Reality-Check

Was nicht in die anderen Foren passt, kann hier thematisiert werden.
Ebenso können hier allgemeine Umfragen gestartet werden.
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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 16:04

Kann es eigentlich sein, dass die Zahl der Neuanmeldungen (die dann auch aktiv auftreten) seit einigen Monaten gewaltig steigt? Kommt mir so vor.
Ist schizoid vielleicht gerade irgendwie "in" oder war verstärkt in den Medien präsent? Ist mir eigentlich nichts geläufig ...

Vielleicht auch nur die eigene Schwerfälligkeit, die zu viel Neues dann gleich anstrengend und als mehr, als es ist wirken lässt. :rätseln:
Heimat gibt es nicht. Nirgends.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 16:42

Hi yxcvbnm,
yxcvbnm hat geschrieben:@Themis: Meine Theorie, und die spiegelt sich auch in oft gestellte Fragen wieder, ist, dass die Diagnosekriterien auf Hobbyanalysten treffen.
das hatte ich mir auch schon mehrfach überlegt. Aber wie stößt man darauf? Kein Mensch sucht doch vmtl. nach "Persönlichkeitsstörungen, ach, und welche passt denn wohl zu mir". Wer sollte sich ohne Not so ein Etikett geben wollen?
Aber natürlich ist es vielleicht, wenn man sich irgendwie komisch und unpassend fühlt (aus den unterschiedlichsten Gründen), erleichternd, sich dann wenigstens irgendein Etikett aufzukleben. Ich weiß nicht.
yxcvbnm hat geschrieben:Ich empfinde es aber als müßig "Verständnis" zu zeigen, wenn auf momentane Situationen das Bild der Schizoidie projiziert wird, weil es gleichbedeutend mit Unverständnis und Herabwertung der komplexen Prozesse, die einen sich selbst haben formen lassen, ist. Zumindest für mich. Man bemerkt diese Suche besonders daran, wenn kritisch nachgehakt wird und das projizierte Bild enttäuscht wird. Ach, da gibt es so viele Komponenten..
(...)
Aber lese man die Geschichten, wie sich 'schizoide Wesenswelten' gebildet haben und zu einer unflexiblen Welt geworden sind, blättert die 'Trophäe'.
Ja. Mich macht es eher oft traurig, wenn ich z. B. sehe, wie ich selbst in mir gefangen bin und dann lese, dass jemand quasi "gerne" so sein möchte. Das kann nicht wirklich jemand so wollen.
yxcvbnm hat geschrieben:Vllt mag es dem ein oder anderen Suchenden ähnlich wie mir ergehen: ich sehe meine Persönlichkeit als Kompliment an mich (, trotz diverser Probleme).
:winken:
Ja, sehe ich für mich auch so. Wenigstens das Beste daraus gemacht. Das dürfte der böse narzisstische Anteil sein. ;)

Was ist denn der "Wirtschaftstypentest"? :rätseln:
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Re: Foren

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:19

sdsdsdsv hat geschrieben:Zuletzt sind frustrierte junge Menschen (eigentlich hauptsächlich Männer) wohl auch empfänglich für frauenfeindliche, rechte Tendenzen (anti SJW), weil sie sich benachteiligt fühlen. Das gibt es hier kaum.

Ah, auch wieder einen Begriff dazugelernt (SJW) [https://de.wikipedia.org/wiki/Social_Justice_Warrior]

Verbitterung und extreme Postionen (und sich Underdogs, oft Neulinge suchen) habe ich aber in anderen
Foren auch schon erlebt. Muss ich mir nicht geben.
Weiß gar nicht, wie sehr ich mich da verbiegen müsste, um dann akzeptiert dazuzugehören und ob mir
dieser Gruppenkodex dann schmecken würde.

@sdsdsdsv - andere gute Foren in Punkto psychische Krankheit kenne ich z Zt auch nicht.

