/gesagt hat. Aber auch dort gilt: sich nicht rechtfertigen, sondern nur den Wortlaut der Frage beantworten, mehr nicht!
:cool: :dj:

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Re: Hausaufgabe

Beitragvon Themis » 9. Juni 2019, 15:00

ToWCypress81 hat geschrieben:"Sich nicht mehr rechtfertigen, egal ob nur in Gedanken oder Ausführung". (...)
"Sich nicht mehr rechtfertigen" wird daher zu meiner neuen Hausaufgabe.
Hallo Kollege! :winken:
Wünsche uns viel Erfolg dabei - es tut einem selbst und auch der Umgebung viel besser. :Blümelein:
Heimat gibt es nicht. Nirgends.

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Re: Hausaufgabe

Beitragvon yxcvbnm » 9. Juni 2019, 17:46

Themis hat geschrieben:
ToWCypress81 hat geschrieben:"Sich nicht mehr rechtfertigen, egal ob nur in Gedanken oder Ausführung". (...)
"Sich nicht mehr rechtfertigen" wird daher zu meiner neuen Hausaufgabe.
Hallo Kollege! :winken:
Wünsche uns viel Erfolg dabei - es tut einem selbst und auch der Umgebung viel besser. :Blümelein:



Das Rechtfertigen ist eine Strategie sich selbst zu verstecken, so als würde man selbst nicht Teil seiner Handlung sein.
Zusätzlich mag es sein, dass da der Gegenpol auch eine Rolle spielt "richtig gesehen/verstanden" zu werden ist eben doch ein Bedürfnis, sowie die Vorwegnahme der mündlichen Reaktion anderer.

Ich glaube, das ist gut es sein zu lassen.

Mir sagte jüngst jmd belustigt - noch bevor ich irgendetwas sagte - "na, kommst du wieder um dich zu entschuldigen?" :lachen: :breites grinsen:
Fällt einem manchmal gar nicht auf..

Mich ärgert, dass es 'schwach' rüberkommt, dabei ist mir die Meinung des Gegenübers egal, viel eher geht es darum die Dinge einfach stehen zu lassen. Ich möchte quasi unbedingt die Kontrolle über die Situation und im nächsten Moment ist es egal.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 10. Juni 2019, 07:43

Themis hat geschrieben:...es tut einem selbst und auch der Umgebung viel besser. :Blümelein:

:cool: Ja, gerade auch für die Umgebung (Umfeld) signalisiert so ein gegenteiliges Verhalten (rechtfertigendes-entschuldigendes-recht-machendes) keine Verlässlichkeit im Sinne der Sicherheit. Der Mensch wird nicht ernst genommen, da es Unsicherheit vermittelt. Vor allem auch deswegen, weil kein Wille durch diese Person klar wird, man nicht weiß was der Mensch will, keine Willenskraft durch diesen Menschen durchscheint, nicht zielgerichtet rüberkommt. Und genau wie man so damit rüberkommt, ist es durch diese (rechtfertigende/rechtmachende) Denkweise ja auch tatsächlich für diese entsprechende Person (wie bspw mir/ich).
Ich denke diese Denkweise führt auch zu der hier im Forum schon öfter erwähnten (wie ich sie auch oft habe, in jenem themenspezifischen Thread erwähnt habe) Interessenlosigkeit.. es hängt alles miteinander zusammen.. wie Kettenglieder.


yxcvbnm hat geschrieben:Das Rechtfertigen ist eine Strategie sich selbst zu verstecken, so als würde man selbst nicht Teil seiner Handlung sein... sowie die Vorwegnahme der mündlichen Reaktion anderer.
Ja, man entschuldigt sich im Vorhinein für sein eigenes Verhalten, wie man denkt rüberzukommen, um es zu keinem Konflikt kommen zu lassen. Damit versteckt man nicht nur sein selbst, sondern unterminiert es, löst es im Nichts auf, verdrängt sich, macht sich Willenlos.

