Stammesentwicklung

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 20:02

Ghostvoice hat geschrieben:Obwohl es ja seit längeren ja eher schon so ist, daß die zeitgleiche Dokumentation des Erlebens zum Erlebnis selbst wird. Übermannt von einer Flut an Gefühlen kann man sich dann beruhigt schlafen legen, in dem Bewußtsein sein Selbst wieder bestätigt zu haben.

Zum einen finde ich es natürlich schade, daß ich inzwischen schon so ein alter Knacker bin, auf der anderen würde ich mir Jugend in unserer Gegenwart nicht wünschen. Da mir jede Faszination aber vor allem das emotionale Handwerkszeug für die Erlebniskultur fehlt, würde ich am Rande untergehen. Wie eine Eule mit grossen Augen in einem Rudel kichernder Hyänen... :bangen:

Ja, da könnte was dran sein mit der Tendenz zum Erleben UND dokumentieren (aber nicht fürs Sammelalbum) UND teilen.
(und Bestätigung bekommen; likes und dislikes)
Das Bild mit der Eule ist nachvollziehbar.

Vor zwei Tagen hatte ich auch irgendein Bild mit Hyänen, ich weiß aber nicht mehr in welchem Zusammenhang,
es war wohl auch was gesellschaftskritisches. Wobei Hyänen an sich ja ansehnliche Tiere sind. http://www.ohwow.de/?p=21877
(Der mit den Hyänen tanzt – Die lange Tradition der Hyänen-Beschwörer)

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 13. August 2018, 20:03

tiffi hat geschrieben:Höchstens mal um vier Uhr morgens kurz 22 Grad als Minimum. Für mich ist das schon elende Hitze, 22 Grad plus.
Achso, wir wohnen im Mittelgebirge, da sind trotz Hitze nachts weniger als 20° und jetzt schon richtig frisch, so dass man eine Jacke drüberziehen muss. Außerdem ist meine Wohnung sehr kühl, so dass ich höchstens kurzärmlich gehen kann, wenn draußen > 28° C sind. Da ich dann nur früh und abends rausgehe, geht die Hitzewelle so ziemlich an mir vorbei. Aber stimmt, je älter ich werde, desto schlechter vertrage ich die Wärme auch.
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 20:08

Indigocat hat geschrieben:
tiffi hat geschrieben:Höchstens mal um vier Uhr morgens kurz 22 Grad als Minimum. Für mich ist das schon elende Hitze, 22 Grad plus.
Achso, wir wohnen im Mittelgebirge, da sind trotz Hitze nachts weniger als 20° und jetzt schon richtig frisch, so dass man eine Jacke drüberziehen muss. Außerdem ist meine Wohnung sehr kühl, so dass ich höchstens kurzärmlich gehen kann, wenn draußen > 28° C sind. Da ich dann nur früh und abends rausgehe, geht die Hitzewelle so ziemlich an mir vorbei. Aber stimmt, je älter ich werde, desto schlechter vertrage ich die Wärme auch.
Das klingt traumhaft vom Klima her.
Nee ich wohne im Südwesten und wir kriegen alles aus erster Hand und es staut(e) sich mehrere Wochen. Wohnung 30 Grad, Halbpaterre 29 Grad, Büro eher 40 Grad. Das Auto aufgeheizt auf 55 Grad und die Klimaanlage schaffte es zum Nachhauseweg vielleicht gerade mal auf Mitte 30 Grad. (Und ja, erstmal Auto ausgelüftet, im Schatten abgestellt so weit es bei uns geht, geht nur für einen Teil des Tages bis die Sonne rum ist).Außen warens bei uns ja so 39 Grad Spitze (im Schatten!) wo es dann abends immer noch 34 Grad waren. Einfach kein Entkommen, kontinuierliches Niedriggaren. und erst so ab vier mal auf den Balkon schmeißen mit den auch nicht so coolen 22 Grad :roll:
Bis man dann um 5 eh aufsteht wegen Arbeit und sich fertig machen, an den Wochentagen halt.
Und Scheiße, ab Mittwoch Donnerstag geht das ganze Spiel schon wieder los. Aber ich hoffe, nicht ganz so lang und intensiv wie die letzten Wochen.
Zuletzt geändert von tiffi am 13. August 2018, 20:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 13. August 2018, 20:38

