Reality-Check

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 17. September 2018, 05:32

Na ja, kommt auch bei Patienten vor, dass da jemand (männlich) sagt, "Sie brauchen wieder einen Freund", wenn ich gerade wieder besonders schlimm aussehe. Da ärgere ich mich aber weniger, weil sie es ja letztlich "gut meinen".

Ist doch so ein altes Klischee, dass Teenager nur so lange Akne haben, bis sie den ersten Freund haben. Bei anderen, bis sie das erste Kind werfen. Kann ja bei manchen zutreffen, dass es durch Hormonumstellung so ist. Nun bin ich aber schon ein paar Tage älter und kenne mich mit den Reaktionen der Haut auf alles Mögliche gut aus.
Wem kommt es also zu, da Fremden so "einfache" Lösungen anzubieten? :kein Plan: Wieso fühlen die sich da überhaupt zuständig?
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Re: Reality-Check

Beitragvon Indigocat » 17. September 2018, 08:17

Themis hat geschrieben:Na ja, kommt auch bei Patienten vor, dass da jemand (männlich) sagt, "Sie brauchen wieder einen Freund", wenn ich gerade wieder besonders schlimm aussehe. Da ärgere ich mich aber weniger, weil sie es ja letztlich "gut meinen"
Ok, da kenne ich mich nicht so aus, hat zu mir noch keiner gesagt. :kein Plan: Meine Kinder hatten unreine Haut, die wir brav mit antibiotikahalten Salben behandelt haben. Nach meiner "Erleuchtung" dass Saccharose die "Wurzel allen Übels" ist, habe ich die Familienernährung auf zuckerarm umgestellt. Dadurch ist das bei allen weggegangen.
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Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 17. September 2018, 10:46

Themis hat geschrieben:Na ja, kommt auch bei Patienten vor, dass da jemand (männlich) sagt, "Sie brauchen wieder einen Freund", wenn ich gerade wieder besonders schlimm aussehe.

achso, daran hatte ich gar nicht gedacht, dass Hautbild und Hormone zusammenhängen können.

Aber solche ungefragten Empfehlungen finde ich schon bei Bekannten in einem Kontext,
wo man sich kennt, und mal redet, eher nervig.

Bei Fremden käme noch so eine Note "irreal / Wahn" mit rein, weil der kennt mich doch persönlich
gar nicht; wie kommt man nur auf die Idee, irgendjemandem was hinterherzurufen?!
Soll ich jetzt bei jedem Dicken, der an mir vorbeigeht, sagen "ess Äpfel, ess Äpfel" oder "mach Sport"??
Und bei anderen Auffälligkeiten ebenso meinen unausgegorenen Senf dazugeben?

Ich meine, ich komme manchmal in Zweifel, ob wir wirklich so getrennte soziale Wesen sind, vielleicht
hat der Typ ja wirklich einen telepathischen Gedanken aus dem Universum aufgenommen
und freundlicherweise weitergeleitet.
Aber anhand der gemessenen Sitte und dem Konzept von Personen, wie man mit denen umgeht,
finde ich das immer noch krude.

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Re: Reality-Check

Beitragvon Indigocat » 17. September 2018, 12:11

tiffi hat geschrieben:Aber anhand der gemessenen Sitte und dem Konzept von Personen, wie man mit denen umgeht,
finde ich das immer noch krude.
Ja finde ich auch sehr übergriffig. Vielleicht eine Mischung aus männlichem imaginären Überlegenheitsgefühl, Sadismus und Frust?

Vermute mal, würde man all diese Männer einem Persönlichkeitstest unterziehen, kämen erhöhte Werte in Persönlichkeitseigenschaften heraus, wo andere kleingemacht werden müssen, um sich selber aufzuwerten.

Vielleicht strahlt Themis auch aus, dass sie damit verletzbar ist?

Ich habe ja jetzt schon deutlich viele graue Haare, was bei meinen schwarzen Haaren sehr auffällt. Aber außer meiner Freundin und meiner Friseurin (die verständlicherweise ein kommerzielles Interesse daran hat), hat mir noch keiner gesagt, dass ich mir mal die Haare nachfärben lassen soll, schon gar keine Männer. Eigentlich warte ich ja schon ein bisschen drauf, dass jemand mal was sagt, habe ja schon eine Menge bissiger Antworten parat vonwegen Gesundheitsschädlichkeit von Haarfarben und was Männer können, können wir schon lange und so....
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Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 17. September 2018, 12:18

Indigocat hat geschrieben:Ich habe ja jetzt schon deutlich viele graue Haare, was bei meinen schwarzen Haaren sehr auffällt. Aber außer meiner Freundin und meiner Friseurin (die verständlicherweise ein kommerzielles Interesse daran hat), hat mir noch keiner gesagt, dass ich mir mal die Haare nachfärben lassen soll, schon gar keine Männer. Eigentlich warte ich ja schon ein bisschen drauf, dass jemand mal was sagt, habe ja schon eine Menge bissiger Antworten parat vonwegen Gesundheitsschädlichkeit von Haarfarben und was Männer können, können wir schon lange und so....

