Vorstellung ...

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Tesa34 » 19. November 2018, 01:43

@mino301: Aber prinzipiell finde ich es schon mal ganz toll, dass dir das überhaupt in den Sinn kommt. Weil alle Persönlichkeitsstörungen ja i.d.R. ich synton sind und somit oft die Einsicht mangelt. Ich synton bedeutet man schaut auf seine Persönlichkeit und findet sie akzeptabel, auch wenn man Menschen verletzt und der Gesellschaft schadet. Ich schaue gerade ein Video auf einem meiner Lieblings Youtube Channels, da sagt das eben auch noch mal ein Psychologe Dr. Todd Grande im Interview. Ist auf englisch, aber ich fasse hier auf deutsch zusammen.

Einsicht ist eine Frage der Perspektive, nicht notwendigerweise die absolute Wahrheit. Er sagt auch dass betroffene Menschen welche sich stabilisieren, das vermutlich tun, weil sie im Alter an Einsicht gewinnen. Dass sie eventuell doch der Grund waren, warum die Beziehungen in die Brüche gingen z. B.. Sie verbinden ihre Art von Persönlichkeit mit den negativen Ergebnissen. Wenn als letztes die Introspektion einsetzt, und an irgend einem Punkt muss diese auftreten, dann gibt man sich selbst die Schuld und nicht mehr allen anderen. Und das ist dann der Ego dystone Moment (https://de.wikipedia.org/wiki/Ich-Dystonie), von dem Fachleute glauben, dass es die Persönlichkeitsstörungen stabilisiert.

Und laut Forschung tritt das meist in den 40igern und 50igern auf. Die Züge der Persönlichkeitsstörung können dann noch da sein, aber die Symptome lassen nach und das gestörte Verhalten stoppt dann. Die Persönlichkeit verändert sich nicht sehr, aber wie sie ihre Personalität relational ausleben ändert sich. Aber manche schaffen das halt auch erst in den 80igern. Und je früher jemand gestört war, desto weniger kommt es wohl zur Einsicht. Beim letzten Absatz weiß ich jetzt aber nicht, ob er das nun nur auf Cluster B bezieht, oder auch auf Cluster A, wozu ja die Schizoiden gezählt werden. Weil im Video geht es vorrangig um Cluster B Persönlichkeiten.

https://youtu.be/MPZb7rtG7LI?t=1558

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Tesa34 » 19. November 2018, 03:07

Edit: Ich habe die Antwort. Absatz drei bezieht sich nur auf Cluster B, bei Cluster A wird es mit zunehmendem Alter schlimmer. Hab nochmal was von Dr. Todd Grande gefunden, ab 04:16:

https://youtu.be/zf3YF0VPY6c?t=256

Tjajaja... aber Hoffnung darf man ja noch haben. Ist ja nur eine Tendenz und muss nicht auf alle zutreffen.

:lachen: Das heißt aufs Alter sucht man sich lieber wieder Narzissten. Komisch... eventuell ist meine Mutter die letzten 10 Jahre ja tatsächlich etwas harmloser geworden??

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Themis » 19. November 2018, 04:50

@ Tesa34:
Ich empfehle Dir, mal in guten Quellen nachzulesen, was Syntonie/Dystonie bedeuten und es - vielleicht ja sogar selbstreflexiv, wer weiß? - zu durchdenken statt tendenziös gefärbte Bruchstücke aus irgendwelchen Videos aufzuschnappen und weiterzuverbreiten.
Aber, ach ja - jeder wie er mag.
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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Indigocat » 19. November 2018, 06:27

Tesa34 hat geschrieben: Ich synton bedeutet man schaut auf seine Persönlichkeit und findet sie akzeptabel, auch wenn man Menschen verletzt und der Gesellschaft schadet.
Anderen Menschen schaden in der Regel Persönlichkeiten Cluster B, ein bisschen auch zwanghafte und depressive Persönlichkeiten. Persönlichkeiten Cluster B bleiben in der Regel auch unter Therapie ich-synthon, außer vielleicht die Störung ist nur leicht. Die anderen können sich nach entsprechenden Hinweisen und Therapie als ich-dysthon wahrnehmen. Viele Schizoide haben aber auch narzisstische Züge, dann merken sie meist, dass sie schizoid sind, aber nicht, dass sie außerdem auch noch narzisstisch sind und wenn, finden sie es nicht schlimm.
Geniale Menschen sind selten ordentlich, Ordentliche selten genial. A. Einstein

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 19. November 2018, 08:55

@Themis @Tesa34

Doch, es tut mir leid. Das empfinde ich wirklich so. Schon länger. Vielleicht braucht es einfach eine sehr lange Zeit, damit einem das wirklich auch klar wird und sich festsetzen kann. Ich kann mich da schon reinversetzen, wie sich das angefühlt haben muss, was ich da angerichtet habe. Dass es mir leid tut, kam nicht sofort und auch nicht nach Wochen. Das kam jetzt, nach Jahren.

