Horrorwohnung für Schizoide?

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foobar
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Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon foobar » 21. September 2018, 19:28

Heute Abend kam auf 3Sat in "Nano" ein Beitrag zum Thema "Clusterwohnungen". Dabei hat jeder Bewohner ein paar eigene Räume (Schlafzimmer, Bad, Teeküche), aber so etwas wie eine Küche oder das Wohnzimmer, teilen sich mehrere Wohngemeinschaften. Und natürlich helfen die Bewohner - wenn sie gerade Lust und Zeit haben - bei der Pflege der Gartenanlage mit.

Wie es der Zufall so will, wurde der Beitrag bereits schon einmal in einer anderen Sendung ("W wie Wissen") ausgestrahlt. Hier kann er angeschaut werden:
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/videos/clusterwohnung-video-100.html

Das alles klingt für mich nach so einer Art "Schullandheim auf Lebenszeit". (Und meine Erinnerungen an meinen letzten Schullandheimbesuch wecken keinerlei positive Erinnerungen)

Aber vielleicht bin ich ja ein Einzelfall und jemand von euch findet die Idee ganz toll?
Oder gibt es jemand der lieber mit mir nach Spitzbergen durchbrennen wollen würde?
Immer wenn du dich einsam, unwichtig und ungeliebt fühlst, denk daran: das Leben geht weiter - auch ohne dich! :lachen:

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Ghostvoice » 22. September 2018, 07:02

Alleine die Szene am Esstisch machte mir Angst... das ist wirklich nur etwas für Menschen, die sich nach einer WG- oder Dorfgemeinschaft sehnen.

Oder für einen Serienkiller!
Der Vorteil bei Letztem wäre, daß immer wieder neue Leute einziehen, weil andere einfach spurlos verschwinden. Vielleicht könnte man in der Gemeinschaftsküche eine Namensliste aufhängen und der, welcher die meisten Striche neben seinem Namen hat, wird das nächste Opfer! So könnte man all jene aussortieren, die eben nicht dazupassen...

Ja, ich denke, dann könnte das sogar für mich funktionieren. Vorausgesetzt, ich dürfte selbst der Serienkiller sein...
Wanda: ... du bist nichts anderes als ein eingebildeter Affe!!
Otto: Affen lesen aber keine Philosophiebücher!
Wanda: Doch, Otto. Das tun sie - aber sie verstehen sie nicht!
- aus „Ein Fisch namens Wanda“

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon knolle » 22. September 2018, 08:50

Für mich wäre das die absolute Horrorvorstellung. Sich mit jemandem die Räume teilen zu MÜSSEN, weil der Wohnraum knapp ist, finde ich unerträglich :zu halten:

Zumal der Wohnraum aus meiner Sicht nicht knapp sein müsste.

Geht ja nur wieder ums liebe Geld.

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Laika » 22. September 2018, 10:08

Es wird ja keiner dazu gezwungen, da einzuziehen und die Plätze sind ja inzwischen offenbar eh alle schon weg.

Ist sicher nichts für jeden, aber Horror, ich weiß nicht. Das würde wohl darauf ankommen, wie eng die Gemeinschaft wirklich ist und wie viel Beteiligung vom Einzelnen erwartet wird bzw. Nicht-Beteiligung von der Gemeinschaft akzeptiert wird. Auf das Sozialleben bezogen natürlich, nicht den Einkaufsplan oder Putzplan. Ich habe so zwischen 20 und 30 in vielen WGs gewohnt und finde schon, dass es Vorteile hat oder haben kann, auch für einen Schizoiden, wenn die Grundchemie zwischen den Bewohnern mindestens neutral ist oder sogar stimmt.

Von einem reinen Mitbewohner wird viel weniger Verbindlichkeit erwartet als von einem Freund / Freundin oder gar einem Partner. Auch wenn er in einer WG durchaus nach Grundsympathie ausgesucht wird. (Wie ist das eigentlich in dem Projekt, konnte da prinzipiell jeder einziehen, der rechtzeitig die Einlage bezahlt hat? Hat die bestehende Gemeinschaft ein Mitspracherecht dabei?)

