Wohnung in einer Studentenstadt

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Wohnung in einer Studentenstadt

Beitragvon Indigocat » 23. August 2018, 09:02

An alle Direktstudenten unter uns, wie habt ihr es geschafft, in Eurer Stadt eine Wohnung zu finden? Wir hatten dieses Problem schon mehrmals in Tübingen, aber offenbar ist Tübingen noch relativ entspannt und innerhalb von zwei Wochen hatten wir immer eine Wohnung für ein ruhiges Mädchen gefunden.

Aktuell suchen wir in einer anderen Stadt für einen Jungen, die Wohnungslage ist dort offenbar viel angespannter und die angebotenen 1-Zimmer-Appartments und WGs teurer als meine 5-Zimmer-Wohnung im tiefsten Osten. Der Preis wäre erst mal nicht so schlimm, das geht schon mal ne zeitlang, bis sich was Günstigeres gefunden hat, aber selbst diese Vermieter antworten nicht. :rätseln:
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Re: Wohnung in einer Studentenstadt

Beitragvon hinterdemmond » 24. August 2018, 00:16

wir hatten das problem auch mal, ist schon etwas länger her in einer kleinen universitätsstadt, wo man jede 5m² besenkammer mit internetanschluss für 350€ kalt vermieten konnte. da gab es gar keine freien wohnungen auf dem wohnungsmarkt, im internet war nichts zu finden. wir sind dann hingefahren, drei tage lang sämtliche schwarzen bretter an der uni abgeklappert, schließlich im schaufenster einer kleinen immobilienklitsche einen zettel mit einem wohnungsangebot gesehen. der vermieter war ein dicker, lebensfroher mit goldkettchen behangener rumäne, der wie ein türsteher aussah, aber als klarinettist im orcherster des örtlichen drei-sparten-theaters arbeitete und nebenbei verschiedenen dubiosen geschäftchen nachging (eine türsteherfirma hatte er tatsächlich auch mal). der immobilienmakler war sein kumpel, die courtage haben sie sich wahrscheinlich geteilt. später meldete der makler sich noch mal und behauptete felsenfest, ich hätte das geld noch gar nicht überwiesen (ich habe es bar eingezahlt, vielleicht deswegen) ich musste dann noch mal zur sparkasse und überprüfen lassen, ob das geld wirklich auf dem konto eingegangen ist. das war es natürlich. der typ meinte dann, er hätte was übersehen.
die wohnung war eine völlig überteuerte kleine schimmelbutze in einem haus mit einer recht heterogenen bewohnerschaft. unter uns lebte ein alter blümchenverkäufer aus pakistan. aber, ich glaube, das war nur tarnung, ständig gingen bei ihm junge, ausländische männer ein und aus, die vermutlich mit irgendwas dealten. neben ihm wohnte ein versoffener, junger, deutscher arbeitsloser mit polnischer frau und kleinkind. ein paar wohnungen waren mit studentenpärchen belegt, die nacheinander auch kinder bekamen. in den restlichen wohnungen lebten nutten, die dort ihre freier empfingen. das war ein lustiges haus, ich wohnte gerne dort, allerdings nicht sehr lange, wir hatten dann doch glück und fanden was besseres. wenn du erstmal in einer stadt bist, ist es leichter was neues zu finden.
ich würde, wenn sich in der stadt nichts findet, umliegende gemeinden mit einer guten bahn- oder busanbindung in betracht ziehen. da sieht der wohnungsmarkt meistens gleich viel entspannter aus. und dann am ende des wintersemesters sich noch mal umschauen. zwischen winter und sommersemester ziehen meist mehr studenten aus, als ein. da suchen manche sogar verzweifelt nach nachmietern. genau das ist uns passiert, als wir aus der besagten wohnung wieder auszogen. die jungen leute kamen, rümften die nase und taten so, als hätten sie noch zig angebote zu besichtigen. und wir mussten ein monat lang doppelt miete zahlen.

ps. in der stadt, in der ich selber studiert habe, habe ich zunächst auch ein halbes jahr in einem möblierten zimmer in einem rotlichtviertel gewohnt, ich landete dort aber mehr aus faulheit, als aus not, hab einfach das erstbeste angebot angenommen. bin dann im märz darauffolgenden jahres in ein studentenwohnheim umgezogen, musste auch ein monat lang doppelt miete zahlen, weil sich nicht sofort ein nachmieter fand. das wohnheim war super. ich hatte lauter fleißige medizinstudenten um mich, die viel lernen mussten und war ne zeitlang sogar der flursprecher. also studentenwohnheim kann ich auch immer empfehlen, muss man aber auch glück haben jetzt kurz vor wintersemesteranfang.
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Re: Wohnung in einer Studentenstadt

