Was lest ihr gerade

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ZoeMVinzent
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Re: Was lest ihr gerade

Beitragvon ZoeMVinzent » 14. August 2019, 15:29

,,Der Postbote von Girifalco oder Eine kurze Geschichte über den Zufall- Domenico Dara (wunderschönes Buch)."
,,Dantes Göttliche Komödie- Übersetzt von Otto Gildemeister; Cotta'sche Verlagsbuchhandlung; Siebente Auflage 1922; (Die Schrift ist eine kleine Herausforderung)."
,,Ein Rätsel ohne Lösung ist eine Provokation für den Verstand"-,,Boris Sidis"/ Das Genie-Klaus Cäsar Zehrer.

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Re: Was lest ihr gerade

Beitragvon Maikäfer » 17. August 2019, 20:07

Volltreffer!

Kraftort Wanderungen in Franken

War kürzlich in Fernsehen eine sehr schöne Sendung wo ich schon mal hinwollte aber die Druidensteine waren mir zu weit weg.
Heine Hexe (?) hat da mit Knochenmehl (?) recht rumgepudert.

Schöne Wanderungen, glaube die Wegweiser werte ich schon finden.

Die Hinkelsteine wieder zum wackle zu bringen könnte ich mal versuchen jedoch bräuchte man glaube ich schon vier Druiden.

https://www.br.de/mediathek/video/wir-in-bayern-09082019-hoefe-in-bayern-die-wittelsbacher-und-ihre-juwelen-teil-5-magische-reise-av:5d10a5913ffbd5001a7ac77b
Zuletzt geändert von Maikäfer am 18. August 2019, 08:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Was lest ihr gerade

Beitragvon Brictom » 18. August 2019, 08:39

Mein Bruder hat mir vor Jahren mal "Sophies Welt" geschenkt. Jetzt Jahre später konnte ich mich aufraffen und habe es förmlich verschlungen.

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Kraftvolle Orte

Beitragvon sdsdsdsv » 18. August 2019, 09:06

Maikäfer hat geschrieben:Kraftort Wanderungen in Franken

Schöne Wanderungen, glaube die Wegweiser werte ich schon finden.

Die Hinkelsteine wieder zum wackle zu bringen könnte ich mal versuchen jedoch bräuchte man glaube ich schon vier Druiden.
Da ich (vor)geschichtlich interessiert bin, kann ich diese Seite empfehlen:
http://www.kraftvolle-orte.de/uebersich ... llen-orte/

Eine einsame Heidenschanze im Nirgendwo oder eine geologisch hervorstechende steinerne "Rinne" aufzuspüren, lohnt sich immer. :haus:

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Re: Kraftvolle Orte

Beitragvon Maikäfer » 20. August 2019, 09:21


Mit einer Geocaching App tut man sich beim Aufsuchen erheblich leichter.
Hätte passend zum besuch fast was für´n Altar gehabt, weil ich beim aussteigen vom Auto sah dass die Schleppleine 2 Meter raushing. :zu halten:
Eine Hexe wäre auch mal toll die man was fragen kann:" Warum eine Anomalie auftreten kann wenn ich mich richtig aufrege". :bangen:
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Schatten im Paradies

Beitragvon yxcvbnm » 25. September 2019, 01:44

Derzeit suche ich oft die Buchtauschtelefonzelle auf. Meine jüngste Begegnung:
Schatten im Paradies von Erich Maria Remarque

Über dieses Buch
► Text zeigen


Was soll ich sagen? Es hat mich gefunden... zumindest finde ich bisher viel darin.
Habe 1/4 davon gelesen und freue mich auf mehr. Robert Ross ist ein scharfer Beobachter, was er in Dialogen unverblümt, kurz und klar zeigt (sh. Abschnitte).

