Suche nach Antworten

Bist du neu eingetroffen oder hast du vor uns wieder zu verlassen?
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Themis
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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon Themis » 1. März 2019, 22:26

Julie hat geschrieben:Mindestens 2 Tage die Woche braucht er für sich und möchte zu Hause bei sich bleiben. Von Anfang an. Er meinte mal 5 Tage die Woche in so einem frühen Stadium der Beziehung sei für ihn neu....aber er macht es gern.
Das Thema gemeinsame Wohnung ist ganz schlecht. Das steht nicht zur Debatte und er kann mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen wann es mal so weit sein wird.
Da dieses Thema für mich so wichtig ist spreche ich es oft an und er wird oft ungehalten.
Das mit "Ich brauche unbedingt 2 Abende frei pro Woche" kenne ich aus meiner ersten Beziehung. Sonst hätte ich diese nicht ausgehalten, obwohl sehr harmonisch. Ich brauchte diese Zeit jeweils, um wieder ich selbst zu werden. Hat er auch akzeptiert, nachdem er verstanden hatte, dass es nichts mit ihm zu tun hat.

Sieh es doch mal so: Dein Partner opfert 5 Abende für die Beziehung und braucht nur 2 für sich, das ist gerade mal ein gutes Viertel. Also muss ihm schon einiges an Dir liegen.

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, wenn schon anfangs so wenig Akzeptanz und nur notgedrungenes Verständnis da ist, wird es auch auf längere Sicht nicht passen. Die jeweils verletzten Bedürfnisse sind dann zu groß. Da sollte man abwägen, ob es sich "lohnt".
Julie hat geschrieben:Richtig wütend habe ich ihn noch nie erlebt. Man kann an seinem Gesicht keine Gemütsregung ablesen. Er wirkt immer gleich. Egal was geschieht. Natürlich lacht er auch mal aber das ist ja normal.
Finde ich sehr sympathisch. :winken: Und Du kannst Dich immer darauf verlassen, dass er Dir nichts vormacht.
Julie hat geschrieben:War es zu Beginn normal das wir beide kuscheln und Filme schauen so meidet er es jetzt mehr und mehr.
Ich dachte, das wäre so ein Klassiker, dass Frauen das immer wollen und Männer nicht, es sei denn, es zahlt sich hinterher in Sex aus. :rätseln:

Mich würde das auch nerven.
- Entweder gucke ich einen Film und wenn MIT JEMANDEM, dann erwarte ich, dass hinterher darüber qualifiziert diskutiert werden kann oder wenigstens während des Films gegenseitig trockene oder auch lustige Kommentare eingebracht werden. Der Film steht jedenfalls im Mittelpunkt.
- Oder man beschäftigt sich miteinander, aber dann aufmerksam und ohne Ablenkung.
Was Kuscheln und Filme Gucken miteinander zu tun haben sollen, werde ich nie begreifen. Entweder - oder.

Also ich denke, falls er das nicht mochte/mag, muss es mitnichten auf eine schizoide Struktur hindeuten.
Heimat gibt es nicht. Nirgends.

Julie
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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon Julie » 2. März 2019, 06:06

Vielleicht ist die Sache ja noch profaner und es gibt nur eine Sache die mich wirklich belastet....
Ich möchte daran glauben, dass er wirklich etwas für mich empfindet und es nur nicht so zeigen kann wie ich es bisher kannte....und suche nun die Ursache dafür.

Themis
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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon Themis » 2. März 2019, 06:35

Hmmm ... Es ist aber eine Binsenweisheit, dass sich Zuneigung weder erzwingen noch festhalten lässt. Bei sich selbst schon nicht gegenüber dem anderen, und bei ihm gegenüber einem selbst erst recht nicht.
Das würde Beziehungen ja auch völlig unflexibel machen, man wäre auf ewig starr angekettet.

Mir kam noch der Gedanke, dass es doch eigentlich gar nicht so wichtig ist, was der andere für einen "empfindet". Und ob er sich mit einem noch wohl fühlt oder eher nicht mehr, spürt man ja (hoffentlich). Steuern kann man ihn so oder so nicht.

