Antinatalismus und Peaceful Parenting

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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Insuffizienz » 22. September 2016, 17:24

Cocoon hat geschrieben:Und jetzt weiß ich auch endlich, warum die Banane krumm ist. :D

Fand die Stelle auch recht amüsant. :D

Klar, man muss nicht immer mit allen Inhalten einverstanden sein.

Trotz dass ich anarchistischer Sozialist bin kann ich alles bisher gehörte (und das ist sehr viel) soweit ich mich erinnere unterschreiben. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob da alle Marxisten sind oder manche (wirkliche) Sozialisten.

Jetz ma ganz unter uns: Ab und an sehe ich mir gerne ähnliche Beiträge eines recht bekannten antideutschen Youtubers an (da sehr informativ), auch, wenn ich selbst mit.nicht.en eine Antideutsche bin. Einfach entsprechende Themen umschiffen und gut is. :-)

Das herausfischen, was man für vernünftig und produktiv hält ist durchaus sinnig. Das mache ich z. B. manchmal bei buddhistischen Inhalten, wenn sie sich im Bereich der Psychologie befinden.

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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon orinoco » 25. September 2016, 22:20

Cocoon hat geschrieben:@Orinoco: Ratschlägen gegenüber ist sie theoretisch recht offen. Allerdings hapert es bei ihr an der Impulskontrolle. Dann ärgert sie sich...sie wisse es ja eigentlich besser. Geholfen ist damit natürlich niemandem. Hinzu kommt, dass ihre Vergangenheit in Beziehungen schon mit aggressivem Verhalten gespickt ist (wechselseitig zwischen Partner und ihr und gegenüber ihrem damaligen Hund). Durch die Blume habe ich ihr auch schon einmal zu einer Therapie geraten, wozu sie allerdings nicht die Notwendigkeit zu sehen scheint.


Also zur Notwendigkeit einer Therapie kann man aus den unterschiedlichsten Gründen eine kritische Meinung haben.
Meine Einstellung zu (institutioneller) Therapie ist ja generell sehr kritisch und ich favorisiere eine Selbst-"Therapie" oder auch eine Partner-"Therapie", die quasi 24/7 wirkt, aber eigentlich einfach nur das stetige Bemühen darstellt miteinander und sich selbst besser umzugehen.
Reflexion und Einsicht sind da sehr wichtig. Speziell bei negativem, ablehnendem Verhalten ist immer Angst und Stress im Spiel. Da lässt sich nicht immer verhindern, aber man kann es sich oder der Partner einem bewußt machen. Ein Beispiel ist die STOP-Vereinbarung. Wenn einer merkt, dass der andere oder er selbst gerade in ein negatives Verhalten reinrutscht oder schon ist, dann einfach "STOP" rufen und als Sofortmaßnahme Augen zu und 10 mal hintereinander tief ein- und ausatmen. Bryan Post beschreibt das ausführlicher was da in einem oder in einer Beziehung abläuft und vor allem wie sich das leicht hochschaukeln kann, wenn man es laufen lässt. Partnergespräch, habe ich schon genannt, ist auch sehr hilfreich dabei.
Wichtig ist meiner Meinung nach auch nicht vom Partner oder von sich Perfektion zu verlangen, nach dem Motto "Ich hab es jetzt doch verstanden und jetzt darf mir das nicht mehr passieren". Da funktioniert nicht. Es wird immer wieder passieren und eine (Selbst-)Bestrafung "Jetzt hab ich es schon wieder getan!" auch wieder nur Stress macht. Also besser ein Motto wie: "Wir sind alle Lernende, wir bemühen uns redlich, aber es wird immer wieder passieren, dass der Gaul mit uns durchgeht. Aber wir versuchen immer besser damit umzugehen". Da braucht alles viel Zeit und gegenseitige Unterstützung und wie sagt ein afrikanisches Sprichwort so schön: "Das Gras wächst nicht schneller indem man daran zieht".
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon knallschnute » 26. September 2016, 22:01

Cocoon hat geschrieben:Habe diese Thematik schon ab und an bei ihr angesprochen, aber vielleicht habt ihr ja noch ein paar Ideen, wie man positiv auf sie einwirken kann?! :/


Hallo,

ein guter Weg wäre, wenn man mal hinter die Kulissen schaut. D.h. wenn du mit deiner Freundin mal über ihre Kindheit sprichst. Vieles, was man als Kind durch die eigenen Eltern erlebt hat, spiegelt sich dann in dem Verhalten zum leiblichen Kind wieder. Teilweise bewusst, teils auch unbewusst überträgt man Erziehungsmaßnahmen, die einem selbst nicht sonderlich geholfen haben.
Vielleicht kann deine Freundin, falls sie eine schwierige Kindheit hatte, so über ihre Eltern reflektieren und dadurch auch ihr eigenes Verhalten und die Wirkung auf ihr Kind besser hinterfragen.