Vielleicht ist das auch der Trick, dass man vorbereitet sein muss, dass man "Schwächen" zeigt und
ein anderer was unangemessenes sagt, und dann muss man schlagfertig genug sein (vorher schon
ein paar Argumente haben und Haltungen pflegen, auf die man dann umswitchen kann).

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Re: Reality-Check

Beitragvon Themis » 19. September 2018, 23:43

tiffi hat geschrieben:Ich meine, ich komme manchmal in Zweifel, ob wir wirklich so getrennte soziale Wesen sind, vielleicht
hat der Typ ja wirklich einen telepathischen Gedanken aus dem Universum aufgenommen
und freundlicherweise weitergeleitet.
Vielen Dank dafür, hat mich so zum Lachen gebracht. :winken:
Werde bei der nächsten ähnlichen Situation dran denken und mir kosmische Antennen auf dem Haupt desjenigen vorstellen, vielleicht hilft es.
Indigocat hat geschrieben:Vielleicht eine Mischung aus männlichem imaginären Überlegenheitsgefühl, Sadismus und Frust?

Vermute mal, würde man all diese Männer einem Persönlichkeitstest unterziehen, kämen erhöhte Werte in Persönlichkeitseigenschaften heraus, wo andere kleingemacht werden müssen, um sich selber aufzuwerten.
Das überlegt man sich hinterher natürlich auch. Leider hilft es MIR schlecht, sozusagen den Aussprechenden abzuwerten (auch wenn seine Denkweise, Motivation und Äußerung indiskutabel sind), um mich dann aufzuwerten. Da hab ich leider eine Art Sperre drin. Gegen jemanden und für mich ist ganz schwierig. Übe schon, zumal es ja sehr leicht wäre, sich über so einen anonymen Passanten zu erheben und dadurch für ähnliche Situationen besser gewappnet zu sein.
Indigocat hat geschrieben:Vielleicht strahlt Themis auch aus, dass sie damit verletzbar ist?
Das leider bestimmt. Sieht die Haut gerade schlecht aus, werde ich schon ab dem Aus-dem-Haus-Gehen deutlich unsicherer. Zu Hause sieht mich zwar keiner, aber ich mich und bin wütend auf mich. Draußen reduziere ich mich in Haltung, Blick etc. dann selbst auf die schlechte Haut, was Gegenüber, die jemanden zum Kleinmachen suchen, bestimmt wahrnehmen.
Bei den Patienten ist es eher Mitleid, die das momentane Aussehen dann schade finden und mich aufmuntern wollen.

Saccharose kann EIN Faktor sein, v. a. bei der typischen Teenagerakne; ebenso bestimmte Fette, Kaffee, Hülsenfrüchte etc., je nach Person. Bei mir z. B. sind die Hauptfaktoren nach 30 Jahren Beobachtung einerseits a) die Hormone (zu viel Testosteron, daher mit Pille grundsätzlich deutlich besser - aber leicht zunichte zu machen durch b) :verstimmt: ) und andererseits b) psychischer (innerer) Stress. Äußerer/Alltagsstress hingegen (Zeitdruck z. B. bei aber zu bewältigenden Aufgaben) ist eher Eustress und lässt die Haut schön werden.
Nicht aber der von dem Radfahrer genannte Faktor. Vollidiot. :genervt:

tiffi hat geschrieben:
Indigocat hat geschrieben:Ich habe ja jetzt schon deutlich viele graue Haare, was bei meinen schwarzen Haaren sehr auffällt. Aber außer meiner Freundin und meiner Friseurin (die verständlicherweise ein kommerzielles Interesse daran hat), hat mir noch keiner gesagt, dass ich mir mal die Haare nachfärben lassen soll, schon gar keine Männer. Eigentlich warte ich ja schon ein bisschen drauf, dass jemand mal was sagt, habe ja schon eine Menge bissiger Antworten parat vonwegen Gesundheitsschädlichkeit von Haarfarben und was Männer können, können wir schon lange und so....

Vielleicht ist das auch der Trick, dass man vorbereitet sein muss, dass man "Schwächen" zeigt und
ein anderer was unangemessenes sagt, und dann muss man schlagfertig genug sein (vorher schon
ein paar Argumente haben und Haltungen pflegen, auf die man dann umswitchen kann).
Wenn ich da schnell genug Wut fühlen und reagieren könnte in der Situation, hätte ich da schon einiges parat. Allerdings wäre das in der Ebene nicht weit von dem z. B. von dem Radfahrer Gesagten entfernt und ebenfalls persönlich beleidigend. Das wäre nun auch nicht mein Stil.
Und ich finde, rechtfertigen muss ich mich auch nicht oder irgendjemandem überhaupt was erklären.

