Die Alt-Right Bewegung

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 28. November 2017, 22:36

Indigocat hat geschrieben:Da gibt es ein Buch von Arno Gruen: "Der Verlust des Mitgefühls". Darin schreibt er in einem Artikel über rechte und linke Extremisten. Beides hat seiner Meinung nach seinen Ursprung im übertragenen Hass auf die Eltern.
Wobei ich denke, dass rechte Extremisten überwiegend aus der Bildungsunterschicht kommen und linke Extremisten überwiegend aus der Mittelschicht.
Islamische Extremisten sind dasselbe in Schwarz.

früher kamen die linken aus der arbeiterschicht. heute ist sie fast ausgestorben, deswegen gibt es diese vielen weichgespülten, möchtegernlinken mittelschichtenkiddies.
der arno gruen hatte doch mal so eine schöne theorie von der guten und der schlechten mutter. die linken und die rechten hatten alle ganz miserable mütter. der unterschied war - die rechten haben es nicht erkannt, sie hielten ihre schlechten mütter für gut und idealisierten sie über alle maßen. (der berühmte mutterkult bei den der nazis zb.) und sie übertrugen unbewusst dieses falsche idealbild auf das große und ganze. das system, der staat sollte auch hart, unbarmherzig und strafend sein, gegen alle, die nicht gehorsam und brav genug sind. und wenn es einen selbst erwischte, dann hat man bestimmt auch was falsch gemacht, warum sollte die "gute" mutter einen sonst bestrafen? und wenn die "gute mutter" von einem verlangte, den gürtel enger zu schnallen, weil man das geld für panzer und kanonen brauchte, war das bestimmt richtig so. die "gute mutter" kümmerte sich um einen und wollte doch einen nur von der großen, bösen welt da draußen beschützen.

die linken erkannten, dass ihre mütter scheiße waren, und lehnten sich gegen sie auf. und somit rebellierten sie gegen die ganze gesellschaft, weil sie ihnen genauso falsch und verkommen vorkam, wie ihre mütter. am ende aber waren sie auch nur fähig eine schreckensherrschaft zu errichten, weil sie ja auch nichts anderes kannten.
na ja, eine interessante theorie.
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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon tiffi » 29. November 2017, 12:03

hinterdemmond hat geschrieben:
Indigocat hat geschrieben:Da gibt es ein Buch von Arno Gruen: "Der Verlust des Mitgefühls". Darin schreibt er in einem Artikel über rechte und linke Extremisten. Beides hat seiner Meinung nach seinen Ursprung im übertragenen Hass auf die Eltern.
Wobei ich denke, dass rechte Extremisten überwiegend aus der Bildungsunterschicht kommen und linke Extremisten überwiegend aus der Mittelschicht.
Islamische Extremisten sind dasselbe in Schwarz.

(...)
die linken erkannten, dass ihre mütter scheiße waren, und lehnten sich gegen sie auf. und somit rebellierten sie gegen die ganze gesellschaft, weil sie ihnen genauso falsch und verkommen vorkam, wie ihre mütter. am ende aber waren sie auch nur fähig eine schreckensherrschaft zu errichten, weil sie ja auch nichts anderes kannten.
na ja, eine interessante theorie.

An den Arno Grün dachte ich in dem Zusammenhang auch.
und dass Gewalt gegen. (...)... egal mit welcher Fahne darauf....im Prinzip doch das ist, was es bekämpft.
Ich meine Arno Grün schreibt auch, dass viele die dann "siegreich kämpfen", irgendwie doch
Oppurtunisten sind und kein völlig neues System aufbauen, sondern das System ist das selbe in grün/rot,
nur mit etwas anderen Vorzeichen.

Ich selbst mag keine linke oder rechte Gewalt und finde nicht eins davon besser.
Idealismus scheint mir doch meist mit Faschismus verwoben zu sein, so friedliebend er auch daher
kommt.
Gibts ja immer "Gegner" die dagegen sind, nicht zu überzeugen sind, an alten Traditionen
festhängen.
Dann werden die Gegner vielleicht noch gutmütig als "unreif" und "zu belehren, wissen es nicht besser"
eingeordnet.
Aber das respektiert im eigentlichen nicht die Position der "Gegner", geht davon aus, dass man selber
das gute richtige will und die anderen unwissend oder wissen am falschen bösen festhängen.