Ich will die Methoden deiner Freundin nicht gut heißen, aber ich denke, wenn sie sie nicht schlägt und "nur mal" ungeduldig erscheint, ist sie noch keine Gefahr für ihr Kind.
Da wäre noch interessant, ob sie denn Alleinerziehend ist und damit womöglich überfordert? Dann kommt hinzu, dass sie tags und nachts mit dem Kind zusammen ist und das wirklich anstregend werden kann. Kinder wollen stets beschäftigt werden und haben viele Bedürfnisse, die sie sich (noch) nicht selbst befriedigen können. Eltern sind hier enorm gefordert. Je mehr sie es gut machen wollen, desto anstrengender wird die Erziehung. Wichtig ist dann, dass deine Freundin ihre Fehler und ihre Unfehlbarkeit erkennt und dem Kind gegenüber fair bleibt. Keine Eltern sind Übermenschen und können stets pädagogisch wertvoll handeln.

Um die Beziehung zu der Freundin nicht zu vergiften, rate ich dir dich ein wenig zurück zu halten. Du bist ja nicht permanent mit dem Kind zusammen und hast viele Erholungsphasen, die die Mutter nicht hat. Da kann man auch ganz entspannt mit dem Kind umgehen. Wenn man aber im Alltag mit allen Verantwortungen dem Kind gegenüber und den täglichen Pflichten (Job, Termine, etc.) korrelieren muss, ist die Ausgangssituation eine andere!

Als ich selbst keine Kinder hatte - ich wollte lange Zeit auch keine Kinder haben! - fand ich die Art mancher Eltern wirklich schlimm, vor allem den Umgang meiner Eltern mir gegenüber. Durch mein eigenes Muttersein habe ich erfahren, wie schwer es ist und welche Herausforderungen man zu meistern hat. Ich spürte meine eigene Schwäche und mein Bemühen es besser als meine Eltern zu machen - am Ende erkannte ich, dass ich nicht alles richtig machen kann, aber es für meine Kinder das Wichtigste ist, dass sie sich auf mich verlassen können und ich für sie da bin!

Im Übrigen ist der Umgang innerhalb diverser Institutionen (Kiga, Schule, Arbeit...) bei weitem genauso schlimm oder noch Trauma erzeugender, als mancher Erziehungsstil in der Familie.

Liebe Grüße
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Indigocat » 27. September 2016, 17:35

knallschnute hat geschrieben:Ich will die Methoden deiner Freundin nicht gut heißen, aber ich denke, wenn sie sie nicht schlägt und "nur mal" ungeduldig erscheint, ist sie noch keine Gefahr für ihr Kind.

Naja, ohne mich auf den o.g. Fall zu beziehen (weil ohne dabeigewesen zu sein, weiß man ja nicht, was wirklich los ist), wenn eine Mutter nicht schlägt, heißt das noch lange nicht, dass sie keine Gefahr für ihr Kind wäre, emotionale Gewalt ist unsichtbar, aber die Folgen sind genauso schlimm wie bei körperlicher Gewalt.
Ich spürte meine eigene Schwäche und mein Bemühen es besser als meine Eltern zu machen - am Ende erkannte ich, dass ich nicht alles richtig machen kann, aber es für meine Kinder das Wichtigste ist, dass sie sich auf mich verlassen können und ich für sie da bin!
Genau so halte ich das auch, da sein, wenn sie einen brauchen, aber loslassen, sobald sie ihr eigenes Leben leben wollen und sollen.
Im Übrigen ist der Umgang innerhalb diverser Institutionen (Kiga, Schule, Arbeit...) bei weitem genauso schlimm oder noch Trauma erzeugender, als mancher Erziehungsstil in der Familie.
Das ist richtig, aber unglücklicherweise sind Kinder, die ohnehin schon aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, für diese Problematik viel anfälliger als sicher gebundene Kinder. Man kann schon Pi mal Daumen davon ausgehen, dass ein Kind, welches gehänselt und gemobbt wird oder Zielscheibe von bestimmten Erziehern oder Lehrern ist, auch Probleme im Elternhaus hat.
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.

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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon knallschnute » 27. September 2016, 21:32

Hallo Indigocat,

Indigocat hat geschrieben:
knallschnute hat geschrieben:Ich will die Methoden deiner Freundin nicht gut heißen, aber ich denke, wenn sie sie nicht schlägt und "nur mal" ungeduldig erscheint, ist sie noch keine Gefahr für ihr Kind.