Es gibt aber einen sehr sehr langen Brigitte-Strang über das Schizoide, den ich mir teilweise durchgelesen
hab und der nicht uninteressant war; die Leute hatten doch einen differenzierten Blick drauf
und einen guten Umgangston.
(weiß aber gerade nicht, ob der Fokus da nicht auch auf Bindungsstörung lag, und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist)

tiffi

Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:22

yxcvbnm hat geschrieben:Misanthropen-Selbthilfegruppe:

"Bin ich hier richtig bei den Misanthropen?"

"Verpiss dich."

:D
Da fällt mir noch das hier ein, ein Klassiker und ich finds ja immer wieder amüsant...
Carsten Höfer- Phobien Selbsthilfegruppe

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Re: Foren

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 17:26

tiffi hat geschrieben:und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist (im Brigitte-Strang)
Könntest Du da evtl. noch kurz 2, 3 erklärende Sätze dazu sagen, wie der Bezug da hergestellt wird? Schizoidie ist ja schließlich selbst Bindungsstörung. :rätseln:
Ich möchte den Brigitte-Thread nicht lesen. Hab schlechte Assoziationen dazu. :breites grinsen:
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tiffi

Re: Foren

Beitragvon tiffi » 4. September 2018, 17:32

Themis hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:und dass der Spielpartner
bei der Bindungsstörung gerne ein Schizoider Mensch ist
Könntest Du da evtl. noch kurz 2, 3 erklärende Sätze dazu sagen, wie der Bezug da hergestellt wird? Schizoidie ist ja schließlich selbst Bindungsstörung. :rätseln:
Ich möchte den Brigitte-Thread nicht lesen. Hab schlechte Assoziationen dazu. :breites grinsen:
Ich weiß es nicht mehr genau...es waren 100 irgendwas Seiten und ist schon etwas her :cool:
edit: hab nochmal einen Blick gewagt: Es sind 590+ Seiten....

Aber im großen und ganzen ging es wohl doch um die Sichtweise, eine Beziehung zu einem Schizoiden
zu akzeptieren (die Nähe und Distanz), die Frustration der regulären Erwartungen,
dafür dann die überraschenden und intensiven Sonderfeatures.

Ich bin da eher an einer Story eines Mannes hängengeblieben, irgendwo dazwischen,
und dann brauchte ich wieder eine Pause.
Aber es war halt doch nicht so frauenzeitschriftsmäßig platt, wie zuerst befürchtet. ;)

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 17:48

Äh nee, nicht wegen Frauenzeitschrift hab ich die schlechten Assoziationen. Hatte bei denen, die sich hier auf diesen Brigitte-Thread berufen haben, schon den Eindruck, dass es da etwas tiefer geht. Also deshalb (nur wegen Brigitte-Zeitschrift) würde ich es nicht ablehnen.

"Sonderfeatures" ... ja. Hänge da derzeit auch stark dran, warum meine Beziehungen eigentlich immer so unauflöslich sind. (Nicht von mir aus.) Man bietet halt trotz aller Stacheligkeit wohl doch etwas (keine Ahnung: Tiefe, Verlässlichkeit (in einer nicht oberflächlichen Weise? - nicht "Wir gehören zusammen und zack, basta", sondern mehr individuell?), Aufmerksamkeit für den Anderen und eine im Grunde viel tiefere Bezogenheit als es andere Menschen können z. B.?), das als wertvoll und brauchbar empfunden wird. Wie Seltene Erden.
Haben ja auch die "hinterbliebenen" Schizoiden-Exfrauen hier gesagt. Schlagen wir es mal ganz arrogant als Plus zu Buche. :cool:
Nachteile hat man genug.
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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 4. September 2018, 18:33

yxcvbnm hat geschrieben:Das zum Vier-Farben-Modell.., das ich nicht sehr schätze. (+ Link)
Danke. :) Mein Gott, braucht man bei diesen Videos immer Geduld ... Man weiß längst, worauf sie ungefähr hinauswollen, aber wartet dann doch noch ab, WIE es vorgebracht wird. Aber man fühlt sich zugleich vera* wegen des Kindergarten-Erklärbär-Niveaus. :roll:
Keine Kritik an Deiner Linkauswahl, war ja letztlich schön knapp und sachlich. Mir sind nur Videos immer zu langwierig, beim Lesen kann man besser weiterhoppen und das für einen Wichtige schnell ausfiltern. Nicht so viel Geschwätz. :breites grinsen:

