Reality-Check

Was nicht in die anderen Foren passt, kann hier thematisiert werden.
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Beitragvon sdsdsdsv » 4. September 2018, 15:43

Danke, wir freuen uns natürlich immer über Lob. :-)

Was andere Psychologieforen angeht, bin ich bisher noch nicht positiv überrascht worden. Auf schizoids.net z. B. gibt es kaum mehr Beiträge als hier, obwohl es in englischer Sprache gehalten ist und damit international verständlich sein sollte. Die Atmosphäre dort ist i. A. auch düsterer, vielleicht, weil es Menschen mit Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich anderswo finanzieller noch schlechter geht. Außerdem besteht die Gefahr des sich Hineinsteigerns in die Krankheit und der Annahme der Symptome als Identität. Das wird dann zu einem Reinheits-Test, bei dem Leute verlieren, die noch kein Abziehbild der Wikipedia Seite über die schizoide PS. sind.
Zuletzt sind frustrierte junge Menschen (eigentlich hauptsächlich Männer) wohl auch empfänglich für frauenfeindliche, rechte Tendenzen (anti SJW), weil sie sich benachteiligt fühlen. Das gibt es hier kaum.

Dann wäre da noch https://www.psychforums.com/forum.html . Hier gibt's zwar für jeden etwas, aber die Qualität der Beiträge überzeugt mich nicht.

Diverse engl. und dt. Angstforen kenne ich noch, bin aber von keinem überzeugt. Wenn jemand noch ein interessantes Forum kennt, das "passt", wäre ich interessiert.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 16:04

Kann es eigentlich sein, dass die Zahl der Neuanmeldungen (die dann auch aktiv auftreten) seit einigen Monaten gewaltig steigt? Kommt mir so vor.
Ist schizoid vielleicht gerade irgendwie "in" oder war verstärkt in den Medien präsent? Ist mir eigentlich nichts geläufig ...

Vielleicht auch nur die eigene Schwerfälligkeit, die zu viel Neues dann gleich anstrengend und als mehr, als es ist wirken lässt. :rätseln:
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Re: Reality-Check

Beitragvon yxcvbnm » 4. September 2018, 16:19

@Themis: Meine Theorie, und die spiegelt sich auch in oft gestellte Fragen wieder, ist, dass die Diagnosekriterien auf Hobbyanalysten treffen. Das klingt erstmal abwertend, ist aber nicht so gemeint. Die Suche nach dem Selbst und/oder das der Anderen ist legitim. Ich empfinde es aber als müßig "Verständnis" zu zeigen, wenn auf momentane Situationen das Bild der Schizoidie projiziert wird, weil es gleichbedeutend mit Unverständnis und Herabwertung der komplexen Prozesse, die einen sich selbst haben formen lassen, ist. Zumindest für mich. Man bemerkt diese Suche besonders daran, wenn kritisch nachgehakt wird und das projizierte Bild enttäuscht wird. Ach, da gibt es so viele Komponenten..

Vllt mag es dem ein oder anderen Suchenden ähnlich wie mir ergehen: ich sehe meine Persönlichkeit als Kompliment an mich (, trotz diverser Probleme).

Dass 'der Schizoide' als Verstandsmensch deklariert wird, mag dem ein oder anderen Suchenden als selbstgewählter Pokal dienen, liest sich das Bild doch sehr 'erhaben'.

Die 'ganze Wahrheit' ist das aber nicht.

Am schlimmsten empfinde ich diesen Wirtschaftstypentest. Blau zeigt 'schizoid' an. Dass das kaum etwas mit der Persönlichkeitsstörung zutun hat, scheint nicht von Interesse zu sein. So hatte ich schon Diskussionen, in denen sehr empathische Menschen, mit extrovertiertem Lebensstil zum scheinbaren 'Pokal' sich selbst als schizoid bezeichneten. Nun. Jeder darf sein was er will. Aber lese man die Geschichten, wie sich 'schizoide Wesenswelten' gebildet haben und zu einer unflexiblen Welt geworden sind, blättert die 'Trophäe'.

Nun. Soweit mein kurzer Gedanke.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 16:42

Hi yxcvbnm,
yxcvbnm hat geschrieben:@Themis: Meine Theorie, und die spiegelt sich auch in oft gestellte Fragen wieder, ist, dass die Diagnosekriterien auf Hobbyanalysten treffen.
das hatte ich mir auch schon mehrfach überlegt. Aber wie stößt man darauf? Kein Mensch sucht doch vmtl. nach "Persönlichkeitsstörungen, ach, und welche passt denn wohl zu mir". Wer sollte sich ohne Not so ein Etikett geben wollen?
Aber natürlich ist es vielleicht, wenn man sich irgendwie komisch und unpassend fühlt (aus den unterschiedlichsten Gründen), erleichternd, sich dann wenigstens irgendein Etikett aufzukleben. Ich weiß nicht.
yxcvbnm hat geschrieben:Ich empfinde es aber als müßig "Verständnis" zu zeigen, wenn auf momentane Situationen das Bild der Schizoidie projiziert wird, weil es gleichbedeutend mit Unverständnis und Herabwertung der komplexen Prozesse, die einen sich selbst haben formen lassen, ist. Zumindest für mich. Man bemerkt diese Suche besonders daran, wenn kritisch nachgehakt wird und das projizierte Bild enttäuscht wird. Ach, da gibt es so viele Komponenten..
(...)
Aber lese man die Geschichten, wie sich 'schizoide Wesenswelten' gebildet haben und zu einer unflexiblen Welt geworden sind, blättert die 'Trophäe'.
Ja. Mich macht es eher oft traurig, wenn ich z. B. sehe, wie ich selbst in mir gefangen bin und dann lese, dass jemand quasi "gerne" so sein möchte. Das kann nicht wirklich jemand so wollen.
yxcvbnm hat geschrieben:Vllt mag es dem ein oder anderen Suchenden ähnlich wie mir ergehen: ich sehe meine Persönlichkeit als Kompliment an mich (, trotz diverser Probleme).
:winken:
Ja, sehe ich für mich auch so. Wenigstens das Beste daraus gemacht. Das dürfte der böse narzisstische Anteil sein. ;)