Naja, ohne mich auf den o.g. Fall zu beziehen (weil ohne dabeigewesen zu sein, weiß man ja nicht, was wirklich los ist), wenn eine Mutter nicht schlägt, heißt das noch lange nicht, dass sie keine Gefahr für ihr Kind wäre, emotionale Gewalt ist unsichtbar, aber die Folgen sind genauso schlimm wie bei körperlicher Gewalt.


Das ist durchaus denkbar. Für mich klang es in dieser besagten Situation mit der Freundin mehr nach einer Überforderung, einem weniger geduldigen Umgang mit dem Kind, denn nach psychischer Gewalt. Dass Gewalt mehrere Formen haben kann ist mir klar. Zur Verteidigung der Eltern war mir einfach nur wichtig, dass man sich auch einmal in deren Situation hinein versetzt und sich überlegt, warum jemand ungeduldig und leicht grob erscheint. Da muss jener Elternteil nicht gleich ein Fall für eine Therapie sein. Manchmal wären ein paar freie Nachmittage oder weniger Nöte (finanzieller oder sonstiger Art) bereits sehr hilfreich. Außerdem muss man erst in die Rolle der Eltern hinein wachsen. Niemand ist von Anfang an super in dieser sehr verantwortungsvollen Aufgabe! Es kommt dann stets darauf an, dass man aus seinen eigenen Fehlern lernt und diese Fehler auch seinen Kindern gegenüber einmal zugestehen kann.

Das ist richtig, aber unglücklicherweise sind Kinder, die ohnehin schon aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, für diese Problematik viel anfälliger als sicher gebundene Kinder. Man kann schon Pi mal Daumen davon ausgehen, dass ein Kind, welches gehänselt und gemobbt wird oder Zielscheibe von bestimmten Erziehern oder Lehrern ist, auch Probleme im Elternhaus hat.

Stimmt, wenn man bereits vom Elternhaus keine Unterstützung erfährt, ist man Mobbing, etc. quasi schutzlos ausgeliefert und gerade dann eher angreifbar. Es gibt aber auch das Gegenteil dessen, die Kinder oder Jugendlichen, die dann durch antisoziales Verhalten auffallen, weil sie von der Opferrolle zur Täterrolle übergehen.
Mir war halt in dem Zusammenhang wichtig aufzuzeigen, dass Kinder, egal wie ideal man sie als Eltern behandelt, nicht davor geschützt sind, irgendwo Erfahrungen der unschönen Art machen zu müssen.

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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Indigocat » 28. September 2016, 08:16

Hallo Knallschnute, :)

knallschnute hat geschrieben:Das ist durchaus denkbar. Für mich klang es in dieser besagten Situation mit der Freundin mehr nach einer Überforderung, einem weniger geduldigen Umgang mit dem Kind, denn nach psychischer Gewalt. Dass Gewalt mehrere Formen haben kann ist mir klar. Zur Verteidigung der Eltern war mir einfach nur wichtig, dass man sich auch einmal in deren Situation hinein versetzt und sich überlegt, warum jemand ungeduldig und leicht grob erscheint. Da muss jener Elternteil nicht gleich ein Fall für eine Therapie sein. Manchmal wären ein paar freie Nachmittage oder weniger Nöte (finanzieller oder sonstiger Art) bereits sehr hilfreich. Außerdem muss man erst in die Rolle der Eltern hinein wachsen. Niemand ist von Anfang an super in dieser sehr verantwortungsvollen Aufgabe! Es kommt dann stets darauf an, dass man aus seinen eigenen Fehlern lernt und diese Fehler auch seinen Kindern gegenüber einmal zugestehen kann.
Ich hab schon verstanden, was du meinst, auch im Vorposting. ;) Vielleicht bin ich im Moment nur etwas auf dem Kontra-Tripp. Mich persönlich würde es sehr stören, wenn eine Freundin mir in meine Erziehung reinreden will, insbesondere wenn sie selber keine Erfahrungen mit Kindern hat. Diejenigen "Freundinnen" die das bei mir versucht haben, hatten massive Probleme mit ihren eigenen Kindern und ich hab das immer so empfunden, als ob sie sich aufwerten und mich abwerten wollen. Ich habe dann (auch aus anderen Gründen) die Freundschaften immer beendet. Selber habe ich aber auch schon versucht, einer Freundin vorsichtig etwas zu sagen. Deren Kinder sind natürlich nicht vernachlässigt und leben sogar in relativen Wohlstand. Aber dann erzählt sie solche Sachen wie: "Heute wollte mein Kind mit mir ins Kino. Aber der Film interessiert mich nicht, warum soll ich immer die Filme von den Kindern mit gucken? Außerdem ist das Wetter schön, die sollen viel besser draußen spielen." Ich versuche ihr dann vorsichtig klar zu machen, dass man als Mutti sich schon mal zusammenreißen und über den eigenen Schatten springen muss und mit dem Kind einen Film anguckt, der einem selber nicht gefällt, auch wenn das Wetter 3 x schön ist. Da kommen dann heftige Gegenwehr und Gegenbeschuldigungen.
Mir war halt in dem Zusammenhang wichtig aufzuzeigen, dass Kinder, egal wie ideal man sie als Eltern behandelt, nicht davor geschützt sind, irgendwo Erfahrungen der unschönen Art machen zu müssen.
Ja das stimmt, und je größer die sozialen und optischen Differenzen, desto schwieriger ist es, in seinem Umfeld zurechtzukommen. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, mit etwas Hilfestellung kann dies nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingen. Bei meinen Kindern haben Gespräche mit anderen Kindern, Eltern und Erziehern immer geholfen. Es gibt ja aber auch Berichte im Internet, wo sich die Erzieher dann nicht gekümmert haben. Würde mich schon interessieren, was dahintersteckt.
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Cocoon » 10. Oktober 2016, 22:53