Denke aber nach oberflächlichem Nachdenken, in diesem Modell entspräche der Blaue eher dem Zwanghaften als dem Schizoiden. :rätseln:
yxcvbnm hat geschrieben:Edit: das vorher geschickte Video zeigt nur einen Einblick. In anderen Niederschriften wird der 'blaue Typ' als schizoid bezeichnet, der 'gelbe' als zwanghaft, der 'grüne' als depressiv und der 'rote' Typ als psychopathisch bezeichnet-allesamt Krankheiten. Das Modell ist für mich dämlich. Die Klassifikationen daneben. Mischmodelle nichtssagend.
Ach so, okay.
Na ja ... aber eine "depressive", "schizoide" etc. Persönlichkeitsstruktur/-akzentuierung ist natürlich keineswegs pathologisch, vgl. Riemann. :erklärbär2:

------------------------------------------------------------------------------------------------------

Edith hat gerade bei Riemann nachgeblättert: Seine (1961!) vier Persönlichkeitstypen sind ...
- Die schizoiden Persönlichkeiten: Die Angst vor der Hingabe
- Die depressiven Persönlichkeiten: Die Angst vor der Selbstwerdung
- Die zwanghaften Persönlichkeiten: Die Angst vor der Veränderung
- Die hysterischen Persönlichkeiten: Die Angst vor der Notwendigkeit

Und das war weder pathologisch noch unbedingt neurotisch zu verstehen.
Könnte natürlich sein - was ich vermute -, dass man für Management- und Coaching-Zwecke :roll: kurzerhand den "hysterischen" (griech. hyster = "Gebärmutter", und der Typ wird ja nach wie vor eher auf Frauen attribuiert) in den "psychopathischen" Typ umgedichtet hat, um alle zu bedienen - das System aber dennoch auf Riemann basiert.
Heimat gibt es nicht. Nirgends.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Ghostvoice » 5. September 2018, 00:31

Ich bin damals durch Riemanns „Grundformen der Angst“ auf den Begriff des Schizoiden gestossen und für mich war es eine kleine Erleichterung zu lesen, daß es für das, was ich anscheinend bin einen Begriff gab - weil das bedeutete, daß es da draussen noch mehr wie mich gab. Somit hatte diese Klassifikation etwas beruhigendes.

Allerdings lernte ich einige Zeit später, daß ICD-10 sehr viel konkretere Definitionen des schizoiden Menschen aufstellte und musste mein Urteil auf „naja, nur zum Teil schizoid“ revidieren.
Interessant fand ich an dieser neuen, anerkannten Definition, daß sie eine lange Liste an Symptomen anführte, bei denen einige mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt fand.
So ein bisschen wie die Definition von Borderline: jeder halbwegs „gesunde“ Mensch findet darin gerade so viel persönliche Merkmale, daß er vermuten könnte, daß er sehr wohl eine entsprechende Störung aufweist.

Manche psychischen Erkrankungen/Persönlichkeitsstörungen sind wie Modeerscheinungen. Mehrere Medien berichten darüber und plötzlich steigt die Zahl der Diagnosen an:
Themis hat geschrieben:Ist schizoid vielleicht gerade irgendwie "in" oder war verstärkt in den Medien präsent? Ist mir eigentlich nichts geläufig ...

yxcvbnm hat geschrieben:Ich empfinde es aber als müßig "Verständnis" zu zeigen, wenn auf momentane Situationen das Bild der Schizoidie projiziert wird, weil es gleichbedeutend mit Unverständnis und Herabwertung der komplexen Prozesse, die einen sich selbst haben formen lassen, ist.

Köstler schrieb in „Die Armut der Psychologie“, dass Psychologen sich auf einem sehr schwammigen Gebiet bewegen. Ärzte können durch neue empirische Daten immer mehr Erkenntnisse über den menschlichen Körper sammeln und diesen besser verstehen... und treffen dennoch immer wieder auf Individuen, bei denen die herkömmlichen Methoden versagen.