Und man kann Sozialkontakte und gemeinsame Unternehmungen haben, ohne dass man großartig Freundschaften pflegen muss, die Mitbewohner sind ja eh da. Man muss sie nicht groß an sich binden, damit sie mal wiederkommen, sie wohnen ja da.

Inzwischen mit 40 weiß ich aber nicht, ob ich mir ein WG-Leben wirklich nochmal vorstellen könnte. Wohl eher nicht... und in diesem Projekt klingt es ja trotz der vorhandenen Rückzugsräume so, als würde die Gemeinschaft sehr groß geschrieben und dementsprechend viel Beteiligung erwartet. Also doch eher zu eng für mich.

Ich lebe ja mit Partner in einer Wohnung und das empfinde ich für mich schon als eng. Es gibt immer wieder Momente, wo ich mir einbilde, dass das unverbindliche WG-Leben die bessere Wahl vielleicht gewesen wäre für mich...

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon tiffi » 22. September 2018, 10:34

Bei mir wäre das Problem, dass ich nach der Arbeit eigentlich niemanden mehr sehen will / muss.

Mit dem Rückzugsraum in dem Projekt klingt ok, und wohl etwas erwachsener als in einem Schul-
Landheim. (Werden Kindern weniger Rückzuge zugestanden? Oder brauchen Kinder das gar nicht so
und hängen gerne bei Eltern und Geschwistern ab, wenn nix traumatisches passiert?)

Ich glaube, mit dem Essen und dann für alle Mann kochen und einkaufen, würde für mich doch eher
in Stress ausarten. So eine Dreier- oder Vierer-Untergruppe könnte ich mir besser vorstellen als
eine 11 Mann- Mannschaftsküche.

Aber eigentlich...ich glaube, es wäre nichts für mich.
Wäre einmal fast in eine WG eingezogen mit 3 Frauen, die grundlegend sympathisch waren
(bis wir gemeinsam in Urlaub fuhren), aber irgendein innerer Widerstand und Horror
hat sich breitgemacht.

Grundsätzlich klingt die Idee von Laika, dass ein WG Partner weniger Bindung und Freundschaft
erfordert, aber ganz gut. :Sonne:
Sowas hatte ich, wenn ich alleine in Urlaub gefahren bin und dann mal für ein paar Tage
eine weibliche Reisebekanntschaft sich aufgetan hat, das war locker und unverbindlich und man
konnte trotzdem was gemeinsam teilen.
Bei Freundschaft ist es je nachdem viel enger und die wird man nicht mehr los.
► Text zeigen

foobar hat geschrieben:Oder gibt es jemand der lieber mit mir nach Spitzbergen durchbrennen wollen würde?
Ach du jee, ich dachte erst Spitzbergen wäre ein Partyort in Bayern oder Österreich mit Après-Ski usw. :lachen:

Sieht nicht übel aus da. Statt Kühe dann ein paar Eisbären. Hauptsache nichts mit Menschen.

Du übersiehst allerdings, dass in einem Schizo-Forum das "mit mir" nicht so sehr auf Begeisterung
stößt ;) (wobei, eine angenehme, selbständige, distanzierte Begleitung, die nicht ständig quasselt, könnte nicht von Schaden sein)

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Indigocat » 22. September 2018, 11:35

Für mich wäre es auch nichts, meine Wohnung mit Fremden zu teilen. Früher die Urmenschen haben aber auch in einer Höhle zusammengewohnt. Vermute aber die waren mehr oder weniger alle miteinander verwandt.

Genaugenommen habe ich ja mit meinen Kindern eine WG, aber auch eine große Wohnung, s. d. sich jeder zurückziehen kann, aber auch mal reden kann, wenn einem danach ist. Gab aber auch schon Zeiten in denen ich ganz alleine war und das hat mir auch sehr gefallen.