Kurios ist, wenn es mir gut geht, z. B. nach einer schönen Situation auf Arbeit oder sonst einer externen oder internen tiefer gehenden Freude oder Selbstbestätigung, heilt auch die Haut innerhalb eines halben Tages ab und "strahlt". Kein Mensch spricht mich dann mehr darauf an oder schaut mitleidig oder kritisch, es tritt offenbar auch für Beobachter in den Hintergrund und der persönliche Gesamteindruck überwiegt.
Und so halt leider auch umgekehrt wohl der negative, wenn gerade schlecht.

Ist andererseits auch eine Frage des Sichverkaufens mit bestimmten Personen: Z. B. kam es über die Jahre schon mehrfach vor, dass Kollegen oder VHS-Kurs-Bekannte, die mich also öfter sahen und mit mir ganz gut konnten, wenn ich dann mal im Gespräch sagte "ich hab halt die schlechte Haut" oder sowas, dann ehrlich überrascht reagierten - "Da sieht man doch kaum was, was machst Du Dir da Gedanken?" Die hatten offenbar die ganze Zeit einen Filter drin, der sie das als nicht so bedeutsam wahrnehmen ließ. (Denn das Narbengewebe sieht man natürlich immer, da ich das Gefühl von "Kleister" auf der Haut nicht mag und daher nur ganz leicht mattierende Gesichtscreme verwende, die nichts überdeckt.)

Irgendwie gilt offenbar: "Nur wer Schwächen zeigt, bei dem werden sie gesehen", aber das gezielt für sich zu nutzen, habe ich in der Hinsicht noch keinen gangbaren Weg gefunden. :kein Plan:
Das Aussehen ist in solchen Dingen halt auch wenig beeinflussbar und daher vielleicht nicht so attraktiv als "Baustelle" mit viel Engagement für sich; man kommt eh nicht raus aus der Nummer, auch große Anstrengungen führen nur zu minimalen Verbesserungen, die nicht mal dauerhaft sind.
Bei meiner früheren extremen Schüchternheit und Linkischkeit (das Wort gibts nicht, aber passt hier :breites grinsen: ) z. B. hingegen sah ich halt einen langfristigen Sinn darin, mich in Richtung auf mehr Sicherheit zu bearbeiten und kann daher seit Jahren (auch durch berufliche Erfahrungen, wo das gefordert wurde) sehr bestimmt und selbstsicher auftreten, ohne mich groß zu verstellen oder in einer Rolle zu sein.

Problem an solchen Äußerungen wie der des Radfahrers ist halt auch, dass sie nicht nur einen Bereich betreffen, sondern eine (Miss-)Deutung der gesamten Person, ihrer Schwierigkeiten und Möglichkeiten einschließen. :genervt:
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Re: Reality-Check

Beitragvon Indigocat » 20. September 2018, 09:49

Themis hat geschrieben: Wenn ich da schnell genug Wut fühlen und reagieren könnte in der Situation, hätte ich da schon einiges parat. Allerdings wäre das in der Ebene nicht weit von dem z. B. von dem Radfahrer Gesagten entfernt und ebenfalls persönlich beleidigend. Das wäre nun auch nicht mein Stil.
Das klingt mir schon wieder viel zu sehr nach "Mutter". Wenn ich neben meiner Mutter gelaufen bin und andere mich in der Situation beleidigt haben und ich mich gewehrt habe, dann hat meine Mutter mit mir geschimpft und gesagt, ich solle damit aufhören, "wir" machen so was nicht. Im Gegensatz dazu ist sie in ähnlichen Situationen sogar mit den anderen gegen mich gegangen. Denke da auch an eine ehemalige Bekannte, hat ständig über ihren Mann gejammert, aber wenn ich angedeutet habe, dass sie sich trennen soll, dann kam so die Spitze in meine Richtung: " "Wir" in unserer Familie trennen uns nicht gleich bei jedem Problem." Wegen so was bin ich auch allergisch gegen ständiges Gejammere ohne nachfolgende Konsequenzen.

Ich habe für unerwartete Situationen ein einfaches: "Schnauze, Dorftrottel!" oder "Halts Maul, Missgeburt!" parat.
ich finde, rechtfertigen muss ich mich auch nicht oder irgendjemandem überhaupt was erklären.
Machst du doch in dem Fall auch nicht?

Warum bist du denn so verletzlich in Bezug auf dein Äußeres?