Die Demokratie hat ja durchaus auch Mittel, sehr extreme Kräfte (verfassungswidrige) einzudämmen.
Alternativ müsste ein komplett neues System her ( aber welches?!), was besser taugt als Demokratie,
ohne Gewalt und "natürlich" irgendwie zu errichten ist, was aber m. E. z Zt auch Traumtänzerei ist.

In den derzeitig bekannten Systemen finde ich Demokratie eigentlich das beste.
Wobei das natürlich auch auf den Menschen baut, der wankelmütig ist, z T eigennützig,
schwatzhaft und inkongruent, darum sind ein paar Werte und Gesetze dann auch nicht übel.
Oh, ich und eine politische Aussage :lachen:

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 29. November 2017, 13:34

tiffi hat geschrieben:Ich selbst mag keine linke oder rechte Gewalt und finde nicht eins davon besser.

ich find natürlich rechte gewalt viel schlimmer, weil ich ein alter punk bin und der meinung, dass nazis immer eine auf die fresse verdient hätten.
aber im grunde hast du ja recht, linke gewalt ist natürlich auch nicht das gelbe vom ei, weil sie zu nichts führt. zumindest zu nichts gutem.
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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon Indigocat » 29. November 2017, 19:07

hinterdemmond hat geschrieben:früher kamen die linken aus der arbeiterschicht. heute ist sie fast ausgestorben, deswegen gibt es diese vielen weichgespülten, möchtegernlinken mittelschichtenkiddies.
Na ausgestorben ist die Arbeiterschicht nicht, aber den meisten geht es immer noch zu gut, um auf die Barrikaden zu gehen. Außerdem muss man sagen, wie es ist, wer will, die kognitiven Fähigkeiten hat und sich strukturieren kann, kann in Deutschland studieren, egal aus welcher Schicht er kommt, dank BAföG. Also ist das Verbleiben in der Unterschicht nur noch Schicksal, wenn man eben nicht der Hellste ist oder körperlich oder psychisch verhindert. Die körperlich und geistig eingeschränkten Leute klammere ich hier jetzt auch aus, die zähle ich größtenteils nicht zu Bildungsunterschicht. Die anderen schieben natürlich aufgrund ihrer Perspektivenlosigkeit Frust und vergleichen sich nach (scheinbar) unten, um sich aufzuwerten (-> andere Rasse, andere Religion, anderes Geschlecht....). Kommt dazu noch der nicht eingestandene Frust auf eine böse Mama, dann werden die wirklich unangenehm (meine Theorie).
Die Frauen haben eventuell noch die Möglichkeit, aufwärts zu heiraten, Männern steht diese Möglichkeit eher nicht zur Verfügung.

Auch denke ich, würde man Rechte und Dschihadisten zusammen auf einer einsamen Insel aussetzen, wären die bald die dicksten Freunde. Man fragt sich ja oft, wieso mischt so ein Selbstmordattentäter nicht mal auf einer AFD-Demo mit oder wieso räumen die Rechten nicht mal bei den islamischen Terroristen auf? Ganz einfach, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Immer sind die Opfer völlig Unschuldige, auf beiden Seiten.
“Die Hummel hat 0,7 qcm Flügelfläche bei 1,2 g Gewicht. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht und fliegt einfach trotzdem.”

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 30. November 2017, 01:00

Indigocat hat geschrieben:Na ausgestorben ist die Arbeiterschicht nicht, aber den meisten geht es immer noch zu gut, um auf die Barrikaden zu gehen. Außerdem muss man sagen, wie es ist, wer will, die kognitiven Fähigkeiten hat und sich strukturieren kann, kann in Deutschland studieren, egal aus welcher Schicht er kommt, dank BAföG. Also ist das Verbleiben in der Unterschicht nur noch Schicksal, wenn man eben nicht der Hellste ist oder körperlich oder psychisch verhindert.