tiffi hat geschrieben:Nee ich wohne im Südwesten und wir kriegen alles aus erster Hand und es staut(e) sich mehrere Wochen. Wohnung 30 Grad, Büro eher 40 Grad. Das Auto aufgeheizt auf 55 Grad und die Klimaanlage schaffte es zum Nachhauseweg vielleicht gerade mal auf Mitte 30 Grad.
Außen warens bei uns ja so 39 Grad Spitze (im Schatten!) wo es dann abends immer noch 34 Grad waren. Einfach kein Entkommen.
:high: Ja, das war einer der Gründe, weshalb ich letztendlich doch (noch) nicht umgezogen bin, angenehmes Klima (im Zuge des Klimawandels) und günstige Mieten. Früher haben wir geschimpft, weil es hier so kalt ist und die Natur im Frühling immer zwei Wochen später erwacht, aber so langsam wird es hier angenehm.
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon tiffi » 13. August 2018, 20:45

Indigocat hat geschrieben: :high: Ja, das war einer der Gründe, weshalb ich letztendlich doch (noch) nicht umgezogen bin, angenehmes Klima (im Zuge des Klimawandels) und günstige Mieten. Früher haben wir geschimpft, weil es hier so kalt ist und die Natur im Frühling immer zwei Wochen später erwacht, aber so langsam wird es hier angenehm.
Was gehört zum Mittelgebirge? kenne mich geographisch nicht so ganz aus... ist das da im Osten, Thüringen, Eisenach? Achso, hab mal gerade gegoogelt, das kann ja ganz verschiedenes sein.
Interessant wirds wahrscheinlich bei den Ü 1000ern.
Eifel und Westerwald hab ich hier auch in der Nähe, und da ist nicht viel los mit Unterschied in der Temperatur und Kühle.
Der Großteil der Eifel hat halt auch nur so 500 m. Höhe.

Ich denke, die Nachteile (etwas kühler, sonnenausgehungert im Frühling) kann man aber vielleicht eher hinnehmen, wenn man
auch den Riesenvorteil hat, weniger Hitze.

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 13. August 2018, 21:05

tiffi hat geschrieben: Achso, hab mal gerade gegoogelt, das kann ja ganz verschiedenes sein.


Erzgebirge, Harz, Thüringer Wald sind wohl die wichtigsten ostdeutschen Mittelgebirge.
Interessant wirds wahrscheinlich bei den Ü 1000ern.
Ja, davon gibt es aber auch nur wenige. Sind besonders im Winter als Skigebiet interessant.

Eifel und Westerwald hab ich hier auch in der Nähe, und da ist nicht viel los mit Unterschied in der Temperatur und Kühle.
Der Großteil der Eifel hat halt auch nur so 500 m. Höhe.
So hoch wohne ich. ;)

Ich denke, die Nachteile (etwas kühler, sonnenausgehungert im Frühling) kann man aber vielleicht eher hinnehmen, wenn man
auch den Riesenvorteil hat, weniger Hitze.
Habe mich eigentlich immer nach Wärme gesehnt, das hat sich erst die letzten Jahre durch den Klimawandel relativiert. Hoffentlich bleibt es nun noch eine Weile kühl, sonst wandern wir aus. Nach Dänemark, oder Schweden, oder Sibirien... :lachen: Ach nee, da ist es im Sommer trotzdem zu heiß.
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Themis » 13. August 2018, 23:02