Würde auch immer wieder versuchen, meine Arbeit ins Home-Office auszulagern und mir eine günstige ruhige Wohnung irgendwo im Grünen zu suchen. Um Berlin herum sind die Wohnungen ja auch günstiger als direkt in der Stadt.
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Laika » 22. September 2018, 13:23

Haha, wie der Zufall so spielt :lachen: auf dem Heimweg vom Einkaufen drückt mir prompt jemand einen Flyer für ein so Generationenprojekt hier bei uns in der Gegend in die Hand. Wird gerade gebaut und es werden noch Leute gesucht, gerne auch Jüngere, gerne Familien, aber auch Einzelpersonen... Habe sehr nett abgelehnt, dass es gerade in der Situation nicht passt und auch die erforderliche Einlage nicht vorhanden ist, den Flyer aber mal mitgenommen :breites grinsen:

tiffi hat geschrieben:
foobar hat geschrieben:Oder gibt es jemand der lieber mit mir nach Spitzbergen durchbrennen wollen würde?
Ach du jee, ich dachte erst Spitzbergen wäre ein Partyort in Bayern oder Österreich mit Après-Ski usw. :lachen:

Sieht nicht übel aus da. Statt Kühe dann ein paar Eisbären. Hauptsache nichts mit Menschen.

Du übersiehst allerdings, dass in einem Schizo-Forum das "mit mir" nicht so sehr auf Begeisterung
stößt ;) (wobei, eine angenehme, selbständige, distanzierte Begleitung, die nicht ständig quasselt, könnte nicht von Schaden sein)


Svalbard... mein letztes Sehnsuchtsziel, wo ich unbedingt noch hinwill, während ich lebe.

Für mich aber die Aussicht, zu zweit dorthin zu fahren, definitiv am schwierigsten, weil am engsten. Dann lieber alleine, oder alleine oder zu zweit mit einer Gruppe dabei. Begleitung wird definitiv benötigt, wenn man die Siedlungen verlassen und ins Landesinnere will. Barentsburg... war für mich der Inbegriff vom vergangenen und verlassenen Ende der Welt. Inzwischen entdecken das wohl die russischen Skitouristen für sich. Man muss wohl bald hin, bevor die Arktis zu hip wird... oder schmilzt... :(

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Themis » 24. September 2018, 08:46

Das ganze Projekt wäre wie eine Neuauflage von "Familie". :zu halten: War so froh, als ich da mit 19 endlich raus war.
Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich so ungern mit Essen zu tun habe, außer im Lokal. Diese Kocherei und gemeinsame (Fr)Esserei, brrrr. Das ganze Haus stank nach Essen und die eigene Kleidung und Haare dann auch. Ich hab so wenig wie möglich so geräuschlos wie möglich aufgenommen und dann so bald wie möglich die widerliche Situation verlassen durch Geschirr in die Küche Tragen und mit dem Abwasch Anfangen, während die anderen noch "gemütlich aßen". Bäh. Sonst entzog ich mich ja weitmöglich, aber die Zwangsveranstaltung des Mittagessens war nicht zu umgehen. :x

Nach dem Auszug wohnte ich erst in einem Schwesternwohnheim mit 12 Zimmern (während des Sozialen Jahrs) und dann die ersten 10 Studiensemester in einer gemischten 3er-WG. In beiden machte aber jeder seins, man traf sich nur mal zufällig in der Küche oder vor dem Bad.
Gab dann mal ganz nette Gespräche, aber das wars auch wieder für einige Wochen. Kein Gemeinschaftsleben. Das war angenehm und die Zimmer so unverletzlich wie eigene Wohnungen.
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Laika » 24. September 2018, 22:15

Themis hat geschrieben:und dann so bald wie möglich die widerliche Situation verlassen durch Geschirr in die Küche Tragen und mit dem Abwasch Anfangen, während die anderen noch "gemütlich aßen"


xD so mache ich das auch immer bei der großen Weihnachtsfeier bei der Oma von meinem Mann. Unvorstellbar, wie viele Leute in ihr kleines Wohnzimmer passen, ein Wunder dass die Versammlung sich noch nicht gesamtheitlich eine Etage tiefer im Keller wiedergefunden hat bis jetzt. Dafür hat sie in der Küche noch so einen alten, mit Feuer beheizten Herd. Da macht das Abwaschen Spaß :-)

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Re: Horrorwohnung für Schizoide?

Beitragvon Themis » 24. September 2018, 23:51

Was, in echt? Diesen Herd kenne ich nur noch aus dem Elternhaus meiner Mutter. Sogar Abwaschwasser musste man da in einem geschwärzten Topf in einem passenden der Ringe heiß machen.
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