Diese Menschen, bei denen ich mich entschuldigen möchte (sicher nicht bei allen, nur bei denen ich es wirklich so empfinde), sind seit Jahren, teilweise nach Jahrzehnten) noch immer auf freundschaftlicher Ebene mit mir in Kontakt. Wenn ich da jetzt mit einer Entschuldigung ohne Erklärung komme, würden die mich blödgrinsend anschauen und meine Entschuldigung eher in Zweifel ziehen, als dass sie das einfach so hinnehmen würden. Wunden zu lecken gibt es da nicht mehr, das ist lange vorbei. Und schriftlich möchte ich das nicht machen, ich denke, diese Menschen sind es wert, einen persönlichen Austausch zu bekommen und nicht einen Zettel mit einem Monolog. Ich kann mit Worten nicht, wenn es um solche Sachen geht. Da finde ich keine. Deshalb sollen da Fakten her, die ich kommunizieren kann. Das kennen sie von mir, kühle Fakten und damit können sie auch was anfangen und wissen, dass ich es dann auch ernst meine. Alles andere wären hilflose Versuche, die verpuffen würden.
Die Diagnose soll auch nicht als Entschuldigung herhalten. Es soll eine Erklärung sein, damit es besser verstanden werden kann.

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 19. November 2018, 09:07

@tiffi

Nein, Gleichheit und Kompatibilität sind nicht das Selbe. Die Menschen haben andere Interessen, Einstellungen und Wesen. Solange aber die Grundeinstellung untereinander kompatibel ist, passt das in Freundschaften schon ganz gut. Und weil eben nicht alle gleich sind, gibt es auch Austausch.
In Beziehungen ist das nicht mehr ganz so, das stimmt. Meine letzte Beziehung war der komplette Gegensatz von mir. In so ziemlich allen Berreichen. Unglaublich oberflächlich und nach kurzer Zeit hatten wir nicht mal mehr Gesprächsthemen. Das war selbst für mich zu wenig und es hielt nicht lange. Das war meine etremste Erfahrung und es zeiggt sich, dass hier auch Gleichheit wichtiger wird, finde ich.

Dass man sich selber blockiert, wenn man an alten Beziehungsformen hängt und diese auch mit jemand anderem wiederholen möchte, stimmt. Ich werde es beim nächsten Mal versuchen. Jede Beziehung hat ja ihre eigene Dynamik, vielleicht sollte man sich besser darauf konzentrieren als darauf, ob es sich ähnlich anfühlt wie damals. Aber mit dem "nächsten Mal" lasse ich mir jetzt mal ein wenig mehr Zeit ...

Deine "Antennen" sind also auch recht gut ausgebildet und Du erkennst, wenn etwas nicht stimmig ist. Das kenne ich. Und bis auf ein Mal haben die auch immer super funktioniert.
Wenn Du merkst, da passt was nicht zusammen ... haust Du dann ab, oder schaust Du genauer hin?

Da haben die Buddhisten eine recht gute Einstellung. Annehmen, nicht fokussieren und vorbei gehen lassen. Das wäre ein Versuch wirklich wert. Dazu noch bewusster die positiven Dinge wahrnehmen und schon ist alles gut. Tja, hört sich nach einem langen Übungsweg an.
Also heute nicht genervt sein, weil ich arbeiten muss, sondern mich darauf freuen, die netten Kunden zu beliefern. Die Unnetten als gegeben hinnehmen, aber nicht länger innerlich bei ihnen verweilen als nötig. Mal versuchen nachher ...

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Themis » 19. November 2018, 09:13

@ Mino301 (bezogen auf Deinen Post von 8.55 Uhr):
Das klingt schön. Auch dass es kein Monolog sein soll (um in erster Linie sich zu entlasten, zu ent-schulden), sondern ein Dialog, den der Andere auch annehmen kann. Oder ablehnen, das Risiko ist ja theoretisch auch dabei (auch wenn bei Deinen Leuten dann offenbar eher nicht).
Stark und mutig. Respekt. :)
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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 19. November 2018, 10:15