sie ist zumindest stark geschrumpft, sei es durch auslagerung der abeitsplätze ins ausland oder automatisierung. ich hab mal gelesen, dass im stammwerk von vw in wolfsburg in den 60ern noch 60000 leute gearbeitet haben, und in den 90ern waren es nur noch 20000. auserdem ist das gros der arbeiterschicht schon längst in die mittelschicht aufgestiegen. ein industriemechaniker der beim besagten vw 20€ die stunde verdient + zulagen, +gewinnausschüttungen gehört für mich weder bildungs- noch einkommenstechnisch zur unterschicht. er hat sein haus, sein carport, seinen passat, seine zwei urlaube im jahr, und das gibt er natürlich nicht mehr her. für eine revolution ist er nicht mehr zu haben.
handfeste unterschicht sind für mich wirklich nur leute, die seit ewigkeiten nur rumhartzen keinen schulabschluss, keine ausbildung haben und auch kaum noch perspektiven, aus diesem zustand je wieder rauszukommen.
viel interessanter ist eine neue schicht, die heute entsteht und immer größer wird. das ist das sogenannte prekariat. hier trifft sich alles mögliche: der studierte germanist, der für 800€ im monat irgendwelche texte fürs internet verzapft. das mädel, das mehrere ausbildungen abgebrochen hat und jetzt in einer szenekneipe kellnert. der junge grafik-designer, dessen freelancertum von den eltern mitfinanziert wird. all das sind leute, die nicht genau wissen, ob das geld am monatsende reicht, und die gegenwärtig immer mehr werden. ich denke, hier ist in zukunft am meisten sozialer sprengstoff zu erwarten.
Indigocat hat geschrieben:Die Frauen haben eventuell noch die Möglichkeit, aufwärts zu heiraten, Männern steht diese Möglichkeit eher nicht zur Verfügung.

die frauen sind vor allem viel flexibler und beweglicher als männer. und anpassungsfähiger. das ist schon bei den schimpansen so. die männchen sitzen ihr leben lang auf dem baum, auf dem sie geboren sind und bewachen ganz argwöhnisch ihr territorium, bereit jeden fremden, männlichen eindringling platt zu machen. die weibchen sind viel mobiler und wechseln häufiger die gruppe und werden dann auch von der neuen gruppe akzeptiert.
bei den menschen ist es so ähnlich. ich denke, das größte problem in der flüchtlingskrise war, dass die massen, die zu uns über die grenzen strömten zu ca 80% aus jungen, erwachsenen männern bestanden. das hat vielen leuten angst gemacht. wenn das alles junge, attraktive frauen gewesen wären, hätten die ganzen afd-pegida-fuzzis überhaupt nichts dagegen, sondern würden notgeil an ihren fernsehbildschirmen kleben und sich was ganz anderes denken. hier haben sich die männer auf den weg gemacht, weil die äußerste not sie dazu getrieben hat und weil der weg so gefährlich war, dass sie allein losgezogen sind, in der hoffnung ihre familien später auf sicherem wege nachholen zu können.
sonst wären sie da geblieben. denn zu hause sind sie was, hier in der fremde sind sie ertmal ein niemand.
frauen haben da weniger solche probleme, denken pragmatischer, sind offener und beweglicher im geiste, wenn ihre kultur ihnen das erlaubt. deswegen verlassen junge frauen viel häufiger ostdeutsche kleinstädte als männer und suchen ihr glück woanders. selbst wenn das nur eine friseurlehre in der nächstgrößeren stadt ist. die jungen männer bleiben allein zurück: keine ausbildung, kein job, kein geld, keine frauen. was soll man da machen? und dann kommen da noch diese mohammedaner: jung, charmant, gut aussehend, lernen schnell deutsch, haben daheim ihr informatikstudium abgeschlossen und hier schon fast einen job in aussicht. (denn genau von solchen tollen, erfolgreichen flüchtlingen ist ja immer die rede in den medien) was macht man da so als armer, dummer und unbeweibter nazi? sofort den baseballschläger rausholen und ab zum asylantenheim. denen zeigen wir es!
Indigocat hat geschrieben:Auch denke ich, würde man Rechte und Dschihadisten zusammen auf einer einsamen Insel aussetzen, wären die bald die dicksten Freunde. Man fragt sich ja oft, wieso mischt so ein Selbstmordattentäter nicht mal auf einer AFD-Demo mit oder wieso räumen die Rechten nicht mal bei den islamischen Terroristen auf? Ganz einfach, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Immer sind die Opfer völlig Unschuldige, auf beiden Seiten.

