Vorstellung ...

Bist du neu eingetroffen oder hast du vor uns wieder zu verlassen?
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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Tesa34 » 19. November 2018, 17:20

Mino301 hat geschrieben:@Themis @Tesa34
Diese Menschen, bei denen ich mich entschuldigen möchte (sicher nicht bei allen, nur bei denen ich es wirklich so empfinde), sind seit Jahren, teilweise nach Jahrzehnten) noch immer auf freundschaftlicher Ebene mit mir in Kontakt.


Ich finde da brauchst du dann auch keine Angst haben. Weil wenn die immer noch mit dir freundschaftlich verbunden sind, sind sie dir trotz allem ja noch immer einigermaßen wohlgesonnen. Und wenn sie dann im Moment komisch reagieren, weil sie damit nicht gerechnet haben, heißt das nicht, dass sie es nachher nicht zu schätzen wissen. Sie sind dann erst mal eventuell tatsächlich überrumpelt und wissen nicht wie sie darauf spontan reagieren sollen. Aber negativ aufnehmen wird das sicher keiner.

Was die anderen betrifft, bei denen du das nicht so fühlst, macht es auch keinen Sinn. Weil Entschuldigungen müssen schon auch ehrlich sein, sonst bringt es ja keinem was. Darf ich fragen weshalb es da Unterschiede gibt? So wie ich das verstehe gibt es Menschen, bei denen du weißt, dass sie dein Verhalten verletzt hat, aber es tut dir bei denen nicht leid.

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Tesa34 » 19. November 2018, 17:59

Mino301 hat geschrieben:Naja, ich empfinde es ja auch nicht gleich als Schuld. Wenn ich die Menschen wegtrete, ist es mir auch völlig egal, was ich da anrichte. Im Gegenteil, ich will ja, dass sie gehen und kann dann endlich wieder atmen, wenn sie weg sind.
Dass es mir jetzt leid tut, kam nach Jahren. Die längste Beziehung, für deren Ende ich mich entschuldigen möchte, liegt 26 Jahre zurück, die Kürzeste vier Jahre.
Mir ist durchaus nach längerer Zeit bewusst, dass ich daran mit meinem Verhalten Schuld bin. Teilweise war da so viel Kampf von der anderen Seite und eben das ist mir mittlerweile bewusst geworden, dass diese Menschen ja nicht ohne Grund gekämpft haben und ich ihnen mit meinem Verhalten richtig weh getan haben muss. Und das kann ich mittlerweile nachfühlen. Diese Trauer, dieses Unverständnis, dieses Aus-allen-Wolken-fallen, diese Ohnmacht, die sie empfunden haben müssen. Und eben das tut mir so richtig leid und ich würde bei jedem Einzelnen gern die Zeit zurückdrehen und anders handeln, damit sie nicht so leiden müssen.
Ich möchte, dass sie verstehen können, dass ich innerhalb der Situationen nicht anders handeln konnte. Wenn es ein Dialog wird (wovon ich während eines Gespräches absolut ausgehe), möchte ich auch ihre Sicht der Dinge wissen und versuchen zu verstehen.
Ja, natürlich möchte ich daraus auch für die Zukunft lernen, möchte versuchen anders handeln zu können, überhaupt eine Wahl zu haben anders zu handeln. Damit ich diese Wahl habe, muss ich alles bis ins Kleinste verstehen und daran arbeiten. Deshalb jetzt auch der erneute Therapiewunsch, weil ich halt merke, dass ich ausschliesslich mit Erkenntnissen allein nicht viel weiter komme. Da müssen wohl mal Anstösse von aussen her, neue Sichtweisen, Bestätigungen und auch Fehlermeldungen.


Also die Ohnmacht ist das eigentlich schlimme. Weil in dem Moment, wenn sich ein Mensch hilflos fühlt, kann das eben traumatisierend sein. Sicher nicht bei allen Menschen, aber insbesondere sehe ich da eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, wenn Menschen selbst schon vor traumatisiert sind. Und da ist eben die Wahrscheinlichkeit höher dass das ein Partner eines Schizoiden ist, weil ein völlig gesunder Partner in der Regel schon mal rein intuitiv keine Beziehung mit einem Bindungsgestörten eingeht.

