Die Alt-Right Bewegung

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Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon sdsdsdsv » 11. November 2017, 19:15

(Betrifft englischsprachige Youtube-Kanäle, auf deutsch wird weniger zeitgemäßer Journalismus betrieben, bzw. Satire produziert.)

Die Faschisten sind zurück. Sie waren natürlich nie weg, sind nun aber, u. a. vom Auftreten des amerik. Presidenten ermutigt, wieder sichtbarer geworden und haben neue Zielgruppen erschlossen, die sie mit einer nicht ganz so neuen Plattform ködern können -- Youtube. In ihrem Fahrwasser finden sich z. B. gut getarnte Frauenhasser oder bestimmte Musiker, die in manchen Genres häufiger vertreten sind als in anderen. Weil sich aber niemand so recht offen als Faschist outen möchte, muss man sich verstellen. Im englischen nutzen sie die euphemistische Bezeichnung "Alt-Right", gehören also zu den "alternativen Rechten". Im dt. sind "die Identitären" gebräuchlicher. Es handelt sich bei diesen nicht um eine in sich geschlossene Ideologie, sondern vielmehr um einen Sammelbegriff für verschiedene Ideologien:

"Im Zentrum steht die rassistisch und antisemitisch begründete Annahme, dass die "Identität der weißen Bevölkerung" von der multikulturellen Einwanderungsgesellschaft der USA sowie einer "politischen Korrektheit" und Gesetzen zur Förderung der sozialen Gerechtigkeit bedroht sei und gegen diese verteidigt werden müsse. [...] Ideologische Kernelemente der Alt-Right-Bewegung sind unter anderem White Supremacy, Neonazismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Sie spricht sich unter anderem gegen politische Korrektheit, Feminismus, Multikulturalismus und Einwanderung aus." [Wikipedia]. Im englischen Sprachraum gilt das Breitbart News Network als wichtigstes Sprachrohr der Bewegung.

So weit so schlecht. Man muss nicht lange suchen, bis man auf die Stars der (teils gemäßigteren) Szene trifft, die ironisch als "Youtube-'Intellectuals'" (man beachte die Anführungszeichen) bezeichnet werden können und die sich selbst gelegentlich "Sceptics" nennen: "Sargon of Akkad", "Thunderf00t", "Armored Skeptic", der kuriose "Golden One" und andere Gestalten aus diesem digitalen Umfeld werden nicht müde, in ihren langen Videos progressive Ideen zu schmähen und damit Geld zu verdienen. Dabei sind die "Vorträge" dieser selbsternannten Skeptiker kaum mehr als ein Spiegel der eigenen Befindlichkeit ihrer Zuschauer und kommen i.d.R. ohne Recherche aus. Mit ein paar mehr oder weniger geschickten Kunstgriffen, vor allem aber fester Überzeugung und einer pseudointellektuellen Fassade werden Feministen, LBQTs und andere angegriffen, politische Ereignisse besprochen oder Kinofilme verrissen.

Die "Gegenspieler" dieser Typen, d. h. eigentlich jeder, der ihnen widerspricht, wird von ihnen als SJWs (social justice warriors) abgestempelt. Das ist auf deutsch der "politisch korrekte" Gutmensch, womit wir also eine abwertende Kategorie hätten, in die Menschen mit guter Absicht einsortiert werden, um sie zu diffamieren. Wer aber ist das und was machen die?

Nun es handelt sich nicht um eine koheränte Gruppe, sondern eher um ohnehin internetaffine Charaktere, die sich an bestimmten Aspekten der neuen Rechten stören. Da wären zum Beispiel...


Contrapoints, ein studierter Philosoph und ehemaliger Crossdresser, der sich als Frau identifiziert ist eine schillernde Persönlichkeit. Er produziert humorvolle, spannende Videos über politische und soziale Themen. Highlights: Decrypting the Alt-Right: How to Recognize a F@scist, What the Alt-Right Fears, The Left

https://www.youtube.com/watch?v=Sx4BVGPkdzk


Anita Sarkeesian (YT-Channel), die sich mit Frauen in Computerspielen beschäftigt und damit den Hass der "Gamergate"-Bewegung auf sich zog. One Weird Trick for Helping Women ist das Video, auf den sich der TAZ Artikel bezieht.

https://www.youtube.com/watch?v=7KmZpvnVL7o


Lindsay Ellis: Mel Brooks, The Producers and the Ethics of Satire about N@zis - was darf Satire, welche Rolle spielt Intention, die Funktion der Satire: Dekonstruktion faschistischer Ikonographie

https://www.youtube.com/watch?v=62cPPSyoQkE


Sehenswert sind außerdem...