nein, ich glaube nicht. hier heisst das phänomen vermutlich - dissoziale persönlichkeitsstörung. ich denke das kommt da häufiger vor. wenn du zb. einen gewöhnlichen gewaltverbrecher nimmst und gibst ihm die wahl: hier eine alte oma mit rollator, die 100€ in ihrem portemonnaie hat und da ein junger durchtrainierter typ, der 300€ hat. der verbrecher weiß das ganz genau, weil er sie beim abheben des geldes in der bank beobachtet hat. wen denkst du wird er überfallen? ich denke die oma. weil da ist ihm seine beute sicher, bei dem anderen riskiert er womöglich noch eine gebrochene nase.
so sind auch die leute, von denen wir reden. ein dschihadist würde niemals eine afd-demo als anschlagsziel nehmen. die ist umringt von 1000 bullen (sonst hätten die linken sie schon längst aufgemischt). da kommt er niemals durch. viel leichter und effektiver ist es, seinen sprengstoffgürtel in einer arglosen touristenmenge zu zünden.
genau so verhält es sich mit dem nazi. was soll er sich mit den gotteskriegern anlegen? die sind mit sicherheit bewaffnet und gefährlich. viel einfacher ist es einen syrischen informatikstudenten zusammen zu schlagen, der von seinem ersten unitag abends allein nach hause kommt.
auf einer einsamen insel würde vermutlich die stärkere gruppe die schwächere unterwerfen und sie dazu zwingen, von nun an ihre schmutzigen socken und unterhosen zu waschen.
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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon 1stein » 1. Dezember 2017, 18:27

Die Frage ist immer noch: ab wann ist man rechtsextrem? Viele AfD-Sympathisanten sind doch deshalb für geschlossene Grenzen, weil sie glauben, dass die Neuankömmlinge bereits in der Türkei in Sicherheit sind. Es sind ja fast ausschließlich junge Männer geflohen, da liegt der Verdacht nahe, dass sie gezielt von ihren Großfamilien vorgeschickt wurden, um Geld zu verdienen. Andere meinen, dass Merkels Alleingang eine europäische Lösung erschwert hat, weil sie den Einwanderungsstrom mit ihren Selfies so sehr angefacht hat, dass andere Länder dicht gemacht haben. ~0,1% sind im Mittelmeer ertrunken - das ist tragisch, aber kein Beweis, dass man alternativlos sich in die Schlauchboote gesetzt hat, weil man um sein Leben geflohen ist. Ohne Merkels Selfies wären manche von denen vielleicht noch am Leben! Der Flüchtlingsstrom ließ sich nicht mit besonderen Kriegshandlungen in Syrien und Afghanistan korrelieren. Die Reise dauerte von Syrien ca. 6-10 Tage - eine harte Woche, aber durchorganisiert von den Schleusern. Man hätte mit dem selben Geld den Flüchtlingen in Türkei und Jordanien viel mehr helfen können - dort sind die Lebenshaltungskosten billiger.
Das Vortragen dieser Argumente ist aber noch kein Beweis dafür, dass man den Flüchtlingen selbst die Schuld an den Problemen gibt. Mag sein, dass manche der Konservativen dann auch was gegen Flüchtlinge als Menschen haben, aber nicht zwingend. Es gibt auch keine zwingende Kausalität zwischen dissozialer Persönlichkeitsstörung und dem Vortragen solcher Argumente.
Die Antifa geht aber NICHT ausschließlich gegen überzeugte Rasseideologen und Nationalsozialisten vor, sondern gegen alle Andersdenkenden in dieser Frage. Das Problem, auch aus vernünftiger, linker Perspektive: Die Antifa spaltet noch mehr, als dass sie die Gesellschaft zum Positiven verändert.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon 1stein » 1. Dezember 2017, 18:42