yxcvbnm hat geschrieben:...viel eher geht es darum die Dinge einfach stehen zu lassen.
Ja, nicht die Vorwegnahme (das rechtfertigende) gibt einem Sicherheit, sondern das einfache stehen-lassen.. das Ausharren.. egal ob man dafür "Prügel" kassiert. Nur dann! - ruht man in sich, steht man für sich alleine, zeigt und empfindet (!!!) Willen, zielgerichtete Denkweise, Interesse und Sicherheit.

tiffi

Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon tiffi » 10. Juni 2019, 11:40

Ich hatte gestern so eine Situation, wo so "Wille hervorbrach" und ich viele Konflikte damit hatte
in mir drin (und außen etwas).
Das Gegenüber erzählte von einer Serie nach der anderen. Alle für mich irgendwie langweilig.
Ein Brechgefühl machte sich breit / Unwille. Außerdem hatte ich Hunger und wollte noch aufs Klo.

Hatte das Thema dann weggelenkt bzw das Ende eingeleitet, und dann fing Gegenüber wieder von ner
Serie an,die er bald ggf. gucken will und die super langweilig klang.
Aus mir ist es so rausgebrochen "ich will nicht mehr über Serie sprechen, ich kann nicht mehr!!".

Gegenüber erstaunt / irritiert / beleidigt. Erst mal so "wie was, " und "du musst ja nicht sprechen,
du musst ja nur zuhören" und "wäre ja in paar Sekunden fertig gewesen, und mehr weiß ich auch
nicht zu reden".Dann aber schon "na gut" aber mit Befremden in der Stimme.

Und am liebsten wäre ich im Boden versunken, hätte alles rückgängig gemacht, irgendwie auf Harmonie
gemacht und alles 1000 mal erklärt. Als wäre da so was ungehöriges und ein Bruch entstanden.
War irgendwie auch schwer auszuhalten. Diesen Willen / Unwillen zu haben.

Als hätte man so eine Brücke abgeschlagen und wäre so verurteilend. Das Gegenüber wollte vielleicht
irgendwie Themen am laufen halten, obwohl nichts mehr so richtig zu sagen war.

Und ich hab mich selber so gehasst mit meiner Grenze und Aussage. War halt auch komplett
undiplomatisch. Meine Seite so stark unkontrolliert und die Seite vom anderen nicht mehr
im Blick (empathisch ect).


Rechtfertigung ist auch sonst ein Riesenthema bei mir.
Ich vergleiche mich ständig mit den Maßstäben außen, und wenn ich die nicht erfülle und irgendwie
eckig oder ungenügend sein könnte, fühle ich mich schlecht. Ich will beweisen, dass ich die
Maßstäbe erfüllt habe.
Oder wenn ich das nicht kann, weil es mich übersteigt oder mir zu mühselig ist, oder Sachen
ungelöst und widersprüchlich sind, dann hab ich ein richtig schlechtes Gefühl, bin damit identifiziert.


Ich denke, jenseits der Rechtfertigung müsste es noch ein Gefühl von Selbstverständnis geben.
Das "so sein und sich so stehen lassen, aushalten".
Bei mir ist das oft, auch unter Angst und Depression, verschwindend gering.

Weiß nicht was zuerst da war, in stärkerer Depression wenig Selbstverständnis und Selbstgefühl,
oder durch wenig Selbstgefühl auch stärkere Angst und Depression.
Die Phasen schwanken auch so hin und her.
Und wenn ich mal so einen Vorstoß mache mit "ich selbst sein", kommt so ein schlechtes Gefühl,
Selbsthass, noch mehr Depression und Schuldgefühl.
ToWCypress81 hat geschrieben:Ja, gerade auch für die Umgebung (Umfeld) signalisiert so ein gegenteiliges Verhalten (rechtfertigendes-entschuldigendes-recht-machendes) keine Verlässlichkeit im Sinne der Sicherheit.
So kann man das sehen. Menschen, die starke sichtbare Gegenüber haben wollen, finden
das sicher komisch, wenn der andere nicht stark da ist.

Andere Gegenüber, die dominant sind und auf der Gegenseite "kuschen" und "Unsichtbarkeit"
gewohnt sind oder erwarten, reagieren allerdings sehr irritiert, aggressiv, ablehnend, wenn
man sich zeigt.