Warum das alles? Weil's interessant ist und manchmal die Fetzen fliegen. Wer liest schon trockene Bücher von Marx oder Betty Friedan, wenn man mit dem Internet sozialisiert wurde und die Grundgedanken auch in einem bunten Video erklärt bekommt. [;)]

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon tiffi » 12. November 2017, 10:11

Die Strohmanntaktik ist mir in einem anderen Zusammenhang aufgefallen. ich finds ja ein bisschen gemein,
weil der andere, der darin verwickelt ist, nicht gemeint ist / keine Chance hat.

Das Thema an sich ist sonst so komplex, dass ich wenig zu sagen kann, bin wenig in der
politischen Welt unterwegs. Finds aber interessant, davon zu lesen, was bewegt.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon sdsdsdsv » 19. November 2017, 21:32

tiffi hat geschrieben:Die Strohmanntaktik ist mir in einem anderen Zusammenhang aufgefallen. ich finds ja ein bisschen gemein,
weil der andere, der darin verwickelt ist, nicht gemeint ist / keine Chance hat.

Kommunikation ist überhaupt der Bereich, welcher in der heutigen Zeit sehr viel Bedeutung in der politischen Auseinandersetzung gewonnen hat. In den Dreißigern gingen die Leute eher auf der Straße aufeinander los, da war wesentlich mehr Gewaltbereitschaft auf allen Seiten, auch wenn Charlotsville tragisch ist. Die Rechten haben nun rhetorisch dazugelernt und achten viel stärker auf ihr Publikum -- nicht zuletzt weil sie mit so viel Widerstand rechnen müssen.

Ein Beispiel aus der TAZ: Die politischen Positionen, die Frontfrau Petry dann vorstellt, entsprechen in vielen Punkten jenen der AfD. Der Unterschied: Sie werden weichgespült präsentiert. "Mit der AfD wird niemand koalieren“, sagt die ehemalige Parteichefin ganz offen. „Wir müssen das Programm so formulieren, dass es für mehr Bürger zustimmungsfähig ist."

Statt zum Beispiel direkt von "Untermenschen" zu sprechen, fangen sie erstmal damit an zu erklären, dass Asiaten im Durchschnitt den höchsten Intelligenzquotienten aller "Rassen" haben. Wer dass hört, wird erstmal keinen Verdacht schöpfen. Dann geht es damit weiter, dass Afrikaner verhältnismäßig sportlich und bei den olympischen Spielen z.B. sehr erfolgreich sind. Irgendwann kommen sie zu dem Schluss, dass hellhäutige Europäer am besten an das Leben in Europa angepasst sind (oder etwas ähnliches). Das ist schon etwas anderes als grölende Nazis, die das abschreckendste sind, was man sich vorstellen kann.

Kommunikation findet damit weitgehend auf einer Metaebene statt: Die Rechten wollen entweder den anderen provozieren und als den Strohmann darstellen, als den sie ihn auch wahrnehmen, um Umstehende auf ihre Seite zu ziehen, während es die Linke da etwas schwieriger hat. Wenn sie offen debattiert, muss sie damit rechnen, dass die Gegenseite ihre wahren Motive leugnet, wenn sie aber die Auseinandersetzung ablehnt, bekommt sie den schwarzen Peter (nicht gesprächsbereit). Es ist somit schwierig einem intelligenteren rechten Gegner zu begegnen. Dazu kommt noch, dass die Presse Links und Rechts gern miteinander vergleicht und als vergleichbar desaströs behandelt. Wer die (linke) Position erwägt, nach der rechtes Gedankengut die Herrschenden und das System seit jeher kaum bedroht haben (eher im Gegenteil), während der linke Umverteilungsgedanke durchaus nicht in deren Sinne ist (und sich die Presse tendenziell nach ihnen orientiert), kann man das verstehen.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon 1stein » 24. November 2017, 21:05

Naja in der deutschsprachigen "Skeptiker"-Szene kann man keineswegs alle als rechtsextrem bezeichnen, bloß weil sie sich teils relativ intensiv und differenziert an ihrer Meinung nach negativen Tendenzen innerhalb des Feminismus abarbeiten (Sallyisg4y, Derdoktorant). Es ist ein Unterschied, ob man mit seiner Meinung im Unrecht ist, oder rechtsextrem ist.
Der Star der Identitären in der deutschsprachigen Youtube-Szene ist Martin Sellner.
Überhaupt ist es allgemein schwer zu nachzuweisen, ob Kritik an gendergerechter Sprache alleine bereits einen Schwulenhass des Kritikers reflektiert. Oder, ob Kritik an Antisemitismus in manchen muslimischen Kreisen automatisch Hass gegenüber Muslimen als Menschen spiegelt.
Bei der Antifa hat man aber den Eindruck, dass diese andere Meinungen pauschal mit Kampfbegriffen wie "rechtsextrem", "rassistisch", "homophob" abstempelt. Man hat bei der Antifa oft den Eindruck, dass das Menschen voller Hass sind (siehe zB G20), und dass sie Andersdenkende nicht tolerieren, und zwar egal, ob diese nun rechtsextrem sind oder nicht!