Das was mich jetzt noch plagt 1,5 Jahre nach der Trennung sind keine Trennungsschmerzen, sondern Traumafolgen. Ich weiß nicht ob das noch so wäre, wenn man freundschaftlich verbunden geblieben wäre und eben nach einer gewissen Abstandszeit zusammen aufgearbeitet hätte, was da verkehrt gelaufen ist (ohne die Absicht auf ein Ex Back). Aber das hatte mein Ex ja genauso abgelehnt, wie eine Therapie, oder Paartherapie um die Trennung zu verhindern. Weil wie hier in dem Strang schon erwähnt wurde, Schizoide sehen für sich oft die Notwendigkeit nicht, da sie selbst nicht leiden und wohl nicht sehen (wollen?), dass es die anderen tun. Eventuell spielt da ja auch Scham eine Rolle, oder eben schlicht Desinteresse.

Was so lange Zeiträume angeht... ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeit relativ ist. Mir ist es schon passiert, dass ich jemanden zu dem ich rund 20 Jahre keinen Kontakt hatte, wieder gesehen habe. Der hat sich aber nicht entschuldigt, sondern das Treffen war erst mal ganz nett. In Folge des Treffens sind bei mir im Nachgang aber verdrängte Erinnerungen hochgekommen, die bei mir die ganze Zeit unbearbeitet geblieben sind. Was dann folgte waren sechs ganz harte Wochen, aber danach hatte ich das verarbeitet. Und das was da nicht verarbeitet gewesen ist, hat mich im Untergrund all die Jahre im Leben blockiert. Ich habe zwei Jahrzehnte Erinnerungen abgespalten. Du siehst also... Zeit ist kein Argument. Was ist schon Zeit?

Und dass ich es 11 Monate mit dem Ex ausgehalten habe, lag eben an meiner Fähigkeit negative Dinge abzuspalten. Ich habe immer wieder in Mails (und natürlich auch persönlich) die Dinge angesprochen, aber war dem doch hilflos gegenüber, weil es änderte ja nichts. Und wenn ich diese alten Mails manchmal wieder hervor krame und lese, kann ich mir gar nicht erklären weshalb ich nicht viel früher Schluss gemacht habe. Aber das sind dann auch Inhalte, welche ich ganz schnell im Bewusstsein abgespalten habe. Und dann lese ich das und es kommt mir wieder ins Bewusstsein. Also wenn ich mal wieder für einen Moment das Gefühl bekomme ich vermisse den Ex, muss ich nur seinen Ordner im Emailaccount öffnen und beliebig reinklicken. Man wird da trotz bestimmt 2000 Emails schnell fündig. Nach liebevollem zu suchen... oyyyy, da müsste ich viel Zeit zum Suchen investieren.

Also schriftliche Dinge sind gar nicht soooo schlecht. Weil im Gegensatz zu einem persönlichen Gespräch kann man sie immer wieder ansehen. Das war auch sehr hilfreich in den letzten zwei Beziehungsmonaten. Weil um mich von sich zu stoßen, hat er ja oft Blame Shifting benutzt. Also er machte A und ich reagierte mit B und er warf mir vor er hätte A nur gemacht, weil ich B gemacht habe. Da wird man total blöde im Kopf wenn man ständig Gaslightning ausgesetzt ist. Und wenn man dann an seinem eigenen Verstand beginnt zu zweifeln, hat man immer noch die Mails. Das waren am Ende dann nicht mehr Mails zwischen uns (weil wir ja dann zusammen lebten), sondern meine Berichte der Vorkommnisse an Freundin und Schwester.

Du weißt ja nie genau was in den Exen so vor sich geht, was dann eine Entschuldigung bringt, oder eben nicht bringt. Aber schaden tut sie jedenfalls nicht. Und letztlich ist es ja auch für dich selbst gut. Ich sehe alles was eine Entschuldigung potentiell zur Folge haben durchweg als positiv. Also wenn du jetzt nicht gerade her gehst und noch weitere schlimme Dinge beichtest, wovon sie bislang gar nichts wusste und zusätzlich belastest. Also so z. B.: Ach übrigens ich bin ständig zweigleisig gefahren als wir zusammen waren und das lastet mir jetzt noch auf der Seele und ich wollte das jetzt unbedingt mit dir noch teilen. Daaaas wäre eher nicht so gut.