"Mich persönlich würde es sehr stören, wenn eine Freundin mir in meine Erziehung reinreden will, insbesondere wenn sie selber keine Erfahrungen mit Kindern hat."

Magst du erzählen, in welchen Situationen dies auftrat?

Mir liegt es fern, zu dramatisieren. Man fragt sich vielmehr: "Wenn diese Dinge schon vor meinen Augen stattfinden, was geschieht dann erst, wenn ich nicht dabei bin..."
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Indigocat » 11. Oktober 2016, 10:25

Cocoon hat geschrieben:"Magst du erzählen, in welchen Situationen dies auftrat? "
Also es waren bei mir immer Frauen mit Kindern, die irgendwas zu bemängeln hatten, habe keine Freundinnen ohne Kinder, man sucht sich ja meist Personen, die in der gleichen Lebensituation leben. Das eine Mal ging es darum, dass ich mit meinen Kindern nicht an einem Tisch sitzen und gemeinsam essen kann, geht einfach nicht. Da war ich bei einer Exfreundin zu Besuch und es war noch eine Freundin von ihr da. Es wurde eifrig über mich hergezogen. Muss dazu sagen, diese Exfreundin ist alleinerziehend mit 5 Kindern und ständig wechselnden Partnerschaften und die Kinder hatten aufgrund des Verhaltens der Mutter in der Schule massive Probleme und waren teilweise auch verhaltensauffällig. Bin in der Situation aufgestanden und gegangen. Ansonsten haben potentielle Beziehungspartner gerne versucht, in meine Erziehung reinzureden. Entweder sie haben sich auf Seite der Kinder geschlagen und gegen mich agiert (quasi noch ein Kind), oder sie haben mit den Kindern konkurriert, sie quasi abgewertet. Muss dazu sagen, diese Bekanntschaften wurden beendet, bevor sie Beziehungen wurden, habe das meinen Kindern nicht angetan.
Mir liegt es fern, zu dramatisieren. Man fragt sich vielmehr: "Wenn diese Dinge schon vor meinen Augen stattfinden, was geschieht dann erst, wenn ich nicht dabei bin
Du kannst das wahrscheinlich in der Situation besser einschätzen. Man weißt von außen nicht, braucht da jemand wirklich Hilfe oder möchte nur jemand wichtig tun.
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Cocoon » 14. Oktober 2016, 12:50

Nochmal zum Thema Antinatalismus (RANT):

Bis vor einigen Jahren habe ich es immer für eine Art Märchen gehalten, dass Ärzte Sterilisationen erst ab einem bestimmten Alter vornehmen bzw. wenn schon reichlich Kinder vorhanden sind. Ein Märchen, erzählt von nach Enkelkinder-schreienden Eltern. Tja, schön wär's.

Es ist mir unbegreiflich, wie Ärzte so systematisch das Selbstbestimmungsrecht ihrer Patienten aushebeln können, mit dem Verweis auf die Gefahr, später könne man seine Entscheidung bereuen. Ach...surprise! Dann hat man eben Pech gehabt. Wie bei anderen Entscheidungen im Leben auch. Trotzdem will ich die Freiheit dazu haben. Im Zweifel schade ich damit niemandem, außer mir selbst.