Der Psychologe hat im Vergleich dazu noch viel weniger konkrete Anhaltspunkte! Umso heikler und schwieriger ist seine Arbeit.

Für mich persönlich ist jedenfalls die Definition des Schizoiden laut ICD-10 zumindest kritisch zu betrachten, weil sie mir nicht eindeutig genug ist.

Zudem würde ich gerne wissen, wieviele „echte“ schizoide Menschen bei der Definition ein Mitspracherecht besassen! Denn von einem Normalo lasse ich mir doch nicht meine Störung erklären! :teufel:

Themis hat geschrieben:Kein Mensch sucht doch vmtl. nach "Persönlichkeitsstörungen, ach, und welche passt denn wohl zu mir". Wer sollte sich ohne Not so ein Etikett geben wollen?

Erinnerungen an meine Zeit als Jugendlicher steigen da in mir hoch... im Prozess der Identitätsfindung erscheinen gerade pyschische Abweichungen von der empfundenen Masse als sehr verführerisch um sich selbst herauszuheben („Ich bin nicht wie alle anderen!“).
Menschen, bei denen die Identitätssuche länger dauert, fühlen sich auch im Erwachsenenalter davon angezogen.
Zumindest soweit ich das bisher beobachten konnte... heutzutage sind Abweichungen nicht mehr verteufelt sondern ‚schick‘... :/

Themis hat geschrieben:Mich macht es eher oft traurig, wenn ich z. B. sehe, wie ich selbst in mir gefangen bin und dann lese, dass jemand quasi "gerne" so sein möchte. Das kann nicht wirklich jemand so wollen.

Kann ich nur zu gut nachvollziehen. Was sie zeitweilig wollen, ist ihre idealisierte Vorstellung - das von euch schon öfter erwähnte Etikett. Aber dass sie damit eigentlich das Problem lächerlich machen sehen sie nicht und würde sie es sehen, wäre es ihnen wohl egal.

„Ich hab gerade meine Diagnose bekommen! Jetzt gehöre ich auch zum Klub!“
„Nein, tust du nicht! Bald bekommst du eine neue Diagnose und hast die jetzige schon wieder vergessen. Bis dahin verhalte dich ruhig und unauffällig - du Tourist!“ :teufel:
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.

tiffi

Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 5. September 2018, 07:58

Themis hat geschrieben:Äh nee, nicht wegen Frauenzeitschrift hab ich die schlechten Assoziationen.
Ja, ich erinnere mich (*) :cool:
Themis hat geschrieben:"Sonderfeatures" ... ja. Hänge da derzeit auch stark dran, warum meine Beziehungen eigentlich immer so unauflöslich sind. (Nicht von mir aus.) Man bietet halt trotz aller Stacheligkeit wohl doch etwas (keine Ahnung: Tiefe, Verlässlichkeit (in einer nicht oberflächlichen Weise? - nicht "Wir gehören zusammen und zack, basta", sondern mehr individuell?), Aufmerksamkeit für den Anderen und eine im Grunde viel tiefere Bezogenheit als es andere Menschen können z. B.?), das als wertvoll und brauchbar empfunden wird. Wie Seltene Erden.
Ich hab so den Eindruck, die tiefere Bezogenheit darf aber nur stellenweise sein; "Sondermodus", den
der andere auch nicht immer erträgt.

Wie oft hab ich Vier-Augengespräche wo die Menschen mal andere Seiten zeigen und es "tiefer" geht.
Bis irgendwann ein anderer Mensch erscheint oder sonst ein Ruck durch die Person geht ("das ist mir jetzt
zuviel, ich brauche wieder Blümchen und Schablonen") und alles schnell wieder abgeschüttelt wird.
Irgendwie scheint ein "geheimer Mitwisser" aber dann auch wieder anziehend zu sein, der kennt Sachen,
die man selber nicht sehen will, aber wo was dran sein könnte.
Und wenn die Seiten einen von hinten überholen, hat man jemanden, der sich ggf. auskennt.
So kommt mir das manchmal vor.