Viel wichtiger erscheint mir, dass man selbst sich mit ihm wohl fühlt und ihn als Bereicherung empfindet. Man muss sich zwar immer bewusst sein, dass es enden kann - beidseits. Aber im Rahmen dessen kann man doch bei jeder Begegnung wieder adhoc prüfen, wie man aufeinander wirkt und ob das noch angenehm ist. :rätseln:

Aber jaja, ich weiß - viele Menschen brauchen wohl das Gefühl "Er/sie 'liebt' (nur) mich". Es kommt mir halt nur so vor, als ob man es durch diese Festhaltewut sich selbst und dem anderen viel schwerer macht, statt die Zeit der Beziehung konstruktiv zu nutzen, während sie eben besteht. :kein Plan:

Edith fiel noch (sehr spät) auf:
Julie hat geschrieben:Das Thema gemeinsame Wohnung ist ganz schlecht. Das steht nicht zur Debatte und er kann mir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen wann es mal so weit sein wird.
Da dieses Thema für mich so wichtig ist spreche ich es oft an und er wird oft ungehalten.
Damit hat er doch eine sehr klare Aussage getroffen und sich nicht gedrückt: Er kann sich das jetzt nicht vorstellen und weiß auch nicht, ob irgendwann.
Vmtl. fühlt er sich in seiner Aussage nicht ernst genommen und übergangen, wenn das Thema trotzdem immer wieder hervorgeholt wird, ohne dass sich an den Umständen etwas geändert hat, das eine Neubetrachtung sinnvoll machen würde. :rätseln:

Frage (nur für Dich, muss nicht beantwortet werden):
Was heißt denn "Da dieses Thema für mich so wichtig ist", worin besteht das "so wichtig"? Was bewirkt eine gemeinsame Wohnung für Dich?
Vielleicht könnte es Dir helfen, dazu eine Liste zu machen, um herauszufinden, was wirklich Deine Gründe dafür sind. Vor dem Hintergrund lässt sich dann evtl. auch besser beleuchten, ob Dir eine Fortführung der Beziehung sinnvoll erscheint oder nicht. :rätseln:
Heimat gibt es nicht. Nirgends.

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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon seren » 2. März 2019, 09:22

Julie hat geschrieben:Wenn man den anderen mag sollte man sich auch den Fragen und den verständlichen Zweifeln stellen.
Ist die Frage, ob reden hilft. Ich hatte z. B. mal im Internet eine Frau kennengelernt, die jeden Tag entweder chatten oder telefonieren wollte. Anfangs versuchte ich es, weil ich sie ansonsten ja sympathisch fand und dachte, vielleicht schaffe ich es mit ihr. Aber schon nach ein oder zwei Wochen merkte ich, dass mir auch mit ihr die tägliche "Kontakt-Verpflichtung" zu stressig ist. Ich versuchte dann, ihr zu erklären, dass ich einfach allgemein nicht zu täglichem privatem Kontakt in der Lage bin und dass es nichts mit ihr zu tun hat. Aber das kam irgendwie nicht bei ihr an. Sie blieb bei ihrer Meinung: "Wenn du mich wirklich mögen würdest, dann würdest du jeden Tag aus eigenem Antrieb mit mir reden/schreiben wollen und es nicht als Verpflichtung empfinden." Also endete unser Kontakt, weil wir beide zu dem Schluss kamen, dass wir nicht zueinander passen.

Aber ich kenne auch die umgekehrte Perspektive und hatte z. B. mal an einer Frau Interesse, die noch distanzierter war als ich. Da war ich mir auch nicht sicher, ob sie mich mag oder ob sie mich nur benutzt. Aber auf ein sachliches Gespräch ließ sie sich nie ein und letztlich (nach Jahren) erfuhr ich, dass sie mich benutzt und teilweise belogen hat. (Lügen im Hinblick auf Ausreden und Verheimlichungen.)
Ich möchte daran glauben, dass er wirklich etwas für mich empfindet und es nur nicht so zeigen kann wie ich es bisher kannte
Hast du darüber schon mit ihm gesprochen? Du hast ja erwähnt, dass er mal "ich liebe dich" schrieb. Ging das von ihm aus oder hatte er nur auf ein "ich liebe dich" von dir geantwortet? Bei mir selbst z. B. zeigt sich Zuneigung darin, dass ich überhaupt freiwillig privat Zeit mit jemandem verbringe. Aber mit der Liebe ist es bei mir komplizierter und ich brauche sehr, sehr lange, bevor sich in mir etwas in Richtung Liebe entwickelt. Ich weiß gar nicht, wie viele Jahre es bräuchte, bevor ich aus eigenem Antrieb "ich liebe dich" sagen/schreiben würde. So weit bin ich noch nie gekommen. Wobei ich im Grunde aber auch nichts auf solche Äußerungen gebe, denn man sieht ja oft genug, dass Leute heute noch "ich liebe dich" sagen und sich morgen schon in jemand anderen verlieben.