Man kommt ja überhaupt nicht mehr hinterher hier ...
Kalliope hat geschrieben:Themis, ich war auch so eine Affendooffinderin. Als Kind. (Heute finde ich sie zumindest interessant, kann man an ihnen ja auch sehr gut Vieles allzu Menschliche studieren.)
:lachen:
"Interessant finden" ist ja schon mal ein guter Kompromiss. Andererseits denke ich mir, ich finde schon so vieles interessant und lese es akribisch nach ... warum dann auch noch Affen. Man braucht ja auch noch Aufgaben fürs Alter. :verwirrt:
Kalliope hat geschrieben:(Frage an die Biologen: gibt es auch bei Affen den Klassenclown?)
Den machen doch schon die Menschen, die in den Dschungel fahren zum Affengucken oder mit langen Nasen und roten Gesichtern am Zoozaun kleben. Wahrscheinlich denken sich die Affen da, "Was für tumbe Primitivlinge - stehen nur da, glotzen und zeigen überhaupt kein interessantes Verhalten. Haben die nichts Sinnvolles zu tun? Nicht mal formschön und gelenkig sind sie! Na ja, aber guck mal die Kleinen da. Die leben ja noch irgendwie und haben Ideen. Hoffentlich werden die nicht auch mal so wie die Großen ..."
tiffi hat geschrieben:Keine Ahnung, ob Affen in Horden eher als Raubtiere gelten; die Schilderungen klangen auch eher so, als wäre so ein
dummer Mensch eine Nachmittagsattraktion, ein Spielzeug was man auch kaputtspielen kann
Aha! Also von wegen "Affen sind 'natürlich', friedlich und harmonisch-rudelhaft". Zumindest nach außen reagieren sie sich dann sadistisch ab. (Sicher biologisch sinnvoll, indem es z. B. die Gruppenidentität stärkt ... oder so.) Da bröckelt das Bild vom "idealen Affen" doch ganz schön. ;)
Ghostvoice hat geschrieben:(Mit den Katzen befasse ich mich hier nicht - das sind alles Schleimer, die einen solange bearbeiten, bis man macht, was sie wollen!)
Danke dafür. :lachen: Ich hatte etwas sehr Ähnliches spontan geschrieben, mich dann aber nicht getraut, es zu posten. Die Kreuze und Nägel ... :breites grinsen:
Gegen Egoisten hab ich durchaus nichts; aber manipulative Egoisten sind mir unsympathisch, so hübsch sie sich auch verkleiden und weich daherkommen mögen. Natürlich streichle ich trotzdem Katzen, denn sie SIND schön weich und schnurren angenehm vibrierend. Das Taktische ist halt so ihr Wesen. Überlebensstrategie, und sehr erfolgreich - immerhin halten sie sich seit Jahrtausenden auf (fast? - Australien weiß ich jetzt nicht. :rätseln: ) allen Kontinenten. Und das als Einzelgänger. Respekt. :katze:

Die Eltern meines Ex hatten neben fünf Haus-Persern auch eine "Kellerkatze" - ein ganz kleines Persermädchen mit irgendwie zerdrückt aussehendem, aber sehr liebem Gesicht und vor allem schüchternen Augen. Sie ließ sich sonst kaum streicheln und verschwand nach Fütterung der Horde, bei der sie nur sehr wenig Futter, dafür aber ein paar Haue mehr abbekam, sofort wieder im Keller ... Aber wenn ich da war, kam sie oft zögerlich um die Ecke guckend hochgeschlichen und zu mir. Eine nicht-taktische und damit mir liebe Katze. :herz:
Ghostvoice hat geschrieben:Obwohl es ja seit längeren ja eher schon so ist, daß die zeitgleiche Dokumentation des Erlebens zum Erlebnis selbst wird. Übermannt von einer Flut an Gefühlen kann man sich dann beruhigt schlafen legen, in dem Bewußtsein, sein Selbst wieder bestätigt zu haben.
(...) Wie eine Eule mit grossen Augen in einem Rudel kichernder Hyänen... :bangen:
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die zum Fühlen der Situation noch Zeit haben bei der ganzen Selfiesiererei und dem Verschickensstress. Hinterher vermutlich schon gleich gar nicht ... Wahrscheinlich reicht es bei vielen schon zum darüber Nachdenken nicht mehr, was sie da eigentlich sehen. Brauchen sie ja auch nicht, denn das Bewerten des Erlebten übernehmen nahtlos die Empfänger. Eine echte Win-win-Situation. :roll:
Und später plumpst man dann vermutlich eher hirnlos-erschöpft vom Kontaktfieber als beruhigt ins Bett, wo man auf dem Handy dann noch pflichtschuldigst die neuesten Postings checkt und seinerseits die Erlebnisse der anderen likt. Die wären ja sonst aufgeschmissen. :zu halten:

Die Eule gefällt mir (bekam ich auch schon als Schülerin als Attribut verpasst, und später immer wieder). Als solche würde ich gerne gurrend auf einem mondbeschienenen Ast sitzen, den keckernden Hyänen lauschen und mir weise-wohlwollend so mein Teil zu den dusseligen Rudelviechern denken. :)
Everything is nothing, and nothing is everything. (Quelle strittig) :alien:

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 14. August 2018, 00:31

tiffi hat geschrieben:Ja, da könnte was dran sein mit der Tendenz zum Erleben UND dokumentieren (aber nicht fürs Sammelalbum) UND teilen.
(und Bestätigung bekommen; likes und dislikes)

Den wichtigen Punkt mit dem Teilen hatte ich tatsächlich vergessen - danke für die Ergänzung! Dokumentation ohne Teilen geht in einer Erlebniskultur gar nicht und ist immens wichtig! :begeistert:

Themis hat geschrieben:Gegen Egoisten hab ich durchaus nichts; aber manipulative Egoisten sind mir unsympathisch, so hübsch sie sich auch verkleiden und weich daherkommen mögen.

Ich habe noch nichtmal was gegen manipulatives Verhalten... aber mein Kampfbegriff ist immer „rücksichtsloser Egoismus“.
Für mich unterscheidet er sich vom ursprünglichen Egoismus, der einfach besagt „Ich nehme mich und meine Bedürfnisse ernst!“ und dem noch ein „... egal ob er anderen schadet!“ hinzufügt. Menschen, die das leben sind mir zuwider... :bangen:

Deine Katzenerlebnise kann ich als langjähriger Katzensklave gut nachvollziehen. Nach über 18 Jahren bin ich nun seit ca. 6 Wochen wieder Katzen-frei. Leider musste ich da den „Kleinen“ (14 Jahre) einschläfern lassen, nachdem sich vor 1 1/2 Jahren der „Grosse“ (17 Jahre) verabschiedet hatte. Nun warte ich interessiert ab, wie mich ein Leben ohne die pelzigen Gesellen verändern wird, da mit vor einigen Jahren der Gedanke kam, daß sie eigentlich sowas wie ein emotionaler Stabilisator für mich sind. Und neue Katzen kommen nicht mehr in Frage...

Das interessante war der Unterschied zwischen ihnen:
Der Grosse - „das schwarze Tier“ - kam im Alter von drei Monaten zu mir, wurde von mir also direkt sozialisiert und war ein sehr schmusebedürftiger Kater. Aber auch ein Einzelgänger und „Langweiler“. Ich fühlte mich oft schuldig, da er nicht so viel Aufmerksamkeit bekam - und das lag eben daran, daß er eben nicht unterhaltsam war. Er hatte eben nur ein „Herz aus Gold“. Aber das reicht nicht, um unsere menschliche Aufmerksamkeit zu erregen - wie bei Menschen ebenso.

Der Kleine - „Bim“ (Blödes-Ignorantes-Mistvieh) - kam mit 4 Jahren zu mir. Er war in einer kinderreichen Familie zusammen mit anderen Katzen aufgewachsen. Die ihn alle verprügelten - selbst seine eigene Tochter ( :lachen: ).
Er war ein ausgesprochen schöner, zierlicher Kater dessen geistige Reife im Kätzchenalter stehen geblieben war. Verspielt, neugierig und voller Energie. Sehr unterhaltsam.
Aber er war ein typischer Kater: klaut dein Essen, kratzt, ignoriert dein Geschrei und schleimt. Nur selten kam er „ohne Grund“ schmusen. Dennoch bekam er viel Zuwendung.