Die Frage stellt sich auch, wie man den Islam einschätzt: Wenn ich sage, es gibt im im Islam ein "wir gegen die", also Umma gegen "Haus des Krieges", und somit ähnliche Denkstrukturen wie im Nationalismus (attraktiv, weil man sich dann toll fühlt), dann ist das Argument noch nicht rechtsextrem. Die Linke faselt aber pauschal was von "antimuslimischem Rassismus", und entfremdet sich damit weiten Bevölkerungskreisen. Die Gefahr der Diskriminierung von Muslimen ist mir durchaus bewusst. Wenn aber in allen sozialen Brennpunktbezirken der Holocaust nicht mehr unterrichtet wird, weil das muslimischen Schülern nicht passt, und die Probleme auch noch 50 Jahren noch da sind, dann klingt es in meinen Ohren etwas volkspädagogisch belehrend, immerzu von der "kulturellen Bereicherung" zu sprechen. Dadurch hat man viele Leute in die Arme der Rechten getrieben. Richtig ist aber auch, dass die Gefahr, Muslimen als Menschen gegenüber weniger wohlwollend zu sein, wenn man islamkritisch ist, gegeben ist.

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon Indigocat » 7. Dezember 2017, 22:04

hinterdemmond hat geschrieben:viel interessanter ist eine neue schicht, die heute entsteht und immer größer wird. das ist das sogenannte prekariat. hier trifft sich alles mögliche: der studierte germanist, der für 800€ im monat irgendwelche texte fürs internet verzapft. das mädel, das mehrere ausbildungen abgebrochen hat und jetzt in einer szenekneipe kellnert. der junge grafik-designer, dessen freelancertum von den eltern mitfinanziert wird. all das sind leute, die nicht genau wissen, ob das geld am monatsende reicht, und die gegenwärtig immer mehr werden. ich denke, hier ist in zukunft am meisten sozialer sprengstoff zu erwarten.
Ich würde die Freigeister und das Mädel beziehungsweise überhaupt die bildungsferne Schicht nicht in einen Topf werfen. (Womit ich jetzt nicht sagen will, dass das Mädchen es vielleicht gesundheitsbedingt nicht geschafft hat, obwohl sie es ansonsten hätte schaffen können, dann zählt sie ja nicht zur bildungsfernen Schicht.) Die einen könnten, wenn sie wollten, die anderen können nicht, selbst wenn sie wollen. Mit 800 Euro kann man leben, wenn man entsprechend gut haushalten kann.
bei den menschen ist es so ähnlich. ich denke, das größte problem in der flüchtlingskrise war, dass die massen, die zu uns über die grenzen strömten zu ca 80% aus jungen, erwachsenen männern bestanden.
Die Deutschen waren schon immer missgünstig, was Migranten angeht, das war auch schon 1945 so. Und sie haben vergessen, dass kaum einer aus schierer Not 1989 die DDR verlassen hat. Aber was die jungen Männer angeht, die machen mir auch Angst, weil sie aus einer Gesellschaft kommen, wo Frauen eben einen geringeren Stellenwert haben und weil eben doch nur ein kleiner Teil gebildet beziehungsweise bildungswillig ist. Das war aber schon immer meine Rede: Lasst die Männer da wo sie sind und lasst nur junge Frauen ohne Anhang und ohne Ambitionen, die Familie in der Heimat zu unterstützen, rein, alternativ nur intakte Familien oder wenn schon Männer, dann eben nur die gut ausgebildeten.
Indigocat hat geschrieben:Auch denke ich, würde man Rechte und Dschihadisten zusammen auf einer einsamen Insel aussetzen, wären die bald die dicksten Freunde. Man fragt sich ja oft, wieso mischt so ein Selbstmordattentäter nicht mal auf einer AFD-Demo mit oder wieso räumen die Rechten nicht mal bei den islamischen Terroristen auf? Ganz einfach, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Immer sind die Opfer völlig Unschuldige, auf beiden Seiten.
nein, ich glaube nicht. hier heisst das phänomen vermutlich - dissoziale persönlichkeitsstörung. ich denke das kommt da häufiger vor.

Ich bin jetzt von meinem Ex - einem hochmalignem Psychopathien - ausgegangen (ob er antisozial war, weiß ich nicht). Der ist bei den Rechten bei uns im Ort nach kurzer Zeit aus- und eingegangen, obwohl asiatischer Abstammung.
“Die Hummel hat 0,7 qcm Flügelfläche bei 1,2 g Gewicht. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel weiß das aber nicht und fliegt einfach trotzdem.”