Ich mag zwei Abschnitte zitieren:

"Ich war mitten unter ihnen und gehörte doch nicht dazu, war entfernt durch etwas Unsichtbares, nicht durch eine Glaswand und nicht durch eine Distanz, nicht durch Feindseligkeit und nicht durch Fremde, sondern durch etwas, das nur mich allein anging und nur aus mir kam. Dunkel begriff ich, dass es ein einmaliger Augenblick war, dass er so nie wieder käme. Schon morgen würde er etwas verwischt sein - nicht dass ich all dem nähergekommen wäre, im Gegenteil -, es war möglich, dass ich schon morgen den Kampf beginnen würde, mit Kuschen und Feilschen und Verfälschen und jener Traube aus Halblügen, aus der jeder Tag bestand, aber heute Nacht zeigte mir die Stadt ihr unbeteiligtes Gesicht.
Ich wusste plötzlich, dass ich jetzt, wo ich an dieser fremden Küste angelangt war, die Gefahr noch nicht überstanden hatte, dass sie im Gegenteil erst richtig begann. Nicht die äußere, sondern die von innen. Ich war so lange mit dem einfachen Überleben beschäftigt gewesen, und darin hatte gleichzeitig mein Schutz gelegen. Es war primitives Überleben gewesen, wie bei der Panik eines Schiffsunterganges, wo es kein anderes Ziel gibt als das, zu überleben. Jetzt, schon von morgen an, sogar von dieser sonderbaren Stunde an, würde sich das Leben wieder fächerförmig vor mir ausbreiten, es würde wieder eine Zukunft, aber auch eine Vergangenheit haben, eine Vergangenheit, die mich leicht erschlagen konnte, wenn ich sie nicht vergaß oder sie bewältigen konnte. Ich wusste plötzlich, dass das Eis, das sich gebildet hatte, noch für lange Zeit zu dünn wäre, um darauf zu gehen. Ich würde einbrechen. Ich musste es vermeiden. Gab es das noch einmal, von vorn, so wie die Sprache, die neue unbekannte, die vor mir lag, um gedeutet zu werden, gab es das noch einmal: das Leben, und war es nicht Verrat, war es Mord, doppelter Mord an geliebten Toten?
Ich drehte mich rasch um und ging zurück, verwirrt und tief aufgerührt, ich blickte nicht mehr umher, und ich war fast atemlos, als ich das Hotel vor mir sah - nicht breit und waagerecht und augenfällig wie andere Hotels, sondern schmal und unauffällig. Ich trat durch die Tür, die durch falsche Marmorleisten verunstaltet wurde, und sah Melikow hinter der Theke in einem Schaukelstuhl dösen. Er öffnete die Augen, die für einen Moment lidlos wirkten wie die eines alten Papageien, dann wurde sie blau und hell.
"Spielen Sie Schach?" sagte er und erhob sich. "Wie jeder Emigrant."
"Gut. Ich hole den Wodka."
Er ging die Treppe hinauf. Ich sah mich um. Mir war bereits, als wäre ich nach Hause gekommen. Wer nirgendwo zu Hause ist, spürt das leicht."

(S.12-13)