Naja, ich empfinde es ja auch nicht gleich als Schuld. Wenn ich die Menschen wegtrete, ist es mir auch völlig egal, was ich da anrichte. Im Gegenteil, ich will ja, dass sie gehen und kann dann endlich wieder atmen, wenn sie weg sind.
Dass es mir jetzt leid tut, kam nach Jahren. Die längste Beziehung, für deren Ende ich mich entschuldigen möchte, liegt 26 Jahre zurück, die Kürzeste vier Jahre.
Mir ist durchaus nach längerer Zeit bewusst, dass ich daran mit meinem Verhalten Schuld bin. Teilweise war da so viel Kampf von der anderen Seite und eben das ist mir mittlerweile bewusst geworden, dass diese Menschen ja nicht ohne Grund gekämpft haben und ich ihnen mit meinem Verhalten richtig weh getan haben muss. Und das kann ich mittlerweile nachfühlen. Diese Trauer, dieses Unverständnis, dieses Aus-allen-Wolken-fallen, diese Ohnmacht, die sie empfunden haben müssen. Und eben das tut mir so richtig leid und ich würde bei jedem Einzelnen gern die Zeit zurückdrehen und anders handeln, damit sie nicht so leiden müssen.
Ich möchte, dass sie verstehen können, dass ich innerhalb der Situationen nicht anders handeln konnte. Wenn es ein Dialog wird (wovon ich während eines Gespräches absolut ausgehe), möchte ich auch ihre Sicht der Dinge wissen und versuchen zu verstehen.
Ja, natürlich möchte ich daraus auch für die Zukunft lernen, möchte versuchen anders handeln zu können, überhaupt eine Wahl zu haben anders zu handeln. Damit ich diese Wahl habe, muss ich alles bis ins Kleinste verstehen und daran arbeiten. Deshalb jetzt auch der erneute Therapiewunsch, weil ich halt merke, dass ich ausschliesslich mit Erkenntnissen allein nicht viel weiter komme. Da müssen wohl mal Anstösse von aussen her, neue Sichtweisen, Bestätigungen und auch Fehlermeldungen.

tiffi

Re: Vorstellung ...

Beitragvon tiffi » 19. November 2018, 11:06

Mino301 hat geschrieben:@tiffi
Deine "Antennen" sind also auch recht gut ausgebildet und Du erkennst, wenn etwas nicht stimmig ist. Das kenne ich. Und bis auf ein Mal haben die auch immer super funktioniert.
Wenn Du merkst, da passt was nicht zusammen ... haust Du dann ab, oder schaust Du genauer hin?
kommt drauf an, ob ich irgendwie untergründig eine Verbindung spüre.
Dann bleibe ich dran. Auch wenn es auf der Oberfläche murksig aussieht. Und einem der Kopf
einredet, warum vertust du deine Zeit mit solchen Dingen.
Ich habe auch das Gefühl, mit dem Alter haue ich weniger ab, sondern schaue eher hin.

Dann einen guten Arbeitstag heute. Ist ja richtig eisig geworden die Nacht, hoffentlich nicht glatt.

Ich hab Glück und hab heute noch einen freien Tag. Durch die Kälte kam ich heute nochmal
auf die Idee statt durch die Kälte zu laufen lieber mal ein gemütliches Frühstück zu machen. Da
hat mir die letzte Monate die Ruhe gefehlt für, aber heute ging es gut. Milch Kaffee mit warmer
Milch und warmem Porridge und schon illegalerweise den Weihnachtsstollen angeschnitten. :knasti: :clown:

Mino301
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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 19. November 2018, 11:49

Also hast Du das eher bei Dir wichtigen Menschen? Oder auch bei welchen, mit denen Du zwangsläufig länger oder öfter zu tun hast? Hausarzt z.B. Mir fällt gerade kein anderes Beispiel ein. Bei meiner Hausärztin hatte ich anfangs das Gefühl, dass da was nicht zusammen passt und sie wurde im Laufe der Zeit auch irgendwie anders, so dass es jetzt für mich stimmig ist. Gut, ich hab auch relativ häufig mit ihr zu tun, aber ich merke, dass da dieses Vertrauensverhältnis ebenso wichtig ist.

Machst Du richtig mit Deinem Milchkaffee und dem Porridge. Gut, Weihnachststollen ist jetzt so eine Sache ;o) Ach was, wenn es Dir mit ihm gut geht, passt auch das.
Ich mag dieses Wetter, wenn ich arbeite. Dann kann ich mal die Klimaanlage im Auto aus lassen. Wärme ist eher unschön, wenn ich durch die Gegend renne. Wenn ich frei habe, ist es genau andersrum ;o)
Mach Dir weiterhin einen gmütlichen Tag, wenn Du schon so einen tollen Ansatz hattest ...


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