Ich sage mich dann auch immer: Wie andere mich behandeln, hat weniger mit mir selbst zu tun, als mit dem anderen. Der andere sagt mit seiner Kommunikation mehr über sich als über mich.
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Re: Reality-Check

Beitragvon Indigocat » 7. Oktober 2018, 16:42

hinterdemmond hat geschrieben:von meinem lehrergehalt könnte ich mir dort bestimmt ein riesenhaus mieten, wo vielleicht sogar meine mutter platz findet. die hat schon angekündigt, dass sie auf ihre alten tage gern bei mir einziehen würde. mit meiner schwester ist nicht zu rechnen, die kommt nur, wenn sie geld braucht. mir graust es schon allein bei dem gedanken. aber wenn ich so ein restbauernhof irgendwo in der süd-brandenburgischen pampa kriege, wo ich mutti in einen ausgebauten seitenflügel enquartieren kann, sieht die sache schon anders aus.
Was mir eher zu denken geben würde, ist, dass du bei einer Verbesserung deiner Einkommensverhältnisse zuallerst an deine Mutter denkst, nicht an deine Familie, vor allen nicht an deine Kinder. Die Energie sollte immer von alt nach jung fließen, nicht umgekehrt. Natürlich kann sich im Alter bei Pflegebedürftigkeit der Energiefluss kurzzeitig umkehren. Moralisch oder emotional verpflichtet würde ich mich z. B. aber dazu nur fühlen, wenn meine eigene Familie ausreichend versorgt ist und meine Eltern sich das "verdient" haben. In deinem Fall sehe ich beides nicht gegeben. Und das, obwohl du jemand bist, der solche Zusammenhänge objektiv sehr klar erkennt. "Mutti" ist im altersgerechten Wohnen mit angeschlossener Betreuung auch recht gut aufgehoben. Kinder verzeihen vielleicht vieles, aber der Schaden, der ihrer Entwicklung zugefügt wurde, ist kaum wieder gutzumachen und deshalb auch nicht zu verzeihen.
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Re: Reality-Check

Beitragvon hinterdemmond » 9. Oktober 2018, 01:26

Indigocat hat geschrieben:Was mir eher zu denken geben würde, ist, dass du bei einer Verbesserung deiner Einkommensverhältnisse zuallerst an deine Mutter denkst, nicht an deine Familie, vor allen nicht an deine Kinder. Die Energie sollte immer von alt nach jung fließen, nicht umgekehrt. Natürlich kann sich im Alter bei Pflegebedürftigkeit der Energiefluss kurzzeitig umkehren. Moralisch oder emotional verpflichtet würde ich mich z. B. aber dazu nur fühlen, wenn meine eigene Familie ausreichend versorgt ist und meine Eltern sich das "verdient" haben. In deinem Fall sehe ich beides nicht gegeben. Und das, obwohl du jemand bist, der solche Zusammenhänge objektiv sehr klar erkennt. "Mutti" ist im altersgerechten Wohnen mit angeschlossener Betreuung auch recht gut aufgehoben. Kinder verzeihen vielleicht vieles, aber der Schaden, der ihrer Entwicklung zugefügt wurde, ist kaum wieder gutzumachen und deshalb auch nicht zu verzeihen.

ich muss halt an beides denken. meine mutter würde es nicht verstehen, wenn ich mir einen ganzen bauernhof kaufe, und sie keinen platz darin findet. bei uns steht die familie über alles. das sind leute, auf die ich mich immer verlassen konnte. auf meine mutter konnte ich mich immer verlassen. egal was sie sonst für unsinn redete, wenn es wirklich darauf ankam, war sie für mich da. ich für sie scheinbar nicht. den kindern geht es gut, nur die nachbarn beschweren sich schon wieder, dass sie zu laut sind. ein grund mehr, um in die pampa zu ziehen. meine mutter würde aus allen wollken fallen, wenn sie die beiden in action erleben würde. -"ihr wart aber nicht so schlimm damals!" -"nein mutti, wir waren noch viel schlimmer, du hast es nur vergessen." aber zu viel besitz belastet mich und meine seele, so ein haus sich ans bein zu binden muss deswegen gut überlegt sein. es gibt dann kein entrinnen mehr, man ist dann festgenagelt. und nen lehrerjob ist auch nichts für mich. ich habe schon mal unterrichtet, zwei stunden die woche. ich war so froh, als ich das durch hatte. die bürgerliche existenz ist in wahrheit ein gefängnis, nur wer noch nie draußen war, kann sich darin wohlfühlen.
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)

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Re: Reality-Check

Beitragvon tiffi » 9. Oktober 2018, 05:53

das größte Gefängnis sitzt im Kopf, mal abgesehen von der körperlichen Existenz.


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