"Was ist denn hier los?" fragte ich Melikow im Hotel. "Raoul. Er will sich das Leben nehmen."
"Seit wann?"
"Seit heute nachmittag. Er hat Kiki verloren, der seit vier Jahren sein Freund war."
"In diesem Hotel wird zu viel geweint", sagte ich, während ich auf das dumpfe Schluchzen lauschte, das aus der Ecke mit den Pflanzen in die Plüschbude kam. "Und immer unter Palmen."
"In jedem Hotel wird viel geweint", erklärte Melikow. "Im Ritz auch?"
"Im Ritz wird geweint, wenn die Börse fällt. Bei uns, wenn der Mensch sich unversehens bewusst wird, dass er hoffnungslos allein ist, obwohl er es nicht glaubte."
"Ist Kiki unter ein Auto gekommen?"
"Schlimmer. Er hat sich verlobt. Mit einer Frau. Das ist die Tragik für Raoul. Wäre er mit einem anderen Homo durchgegangen, so wäre es in der Familie geblieben. Aber eine Frau! Das ist das ewige feindliche Lager. Verräterei. Die Sünde wider dem heiligen Geist. Schlimmer als tot."
"Die armen Schwulen! Sie müssen sich nach zwei Seiten verteidigen. Gegen Männer- und Frauenkonkurrenz." Melikow schmunzelte. "Raoul hat vorhin eine Reihe von bemerkenswerten Aussprüchen darüber gemacht, wie ihm Frauen vorkommen. Die einfachste darunter war: wie Seehunde ohne Haut. Auch über die in Amerika so angebetete Zier der Damen, die volle Brust, hat er sich geäußert. 'Schlappe Kuheuter entarteter Säuger' war das mildeste. Jedesmal, wenn er sich vorstellt, dass Kiki an einer davon hängt, brüllt Raoul auf. Gut, dass du gekommen bist. Wir müssen ihn auf sein Zimmer schaffen. Hier unten kann er nicht bleiben. Hilf mir. Der Kerl wiegt zweihundert Pfund."
Wir näherten uns der Palmenecke. "Er kommt wieder, Raoul", flüsterte Melikow. "Jeder Mensch kann mal irren. Kiki kommt wieder. Fassen Sie sich."
Wir versuchten ihn hochzuheben. Er stemmte sich gegen dem Marmortisch und flennte. Melikow redete weiter beschwörend auf ihn ein. "Sie müssen schlafen, danach ist alles besser. Er kommt wieder, Raoul. Ich habe sowas öfter gesehen. Er kommt zurück."
"Befleckt!" knirschte Raoul.
Während wir ihn wieder emporhoben, trat er mir auf den Fuß. Zweihundert Pfund. "Passen Sie auf, Sie verdammtes altes Weib!" fluchte ich.
"Was?"
"Ja, Sie benehmen sich wie eine rührselige Kaffeeschwester!"
"Ich ein altes Weib?" sagte Raoul, plötzlich einigermaßen normal. "Herr Ross meint das nicht so", beschwichtige Melikow. "Doch, ich meine es so!"
Raoul fuhr sich über die Augen. Wir blickten ihn an und erwarteten einen hysterischen Aufschrei. "Ich ein Weib!"
"Das hat er nicht gesagt", log Melikow. "Er hat gesagt: wie ein Weib."
"So wird man verlassen", erklärte Raoul und erhob sich ohne unsere Hilfe. Wir brachten ihn mühelos zur Treppe. "Ein paar Stunden Schlaf", sagte Melikow beschwörend. "Ein oder zwei Seconals und ein erfrischender Schlaf. Danach eine gute Tasse Kaffee. Dann sieht alles schon viel einfacher aus!"
Raoul antwortete nicht. Auch wir hatten ihn verlassen. Die ganze Welt. "Warum gibst du dir mit dem fetten Mondkalb solche Mühe?" fragte ich.
"Er ist unser bester Mieter. Hat zwei Zimmer und ein Bad."
(S.50-51)


Herrlich.

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Re: Was lest ihr gerade

Beitragvon Ghostvoice » 29. September 2019, 08:27

Derzeit lese ich den letzten der drei Romane von Ron Currie... wird langsam wieder interessant.

In meinem Kopf spuckt aber immer noch nach über einem halben Jahr sein zweites Buch rum - Everything Matters.
Die Grundidee fand ich sehr interessant!
Stell dir vor, wenn du 36 Jahre alt bist, wird ein Komet auf der Erde einschlagen und alles Leben auf dem Planeten vernichen - und du weisst vom Tag deiner Geburt genau, dass das passieren wird.
Was wirst du mit deinem Leben anfangen? Versuchst du es zu verhindern? Lebst du ohne Konsequenzen zu fürchten? Siehst du alles als sinnlos an, weil du ohnehin schon weisst, wie es endet?

Ich fand faszinierend, daß er ca. zwei Drittel des Romanes das Leben des Protagonisten hauptsächlich durch die Erzählungen anderer schildert und dann dieses kosmische Event eintreten lässt und die Erde zerstört wird. Soweit kann man ruhig spoilern...
Aber was wird dann im letzten Drittel erzählt? Und da wird es so richtig faszinierend! Vor allem die letzten Seiten überraschten mich und liesen eine spezielle Frage in meinem Kopf auftauchen, die ich immer noch nicht beantworten kann...

Einer der seltenen zeitgenössischen Romane, die mich beeindruckten!

(Und das, obwohl Currie ein grosses Problem mit Balancing hat: manche Stellen sind grossartig, interessant oder nur unterhaltsam, dann kommen wieder 20, 30 Seiten, bei denen man einschlafen könnte... :) )
Diese Tür war immer nur für dich bestimmt.Und nun werde ich sie schliessen.


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