Dieses ungleiche Verhältnnis zwischen den beiden bestätigte viel von dem, was ich über die menschliche Natur zu wissen glaube.
Der Charakter zählt in der Aussenwirkung weitaus weniger als der „Unterhaltungswert“ eines Individuums. Wir Menschen wenden uns immer unbewußt dem zu, was unsere inneren Bedürfnisse an Unterhaltung anspricht, selbst wenn wir aus rationalen Gründen den unterhaltsameren Individuuen diese Aufmerksamkeit lieber nicht gewähren würden.
Jemand, der sich wie die Axt im Wald verhält, wird immer gerne gesehen werden, weil er eben ein Bedürfnis anderer befriedigt.
Während im Gegenzug jemand, der rücksichtsvoll und emotional vielleicht ehrlicher ist im Vergleich dazu immer untergehen wird, wenn er nicht das Talent der extrovertierten Vermarktung besitzt...
Wanda: ... du bist nichts anderes als ein eingebildeter Affe!!
Otto: Affen lesen aber keine Philosophiebücher!
Wanda: Doch, Otto. Das tun sie - aber sie verstehen sie nicht!
- aus „Ein Fisch namens Wanda“

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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Ghostvoice » 14. August 2018, 00:58

Themis hat geschrieben:Ich kann mir kaum vorstellen, dass die zum Fühlen der Situation noch Zeit haben bei der ganzen Selfiesiererei und dem Verschickensstress. Hinterher vermutlich schon gleich gar nicht ... Wahrscheinlich reicht es bei vielen schon zum darüber Nachdenken nicht mehr, was sie da eigentlich sehen. Brauchen sie ja auch nicht, denn das Bewerten des Erlebten übernehmen nahtlos die Empfänger. Eine echte Win-win-Situation. :roll:
Und später plumpst man dann vermutlich eher hirnlos-erschöpft vom Kontaktfieber als beruhigt ins Bett, wo man auf dem Handy dann noch pflichtschuldigst die neuesten Postings checkt und seinerseits die Erlebnisse der anderen likt. Die wären ja sonst aufgeschmissen. :zu halten:


In einem Podcast beschrieben die Sprecher desselbigen genau dieses Phänomen. Als Social-Network-Verweigerer kenne ich solche Schilderungen immer nur als zweiter Hand. Aber ich halte es schon für glaubhaft, dass es sich so zuträgt.

Anstatt einfach den Anblick eines Tieres in freier Wildbahn zu beobachten, wird eher Augenmerk darauf gelegt, aus welcher Richtung man es am besten ablichten kann.
Das Dokumentieren-statt-Erleben-Bewusstsein führt zwangsläufig zu anderen inneren Prozessen als das bis dato bekannte Erleben.
Ich frage mich, inwiefern der äußere Input des Erlebnis auf die eigene Weltwahrnehmung wirkt... ist er abgeschwächt? Oder bringt er nur andere innere (erkenntnis-relevante) Prozesse hervor und wenn ja, welche?
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Wanda: Doch, Otto. Das tun sie - aber sie verstehen sie nicht!
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Re: Stammesentwicklung

Beitragvon Indigocat » 14. August 2018, 07:41

hinterdemmond hat geschrieben:
Indigocat hat geschrieben: Bonobos
das sind unsere nächsten verwandten, zu keiner anderen affenart ist die genetische übereinstimmung so groß. aber den hunden und katzen wäre das, glaube ich, egal, vermutlich würden sie tatsächlich da keinen großen unterschied sehen. den sehen nur wir, weil wir glauben denen irgendwas voraus zu haben.
An Katzen gefällt mir vor allem, dass sie klein und weich sind, verdammt süß und sich kuscheln lassen. Würde ein anderes Tier diese Eigenschaften haben und für mich verfügbar sein, wäre es mir egal, ob es eine Katze ist oder dieses andere Tier. Die Katze interessiert wahrscheinlich vor allem, dass sie fressen kann und beschützt wird. Ihr wird egal sein, von welcher Kreatur sie ihr Futter erhält, Hauptsache, sie bekommt es. Man kann Tieren noch nicht so menschliche Eigenschaften unterstellen wie Falschheit oder so, sie handeln letztendlich nach einem überwiegend instinktgesteuertem Algorithmus, Katzen vielleicht noch mehr wie Hunde (diese sind schon etwas verständiger).
:katze: Katzen machen glücklich.:katze:


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