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon Schattentanz » 27. November 2017, 19:54

1stein hat geschrieben:Bei der Antifa hat man aber den Eindruck, dass diese andere Meinungen pauschal mit Kampfbegriffen wie "rechtsextrem", "rassistisch", "homophob" abstempelt. Man hat bei der Antifa oft den Eindruck, dass das Menschen voller Hass sind (siehe zB G20), und dass sie Andersdenkende nicht tolerieren, und zwar egal, ob diese nun rechtsextrem sind oder nicht!

Ja, das ist auch mein Eindruck. Ich finde persönlich, dass sich Linksradikale und Rechtsradikale nichts nehmen; gerade dieses Prinzip, dass jeder "der Feind" ist, der bekämpft werden muss, der nicht uneingeschränkt ihre Meinung teilt ... . Beide Seiten bekämpfen imho eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft.
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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 27. November 2017, 22:48

Schattentanz hat geschrieben:Ja, das ist auch mein Eindruck. Ich finde persönlich, dass sich Linksradikale und Rechtsradikale nichts nehmen; gerade dieses Prinzip, dass jeder "der Feind" ist, der bekämpft werden muss, der nicht uneingeschränkt ihre Meinung teilt ... . Beide Seiten bekämpfen imho eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft.

na ja, es gibt schon einen signifikanten unterschied. rechtsradikale richten ihre gewalt immer gegen schwächere. sie prügeln am boden liegende obdachlose zu tode. sie verfolgen, mobben und drangsalieren andersartige da, wo sie nur können und immer zu dritt, viert oder fünft gegen einen. sie erschießen arglose dönerverkäufer. sie werfen molotow-cocktails in häuser, in denen sich frauen und kinder aufhalten. sie hauen auf wehrlose drauf überall, wo sich die gelegenheit ergibt. da ist ein grad an moralischer verkommenheit, der kaum noch zu toppen ist.

linksradikale richten ihre gewalt hauptsächlich gegen die staatsmacht. sie gehen auf schwer bewaffnete polizisten los. oder kämpfen gegen die nazis mit allen mitteln. manchmal laufen die dinge aus dem ruder, wie in hamburg. dann brennen anwohnerautos und geschäfte werden geplündert. aber da sind auch viele mitläufer dabei, frustrierte jugendliche, die denken, jetzt können sie auch mal so richtig die sau rauslassen.

ich kannte mal im kunststudium flüchtig ein paar freaks aus der szene. das waren totale sportlertypen, sie machten karate und 100 liegestütze am tag, und sie hatten ihre überzeugungen, für die sie zu kämpfen bereit waren. aber sie hätten nie im pulk mitten auf der straße einen wehrlosen menschen zusammengeschlagen, nur weil er anders aussah oder ihre ideologie nicht teilte. sie mochten ideologisch verblendet sein, aber ihr herz war immer noch am rechten fleck.

man kann natürlich über den rest diskutieren und streiten, aber das ist der signfikante unterschied, den ich bis jetzt bei links- und rechtsradikalen feststellen konnte.
Zuletzt geändert von hinterdemmond am 27. November 2017, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon sdsdsdsv » 27. November 2017, 22:54

Dem obigen Beitrag stimme ich zu.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon Schattentanz » 28. November 2017, 16:22

hinterdemmond hat geschrieben:na ja, es gibt schon einen signifikanten unterschied. rechtsradikale richten ihre gewalt immer gegen schwächere. sie prügeln am boden liegende obdachlose zu tode. sie verfolgen, mobben und drangsalieren andersartige da, wo sie nur können und immer zu dritt, viert oder fünft gegen einen. sie erschießen arglose dönerverkäufer. sie werfen molotow-cocktails in häuser, in denen sich frauen und kinder aufhalten. sie hauen auf wehrlose drauf überall, wo sich die gelegenheit ergibt. da ist ein grad an moralischer verkommenheit, der kaum noch zu toppen ist.

linksradikale richten ihre gewalt hauptsächlich gegen die staatsmacht. sie gehen auf schwer bewaffnete polizisten los. oder kämpfen gegen die nazis mit allen mitteln. manchmal laufen die dinge aus dem ruder, wie in hamburg. dann brennen anwohnerautos und geschäfte werden geplündert. aber da sind auch viele mitläufer dabei, frustrierte jugendliche, die denken, jetzt können sie auch mal so richtig die sau rauslassen.