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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon Julie » 2. März 2019, 09:29

Das alles klingt immer so schön philosophisch....natürlich ist es mir wichtig ob und was mein Partner für mich empfindet und ich nicht meine Zuneigung "verschwende", da er nur bleibt weil er eventuell denkt das er keine andere mehr finden würde....oder aus welchen Gründen auch immer.
Ich bin bereit bedingungslos hinter ihm zu stehen und jederzeit für ihn da zu sein....wenn man aber emotional an der kurzen Leine gehalten wird dann ist man unsicher ob das Gleichgewicht in der Beziehung stimmt.
Die Tatsache das ich nach Antworten und Lösungen bezüglich seines Verhaltens suche zeugt doch davon das ich ihn eben nicht einfach so aufgeben möchte.

Gemeinsame Wohnung. Stichwort....Zukunftspläne. Sieht er mich überhaupt in seiner Zukunft oder finde ich da gar nicht statt. Wir beide sind fast 40 Jahre alt und etliche andere Paare allen Alters in unseren Umfeld bauen sich gemeinsam was auf. Nur ich bekomme nur zu hören, dass er nicht weiss wann das stattfinden wird. Weder kurz- noch mittelfristig. Das ist bitter für mich. Ich möchte meine Gefühle zeigen und zulassen....renne aber stets gegen eine Mauer....und weiss nicht ob ich auf etwas warte das nie eintreffen wird.

Es ist natürlich ein Leichtes zu sagen....wenn du meinst es passt nicht,dann beende es....aber es gibt nun mal nicht nur schwarz oder weiß.
Ich bin wohl hier um ihn ein klein wenig besser zu verstehen und etwas mehr Zuversicht zurückzugewinnen .

@seren ....Deine Worte finde ich besonders schön.
Dieses eine "Ich liebe dich " ging von ihm aus.
Ansonsten erwidert er es nur. Im täglichen Miteinander sagen wir immer Hab dich lieb.
Wenn du auch die andere Seite kennst, weisst du ja wie schwer es sein kann wenn man stets unsicher ist und nie genau weiss woran man ist.

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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon seren » 2. März 2019, 19:23

Die Frage von Themis "Was bewirkt eine gemeinsame Wohnung für Dich?" finde ich gut. Ich selbst z. B. kann mir eigentlich auch keine gemeinsame Wohnung vorstellen, weil ich im Hinblick auf meine Schlafenszeiten, Essenszeiten und was ich essen will, usw. keine Lust auf ständige Absprachen oder Kompromisse hab.
Obendrein hat man ja nie die Garantie, dass eine Beziehung hält. Wie oft z. B. hört man von Häusern, die nach einer Scheidung verkauft werden müssen.
Aber ich kann dich, Julie, in gewisser Weise verstehen, denn ich selbst hab leider auch ein Bedürfnis nach fester, sicherer Bindung. "Leider", weil es ja auch Menschen gibt, die kein Bedürfnis danach haben, und es mir so erscheint, als wenn diese Menschen es einfacher im Leben haben. Aber abstellen kann ich mein Bedürfnis nicht, also muss ich schauen, dass ich Leute mit ähnlichem Bedürfnis finde.

Jetzt wieder zu dir: Dass dein Freund anfangs schon Bindungsangst erwähnt hat, finde ich interessant. Da scheint er ja ziemlich reflektiert und offen und ehrlich zu sein. Aber ist die Frage, ob du es schaffst, dass er irgendwann seine Angst verliert und eine sichere Bindung zu dir aufbaut. Und noch die Frage: Ob du in einer Beziehung zu ihm wirklich auf Dauer zufrieden sein wirst oder ob du dich irgendwann von ihm trennst. Denn es kann durchaus sein, dass er für immer seine 2 Ruhetage pro Woche braucht, und dass er niemals eine engere Beziehung zu den Kindern aufbaut, und auch dass er dir gegenüber immer irgendwie distanziert bleibt. Wobei ich ihn anhand deiner Beschreibung aber gar nicht so distanziert finde. z. B. ich würde vermutlich nicht mal "hab dich lieb" über die Lippen bringen, weil mir das schon zu gefühlsduselig und zu romantisch ist.