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 19. November 2018, 21:16

@Tesa34

Angst habe ich vor einer Aussprache nicht. Auch nicht vor den Reaktionen. Ich denke nicht, dass sie komisch reagieren würden, wenn ich um ein Gespräch bei einem Kaffee bitte. Ich möchte halt nur dann auch Worte haben, sonst ist es vielleicht ein nettes Beisammensitzen bei einem Kaffee. Können wir auch gern machen, aber es soll ja endlich mal raus. Und wie gesagt ... dafür braucht es halt eben Worte. Das ist das Probelm an der Sache.
Ich möchte da auch keine Liste abarbeiten und Häkchen hinter die Namen machen. Es sollen schon die Menschen sein, bei denen mir das wichtig ist. Die anderen liefen irgendwann mal so nebenher, da war bei beiden Seiten von Anfang an klar, dass das nichts Festes wird. Denen habe ich auch nicht wirklich weh getan, das ist halt meistens so ausgelaufen, weil einer einen Partner gefunden hat oder sonstiges in der Art. Bei meiner letzten Ex möchte ich mich auch nicht entschuldigen, da tut mir gar nichts leid. Ein böser Mensch, auf den ich allen Ernstes wirklich eine kurze Zeit lang reingefallen bin.
Da wir alle auch noch im freundschaftlichen Kontakt stehen, haben wir natürlich im Laufe der Zeit immer mal wieder die Dinge besprochen. Auch sehr ehrlich. Allerdings war mir zu diesen Zeiten nie so richtig bewusst, was mit mir los ist. Dass da was nicht stimmt und dass ich falsch reagiert habe, war mir klar. Aber eben nicht warum. Und dieses Warum ist mir eben wichtig zu vermitteln.

Das mit Deinem Ex scheint einen anderen Stellenwert zu haben. Du hast mit ihm zusammen gewohnt und Dein Leben darauf eingerichtet, so wie es sich anhört.

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Tesa34 » 19. November 2018, 22:51

Du es kann doch auch sein, dass die schon Bescheid wissen und einfach nichts sagen wollten. Ich habe mir auch überlegt, inwiefern es sinnvoll wäre meinem Ex zu sagen: "Du ich hab den passenden Stempel für dich!" Böse ausgedrückt. Weil einerseits kann es ja hilfreich sein zu wissen, wo man ansetzen könnte, andererseits ist es möglicherweise gar nicht gewünscht. Er sagte mal zu mir, er sei so ähnlich wie autistisch. Also weiß er selber nichts von schizoid - und mal ehrlich - das ist ja auch nichts, was einem geläufig ist. Ich habe das vor der Trennung auch noch nicht gekannt. Ich dachte immer: Mhhhh er verhält sich ähnlich wie ein Narzisst, aber eben doch nicht so ganz... irgendwie stecken da andere Motive hinter dem Verhalten. Jedenfalls werde ich nichts sagen. Denke es ist besser er kommt mal selber drauf. Oder eben nicht. Wenn ihm sein Leben so gefällt ...bitteschön, kann ja alles so bleiben wie es ist. Falls er doch mal zu sehr unter seiner Einsamkeit leidet, wird er eventuell selber mal drauf kommen. Weil wer die Notwendigkeit sieht was an seiner Persönlichkeit zu ändern, begibt sich selbst auf die Suche. Man will ja auch nicht jemanden... tja also nicht dass der andere eingeschnappt ist. Solange man mit jemanden nicht eine Wohnung teilt ist es ja auch nicht zwingend notwendig das anzusprechen.

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 20. November 2018, 13:04

@Tesa34

Ich denke, soweit wissen sie, dass mit mir irgendwas nicht in Ordnung ist und auch, woran das liegen wird. Sicher, so genau haben sie sich damit wahrscheinlich nicht beschäftigt und nachgelesen sicher auch nichts. Von daher ist das dann keine riesen Überraschung für sie, wenn ich endlich die Worte habe und mit ihnen ausführlich spreche.

Naja, so ganz direkt würde ich das bei Deinem Ex nicht benennen, wenn er selber gar nicht so recht Bescheid weiss. Das kann schon gut in die Abwehrhaltung umschlagen. Aber man kann leiten, bis er selber darauf kommt. Draufstubsen, so nach und nach. Wenn er genug Leidensdruck hat, wird er sich schon in einer ruhigen Minute - Stunde - auf Forschungsreise begeben.
Wenn nicht, ist das halt auch irgendwie ok, das muss ja von ihm selber erkannt werden und auch der Wunsch zu einer Änderung da sein, sonst bringt das ja alles nichts ...

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon MissVolluto » 19. Dezember 2018, 17:33

Hallo Mino,

Mino301 hat geschrieben: Und dass ich mich von mir aus z.B. nie melde

warum eigentlich nicht?

Viele Grüße
MissVolluto

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Re: Vorstellung ...

Beitragvon Mino301 » 22. Dezember 2018, 09:36

Hallo MissVolluto,

weil ich immer die Bedenken habe, jemanden zu stören. Kommt sicher selten vor und mein Kopf weiß das auch. Aber manchmal passiert das halt doch mal und dann ist da wieder dieses Gefühl, nicht gewollt zu sein.
Natürlich ist das dann nur in diesem Moment, hat mit mir als Person nichts zu tun und bedeutet nicht dauerhaft und für immer zu stören, aber das reicht dann schon.


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