Dann leben wir in einem anderen Land. Hier gab es die RAF, die gemordet und terrorisiert hat, und Angriffe von linken zahlenmäßig überlegenen Aktivisten gegen Menschen, die sie nur (versehentlich) für Rechts halten, gibt es ebenso. Und dann war da noch der G20-Gipfel in Hamburg sowie diverse "Einzelvorfälle", die man in den lokalen Polizeimeldungen findet, manche davon schaffen es in die überregionalen Medien.

Für mich ist außerdem das Leben und die körperliche Unversehrtheit eines Polizisten nicht weniger wert. Steine auf Polizisten zu werfen oder im Rahmen von Demonstrationen einzelne Polizisten zusammenzuschlagen, nachdem man sie von ihren Kollegen abdrängen konnte, wiegt in meinen Augen nicht weniger schwer nur weil die Polizisten aus gutem Grund schwere Schutzausrüstung tragen und die Staatsmacht repräsentieren. Trotzdem macht sie das weder unverwundbar noch gibt das anderen ein Recht dazu, die mit Steinen, Böllern, Stöcken etc. zu attackieren.

Aber diese Denke, dass das gegen "Bullenschweine" als Vertreter des verhassten Staates schon ok ist und ja was ganz anders ist, wo man sich ja so für Humanität einsetzt angeblich, ist mir in der linken Szene durchgängig begegnet. Nicht überall und man muss auch differenzieren (dito bei der rechten Szene). Ich sehe das so, dass diese Einstellung mit real begangenen Taten Bände spricht und da sehe ich keinen Unterschied zu Rechten, die Andersdenkende tätlich angreifen. Das ist das Gleiche in grün. Dito bei den geistigen Brandstiftern. Und selbstverständlich greifen auch Linksaktivisten/Linksradikale zu mehreren ihnen unterlegene Personen/Gruppen an, die sie zu den Andersdenkenden zählen (weshalb sie ihre Taten für legitim halten). Das ist kein Alleinstellungsmerkmal von rechten Kriminellen.

Gewalttaten gegen andere werden für mich auch nicht dadurch legitim, dass sie gegen Rechte begangen werden. Wer sich angeblich so zur Demokratie bekennt, behauptet, sich gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen, und sich stets darauf beruft, wenn es um eigene Vorteile und die eigene Legitimation geht, der sollte das tunlichst verinnerlicht haben, ansonsten ist er ein Scheindemokrat und doppelmoralisch und nicht besser als das, was er bekämpft; kurzgesagt: Sowas ist ein Heuchler.
Zynismus: Der geglückte Versuch, die Welt zu sehen, wie sie wirklich ist.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon Indigocat » 28. November 2017, 20:12

Da gibt es ein Buch von Arno Gruen: "Der Verlust des Mitgefühls". Darin schreibt er in einem Artikel über rechte und linke Extremisten. Beides hat seiner Meinung nach seinen Ursprung im übertragenen Hass auf die Eltern.
Wobei ich denke, dass rechte Extremisten überwiegend aus der Bildungsunterschicht kommen und linke Extremisten überwiegend aus der Mittelschicht.
Islamische Extremisten sind dasselbe in Schwarz.
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 28. November 2017, 21:59

Schattentanz hat geschrieben:Dann leben wir in einem anderen Land. Hier gab es die RAF, die gemordet und terrorisiert hat, und Angriffe von linken zahlenmäßig überlegenen Aktivisten gegen Menschen, die sie nur (versehentlich) für Rechts halten, gibt es ebenso. Und dann war da noch der G20-Gipfel in Hamburg sowie diverse "Einzelvorfälle", die man in den lokalen Polizeimeldungen findet, manche davon schaffen es in die überregionalen Medien.

Für mich ist außerdem das Leben und die körperliche Unversehrtheit eines Polizisten nicht weniger wert. Steine auf Polizisten zu werfen oder im Rahmen von Demonstrationen einzelne Polizisten zusammenzuschlagen, nachdem man sie von ihren Kollegen abdrängen konnte, wiegt in meinen Augen nicht weniger schwer nur weil die Polizisten aus gutem Grund schwere Schutzausrüstung tragen und die Staatsmacht repräsentieren. Trotzdem macht sie das weder unverwundbar noch gibt das anderen ein Recht dazu, die mit Steinen, Böllern, Stöcken etc. zu attackieren.