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Re: Die Alt-Right Bewegung

Beitragvon hinterdemmond » 7. Dezember 2017, 23:17

Indigocat hat geschrieben:Ich würde die Freigeister und das Mädel beziehungsweise überhaupt die bildungsferne Schicht nicht in einen Topf werfen.

das mädel kann auch abitur haben und selbst aus einer akademikerfamilie kommen. das bedeutet heute alles nichts. auch ein hochschulabschluss bedeutet nicht automatisch, dass man wirklich gebildet ist. ich saß mal vor ca. 2 jahren zwischen lauter ärzten, lehrern und rechtsanwälten, alles noch recht junge leute zwischen 30 und 40 und, ich weiß gar nicht, wie wir auf das thema kamen, aber sie alle wussten nicht, wieviele thesen der gute martin luther wohin, in welcher stadt und in welchem jahr drauf geschlagen hat. ich musste sie aufklären. sie griffen zu ihrem smartphones, um die sache zu verifizieren und staunten nicht schlecht. ich staunte auch, das war schließlich ihre geschichte nicht meine.
Indigocat hat geschrieben:Mit 800 Euro kann man leben, wenn man entsprechend gut haushalten kann.

ja, soviel verdient wahrscheinlich auch eine vollzeitfriseuse. aber der typ hat dafür 5 jahre lang studiert. da muss er sich ziemlich verarscht vorkommen. vor allem wenn du dann nicht mal das machst, was du studiert hast, sondern mehr oder weniger irgendwas, um über die runden zu kommen.
Indigocat hat geschrieben:Ich bin jetzt von meinem Ex - einem hochmalignem Psychopathien - ausgegangen (ob er antisozial war, weiß ich nicht). Der ist bei den Rechten bei uns im Ort nach kurzer Zeit aus- und eingegangen, obwohl asiatischer Abstammung.

adolf hitler hatte ja auch juden als freunde. und zwar auch schon zu der zeit, als er antisemitische schriften las und juden eigentlich hasste. später hat er einigen seiner alten jüdischen bekannten die flucht aus dem besezten österreich ermöglicht, zb. seinem ehemaligen hausarzt, der seine kranke mutter behandelt hat. der hass war bei ihm nicht personengebunden sondern nur allgemein auf das judische volk ausgerichtet. einzelne juden konnte er nicht hassen, sondern nur die juden als ganzes. so ähnlich war es vielleicht bei eueren dorfnazis. 100 asiaten, die in euere hübsche kleinstadt eingefallen wären, hätten sie vielleicht bekämpft, aber so ein einzelner, wenn er nett und lustig ist, das ist dann "unser" asiate, die anderen sind alle scheiße aber unser ist in ordnung, er ist die ausnahme. (wichtig war viellecht auch, dass er vermutlich als erster zu ihnen gekommen ist, bevor sie mit ihren baseballschlägern bei euch aufgetaucht sind.)
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"the good one"

Beitragvon sdsdsdsv » 8. Dezember 2017, 07:27

hinterdemmond hat geschrieben:so ähnlich war es vielleicht bei eueren dorfnazis. 100 asiaten, die in euere hübsche kleinstadt eingefallen wären, hätten sie vielleicht bekämpft, aber so ein einzelner, wenn er nett und lustig ist, das ist dann "unser" asiate, die anderen sind alle scheiße aber unser ist in ordnung, er ist die ausnahme.

Ja, das ist "the good one". Das gilt auch für andere Minderheiten im rechten (oder konservativen) Gruppen: Ein Schwarzer/Türke/Transsexueller ist erlaubt, solange er oder sie sich anpasst, sagt, was er soll und ansonsten signalisiert, dass diese Gruppe doch gar nicht so schlimm sein kann (wobei ich bei der dörflichen Umgebung nicht von politischem Kalkül ausgehe, sondern, wie schon geschrieben, einem allg. Hass, der sich nicht notwendigerweise auf einzelne überträgt). Was mit dem passiert, sollte diese Gruppe mal ihr gestecktes Ziel erreichen, kann man sich denken.


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