Beitragvon Indigocat » 24. August 2018, 02:05

hinterdemmond hat geschrieben:die wohnung war eine völlig überteuerte kleine schimmelbutze in einem haus mit einer recht heterogenen bewohnerschaft. unter uns lebte ein alter blümchenverkäufer aus pakistan. aber, ich glaube, das war nur tarnung, ständig gingen bei ihm junge, ausländische männer ein und aus, die vermutlich mit irgendwas dealten. neben ihm wohnte ein versoffener, junger, deutscher arbeitsloser mit polnischer frau und kleinkind. ein paar wohnungen waren mit studentenpärchen belegt, die nacheinander auch kinder bekamen. in den restlichen wohnungen lebten nutten, die dort ihre freier empfingen. das war ein lustiges haus, ich wohnte gerne dort, allerdings nicht sehr lange, wir hatten dann doch glück und fanden was besseres.
Krass, da hatten wir in Tübingen beim ersten Mal ja echt Glück. Über Internetportale alle angeschrieben und angerufen, für das WE 4 Besichtigungen ausgemacht und hingefahren. Gleich die erste war ein Volltreffer, ein Stück außerhalb, eine Einliegerwohnung mit einer netten hilfsbereiten Nachbarsfamilie, die Frau da hat die Studenten immer gleich mit bemuddelt, mit einem Mietpreis wie im tiefsten Osten. Weil wir so weit gefahren waren und ich die Wohnung in den höchsten Tönen gelobt habe und alles zugesagt habe, Übernahme der Möbel, einen halben Monat länger zahlen und so haben wir den Zuschlag bekommen. Beim zweiten Mal war es ein privates Studentenwohnheim, all inclusive, aber wesentlich teurer.
wenn du erstmal in einer stadt bist, ist es leichter was neues zu finden.
Ja da spekuliere ich auch drauf und würde auch zunächst für eine teure Wohnung zuzahlen bis sich was Besseres findet, aber mein Kind ist zu stolz, meine Hilfe anzunehmen.
ich würde, wenn sich in der stadt nichts findet, umliegende gemeinden mit einer guten bahn- oder busanbindung in betracht ziehen. da sieht der wohnungsmarkt meistens gleich viel entspannter aus. und dann am ende des wintersemesters sich noch mal umschauen.
Aber wie die Jugend so ist....
zwischen winter und sommersemester ziehen meist mehr studenten aus, als ein. da suchen manche sogar verzweifelt nach nachmietern. genau das ist uns passiert, als wir aus der besagten wohnung wieder auszogen. die jungen leute kamen, rümften die nase und taten so, als hätten sie noch zig angebote zu besichtigen. und wir mussten ein monat lang doppelt miete zahlen.
So ging es uns mit der netten ersten Wohnung, wir mussten einen Monat doppelt zahlen, haben dem Vermieter die Kaution dafür überlassen.
ps. in der stadt, in der ich selber studiert habe, habe ich zunächst auch ein halbes jahr in einem möblierten zimmer in einem rotlichtviertel gewohnt, ich landete dort aber mehr aus faulheit, als aus not, hab einfach das erstbeste angebot angenommen.
Da wäre ich vorsichtiger, wir kommen hier aus der tiefsten Provinz, die Leute sind zwar teilweise retardiert, aber die Welt ist noch in Ordnung. ;) Könnten mit dem Milieu wahrscheinlich nicht umgehen und in irgendwas hineingeraten.
bin dann im märz darauffolgenden jahres in ein studentenwohnheim umgezogen, musste auch ein monat lang doppelt miete zahlen, weil sich nicht sofort ein nachmieter fand. das wohnheim war super. ich hatte lauter fleißige medizinstudenten um mich, die viel lernen mussten und war ne zeitlang sogar der flursprecher. also studentenwohnheim kann ich auch immer empfehlen, muss man aber auch glück haben jetzt kurz vor wintersemesteranfang.
Wohnheim ist ja immer so eine Sache für jemanden, der seine Ruhe braucht. Dafür wurden auch die Anmeldungsfristen verpasst. So private Wohnheime gibt es dort auch, kosten ca. 1/3 mehr als in Tübingen. Das ist aber der letzte Rettungsanker, wenn sich kurz vor Oktober noch keine Wohnung gefunden hat.

Das mit dem Hinfahren ist eine gute Idee, dort kann man ja auch in der Uni alle Anschläge lesen und im Studiensekretariat mal nachfragen. Hab auch schon daran gedacht, einen Makler einzuschalten. Der würde dann hoffentlich die ganze lästige Arbeit übernehmen und wir könnten uns das Hin- und Hergefahre sparen.
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Re: Wohnung in einer Studentenstadt

Beitragvon hinterdemmond » 24. August 2018, 09:48

Indigocat hat geschrieben:Da wäre ich vorsichtiger, wir kommen hier aus der tiefsten Provinz, die Leute sind zwar teilweise retardiert, aber die Welt ist noch in Ordnung. ;) Könnten mit dem Milieu wahrscheinlich nicht umgehen und in irgendwas hineingeraten.

na ja, ich hätte höchstens mal in eine schießerei hineingeraten können. damals haben türken und rocker miteinander einen netten türsteherkrieg geliefert. ich glaube, die rocker haben gewonnen. danach war ruhe im viertel und es hat sich langsam zu einer richtigen partymeile mit vielen szenekneipen, wo so lauter nette mittelschichtenbubis davorstanden, gemausert.
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Re: Wohnung in einer Studentenstadt

Beitragvon Indigocat » 28. August 2018, 07:44

Ging schneller als gedacht, innerhalb sogar von einer Woche. Das mit dem Hinfahren war eine gute Idee, Kind ist per Mitfahrgelegenheit hingefahren. Da kommt man nicht immer so ins Stottern, wenn die kurzfristig einen Besichtigungstermin ausmachen wollen. Man muss natürlich mit blütenweißer Schufa, gesichertem Einkommen, Bürgschaft und Kautionssofortzahlung wedeln...
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