Manchmal hab ich das Gefühl, das darf sein, aber bitte doch verfügbar und normgerecht
in der eigenen Welt. Auf Abruf und nicht zuviel davon.
Also dass der Schizoide ein bisschen handlicher werden soll und zur Verfügung stehen soll und
eigentlich sollte er / sie sich an die normalen Vorstellungen etwas anpassen;
aber die "Sonderfeatures" dann gerne bei Bedarf liefern.
Darum hat für mich das mit den "Sonderfeatures" in diesem obigen Kontext nicht so ein
gutes Geschmäckle...

Aber klar darf man stolz auf seine Art sein, was und wie man wahrnimmt und fühlt,
und wie man sich auf Menschen bezieht- @Themis ;)
Mir ist es so auch wesentlich schlüssiger, als das wankelhafte Emotionale oder die trotzigen
Vorstellungen mit dem Brett vorm Kopf.


Wegen den Diagnosen:

Im Studium hatte ich so einen Psychologieanteil und war auch versucht,mich überall wiederzufinden.
Wir hatten aber einen sehr klaren Typen aus der Praxis da, der sagte, bei den meisten Diagnosen sollte man
sich min. 1/2 Jahr Zeit lassen, am besten im Kollegenteam (Klinik).

Und dass eben jeder Mensch von allen Verhaltensweisen Anteile hat.
Die Schwerpunkte machen es und ob es etwas rigider und länger auftritt je nachdem.


Und wegen dem sich und andere Einordnen:

Diese schnellen Küchenpsychologie-Klassifizierungen finde ich gruselig.
Ist manchmal auch auf Arbeit zu merken, wenn da Teamleiter und höhere Ebene geschult wird,
dass da auf unbeholfene Art versucht wird, was einzuordnen.
"Diversity Management", schön und gut, aber dann so Schmalhans Schablonen? Würde das meiste
nicht durch gesunden Menschenverstand erfasst werden?

Hab ja hier letztens noch den Myers Briggs erwähnt, der ist mir auch nicht hoch und heilig;
das hab ich jahrelang ignoriert unter "schon wieder eine Einordnung". Ich sehe es halt
mehr als Spielerei mit kurzem oberflächlichen Erkenntnisgewinn, aber ich würde mich an
sowas auch nicht aufhängen.


Naja, und diese Anfragen von "Neuen"- sagt mir doch, wie Schizoide sind, die sind doch wie mein
zusammengebautes Bild, oder? Und bin ich schizoid? Oder "ist mein unwilliger Gespiele schizoid" -
sind mir schon auch sehr oberflächlich.
Da reicht dann die Transferleistung vom Wikipedia Artikel ins reale Leben nicht so richtig.

Aber statt sich mal mit der Realität auseinanderzusetzen, wird dieses spekulieren auf anderer Ebene
weiterbetrieben und andere Menschen ("Kriterienträger") sollen das Bild noch irgendwie bestärken
(auf welcher Basis?).

(*) Oder aber sollen als Prügelknabe für den Frust herhalten, wenn so ne Frustrierte mit scheinbar schizoidem Partner denkt, sie konnte zwar
den Ex nicht erklären und dominieren, aber dann wenigstens mal hier den Frust ablassen, wie scheiße es ist, schizoid zu sein.
(Weil man sich in deren Augen das vermutlich als Trophäe ausgesucht hat, die leicht abwählbar wäre --> Realitätsverkennung, dass das eine
Krankheit ist, und sich das nicht jeder gerade mal wahllos ausgewürfelt hat).


Vielleicht sollte man mal eine App dafür erfinden, die beantwortet "bin ich gerade mal schizoid und ist
der unwillige andere schizoid, oder wieso fluppt das nicht",
und ein Großteil von derartigen Bedürfnissen wäre schon erfüllt.

Und dann denk ich wieder, nagut die Leute sind halt irgendwie desorientiert und vielleicht auch
im hiesigen Zeitgeist gefangen, dann tut es mir auch wieder etwas leid.


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