Bzgl. Kuscheln ist mir noch eingefallen: Du hast ja geschrieben, beim Sex "am liebsten direkt zur Sache". Meintest du damit, dass er keinen Wert aufs Vorspiel legt? Vielleicht hat er kein Kuschelbedürfnis? Oder vielleicht weiß er nicht, wie man kuschelt? Oder vielleicht mag er keine Filme?
Vielleicht kannst du einfach in einem sachlichen Gespräch (ohne Druck, ohne Kritik) mit ihm herausfinden, was er mag und was er nicht mag?

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Re: Suche nach Antworten

Beitragvon Jette » 5. März 2019, 20:34

Julie hat geschrieben:Das alles klingt immer so schön philosophisch....natürlich ist es mir wichtig ob und was mein Partner für mich empfindet und ich nicht meine Zuneigung "verschwende", da er nur bleibt weil er eventuell denkt das er keine andere mehr finden würde....oder aus welchen Gründen auch immer.
Ich bin bereit bedingungslos hinter ihm zu stehen und jederzeit für ihn da zu sein....wenn man aber emotional an der kurzen Leine gehalten wird dann ist man unsicher ob das Gleichgewicht in der Beziehung stimmt.
Die Tatsache das ich nach Antworten und Lösungen bezüglich seines Verhaltens suche zeugt doch davon das ich ihn eben nicht einfach so aufgeben möchte.

Gemeinsame Wohnung. Stichwort....Zukunftspläne. Sieht er mich überhaupt in seiner Zukunft oder finde ich da gar nicht statt. Wir beide sind fast 40 Jahre alt und etliche andere Paare allen Alters in unseren Umfeld bauen sich gemeinsam was auf. Nur ich bekomme nur zu hören, dass er nicht weiss wann das stattfinden wird. Weder kurz- noch mittelfristig. Das ist bitter für mich. Ich möchte meine Gefühle zeigen und zulassen....renne aber stets gegen eine Mauer....und weiss nicht ob ich auf etwas warte das nie eintreffen wird.

Es ist natürlich ein Leichtes zu sagen....wenn du meinst es passt nicht,dann beende es....aber es gibt nun mal nicht nur schwarz oder weiß.
Ich bin wohl hier um ihn ein klein wenig besser zu verstehen und etwas mehr Zuversicht zurückzugewinnen .




Warum baust du dir nicht einfach selbst etwas für dich auf, vielleicht ganz in der Nähe von ihm? So brauchst du dich nicht um deine Zukunft zu sorgen und es bleiben für euch beide die Rückzugsmöglichkeiten. Dies erachte ich für etwas ganz wichtiges! Bei uns ist es so, dass sich mein Mann vorwiegend in unserem (sehr großen) Wohnzimmer aufhält und ich eher sehr selten. Wir essen auch meist nicht gemeinsam. Ist ihm nach Nähe zumute, kommt er auf mich zu. Komme ich auf ihn zu, fallen Schmusereien oder Kuscheln eher sehr spärlich aus, wenn er sich überhaupt darauf einlässt. Ich litt früher auch sehr darunter. Mittlerweile hole ich mir, was ich an Nähe benötige, bei anderen. Er weiß davon und toleriert es. Und ich finde, alleine, dass er das sieht und zulässt, zeigt mir doch, wie sehr er mich lieben muss! Er vertraut mir! Er zwingt mich nicht dazu, auf das, was ich brauche, zu verzichten! Vielleicht solltest du eher darauf achten, ob er dir nicht irgendwie anders, als man es im Allgemeinen annimmt, ganz deutlich zeigt, dass er dich mag. Ich habe festgestellt, im Tun zeigt sich oft sehr vieles! Hab doch mal einen etwas weiter geöffneten Augenmerk darauf. Ich bin mir ziemlich sicher, du wirst schon fündig werden.
Die Veränderung des Blickwinkels kann die Wahrnehmung von kleinen Dingen bewirken, die wir manchmal gar nicht mehr sehen. - Namasté


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