Wie wäre es, wenn wir das Pferd mal von hinten aufzäumen. Den Arzt will ich sehen, der einer mit ungeplantem Kind schwangeren Frau dazu rät: "Wissen Sie, das sollten Sie sich ganz genau überlegen, ob Sie das Kind austragen wollen. Womöglich werden Sie es in ein paar Jahren bereuen."
Aber nein, wo denke ich hin...die Ärzte haben doch schon alle Hände voll damit zu tun, die wohl überlegten, mit Vernunftgründen ausgestatteten Patientenwünsche zu konterkarieren.
Eine verdammte Unverschämtheit.

Sollte uns nicht viel mehr die Tatsache alarmieren, dass statistisch gesehen ungefähr jedes 2. Kind ungeplant ist? Wie kann überhaupt jemand, der offensichtlich nicht einmal dazu befähigt ist, auf verantwortungsvolle Weise zu ficken, ernsthaft in Erwägung ziehen, er sei geeignet für die Elternschaft?
Da erwarte ich wohl mal wieder zu viel Denkfähigkeit und Selbstreflexion von Menschen innerhalb einer Gesellschaft, in der sogar das Fahren einer Blechbüchse mit höheren Qualifikationshürden verbunden ist.

Rant Ende.
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Re: Antinatalismus und Peaceful Parenting

Beitragvon Indigocat » 14. Oktober 2016, 15:43

Cocoon hat geschrieben:Es ist mir unbegreiflich, wie Ärzte so systematisch das Selbstbestimmungsrecht ihrer Patienten aushebeln können, mit dem Verweis auf die Gefahr, später könne man seine Entscheidung bereuen.
Es wäre nicht das erste Mal, dass die Entscheidung später bereut wurde. Aber es steht auch jedem frei, irgendwohin ins Ausland zu fahren und den Eingriff dort vornehmen zu lassen, wenn er sich sicher ist.
Den Arzt will ich sehen, der einer mit ungeplantem Kind schwangeren Frau dazu rät: "Wissen Sie, das sollten Sie sich ganz genau überlegen, ob Sie das Kind austragen wollen. Womöglich werden Sie es in ein paar Jahren bereuen."
Aber nein, wo denke ich hin...die Ärzte haben doch schon alle Hände voll damit zu tun, die wohl überlegten, mit Vernunftgründen ausgestatteten Patientenwünsche zu konterkarieren.
Eine verdammte Unverschämtheit.
Besonders heikel, wenn das Kind aus einer Vergewaltigung stammt. Aber habe tatsächlich auch Fälle in der Verwandtschaft, wo das mit dem Kinderbekommen nach einen Schwangerschaftsabbruch in jungen Jahren nicht mehr geklappt hat. An den Ärzten direkt liegt das wohl meist nicht, diese Anweisungen kommen vom Staat, der das Selbstbestimmungsrecht seiner Bürger aus bestimmten Gründen einschränken will. Braucht schließlich Arbeitskräfte und Kanonenfutter.
Sollte uns nicht viel mehr die Tatsache alarmieren, dass statistisch gesehen ungefähr jedes 2. Kind ungeplant ist? Wie kann überhaupt jemand, der offensichtlich nicht einmal dazu befähigt ist, auf verantwortungsvolle Weise zu ficken, ernsthaft in Erwägung ziehen, er sei geeignet für die Elternschaft?
An der Gesellschaft wirst du wenig ändern können. Es ist ja schon mal gut, dass du bei dir anfängst. Richtig, wer keine Kinder möchte, sollte auch keine bekommen. Bei denen, die Kindern wollen und welche bekommen - warum-auch-immer - kann man primär davon ausgehen, dass die sich dann auch gut drum kümmern. Auch die Überbevölkerung würde sich mit der Zeit von selbst regulieren, wenn man der Natur ihren Lauf lassen würde und nur diejenigen Kinder bekommen, die auch wirklich welche wollen, da die Geburtenrate in den Industrienationen spürbar zurückgeht. Auch hier mischt sich der Staat ein und lenkt gegen. Hilfe wie Elterngeld ist aber nur in den ersten Jahren zu erwarten, dann ist man ziemlich auf sich selber gestellt. Das Kindergeld ist ein Witz und z.B. bei mir nur ein Bruchteil davon, was mir von meinem Lohn an Steuern und Sozialabgaben abgezogen wird.
Bedenken Sie, dass Sie nach den geistigen Gesetzen das, was Sie an sich oder an anderen ablehnen oder hassen, in Ihr Leben ziehen. Dadurch sollen Sie lernen, alles im Leben anzunehmen und zu lieben, auch die Dinge, die Sie momentan noch verabscheuen.


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