Was ist denn der "Wirtschaftstypentest"? :rätseln:
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Re: Foren

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:19

sdsdsdsv hat geschrieben:Zuletzt sind frustrierte junge Menschen (eigentlich hauptsächlich Männer) wohl auch empfänglich für frauenfeindliche, rechte Tendenzen (anti SJW), weil sie sich benachteiligt fühlen. Das gibt es hier kaum.

Ah, auch wieder einen Begriff dazugelernt (SJW) [https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Justice_Warrior]

Verbitterung und extreme Postionen (und sich Underdogs, oft Neulinge suchen) habe ich aber in anderen
Foren auch schon erlebt. Muss ich mir nicht geben.
Weiß gar nicht, wie sehr ich mich da verbiegen müsste, um dann akzeptiert dazuzugehören und ob mir
dieser Gruppenkodex dann schmecken würde.

@sdsdsdsv - andere gute Foren in Punkto psychische Krankheit kenne ich z Zt auch nicht.

Es gibt aber einen sehr sehr langen Brigitte-Strang über das Schizoide, den ich mir teilweise durchgelesen
hab und der nicht uninteressant war; die Leute hatten doch einen differenzierten Blick drauf
und einen guten Umgangston.
(weiß aber gerade nicht, ob der Fokus da nicht auch auf Bindungsstörung lag, und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist)

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Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:22

yxcvbnm hat geschrieben:Misanthropen-Selbthilfegruppe:

"Bin ich hier richtig bei den Misanthropen?"

"Verpiss dich."

:D
Da fällt mir noch das hier ein, ein Klassiker und ich finds ja immer wieder amüsant...
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Re: Foren

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 17:26

tiffi hat geschrieben:und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist (im Brigitte-Strang)
Könntest Du da evtl. noch kurz 2, 3 erklärende Sätze dazu sagen, wie der Bezug da hergestellt wird? Schizoidie ist ja schließlich selbst Bindungsstörung. :rätseln:
Ich möchte den Brigitte-Thread nicht lesen. Hab schlechte Assoziationen dazu. :breites grinsen:
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Re: Foren

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:32

Themis hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist
Könntest Du da evtl. noch kurz 2, 3 erklärende Sätze dazu sagen, wie der Bezug da hergestellt wird? Schizoidie ist ja schließlich selbst Bindungsstörung. :rätseln:
Ich möchte den Brigitte-Thread nicht lesen. Hab schlechte Assoziationen dazu. :breites grinsen:
Ich weiß es nicht mehr genau...es waren 100 irgendwas Seiten und ist schon etwas her :cool:
edit: hab nochmal einen Blick gewagt: Es sind 590+ Seiten....

Aber im großen und ganzen ging es wohl doch um die Sichtweise, eine Beziehung zu einem Schizoiden
zu akzeptieren (die Nähe und Distanz), die Frustration der regulären Erwartungen,
dafür dann die überraschenden und intensiven Sonderfeatures.

Ich bin da eher an einer Story eines Mannes hängengeblieben, irgendwo dazwischen,
und dann brauchte ich wieder eine Pause.
Aber es war halt doch nicht so frauenzeitschriftsmäßig platt, wie zuerst befürchtet. ;)

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 17:48

Äh nee, nicht wegen Frauenzeitschrift hab ich die schlechten Assoziationen. Hatte bei denen, die sich hier auf diesen Brigitte-Thread berufen haben, schon den Eindruck, dass es da etwas tiefer geht. Also deshalb (nur wegen Brigitte-Zeitschrift) würde ich es nicht ablehnen.

"Sonderfeatures" ... ja. Hänge da derzeit auch stark dran, warum meine Beziehungen eigentlich immer so unauflöslich sind. (Nicht von mir aus.) Man bietet halt trotz aller Stacheligkeit wohl doch etwas (keine Ahnung: Tiefe, Verlässlichkeit (in einer nicht oberflächlichen Weise? - nicht "Wir gehören zusammen und zack, basta", sondern mehr individuell?), Aufmerksamkeit für den Anderen und eine im Grunde viel tiefere Bezogenheit als es andere Menschen können z. B.?), das als wertvoll und brauchbar empfunden wird. Wie Seltene Erden.
Haben ja auch die "hinterbliebenen" Schizoiden-Exfrauen hier gesagt. Schlagen wir es mal ganz arrogant als Plus zu Buche. :cool:
Nachteile hat man genug.
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Re: Reality-Check

Beitragvon yxcvbnm » 4. September 2018, 17:56

Das zum Vier-Farben-Modell.., das ich nicht sehr schätze.
http://m.youtube.com/watch?v=SvWVRXEq2Pk


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