Aber diese Denke, dass das gegen "Bullenschweine" als Vertreter des verhassten Staates schon ok ist und ja was ganz anders ist, wo man sich ja so für Humanität einsetzt angeblich, ist mir in der linken Szene durchgängig begegnet. Nicht überall und man muss auch differenzieren (dito bei der rechten Szene). Ich sehe das so, dass diese Einstellung mit real begangenen Taten Bände spricht und da sehe ich keinen Unterschied zu Rechten, die Andersdenkende tätlich angreifen. Das ist das Gleiche in grün. Dito bei den geistigen Brandstiftern. Und selbstverständlich greifen auch Linksaktivisten/Linksradikale zu mehreren ihnen unterlegene Personen/Gruppen an, die sie zu den Andersdenkenden zählen (weshalb sie ihre Taten für legitim halten). Das ist kein Alleinstellungsmerkmal von rechten Kriminellen.

Gewalttaten gegen andere werden für mich auch nicht dadurch legitim, dass sie gegen Rechte begangen werden. Wer sich angeblich so zur Demokratie bekennt, behauptet, sich gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen, und sich stets darauf beruft, wenn es um eigene Vorteile und die eigene Legitimation geht, der sollte das tunlichst verinnerlicht haben, ansonsten ist er ein Scheindemokrat und doppelmoralisch und nicht besser als das, was er bekämpft; kurzgesagt: Sowas ist ein Heuchler.

na, so einfach ist das nicht, bzw. es ist total einfach. rechte sind gegen menschen, die anders sind als sie selbst. sie hassen migranten, schwule, behinderte, obdachlose usw. diese menschen wollen sie am liebsten vernichten, dann die herrschaft über die welt ergreifen und auf kosten von anderen leben. der schöne alte traum von adolf h.
linke sind gegen unser system, das millionen von menschen massiv unterdrückt und ausbeutet. vielleicht nicht hier (obwohl hier auch, nur milder), aber zb. in bangladesh, wo unsere h&m t-shirts hergestellt werden unter bedingungen, wo denen wir lieber nichts wissen wollen. oder der klimawandel, der woanders millionen von menschen bereits schwer zu schaffen macht. usw. alles verursacht durch unsere schöne freiheitlich-demokratische gesellschaft.

der moderate linke, der im bundestag sitzt, ist natürlich dafür, dass die ganzen probleme friedlich und freiheitlich-demokratisch gelöst werden. er ist natürlich schon ein bisschen verseucht durch das system, weil er von da seine kohle bekommt. das system hat ihn gekauft. deswegen erzählt er einem schöne geschichten von einer besseren welt und versucht hier und da einen klitzekleinen reformversuch anzustoßen. aber es ändert sich irgendwie nichts. oder sterben jetzt weniger kinder in afrika als früher? oder die kinder, die irgendwo unsere markenschuhe für einen hungerlohn zusamenleimen, dürfen die jetzt plötzlich in die schule, weil ihre eltern endlich genug verdienen, um davon ihre familien zu ernähren? nur weil irgendein fuzzi von der linkspartei das mal in bundestag gefordert hat? nein. alles ist immer noch genau so scheiße wie früher. und genau das kann kann der linksradikale nicht ertragen. deswegen zündet er barrikaden an. bewirft die bullen mit steinen und betrachtet den ausgebrannten mercedes von frau müller aus hamburg als kollateralschaden. er kann diese ungerechtigkeit nicht ertragen und betrachtet gewalt als ein legitimes mittel, um sie zu beenden. denn alles andere hat ja bis jetzt auch nicht wirklich geholfen.

ob das richtig ist, wage ich zu bezweifeln. denn die versuche von linksradikalen eine neue, bessere gesellschaft zu erschaffen, endeten bis jetzt immer in terror, diktatur und massenverelendung. aber der linksradikale glaubt trotzdem an seinen traum. er ist überzeugt, dass er es diesmal besser und richtig macht als seine vorgänger. es ist ein alter menschheitstraum. daran ist nichts verkehrt. vielleicht kommen wir irgendwann mal dahin. das wäre zu wünschen.
deswegen weigere ich mich standhaft linke und rechte in einen topf zu werfen. das ist, mit verlaub, eine sehr enge, kleinbürgerliche denkweise.
auch im abseits sterben helden. (clickclickdecker)


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