Meine Herkunft kommt von letzterer Seite, mein Wunsch an Beziehung ist aber eher das erstere,
wenn ich mir Menschen und Umgang miteinander aussuchen kann.
Und heute hat man die Wahl und kann experimentieren, das ist das gute.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon ToWCypress81 » 10. Juni 2019, 13:21

tiffi hat geschrieben:Das Gegenüber erzählte von einer Serie nach der anderen. Alle für mich irgendwie langweilig. Ein Brechgefühl machte sich breit / Unwille. Außerdem hatte ich Hunger und wollte noch aufs Klo (...)Hatte das Thema dann weggelenkt bzw das Ende eingeleitet, und dann fing Gegenüber wieder von ner Serie an,die er bald ggf. gucken will und die super langweilig klang. Aus mir ist es so rausgebrochen "ich will nicht mehr über Serie sprechen, ich kann nicht mehr!!".

Gegenüber erstaunt / irritiert / beleidigt. Erst mal so "wie was, " und "du musst ja nicht sprechen, du musst ja nur zuhören" (...)Dann aber schon "na gut" aber mit Befremden in der Stimme.

Und am liebsten wäre ich im Boden versunken, hätte alles rückgängig gemacht (...)

Und ich hab mich selber so gehasst mit meiner Grenze und Aussage.(...)Meine Seite so stark unkontrolliert und die Seite vom anderen nicht mehr im Blick (empathisch ect).

"...die Seite vom anderen nicht mehr im Blick (empathisch echt.)"
Das ist der wichtigste Punkt bei dem Ganzen.

Bevor man in den Konflikt geht, muss man - ab dem Zeitpunkt ab der man ein Problem mit der Sache/Thema usw hat - auch eine Grundlage schaffen auf was der Konflikt basiert. Und das ist in deinem Fall gewesen, das dich diese Serie nicht interessiert hat (wohingehend ja auch dein erstes Gefühl ging), es nicht dein Themengebiet (Interessengebiet) ist.

Das was dich stört musst du als Grundlage nehmen um in den Konflikt zu gehen - ab dem Zeitpunkt ab dem du ein größeres Problem damit hast. Das setzt nur zuhören und die eigenen inneren Widerstrebungs-Gefühle voraus. Auch das kann man unter Emphatie (das reine zuhören und aufgrund dessen etwas dagegen sagen) verstehen. Emphatie heißt nicht, sich in jemanden so reinzufühlen, das man das mag was der andere mag - das geht sonst wieder in Richtung "recht-machen" und seinen eigenen Willen/Meinung verdrängen.

Wenn man nicht der selben Meinung ist, aber dennoch "mitfühlend" sein möchte in dem Moment (auch weil man die Person vielleicht mag, aber die Meinung nicht teilt) - kann man (wie etwa in deinem Beispiel) auch sagen: "hey hör mal, klingt ja ganz interessant (in deinen Augen), aber das ist echt überhaupt nicht mein Thema, tschuldige, aber ich muss jetzt gehen.. bis Denne".
Zuletzt geändert von ToWCypress81 am 10. Juni 2019, 15:08, insgesamt 5-mal geändert.

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Re: Eine These die für mich alles verändert.

Beitragvon Indigocat » 10. Juni 2019, 13:26

tiffi hat geschrieben:Andere Gegenüber, die dominant sind und auf der Gegenseite "kuschen" und "Unsichtbarkeit"
gewohnt sind oder erwarten, reagieren allerdings sehr irritiert, aggressiv, ablehnend, wenn
man sich zeigt.

Meine Herkunft kommt von letzterer Seite, mein Wunsch an Beziehung ist aber eher das erstere,
wenn ich mir Menschen und Umgang miteinander aussuchen kann.
Und heute hat man die Wahl und kann experimentieren, das ist das gute.
Ich erlebe gerade auch vermehrt Aggressionen, da ich, auch durch die Medikation, präsenter bin und mehr im Außen dominiere. Oft sind die Aggressoren relativ einfach oder weniger einfach gestrickte (durchschnittliche) Männer.
Geniale Menschen sind selten ordentlich, Ordentliche selten genial. A. Einstein


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